(19)
(11) EP 1 628 174 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.02.2006  Patentblatt  2006/08

(21) Anmeldenummer: 05405474.7

(22) Anmeldetag:  12.08.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
G04B 45/00(2006.01)
G04B 19/20(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 19.08.2004 CH 13642004

(71) Anmelder: Eterna AG Uhrenfabrik
2540 Grenchen (CH)

(72) Erfinder:
  • Seyr, Ernst
    4040 Linz (AT)

(74) Vertreter: Liebetanz, Michael et al
Isler & Pedrazzini AG Postfach 6940
8023 Zürich
8023 Zürich (CH)

   


(54) Zeitablaufsanzeige mit sich bewegender Scheibe


(57) Eine Zeitablaufsanzeige verfügt über einen Durchsichtsbereich (9), der mehrere Fenster (9) umfasst. Diese Fenster (9) sind jeweils kongruent und in einem gleichmässigen Winkelabstand zueinander angeordnet. Unterhalb des besagten Durchsichtsbereichs (9) ist eine Vollscheibe (4) angeordnet, die mindestens zwei Sektoren (5, 6) aufweist, die unterschiedliche Farben und/oder Zeichnungen aufweisen. Dabei ist die Vollscheibe (4) drehbar ist und der Durchsichtsbereich (9) fest mit dem Ziffernblatt (1) verbunden ist. Die Vollscheibe (4) weist eine Reihe von radialen Sektoren (5, 6) auf, wobei benachbarte Sektoren (5, 6) jeweils unterschiedliche Farben oder Grautöne aufweisen, und jeder Sektor (5, 6) hat ungefähr die Breite eines Fensters (9).




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Zeitablaufsanzeige mit einem Durchsichtsbereich, der mehrere Fenster aufweist, wobei diese Fenster jeweils eine kongruente Form aufweisen und in einem gleichmässigen Winkelabstand zueinander angeordnet sind, und mit einer unterhalb des besagten Durchsichtsbereichs angeordneten Vollscheibe, die mindestens zwei Sektoren aufweist, die unterschiedliche Farben und/oder Zeichnungen aufweisen.

[0002] Aus dem Stand der Technik sind eine Reihe von solchen Zeitablaufsanzeigen bekannt. Zumeist handelt es sich um Sekundenanzeigen oder Anzeigen in diesem Zeitbereich. Teilweise sind es auch Anzeigen im Minuten oder Stundenbereich.

[0003] Die US 5,077,708 hat eine kleine sich drehende Scheibe im oberen Bereich der Zahl "12", wobei diese Scheibe einen Schlitz aufweist, der in der letzten Minute in dem Bereich eine andere Farbe erhält und so einen Benutzer auf diese letzte Minute hinweist.

[0004] Die GB 2,206,712 zeigt eine Uhr mit einem Nonius. Es dreht sich eine Scheibe mit zwölf Einteilungen und einer Stundenanzeige unter einer stationären Scheibe mit elf Einteilungen, die über den zwölf Einteilungen liegen, die dann die Minutenanzeige bilden.

[0005] Die EP 1 168 112 schlägt eine rotierende Anlage entsprechend diesem Prinzip vor, die einen schnelleren Wechsel der beiden Farben aufweist.

[0006] Bei der gattungsbildenden Vorrichtung nach der EP 0 177 440 wird jede Sekunde eine um 180 Grad gedrehte Scheibe angezeigt, so dass in den Fenstern hintereinander zwei Farben sichtbar sind, und dies jeweils eine Sekunde lang. Es werden runde Fenster und sektorförmige Farbfelder offenbart.

[0007] Diese Anzeige verlangt einen Schrittschaltmotor, der nach jeder Sekunde sprunghaft um 180 Grad dreht.

[0008] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine einfachere Version eines mechanischen Blinkens zu realisieren.

[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass entweder die Vollscheibe drehbar ist und der Durchsichtsbereich fest mit dem Ziffernblatt verbunden ist oder der Durchsichtsbereich drehbar ist und die Vollscheibe fest mit dem Ziffernblatt verbunden ist, dass die Vollscheibe eine Reihe von radialen Sektoren aufweist, wobei benachbarte Sektoren jeweils unterschiedliche Farben oder Grautöne aufweisen, und dass jeder Sektor ungefähr die Breite eines Fensters aufweist

[0010] Dadurch, dass gleich grosse Sektoren nebeneinander angeordnet werden, kann die Drehgeschwindigkeit der sich drehenden Scheibe stark herabgesetzt werden. Statt einem Schrittschaltmotor, der nach jeder Sekunde sprunghaft um 180 Grad dreht, kann nun entweder ein Schrittschaltmotor eingesetzt werden, der bei einer Breite eines Schlitzes von N Grad die Scheibe jede Sekunde um N Grad weiterdreht. Bei einer bevorzugten Ausführungsform wird N gleich 5,625 Grad gewählt, so dass jede Sekunde nur eine geringe Schaltbewegung notwendig ist, um einen farblichen Wechsel zu erreichen.

