[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran oder Bagger zum Umschlagen von einer an einem Lastseil
hängenden Last nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Im einzelnen befasst sich die Erfindung mit der Generierung von Führungsgrößen als
Steuerfunktionen bei Kranen oder Baggern, die eine Bewegung der an einem Seil aufgehängten
Last in mindestens drei Freiheitsgraden zulässt. Derartige Krane oder Bagger weisen
ein Drehwerk, das auf einem Fahrwerk aufgebracht sein kann, auf, welches zum Drehen
des Kranes oder Baggers dient. Weiterhin ist ein Wippwerk zum Aufrichten bzw. Neigen
eines Auslegers und ein Schwenkwerk vorhanden. Schließlich umfasst der Kran oder Bagger
ein Hubwerk zum Heben bzw. Senken der an dem Seil aufgehängten Last. Derartige Kräne
oder Bagger finden in verschiedenster Ausführung Verwendung. Beispielhaft sind hier
Hafenmobilkrane, Schiffskrane, Offshore-Krane, Raupenkrane bzw. Seilbagger zu nennen.
[0003] Beim Umschlagen einer an einem Seil hängenden Last mittels eines derartigen Kranes
oder Baggers entstehen Pendelbewegungen der Last, die auf die Bewegung des Kranes
oder Baggers selbst zurückzuführen sind. Es wurden nun bereits in der Vergangenheit
Anstrengungen unternommen, um Pendelschwingungen bei Lastkranen zu verringern bzw.
zu unterdrücken.
[0004] Die
WO 02/32805 A1 beschreibt einen Kran oder Bagger zum Umschlagen von einer an einem Lastseil hängenden
Last mit einer computergesteuerten Regelung zur Dämpfung der Lastpendelung, die ein
Bahnplanungsmodul, eine Zentripetalkraftkompensationseinrichtung und zumindest einen
Achsregler für das Drehwerk, einen Achsregler für das Wippwerk und einen Achsregler
für das Hubwerk aufweist. Dabei wird im Bahnplanungsmodul nur die kinematischen Begrenzungen
des Systems berücksichtigt. Das dynamische Verhalten findet nur beim Entwurf der Regelung
Berücksichtigung.
[0005] Die
DE-A -100 64 182 beschreibt einen kran zum Umschlagen von einer an einem Lastseil hängenden Last nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die Bewegungsführung der am Lastseil hängenden Last
noch weiter zu opimieren.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe weist ein gattungsgemäßer Kran oder Bagger eine Steuerung
auf, in der die Führungsgrößen für die Steuerung so generiert werden, dass sich eine
optimierte Bewegung mit minimierten Pendelausschlägen ergibt. Hierbei kann auch die
abgefahrene Bahn der pendelnden Last prognostiziert werden und darauf aufbauend eine
Kollisionsvermeidungsstrategie realisiert werden.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch
anschließenden Unteransprüchen.
[0009] Von besonderem Vorteil ist es, dass in der Bahnsteuerung der vorliegenden Erfindung
modelbasiert optimale Steuertrajektorien online berechnet und aktualisiert werden.
Dabei können die modelbasierten optimalen Steuertrajektorien basierend auf einem um
Referenztrajektorien linearisierten Model erstellbar sein. Alternativ können die modelbasierten
optimalen Steuertrajektorien auf einem nicht linearen Modelansatz basieren.
[0010] Die modelbasierten optimalen Steuertrjektorien können unter Rückführung von allen
Zustandsgrößen ermittelt werden.
[0011] Alternativ können die modelbasierten optimalen Steuertrajektorien unter Rückführung
von mindestens einer Messgröße und Schätzung der verbleibenden Zustandsgrößen ermittelbar
sein.
[0012] Wiederum alternativ können die modelbasierten optimalen Steuertrajektorien unter
Rückführung von mindestens einer Messgröße und Nachführung der verbleibenden Zustandsgrößen
durch modelbasierte Vorwärtssteuerung ermittelt werden.
[0013] Die Bahnsteuerung kann vorteilhaft als Vollautomatik oder aber auch als Halbautomatik
durchführbar sein.
[0014] So ergibt sich im Zusammenhang mit einer Regelung zur Lastpendeldämpfung ein optimiertes
Bewegungsverhalten mit vermindertem Restpendeln und geringeren Pendelausschlägen während
der Fahrt. Ohne die Regelung zur Lastpendeldämpfung kann die erforderliche Sensorik
am Kran verringert werden. Es kann ein vollautomatischer Betrieb, bei dem Start und
Zielpunkt feststehen ebenso realisiert werden, wie ein Handhebelbetrieb, der im folgenden
als halbautomatischer Betrieb bezeichnet wird.
[0015] In der vorliegenden Erfindung werden die Sollfunktionen im Gegensatz zur
WO 02/32805 A1 nun derart generiert, dass bereits vor dem Aufschalten auf die Regelung das dynamische
Verhalten des Krans berücksichtigt ist. Damit hat die Regelung nur noch die Aufgabe,
Modellabweichungen und Störgrößen auszugleichen, wodurch ein verbessertes Fahrverhalten
resultiert. Zudem kann, wenn die Positionsgenauigkeit und das tolerierbare Restpendeln
es zulässt, die Regelung ganz entfallen und der Kran mit dieser optimierten Steuerfunktion
betrieben werden. Allerdings wird das Verhalten etwas ungünstiger als beim Betrieb
mit der Regelung sein, da das Modell nicht in allen Details mit den tatsächlichen
Gegebenheiten übereinstimmt.
[0016] Das Verfahren sieht zwei Betriebsmodi vor. Den Handhebelbetrieb, bei dem der Bediener
durch die Handhebelauslenkung eine Sollgeschwindigkeit der Last vorgibt, und dem vollautomatischen
Betrieb, bei dem Start- und Zielpunkt vorgegeben werden.
[0017] Daneben kann die optimierte Steuerfunktionsberechnung allein oder in Zusammenhang
mit einer Regelung zur Lastpendeldämpfung betrieben werden.
[0018] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Als typischer Vertreter für einen Kran
oder Bagger der eingangs genannten Gattung wird die Erfindung hier anhand eines Hafenmobilkranes
beschrieben.
[0019] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung
dargestellten Ausführungsbeispiels erläutert. Als typischer Vertreter für einen Kran
oder Bagger der eingangs genannten Gattung wird die Erfindung hier anhand eines Hafenmobilkranes
beschrieben.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Prinzipielle mechanische Struktur eines Hafenmobilkranes
- Fig. 2:
- Zusammenwirken von hydraulischer Steuerung und Bahnsteuerung mit Modul zur optimierten
Bewegungsführung als Steuerfunktion des Kranes
- Fig. 3:
- Struktur der Bahnsteuerung mit Modul zur optimierten Bewegungsführung mit Regelung
zur Lastpendeldämpfung
- Fig. 4:
- Struktur der Bahnsteuerung mit Modul zur optimierten Bewegungsführung als Steuerfunktion
ohne Regelung zur Lastpendeldämpfung (ggf. mit unterlagerten Positionsreglern für
die Antriebe)
- Fig. 5:
- Mechanischer Aufbau des Drehwerks und Definition von Modellvariablen
- Fig. 6:
- Mechanischer Aufbau des Wippwerks und Definition von Modellvariablen
- Fig. 7:
- Aufrichtkinematik des Wippwerks
- Fig.8:
- Ablaufdiagramm für die Berechnung der optimierten Steuergröße im vollautomatischen
Betrieb
- Fig. 9:
- Ablaufdiagramm für die Berechnung der optimierten Steuergröße im halbautomatischen
Betrieb
- Fig. 10:
- Beispielhafte Führungsgrößengenerierung im vollautomatischen Betrieb
- Fig. 11:
- Beispielhafte Zeitverläufe von Steuergrößen und Regelgrößen im Handhebelbetrieb
[0021] In Fig. 1. ist die prinzipielle mechanische Struktur eines Hafenmobilkrans dargestellt.
Der Hafenmobilkran ist zumeist auf einem Fahrgestell 1 montiert. Zur Positionierung
der Last 3 im Arbeitsraum kann der Ausleger 5 mit dem Hydraulikzylinder des Wippwerks
7 um den Winkel ϕ
A gekippt werden. Mit dem Hubwerk kann die Seillänge
IS variiert werden. Der Turm 11 ermöglicht die Drehung des Auslegers um den Winkel ϕ
D um die Hochachse. Mit dem Lastschwenkwerk 9 kann die Last am Zielpunkt um den Winkel
