[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes sowie ein
Hörhilfegerät mit einem Eingangswandler, einer Signalverarbeitungseinheit, einem Ausgangswandler,
einer Spannungsquelle sowie mit Mitteln zur Überprüfung des Ladezustandes der Spannungsquelle.
[0002] Hörhilfegeräte werden in der Regel mit einer Spannungsquelle in Form einer Batterie
oder eines Akkus betrieben. Diese sind zumeist schon nach wenigen Betriebstagen entleert
und müssen ausgetauscht oder nachgeladen werden. Für den Hörgeräteträger ist es daher
wünschenswert, dass er rechtzeitig über eine zur Neige gehende Spannungsquelle informiert
wird. So ist z.B. aus der US 6,320,969 ein Hörgerät bekannt, welches den Ladezustand
der Spannungsquelle überwacht und den Benutzer durch Abgabe eines akustischen Signals
vor einer zur Neige gehenden Spannungsquelle warnt.
[0003] Trotz der Vorwarnung geraten Hörgeräteträger immer wieder in Situationen, in denen
- trotz Vorwarnung - ein Austausch einer leeren Batterie bzw. das Nachladen eines
Akkumulators nicht mehr rechtzeitig möglich ist. Es ist daher wünschenswert, bei einer
zur Neige gehenden Spannungsquelle eine Art "Notbetrieb" mit eingeschränkter Funktionalität
des Hörhilfegerätes über einen längeren Zeitraum zu ermöglichen.
[0004] Aus der DE 199 41 859 C2 ist ein Hörhilfegerät bekannt, das Mittel zur Überprüfung
des Zustands der Spannungsquelle umfasst. Nähert sich die darin gespeicherte Energie
ihrem Ende, so wird durch diese Mittel die Taktfrequenz reduziert und die Signalverarbeitung
in einen eingeschränkten Betriebsmodus überführt. Damit ist für begrenzte Zeit noch
ein eingeschränkter Betrieb des Hörhilfegerätes mit der eingesetzten Spannungsquelle
möglich.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine in einfacher Weise durchführbare,
alternative Lösung für das genannte Problem zu schaffen.
[0006] Die Aufgabe wird bei einem Hörhilfegerät mit einem Eingangswandler, einer Signalverarbeitungseinheit,
einem Ausgangswandler, einer Spannungsquelle sowie mit Mitteln zur Überprüfung des
Ladezustandes der Spannungsquelle dadurch gelöst, dass das Hörhilfegerät Mittel zum
Absenken der tieffrequenten Signalanteile in dem akustischen Ausgangssignal in Abhängigkeit
der Restladung der Spannungsquelle umfasst.
[0007] Ferner wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes
mit einem Eingangswandler, einer Signalverarbeitungseinheit, einem Ausgangswandler,
einer Spannungsquelle sowie mit Mitteln zur Überprüfung des Ladezustandes der Spannungsquelle
mit folgenden Schritten:
- Detektieren des Ladezustandes der Spannungsquelle,
- Absenken der tieffrequenten Signalanteile in dem akustischen Ausgangssignal in Abhängigkeit
des Ladezustandes.
[0008] Bei einem Hörhilfegerät wird mittels eines Eingangswandlers ein Eingangssignal aufgenommen
und in ein elektrisches Eingangssignal überführt. Üblicherweise dient als Eingangswandler
wenigstens ein Mikrofon, welches ein akustisches Eingangssignal aufnimmt. Moderne
Hörhilfegeräte umfassen häufig ein Mikrofonsystem mit mehreren Mikrofonen, um einen
von der Einfallsrichtung akustischer Signale abhängigen Empfang, eine Richtcharakteristik,
zu erreichen. Die Eingangswandler können jedoch auch eine Telefonspule oder eine Antenne
umfassen zur Aufnahme elektromagnetischer Eingangssignale. Beispielsweise kann ein
Hörhilfegerät mit einem so genannten "MLX-Modul" in Form eines Audio-Schuhs verbunden
sein zum drahtlosen Empfang eines von einem externen Gerät gesendeten Signals. Die
durch den Eingangswandler in elektrische Eingangssignale gewandelten Eingangssignale
werden zur Weiterverarbeitung und Verstärkung einer Signalverarbeitungseinheit zugeführt.
