[0001] Die Erfindung betrifft ein Garnqualitätssicherungsverfahren bei der Herstellung eines
Multifilamentgarns sowie eine Garnbearbeitungsmaschine zur Durchführung des Garnqualitätssicherungsverfahrens.
Das Garnqualitätssicherungsverfahren umfasst die Verfahrensschritte Abspulen mindestens
eines Garns von jeweils einer Vorlagespule und Zuführen der Garne über jeweils einen
Fadenlauf in eine Multifilamentgarnherstellungseinheit, wobei die Garne auf einer
Fadenspannung gehalten werden. Das Garnqualitätssicherungsverfahren eignet sich prinzipiell
zum Einsatz bei beliebigen Multifilemantgarnherstellungsverfahren, z.B. auch beim
Draw-Winding oder Weben, insbesondere jedoch zum Einsatz bei Texturierverfahren, insbesondere
Falschdrahttexturierverfahren und/oder Air-Covering Verfahren.
[0002] Maschinen mit einer Air-Covering Düse (Air-Covering Maschine) werden dazu verwendet,
Filamentgarne beständig mittels eines Luftstrahls (Verflechtungsstrahl) miteinander
zu einem Multikomponentengarn (Air-Covering Garn) zu verarbeiten. Dabei werden als
Komponenten mindestens ein Hüllfaden (Effektgarn) mit einem Kernfaden verbunden. Ziel
dieses Prozesses ist, möglichst gleichmäßige Verknüpfungsknoten im Multikomponentengarn
zu erreichen und so die Komponenten miteinander zu verbinden, wodurch das hergestellte
Multifilamentgarn sowohl mechanische als auch strukturelle Elastizität aufweist. Ein
Beispiel einer Air-Covering Maschine ist in der US 6,405,519 B1 offenbart. Bei dem
Kernfaden handelt es sich meist um ein ein Elastomer enthaltendes hochelastisches
Garn, z.B. Lycra®. Die Hüllfäden können verschiedene Effektgarne umfassen. Die Garne,
also die Hüllfäden und der Kernfaden, werden über Lieferwerke, z.B. Galetten, einer
Air-Covering Düse zugeführt. Nachdem das Multikomponentengarn die Air-Covering Düse
durchlaufen hat, wird das Multikomponentengarn von einer Spule, auf die das Multikomponentengarn
aufgewickelt wird, aufgenommen.
[0003] Das elastische Garn wird dabei von einer Vorlagespule positiv, tangential, unter
Zuhilfenahme eines speziellen Lieferwerks, abgewickelt (tangentialer Abzug). Um diese
Operation durchzuführen, ist mindestens ein zusätzlicher Antrieb notwendig. Um die
Vorlagespule des elastischen Garns tangential abzuspulen, ist diese mit ihrer Achse
parallel zu den Achsen von zum Abspulen verwendeten Lieferwerken positioniert. Wenn
die Vorlagespule leer ist, muss der komplette Herstellungsprozessgestoppt werden,
damit die Vorlagespule ersetzt werden kann. Um den Produktionsprozess bei einem notwendigen
Vorlagespulenwechsel, z.B. wenn die aktuelle Vorlagespule aufgebraucht ist, möglichst
nur kurz zu unterbrechen, wurden komplizierte Systeme, die einen automatischen Vorlagespulenwechsel
ermöglichen, entwickelt. Ein derartiges System ist z.B. in der WO 2004/035446 offenbart.
Beim tangentialen Abzug werden zwei Varianten unterschieden. Beim freilaufenden tangentialen
Abzug sitzt die Vorlagespule auf einer frei drehenden Hülse ohne eigenen Antrieb.
Der frei drehende Abzug ist nur bei kleinen Prozessgeschwindigkeiten anwendbar. Beim
angetriebenen tangentialen Abzug wird die Rotation der Vorlagespule über Tragwalzen
angetrieben. Dieser angetriebene tangentiale Abzug ist für hohe Produktionsgeschwindigkeiten
bei elastischen Garnen anwendbar.
[0004] Die Hüllfäden können z.B. mit einer bekannten Garnbearbeitungsmaschinen zur Bearbeitung
von Filamentgarnen mit einer Lufttexturierdüse (Lufttexturiermaschine) hergestellt
werden. Üblicherweise wird die Herstellung der Hüllfäden und die Bearbeitung, z.B.
mit der Lufttexturierdüse, von einer einzigen Maschine durchgeführt. Eine derartige
Lufttexturiermaschine ist in der DE 39 09 516 A1 offenbart. Lufttexturiermaschinen
werden dazu verwendet, glatte strukturlose Filamentgarne beständig zu kräuseln. Mehrere
Vorlagegarne (Kernfäden) können dabei mit Effektgarnen unterschiedlicher Überlieferung
zu einem texturierten Garn verarbeitet werden. Bei diesem Prozess werden die Filamentgarne
gleichmäßig gekräuselt und gegebenenfalls um die Vorlagegarne herum angeordnet. Die
Hüllfäden können verschiedene Effektgarne umfassen. Die Filamentgarne, also die Hüllfäden
und der Kernfaden, werden über Lieferwerke, z.B. Galetten, einer Lufttexturierdüse
zugeführt. Nachdem die Garne die Lufttexturierdüse durchlaufen haben, wird das erzeugte,
aus mehreren Komponenten bestehende Effektgarn (Multikomponentengarn) von einer Spule,
auf die das Multikomponentengarn aufgewickelt wird, aufgenommen. Vor dem Aufspulen
kann das Multikomponentengarn nochmals verstreckt, fixiert, geschrumpft und/oder aviviert
werden.