ϕrot gedreht werden.
[0022] Fig. 2 zeigt das Zusammenwirken von hydraulischer Steuerung und Bahnsteuerung 31
mit Modul zur optimierten Bewegungführung. In der Regel besitzt der Hafenmobilkran
ein hydraulisches Antriebssystem 21. Ein Verbrennungsmotor 23 speist über ein Verteilergetriebe
die hydraulischen Steuerkreise. Die hydraulischen Steuerkreise bestehen jeweils aus
einer Verstellpumpe 25, die über ein Proportionalventil im Vorsteuerkreis angesteuert
wird, und einem Motor 27 oder Zylinder 29 als Arbeitsmaschine. Über das Proportionalventil
wird damit lastdruckunabhängig ein Förderstrom
QFD,
QFA,
QFL,
QFR eingestellt. Die Proportionalventile werden über die Signale
uSLD,
uStA,
uStL,
uStR angesteuert. Die hydraulische Steuerung ist meist mit einer unterlagerten Förderstromregelung
ausgestattet. Wesentlich ist dabei, daß die Steuerspannungen
UStD, uStA, uStL, u
SrR an den Proportionalventilen durch die unterlagerte Förderstromregelung in hierzu
proportionale Förderströme
QFD, QFA,
QFL, QFR im entsprechenden Hydraulikkreislauf umgesetzt werden.
[0023] Die Struktur der Bahnregelung ist nun in den Figuren 3 und 4 dargestellt. Figur 3
zeigt die Bahnsteuerung mit dem Modul zur optimierten Bewegungsführung mit Regelung
zur Lastpendeldämpfung und Figur 4 die Bahnsteuerung mit dem Modul zur optimierten
Bewegungsführung ohne Regelung zur Lastpendeldämpfung. Diese Lastpendeldämpfung kann
beispielsweise nach der Schrift
PCT/EP01/12080 entworfen worden sein. Daher wird der dort offenbarte Inhalt vollumfänglich in diese
Schrift mit einbezogen.
[0024] Wesentlich ist nun, daß die Zeitfunktionen für die Steuerspannungen der Proportionalventile
nicht mehr direkt aus den Handhebeln beispielsweise über Rampenfunktionen oder einen
Bahnplaner, der die kinematischen Beschränkungen des System berücksichtigt, abgeleitet
werden, sondern derart in der Bahnsteuerung 31 berechnet werden, daß beim Bewegen
des Krans keine oder geringe Pendelbewegungen der Last auftreten und die Last der
gewünschten Bahn im Arbeitsraum folgt. D.h. bei der Berechnung der optimierten Steuergröße
wird nicht nur die kinematische Beschreibung sondern die dynamische Beschreibung des
Systems berücksichtigt.
[0025] Eingangsgrößen des Moduls 37 ist eine Sollpunktmatrix 35 für die Position und Orientierung
der Last, die im einfachsten Fall aus Start- und Zielpunkt besteht,. Die Position
wird üblicherweise bei Drehkranen durch Polarkoordinaten beschrieben (
ϕLD,
rLA,
l)
. Da dadurch die Position des ausgedehneten Körpers (bspw. eines Containers) im Raum
nicht vollständig beschrieben wird, kann eine weitere Winkelgröße hinzugenommen werden
(Drehwinkel
γL um die Hochachse, die parallel zum Seil liegt). Die Zielpositionsgrößen
ϕLDZiel,
rLAZiel,
lZiel,
γLZiel sind im Vektor
qZiel zusammengefasst.
[0026] Eingangsgrößen des Moduls 39 sind die aktuellen Stellungen der Handhebel 34 zur Ansteuerung
des Krans. Die Auslenkung der Handhebel entspricht der gewünschten Zielgeschwindigkeit
der Last in der jeweiligen Bewegungsrichtung. Dementsprechend werden die Ziel-Geschwindigkeiten
ϕ̇LDZiel,ṙLAZiel,l̇Ziel,γ̇Ziel zum Zielgeschwindigkeitsvektor
q̇Ziel zusammengefasst.
[0027] Im Falle des Moduls zur optimierten Bewegungsführung im vollautomatischen Betrieb
37 kann aus dieser Information über das abgelegte Modell zur Beschreibung des dynamischen
Verhaltens und den gewählten Rand- und Nebenbedingungen das Optimalsteuerungsproblem
gelöst werden. Ausgangsgrößen sind dann die Zeitfunktionen
uout,D,
uout,A,
uout,l,
uout,R, die zugleich Eingangsgrößen der unterlagerten Regelung zur Lastpendeldämpfung 36
bzw. der unterlagerten Regelung für Position bzw. Geschwindigkeit des Krans 41. Auch
eine direkte Ansteuerung 41 des Krans ohne unterlagerte Regelung ist bei entsprechender
Formulierung der Gleichungen in 37 möglich. Dabei kann im vollautomatischen Betrieb
der Handhebelwert dazu benutzt werden, im Optimalsteuerungsproblem die Nebendbedingung
der maximalen zulässigen Geschiwndigkeit zu verändern. Dies ist insbesondere deshalb
vorteilhaft, daß auch im vollautomatischen Betrieb der Anwender die Möglichkeit hat,
den vollautomatischen Ablauf online in der Geschwindigkeit zu beeinflussen. Die vorgenommenen
Änderungen werden sofort im nächsten Durchlauf des Algorithmus übernommen und berücksichtigt.
[0028] Im Falle des Moduls zur optimierten Beweungsführung im halbautomatischen Betrieb
39 wird jedoch zur Information der aktuell gewünschten Zielgeschwindigkeit der Last
durch die Handhebelstellung als weitere Information der aktuelle Systemzustand neben
der Rand- und Nebenbedingungen benötigt. Deshalb müssen im halbautomatischen Betrieb
die Meßgrößen der Position von Kran und Last laufend auf das Modul 39 zurückgeführt
werden. Im einzelnen sind dies:
- Drehwerkswinkel ϕD,
- Wippwerkswinkel ϕA,
- Seillänge lS, und
- relative Lasthakenposition c
und die Winkel zur Beschreibung der Lastposition:
- tangentialer Seilwinkel ϕSt,
- radialer Seilwinkel ϕSr, und
- absoluter Rotationswinkel der Last γL.
[0029] Insbesondere letztgenannte Meßgrößen für Seilwinkel und absoluten Rotationswinkel
der Last sind nur mit größerem Aufwand messtechnisch zu erfassen. Für die Realisierung
einer Lastpendeldämpfung sind diese jedoch unabdingbar notwendig, um Störungen auszugleichen.
Dadurch kann eine sehr hohe Positioniergenauigkeit bei geringem Restpendeln auch unter
Einfluß von Störgrößen (wie Wind) erreicht werden. Im Falle von Fig. 3 stehen diese
Größen alle zur Verfügung.
[0030] Wird jedoch das Verfahren in einem System eingesetzt, in dem keine Sensoren für die
Seilwinkelmessung und den absoluten Rotationswinkel existieren, so muß für das Modul
zur optimierten Bewegungsführung im halbautomatischen Betrieb diese Größen rekonstruiert
werden. Hier bieten sich modellbasierte Schätzverfahren 43, wie Beobachterstrukturen,
an. Hierbei wird aus den Meßgrößen der Kranposition und den Ansteuerfunktionen
uout,D, uout,A, uout,I, uout,R in einem hinterlegten dynamischen Modell die fehlenden Zustandsgrößen geschätzt oder
nachgeführt (siehe Fig. 4).
[0031] Grundlage für das Verfahren der optimierten Bewegungsführung ist das Verfahren der
dynamischen Optimierung. Hierzu muß das dynamische Verhalten des Kranes in einem Differentialgleichungsmodell
abgebildet werden. Zur Ableitung der Modellgleichungen kann entweder der Lagrange-Formalismus
oder die Methode nach Newton-Euler verwendet werden.
[0032] Im folgenden werden mehrere mögliche Modellansätze vorgestellt. Zunächst werden anhand
Fig. 5 und 6 die Definition der Modellvariablen vorgenommen. Zur besseren Übersichtlichkeit
zeigt Fig. 5 die Modellvariablen die im Zusammenhang mit der Drehbewegung stehenden
Modellvariablen und Fig. 6 die Modellvariablen für die radiale Bewegung.
[0033] Zunächst wird Fig. 5 detailliert erläutert. Wesentlich ist dabei der dort gezeigte
Zusammenhang zwischen der Drehposition
ϕD des Kranturmes und der Lastposition
ϕLD in Drehrichtung. Die um den Pendelwinkel korrigierte Lastdrehwinkelposition berechnet
sich dann zu
IS ist dabei die resultierende Seillänge vom Auslegerkopf bis zum Lastmittelpunkt.
ϕA ist der aktuelle Aufrichtwinkel des Wippwerks,
IA ist die Länge des Auslegers,
ϕSt ist der aktuelle Seilwinkel in tangentialer Richtung (da
ϕSt klein ist, kann sin
ϕSt≈ϕSt angenähert werden).
Das dynamische System für die Bewegung der Last in Drehrichtung kann durch die folgenden
Differentialgleichungen beschrieben werden.