Die Weiterverarbeitung und Verstärkung erfolgt zum Ausgleich des individuellen Hörverlustes
eines Hörhilfegeräteträgers in der Regel in Abhängigkeit der Signalfrequenz. Die Signalverarbeitungseinheit
gibt ein elektrisches Ausgangssignal ab, welches über einen Ausgangswandler dem Gehör
des Hörhilfegeräteträgers zugeführt wird, so dass dieser das Ausgangssignal als akustisches
Signal wahrnimmt. Als Ausgangswandler werden üblicherweise Hörer verwendet, die ein
akustisches Ausgangssignal erzeugen. Es sind jedoch auch Ausgangswandler zur Erzeugung
mechanischer Schwingungen bekannt, die direkt bestimmte Teile des Gehörs, wie beispielsweise
die Gehörknöchelchen zu Schwingungen anregen. Weiterhin sind Ausgangswandler bekannt,
die direkt Nervenzellen des Gehörs stimulieren.
[0009] Die Erfindung bietet den Vorteil, dass das Absenken der tieffrequenten Signalanteile
gegenüber den höherfrequenten Signalanteilen in dem akustischen Ausgangsignal eine
technisch einfach zu realisierende Vorgehensweise ist. Im Unterschied zu einer Veränderung
der Taktfrequenz eines digitalen Hörgerätes, das eine Reihe weiterer Maßnahmen nach
sich zieht (Anpassung der Übertragungsfunktion, Anpassung von Filterparametern usw.)
sind beim Absenken der tiefen Frequenzen keine weiteren Anpassungen der Signalverarbeitung
erforderlich. Dennoch bleibt der überwiegende Teil der Eingangssignale verständlich.
Letzteres ist insbesondere bei einer breitbandigen Verstärkungsabsenkung häufig nicht
mehr der Fall. Weiterhin führt die Tiefton-Absenkung nicht zu einer Verschlechterung
des Klirrfaktors. Der Hörgeräteträger hört den überwiegenden Teil akustischer Eingangssignale
mit der für ihn benötigten Verstärkung.
[0010] Die Maßnahme gemäß der Erfindung führt nur zu einer Klangverschiebung. Insbesondere
ergeben sich durch die Erfindung kaum Auswirkungen auf die Übertragung akustischer
Signale, die für den Hörgeräteträger von Bedeutung sind. Es sind dies beispielsweise
hörgeräteintern oder extern erzeugte Warnsignale.
[0011] Insbesondere kann der Hörgeräteträger somit das intern erzeugte Warnsignal zur Warnung
vor einer zur Neige gehenden Spannungsquelle weiterhin in der für ihn benötigten Verstärkung
hören. Vorzugsweise erfolgen dabei die Warnhinweise in periodischen Abständen mittels
Sprachausgabe und umfassen eine Zeitabschätzung bzgl. der Dauer, für die der eingeschränkte
Betrieb gemäß der Erfindung noch aufrechterhalten werden kann.
[0012] Eine Absenkung tieffrequenter Signalanteile in dem akustischen Ausgangssignal reduziert
den Stromverbrauch des Hörhilfegerätes um bis zu 80%. Ab dem Zeitpunkt, von dem an
die erfindungsgemäße Maßnahme greift, ist damit eine bis zu fünfmal längere Restlaufzeit
möglich als dies ohne Stromsparmaßnahmen der Fall wäre.
