[0001] Die Erfindung betrifft einen Zylinderkopf für eine wassergekühlte Mehrzylinder-Brennkraftmaschine
mit Bohrungen zur Aufnahme von Schrauben zur Verbindung mit einem Kurbelgehäuse und
mit einem Boden und einer Decke, die einen Kühlwasserkanal begrenzen, der von Gaswechselkanälen
und pro Zylinder von einem eine Zündkerze oder eine Einspritzdüse aufnehmenden Schacht
durchsetzt ist, wobei der Boden im Bereich der die Bohrungen enthaltenden Querebenen
mit Zuführöffnungen für Kühlwasser versehen ist, das den Zylinderkopf in Längsrichtung
durchströmt.
[0002] Es sind bereits zahlreiche Bauarten von Zylinderköpfen für wassergekühlte Mehrzylinder-Brennkraftmaschinen
bekannt, die in dem Bereich über jedem Brennraumdach mit Trennwänden oder sonstigen
Leiteinrichtungen zur Beeinflussung der Kühlwasserströmung versehen sind. Durch diese
Strömungsleiteinrichtungen soll eine besonders gute Kühlung des Brennraumdaches erzielt
werden.
[0003] Um die Herstellungskosten zu verringern, wird bei der Entwicklung neuer Motoren gerne
auf kostengünstige Aluminiumsekundärlegierungen zurückgegriffen. Man erkauft sich
diesen Kostenvorteil allerdings mit Einbußen bei der Festigkeit und/oder der Wärmeleitfähigkeit
der Legierung. Dies führt insbesondere beim Zylinderkopf zu Problemen, da die spezifischen
Leistungen von Verbrennungsmotoren stetig steigen und durch die geringe Wärmeleitfähigkeit
der Legierung ein Hitzestau eintritt, der zu sehr hohen Temperaturen führen kann.
Zum Ausgleich der geringeren Festigkeit der Legierung sind dickere Wandstärken des
Zylinderkopfes erforderlich. Dies führt aber zu längeren Wärmeleitwegen und somit
zu erhöhten Temperaturen im Bereich des Brennraumdaches, was ein Problem für die Festigkeit
des Zylinderkopfes darstellt. Ähnlich verhält es sich mit der geringeren Wärmeleitfähigkeit
von kostengünstigen Aluminiumlegierungen. Diese führt ebenfalls zu höheren Temperaturen
im Bereich des Brennraumdaches und somit zu einer geringeren Lebensdauer des Zylinderkopfes.
Zu diesen thermo-mechanischen Problemen kommt noch eine uneffiziente Kühlung hinzu,
die insbesondere bei Motoren mit Längsdurchströmung auftritt, da das Kühlwasser die
Neigung hat, eher an der Decke aufzusteigen anstatt an dem thermisch belasteten Boden
des Kühlkanals entlang zu strömen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Zylinderkopf der eingangs genannten
Bauart die Kühlwasserströmung zu optimieren, so daß diese bevorzugt auf das Brennraumdach
geführt wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß in den die Bohrungen enthaltenden
Querebenen des Zylinderkopfes Zwischendecks angeordnet sind, die den von den Zuführöffnungen
nach oben gerichteten Kühlwasserstrom seitwärts gegen das benachbarte Brennraumdach
führen.
[0006] Durch die Zwischendecks wird der von den Zuführöffnungen nach oben gerichtete Kühlwasserstrom
daran gehindert, zum Dach des Kühlkanals aufzusteigen, er wird vielmehr direkt auf
das benachbarte Brennraumdach geführt, wodurch dessen Kühlung wesentlich verbessert
wird.
[0007] Vorzugsweise begrenzen die Zwischendecks mit dem benachbarten Brennraumdach einen
flachen breiten Spalt für den Durchtritt des Kühlwassers. Durch die geringen Spaltmaße
entstehen sehr hohe Strömungsgeschwindigkeiten, wodurch die Wärmeübertragung und damit
die Kühlung des Brennraumdachs wesentlich verbessert wird.
[0008] Zur weiteren Verbesserung der Kühlung des Brennraumdachs ist vorgesehen, daß am Dach
des Kühlkanals quer zu der längsgerichteten Kühlwasserströmung verlaufende Versteifungsrippen
ausgebildet sind. Durch diese Versteifungsrippen wird der längsgerichtete Kühlwasserstrom
wiederholt nach unten zu dem darunter befindlichen Brennraumdach hin abgelenkt.
[0009] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine perspektivische Unteransicht eines Zylinderkopfes bzw. einen Schnitt in
der Schraubenebene,
Fig. 2 eine perspektivische Unteransicht bzw. einen Längsschnitt durch den Zylinderkopf
nach Fig. 1,
Fig. 3 einen Querschnitt durch den Zylinderkopf in der Schraubenebene, und
Fig. 4 einen Längsschnitt durch den Zylinderkopf.