Bezeichnungen:
[0034]
- mL
- Lastmasse
- lS
- Seillänge
- mA
- Masse des Auslegers
- JAZ
- Massenträgheitsmoment des Auslegers bezüglich Schwerpunkt bei Drehung um Hochachse
- IA
- Länge des Auslegers
- SA
- Schwerpunktsabstand des Auslegers
- JT
- Massenträgheitsmoment des Turmes
- bD
- viskose Dämpfung im Antrieb
- MMD
- Antriebsmoment
- MRD
- Reibmoment
(2) beschreibt im wesentlichen die Bewegungsgleichung für den Kranturm mit Ausleger,
wobei die Rückwirkung durch die Lastpendelung berücksichtigt wird. (3) ist die Bewegungsgleichung,
welche die Lastpendelung um den Winkel ϕ
St beschreibt, wobei die Anregung der Lastpendelung durch die Drehung des Turmes über
die Winkelbeschleunigung des Turmes oder eine äußere Störung, ausgedrückt durch Anfangsbedingungen
für diese Differentialgleichungen, verursacht wird.
[0035] Der hydraulische Antrieb wird durch die folgenden Gleichungen beschrieben.
iD ist das Übersetzungsverhältnis zwischen Motordrehzahl und Drehgeschwindigkeit des
Turms, V ist das Schluckvolumen der Hydraulikmotoren, Δ
pD ist der Druckabfall über dem hydraulischen Antriebsmotor, β ist die Ölkompressibilität,
Q
FD ist der Förderstrom im Hydraulikkreis für das Drehen und
KPD ist die Proportionalitätskonstante, die den Zusammenhang zwischen Förderstrom und
Ansteuerspannung des Proportionalventils angibt. Dynamische Effekte der unterlagerten
Förderstromregelung werden vernachlässigt.
[0036] Alternativ hierzu kann das Übertragungsverhalten der Antriebsaggregate anstatt mit
der Gleichung 4 durch einen approximativen Zusammenhang als Verzögerungsglied 1. oder
höherer Ordnung dargestellt werden. Im folgenden ist die Approximation mit einem Verzögerungsglied
1. Ordnung dargestellt. Danach ergibt sich die Übertragungsfunktion