[0005] Weiter ist es bekannt, die Hüllfäden mit einer Garnbearbeitungsmaschine zur Durchführung
von Falschdrahttexturierverfahren herzustellen. Dieses Verfahren wird auch als Torsionskräuselverfahren
bezeichnet. Dabei erhält das Filamentgarn zwischen zwei Zylinderpaaren, nämlich einem
Lieferwerk und einem Abzugswerk, durch ein Drallgeber einen sogenannten Falschdrall,
der durch Erhitzen des Filamentgarns unter Ausnutzung dessen thermoplastischer Eigenschaften
in dessen Kapillarfäden fixiert wird. Nach dem Abkühlen wirken sich latente Torsionskräfte
aus und führen zum Kräuseln des hergestellten Effektgarns.
Dazu wird das Multifilamentgarn (Faden) im allgemeinen von einer Vorlagespule abgewickelt,
durch ein erstes Lieferwerk geführt, anschließend in einem Heizer (Primärheizer) erhitzt,
auf einer Kühlschiene abgekühlt, durch den Drallgeber und ein dahinter angeordnetes
zweites Lieferwerk, ein sogenanntes Abzugslieferwerk, geführt, um anschließend auf
einer Garnspule aufgewickelt zu werden. Der Drallgeber dient dazu, das Multifilamentgarn
in einem Arbeitsgang vorübergehend hochzudrehen, d.h. eine Verdrehung des Multifilamentgarns,
bzw. der einzelnen Filamentgarne, durch Übertragen eines axialen Drehmoments auf die
Filamentgarne zu erzeugen. Diese vorübergehende Verdrehung (tordierter Zustand) wird
als Falschdraht (FD) bezeichnet. Durch die Verdrehung wird ein Drehungsrückstau ausgebildet,
der bis in den Heizer zurückreicht (Drallzone), wodurch es ermöglicht wird, dass der
tordierte Zustand der Filamentgarne vor dem Drallgeber durch Erhitzen und Abkühlen
thermisch fixiert wird. Hinter dem Drallgeber wird dann die Verdrehung wieder aufgelöst.
Aufgrund der im tordierten Zustand erfolgten thermischen Fixierung weist das Garn
die gewünschte gekräuselte Struktur auf.
[0006] Sehr hohe Produktionsgeschwindigkeiten sind durch Verwendung eines Friktionsdrallgebers
als Drallgeber möglich. Bei diesen Drallgebern wird das Filamentgarn direkt mit Hilfe
von Reibflächen angetrieben. Durch den geringeren Durchmesser des Fadens im Vergleich
zur Spindel, d.h. zu z.B. einer Scheibe eines Scheibenfriktionsaggregats, wird ein
hohes Übersetzungsverhältnis zwischen der Umdrehung der Scheibe und dem Verdrehen
des Filamentgarns realisiert. Das Drei-Achs-Scheibenfriktionsaggregat eignet sich
hierfür besonders gut. Als Drallgeber werden daher vorwiegend Friktionsdrallgeber,
insbesondere drei-achsige Scheibenfriktionsaggregate, aber auch sogenannte Nip-Twister,
die mittels gekreuzter Riemen ein Drehmoment auf die Filamentgarne übertragen, eingesetzt.
Ein derartiges Scheibenfriktionsaggregat ist z.B. in der DE 3743708 A1 offenbart.
Ein Nip-Twister wird in der JP 06184848 A dargestellt. Die Drallerteilung mittels
Friktion ermöglicht sehr hohe Rotations- und damit auch hohe Produktionsgeschwindigkeiten.
Wenn die Reibungsverhältnisse zwischen den Filamentgarnen und dem Drallgeber variieren,
also wenn Prozessschwankungen oder Instabilitäten auftreten, dann führt dies zu einer
ungleichmäßigen Garnstruktur, bzw. Fehlern im Garn und damit zu Qualitätsverlusten
beim produzierten Garn. Derartige Fehler oder Störungen können z.B. aus Störungen
in der Spinnerei, aus ungleichmäßigem Auftrag oder ungleichmäßiger Verstellung der
Spinnpräparation auf der Fadenoberfläche, aus Temperaturschwankungen beim Texturieren
oder aus Verschmutzungen z.B. im Heizer und/oder in der Kühlschiene resultieren. Die
Störungen können ein sogenanntes Ballonieren des Garns bewirken, was insbesondere
bei hohen Rotationsgeschwindigkeiten und den damit zusammenhängenden hohen Fadenspannungen
auftritt. Ein Ballonieren des Garns führt zu einem unkontrollierten Fadenlauf und
zu Fadenspannungsschwankungen. Dadurch kann der Faden z.B. über die Scheibenoberfläche
des Drallgebers springen. Dieser Drallschlupf führt zu einem Drehungsdefizit innerhalb
der Drallzone, d.h. die Verdrehungsdichte, also die Anzahl der Verdrehungen pro Längeneinheit
der Filamentgarne schwankt. Das zu bearbeitende Garn kann dadurch abschnittsweise
ohne Verdrehung den Drallgeber passieren. Dies führt zu kurzen geschlossenen Garnabschnitten,
sogenannten "Tight Spots" und langen ungleichmäßig texturierten Garnabschnitten, was
als "Surging" bezeichnet wird. Beim Surging steigt die Fadenspannung sprunghaft an,
wodurch das Kräftegleichgewicht im Drallgeber gestört wird. Es entstehen Zonen im
Faden ohne Drehung. Außerdem schwanken die Verstreckungswerte, die Anfärbung wird
ungenügend.