[0013] Bei der Erfindung können mechanische Mittel zum Absenken der tieffrequenten Signalanteile
in dem akustischen Ausgangssignal vorgesehen sein. So kann zum Beispiel zum Absenken
der Tiefen mittels eines kleinen Antriebs automatisch ein Schallkanal verkürzt oder
verengt werden. Vorzugsweise werden bei einem Hörhilfegerät gemäß der Erfindung jedoch
elektronische Mittel zum Absenken tieffrequenter Signalanteile in dem akustischen
Ausgangssignal verwendet. Sind dies insbesondere Filtermittel, die vorzugsweise durch
entsprechende Filterparameter auch an unterschiedliche Randbedingungen angepasst werden
können.
[0014] Die erfindungsgemäßen Maßnahmen werden vorteilhaft immer dann ergriffen, wenn die
Restladung der verwendeten Spannungsquelle unter einen bestimmten Schwellenwert fällt.
Dieser Schwellenwert ist vorzugsweise, z.B. während der Programmierung des Hörhilfegerätes,
einstellbar.
[0015] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht mehrere unterschiedliche Schwellenwerte bzgl.
der Restladung der verwendeten Spannungsquelle und ein Absenken der tieffrequenten
Signalanteile in mehreren Stufen vor. So führt beispielsweise ein Absinken der Ausgangsspannung
der Spannungsquelle unterhalb eines bestimmten Schwellenwertes um jeweils 20 mV zu
einer Absenkung der tieffrequenten Signalanteile von jeweils 2 dB.
[0016] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung sieht mit weiter abnehmender Ausgangsspannung
der Spannungsquelle eine Verschiebung der Grenzfrequenz vor, unterhalb derer eine
Signalabsenkung erfolgt. Z.B. werden dann, wenn die Ausgangsspannung der Spannungsquelle
einen ersten Schwellenwert unterschreitet, Signalanteile unterhalb der Grenzfrequenz
von 400 Hz abgesenkt. Unterschreitet die Ausgangsspannung einen zweiten Schwellenwert,
so verschiebt sich die Grenzfrequenz, unterhalb derer eine Absenkung erfolgt, hin
zu höheren Frequenzen, z.B. 600 Hz. Selbstverständlich können auch mehr als zwei Schwellenwerte
bzw. Grenzfrequenzen festgelegt werden.
[0017] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung erfolgt die Absenkung der niederfrequenten
Signalanteile bzw. die Verschiebung der Grenzfrequenz, unterhalb derer eine Absenkung
erfolgt, nicht in Stufen, sondern kontinuierlich mit abnehmender Ausgangsspannung
der Spannungsquelle. Das damit verbundene, allmähliche Absenken der tieffrequenten
Signalanteile wird dadurch von dem Benutzer zunächst kaum wahrgenommen.
[0018] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Hörhilfegerät gemäß der Erfindung mit einem Ausgangsfilter mit einstellbarer Grenzfrequenz
zum Absenken tieffrequenter Signalanteile,
- Fig. 2
- ein Diagramm zur Veranschaulichung der Absenkung in mehreren Schritten,
- Fig. 3
- ein Diagramm zur Veranschaulichung der Anhebung der Grenzfrequenz in mehreren Schritten.
- Fig. 4
- ein Diagramm zur Veranschaulichung einer kontinuierlichen Absenkung,
- Fig. 5
- ein Diagramm zur Veranschaulichung einer kontinuierlichen Anhebung der Grenzfrequenz,
- Fig. 6
- ein Hörhilfegerät gemäß der Erfindung mit einer parallelen Signalverarbeitung in mehreren
Frequenzbändern.
[0019] Fig. 1 zeigt im Blockschaltbild ein Hörhilfegerät mit einem Mikrofon 1 zur Aufnahme
eines akustischen Eingangssignals und Abgabe eines elektrischen Signals. Zur Weiterverarbeitung
und frequenzabhängigen Verstärkung ist das elektrische Signal einer Signalverarbeitungseinheit
2 zugeführt. Während des normalen Betriebes des Hörhilfegerätes wird das verarbeitete
und verstärkte Ausgangssignal der Signalverarbeitungseinheit 2 mittels eines Hörers
3 in ein akustisches Signal zurückgewandelt und dem Gehör eines Hörgeräteträgers zugeführt.