bzw. im Zeitbereich

[0037] Damit kann aus den Gleichungen (6) und (3) ebenfalls eine adäquate Modellbeschreibung
aufgebaut werden; Gleichung (2) wird nicht benötigt.
TDAntr ist die approximative (aus Messungen ermittelte Zeitkonstante zur Beschreibung des
Verzögerungsverhaltens der Antriebe.
KPDAntr die resultiertende Verstärkung zwischen Ansteuerspannung un resultierender Geschwindigkeit
im staionären Fall.
Bei einer unerheblichen Zeitkonstante bezüglich der Antriebsdynamik kann direkt eine
Proportionalität zwischen Geschwindigkeit und Ansteuerspannung des Proportionalventils
angenommen werden.

[0038] Auch hier kann dann aus den Gleichungen (7) und (3) eine adäquate Modellbeschreibung
aufgebaut werden.
[0039] Für die in Fig. 6 dargestellte radiale Bewegung lässt sich analog zu den Gleichungen
(2) und (3) die Bewegungsgleichungen aufstellen. Hierzu gibt Fig. 6 Erläuterungen
zur Definition der Modellvariablen. Wesentlich ist dabei der dort gezeigte Zusammenhang
zwischen der Aufrichtwinkelposition
ϕA des Auslegers und der Lastposition in radialer Richtung
rLA 
[0040] Das dynamische System kann dann nach Anwendung des Newton-Eulerverfahrens durch die
folgenden Differentialgleichungen beschrieben werden.

Bezeichnungen:
[0041]
- mL
- Lastmasse
- Is
- Seillänge
- mA
- Masse des Auslegers
- JAY
- Massenträgheitsmoment bezüglich Schwerpunkt bei Drehung um horizontale Achse inkl.
Antriebsstrang
- IA
- Länge des Auslegers
- SA
- Schwerpunktsabstand des Auslegers
- bA
- viskose Dämpfung
- MMA
- Antriebsmoment
- MRA
- Reibmoment
[0042] Gleichung (9) beschreibt im wesentlichen die Bewegungsgleichung des Auslegers mit
dem antreibenden Hydraulikzylinder, wobei die Rückwirkung durch die Pendelung der
Last berücksichtigt wird. Dabei ist auch der durch die Schwerkraft des Auslegers einwirkende
Anteil und die viskose Reibung im Antrieb berücksichtigt. Gleichung (10) ist die Bewegungsgleichung,
welche die Lastpendelung ϕ
Sr beschreibt, wobei die Anregung der Schwingung durch das Aufrichten bzw. Neigen des
Auslegers über die Winkelbeschleunigung des Auslegers oder eine äußere Störung, ausgedrückt
durch Anfangsbedingungen für diese Differentialgleichungen, verursacht wird. Über
den Term auf der rechten Seite der Differentialgleichung wird der Einfluß der Zentripetalkraft
auf die Last bei Drehung der Last mit dem Drehwerk beschrieben. Dadurch wird ein für
einen Drehkran typisches Problem beschrieben, da damit eine Kopplung zwischen Drehwerk
und Wippwerk besteht. Anschaulich kann man dieses Problem dadurch beschreiben, daß
eine Drehwerksbewegung mit quadratischer Drehgeschwindigkeitsabhängigkeit auch einen
Winkelausschlag in radialer Richtung hervorruft.
[0043] Der hydraulische Antrieb wird durch die folgenden Gleichungen beschrieben.