Mit Friktionsdrallgebern sind Texturiergeschwindigkeiten von über 300 m/min möglich.
Die Heiz- und Kühlzonen in der Texturierzone sind in ihrer Länge diesen Texturiergeschwindigkeiten
angepasst, um noch eine ausreichende Thermofixierung der Kräuselung zu gewährleisten.
Bei einer Länge der Texturierzone von insgesamt 5 - 6 m tritt in Verbindung mit den
kraftschlüssig arbeitenden Friktionsdrallgebern das Phänomen des Surgings besonders
häufig auf. Bei kraftschlüssigen Drallgebern gemäß Stand der Technik kann die erzeugte
Verdrehungsdichte nicht sehr exakt kontrolliert werden, dadurch tritt die verfahrenstechnische
Produktionsbeschränkung des Surgings, und damit das Ballonieren des Fadens in der
Drallzone mit damit einhergehenden Fadenspannungsschwankungen, die wiederum Verdrehungsschwankungen
zur Folge haben, auf. Die Stabilitätsgrenze des Prozesses wird zum einen durch die
Geometrie der Texturierzone, z.B. deren Länge, Umlenkstellen, Fadenabstützung etc.
und zum anderen durch die Qualität des Vorlagematerials, z.B. dessen Gleichmäßigkeit,
Präparation etc., also durch auftretende Prozessschwankungen beeinflusst.
[0007] Ein weiterer die Produktionsgeschwindigkeit bei Falschdrahttexturierprozessen limitierender
Faktor ist die Abspulgeschwindigkeit der Garne, z.B. eines Partiell Orientierten Multifilamentgarns
(POY), von der Vorlagespule. Höhere Abspulgeschwindigkeiten resultieren in stärkeren
Variationen der Spannung der Garne (Fadenspannung) in der Region des Fadenlaufes nach
der Vorlagespule (Abspulregion). Dies folgt aus Eigenschaften des bekannten, vom Garn
beim Abspulen gebildeten "Ballons".
Ein Falschdrahttexturierprozess beginnt immer mit dem Abspulen eines POY Garns von
einer Vorlagespule. Das Garn wird durch die rotierende Bewegung einer Abzugsrolle
(Lieferwerk) von der Vorlagespule abgezogen. Die Abzugsrolle umfasst üblicherweise
eine von einem Motor angetriebene Hauptrolle und eine passive Trennrolle, die die
Geometrie von Umwicklungen des Garns um die Hauptrolle festlegt. Um Fadenspannungsvariationen
in der Abspulregion zu vermeiden, ist es bekannt, mittels eines "Nip-Rollers", also
einer weiteren Rolle, eine Presskraft auf die Hauptrolle auszuüben. Dadurch wird das
Garn zwischen der Hauptrolle und der weiteren Rolle eingeklemmt, was dazu führt, dass
das Garn mit der Tangentialgeschwindigkeit der Hauptrolle dem Texturierprozess zugeführt
wird. Weiter sind verschiedene Vorspannungssysteme, die zwischen der Vorlagespule
und einem Lieferwerk angeordnet sind, bekannt, um die Fadenspannung des Garns beim
Abziehen von der Vorlagespule zu vergrößern und zu stabilisieren. Die Variationen
der Fadenspannung, z.B. des von der Vorlagespule abgezogenen POY Garns, hat im Wesentlichen
folgende Gründe:
- Dadurch, dass der Durchmesser der Vorlagespule mit der Zeit durch Abspulen des Garns
abnimmt, ändert sich die Geometrie des "Ballons", der von den Garnbewegungen entlang
der Spulenachse gebildet wird, entsprechend, wodurch die Fadenspannung beeinflusst
wird.
- Durch Vergrößerung der Produktionsgeschwindigkeit und damit der Abspulgeschwindigkeit
des Garns von der Vorlagespule vergrößern sich auf das Garn im "Ballon" wirkende Zentrifugalkräfte,
was zu einer Fadenspannungserhöhung führt. Insbesondere bei Garnen aus Polyamid (PA)
treten die genannten Probleme besonders stark auf.
Bei den bekannten Vorrichtungen zur Vermeidung von
Fadenspannungsschwankungen bei Texturierprozessen kann lediglich vor einem Start des
Herstellungsprozesses die Fadenspannung des Garns reguliert werden.
Dies reicht nicht aus, um die beschriebenen Variationen der Fadenspannung während
des Herstellungsprozesses zu vermeiden.
