[0001] Die Erfindung betrifft eine Kryostatanordnung zur Aufbewahrung von flüssigem Helium
mit einem Außenmantel und einem darin eingebauten Heliumbehälter, wobei der Heliumbehälter
an mindestens zwei Aufhängerohren mit dem Außenmantel verbunden ist, wobei der Heliumbehälter
ferner ein Halsrohr enthält, dessen oberes warmes Ende mit dem Mantel und dessen unteres
kaltes Ende mit dem Heliumbehälter verbunden ist und in das ein mehrstufiger Kaltkopf
eines Kryokühlers eingebaut ist, wobei der Außenmantel, der Heliumbehälter, die Aufhängerohre
und das Halsrohr einen evakuierten Raum begrenzen, und wobei der Heliumbehälter ferner
von mindestens einem Strahlungsschild umgeben ist, welcher sowohl mit den Aufhängerohren
als auch mit dem Halsrohr des Heliumbehälters thermisch leitend verbunden ist.
[0002] Möglichkeiten zur kryogenverlustfreien Kühlung eines supraleitenden Magnetsystems
mit einem Kryokühler werden beispielsweise in EP0905436, EP0905524, WO03036207, WO03036190,
US5966944, US5563566, US5613367, US5782095, US2002/0002830, US2003/230089 beschrieben.
[0003] Der beispielsweise zweistufige Kaltkopf des Kryokühlers ist üblicherweise in einem
separaten Vakuumraum (wie z.B. in US5613367 beschrieben) oder direkt in den Vakuumraum
des Kryostaten (wie z.B. in US5563566 beschreiben) so eingebaut, dass die erste Kältestufe
des Kaltkopfs fest mit einem Strahlungsschild und die zweite Kältestufe über eine
feste, starre oder flexible, Wärmebrücke oder direkt mit dem Heliumbehälter thermisch
leitend verbunden werden. Durch Rückkondensation des durch Wärmeeinfall von außen
verdampfenden Heliums an der kalten Kontaktfläche im Heliumbehälter kann der gesamte
Wärmeeinfall auf den Heliumbehälter kompensiert und ein verlustfreier Betrieb des
Systems ermöglicht werden. Ein Nachteil ist, dass die Verbindung von der zweiten Kältestufe
zum Heliumbehälter einen thermischen Widerstand aufweist.
[0004] Eine Möglichkeit zur Vermeidung dieses thermischen Widerstandes ist das Einfügen
des Kaltkopfes in ein Halsrohr, welches die äußere Vakuumhülle des Kryostaten mit
dem Heliumbehälter verbindet und entsprechend mit Heliumgas gefüllt ist, wie es beispielsweise
in der Druckschrift US2002/0002830 beschrieben wird. Die erste Kältestufe des zweistufigen
Kaltkopfes ist wiederum fest leitend mit einem Strahlungsschild kontaktiert, die zweite
Kältestufe hängt frei in der Helium-Atmosphäre und verflüssigt direkt verdampftes
Helium.
[0005] Da der Kaltkopf von Heliumgas umgeben ist und zwischen Kaltkopf und Halsrohrwand
oder weiteren Halsrohreinbauten eine Temperaturdifferenz besteht, kann es zwischen
der Rohrwand und dem Kaltkopf zu einem erheblichen Wärmeeintrag durch Gaswärmeleitung
und Konvektionsströme kommen. In WO03036207 und WO03036190 wird daher vorgeschlagen,
die Rohre des Kaltkopfes auf die eine oder andere Weise zu isolieren. Ferner kommt
es durch Wärmeleitung in der Heliumgassäule und in der Halsrohrwand von oben nach
unten zu einem weiteren Wärmeeintrag auf den Heliumbehälter.
[0006] In der US2002/0002830 wird daher vorgeschlagen, durch Einbau einer unten und oben
offenen Trennhülle um den Kaltkopf einen Gasstrom so zu führen, dass das Gas an der
Halsrohrwand nach oben steigt, dabei die über das Rohr einfallende Wärme aufnimmt
und sich somit erwärmt. Am oberen warmen Ende wird das Gas umgelenkt und strömt an
den Rohren des Kaltkopfs entlang nach unten, wobei es sich abkühlt und am kalten Ende
des Kaltkopfs schließlich wieder verflüssigt wird. Der Kryokühler büsst dadurch etwas
an Kälteleistung ein, wie es z. B. aus der Veröffentlichung ,Helium liquefaction with
a 4 K pulse tube cryocooler' (Cryogenics 41 (2001), 491-496) bekannt ist.