[0044] FZyl ist die Kraft des Hydraulikzylinders auf die Kolbenstange,
pZyl ist der Druck im Zylinder (je nach Bewegungsrichtung kolben- oder ringseitig),
AZyl ist die Querschnittsfläche des Zylinders (je nach Bewegungsrichtung kolben- oder
ringseitig), β ist die Ölkompressibilität,
VZyl ist das Zylindervolumen, Q
FA ist der Förderstrom im Hydraulikkreis für das Wippwerk und K
PA ist die Proportionalitätskonstante, die den Zusammenhang zwischen Förderstrom und
Ansteuerspannung des Proportionalventils angibt. Dynamische Effekte der unterlagerten
Förderstromregelung werden vernachlässigt. Bei der Ölkompression im Zylinder wird
als relevantes Zylindervolumen die Hälfte des Gesamtvolumens des Hydraulikzylinders
angenommen.
zZyl, żZyl sind die Position bzw. die Geschwindigkeit der Zylinderstange. Diese sind ebenso
wie die geometrischen Parameter
db und
ϕp von der Aufrichtkinematik abhängig.
[0045] In Fig. 7 ist die Aufrichtkinematik des Wippwerks dargestellt. Beispielhaft ist der
Hydraulikzylinder oberhalb des Drehpunktes des Auslegers am Kranturms verankert. Aus
Konstruktionsdaten kann der Abstand
da zwischen diesem Punkt und dem Drehpunkt des Auslegers entnommen werden. Die Kolbenstange
des Hydraulikzylinders ist am Ausleger im Abstand
db befestigt. Der Korrekturwinkel
ϕ0 berücksichtigt die Abweichungen der Befestigungspunkte von der Ausleger- bzw. Turmachse
und ist ebenfalls aus Konstruktionsdaten bekannt. Daraus läßt sich der folgende Zusammenhang
zwischen Aufrichtwinkel ϕ
A und Hydraulikzylinderposition
ZZyl herleiten.

[0046] Da nur der Aufrichtwinkel ϕ
A Meßgröße ist, ist die umgekehrte Relation von (12) sowie die Abhängigkeit zwischen
Kolbenstangengeschwindigkeit
żZyl und Aufrichtgeschwindigkeit
ϕ̇A ebenfalls von Interesse.

[0047] Für die Berechnung des wirksamen Momentes auf den Ausleger ist außerdem die Berechnung
des Projektionswinkels
ϕP erforderlich.

[0048] Alternativ kann hierzu wieder anstatt der Hydraulikgleichungen (11) eine Näherung
für die Dynamik der Antriebe mit einen approximativen Zusammenhang als Verzögerungsglied
1. oder höherer Ordnung vorgesehen werden. Damit erhält man beispielhaft

bzw. im Zeitbereich

[0049] Damit kann aus den Gleichungen (17), (14) und (10) ebenfalls eine adäquate Modellbeschreibung
aufgebaut werden; Gleichung (9) wird nicht benötigt.
TAAntr ist die approximative (aus Messungen ermittelte Zeitkonstante zur Beschreibung des
Verzögerungsverhaltens der Antriebe.
KPAAntr die resultiertende Verstärkung zwischen Ansteuerspannung und resultierender Geschwindigkeit
im stationären Fall.
Bei einer unerheblichen Zeitkonstante bezüglich der Antriebsdynamik kann direkt eine
Proportionalität zwischen Geschwindigkeit und Ansteuerspannung des Proportionalventils
angenommen werden.

[0050] Auch hier kann dann aus den Gleichungen (18), (10) und (14) eine adäquate Modellbeschreibung
aufgebaut werden.
[0051] Letzte Bewegungsrichtung ist das Drehen der Last am Lasthaken selbst durch das Lastschwenkwerk.
Eine entsprechende Beschreibung dieser Regelung ergibt sich aus der
deutschen Patentanmeldung DE 100 29 579 vom 15.06.2000, auf deren Inhalt hier ausdrücklich verwiesen wird. Die Rotation der
Last wird über das zwischen einer am Seil hängenden Unterflasche und einer Lastaufnahmevorrichtung
angeordnete Lastschwenkwerk vorgenommen. Dabei werden auftretende Torsionsschwingungen
unterdrückt. Damit kann die in den meisten Fällen ja eben nicht rotationssymmetrische
Last lagegenau aufgenommen, durch einen entsprechenden Engpass bewegt und abgesetzt
werden. Selbstverständlich wird auch diese Bewegungsrichtung im Modul zur optimierten
Bewegungsführung integriert, wie dies beispielsweise anhand der Übersicht in Fig.
3 dargestellt ist. In besonders vorteilhafter Weise kann hier die Last schon nach
dem Aufnehmen während des Transportes durch die Luft in die entsprechend gewünschte
Schwenkposition mittels des Lastschwenkwerkes verfahren werden, wobei hier die einzelnen
Pumpen und Motoren synchron angesteuert werden. Wahlweise kann auch ein Modus für
eine drehwinkelunabhängige Orientierung gewählt werden.
[0052] Daraus ergibt sich die nachfolgend aufgeführte Bewegungsgleichung. Die Varaiablenbezeichnung
entsprechen der
DE 100 29 579 vom 15.06.2000. Dabei wurde keine Linearisierung vorgenommen.