[0008] Es ist weiter aus der EP 0 875 479 A1 bekannt, die Fadenspannung von Einzelgarnen
bei mit Umspulungsprozessen verbundenen Garnkonditionierverfahren, z.B. Ölen, Färben
oder Strecken von Garnen, zu messen und zu regeln. Dabei wird die Fadenspannung eines
Garns in dessen Fadenlauf nach einer Konditioniereinrichtung gemessen und die Fadenspannung
des kontrollierten Garns vor dessen Aufspulung, also am Ende des Konditionierprozesses,
gemäß einer von der gemessenen Fadenspannung abgeleiteten Regelgröße mittels eines
Fadenspannungsregelungsmoduls in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant
gehalten. Das Fadenspannungsregelungsmodul umfasst dabei eine Fadenbremse und ein
steuerbares Lieferwerk, mittels denen die Fadenspannung durch Abbremsen und/oder Beschleunigen
der Fadengeschwindigkeit des Garns reguliert wird.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Garnqualitätssicherungsverfahren und
eine Garnbearbeitungsmaschine bereitzustellen, welche die Nachteile des Standes der
Technik vermeiden und insbesondere eine hohe Prozessgeschwindigkeit bei minimalen
Standzeiten der Garnbearbeitungsmaschine ermöglichen.
[0010] Diese Aufgabe wird durch das Garnqualitätssicherungsverfahren und die Garnbearbeitungsmaschine
der unabhängigen Ansprüche gelöst. Die abhängigen Ansprüche stellen bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung dar.
[0011] Das erfindungsgemäße Garnqualitätssicherungsverfahren bei der Herstellung eines Multifilamentgarns
weist folgende Verfahrensschritte auf:
- Abspulen mindestens eines Garns von jeweils einer Vorlagespule, und
- Zuführen der Garne über jeweils einen Fadenlauf in eine Multifilamentgarnherstellungseinheit,
wobei die Garne auf einer Fadenspannung gehalten werden.
Erfindungsgemäß wird mindestens die Fadenspannung eines kontrollierten Garns in dessen
Fadenlauf zwischen dessen Vorlagespule und der Multifilamentgarnherstellungseinheit
gemessen und die Fadenspannung des kontrollierten Garns vor dessen Zuführen in die
Multifilamentgarnherstellungseinheit gemäß einer von der gemessenen Fadenspannung
abgeleiteten Regelgröße mittels eines Fadenspannungsregelungsmoduls in einem vorgegebenen
Fadenspannungsbereich konstant gehalten.
[0012] Das Fadenspannungsregelungsmodul kann z.B. entsprechend der in der EP 0 875 479 A1
offenbarten Vorrichtung aufgebaut sein. Wesentlich ist, dass das Fadenspannungsregelungsmodul
einen aktiven, einstellbaren Antrieb mit der Möglichkeit, die Fadenspannung zu regulieren,
aufweist. Die Messung der Fadenspannung kann z.B. mit einem Fadenspannungssensor,
der einen Dehnungsmessstreifen umfasst, durchgeführt werden. Es ist jedoch auch möglich,
die elektrische Leistungsaufnahme des Antriebs zu messen und zu überwachen. Da die
Reibungswerte zwischen dem Garn und dem Antrieb von der Fadenspannung beeinflusst
werden, variiert auch die elektrische Leistungsaufnahme des Antriebs abhängig von
der Fadenspannung, woraus die Regelgröße ermittelt werden kann. Es kann so als Fadenspannungsregelungsmodul
ein Standardlieferwerk, kombiniert mit jeglicher Art eines Fadenspannungsregulationssystems,
z.B. einem den das Lieferwerk durchfließenden elektrischen Strom messenden Messgerät
zusammen mit einem den gemessenen Strom auswertenden Schaltkreis, verwendet werden.
Das Lieferwerk selbst wirkt bei einer derartigen Anordnung als Fadenspannungssensor.
[0013] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren wird die Fadenspannung in der Abspulregion stabilisiert,
so dass ein regelmäßiges Profil der Fadenspannung über der Zeit, unabhängig von der
Prozessgeschwindigkeit und dem Durchmesser der Vorlagespule, eingehalten wird. Dadurch
wird eine gleichbleibende Qualität des hergestellten Multifilamentgarns, z.B. des
texturierten Garns, über die gesamte Länge des z.B. POY Garns auf der Vorlagespule
gewährleistet. Weiter wird eine Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit des Herstellungsprozesses,
bei gleichbleibender Qualität, erreicht.
Das erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht eine vollständige "online" Kontrolle der
Fadenspannung beim Abspulen des Garns von der Vorlagespule. Die Fadenspannung kann
unabhängig von der Qualität des Garns, vom Durchmesser der Vorlagespule und von der
gewählten Abspulgeschwindigkeit konstant gehalten werden. Zusätzlich zu der Möglichkeit,
die Fadenspannung beim Abspulen, wenn nötig, kontrolliert zu erhöhen oder zu erniedrigen,
kann die Fadenspannung dauerhaft reduziert werden, wodurch eine höhere Produktionsgeschwindigkeit
und Effizienz ermöglicht wird.
[0014] Besonders vorteilhaft wird mittels der Multifilamentgarnherstellungseinheit das kontrollierte
Garn, bevorzugt über ein Lieferwerk, zunächst einem Heizer, darauffolgend einem Kühler
und darauffolgend einer Lufttexturierdüse oder bevorzugt einem Drallaggregat zugeführt.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird demgemäß beim Falschdrahttexturieren eingesetzt.
Beim Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens bei Falschdrahttexturierprozessen wird
das typischerweise bei hohen Prozessgeschwindigkeiten auftretende "Surging" weitgehend
vermieden.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren wird besonders bevorzugt bei einem hochelastischen
Garn als zu kontrollierendes Garn eingesetzt, wobei das hochelastische Garn bevorzugt
über ein Lieferwerk und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung, einer Air-Covering-Düse
der Multifilamentgarnherstellungseinheit zugeführt wird. Das Abspulen des hochelastischen
Garns erfolgt dabei über Kopf.