[0010] Der in der Zeichnung dargestellte Zylinderkopf für eine wassergekühlte Mehrzylinder-Brennkraftmaschine
ist mit mehreren Bohrungen 1 versehen, die zur Aufnahme von Schrauben dienen, um den
Zylinderkopf mit einem Kurbelgehäuse zu verbinden. Diese Bohrungen 1 sind jeweils
paarweise in der Trennebene zwischen zwei Brennräumen angeordnet. In den Fig. 1 und
2 sind zwei solche Brennräume schematisch dargestellt, die über (nicht gezeigte) Ventile
mit vier Gaswechselkanälen 2 verbindbar sind. In jeden Brennraum mündet ein Schacht
3 zur Aufnahme einer Zündkerze. Der Zylinderkopf weist einen Boden 4 und eine Decke
5 auf, die einen Kühlwasserkanal 6 begrenzen. Im Boden 4 des Zylinderkopfs sind im
Bereich der die Bohrungen 1 enthaltenden Querebenen jeweils zwei Zuführöffnungen 7
für Kühlwasser angeordnet, die mit entsprechenden Kühlwasserkanälen des (nicht gezeigten)
Kurbelgehäuses in Verbindung stehen. Das Kühlwasser durchströmt den Zylinderkopf in
Längsrichtung und tritt an dessen Stirnseite aus. In dem Zylinderkopf ist ferner ein
als Kettenkasten bezeichneter Hohlraum 8 ausgebildet, der zur Aufnahme einer Antriebskette
für die Nockenwelle dient.
[0011] Die Brennräume der Brennkraftmaschine werden von einem Brennraumdach 9 begrenzt,
in das die Gaswechselkanäle 2 und der Schacht 3 für die Zündkerze münden. Die Brennraumdächer
sind die thermisch am stärksten belasteten Bereiche des Zylinderkopfes und werden
von dem den Kühlwasserkanal 6 durchströmenden Wasser gekühlt. Zur Steigerung der Kühlwirkung
sind in den die Bohrungen 1 enthaltenden Querebenen des Zylinderkopfes stegartige
Zwischendecks 10 angeordnet, die sich in Querrichtung erstrecken. Diese Zwischendecks
10 leiten den von den Zuführöffnungen 7 nach oben gerichteten Kühlwasserstrom seitwärts
gegen die beiden benachbarten Brennraumdächer 9. Die Zwischendecks 10 begrenzen mit
dem benachbarten Brennraumdach 9 einen flachen breiten Spalt, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit
des Kühlwassers erhöht und damit der Wärmeübergang verbessert wird. An der Decke 5
des Kühlwasserkanals 6 sind in den die Bohrungen 1 enthaltenden Querebenen Versteifungsrippen
11 ausgebildet. Durch diese Versteifungsrippen 11 wird das den Kanal 6 durchströmende
Kühlwasser wiederholt nach unten zu dem darunter befindlichen Brennraumdach 9 hin
abgelenkt, um dieses zu kühlen.
[0012] Die Zwischendecks 10 verhindern, daß das aus den Zuführöffnungen 7 in den Zylinderkopf
einströmende Wasser bis zur Decke 5 des Kühlwasserkanals 6 aufsteigt, sondern es wird
direkt auf das benachbarte Brennraumdach geleitet. Durch die geringen Abmessungen
des von dem Zwischendeck 10 und dem benachbarten Brennraumdach 9 begrenzten Spalts
entstehen sehr hohe Strömungsgeschwindigkeiten, wodurch der Wärmeübergang vom Brennraumdach
zum Kühlwasser verbessert wird.
Bezugszeichenliste:
[0013]
- 1
- Bohrungen für Zylinderkopfschrauben
- 2
- Gaswechswechselkanäle mit Ventilführungen
- 3
- Schacht für Zündkerze
- 4
- Boden
- 5
- Decke
- 6
- Kühlwasserkanal
- 7
- Zuführöffnungen für Kühlwasser in den Zylinderkopf
- 8
- Hohlraum
- 9
- Brennraumdach
- 10
- Zwischendeck
- 11
- Versteifungsrippe
1. Zylinderkopf für eine wassergekühlte Mehrzylinder-Brennkraftmaschine mit Bohrungen
(1) zur Aufnahme von Schrauben zur Verbindung mit einem Kurbelgehäuse und mit einem
Boden (4) und einer Decke (5), die einen Kühlwasserkanal (6) begrenzen, der von Gaswechselkanälen
(2) und pro Zylinder von einem eine Zündkerze oder eine Einspritzdüse aufnehmenden
Schacht (3) durchsetzt ist, wobei der Boden (4) im Bereich der die Bohrungen enthaltenden
Querebenen mit Zuführöffnungen (7) für Kühlwasser versehen ist, das den Zylinderkopf
ein Längsrichtung durchströmt, dadurch gekennzeichnet, daß in den die Bohrungen (1) enthaltenden Querebenen Zwischendecks (10) angeordnet sind,
die den von den Zuführöffnungen (7) nach oben gerichteten Kühlwasserstrom seitwärts
gegen das benachbarte Brennraumdach (9) führten.
2. Zylinderkopf nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischendecks (10) mit dem benachbarten Brennraumdach (9) einen flachen breiten
Spalt für den Durchtritt des Kühlwassers begrenzen.
3. Zylinderkopf nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß an der Decke (5) des Kühlwasserkanals (6) quer zu der längsgerichteten Kühlwasserströmung
verlaufende, die Strömung nach unten umlenkende Versteifungsrippen (11) ausgebildet
sind.