[0053] Auch für das Lastschwenkwerk können nun Differentialgleichungen zur Beschreibung
der Antriebsdynamik zur Verbesserung der Funktion wie bei der Drehbewegung zusätzlich
berücksichtigt werden. Hier soll auf eine detaillierte Darstellung verzichtet werden.
[0054] Die Dynamik des Hubwerks sei vernachlässigt, da die Dynamik der Hubwerksbewegung
im Vergleich zur Systemdynamik des Lastpendelung des Krans schnell ist. Wie beim Lastschwenkwerk
können jedoch bei Bedarf die entsprechenden dynamischen Gleichungen zur Beschreibung
der Hubwerksdynamik jederzeit ergänzt werden.
[0056] Die Vektoren
a(
x),
b(
x),
c(
x) ergeben sich durch Umformung der Gleichungen (2)-(4), (8)-(15).
[0057] Im Betrieb des Moduls zur optimierten Bewegungsführung ohne unterlagerte Lastpendeldämpfung
tritt im halbautomatischen Betrieb die Problematik auf, dass der Zustand
x als Messvektor vollständig vorliegen muß. Da in diesem Fall aber keine Pendelwinkelsensoren
installiert sind, müssen die in diesem oben beschriebenen Fall beispielhaft die Pendelwinkelgrößen
ϕ
St, ϕ̇
ST, ϕ
Sr, ϕ̇
Sr aus den Ansteuergrößen
uStD, uStA und den Meßgrößen ϕ
D, ϕ̇
D, ϕ
A, ϕ̇
A, p
Zyl rekonstruiert werden. Hierzu wird das nichtlineare Modell nach Gleichung (20-23)
linearisiert und beispielsweise ein parameteradaptiver Zustandsbeobachter (siehe auch
Fig. 4 Block 43) entworfen. Bei reduzierten Genauigkeitsanforderungen kann vereinfachend
auch eine Zustandsnachführung der Seilwinkelgrößen basierend auf den Modellgleichungen
und den bekannten Verläufen der Eingangsgrößen sowie der messbaren Zustandsgrößen
erfolgen.
[0058] Die Sollverläufe für die Eingangssignale (Steuergrößen)
uStD(t), uStA(t) werden durch die Lösung eines Optimalsteuerungsproblems, d.□h. einer Aufgabe der
dynamischen Optimierung bestimmt. Hierzu wird die angestrebte Reduktion des Lastpendelns
in einem Zielfunktional erfasst. Randbedingungen und Trajektorienbeschränkungen des
Optimalsteuerungsproblems ergeben sich aus den Bahndaten, den technischen Restriktionen
des Kransystems (z.□B. limitierte Antriebsleistung, sowie Beschränkungen aufgrund
von dynamischer Lastmomentbegrenzungen zur Verhinderung des Kippens des Krans) sowie
erweiterten Forderungen an die Bewegung der Last. Beispielsweise ist es mit dem im
folgenden beschriebenen Verfahren erstmals möglich, den Bahnkorridor, den die Last
bei der Aufschaltung der berechneten Steuerfunktionen benötigt, exakt im vorhinein
zu prädizieren. Damit sind Automatisierungsmöglichkeiten gegeben, die vormals nicht
lösbar waren. Eine solche Formulierung des Optimalsteuerungsproblems wird im folgenden
beispielhaft sowohl für den vollautomatischen Betrieb des Systems mit vorgegebenem
Start- und Zielpunkt der Lastbahn als auch für den Handhebelbetrieb gegeben.
[0059] Im Fall des vollautomatischen Betriebs wird die gesamte Bewegung vom vorgegebenem
Start- bis zum vorgegebenen Zielpunkt betrachtet. Im Zielfunktional des Optimalsteuerungsproblems
werden die Lastpendelwinkel quadratisch bewertet. Die Minimierung dieses Zielfunktionals
liefert daher eine Bewegung mit reduzierter Lastpendelung. Eine zusätzliche Bewertung
der Lastpendelwinkelgeschwindigkeiten mit einem zeitvarianten (zum Ende des Optimierungshorizonts
zunehmenden) Strafterm ergibt eine Beruhigung der Lastbewegung am Ende des Optimierungshorizonts.
Ein Regularisierungsterm mit quadratischer Bewertung der Amplituden der Steuergrößen
kann die numerische Kondition der Aufgabe günstig beeinflussen.

Bezeichnungen:
[0060]
- t0
- Vorgegebener Startzeitpunkt
- tf
- Vorgegebener Endzeitpunkt
- ρ(t)
- Zeitvarianter Strafkoeffizient
- ρu(uStD,uStA)
- Regularisierungsterm (quadratische Bewertung der Steuergrößen)
[0061] Im Handhebelbetrieb wird dagegen nicht die komplette Lastbewegung zwischen vorgegebenem
Start- und Zielpunkt betrachtet, sondern das Optimalsteuerungsproblem wird auf einem
mit dem dynamischen Vorgang mitbewegten Zeitfenster [
to,tf] betrachtet. Der Startzeitpunkt des Optimierungshorizonts
to ist der aktuelle Zeitpunkt, und im Optimalsteuerungsproblem wird die Dynamik des
Kransystems im Prognosehorizont bis
tf betrachtet. Dieser Zeithorizont ist ein wesentlicher Tuning-Parameter des Verfahrens
und ist nach unten durch die Schwingungsdauer der Lastpendelbewegung begrenzt.
[0062] Im Zielfunktional des Optimalsteuerungsproblems ist neben der angestrebten Reduktion
des Lastpendelns die Abweichung der tatsächlichen Lastgeschwindigkeit von den durch
die Handhebelstellungen vorgegebenen Sollgeschwindigkeiten zu berücksichtigen.

Bezeichnungen:
[0063]
- to
- Vorgegebener Startzeitpunkt des Optimierungshorizonts
- tf
- Vorgegebener Endzeitpunkt des Prognosezeitraums
- ρLD
- Bewertungskoeffizient Abweichung Lastdrehwinkelgeschwindigkeit
- ϕLD,soll
- Durch Handhebelstellung vorgegebene Lastdrehwinkelgeschwindigkeit
- ρLA
- Bewertungskoeffizient Abweichung radiale Lastgeschwindigkeit
- ṙLA,soll
- Durch Handhebeistellung vorgegebene radiale Lastgeschwindigkeit
[0064] Im vollautomatischen Betrieb mit vorgegebenem Start- und Zielpunkt ergeben sich die
Randbedingungen für das Optimalsteuerungsproblem aus deren Koordinaten und den Anforderungen
einer Ruhelage in Start und Zielposition.

Bezeichnungen:
[0065]
- φD,0
- Startpunkt Drehwerkswinkel
- φD,f
- Endpunkt Drehwerkswinkel
- rLA,0
- Startpunkt Lastposition
- rLA,f
- Endpunkt Lastposition
[0066] Die Randbedingungen für den Druck im Zylinder ergeben sich aus den stationären Werten
im Start- und Zielpunkt nach Gleichung (11).
[0067] Im Handhebelbetrieb muß dagegen in den Randbedingungen berücksichtigt werden, dass
die Bewegung nicht aus einer Ruhelage startet und im allgemeinen auch nicht in einer
Ruhelage endet. Die Randbedingungen zum Startzeitpunkt des Optimierungshorizonts
t0 ergeben sich aus dem aktuellen Systemzustand
x(
t0), der gemessen wird bzw. über ein mitgeführtes Modell aus den Ansteuergrößen
uS,tD, uStA und den Meßgrößen
ϕD,ϕ̇'D,ϕA,ϕ̇A,PZyl über einen parameteradaptiven Zustandsbeobachter rekonstruiert wird.
Die Randbedingungen am Ende des Optimierungshorizonts
tf sind frei.
[0068] Aufgrund der technischen Parameter des Kransystems ergeben sich eine Reihe von Restriktionen,
die unabhängig vom Betriebsmodus im Optimalsteuerungsproblem zu berücksichtigen sind.
So ist die Antriebsleistung limitiert. Dies kann über einen maximalen Förderstrom
in den hydraulischen Antrieben beschrieben werden und über Amplitudenbeschränkungen
für die Steuergrößen in das Optimalsteuerungsproblem einbezogen werden.

[0069] Zur Vermeidung von Beanspruchungen des Systems durch abrupte Lastwechsel, deren Folgen
in dem oben beschriebenen vereinfachten dynamischen Modell nicht erfasst sind, wird
die Änderungsgeschwindigkeit der Steuergrößen limitiert. Dadurch kann definiert die
mechanische Beanspruchung limitiert werden.

[0070] Zusätzlich kann gefordert werden, dass die Steuergrößen als Funktionen der Zeit stetig
sein sollen und stetige erste Ableitungen bezüglich der Zeit besitzen.
[0071] Der Aufrichtwinkel ist aufgrund der Krankonstruktion limitiert

Bezeichnungen:
[0072]
- uStD,max
- Maximalwert Ansteuerfunktion Drehwerk
- u̇StD,max
- Maximale Änderungsgeschwindigkeit Ansteuerfunktion Drehwerk
- uStA,max
- Maximalwert Ansteuerfunktion Wippwerk
- u̇StA,max
- Maximale Änderungsgeschwindigkeit Ansteuerfunktion Wippwerk
- φA,min
- Minimalwert Aufrichtwinkel
- φA,max
- Maximalwert Aufrichtwinkel
[0073] Zusätzliche Restriktionen ergeben sich aus weitergehenden Anforderungen an die Bewegung
der Last. So kann beim vollautomatischen Betrieb, bei dem die gesamte Lastbewegung
vom Start- bis zum Zielpunkt betrachtet wird, eine monotone Änderung des Drehwinkels
gefordert werden.

