[0001] Die Erfindung betrifft eine auf eine Wickelmaschine zum Überführen einer laufenden
Materialbahn, insbesondere einer Material- oder Kartonbahn, auf einen mit einer Tragtrommel
oder Wickelwalze einen Nip bildenden neuen Wickelkern, vorzugsweise auf einen Leertambour.
[0002] Weiterhin betriff die Erfindung ein Verfahren zum Überführen einer laufenden Materialbahn
auf einen Wickelkern gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 27.
[0003] Eine Anordnung zum Überführen einer Materialbahn wird bereits in der DE 101 61 073
A1 vorgeschlagen. Die dort beschriebene Anordnung dient zur Überführung einer Materialbahn,
beispielsweise im Bereich einer Aufrolleinrichtung einer Material- oder Kartonmaschine,
einer Streichmaschine oder einer äquivalenten Maschine, um die Materialbahn ohne Unterbrechung
des Herstellungsprozesses, das heißt ohne Abschalten der Material- oder Kartonmaschine,
nacheinander auf leere Wickelkerne, die auch als Leertamboure bezeichnet werden, aufzubringen
oder um die Materialbahn in besonderen Situationen, etwa nach dem Abriss der Material-
oder Kartonbahn oder nach dem Anfahren der Material- oder Kartonmaschine, auf einen
vorzugsweise leeren Wickelkern aufzuwickeln.
[0004] Hierbei muss dafür gesorgt werden, dass der durch das Trennen der Materialbahn entstehende
Bahnanfang dem neuen Wickelkern zugeführt wird, um auf diesem eine neue Wickelrolle
zu bilden. Um dies zu erreichen, wird mindestens ein Initialtrennstück zur Verbindung
zwischen der Materialbahn und dem leeren Wickelkern eingesetzt. Auf dem Initialtrennstück
ist eine Verbindungsbildungsanordnung in Form eines Klebestreifens aufgebracht, der
die Materialbahn mit dem neuen Wickelkern verklebt. Das Initialtrennstück wird von
einer Abgabeeinrichtung an den Bahnanfang der Materialbahn abgegeben, der an den Wickelkern
aufgeklebt werden soll.
[0005] Durch das Einbringen des mindestens einen Initialtrennstücks zwischen den mindestens
einen Überführstreifen und die Wickelwalze, welches nach dem Erreichen des Nips in
dem von dem Überführstreifen nicht überdeckten Bereich mit dem neuen Wickelkern verbunden
wird, und das definierte Trennen des Überführstreifens durch das Initialtrennstück
unter Ausbildung eines neuen, an das Initialtrennstück und den neuen Wickelkern gebundenen
Bahnanfangs wird ein völlig sauberer Wickelbeginn gewährleistet.
[0006] Auch aus der WO 03/050026 A1 ist ein Verfahren zum Überführen einer laufenden Materialbahn
bekannt, bei dem ein Initialtrennstück eingesetzt wird.
[0007] Auch aus der US 4,711,404 ist ein Bandwechselsystem bekannt, bei dem ein als Aufführmittel
dienendes Band einerseits zum Durchtrennen der Materialbahn und andererseits zum Herstellen
einer Klebeverbindung mit einem neuen Wickelkern eingesetzt wird. Der Nachteil dieses
Bandwechselsystems besteht darin, dass das Aufführmittel in den neuen Wickel, der
auf den Wickelkern aufgewickelt wird, mit eingewickelt wird. Durch seine Dicke zerdrückt
das Aufführmittel die nächsten Lagen der Materialbahn, die um das Aufführmittel herum
aufgewickelt werden. Die zerdrückten Lagen der Materialbahn, insbesondere einer Materialbahn,
sind nicht mehr verkaufsfähig, sondern bilden den so genannten Kernausschuss. Sofern
das Aufführmittel aus einem Material besteht, das nicht in einem Pulper aufgelöst
werden kann, so gelangt es in den Stoffkreislauf bei der Materialherstellung und führt
zu Materialfehlern, insbesondere zu Löchern in der Materialbahn. Das Beschaffen, die
Lagerung, das Einbringen in die Wickelmaschine und das Entsorgen des Aufführmittels
verursachen einen hohen Personalaufwand.
[0008] Bei anderen Wechselsystemen wird die Materialbahn mittels Lufthochdruckdüsen abgerissen
und mittels der Adhäsionskraft auf den Leertambour aufgeführt. Der Nachteil dieser
Systeme besteht darin, dass sie keine definierte Abrisskante der Materialbahn erzeugen.
Bei zu hohem Flächengewicht und zu hoher Reißfestigkeit des Materials sind diese Wechselsysteme
nicht mehr in der Lage, die Materialbahn auf den Leertambour aufzuführen.
[0009] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Wickelmaschine und ein Verfahren der eingangs
genannten Arten zu schaffen, mittels derer ohne großen konstruktiven Aufwand eine
zuverlässige Trennung und ein sicheres Überführen der laufenden Materialbahn auf einen
neuen Wickelkern gewährleistet werden.
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einer Wickelmaschine der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, dass die Wickelmaschine mindestens eine Trenneinrichtung zum Durchtrennen
der Materialbahn und/oder mindestens eine Aufbringeinrichtung zum Aufbringen der Materialbahn
auf den neuen Wickelkern mittels eines Fluids durch Überdruck und/oder Unterdruck
umfasst. Gemäß der Erfindung erfolgt im Walzennip zwischen der Tragtrommel und dem
Leertambour eine Trennung der Bahn oder einer Teilbahn von der Hüllfläche mindestens
einer Walze aus.
[0011] Die Vorteile der Erfindung bestehen darin, dass ein definiertes Reißen der Materialbahn
und ein sicheres Mitnehmen der Materialbahn durch den Leertambour erreicht wird. Nach
der Erfindung wird die Arbeitsbreite in der Aufrollung eines Wickels nicht begrenzt.
Die Erfindung zeichnet sich durch eine einfache Mechanik sowie durch eine einfache
Steuerungs- und Regeltechnik aus und ist daher wartungsarm. Der erfindungsgemäße Mechanismus
zum Überführen der Materialbahn auf einen neuen Wickelkern ist für verschiedene Typen
von Wickelmaschinen, beispielsweise für Tragtrommelroller, geeignet. Gemäß der Erfindung
sind keine gesonderten Aufführmittel erforderlich, so dass hierdurch keine Betriebskosten
entstehen, die durch das Einlegen, die Beschaffung, die Entsorgung, das Handling und
die Lagerung eines Aufführmittels entstehen. Auch Klebstoffreste des Aufführmittels
am Leertambour entfallen durch die Erfindung.
[0012] Es können keine Löcher in der Materialbahn entstehen, da keine unlöslichen Aufführmittel
in den Stoffkreislauf gelangen. Die Lagen der Materialbahn werden nicht zerdrückt,
da kein Aufführmittel vorhanden ist. Daraus resultiert durch die Erfindung ein geringst
möglicher Kernverlust der Materialbahn. Die Erfindung gewährleistet einen vollautomatischen
Betrieb ohne manuelle Eingriffe von Bedienpersonal.
[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass die Materialbahn mittels mindestens einer Trenneinrichtung durchtrennt
wird und dass die Materialbahn mittels eines Fluids durch Überdruck und/oder Unterdruck
auf den neuen Wickelkern aufgebracht wird.