[0011] Besonders bevorzugt ist die Ausgestaltung mit vier Schlitzen, die in einem Winkel von 90 Grad zueinander angeordnet sind, insbesondere wenn zwei Farben vorgesehen sind und dann die beiden gegenüberliegenden Schlitze immer die selbe Farbe aufweisen.

[0012] Die Erfindung wird nun beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beispielhaft anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
eine schematische perspektivische Explosionsansicht eines Ausschnittes eines Ziffernblattes mit einer Zeitablaufsanzeige gemäss einem Ausführungsbeispiel der Erfindung,
Fig. 2
eine schematische Draufsicht auf den Bereich der Zeitablaufsanzeige nach Fig. 1, und
Fig. 3
eine schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt der Scheibe.


[0013] Mit dem Bezugszeichen 1 ist die Ebene eines Ziffernblattes bezeichnet. Dieses verfügt über eine Öffnung 2, durch die eine Antriebsachse 3 einer drehbaren Scheibe 4 angeordnet ist. Die drehbare Scheibe 4 verfügt über Bereiche 5 in einer Grundfarbe, Zeichnung oder Tönung und über Segmente 6.

[0014] Die Segmente 6 sind mathematisch gesprochen jeweils Teile eines Kreisringes. Die Segmente 6 sind in einer anderen Farbe, mit einer anderen Zeichnung oder Tönung als die Bereiche 5 ausgeführt.

[0015] Die Segmente 6 überdecken alle einen gleichen vorbestimmten Winkelbereich von beispielsweise 5,625 Grad. Die zwischen zwei Segmenten 6 vorgesehenen Abschnitte der Bereiche 5 überdecken den gleichen vorbestimmten Winkelbereich von hier 5,625 Grad. Somit verfügt die Scheibe 4 über zweiunddreissig Segmente 6, die jeweils durch zweiunddreissig gleich grosse Bereiche 5 getrennt sind. Natürlich können die Teile der Kreisringe 6 auch bis in den Bereich der Mitte der Scheibe 4 ausgezogen sein. Wesentlich ist die graphische Unterscheidbarkeit der beiden Bereiche.

[0016] Auf dem Bereich der Öffnung 2 wird eine Abdeckplatte 7 mit vier Schrauben 8 auf dem Ziffernblatt 1 befestigt. Die Abdeckplatte 7 verfügt über eine ebene möglichst einfarbige Fläche 10, die hier vier Schlitze 9 aufweist, die in einem gleichen Winkelabstand voneinander, nämlich 90 Grad, angeordnet sind. Die Schlitze 9 entsprechen ebenfalls Teilen von Kreisringen und decken jeweils kongruent ein Segment 6 oder einen dazwischenliegenden Bereich 5 ab. Sie überdecken somit hier ebenfalls einen Winkelbereich von 5,625 Grad.

[0017] Sie können auch einen kleineren Winkelbereich abdecken. Dann dürfen die Segmente 6 und Bereiche 5 auch "ungenauer" ausgestaltet sein, da nur Kernbereiche von Segmenten 6 und Bereichen 5 gezeigt werden.

[0018] Die Fig. 2 zeigt eine schematische Draufsicht auf den Bereich der Zeitablaufsanzeige nach Fig. 1. Vom Ziffernblatt 1 ist zusätzlich ein Ausschnitt der Randmarkierungen dargestellt, um anzuzeigen, dass die Zeitablaufsanzeige exzentrisch zur Hauptachse von Zeigern einer Uhr angeordnet ist.

[0019] Bei der Ausgestaltung nach Fig. 1 erscheinen dann in zwei einander gegenüberliegenden Schlitzen 9 die Segmente 6 oder die Bereiche 5. Wenn die Scheibe um 5,625 Grad weitergedreht wird, wechselt die Anzeige, da dann in den gleichen gegenüberliegenden Schlitzen 9 die Bereiche 5 beziehungsweise die Segmente 6 zu sehen sind.

[0020] Es ist somit möglich, mit nur geringen Winkelbewegungen beispielsweise eine Sekundenanzeige zu realisieren, wenn nach jeder Sekunde ein Schrittschaltmotor die Scheibe um die besagten 5,625 Grad weiterdreht. Dies entspricht in einer Minute eine Drehung um 337,5 Grad.