[0016] Das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt ein über Kopf Abziehen des elastischen Garns,
da dabei auftretende Garnspannungsschwankungen ausgeglichen werden. Wird das elastische
Garn bei einem Air-Covering Prozess über Kopf abgezogen, so können Unterbrechungen
des Produktionsprozesses durch einen Vorlagespulenwechsel vermieden werden. Beim über
Kopf Abziehen rotiert die Vorlagespule nicht selbst, dadurch ist beim über Kopf Abziehen
das Arbeiten mit einer unmittelbar einsatzfähigen Reservevorlagespule möglich, wodurch
Abschaltzeiten einer entsprechend arbeitenden Garnbearbeitungsmaschine minimiert werden.
Die Reservevorlagespule wird symmetrisch zu der vertikalen
[0017] Achse der Garnbearbeitungsmaschine mit der Vorlagespule, von der das elastische Garn
aktuell abgezogen wird, positioniert. Das freie Ende des Garns auf der Reservevorlagespule
wird mit dem abschließenden Ende des Garns der aktuell abgewickelten Vorlagespule
verknotet. Wenn das Garn der aktuell abgewickelten Vorlagespule aufgebraucht ist,
wird automatisch das Garn der Reservevorlagespule abgezogen und der Herstellungsprozess
läuft ohne Unterbrechung weiter. Daraufhin wird die leere Vorlagespule durch eine
neue Vorlagespule ersetzt, die als neue Reservevorlagespule eingesetzt wird, wobei
das Garn der neuen Vorlagespule entspechend mit dem der alten Reservevorlagespule
verknotet wird. Dadurch wird ein quasi unendlicher Prozess erreicht.
[0018] Bevorzugt wird mittels des Fadenspannungsregelungsmoduls eine Fadengeschwindigkeit
des kontrollierten Garns abgebremst und/oder beschleunigt. Durch ein Abbremsen oder
Beschleunigen der Fadengeschwindigkeit kann die Fadenspannung sowohl erhöht als auch
verringert werden. Wird die gemessene Fadenspannung aufgezeichnet, so kann die Qualität
des hergestellten Multifilamentgarns nachträglich beurteilt und überprüft werden.
[0019] Eine erfindungsgemäße Garnbearbeitungsmaschine weist mindestens eine Vorlagespulenaufnahme,
eingerichtet zum Aufnehmen von jeweils mindestens einer Vorlagespule, von denen Garne
abspulbar sind, und eine Multifilamentgarnherstellungseinheit, in die die Garne von
den Vorlagespulen über Fadenläufe mit jeweils einer Fadenspannung zuführbar sind,
auf. Erfindungsgemäß ist in mindestens einem kontrollierten Fadenlauf zwischen der
zugehörigen Vorlagespulenaufnahme und der Multifilamentgarnherstellungseinheit ein
Fadenspannungsregelungsmodul mit einem Fadenspannungssensor angeordnet, wobei das
Fadenspannungsregelungsmodul bevorzugt eine Fadenbremse und/oder einem steuerbaren
Fadenlieferwerk umfasst. Das Fadenspannungsregelungsmodul ist eingerichtet, eine Regelgröße
von einer von dem Fadenspannungssensor gemessenen Fadenspannung abzuleiten und die
Fadenspannung in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant zuhalten.
Mit der erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine kann das erfindungsgemäße Garnqualitätssicherungsverfahren
durchgeführt werden. Die erfindungsgemäße Garnbearbeitungsmaschine stellt daher die
Vorteile des erfindungsgemäßen Garnqualitässicherungsverfahrens zur Verfügung.
[0020] Bei der erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine hat die Multifilamentgarnherstellungseinheit
im Fadenlauf hintereinander angeordnet bevorzugt ein Lieferwerk, einen Heizer und
einen darauffolgend angeordneten Kühler und darauffolgend angeordnet eine Lufttexturierdüse
oder bevorzugt einen Drallgeber. In dieser Anordnung handelt es sich bei der Garnbearbeitungsmaschine
um eine Texturiermaschine, also eine Falschdrahttexturiermaschine oder eine Lufttexturiermaschine
bei denen Produktionsfehler, die durch Fadenspannungsschwankungen verursacht werden,
weitestgehend ausgeschlossen sind.
[0021] Bevorzugt umfasst die Multifilamentgarnherstellungseinheit eine Air-Covering-Düse,
wobei bevorzugt ein Lieferwerk und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung im
Fadenlauf vor der Air-Covering-Düse angeordnet sind, und wobei eine Vorlagespulenaufnahme
eines kontrollierten Fadenlaufs eingerichtet ist, ein hochelastisches Garn von einer
von der Vorlagespulenaufnahme aufgenommenen Vorlagespule über Kopf abzuspulen. Das
Lieferwerk kann dabei bereits Teil des Fadenspannungsregelungsmoduls sein. Die Fadenführungseinrichtung
ermöglicht es, dass das hochelastische Garn immer von der gleichen Position aus dem
Fadenspannungsregelungsmodul zugeführt wird. Letzteres ist insbesondere beim über
Kopf Abspulen des elastischen Garns von der Vorlagespule vorteilhaft, da beim über
Kopf Abspulen mittels einer Reservevorlagespule ein Unterbrechen des Herstellungsprozesses
durch einen Vorlagespulenwechsel vermieden werden kann, wobei die Reservevorlagespule
in einer weiteren Vorlagespulenaufnahme bereit gehalten werden kann.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert.