[0014] Es ergeben sich hierbei die zuvor genannten erfindungsgemäßen Vorteile.
[0015] Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen.
[0016] Nachstehend wird die Erfindung in Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnungen näher
erläutert.
[0017] Es zeigen
- Figuren 1 bis 33:
- verschiedene Ansichten der Wickelmaschine im Querschnitt sowie des Wickelkerns und
der Tragtrommel im Längsschnitt oder im Querschnitt, teilweise in Ausschnitten.
[0018] Eine Materialbahn 1 (Fig. 1), die auf einen Leertambour 2 überführt werden soll,
wird zunächst über eine Tragtrommel 3 auf einen Volltambour 4 aufgewickelt. Da dieser
jedoch seinen maximalen Umfang erreicht hat, muss die Materialbahn 1 auf den Leertambour
2 aufgewickelt werden. Hierzu besitzt die Tragtrommel 3 eine Trenneinrichtung 5 und
eine Blaseinrichtung 6, die sich beide parallel zur Drehachse 3.1 der Tragtrommel
3 erstrecken oder spiralförmig unter einem Winkel α (Fig. 2, 3) zu der Drehachse 3.1
auf einem Mantel 3.2 der Tragtrommel 3 angeordnet sind.
[0019] Bei einem Tambourwechsel wird die Materialbahn 1, unmittelbar nachdem sie den Nip
zwischen dem Leertambour 2 und der Tragtrommel 3 durchlaufen hat, von der Trenneinrichtung
5 durchtrennt und dann von der Blaseinrichtung 6 auf den Leertambour 2 geblasen. Die
Blaseinrichtung 6 umfasst Löcher 9 in dem Mantel 3.2 der Tragtrommel 3. Die Löcher
9 sind in einer Reihe angeordnet und haben beispielsweise einen Abstand von 30 mm
zueinander. Unter den Löchern 9 befindet sich ein Hohlraum 10 (Fig. 6 - 8), der mit
Druckluft beaufschlagt wird und somit die Löcher 9 mit Blasluft versorgt. Der Druckluft
kann auch ein Anteil an Wasser zugesetzt sein.
[0020] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist die Trenneinrichtung 5 ebenfalls
auf der Tragtrommel 3 angeordnet, während keine Blaseinrichtung auf der Tragtrommel
3 vorhanden ist. Stattdessen weist der Leertambour 2 in seiner Außenhülle 2.2 Löcher
8 auf. Der Bereich des Leertambours 2, der mit den Löchern 8 ausgestattet ist, erstreckt
sich im Wesentlichen über die gesamte Materialbahnbreite A (Fig. 4, 5) und entlang
des Außendurchmessers des Leertambours 2 über die Breite B. Wenn die Trenneinrichtung
5 parallel zur Drehachse 3.1 angeordnet ist, verläuft entsprechend auch der Bereich
des Leertambours 2, der mit Löchern versehen ist, parallel zur Drehachse 2.1 (Fig.
4) des Leertambours 2. Wenn die die Trenneinrichtung 5 spiralförmig unter einem Winkel
α zu der Drehachse 3.1 verläuft, dann verläuft der Bereich des Leertambours, der mit
den Löchern 8 ausgestattet ist, ebenfalls spiralförmig und unter demselben Winkel
α zu der Drehachse 2.1 des Leertambours 2 (Fig. 5).
[0021] Der Leertambour 2 bildet bis auf die Löcher 8 und eine Öffnung in der Tambourkupplung,
das heißt im Bereich seiner Achszapfen, einen geschlossenen Hohlkörper. Alternativ
befindet sich unter den Löchern ein U-Profil 15, welches mit dem Tambourmantel 2.2
einen Hohlraum 16 bildet (Fig. 5). Der Hohlraum 16 ist über eine Leitung mit der Öffnung
in der Tambourkupplung verbunden. Die Öffnung in der Tambourkupplung befindet sich
in der Drehachse 2.1. Ein Primärhebel verfügt über eine abgedichtete Kupplung, welche
die Öffnung in der Tambourkupplung mit einer Vakuumpumpe oder einem Saugzylinder verbinden
kann. Verfügt der Leertambour 2 über einen Primärzentrumsantrieb, so ist diese Kupplung
in der einrückbaren Zahnkupplung des Primärzentrumsantriebs integriert.
[0022] Bei einem Tambourwechsel wird in dem Leertambour 2 beziehungsweise in dem Hohlraum
16 mittels einer Vakuumpumpe oder eines Saugzylinders ein starker Unterdruck erzeugt.
Dies geschieht, bevor die Löcher 8 in dem Tambourmantel 2.2 den Nip zwischen der Tragtrommel
3 und dem Leertambour 2 durchlaufen haben. Dann durchläuft zuerst die Trenneinrichtung
5 der Tragtrommel 3 den Nip zwischen der Tragtrommel 3 und dem Leertambour 2 und durchtrennt
die Materialbahn 1. Sofort, nachdem die Trenneinrichtung 5 den Nip durchlaufen hat,
folgt der mit den Löchern 8 versehene Bereich des Leertambours 2, durchläuft den Nip
und saugt über die Löcher 8 die durch die Trenneinrichtung 5 abgetrennte Materialbahn
1 an und führt diese somit auf den Leertambour 2 auf.
[0023] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung (Fig. 13) besitzt die Tragtrommel 3
eine Blaseinrichtung 21 und eine Saugeinrichtung 25, die beide an dem Mantel 3.2 der
Tragtrommel 3 befestigt sind und parallel zur Drehachse 3.1 der Tragtrommel 3 verlaufen
(Fig. 14) oder spiralförmig unter einem Winkel α zu der Drehachse 3.1 angeordnet sind
(Fig. 15). Die Blaseinrichtung 21 umfasst Löcher 22 in dem Mantel 3.2 (Fig. 12). Die
Löcher 22 sind in einer Reihe entlang der Blaseinrichtung 21 angeordnet und haben
beispielsweise einen Abstand von etwa 20 mm zueinander. Unter den Löchern 22 befindet
sich ein U-Profil 23, das mit dem Mantel 3.2 einen Hohlraum 24 bildet (Fig. 12, 13).
Wenn dieser Hohlraum mit Druckluft beaufschlagt wird, bläst Luft durch die Löcher
22 aus dem Mantel 3.2 heraus. Alternativ hat die Blaseinrichtung Wasserstrahldüsen
anstelle der Löcher 22 und des Hohlraums 24. Aus den Wasserstrahldüsen wird Wasser
oder Wasserdampf, generell ein Fluid geblasen. Die Saugeinrichtung wird von Unterdruckdüsen
oder von Löchern 26 im Mantel 3.2 der Tragtrommel 3 gebildet (Fig. 12). Die Unterdruckdüsen
oder die Löcher 26 sind in einer Reihe entlang der Saugeinrichtung 25 angeordnet und
haben beispielsweise einen Abstand von etwa 20 mm zueinander. Unter den Löchern befindet
sich ein U-Profil 27, das mit dem Mantel 3.2 einen Hohlraum 28 bildet. Wird dieser
Hohlraum 28 von einer Vakuumpumpe besaugt, so wird Luft durch die Unterdruckdüsen
26 in den Hohlraum 26 gesaugt. Beim Tambourwechsel wird die Materialbahn 1 bereits,
bevor sie den Nip zwischen dem Leertambour 2 und der Tragtrommel 3 durchlaufen hat,
von der Saugeinrichtung 25 angesaugt. Verlaufen die Blas- und die Saugeinrichtung
parallel zu der Drehachse 3.1 (Fig. 14), dann wird die Blaseinrichtung 21 unmittelbar,
nachdem sie den Nip durchlaufen hat, aktiviert. Dabei wird die Materialbahn 1 von
der Saugeinrichtung 25 auf dem Mantel 3.2 gehalten und gleichzeitig durch den Luftstrahl
der Blaseinrichtung 21 durchtrennt und dann auf den Leertambour 2 geblasen.