[0007] Bei einer Anordnung eines Magnetsystems für hochauflösende Kernresonanzspektroskopie
(NMR) wird der Heliumbehälter üblicherweise an mindestens zwei dünnwandigen Aufhängerohren
mit der äußeren Vakuumhülle verbunden. Zum einen wird der Heliumbehälter mit dem supraleitenden
Magneten somit mechanisch fixiert, zum anderen bieten die Aufhängerohre Zugang zum
Magneten, wie es z. B. beim Laden notwendig ist und dienen ebenfalls dem Nachfüllen
von flüssigem Helium. Bei nicht mit einem Kryokühler gekühlten, konventionellen Systemen
wird zudem das Verlustgas über die Aufhängerohre abgeführt, wodurch die Aufhängerohre
wiederum gekühlt werden und im Idealfall der Wärmeeintrag über die Rohrwand komplett
kompensiert wird.
[0008] Bei einem kryogenverlustfreien (d.h. mit einem Kryokühler aktiv gekühlten) System
hingegen tritt die gesamte über die Aufhängerohre geleitete Wärme in den Heliumbehälter
ein, da die Rohre aufgrund des Nichtvorhandenseins eines Gasstroms ungekühlt bleiben.
Diese Wärmemenge stellt in vielen Fällen - abhängig von Rohrwanddicke ,Anzahl der
Aufhängerohre, Größe der Heliumbehälters, etc - den Hauptbeitrag des gesamten Wärmeeinfalls
dar und bedingt unter Umständen die Verwendung eines leistungsstärkeren Kryokühlers.
Auch über das Halsrohr, welches den Kaltkopf des Kryokühlers beherbergt, tritt ein
zusätzlicher Wärmestrom ein.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, den Wärmeeintrag über die Aufhängerohre
einer aktiv, mit einem Kryokühler gekühlten Kryostatanordnung, speziell einer Kryostatanordnung,
die eine supraleitende Magnetanordnung enthält, zu verkleinern oder komplett zu unterbinden
und somit die Verwendung eines leistungsschwächeren Kryokühlers zu ermöglichen.
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zwischen den warmen Enden
der Aufhängerohre und des Halsrohres eine direkte Verbindung besteht, durch die Heliumgas
strömen kann.
[0011] Durch die direkte Verbindung zwischen den warmen Enden der Aufhängerohre und dem
Halsrohr bildet sich von selber eine Gasströmung aus, welche durch die Sogwirkung
am kalten Ende des Kaltkopfes angeregt und aufrechterhalten wird. Das verdampfte Gas
kühlt somit die Wand der Aufhängerohre im Idealfall wiederum soweit, dass der Wärmeeintrag
auf den Heliumbehälter durch die Aufhängerohre verschwindet, erwärmt sich dabei und
tritt etwa mit Raumtemperatur aus den Aufhängerohren aus und am Raumtemperaturflansch
des Kaltkopfes ins Halsrohr ein. Das Gas aus den verschiedenen Aufhängerohren wird
vorzugsweise in einer Leitung zusammengefasst und dann zum Halsrohr geführt. Infolge
der abwärts gerichteten Strömung im Halsrohr wird das Gas an den Rohren des Kaltkopfes
oder am Halsrohr abgekühlt und schließlich an der zweiten Kältestufe des Kaltkopfes
verflüssigt. Der Kreislauf ist hiermit geschlossen. Der Sog, der die Strömung aufrecht
hält, entsteht unter anderem aufgrund der Phasenumwandlung von gasförmig nach flüssig
im Bereich der zweiten Kältestufe. Insgesamt nimmt die Leistung des Kryokühlers zwar
geringfügig ab, aber der Gewinn auf Grund des geringeren Wärmeeinfalls ist größer
als der Verlust an Kälteleistung. Gerade für Systeme mit massiveren Aufhängerohren
kann somit ein leistungsschwächerer Kryokühler verwendet werden als für den Fall ohne
Umlaufströmung.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist der Kaltkopf des Kryokühlers mehrstufig
aufgebaut. Somit können sehr tiefe Temperaturen, insbesondere Temperaturen im Bereich
von oder kleiner als 4K realisiert werden.