Die Figur 1 zeigt den Fadenlauf in einer erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine.
Die Figur 2 zeigt einen Fadenlauf zwischen der Vorlagespulenaufnahme und der Multifilamentgarnherstellungseinheit
mittels der ein Falschdrahttexturierverfahren durchgeführt wird.
[0023] Die Figuren der Zeichnungen zeigen den erfindungsgemäßen Gegenstand stark schematisiert
und sind nicht maßstäblich zu verstehen. Die einzelnen Bestandteile des erfindungsgemäßen
Gegenstandes sind so dargestellt, dass ihr Aufbau gut gezeigt werden kann.
[0024] In Figur 1 ist ein kontrollierter Fadenlauf 1 in einer erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine,
mittels der ein Air-Covering Verfahren mit einem elastischen Garn und einem in einer
Falschdrahttexturiereinheit 3 hergestellten Garn als Hüllfaden durchgeführt wird,
dargestellt. Das erfindungsgemäße Verfahren wird hier am Beispiel einer Garnbearbeitungsmaschine,
die einen Hüllfaden zum Air-Covering mittels Falschdrahttexturieren herstellt, gezeigt.
Das erfindungsgemäße Verfahren und insbesondere die bevorzugte Ausführungsform der
Zuführung eines elastischen Garns als kontrolliertes Garn in eine Air-Covering-Düse
5 als Multifilamentgarnherstellungseinheit über ein aktiv angetriebenes Lieferwerk
7 und das dabei angewandte über Kopf Abspulen des elastischen Garns kann ebensogut
z.B. in Verbindung mit dem Herstellen eines lufttexturierten Garns angewandt werden.
Die Figur zeigt eine mögliche Anordnung von Elementen, die bei einer Kombination eines
Falschdrahttexturierprozesses mit einem Air-Covering Prozess umfasst sein können.
Am Ende der Texturiereinheit, in der das von einer Vorlagespule 8 über ein Lieferwerk
9 abgespulte zu texturierende Garn einen Heizer 10, einen Kühler 11 und ein Drallaggregat
12 durchlaufen hat, wird das texturierte Garn um ein Lieferwerk 13 geführt, bevor
es in die Air-Covering Düse 5 einläuft, wo es mit dem elastischen Garn verbunden wird,
d.h. wo mittels kleiner Knoten das texturierte Garn mit dem elastischen Garn in eine
kompakte Struktur für das weitere Verfahren, also im Wesentlichen das Aufwickeln des
fertigen Multifilamentgarns auf eine Spule 15, verbunden wird. Das fertige Multifilamentgarn
wird, bevor es auf die Spule 15 aufgewickelt wird, über ein zwischen der Air-Covering-Düse
5 und der Spule 15 angeordnetes Lieferwerk 17 und eine Fadenführungseinrichtung 18
geführt. Das elastische Garn wird von einer Vorlagespule 20 über Kopf abgezogen. Dabei
wird das elastische Garn zunächst durch eine Fadenführungseinrichtung 22 geführt und
dann über das aktiv angetriebene Lieferwerk 7 geführt. Dieses Lieferwerk 7 ist Teil
eines Fadenspannungsregelungsmoduls 25. Es umfasst einen aktiven, einstellbaren Antrieb,
der zur Kontrolle und zum Regulieren der Fadenspannung eingerichtet ist. Das Lieferwerk
7 zieht bedingt durch dessen Antrieb an dem elastischen Garn, wodurch das elastische
Garn von der Vorlagespule 20 über Kopf abgezogen wird. Über eine Differenz der Umdrehungsgeschwindigkeit
des zwischen der Air-Covering-Düse 5 und der Spule 15 angeordneten Lieferwerks 17
zu dem aktiv angetriebenes Lieferwerk 7 wird eine Verstreckung des elastischen Garns
eingestellt, die zum Erreichen von mechanischer Stabilität des hergestellten Multifilamentgarns
notwendig ist. Beim über Kopf Abziehen besteht die Möglichkeit, das Garn von außen
oder von innen von der Vorlagespule 20 abzurollen. Die Vorlagespule 20 ist dabei immer
feststehend von einer Vorlagespulenaufnahme 24 aufgenommen. Dadurch, dass beim über
Kopf Abziehen die Vorlagespule 20 nicht rotiert, kann ein Ende 27 des Garns der Vorlagespule
20 mit einem Anfang 28 eines Garns einer weiteren Vorlagespule (Reservevorlagespule
29), die in einer weiteren Vorlagespulenaufnahme 30 gehalten wird, verbunden werden,
wobei nach vollständigem Abwickeln der ersten Vorlagespule 20 die Reservevorlagespule
29 automatisch abgewickelt wird. Der Herstellungsprozess muss daher beim über Kopf
Abziehen nicht unterbrochen werden.