Alternativ wird das U-Profil 23 unter den Löchern 22 weggelassen. In dieser Ausführungsform
bildet die zylindrische Tragtrommel 3 den Hohlraum. Wird der Hohlraum mit Druckluft
beaufschlagt, so bläst Luft durch die Löcher 22 aus dem Mantel 3.2 heraus.
In weiterer Ausgestaltung können die Löcher 22 der Blaseinrichtung 21 beziehungsweise
Saugeinrichtung 25 auch unter einem Winkel β zum Mantel 3.2 der Tragtrommel 3 angeordnet
sein, wobei der Winkel β dabei einen Wert kleiner 90° annimmt (Fig. 32). Dies hat
den Vorteil, dass die Löcher 22 unter dem Winkel β direkt in die Richtung der Rissverlaufs
blasen. Dadurch wird dem Rissverlauf die Richtung der Lochreihe gegeben.
Weiterhin haben die Blas- und die Saugeinrichtung 21, 25 an wenigstens einer Stirnseite
eine Öffnung 57, die mit einer am Primärarm der Wickelmaschine angebrachten Luftzuführleitung
58 verbindbar ist (Fig. 33). Zwischen der Stirnseite und der Luftzuführleitung 58
besteht ein Spalt von etwa 0,1 mm. Alternativ kann der Spalt auch von einer Dichtung
abgedichtet sein. Beim Tambourwechsel wird die Luftzuführleitung 58 mit Druckluft
beaufschlagt. Sobald sich die Öffnung 57 der Einrichtung 21, 25 nach dem Durchlaufen
des Nips über der Zuführleitung 58 befindet, strömt die Druckluft der Luftzuführleitung
durch die Öffnung in die Einrichtungen 21, 25. Die Druckluft bläst nun durch die Löcher
22 und durchtrennt somit die Materialbahn 1.
[0024] Verlaufen die Blas- und die Saugeinrichtung spiralförmig unter einem Winkel α zur
Drehachse 3.1 (Fig. 15), dann werden die Löcher 22 der Blaseinrichtung 21 einzeln
mit Druck beaufschlagt, das heißt jedes Loch 22 verfügt über eine eigene Druckluftversorgung.
Die einzelnen Löcher 22 werden über Ventile geschaltet oder über eine Drehdurchführung
(Fig. 16). Die Drehdurchführung verfügt über einen feststehenden inneren Ring 30 mit
einer Bohrung 30.1 und mit einer Druckluftversorgung 33 sowie über einen äußeren Ring
31 mit mehreren Bohrungen 31.1, an welche die Druckluftleitungen 32 zu den einzelnen
Löchern 22 angeschlossen sind. Der äußere Ring 31 dreht sich mit der Tragtrommel 3
mit. Je nach Winkelstellung der Tragtrommel 3 überlagert sich die Bohrung 30.1 mit
einer Bohrung 31.1 und verbindet somit die Druckluftleitung 32 zu einem Loch 22 mit
der Druckluftversorgung 33. Sobald ein Loch 22 den Nip zwischen dem Leertambour 2
und der Tragtrommel 3 durchlaufen hat, wird es mit Druck beaufschlagt, bläst somit
Luft zwischen die Materialbahn 1 und den Mantel 3.2 und durchtrennt dabei die Materialbahn
1, so dass diese auf den Leertambour 2 aufgeblasen wird.
[0025] In einer weiteren Variante der Erfindung verläuft die Trenneinrichtung 5 parallel
zu der Drehachse 3.1 (Fig. 2) oder spiralförmig unter einem Winkel α zu der Drehachse
3.1 (Fig. 3). Die Trenneinrichtung 5 in der Tragtrommel 3 weist Löcher 11 (Fig. 6)
in dem Mantel 3.2 auf. Die Löcher 11 sind in einer Reihe entlang der Trenneinrichtung
5 angeordnet und haben jeweils einen Abstand von etwa 10 mm zueinander. Unter den
Löchern 11 befinden sich Hohlräume 12. Unter jeweils einer Gruppe 14 von etwa dreißig
Löchern 11 befindet sich jeweils ein Hohlraum 12 (Fig. 9, 10). Unter der nächsten
Gruppe 14 von Löchern befindet sich jeweils ein anderer Hohlraum 12, usw.. Beim Tambourwechsel
werden die Hohlräume 12 nacheinander mit Druckluft beaufschlagt. Dadurch erzeugen
die Gruppen 14 von Löchern Luftstrahlen, die die Materialbahn 1 stückweise von der
Führerseite FS zur Antriebsseite TS zerrissen.
[0026] In einer anderen Variante verläuft die Trenneinrichtung 5 parallel zur Drehachse
3.1 (Fig. 2). Die Trenneinrichtung 5 ist als schmaler Schlitz von etwa 0,2 mm Breite
in dem Mantel 3.2 ausgebildet (Fig. 7). Unter dem Schlitz 13 befindet sich ein Hohlraum
12. Beim Tambourwechsel wird der Hohlraum 12 mit Druckluft beaufschlagt, dadurch entsteht
in dem Schlitz 13 ein Luftstrahl, der die Materialbahn 1 auf ihrer gesamten Materialbahnbreite
A zerreißt. Alternativ können sich zusätzlich rechts und links der Trenneinrichtung
5 Unterdruckdüsen 17 befinden, die nur während des Trennvorgangs besaugt werden.
[0027] In einer weiteren Variante verläuft die Trenneinrichtung 5 parallel zu der Drehachse
3.1 der Tragtrommel 3. Die Trenneinrichtung 5 umfasst einen Schlitz 13 von etwa 2
mm Breite in dem Mantel 3.2 (Fig. 7). Unter dem Schlitz 13 befindet sich der Hohlraum
12. Beim Tambourwechsel wird in dem Hohlraum 12 schlagartig ein Unterdruck erzeugt
(z. B. durch ein schnelles Zurückziehen eines Kolbens in einer Kolben-Zylinder-Einheit),
welcher die Materialbahn 1 entlang des Schlitzes 13 auf ihrer ganzen Materialbahnbreite
A zerreißt.
[0028] In einer anderen Variante funktioniert die Trenneinrichtung nach Art einer Pausmaschine
für Zeichnungen. Ein etwa 1 mm starkes Seil liegt in einer Nut etwa 5 mm innerhalb
des Außendurchmessers der Tragtrommel 3. Beim Trennvorgang spannen zwei Hebel, jeweils
einer auf der Führerseite FS und einer auf der Antriebsseite TS außerhalb der Materialbahnbreite
A, das Seil etwa 5 mm über den Außendurchmesser der Tragtrommel 3, so dass es in die
Lauffläche der Materialbahn 1 hineinragt und diese entlang des Seils abreißt.