[0020] Die Spannungsversorgung der genannten Komponenten des Hörhilfegerätes erfolgt über
eine Spannungsquelle 4, die in der Regel als Batterie oder Akkumulator ausgeführt
ist. Um den Benutzer frühzeitig vor einer entleerten Batterie bzw. einem entleerten
Akkumulator zu warnen, umfasst das Hörhilfegerät ferner einen Spannungswächter 5.
Unterschreitet die Ausgangsspannung der Spannungsquelle 4 einen bestimmten Schwellenwert,
so wird durch den Spannungswächter 5 ein Warnsignal in die Signalverarbeitungseinheit
2 eingespeist und gemäß den individuellen Anforderungen des jeweiligen Benutzers verstärkt
und über den Hörer 3 ausgegeben.
[0021] Das Hörhilfegerät gemäß dem Ausführungsbeispiel umfasst als Besonderheit Filtermittel
6 zum Absenken tieffrequenter Signalanteile in dem Ausgangssignal. Dabei müssen die
Filtermittel 6 nicht notwendigerweise zwischen der Signalverarbeitungseinheit 2 und
dem Hörer 3 in dem Signalpfad des Hörhilfegerätes von dem Mikrofon 1 zu dem Hörer
3 angeordnet sein. Vielmehr führen entsprechend ausgeführte Filtermittel in beliebiger
Anordnung in dem Signalpfad zu einem Absenken der tieffrequenten Signalanteile des
akustischen Ausgangssignals. Die Filtermittel 6 könnten somit z.B. auch direkt im
Anschluss an das Mikrofon 1 in den Signalpfad eingefügt sein. Die Filtermittel 6 sind
als Hochpass ausgeführt, so dass höherfrequente Signalanteile ungehindert passieren
können und tieffrequente Signalanteile unterdrückt werden. Die Filtermittel 6 beeinflussen
das Übertragungsverhalten des Hörhilfegerätes jedoch nicht permanent, sonder lediglich
dann, wenn die Ausgangsspannung der Spannungsquelle 4 einen bestimmten, vorzugsweise
einstellbaren Schwellenwert unterschreitet. Vorzugsweise stimmt dieser Schwellenwert
mit dem o.g. Schwellenwert überein, bei dem das akustische Warnsignal für den Benutzer
generiert wird.
[0022] Bei einer Ausführungsform der Erfindung sind bei dem Spannungswächter 5 mehrere Schwellenwerte
einstellbar und die Absenkung tieffrequenter Signalanteile in dem Ausgangssignal erfolgt
in mehreren Stufen. Ein diesbezügliches Ausführungsbeispiel ist in Fig. 2 veranschaulicht.
Aus dem Diagramm wird ersichtlich, dass eine Absenkung der tieffrequenten Signalanteile
um 2 dB erfolgt, sobald die Ausgangsspannung der Spannungsquelle den ersten Schwellenwert
S1 von 1,1 V unterschreitet. Beim Unterschreiten der weiteren Schwellenwerte S2, S3
und S4 werden die tieffrequenten Signalanteile in dem Ausgangssignal jeweils um weitere
2 dB abgesenkt. Im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 erfolgt die Signalabsenkung durch
eine entsprechende Steuerung der Filtermittel 6 durch den Spannungswächter 5.
[0023] Bei einer alternativen Ausführungsform der Erfindung erfolgt die Absenkung tieffrequenter
Signalanteile des Ausgangssignals beim Unterschreiten der Ausgangsspannung von einem
ersten Schwellenwert S1 um einen konstanten Betrag, z.B. -6 dB.