[0013] Insbesondere für hochauflösende NMR-Verfahren ist es vorteilhaft, wenn der Kryokühler
ein Pulsrohrkühler ist, da Pulsrohrkühler besonders vibrationsarm betrieben werden
können. Pulsrohrkühler sind ferner auch sehr betriebssicher und wartungsarm. Es ist
jedoch prinzipiell auch möglich andere Kryokühler, wie z.B. Gifford-McMahon Kühler
zu verwenden.
[0014] Besonders vorteilhaft ist es, wenn an der kältesten Kältestufe des Kaltkopfes Helium
bei einer Temperatur von 4,2 K oder bei tieferer Temperatur verflüssigt werden kann,
da sich hierdurch eine Vielzahl an Einsatzmöglichkeiten im Tiefsttemperaturenbereich
bietet. Das innerhalb des Kryostaten verdampfende Helium wird an der frei im Halsrohr
hängenden Kältestufe verflüssigt und tropft in den Heliumbehälter zurück. Somit können
der Helium-Verlust und die Nachfüllvorgänge reduziert werden bzw. kann bei genügend
großer Kälteleistung des Kühlers ein verlustfreier Betrieb erreicht werden.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung sind die Rohre des Kaltkopfes
oberhalb der ersten Kältestufe und unter Umständen auch im Bereich weiterer Kältestufen
mit einer Wärmeisolation umgeben. Somit kann ein unerwünschter Wärmeeintrag von dem
Halsrohr in die Rohre des Kaltkopfes annähernd vermieden oder zumindest reduziert
werden. Die Rohre oberhalb der ersten Kältestufe des Kaltkopfes weisen Temperaturen
zwischen Raumtemperatur und Temperatur der ersten Kältestufe auf.
[0016] Eine bevorzugte Ausführungsform der Kryostatanordnung sieht vor, dass zwischen der
Wärmeisolation und der Halsrohrwand ein Spalt oder ein Kanal besteht, durch den Gas
strömen kann, so dass das Gas mit der Rohrwand in ausreichend guten Wärmekontakt treten
kann.
[0017] Da das Halsrohr keine mechanische Stützfunktion übernehmen muss, ist es vorteilhaft,
wenn das Halsrohr dünnwandig und/ oder in Form eines Faltenbalgs jeweils aus einem
schlecht wärmeleitenden Material aufgebaut ist. Auf diese Weise ist der Wärmeintrag
in den Heliumbehälter nur klein. Gleichzeitig wird die Vibrationsübertragung über
das Halsrohr minimiert.
[0018] In einer weiten Ausführungsform ist im oder in Kontakt mit dem Heliumbehälter eine,
vorzugsweise elektrische, Heizung vorgesehen. Bei einer Überschussleistung des Kryokühlers
kann somit der Druck im Heliumbehälter über dem Umgebungsdruck und konstant gehalten
werden. Es ist jedoch auch vorstellbar, dass die Leistung des Kühlers über seine Betriebsfrequenz
und/ oder die Füllmenge an Arbeitsgas im Kühler geregelt wird.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform sind - abgesehen von der kältesten Kältestufe
- eine oder mehrere Kältestufen des Kaltkopfes mit einem oder mehreren Strahlungsschilden
thermisch leitend verbunden. Der oder die Strahlungsschilde können dann direkt durch
den Kaltkopf gekühlt werden.
[0020] Eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung sieht vor, dass
der oder einer der Strahlungsschilde einen Behälter mit flüssigem Stickstoff enthält,
mit welchem der Kaltkopf thermisch leitend verbunden ist, wobei der Kaltkopf des Kryokühlers
den Stickstoff nach dem Verdampfen mindestens teilweise wieder verflüssigt. Die Verflüssigung
des Stickstoffs erfolgt aufgrund der thermischen Anbindung des Strahlungsschildes
an den Kaltkopf des Kryokühlers. Der Strahlungsschild wird in diesem Fall nicht direkt
durch den Kühler, sondern indirekt, über den verdampfenden Stickstoff, gekühlt.
[0021] Bei einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist im oder in Kontakt mit dem Stickstoffbehälter
eine, vorzugsweise elektrische, Heizung vorgesehen, um bei einer Überschussleistung
des Kryokühlers den Druck im Stickstoffbehälter über dem Umgebungsdruck und konstant
zu halten.