[0029] In einer weiteren Variante verläuft die Trenneinrichtung 5 parallel zu der Drehachse
3.1 (Fig. 2). Die Trenneinrichtung 5 hat in einer Nut in dem Mantel 3.2 ein bahnbreites
Messer. In der Grundstellung befindet sich das komplette Messer in der Nut verborgen
und ragt nicht über den Außendurchmesser der Tragtrommel 3 hinaus. Beim Trennvorgang
schnellt das Messer blitzschnell aus der Nut hervor und zertrennt dabei die Materialbahn
1.
[0030] In einer anderen Ausführungsform der Erfindung weist die Trenneinrichtung 5 eine
Luft- oder Wasserdüse auf, die auf einem Schlitten entlang der Trenneinrichtung 5
traversiert. Die Düse, der Schlitten und die Schlittenführung befinden sich in einer
Nut des Mantels 3.2. Beim Trennvorgang fährt die Düse von der Führerseite FS der Trenneinrichtung
auf die Antriebsseite TS der Trenneinrichtung und durchtrennt dabei die Materialbahn
1 (Fig. 2, 3). Alternativ zu einer Düse fährt auf dem Schlitten ein Trennmesser mit,
das die Materialbahn 1 zertrennt. Alternativ können sich zusätzlich rechts und links
der Trenneinrichtung 5 Unterdruckdüsen 17 befinden, die nur während des Trennvorgangs
besaugt werden.
[0031] Der Schlitten samt der Düse beziehungsweise dem Messer wird über einen Pneumatikzylinder
angetrieben, oder der Schlitten ist an sich ein Kolben 18, der in einer kreisrunden
Nut 20 über Luftdruck angetrieben wird, wie er in Fig. 11 dargestellt ist. An dem
Kolben 18 ist ein Messer 19 befestigt. Zum Beschleunigen des Kolbens 18 wird auf der
Führerseite FS Luft in die Nut 20 geblasen. Ist der Kolben 18 auf der Antriebsseite
TS angelangt, wird er durch ein Luftpolster in der Nut 20 abgebremst.
[0032] Alternativ wird der Schlitten samt der Düse beziehungsweise dem Messer wie in einer
Webmaschine angetrieben. Das heißt der Schlitten wird wie der Reiter in der Webmaschine
über Hebel auf der Führerseite FS und der Antriebsseite TS der Trenneinrichtung 5
zwischen der Führer- und der Antriebsseite TS hin - und hergeschossen.
[0033] In einer weiteren Alternative ist der Schlitten samt der Düse beziehungsweise dem
Messer auf einer umlaufenden Kette befestigt, die über einen Luftmotor angetrieben
wird. Alternativ hierzu besitzt die Trenneinrichtung 5 mehrere Schlitten. Anstelle
eines einzigen Schlittens, der mit der auf ihm befestigten Düse oder dem Messer den
gesamten Weg von der Führerseite FS zur Antriebsseite TS zurücklegt, befinden sich
mehrere Schlitten mit einer Düse beziehungsweise einem Messer hintereinander in der
Trenneinrichtung 5. Beim Trennvorgang bewegen sich alle Schlitten mit den auf ihnen
befestigten Düsen beziehungsweise Messern gleichzeitig und zertrennen so die Materialbahn
1. Somit wird die Materialbahn 1 bei gleicher Schnittgeschwindigkeit in kürzerer Zeit
zertrennt.
[0034] In einer weiteren Variante der Trenneinrichtung 5 besitzt diese Wasserstrahldüsen,
die fest in einer Nut in dem Mantel 3.2 in einer Reihe angeordnet sind. Sie haben
jeweils einen Abstand von etwa 10 mm zueinander. Die Wasserstrahldüsen erzeugen einen
fächerförmigen Wasserstrahl von etwa 10 mm Breite, so dass alle Wasserstrahlen der
Wasserstrahldüsen zusammengenommen einen geschlossenen Wasserstrahl bilden, der sich
entlang der Trenneinrichtung 5 über die komplette Materialbahnbreite A erstreckt.
Alternativ erzeugen die Wasserstrahldüsen einen punktförmigen Strahl und sind in Richtung
der Nutachse schwenkbar, so dass alle Wasserstrahldüsen zusammengenommen einen Schnittbereich
über die gesamte Materialbahnbreite A haben.
[0035] In einer anderen Variante verläuft die Trenneinrichtung 5 parallel zu der Drehachse
3.1 (Fig. 2). Die Trenneinrichtung 5 in der Tragtrommel 3 umfasst Löcher 11 in dem
Mantel 3.2 der Tragtrommel 3 (Fig. 6). Die Löcher 11 sind in einer Reihe entlang der
Trenneinrichtung 5 angeordnet und haben jeweils einen Abstand etwa 10 mm zueinander.
Unter den Löchern 11 befindet sich ein Hohlraum 12. Beim Wechsel wird der Hohlraum
12 mit Druckluft beaufschlagt. Der hohe Luftdruck stammt vorzugsweise von einem Druckspeicher.
Dadurch erzeugen die Löcher 11 einen Luftstrahl, der die Materialbahn 1 auf der gesamten
Materialbahnbreite A zerreißt. Damit die Materialbahn 1 während des Trennvorgangs
nicht von dem Mantel 3.2 abhebt, können sich zusätzlich rechts und links der Trenneinrichtung
5 Unterdruckdüsen 17 befinden. Diese sind nur während des Trennvorgangs besaugt. Nach
dem Zertrennen der Materialbahn 1 werden die Unterdruckdüsen 17 abgeschaltet und das
Aufblasen der Materialbahn 1 erfolgt durch die Blaseinrichtung 6. Alternativ erfolgt
das Aufblasen der Materialbahn 1 durch die Luftstrahlen der Löcher 11 der Trenneinrichtung
5. In diesem Fall befinden sich links der Trenneinrichtung 5 keine Unterdruckdüsen
17 und die Blaseinrichtung 6 ist ebenso überflüssig.
[0036] In einer weiteren Variante verläuft die Trenneinrichtung 5 wieder parallel zur Drehachse
3.1 (Fig. 2). Die Trenneinrichtung 5 weist in diesem Fall eine Klappe 40 in dem Mantel
3.2 auf, die einen Hohlraum 41 bildet und auf ihrer Oberseite Löcher 42 hat (Fig.
17, 18). Der Hohlraum 41 ist über Leitungen mit einer Vakuumpumpe oder einem Saugzylinder
oder einem Unterdruckspeicher verbunden. Befindet sich die Vakuumpumpe außerhalb der
Tragtrommel 3, so haben die Leitungen eine Drehdurchführung durch die Lagerung der
Tragtrommel 3. Kurz vor dem Tambourwechsel wird mittels der Vakuumpumpe in dem Hohlraum
41 ein Unterdruck erzeugt. Dadurch wird die Materialbahn 1 durch die Löcher 42 angesaugt
(Fig. 17). Beim anschließenden Trennvorgang wird die Klappe 40 eingeschwenkt, so dass
die an der Klappe 40 angesaugte Materialbahn 1 entlang einer Abriss- oder Reißkante
43 abreißt (Fig. 18).
[0037] Bei einer anderen Ausgestaltung der Erfindung (Fig. 19) hat der Leertambour 2 Löcher
44 in seiner Außenhülle. Der Bereich des Leertambours 2, der gelocht ist, erstreckt
sich parallel zur Tambourdrehachse 2.1 etwa bis auf die Materialbahnbreite A (Fig.