Für das erfindungsgemäße Verfahren eignet sich insbesondere das über Kopf Abziehen
von außen, da hierbei besonders hohe Geschwindigkeiten beim Abwickeln des Garns erreichbar
sind. Beim über Kopf Abziehen bildet sich ein "Ballon" 31 aus, wodurch die Fadenspannung
in der Abspulregion stark variiert. Damit diese Fadenspannungsvariationen die Qualität
des herzustellenden Multifilamentgarns nicht negativ beeinflussen, wird die Fadenspannung
bei der dargestellten Garnbearbeitungsmaschine mittels des Fadenspannungsregelungsmoduls
25, zwischen der Vorlagespulenaufnahme 24 und der Air-Covering-Düse 5, geregelt und
innerhalb eines Fadenspannungsbereichs konstant gehalten. Das Fadenspannungsregelungsmodul
25 ist im dargestellten Beispiel zwischen zwei Fadenführungseinrichtungen 22,32 angeordnet,
wobei eine direkt vor der Air-Covering Düse 5 angeordnet ist. Das elastische Garn
wird in dieser Fadenführungseinrichtung 32 mit dem z.B. falschdrahttexturierten Hüllfaden
zusammengeführt und danach mit einer geregelten Fadenspannung der Air-Covering-Düse
5 zugeführt. Die Fadenführungseinrichtung 22 vor dem Fadenspannungsregelungsmodul
25 ist in einer zentralen Position vor dem aktiv angetriebenen Lieferwerk 7 angeordnet.
Diese Fadenführungseinrichtung 22 bewirkt, dass das elastische Garn in das aktiv angetriebene
Lieferwerk 7, unabhängig davon, welche Vorlagespule 20,29 gerade benutzt wird, immer
von der gleichen Position auszugeführt wird. Diese Fadenführungseinrichtung 22 liegt
dazu "im Fokus" der beiden Vorlagespulen 20,29.
[0025] In Figur 2 ist ein kontrollierter Fadenlauf 40 in einer erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine
zwischen einer Vorlagespulenaufnahme 41 und einer Multifilamentgarnherstellungseinheit,
die als Falschdrahttexturiereinheit 42 ausgebildet ist, gezeigt. Die Falschdrahttexturiereinheit
42 weist einen Heizer 43, einen Kühler 44 und ein Drallaggregat 45 auf. Von einer
Vorlagespule 46, die in der Vorlagespulenaufnahme 41 angeordnet ist, wird das Garn
über ein Lieferwerk 48 der Falschdrahttexturiereinheit 42 zugeführt. Das Lieferwerk
48 weist eine Hauptrolle 49 und eine Trennrolle 50 auf, um die das Garn gewunden ist.
Durch den Abspulprozess bildet das Garn einen "Ballon" 31 aus. Im Fadenlauf zwischen
dem Ballon 31 und dem Lieferwerk 48 ist ein Fadenspannungsregelungsmodul 53 angeordnet.
Das Fadenspannungsregelungsmodul 53 umfasst einen Fadenspannungssensor 54, der die
Fadenspannung mißt, eine Fadenbremse 55 und ein steuerbares Lieferwerk 56. Mittels
des Fadenspannungsregelungsmoduls 53 wird eine Regelgröße von der Fadenspannung abgeleitet,
über die die Fadenspannung in einem vorgegebenen Bereich konstant gehalten wird. Diese
Regelgröße kann z.B. eine Differenz zwischen gemessener Fadenspannung und einer gewünschten
Fadenspannung umfassen. Entsprechend der Regelgröße werden die Fadenbremse 55 und/oder
das steuerbare Lieferwerk 56 gesteuert. Ist z.B. die gemessene Fadenspannung zu groß,
so wird die Geschwindigkeit des Garns mittels der Fadenbremse 55 abgebremst. Mit der
erfindungsgemäßen Garnbearbeitungsmaschine kann die im Stand der Technik mit zunehmender
Prozessgeschwindigkeit linear zunehmende Fadenspannung unabhängig von der Prozessgeschwindigkeit
auf einem konstanten Wert gehalten werden. Die Fadenspannung kann entsprechend der
Bedürfnisse des Herstellungsprozesses ("downstream process") des Multifilamentgarns
eingestellt werden. Die Fadenspannung wird mit dem Fadenspannungsensor 54 gemessen
und in einem geschlossenen Regelkreis wird die Umdrehungsgeschwindigkeit des steuerbaren
Lieferwerks 56 und/oder die Bremskraft der Fadenbremse 55 entsprechend der gemessenen
Fadenspannung kontrolliert. Wenn der Durchmesser der Vorlagespule 46 abnimmt, wird
die Fadenspannung automatisch vom Fadenspannungsregelungsmodul 53 über den Regelkreis
derart angepasst, dass sie während des gesamten Produktionsprozesses einem gewünschten
Wert entspricht, d.h. innerhalb einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant
gehalten wird.
[0026] Das Fadenspannungsregelungsmodul 53 reguliert daher die Fadenspannung, mit der z.B.
das POY Garn einer Multifilamentgarnherstellungseinheit, z.B. einer Falschdrahttexturiereinheit
42, zugeführt wird, auf einen vorgegebenen, von einer Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit
unabhängigen Wert, wodurch einer, der eine Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit beim
Falschdrahttexturieren limitierenden Faktoren beseitigt wird.