[0074] Bahnkorridore lassen sich sowohl im vollautomatischen als auch im Handhebelbetrieb
über die analytische Beschreibung der zulässigen Lastpositionen mit Hilfe von Ungleichungsrestriktionen
in die Berechnung der optimalen Steuerung einbeziehen.

[0075] Mit Hilfe dieser Ungleichungsbedingungen wird ein Bahnverlauf im Inneren eines zulässigen
Bereichs, hier des Bahnkorridors erzwungen, die Grenzen dieses zulässigen Bereichs
begrenzen die Lastbewegung und stellen somit ,virtuelle Wände' dar.
[0076] Besteht die abzufahrende Bahn nicht nur aus Start- und Zielpunkt, sondern sind weitere
Punkte in vorgegebener Reihenfolge abzufahren, so kann das durch innere Randbedingungen
in das Optimalsteuerungsproblem einbezogen werden.

Bezeichnungen:
[0077]
- ti
- (freier) Zeitpunkt des Erreichens des vorgegebenen Bahnpunktes i
- φD,i
- Drehwinkelkoordinate des vorgegebenen Bahnpunktes i
- rLA,i
- Radiale Position des vorgegebenen Bahnpunktes i
[0078] Der Anspruch ist nicht an eine bestimmte Methode zur numerischen Berechnung der optimalen
Steuerungen gebunden. Der Anspruch bezieht sich ausdrücklich auch auf eine angenäherte
Lösung der oben angegebenen Optimalsteuerungsprobleme, bei der im Hinblick auf einen
reduzierten Rechenaufwand beim on-line Einsatz nur eine Lösung ausreichender (nicht
maximaler) Genauigkeit ermittelt wird. Zudem kann aus Effektivitätsgründen eine Reihe
der oben formulierten harten Beschränkungen (Randbedingungen oder Trajektorienungleichungsbeschränkungen)
numerisch als weiche Beschränkung über eine Bewertung der Beschränkungsverletzung
im Zielfunktional behandelt werden.
Beispielhaft soll hier jedoch die numerische Lösung mittels Mehrstufen-Steuerungsparametrisierung
erläutert werden.
[0079] Zur näherungsweisen numerischen Lösung des Optimalsteuerungsproblems wird der Optimierungshorizont
diskretisiert.

[0080] Die Länge der Teilintervalle
[tk,
tk+1] kann dabei an die Dynamik des Problems angepasst werden. Eine größere Anzahl von
Teilintervallen führt in der Regel zu einer Verbesserung der Näherungslösung, aber
auch zu einem erhöhten Berechnungsaufwand.
Auf jedem dieser Teilintervalle wird nun der Zeitverlauf der Steuergrößen durch eine
Ansatzfunktion
Uk mit einer festen Anzahl von Parametern
uk (Steuerungsparameter) approximiert.

[0081] Nun kann die Zustandsdifferentialgleichung des dynamischen Modells numerisch integriert
und das Zielfunktional ausgewertet werden, wobei anstelle der Steuergrößen die approximierten
Zeitverläufe eingesetzt werden. Im Ergebnis wird das Zielfunktional als Funktion der
Steuerungsparameter
uk k=0,...,K-1 erhalten. Die Randbedingungen und die Trajektorienbeschränkungen lassen sich ebenso
als Funktionen der Steuerungsparameter auffassen.
Das Optimalsteuerungsproblem wird auf diese Weise durch ein nichtlineares Optimierungsproblem
in den Steuerungsparametern angenähert, wobei Zielfunktionsberechnung und Beschränkungsauswertung
des nichtlinearen Optimierungsproblems jeweils die numerische Integration des dynamischen
Modells unter Berücksichtigung des Approximationsansatzes nach Gleichung (34) erfordern.
Dieses beschränkte nichtlineare Optimierungsproblem kann nun numerisch gelöst werden,
wobei hierzu ein übliches Verfahren der sequentiellen quadratischen Programmierung
(SQP) eingesetzt wird, bei dem die Lösung des nichtlinearen Problems über eine Folge
von linear-quadratischen Näherungen bestimmt wird.
Die Effizienz der numerischen Lösung kann beträchtlich gesteigert werden, wenn zusätzlich
zu den Steuerungsparametern des Intervalls k auch noch der Anfangszustand

des jeweiligen Intervalls als Variable des nichtlinearen Optimierungsproblems betrachtet
wird. Durch geeignete Gleichungsbeschränkungen ist die Stetigkeit der approximierten
Zustandstrajektorien zu sichern. Damit steigt die Dimension des nichtlinearen Optimierungsproblems
an. Es ergibt sich jedoch eine beträchtliche Vereinfachung in der Verkopplung der
Problemvariablen und zudem eine starke Strukturierung des nichtlinearen Optimierungsproblems.
Daher sinkt der Lösungsaufwand in vielen Fällen beträchtlich, vorausgesetzt, die Problemstruktur
wird im Lösungsalgorithmus geeignet ausgenutzt.
[0082] Eine zusätzliche deutliche Reduktion des Rechenaufwands zur Lösung des Optimalsteuerungsproblems
wird durch eine Approximation mittels Linearisierung der Systemgleichungen erreicht.
Dabei werden die ursprünglichen nichtlinearen Zustandsdifferentialgleichungen und
algebraischen Ausgangsgleichungen (20) entlang einer zunächst beliebig vorgegebenen
Systemtrajektorie
(Xref(t), Uref(t)), die die Zustandsdifferentialgleichungen erfüllt, linearisiert.

[0083] Dabei bezeichnen die Größen Δ
x,Δ
u,Δ
y die Abweichungen vom Referenzverlauf der jeweiligen Größe

[0084] Die zeitvarianten Matrizen
A(
t),
B(
t),
C(
t) ergeben sich aus den Jacobi-Matrizen