20) und entlang des Außendurchmessers des Leertambours 2 über die Breite B (Fig. 19,
20). Alternativ verläuft der Bereich des Leertambours 2, der gelocht ist, spiralförmig
unter einem Winkel α zur Tambourdrehachse 2.1 (Fig. 21). Der Leertambour 2 bildet
bis auf die Löcher 44 und eine Öffnung in der Tambourkupplung einen geschlossenen
Hohlkörper 45. Alternativ befindet sich unter den Löchern 44 ein U-Profil 46, welches
mit dem Tambourmantel einen Hohlkörper 47 bildet. Dieser Hohlkörper 47 ist über eine
Leitung mit einer Öffnung in der Tambourkupplung verbunden. Die Öffnung in der Tambourkupplung
befindet sich in der Tambourdrehachse 2.1. Ein Primärhebel, der zu einer an sich aus
der WO 98/52858 A1 bekannten Zuführeinrichtung zum Zuführen des Leertambours in die
Wickelmaschine gehört, verfügt über eine abgedichtete Kupplung, welche die Öffnung
in der Tambourkupplung mit einer Vakuumpumpe, oder einem großen Saugzylinder verbinden
kann. Verfügt der Leertambour 2 über einen Primärzentrumsantrieb, so ist diese Kupplung
in der einrückbaren Zahnkupplung des Primärzentrumsantriebes integriert.
[0038] Zu Beginn des Tambourwechsels wird im Hohlkörper 45 beziehungsweise im Hohlkörper
47 mi ttels der Vakuumpumpe oder mittels des Saugzylinder s ein starker Unterdruck
erzeugt. Durchlaufen nun die Löcher 44 den Nip zwischen der Tragtrommel 3 und dem
Leertambour 2, so saugt der Unterdruck im Hohlkörper 45 beziehungsweise 47 über die
Löcher 44 die Materialbahn 1 an. Der Unterdruck, der auf die Materialbahn 1 wirkt,
ist so groß, dass die Materialbahn 1 beim Verlassen des Nips von den Löchern 44 im
Leertambour 2 mitgenommen wird und entlang der Löcher 44 abreißt.
[0039] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist ein ortsfest, beispielsweise in
Verbindung mit der Lagerung der Tragtrommel 3, gelagertes U-Profil 48 (Fig. 22) vorhanden,
das auf einem Träger 49 befestigt ist. Zwischen dem U-Profil 48 und dem Innendurchmesser
der Tragtrommel 3 befindet sich nur ein kleiner Spalt von etwa 0,5 mm. Der Tragtrommelmantel
3.2 ist mit Löchern 50 versehen.
[0040] Fig. 23 zeigt einen Schnitt durch die Tragtrommel 3 . Der Lagerzapfen der Tragtrommel
3 hat eine Bohrung durch seine Drehachse. Diese Drehachse entspricht der Drehachse
3.1 der Tragtrommel 3. Der Träger 49 geht durch diese Bohrung hindurch und ist mit
dem Lagergehäuse der Tragtrommellagerung 56 fest verbunden. Damit dreht sich der Träger
49 samt dem U-Profil 48 nicht mit der Tragtrommel 3 mit, sondern bleibt an seiner
Position in der Tragtrommel 3 stehen, und zwar unmittelbar hinter dem Nip, den die
Tragtrommel 3 und der Leertambour 2 in Wechselposition miteinander bilden. Alternativ
ist der Träger 49 fest, oder über Hebel, oder Stangen mit dem Primärarm der Zuführvorrichtung
verbunden. Somit ist das U-Profil 48 immer an der gleichen Stelle nach dem Nip, unabhängig
von der Position des Primärarms. Eine Pneumatikleitung ist im Träger 49 verlegt, führt
durch den Lagerzapfen der Tragtrommelachse 3.1 und die Tragtrommellagerung 56 und
verbindet das U-Profil 48 mit der Druckluftversorgung der Wickelmaschine. Sobald sich
die Löcher 50 der Tragtrommel 3 über dem U-Profil 5 befinden, kann die Druckluft,
die sich im U-Profil 48 befindet, durch die Löcher 50 der Tragtrommel 3 entweichen.
Da sich die Tragtrommel 3 bewegt, werden immer nur die Löcher 50 der Tragtrommel 3
mit Druckluft durchblasen, die sich gerade über dem U-Profil 48 befinden.
[0041] Beim Tambourwechsel wird die Materialbahn 1 in der Mitte der Bahnbreite A, wie beim
Gooseneck-Verfahren, mit einer Einrichtung, insbesondere einer Nadel, in bekannter
Weise eingeschlagen. Dies geschieht, bevor die Materialbahn 1 über die Tragtrommel
3 läuft. Anschließend wird das U-Profil 48 mit Druckluft beaufschlagt. Der von der
Nadel eingeschlagene Riss in der Materialbahn 1 durchläuft anschließend den Nip zwischen
der Tragtrommel 3 und dem Leertambour 2. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich Löcher
50.1 in der Mitte der Tragtrommel 3 oberhalb des U-Profils 48 (Fig. 24). Sie werden
von Luft durchblasen und zerreißen durch den erzeugten Luftstrahl die Materialbahn
1 an der Stelle, die von der Nadel eingeschlagen wurde. Die Materialbahn 1 und die
Tragtrommel 3 und somit auch die Löcher 50 bewegen sich weiter. Der Riss in der Materialbahn
1 wird entlang des Verlauf s von Löcher n 50.2 im Mantel der Tragtrommel 3 weitergerissen
und verläuft zur Bildung des neuen Bahnanfangs von der Mitte aus V-förmig zu den Rändern
der Materialbahn 1 (Fig. 25 ). Gleichzeitig wird das aus der Materialbahn 1 herausgerissene
V-förmige Stück der Materialbahn 1 durch den Luftstrahl, der durch die Löcher 50.2
und 50.3 geht, auf den Leertambour 2 geblasen und auf diesen aufgeführt. Dieser Vorgang
setzt sich fort, bis die gesamte Materialbahn 1 auf den Leertambour 2 aufgeführt ist.
[0042] Alternativ wird die Materialbahn 1 nicht mit der Nadel eingeschlagen. In diesem Fall
wird die Materialbahn beim Durchlaufen des Nips zwischen Tragtrommel 3 und Leertambour
2 von der Luft zerrissen, die durch die Löcher 50.1 strömt, welche sich gerade oberhalb
des U-Profils 48 befinden.
[0043] Bei einer weiteren Alternative wird die Materialbahn 1 ebenfalls nicht mit einer
Nadel eingeschlagen. In diesem Fall wird die Materialbahn 1 mittels der Druckluftstrahlen,
die die Löcher 50 im Mantel der Tragtrommel 3 durchströmen, zuerst von den Materialbahnrändern
her durchrissen (Fig. 26). In ihrem weiteren Verlauf erzeugen die Löcher 50, die gerade
über dem U-Profil 48 stehen, Risse in der Materialbahn 1, und zwar von den Rändern
zur Mitte der Materialbahn 1 hin. Gleichzeitig wird das aus der Materialbahn 1 heraus
gerissene Stück durch die Luftstrahlen, die durch die Löcher 50 und die Löcher 50.3
gehen, auf den Leertambour 2 geblasen und auf diesen aufgeführt.