[0024] Zur Reduzierung des Stromverbrauchs bei weiter fortschreitendem Spannungsabfall wird
bei diesem Ausführungsbeispiel jedoch die Grenzfrequenz f
g stufenweise angehoben, unterhalb derer eine Signalabsenkung erfolgt. Diese Vorgehensweise
ist in dem Diagramm gemäß Fig. 3 veranschaulicht. Beim Unterschreiten des Schwellenwertes
S1 werden zunächst lediglich Frequenzen unterhalb 200 Hz abgesenkt. Unterschreitet
die Ausgangsspannung den Schwellenwert S2, so werden in dem Ausgangssignal Signalanteile
unterhalb 400 Hz abgesenkt. Auch bei den Schwellenwerten S3 und S4 erfolgt jeweils
eine Erhöhung der Grenzfrequenz f
g um 200 Hz.
[0025] Die beiden genannten Maßnahmen - stufenweise Absenkung bzw. stufenweise Erhöhung
der Grenzfrequenz - können selbstverständlich auch kombiniert werden. Weiterhin kann
die Absenkung bzw. die Verschiebung der Grenzfrequenz in Abhängigkeit der Ausgangsspannung
der Spannungsquelle auch anhand einer stetigen Kennlinie erfolgen, wie dies in den
Fig. 4 und 5 veranschaulicht ist. So erfolgt gemäß Fig. 4 beim Unterschreiten des
Schwellenwertes S1 eine mit weiter abnehmender Ausgangsspannung linear zunehmende
Dämpfung der tieffrequenten Signalanteile bis zum Erreichen eines Schwellenwertes
S2, bei dem die maximale Dämpfung (im Ausführungsbeispiel -8 dB) eingestellt ist.
Analog veranschaulicht Fig. 5 einen linearen Zusammenhang zwischen der Ausgangsspannung
und der Grenzfrequenz, unterhalb derer eine Signalabsenkung erfolgt. Die maximale
Grenzfrequenz liegt im Ausführungsbeispiel bei 1 kHz.
[0026] Ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in Fig. 6 veranschaulicht. Anders
als bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist hier das von dem Mikrofon 10 erzeugte
elektrische Eingangssignal zunächst einer Filterbank 11 zugeführt. In dieser erfolgt
eine Aufspaltung des elektrischen Eingangssignals in acht Frequenzbänder. Die weitere
Signalverarbeitung im Hörhilfegerät erfolgt dann parallel in diesen acht Frequenzbändern.
Hierzu umfasst das Hörhilfegerät die acht Signalverarbeitungseinheiten 12A bis 12H.
Nach der Verarbeitung und frequenzabhängigen Verstärkung werden die Signale der einzelnen
Kanäle in einem Summierer 13 zusammengeführt und schließlich über einen Hörer 14 in
ein elektrisches Signal gewandelt und dem Trommelfell eines Benutzers zugeführt. Die
Spannungsversorgung der genannten Komponenten des Hörhilfegerätes erfolgt mittels
einer Spannungsquelle 15. Auch in diesem Ausführungsbeispiel wird die Ausgangsspannung
der Spannungsquelle 15 von einem Spannungswächter 16 überwacht. Dieser liefert beim
Unterschreiten eines Schwellenwertes direkt ein Ausgangssignal an den Hörer 14 zur
Information eines Benutzers über einen bald notwendigen Austausch oder ein bald notwendiges
Nachladen der Spannungsquelle.
[0027] Als Besonderheit weist das Hörhilfegerät gemäß dem Ausführungsbeispiel nach Fig.