[0022] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist in der Verbindungsleitung zwischen Aufhängerohren
und Halsrohr ein Ventil zur Regelung des Gasflusses vorgesehen. Somit kann bei Bedarf
der Gasstrom gedrosselt werden, wenn z. B. die Sogwirkung am Kaltkopf so groß ist,
dass der Gasstrom größer wird als es für die optimale Kühlung der Aufhängerohre ausreichend
wäre.
[0023] Ein weiterer vorteilhafter Aspekt beinhaltet, dass in der Verbindungsleitung zwischen
Aufhängerohren und Halsrohr eine regelbare Umwälzpumpe vorgesehen ist. Somit lässt
sich der Kühlstrom aktiv einregeln.
[0024] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung kommen besonders gut zur Geltung,
wenn die Kryostatanordnung eine supraleitende Magnetanordnung enthält, insbesondere
wenn die supraleitende Magnetanordnung Teil einer Apparatur zur Kernspinresonanz,
insbesondere Magnetic Resonance Imaging (MRI) oder Magnetresonanzspektroskopie (NMR)
ist.
[0025] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und den Zeichnungen.
Ebenso können die vorstehend genannten und die weiter aufgeführten Merkmale je für
sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung finden. Die gezeigten
und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen,
sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für die Schilderung der Erfindung.
[0026] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit isolierten
Kaltkopfrohren;
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit einem
Stickstofftank;
- Fig. 4
- einen schematischen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit einem
in der Verbindungsleitung integrierten Ventil; und
- Fig. 5
- einen schematischen Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit einer
in der Verbindungsleitung integrierten Pumpe;
[0027] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Kryostatanordnung mit
einem Heliumbehälter
1, der an mindestens zwei Aufhängerohren
2 mit einem Außenmantel
3 verbunden ist. Der Heliumbehälter 1 ist von einem Strahlungsschild
4 umgeben und umfasst ferner ein Halsrohr
5, welches den Kaltkopf
6 eines Kryokühlers beherbergt. Da das Halsrohr 5 nur als Trennwand zu einem evakuiertem
Raum
7 des Außenmantels 3 dient und nicht das Gewicht des Heliumbehälters 1 tragen muss,
kann es so ausgelegt werden, dass der Wärmeeintrag und die Vibrationsübertragung minimiert
werden können. Dies kann vorteilhaft mit der Verwendung von Faltenbälgen erreicht
werden. Das Gewicht des Heliumbehälters 1 und einer im Heliumbehälter angeordneten
supraleitenden Magnetanordnung
26 wird durch die Aufhängerohre 2 getragen, die über eine Leitung
8 mit dem warmen Ende
9 des Halsrohres 5 verbunden sind. Es bildet sich von selber eine Gasströmung
10 aus, welche durch die Sogwirkung am kalten Ende
11 des Kaltkopfes 6 angeregt und aufrechterhalten wird. Das verdampfte Helium kühlt
somit die Wand
12 der Aufhängerohre 2, im Idealfall soweit, dass der Wärmeeintrag durch die Aufhängerohre
2 auf den Heliumbehälter 1 verschwindet, erwärmt sich dabei und tritt etwa mit Raumtemperatur
aus den Aufhängerohren 2 aus und an einem Raumtemperaturflansch
13 des Kaltkopfes 6 wieder ins Halsrohr 5 ein. Infolge der abwärts gerichteten Gasströmung
10 wird das Gas an den Rohren
14 des Kaltkopfes 6 oder am Halsrohr 5 abgekühlt und schließlich an der zweiten Kältestufe
15 des Kaltkopfes 6 verflüssigt. Der Kreislauf ist hiermit geschlossen. Die Leistung
des Kryokühlers nimmt dadurch geringfügig ab, aber der Gewinn auf Grund des geringeren
Wärmeeinfalls ist größer als der Verlust an Kälteleistung. Gerade für Systeme mit
massiveren Aufhängerohren 2 kann somit ein leistungsschwächerer Kryokühler verwendet
werden als für den Fall ohne Umlaufströmung. Es ist vorteilhaft, wenn die Teilströme
der verschiedenen Aufhängerohre 2 in einer Leitung 8 zusammengefasst werden.