[0044] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass der gesamte Tragtrommelmantel
gelocht ist. Die Löcher 50 haben einen Abstand von etwa 40 mm zueinander. Hierbei
ist eine Luftdüse 51 (Fig. 27) von etwa 50 mm Durchmesser auf einem Schlitten 52 befestigt,
welcher auf dem Träger 49 über die gesamte Breite der Tragtrommel 3 traversieren kann.
Dabei hat die Öffnung der Düse 51 immer einen Spalt von etwa 0,5 mm zum Innendurchmesser
der Tragtrommel 3. Der Schlitten ist, z. B. über einen Pneumatikzylinder, angetrieben.
[0045] Wie in der anhand von Fig. 23 dargestellten Variante hat der Lagerzapfen der Tragtrommelachse
3.1 eine Bohrung durch seine Drehachse. Der Träger 49 geht durch diese Bohrung hindurch
und ist mit dem Lagergehäuse der Tragtrommellagerung 56 fest verbunden. Damit dreht
sich der Träger 49, ebenso wie der Schlitten 52 und die Düse 51 nicht mit der Tragtrommel
3 mit, sondern bleibt an einer Position in der Tragtrommel 3 stehen und zwar direkt
nach dem Nip der Tragtrommel 3 und des Leertambours 2 in der Wechselposition. Von
der Düse 51 führt eine Pneumatikleitung durch den Träger 49 und durch die Tragtrommellagerung
56 und verbindet die Düse 51 mit der Druckluftversorgung der Wickelmaschine.
[0046] In der Ausgangsposition des Wechselvorgangs befindet sich die Düse 51 auf der Führerseite
FS außerhalb der Materialbahnbreite A (Fig. 28). Beim Start des Wechselvorgangs wird
die Düse 51 mit Luftdruck beaufschlagt, und Luftstrahlen blasen durch die Löcher 50
in der Tragtrommel 3, welche sich über der Luftdüse 51 befinden. Nun wird die Luftdüse
51 über den Schlitten 52 in Richtung zur Antriebsseite TS bewegt. Erreicht die Düse
51 die Materialbahn 1, so durchtrennen die Luftstrahlen, die von der Luftdüse 51 erzeugt
werden, die Materialbahn 1 und blasen diesen abgetrennten Teil der Materialbahn 1
auf den Leertambour 2. Der Wechsel ist beendet, wenn die Luftdüse 51 die ganze Materialbahn
1 von der Führerseite FS bis zur Antriebsseite TS durchtrennt hat und die Materialbahn
1 vollständig auf den Leertambour 2 geblasen beziehungsweise aufgeführt ist. Alternativ
kann sich auf dem Schlitten 52 hinter der Luftdüse 51, in Fahrtrichtung der Luftdüse
51, eine zweite Luftdüse befinden, die das Aufblasen des abgetrennten Teils der Materialbahn
1 auf den Leertambour 2 unterstützt.
[0047] In einer anderen Variante ist vorgesehen, dass ein zusätzlicher zwei ter Schli tten
53 (Fig. 29) mit einer Luftdüse 54 vorhanden ist. Beim Tambourwechsel wird die Materialbahn
1 in der Mitte der Bahnbreite A, wie beim Gooseneck-Verfahren, mit einer Nadel eingeschlagen.
Dies geschieht, bevor die Materialbahn 1 auf die Tragtrommel 3 läuft. Anschließend
werden die Luftdüsen 51, 54 mit Druckluft beaufschlagt. Der von der Nadel eingeschlagene
Riss in der Materialbahn 1 durchläuft anschließend den Nip zwischen der Tragtrommel
3 und dem Leertambour 2. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Luftdüsen 51, 54 in
der Mitte der Tragtrommel 3 (Fig. 29). Sie werden von Luft durchblasen und zerreißen
durch den erzeugten Luftstrahl die Materialbahn 1 an der Stelle, die von der Nadel
eingeschlagen wurde. Anschließend fahren die beiden Luftdüsen 51, 54 auseinander,
das heißt die Luftdüse 51 fährt auf der Führerseite FS und die Luftdüse 54 fährt auf
die Antriebsseite TS. Dabei durchtrennen sie, wie in einer oben dargestellten Variante,
die Materialbahn 1 und blasen diese auf den Leertambour 2.
[0048] Eine weitere Variante entspricht der obigen, anhand der Fig. 27 und 29 dargestellten,
Variante. Allerdings wird in dieser Variante die Materialbahn nicht von einer Nadel
eingeschlagen. Die Materialbahn wird allein durch den Luftstrom durchtrennt.
[0049] Eine weitere Variante (Fig. 30, 31) entspricht den anhand der Figuren 27 - 29 dargestellten
Varianten. Gemäß dieser Variante hat der Schlitten 52 für die Luftdüse 51 beziehungsweise
54 keinen Antrieb. Im Innendurchmesser der Tragtrommel 3 ist eine Schiene 55 angebracht
(Fig. 30, 31). Beim Tambourwechselstart befindet sich die Luftdüse 51 am Ende des
Trägers 48 auf der Führerseite FS. Nun wird die Luftdüse 51 mit Druckluft beaufschlagt
und mittels eines kurzhubigen Antriebes, z.B. eines Zylinders oder eines Luftbalgs
aus Gummi, in den Eingriffsbereich der Schiene 55 gebracht. Sobald die mit der Tragtrommel
3 rotierende Schiene 55 die Luftdüse 51 erreicht, wird diese von der Schiene 55 mitgenommen
und bewegt sich somit bis ans andere Ende des Trägers 48 auf die Antriebsseite TS.
Die Luftdüse 51 wird anschließend mittels eines Gummibandes oder Feder oder einer
zweiten Schiene mit umgekehrter Steigung wie die dargestellte Schiene 55 wieder in
die Ausgangsposition auf der Führerseite FS gebracht.
[0050] Alternativ besitz die Tragtrommel 3 zwei mit der Tragtrommel 3 rotierende Schienen
55 (Fig. 31). Diese verlaufen jeweils von der Materialbahnmitte zum Materialbahnrand.
Somit traversieren die Luftdüsen 51, 52 von der Mitte der Materialbahn zu den Materialbahnrändern,
zertrennen diese und blasen diese auf den Leertambour 2 auf.
[0051] In weiteren Varianten kann die Trenneinrichtung auch einen bekannten Querbalken mit
Wasserstrahldüsen aufweisen, der vor dem Nip zwischen Tragtrommel und Leertambour
einen Streifen aus der Materialbahn schneidet.
[0052] Dieser geschnittene Streifen wird mittels des Fluids durch die Löcher in der TT geblasen
und anschließend auf den Leertambour aufgeführt. Dabei hat der Bereich der Löcher,
durch den das Fluid geblasen wird, etwa die Breite des Streifens, welcher aus der
Materialbahn geschnitten wird. Danach werden die Wasserstrahldüsen "breit" gefahren
und die Materialbahn vollständig durchtrennt.
[0053] Der geschnittene Streifen kann aber auch mittels den beschriebenen Blasbeziehungsweise
Saugeinrichtungen auf den Leertambour aufgeführt werden . Dabei haben die Trenn- beziehungsweise
Blas- beziehungsweise Saugeinrichtungen etwa die Breite des Streifens, welcher aus
der Materialbahn geschnitten wird. Danach werden die Wasserstrahldüsen wiederum "breit
" gefahren und die Materialbahn somit vollständig durchtrennt.