[0021] Die Fig. 3 zeigt zur Illustration eine sehr schematische Draufsicht auf einen Ausschnitt der Scheibe 4. Es sind die aufeinanderfolgenden, vom Rand der Scheibe 4 begrenzten Segmente 6 zu erkennen und die dazwischen liegenden Bereiche 5, die auch bis zum Loch 11 in der Mitte der Scheibe 4 reichen.

[0022] Es ist klar, dass auch andere Ausgestaltungen der Schlitze möglich sind. Sie können Pfeilform (auch in Umkreisrichtung) aufweisen, aus Kreisen oder anderen Formen bestehen. Wesentlich ist die grosse Anzahl von Segmenten 6 und Bereichen 5, die eine im Masse des jeweiligen Stellwinkels nur kleine Veränderungen der Drehstellung je Taktsignal erfordern.

[0023] Andere Ausgestaltungen von Durchsichtebereichen 9 und Scheibenmustern können sein:
Schlitze / Winkelabstand Segmente Drehwinkel (in Grad)
4 / 90 2*32 5,625
4 / 90 2*16 11,25
3 / 120 2*33 5,454
5 / 72 2*30 6,0
6 / 60 2*30 6,0
8 / 45 2*32 5,625


[0024] In einem in den Fig. nicht dargestellten Ausführungsbeispiel ist ein Kreis auf dem Ziffernblatt 1 fest mit den wechselfarbigen Segmenten 5, 6 ausgestaltet. Über dem Ziffernblatt 1 dreht sich eine durchbrochene Scheibe, die beispielsweise nur die Farbe des Ziffernblattes aufweist. Dies bedeutet, dass die Durchbrüche der oberhalb des Ziffernblattes 1 angeordneten Scheibe genau den Schlitzen 9 bei dem Ausführungsbeispiel nach den Zeichnungen entspricht. Beim Drehen der Scheibe kommen dann, wie bei der Ausführung nach Fig. 2, beispielsweise im Sekundentakt die unterschiedlichen Farben oder Muster in den Durchbrüchen zum Vorschein. Im Aussehen kann sich dabei das Bild nach der Fig. 2 ergeben, wenn die Fläche 10 drehbar ist und die Durchbrüche 9 aufweist, und die durch die Durchbrüche 9 erkennbaren Segmente die festen Markierungen/Farben/Designs auf dem Ziffernblatt 1 sind.


Ansprüche

1. Zeitablaufsanzeige mit einem Durchsichtsbereich (9), der mehrere Fenster (9) aufweist, wobei diese Fenster (9) jeweils eine kongruente Form aufweisen und in einem gleichmässigen Winkelabstand zueinander angeordnet sind, und mit einer unterhalb des besagten Durchsichtsbereichs (9) angeordneten Vollscheibe (4), die mindestens zwei Sektoren (5, 6) aufweist, die unterschiedliche Farben und/oder Zeichnungen aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass entweder die Vollscheibe (4) drehbar ist und der Durchsichtsbereich (9) fest mit dem Ziffernblatt (1) verbunden ist oder der Durchsichtsbereich (9, 10) drehbar ist und die Vollscheibe fest mit dem Ziffernblatt (1) verbunden ist, dass die Vollscheibe (4) eine Reihe von radialen Sektoren (5, 6) aufweist, wobei benachbarte Sektoren (5, 6) jeweils unterschiedliche Farben oder Grautöne aufweisen, und dass jeder Sektor (5, 6) ungefähr die Breite eines Fensters (9) aufweist.
 
2. Zeitablaufsanzeige nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchsichtsbereich (9) eine auf dem Ziffernblatt (1) montierte Scheibe (10) ist, die die besagten Fenster (9) aufweist.
 
3. Zeitablaufsanzeige nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Fenster einen Winkelbereich von 5,625 Grad abdeckt.
 
4. Zeitablaufsanzeige nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fenster jeweils radiale Schlitze (9) sind.
 
5. Zeitablaufsanzeige nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlitze in einem vorbestimmten Abstand von dem Zentrum der Scheibe beginnen.
 
6. Zeitablaufsanzeige nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie über 4, 4, 3, 5, 6, 8 Schlitze in einem Winkelabstand vom 90, 90, 120, 72, 60 beziehungsweise 45 Grad verfügt, wobei jeweils benachbart 32, 16, 33, 30, 30, 32 Segmente mit einem notwendigen Drehwinkel von 5,625, 11,25, 5,454, 6,0, 6,0 beziehungsweise, 5,625 Grad je Takt aufweisen.
 




Zeichnung