[0028] Da es unerheblich ist, ob das wieder zurückgeführte Gas an der Halsrohrwand
18 oder den Rohren 14 des Kaltkopfes 6 entlang strömt und sich abkühlt, kann der Kaltkopf
6 auch mit einer Wärmeisolation
16 versehen sein, um den Wärmekontakt zwischen Halsrohr 5 und den Rohren 14 des Kaltkopfes
6 zu erschweren.
Fig. 2 zeigt eine Wärmeisolation 16 zwischen dem Raumtemperaturflansch 13 und der ersten
Kältestufe
17 des zweistufigen Kaltkopfes 6. Bei Kaltköpfen mit mehreren Kältestufen kann auch
um die Rohre weiterer Kältestufen eine Wärmeisolation 16 vorgesehen sein. Wichtig
ist nur, dass zwischen der Wärmeisolation 16 und der Halsrohrwand 18 ein genügend
großer Spalt
19 vorhanden ist, so dass das Gas mit der Halsrohrwand 18 in ausreichend guten Wärmekontakt
treten kann. Die Halsrohrwand 18 wird bei der vorgeschlagenen Erfindung nicht von
einem zum warmen Ende hin geführten Gasstrom gekühlt. Wie oben schon erwähnt, ist
jedoch der Beitrag des Wärmeeinfalls über die Halsrohrwand 18 für den gegebenen Fall
im Vergleich zu dem Gesamtwärmeeintrag eher gering.
[0029] Es ist auch möglich, dass der Strahlungsschild 4 - ähnlich wie in einem nicht aktiv
gekühlten System (d.h. ohne Kryokühler) - nicht direkt, sondern mit verdampfendem
Stickstoff gekühlt wird, wie in
Fig. 3 gezeigt. In diesem Fall muss die erste Kältestufe 17 des Kaltkopfes 6 des Kryokühlers
mit einem Stickstoffbehälter
20 thermisch leitend verbunden sein, so dass an der kalten Kontaktfläche
21 verdampfter Stickstoff wieder verflüssigt werden kann.
[0030] Um den Gasstrom zu regulieren bietet sich die Möglichkeit an, eine Strömungsimpedanz
(wie z. B. ein Ventil
22) in die Verbindungsleitung 8 zu integrieren (s.
Fig. 4). Mit einer Pumpe
23 ließe sich der Kühlstrom aktiv einregeln (s.
Fig. 5). Ventil 22 oder Pumpe 23 können auch beide zusammen in der Verbindungsleitung 8
eingebaut werden. Vorzugsweise werden die Teilströme der Aufhängerohre 2 zuerst in
einer Verbindungsleitung 8 zusammengefasst, bevor ein Ventil 22 oder eine Pumpe 23
integriert werden.
[0031] In allen Fällen ist es vorteilhaft, den Druck im Heliumbehälter 1 (und unter Umständen
auch im Stickstoffbehälter 20) über dem Umgebungsdruck und konstant zu halten. Dies
kann mit einer Heizung
24 im flüssigen Helium, wie in Fig. 1, Fig. 2 und Fig. 3 gezeigt, beziehungsweise mit
einer Heizung im flüssigen Stickstoff
25, realisiert werden (Fig. 3).
[0032] Die erfindungsgemäße Kryostatanordnung eignet sich besonders zur Kühlung einer Magnetanordnung
26, die ein Teil einer Apparatur zur Kernspinresonanz, insbesondere Magnetic Resonance
Imaging (MRI) oder Magnetresonanzspektroskopie (NMR) ist.