[0054] Alternativ kann der geschnittene Streifen auch mittels saugender Löcher, die sich
im Leertambour befinden, auf den Leertambour aufgeführt werden. Dabei hat die Saugzone
mit den Löchern etwa die Breite des Streifens, welcher aus der Materialbahn geschnitten
wird. In bekannter Weise werden danach die Wasserstrahldüsen "breit" gefahren und
die Materialbahn somit vollständig durchtrennt.
[0055] Der Streifen, der vor dem Nip aus der Materialbahn geschnitten wird, kann auch bereits
vor dem Nip teilweise getrennt werden. Die teilweise Trennung des Streifens kann beispielsweise
durch eine Nadel wie beim Gooseneck oder durch Wasserstrahldüsen erfolgen.
[0056] Weiterhin können die Blaseinrichtung, die Trenneinrichtung, das U-Profil und die
Löcher nicht spiralförmig auf dem Leertambour beziehungsweise der Tragtrommel verlaufen,
sondern sie können in Bahnlaufrichtung v-förmig von der Rollenmitte nach außen zu
den Materialbahnrändern hin oder in Bahnlaufrichtung v-förmig von außen, das h eißt
von den Materialbahnrändern, zur Rollermitte hin verlaufen . Damit erhält man einen
symmetrischen Bahnanfang auf dem neu gewickelten Tambour. Ein karottenförmiger Bahnanfang,
wie er beim spiralförmigen Anwickeln entsteht, wird somit verhindert.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 1
- Materialbahn
- 2
- Leertambour oder Wickelkern
- 2.1
- Drehachse des Leertambours
- 2.2
- Mantel des Leertambours (Außenhülle)
- 3
- Tragtrommel
- 3.1
- Drehachse der Tragtrommel
- 3.2
- Mantel der Tragtrommel
- 4
- Volltambour
- 5
- Trenneinrichtung
- 6
- Blaseinrichtung
- 7
- Löcher
- 7.1
- Löcher
- 7.2
- Löcher
- 7.3
- Löcher
- 8
- Löcher
- 9
- Löcher
- 10
- Hohlraum
- 11
- Löcher
- 12
- Hohlraum
- 13
- Schlitz
- 14
- Gruppe von Löchern
- 15
- U-Profil
- 16
- Hohlraum
- 17
- Unterdruckdüsen
- 18
- Kolben
- 19
- Messer
- 20
- Nut
- 21
- Blaseinrichtung
- 22
- Löcher
- 23
- U-Profil
- 24
- Hohlraum
- 25
- Saugeinrichtung
- 26
- Unterdruckleisten
- 27
- U-Profil
- 28
- Hohlraum
- 30
- Innerer Ring
- 30.1
- Bohrung
- 31
- Äußerer Ring
- 31.1
- Bohrung
- 32
- Druckluftleitung
- 33
- Druckluftversorgungsleitung
- 40
- Klappe
- 41
- Hohlraum
- 42
- Löcher
- 43
- Abrisskante
- 44
- Löcher
- 45
- Hohlkörper
- 46
- U-Profil
- 47
- Hohlkörper
- 48
- U-Profil
- 49
- Träger
- 50
- Löcher
- 50.1
- Löcher
- 50.2
- Löcher
- 51
- Luftdüse
- 52
- Schlitten
- 53
- Schlitten
- 54
- Luftdüse
- 55
- Schiene
- 56
- Tragtrommellagerung
- 57
- Öffnung
- 58
- Zuführleitung
- A
- Materialbahnbreite
- B
- Breite
- FS
- Führerseite
- TS
- Triebseite
- α
- Winkel
- β
- Winkel
1. Wickelmaschine zum Überführen einer laufenden Materialbahn (1), insbesondere einer
Papier- oder Kartonbahn, auf einen mit einer Tragtrommel oder Wickelwalze (3) einen
Nip bildenden neuen Wickelkern, vorzugsweise auf einen Leertambour (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Trenneinrichtung (5) zum Durchtrennen der Materialbahn (1) und mindestens
eine Aufbringeinrichtung (6) zum Aufbringen der Materialbahn (1) auf den neuen Wickelkern
(2) mittels eines Fluids durch Überdruck und/oder Unterdruck umfasst.
2. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wickelmaschine in dem Wickelkern (2) wenigstens eine Saugeinrichtung zum Ansaugen
der Materialbahn (1) von der Tragtrommel (3) aufweist, wobei die Saugeinrichtung als
Trenneinrichtung zum Durchtrennen der Materialbahn (1) und/oder als Aufbringeinrichtung
zum Aufbringen der Materialbahn (1) auf den Wickelkern (2) fungiert.
3. Wickemaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wickelkern (2) Löcher (44) oder eine durchgehende Nut in seinem äußeren Mantel
(2.2) aufweist, über die die Materialbahn (1) ansaugbar ist.
4. Wickelmaschine nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wickelkern (2) entweder als ganzer einen Hohlkörper (45) bildet oder dass unterhalb
der Löcher (44) oder der Nut ein U-Profil (46) verläuft, das als Hohlkörper ausgebildet
ist, wobei der Hohlkörper (45, 46) mit einer Vakuum- oder Unterdruckquelle verbunden
ist.
5. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) und/oder die als eine Blaseinrichtung (6, 21) ausgebildete
Aufbringeinrichtung innerhalb der Tragtrommel (3) ausgebildet sind.
6. Wickelmaschine nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung als Saugeinrichtung (25) ausgebildet ist.
7. Wickelmaschine nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Blaseinrichtung (6, 21) im Mantel (3.2) der Tragtrommel (3) in einer Reihe angeordnete
Löcher (9, 22) umfasst, die mit einem Hohlraum (10, 24) im Inneren der Tragtrommel
(3) oder mit dem durch den gesamten Innenraum der Tragtrommel (3) gebildeten Hohlraum
(10, 24) in Verbindung stehen, der seinerseits mit einer Druckquelle in Verbindung
steht.
8. Wickelmaschine nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Blaseinrichtung (6, 21) Wasserstrahldüsen umfasst, aus denen Wasser oder Wasserdampf
auf die Materialbahn (1) blasbar ist.
9. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) innerhalb der Tragtrommel (3) ausgebildet ist und dass die
Aufbringeinrichtung als eine Saugeinrichtung innerhalb des Wickelkerns (2) ausgebildet
ist.
10. Wickelmaschine nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Saugeinrichtung Löcher (8) im Mantel (2.2) des Wickelkerns (2) und einen durch
ein U-Profil (15) oder durch den gesamten Innenraum des Wickelkerns (2) gebildeten
Hohlraum (16) als Unterdruckraum umfasst.
11. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) oder die Saugeinrichtung (25) und die Blaseinrichtung (6,
21) parallel zur Drehachse (3.1) der Tragtrommel (3) beziehungsweise zur Drehachse
(2.1) des Leertambours (2) angeordnet sind.
12. Wickelmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) oder die Saugeinrichtung (25) und die Blaseinrichtung (6,
21) unter einem Winkel (α) spiralförmig zur Drehachse (3.1) der Tragtrommel (3) beziehungsweise
zur Drehachse (2.1) des Leertambours (2) angeordnet sind.
13. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) Löcher (11) aufweist und unter einer Mehrzahl von Löchern
(11) jeweils Hohlräume (12) vorhanden sind, wobei die Hohlräume (12) beim Wechsel
des Wickelkerns (2) jeweils nacheinander mit einem unter Druck stehenden Fluid beaufschlagbar
sind, oder dass unter den Löchern ein einziger Hohlraum (12) vorhanden ist, der mit
einem unter Druck stehenden Fluid beaufschlagbar ist.
14. Wickelmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) als ein schmaler Schlitz (13) ausgebildet ist, der beim
Wechsel des Wickelkerns (2) mit einem unter Druck stehenden Fluid beaufschlagbar oder
über den, insbesondere durch das schnelle Zurückziehen eines Kolbens in einer Kolben-Zylinder-Einheit,
ein Unterdruck Zerreißen der Materialbahn (1) erzeugbar ist.
15. Wickelmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) eine Nut in dem Mantel (3.2) der Tragtrommel (3) aufweist,
in der ein Seil verläuft, das beim Wechsel des Wickelkerns (2) mittels zweier auf
beiden Stirnseiten der Tragtrommel (3) angebrachter Hebel aus der Nut herausspannbar
ist und die Materialbahn (1) durchtrennt.
16. Wickelmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) eine Nut in dem Mantel (3.2) der Tragtrommel (3) aufweist,
in der ein die Breite der Materialbahn (1) überdeckendes Messer angeordnet ist, das
beim Wechsel des Wickelkerns (2) aus der Nut herausführbar ist und die Materialbahn
(1) durchtrennt.
17. Wickelmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) eine Nut in dem Mantel (3.2) der Tragtrommel (3) aufweist,
in der mindestens ein traversierendes Trennmittel in Form einer auf mindestens einem
Schlitten traversierenden Düse zum Blasen eines unter Überdruck stehenden Fluids auf
die Materialbahn (1) oder eines traversierenden Trennmessers zum Durchtrennen der
Materialbahn (1) angeordnet ist.
18. Wickelmaschine nach Anspruch 13 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass seitlich der Trenneinrichtung (5) Düsen (17) zur Erzeugung eines Unterdrucks vorhanden
sind.
19. Wickelmaschine nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Schlitten durch Luftdruck oder durch eine umlaufende Kette oder
nach Art eines Reiters in einer Webmaschine antreibbar ist.
20. Wickelmaschine nach Anspruch 11, 12 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) Wasserstrahldüsen umfasst, die einen fächer-oder einen punktförmigen
Strahl erzeugen und/oder die in Richtung der Nutachse schwenkbar sind.
21. Wickelmaschine nach Anspruch 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trenneinrichtung (5) eine schwenkbare Klappe (40) umfasst, die unter dem Mantel
(3,2) der Tragtrommel (3) angeordnet ist, die einen Hohlraum (41) bildet und auf ihrer
Oberseite Löcher (42) aufweist, wobei der Hohlraum (41) zum Ansaugen der Materialbahn
(1) mit einem Unterdruck beaufschlagbar und die Materialbahn (1) durch eine Schwenkbewegung
der Klappe (40) trennbar ist.
22. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Bahnlaufrichtung der Materialbahn (1) nach dem Nip zwischen der Tragtrommel (3)
und dem Wickelkern (2) ein ortsfestes Element, insbesondere ein mit der Lagerung der
Tragtrommel (3) fest verbundener Träger (49) oder ein mit einer Zuführeinrichtung
zum Zuführen des Wickelkerns (2) in die Wickelmaschine, insbesondere ein Primärarm
der Zuführeinrichtung, vorhanden ist, dass die Materialbahn (1) vorzugsweise mittels
einer Einrichtung, insbesondere einer Nadel, im wesentlichen in der Mitte der Materialbahn
(1) durchstoßbar oder einschlagbar ist und dass die Materialbahn (1) durch ein aus
dem Element unter Druck ausströmendes Fluid, insbesondere durch Druckluft, V-förmig
aufreißbar ist und dass die Materialbahn (1) durch den Druck auf den Wickelkern (2)
aufführbar ist.
23. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in Bahnlaufrichtung der Materialbahn (1) nach dem Nip zwischen der Tragtrommel (3)
und dem Wickelkern (2) ein ortsfestes Element, insbesondere ein mit der Lagerung der
Tragtrommel (3) fest verbundener Träger (49) oder ein mit einer Zuführeinrichtung
zum Zuführen des Wickelkerns (2) in die Wickelmaschine, insbesondere ein Primärarm
der Zuführeinrichtung, vorhanden ist, dass die Materialbahn (1) durch ein aus dem
Element unter Druck ausströmendes Fluid, insbesondere durch Druckluft, von den seitlichen
Rändern her zur Mitte der Materialbahn (1) V-förmig aufreißbar und durch den Druck
auf den Wickelkern (2) aufführbar ist.
24. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragtrommel (3) auf ihrem ganzen Umfang des Mantels (3.2) mit Löchern (50) versehen
ist und dass mindestens ein über mindestens die gesamte Breite der Materialbahn (1)
traversierender Schlitten (52) mit mindestens einer Düse (51) zum Ausströmen eines
unter Druck stehenden Fluids auf der Innenseite des Mantels (3.2) vorhanden ist, der
sich nicht mit der Tragtrommel (3) mitdreht, sondern unmittelbar hinter dem Nip zwischen
der Tragtrommel (3) und dem Wickelkern (2) angeordnet ist, wobei die Materialbahn
(1) durch das aus der mindestens einen Düse (51) ausströmende Fluid durchtrennbar
und auf den Wickelkern (2) aufführbar ist.
25. Wickelmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tragtrommel (3) auf ihrem ganzen Mantel (3.2) mit Löchern (50) versehen ist und
dass zwei in zueinander entgegengesetzten Richtungen über die gesamte Breite der Materialbahn
(1) traversierende Schlitten (52, 53) mit jeweils mindestens einer Düse (51) zum Ausströmen
eines unter Druck stehenden Fluids auf der Innenseite des Mantels (3.2) vorhanden
sind, die sich nicht mit der Tragtrommel (3) mitdreht, sondern unmittelbar hinter
dem Nip zwischen der Tragtrommel (3) und dem Wickelkern (2) angeordnet sind, wobei
die Materialbahn (1) im wesentlichen von der Mitte der Materialbahn (1) vorzugsweise
zunächst durch eine Einrichtung, insbesondere eine Nadel, durchstoßbar sind und dass
von dieser Stelle aus durch die zu den Bahnrändern der Materialbahn (1) traversierenden
Schlitten (52, 53) diese durch das ausströmende Fluid durchtrennbar und auf den Wickelkern
(2) aufführbar ist.
26. Wickelmaschine nach Anspruch 24 oder 25,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Schlitten (52, 53) motorisch, insbesondere durch einen Luftmotor,
antreibbar ist, wobei der mindestens eine Schlitten (52, 53) auf mindestens einer
sich in Richtung der Längsachse der Tragtrommel (3) erstreckende Schiene (55), insbesondere
durch Druckluft, verfahrbar ist.
27. Verfahren zum Überführen einer laufenden Materialbahn (1), insbesondere einer Papier-
oder Kartonbahn, auf einen mit einer Tragtrommel oder Wickelwalze (3) einen Nip bildenden
neuen Wickelkern, vorzugsweise auf einen Leertambour (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Materialbahn (1) mittels mindestens einer Trenneinrichtung (5) durchtrennt wird
und
dass die Materialbahn (1) mittels eines Fluids durch Überdruck und/oder Unterdruck auf
den neuen Wickelkern (2) aufgebracht wird.