6 drei Schalter 17A, 17B und 17C auf, mittels derer die Spannungsversorgung der Signalverarbeitungseinheiten
12A, 12B und 12C unterbrochen werden kann. Durch eine Unterbrechung der Spannungsversorgung
wird das davon betroffene Frequenzband unterdrückt. Z.B. ist der Signalverarbeitungseinheit
12A das Frequenzband 0 bis 200 Hz zugeordnet, deren Spannungsversorgung beim Unterschreiten
der Ausgangsspannung der Spannungsquelle 15 eines ersten Schwellenwertes S1 durch
Öffnen des Schalters 17A durch den Spannungswächter 16 unterbrochen wird. Sinkt die
Ausgangsspannung unter einen Schwellenwert S2, so wird auch der zweite Schalter 17B
geöffnet und dadurch auch das Frequenzband von 200 Hz bis 400 Hz unterdrückt. Ebenso
verhält es sich mit dem dritten Frequenzband (400 Hz bis 800 Hz) beim Öffnen des dritten
Schalters 17C nach dem Unterschreiten eines dritten Schwellenwertes.
[0028] Die Erfindung bietet eine auf unterschiedliche Weise einfach realisierbare Maßnahme
zur effektiven Reduzierung des Stromverbrauchs. Durch die Maßnahme wird zwar das Klangbild
des betreffenden Hörhilfegerätes verändert, jedoch bleibt der überwiegende Teil akustischer
Informationen für den betroffenen Hörgeräteträger weiterhin verständlich. Insbesondere
werden Alarmsignale weiterhin mit der für den Hörgeräteträger notwendigen Verstärkung
übertragen.
1. Hörhilfegerät mit einem Eingangswandler (1, 10), einer Signalverarbeitungseinheit
(2, 12A bis 12H), einem Ausgangswandler (3, 14) einer Spannungsquelle (4, 15) sowie
mit Mitteln (5, 16) zur Überprüfung des Ladezustandes der Spannungsquelle (4, 15),
gekennzeichnet durch Mittel (5, 16) zum Absenken tieffrequenter Signalanteile des akustischen Ausgangssignals
in Abhängigkeit der Restladung der Spannungsquelle (4, 15).
2. Hörhilfegerät nach Anspruch 1 mit elektronischen Mitteln zum Absenken der tieffrequenten
Signalanteile.
3. Hörhilfegerät nach Anspruch 2 mit Filtermitteln zum Absenken der tieffrequenten Signalanteile.
4. Hörhilfegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei ein Schwellenwert (S1) bzgl.
der Ausgangsspannung der Spannungsquelle (4, 15) vorhanden ist und wobei die Absenkung
bei einer Ausgangsspannung unterhalb des Schwellenwertes (S1) erfolgt.
5. Hörhilfegerät nach Anspruch 4, wobei der Schwellenwert (S1) einstellbar ist.
6. Hörhilfegerät nach Anspruch 4 oder 5, wobei mehrere Schwellenwerte (S1, S2, S3, S4)
vorhanden sind und die Absenkung in Stufen erfolgt.
7. Hörhilfegerät nach Anspruch 4 oder 5, wobei mehrere Schwellenwerte (S1, S2, S3, S4)
vorhanden sind und eine Grenzfrequenz der tieffrequenten Signalanteile zu höheren
Frequenzen hin verschoben wird.
8. Hörhilfegerät nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei ein von einem Benutzer wahrnehmbares
Warnsignal zur Warnung vor einer entladenen Spannungsquelle (4, 15) abgebbar ist.
9. Verfahren zum Betrieb eines Hörhilfegerätes mit einem Eingangswandler (1, 10), einer
Signalverarbeitungseinheit (2, 12A bis 12H), einem Ausgangswandler (3, 14), einer
Spannungsquelle (4, 15) sowie mit Mitteln (5, 16) zur Überprüfung des Ladezustandes
der Spannungsquelle (4, 15) mit folgenden Schritten:
- Detektieren des Ladezustandes der Spannungsquelle (4, 15),
- Absenken tieffrequenter Signalanteile in dem akustischen Ausgangssignal in Abhängigkeit
des Ladezustandes der Spannungsquelle (4, 15).