[0033] Mit der erfindungsgemäßen Kryostatanordnung ist es möglich, insbesondere den Wärmeeintrag
über die Aufhängerohre eines aktiv, mit einem Kryokühler gekühlten, hochauflösenden
NMR-Magnetsystems erheblich zu verringern und somit auch einen leistungsschwächeren
Kryokühler zu verwenden.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Heliumbehälter
- 2
- Aufhängerohre
- 3
- Außenmantel
- 4
- Strahlungsschild
- 5
- Halsrohr
- 6
- Kaltkopf eines Kryokühlers
- 7
- evakuierter Raum
- 8
- Leitung
- 9
- warmes Ende des Halsrohrs
- 10
- Gasströmung
- 11
- kaltes Ende des Kaltkopfes
- 12
- Wand der Aufhängerohre
- 13
- Raumtemperaturflansch
- 14
- Rohre des Kaltkopfes
- 15
- zweite Kältestufe des Kaltkopfes
- 16
- Wärmeisolation
- 17
- erste Kältestufe des Kaltkopfes
- 18
- Halsrohrwand
- 19
- Spalt
- 20
- Stickstoffbehälter
- 21
- kalte Kontaktfläche
- 22
- Ventil
- 23
- Pumpe
- 24
- Heizung im flüssigen Helium
- 25
- Heizung im flüssigen Stickstoff
- 26
- Magnetanordung
1. Kryostatanordnung zur Aufbewahrung von flüssigem Helium mit einem Außenmantel (3)
und einem darin eingebauten Heliumbehälter (1),
wobei der Heliumbehälter (1) an mindestens zwei Aufhängerohren (2) mit dem Außenmantel
(3) verbunden ist,
wobei der Heliumbehälter (1) ferner ein Halsrohr (5) enthält, dessen oberes warmes
Ende mit dem Außenmantel (3) und dessen unteres kaltes Ende mit dem Heliumbehälter
(1) verbunden ist und in das ein Kaltkopf (6) eines mehrstufigen Kryokühlers eingebaut
ist, wobei der Außenmantel (3), der Heliumbehälter (1), die Aufhängerohre (2) und
das Halsrohr (5) einen evakuierten Raum (7) begrenzen,
und wobei der Heliumbehälter (1) ferner von mindestens einem Strahlungsschild (4)
umgeben ist, welcher sowohl mit den Aufhängerohren (2) als auch mit dem Halsrohr (5)
des Heliumbehälters (1) thermisch leitend verbunden ist
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den warmen Enden der Aufhängerohre (2) und des Halsrohres (5) eine direkte
Verbindung (8) besteht, durch welche Heliumgas strömen kann.
2. Kryostatanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kaltkopf (6) des Kryokühlers mehrstufig aufgebaut ist.
3. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Kryokühler (6) ein Pulsrohrkühler ist.
4. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass an der kältesten Kältestufe (15) des Kaltkopfes (6) des Kryokühlers Helium bei einer
Temperatur von 4,2 K oder bei tieferer Temperatur verflüssigt werden kann.
5. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (14) des Kaltkopfes (6) des Kryokühlers oberhalb der ersten Kältestufe
und unter Umständen auch im Bereich weiterer Kältestufen mit einer Wärmeisolation
(16) umgeben sind.
6. Kryostatanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Wärmeisolation (16) und der Halsrohrwand (18) ein Spalt (19) oder ein
Kanal besteht, durch den Gas strömen kann.
7. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass das Halsrohr (5) dünnwandig und/ oder in Form eines Faltenbalgs jeweils aus einem
schlecht wärmeleitenden Material aufgebaut ist.
8. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass im oder in Kontakt mit dem Heliumbehälter (1) eine, vorzugsweise elektrische, Heizung
(24) vorgesehen ist.
9. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass, abgesehen von der kältesten Kältestufe (15), eine oder mehrere Kältestufe(n) (17)
des Kaltkopfs (6) mit einem oder mehreren Strahlungsschild(en) (4) thermisch leitend
verbunden sind.
10. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahlungsschild (4) oder einer der Strahlungsschilde (4) einen Behälter (20)
mit flüssigem Stickstoff enthält, mit welchem der Kaltkopf (6) des Kryokühlers thermisch
leitend verbunden ist, wobei der Kaltkopf (6) des Kryokühlers den Stickstoff nach
dem Verdampfen mindestens teilweise wieder verflüssigt.
11. Kryostatanordnung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass im oder in Kontakt mit dem Stickstoffbehälter (20) eine, vorzugsweise elektrische,
Heizung (25) vorgesehen ist.
12. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (8) zwischen Aufhängerohren (2) und Halsrohr (5) ein Ventil
(22) zur Regelung des Gasflusses vorgesehen ist.
13. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindungsleitung (8) zwischen Aufhängerohren (2) und Halsrohr (5) eine regelbare
Umwälzpumpe (23) vorgesehen ist.
14. Kryostatanordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüchen, dadurch gekennzeichnet, dass die Kryostatanordnung eine supraleitende Magnetanordnung (26) enthält.
15. Kryostatanordnung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die supraleitende Magnetanordnung (26) Teil einer Apparatur zur Kernspinresonanz,
insbesondere Magnetic Resonance Imaging (MRI) oder Magnetresonanzspektroskopie (NMR)
ist.