[0085] Wird nun die Optimalsteuerungsaufgabe in den Variablen
Δx,Δu formuliert, so ergibt sich ein beschränktes linear-quadratisches Optimalsteuerungsproblem.
Bei geeigneter Wahl der Ansatzfunktionen
Uk kann die Zustandsdifferentialgleichung über die zugehörige Bewegungsgleichung auf
jedem Teilintervall
[tk, tk+1] analytisch gelöst werden, und die aufwendige numerische Integration entfällt.
Die Optimalsteuerungsaufgabe wird so durch ein endlich-dimensionales quadratisches
Optimierungsproblem mit linearen Gleichungs- und Ungleichungsrestriktionen approximiert,
welches mit einem angepassten Standardverfahren numerisch gelöst werden kann. Der
numerische Aufwand hierfür ist wiederum deutlich geringer als bei dem oben beschriebenen
nichtlinearen Optimierungsproblem.
Der beschriebene Linearisierungsansatz ist besonders für die näherungsweise Lösung
der Optimalsteuerungsprobleme bei Handhebelbetrieb geeignet, da in diesem Fall zum
einen aufgrund des kürzeren Optimierungshorizonts (Zeitfenster [
to,tf]) die durch die Linearisierung bedingten Ungenauigkeiten eine geringere Auswirkung
haben und zum anderen mit den im jeweils vorangehenden Zeitschrift berechneten optimalen
Steuerungs- und Zustandsverläufen geeignete Referenztrajektorien zur Verfügung stehen.
[0086] Als Lösung des Optimalsteuerungsproblems werden die optimalen Zeitverläufe sowohl
der Steuergrößen als auch der Zustandsgrößen des dynamischen Modells erhalten. Diese
werden bei Betrieb mit unterlagerter Regelung als Stell- und Führungsgrößen aufgeschaltet.
Da in diesen Sollfunktionen das dynamische Verhalten des Krans berücksichtigt ist,
müssen durch die Regelung nur noch Störgrößen und Modellabweichungen ausgeglichen
werden.
Bei Betrieb ohne unterlagerte Regelung werden die optimalen Verläufe der Steuergrößen
dagegen direkt als Stellgrößen aufgeschaltet.
Weiterhin liefert die Lösung des Optimalsteuerungsproblems eine Prognose der Bahn
der pendelnden Last, die für erweiterte Maßnahmen zur Kollisionsvermeidung nutzbar
ist.
[0087] Fig. 8 zeigt das Ablaufdiagramm für die Berechnung der optimierten Steuergröße im
vollautomatischen Betrieb. Dies untersetzt Modul 37 aus Fig. 3. Ausgehend von den
durch die Sollpunktmatrix festgelegten Start- und Zielpunkten der Lastbewegung wird
das Optimalsteuerungsproblem durch Einbeziehung der Vorgabe des zulässigen Bereichs
und der technischen Parameter definiert. Die numerische Lösung des Optimalsteuerungsproblems
liefert optimale Zeitverläufe der Steuer- und Zustandsgrößen. Diese werden bei unterlagerter
Regelung zur Lastpendeldämpfung als Stell- und Führungsgrößen aufgeschaltet. Alternativ
kann eine Realisierung ohne unterlagerte Regelung - dann mit direkter Aufschaltung
der optimalen Ansteuerfunktionen auf die Hydraulik - realisiert werden.
[0088] Fig. 9 zeigt das Zusammenwirken von Zustandsrekonstruktion und Berechnung der optimalen
Steuerung im Fall des Handhebelbetriebs. Der Zustand des dynamischen Kranmodells wird
unter Nutzung der verfügbaren Meßgrößen nachgeführt. Durch Lösung des Optimalsteuerungsproblems
werden solche Zeitverläufe der Ansteuerfunktionen ermittelt, die - ausgehend von diesem
akuellen Zustand - bei reduziertem Lastpendeln die Lastgeschwindigkeit an die über
die Handhebel vorgegebenen Sollwerte heranführt.
Eine einmal berechnete optimale Steuerung wird nicht über den vollen Zeithorizont
[t0,tf] realisiert, sondern laufend an den aktuellen Systemzustand und die aktuellen Sollwerte
angepasst. Die Frequenz dieser Anpassung ist durch die benötigte Rechenzeit zur Neuberechnung
der optimalen Steuerung limitiert.
[0089] Fig. 10 zeigt beispielhafte Ergebnisse für optimale Zeitverläufe der Steuergrößen
im vollautomatischen Betrieb. Dabei wurde ein Zeithorizont von 30 s vorgegeben. Die
Ansteuerfunktionen sind stetige Funktionen der Zeit mit stetigen 1. Ableitungen.
[0090] Fig. 11 zeigt beispielhafte Zeitverläufe von Steuergrößen und Regelgrößen im simulierten
Handhebelbetrieb. Die Sollwerte für die Lastgeschwindigkeit (die Handhebelvorgaben)
werden in Form von zeitlich versetzten Rechteckimpulsen variiert. Die Aktualisierung
der optimalen Steuerung erfolgt mit einer Abtastzeit von 0.2 s.
1. Kran oder Bagger zum Umschlagen von einer an einem Lastseil hängenden Last (3) mit
einem Drehwerk zum Drehen des Kranes oder Baggers, einem Wippwerk (7) zum Aufrichten
bzw. Neigen eines Auslegers (5) und einem Hubwerk zum Heben bzw. Senken der an dem
Seil aufgehängten Last (3) mit einem Antriebssystem, mit einer Bahnsteuerung (31),
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Bahnsteuerung (31) modellbasiert optimale Steuertrajektorien basierend auf
nichtlinearen Modellansatz on-line berechnet und durch Rückführung von Zustandsgrößen
aktualisiert werden und dass die Ausgangsgrößen (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) der Bahnsteuerung (31) direkt oder indirekt als Eingangsgrößen in einer Regelung
für die Position bzw. die Geschwindigkeit des Kranes (41) oder Baggers eingehen, wobei
das Zielfunktional eines Optimalsteuerungsproblems neben der angestrebten Reduktion
des Lastpendelns die Abweichung der tatsächlichen Lastgeschwindigkeit von der durch
die Handhebelstellungen vorgegebenen Sollgeschwindigkeit sowie einen Strafterm zur
Beruhigung der Lastbewegung am Ende des Optimierungshorizonts berücksichtigt, so dass
die Führungsgrößen für die Steuerung in der Bahnsteuerung (31) so generiert werden,
daß sich eine Lastbewegung mit minimierten Pendelausschlägen ergibt.
2. Kran oder Bagger nach Anspruch 1 gekennzeichnet durch modellbasierte optimale Steuertrajektorien basierend auf einem um Referenztrajektorien
linearisiertem Modell.
3. Kran oder Bagger nach Anspruch 1 gekennzeichnet durch modellbasierte optimale Steuertrajektorien basierend auf einem nichtlinearen Modellansatz.
4. Kran oder Bagger nach einem der Ansprüche 1 bis 3 gekennzeichnet durch modellbasierte optimale Steuertrajektorien unter Rückführung von allen Zustandsgrößen.
5. Kran oder Bagger nach einem der Ansprüche 1 bis 3 gekennzeichnet durch modellbasierte optimale Steuertrajektorien unter Rückführung von mindestens einer
Meßröße und Schätzung der verbleibenden Zustandsgrößen.
6. Kran oder Bagger nach einem der Ansprüche 1 bis 3 gekennzeichnet durch modellbasierte optimale Steuertrajektorien unter Rückführung von mindestens einer
Meßröße und Nachführung der verbleibenden Zustandsgrößen durch modellbasierte Vorwärtssteuerung.
7. Kran oder Bagger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Bahnsteuerung (31) als Vollautomatik oder als Halbautomatik durchführbar ist.
8. Kran oder Bagger nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in die Bahnsteuerung (31) als Eingangsgröße eine Sollpunktmatrix (35) für die Position
und Orientierung der Last eingebbar ist.
9. Kran oder Bagger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Sollpunktmatrix (35) aus Start- und Zielpunkt besteht.
10. Kran oder Bagger nach Anspruch 7, 8 und/oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß im Fall eines halbautomatischen Betriebs zusätzlich die gewünschte Zielgeschwindigkeit
der Last durch die Stellung eines Handhebels (34) in die Bahnsteuerung (31) eingebbar
ist.
11. Kran oder Bagger nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß im halbautomatischen Betrieb über Sensoren die Meßgrößen der Positionen von Kran
und Last erfaßbar und in die Bahnsteuerung (31) zurückführbar sind.
12. Kran oder Bagger nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß im halbautomatischen Betrieb die Positionen von Kran und Last in einem Modul zum
modellbasierten Schätzverfahren (43) schätzbar und in die Bahnsteuerung (31) zurückführbar
sind.
13. Kran oder Bagger nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsgrößen (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) zunächst in eine unterlagerte Regelung mit Lastpendeldämfung geführt werden.
14. Kran oder Bagger nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Lastpendeldämpfung ein Bahnplanungsmodul, eine Zentripetalkraftkompensationseinrichtung
und zumindest einen Achsregler für das Drehwerk, einen Achsregler für das Wippwerk,
einen Achsregler für das Hubwerk und einen Achsregler für das Schwenkwerk aufweist.
15. Kran oder Bagger nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Bahnsteuerung (31) die Bewegungsbahn der Last derart festlegbar ist,
daß vorbestimmte freie Bereiche von der pendelnden Last nicht verlassen werden können.
1. A crane or excavator for the transfer of a load (3), which is suspended at a load
cable, having a slewing gear for the rotation of the crane or excavator, a luffing
mechanism (7) for the setting upright or inclining of a boom (5) and a hoisting gear
for the lifting or lowering of the load (3) suspended at the cable, having a track
control (31),
characterized in that,
model based optimum control trajectories are calculated online in the track control
(31) based on a non-linear model approach and are updated by feedback of state variables;
and in that the starting values (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) of the track control (31) are used directlyor indirectly as input values in a feedback
control for the position and/or speed of the crane (41) or excavator, with the objective
functional of an optimum control problem taking into account, in addition to the desired
reduction in load swing, the difference of the actual load speed from the desired
speed predetermined by the hand lever positions as well as a penalized likelihood
to moderate the load movement at the end of the optimization horizon so that the reference
variables for the control in the track control (31) are generated so that a load movement
with minimized swing deflections results.
2. A crane or excavator in accordance with claim 1, characterized by model based optimum control trajectories based on a model linearized by reference
trajectories.
3. A crane or excavator in accordance with claim 1, characterized by model based optimum control trajectories based on a non-linear model approach.
4. A crane or excavator in accordance with any one of claims 1 to 3, characterized by model based optimum control trajectories while having feedback of all state variables.
5. A crane or excavator in accordance with any one of claims 1 to 3, characterized by model based optimum control trajectories while having feedback of at least one measured
variable and estimating of the remaining state variables.
6. A crane or excavator in accordance with any one of claims 1 to 3, characterized by model based optimum control trajectories while having feedback of at least one measured
variable and tracking of the remaining state variables by model based feed forward
control.
7. A crane or excavator in accordance with any one of claims 1 to 6, characterized in that the track control (31) can be implemented as a fully automatic or as a semi-automatic
control.
8. A crane or excavator in accordance with any one of the preceding claims, characterized in that a set point matrix (35) for the position and orientation of the load can be entered
as an input value into the track control (31).
9. A crane or excavator in accordance with claim 8, characterized in that the set point matrix (35) comprises a start and finish point.
10. A crane or excavator in accordance with claim 7, 8 and/or 9, characterized in that the desired finish speed of the load can additionally be entered into the track control
(31) by the position of a hand lever (34) in the case of semi-automatic operation.
11. A crane or excavator in accordance with claim 10, characterized in that the measured variables of the positions of crane and load can be detected via sensors
and can be fed back into the track control (31) in the case of semi-automatic operation.
12. A crane or excavator in accordance with claim 10, characterized in that the positions of crane and load can be estimated in a module for model based estimation
processes (43) and can be fed back into the track control system (31) in the case
of semi-automatic operation.
13. A crane or excavator in accordance with any one of the preceding claims, characterized in that the output values (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) are first entered into an underlying feedback control with load swing damping.
14. A crane or excavator in accordance with claim 13, characterized in that the load swing damping comprises at least one track planning module, one centripetal
force compensation device and at least one axis controller for the slewing gear, one
axis controller for the luffing mechanism, one axis controller for the hoisting gear
and one axis controller for the pivot mechanism.
15. A crane or excavator in accordance with any one of the preceding claims, characterized in that the movement track of the load can be fixed by the track control (31) such that predetermined
free areas cannot be departed from by the swinging load.
1. Grue ou excavatrice pour transborder une charge (3) suspendue à un câble porteur,
comportant un mécanisme de rotation pour faire tourner la crue ou l'excavatrice, un
mécanisme de basculement (7) pour redresser ou incliner une flèche (5), et un mécanisme
de levage pour relever ou abaisser la charge (3) suspendue sur le câble, comportant
un système d'entraînement avec une commande de voie (31),
caractérisée en ce que
dans la commande de voie (31), des trajectoires de commande optimales basées sur un
modèle sont calculées en ligne en se basant sur une conception de modèle non linéaire
et actualisées par retour de grandeurs d'état, et en ce que les grandeurs de sortie (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) de la commande de voie (31) sont intégrées directement ou indirectement comme grandeurs
d'entrée dans une régulation pour la position ou pour la vitesse de la grue (41) ou
de l'excavatrice, la fonction cible d'un problème de commande optimale prenant en
compte, outre la réduction recherchée du mouvement pendulaire de la charge, l'écart
de la vitesse réelle de la charge par rapport à la vitesse de consigne imposée par
les positions du levier manuel, ainsi qu'un terme de peine pour tranquilliser le mouvement
de la charge à la fin de l'horizon d'optimisation, de sorte que les grandeurs pilotes
pour la commande dans la commande de voie (31) sont générées de telle sorte qu'il
résulte un mouvement de la charge avec des amplitudes minimisées du mouvement pendulaire.
2. Grue ou excavatrice selon la revendication 1, caractérisée par des trajectoires de commande optimales basées sur un modèle, sur la base d'un modèle
linéarisé de trajectoires de référence.
3. Grue ou excavatrice selon la revendication 1, caractérisée par des trajectoires de commande optimales basées sur un modèle, sur la base d'une conception
de modèle non linéaire.
4. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée par des trajectoires de commande optimales basées sur un modèle avec retour de toutes
les grandeurs d'état.
5. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée par des trajectoires de commande optimales basées sur un modèle avec retour d'au moins
une grandeur de mesure et avec estimation des grandeurs d'état restantes.
6. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée par des trajectoires de commande optimales basées sur un modèle avec retour d'au moins
une grandeur de mesure et avec suivi des grandeurs d'état restantes par commande en
boucle ouverte basée sur un modèle.
7. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que la commande de voie (31) est susceptible d'être réalisée sous forme d'unité entièrement
automatique ou semi-automatique.
8. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce qu'une matrice à points de consigne (35) pour la position et pour l'orientation de la
charge peut être introduite à titre de grandeur d'entrée dans la commande de voie
(31).
9. Grue ou excavatrice selon la revendication 8, caractérisée en ce que la matrice à points de consigne (35) est constituée par un point de départ et un
point de visée.
10. Grue ou excavatrice selon la revendication 7, 8 et/ou 9, caractérisée en ce que dans le cas d'un fonctionnement semi-automatique, la vitesse cible désirée de la
charge peut être introduite en supplément dans la commande de voie (31) par la position
d'un levier manuel (34).
11. Grue ou excavatrice selon la revendication 10, caractérisée en ce qu'en fonctionnement semi-automatique, les grandeurs de mesure des positions de la grue
et de la charge peuvent être détectées par des capteurs et être retournées à la commande
de voie (31).
12. Grue ou excavatrice selon la revendication 10, caractérisée en ce qu'en fonctionnement semi-automatique, les positions de la grue et de la charge peuvent
être estimées dans un module pour le procédé d'estimation (43) basé sur un modèle
et être retournées à la commande de voie (31).
13. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que les grandeurs de sortie (UoutD, UoutA, UoutL, UoutR) sont amenées tout d'abord dans une régulation subordonnée avec amortissement du
mouvement pendulaire de la charge.
14. Grue ou excavatrice selon la revendication, caractérisée en ce que l'unité d'amortissement du mouvement pendulaire de la charge comprend un module de
planification de voie, un dispositif de compensation de la force centripète et au
moins un régulateur d'axe pour le mécanisme de rotation, un régulateur d'axe pour
le mécanisme de basculement, un régulateur d'axe pour le mécanisme de levage et un
régulateur d'axe pour le mécanisme de pivotement.
15. Grue ou excavatrice selon l'une des revendications précédentes, caractérisée en ce que la voie de mouvement de la charge peut être fixée au moyen de la commande de voie
(31) de telle sorte que des zones libres prédéterminées ne peuvent pas être quittées
par la charge en mouvement pendulaire.