[0027] Vorgeschlagen wird ein Garnqualitätssicherungsverfahren und eine Garnbearbeitungsmaschine,
eingerichtet zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens, mit mindestens einer
Vorlagespulenaufnahme 24,30, eingerichtet zum Aufnehmen von jeweils mindestens einer
Vorlagespule 20,29, von denen Garne abspulbar sind, und einer Multifilamentgarnherstellungseinheit
5, in die die Garne von den Vorlagespulen 20,29 über Fadenläufe mit jeweils einer
Fadenspannung zuführbar sind. Erfindungsgemäß ist in mindestens einem kontrollierten
Fadenlauf 1, zwischen der zugehörigen Vorlagespulenaufnahme 24 und der Multifilamentgarnherstellungseinheit
5 ein Fadenspannungsregelungsmodul 25, mit einem Fadenspannungssensor angeordnet,
wobei das Fadenspannungsregelungsmodul 25 eingerichtet ist, eine Regelgröße von einer
von dem Fadenspannungssensor gemessenen Fadenspannung abzuleiten und die Fadenspannung
in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant zuhalten.
[0028] Die Erfindung beschränkt sich nicht auf die vorstehend angegebenen Ausführungsbeispiele.
Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche auch bei grundsätzlich anders
gearteter Ausführung von den Merkmalen der Erfindung Gebrauch machen.
1. Garnqualitätssicherungsverfahren bei der Herstellung eines Multifilamentgarns mit
den Verfahrensschritten
- Abspulen mindestens eines Garns von jeweils einer Vorlagespule (20,29,46), und
- Zuführen der Garne über jeweils einen Fadenlauf (1,40) in eine Multifilamentgarnherstellungseinheit
(42,5), wobei die Garne auf einer Fadenspannung gehalten werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens die Fadenspannung eines kontrollierten Garns in dessen Fadenlauf (1,40)
zwischen dessen Vorlagespule (20,46) und der Multifilamentgarnherstellungseinheit
(42,5) gemessen wird und die Fadenspannung des kontrollierten Garns vor dessen Zuführen
in die Multifilamentgarnherstellungseinheit (42,5) gemäß einer von der gemessenen
Fadenspannung abgeleiteten Regelgröße mittels eines Fadenspannungsregelungsmoduls
(25,53) in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant gehalten wird.
2. Garnqualitätssicherungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mittels der Multifilamentgarnherstellungseinheit (42) das kontrollierte Garn, bevorzugt
über ein Lieferwerk (48), zunächst einem Heizer (43), darauffolgend einem Kühler (44)
und darauffolgend einer Lufttexturierdüse oder bevorzugt einem Drallaggregat (45)
zugeführt wird.
3. Garnqualitätssicherungsverfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass als ein kontrolliertes Garn ein hochelastisches Garn, bevorzugt über ein Lieferwerk
(7) und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung (22,32) einer Air-Covering-Düse
(5) der Multifilamentgarnherstellungseinheit zugeführt wird, wobei das Abspulen des
hochelastischen Garns über Kopf erfolgt.
4. Garnqualitätssicherungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Fadenspannungsregelungsmoduls (25, 53) eine Fadengeschwindigkeit des
kontrollierten Garns abgebremst und/oder beschleunigt wird, und/oder dass die gemessene
Fadenspannung aufgezeichnet wird.
5. Garnbearbeitungsmaschine, eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens
einem der Ansprüche 1 bis 4, mit
- mindestens einer Vorlagespulenaufnahme (24,30,41), eingerichtet zum Aufnehmen von
jeweils mindestens einer Vorlagespule (20,29,46), von denen Garne abspulbar sind,
und
- einer Multifilamentgarnherstellungseinheit (5,42), in die die Garne von den Vorlagespulen
(20,46) über Fadenläufe mit jeweils einer Fadenspannung zuführbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
in mindestens einem kontrollierten Fadenlauf (1,40) zwischen der zugehörigen Vorlagespulenaufnahme
(24,41) und der Multifilamentgarnherstellungseinheit (5,42) ein Fadenspannungsregelungsmodul
(25,53), mit einem Fadenspannungssensor (54) angeordnet ist, wobei das Fadenspannungsregelungsmodul
(25,53) bevorzugt eine Fadenbremse (55) und/oder ein steuerbares Lieferwerk (56,7)
umfasst, und wobei das Fadenspannungsregelungsmodul (25,53) eingerichtet ist, eine
Regelgröße von einer von dem Fadenspannungssensor (54) gemessenen Fadenspannung abzuleiten
und die Fadenspannung in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich konstant zuhalten.
6. Garnbearbeitungsmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Multifilamentgarnherstellungseinheit (42) im Fadenlauf hintereinander angeordnet
bevorzugt ein Lieferwerk (48), einen Heizer (43) und einen darauffolgend angeordneten
Kühler (44) und darauffolgend angeordnet eine Lufttexturierdüse oder bevorzugt einen
Drallgeber (45) umfasst.
7. Garnbearbeitungsmaschine nach Anspruch 5 und/oder Anspruch 6, dadurch
gekennzeichnet, dass
die Multifilamentgarnherstellungseinheit eine Air-Covering-Düse (5) aufweist, wobei
bevorzugt ein Lieferwerk (7) und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung (22,32)
im Fadenlauf (1) vor der Air-Covering-Düse (5) vorgesehen sind, und wobei eine Vorlagespulenaufnahme
(24,30) in dem kontrollierten Fadenlauf (1) eingerichtet ist, ein hochelastisches
Garn von einer von der Vorlagespulenaufnahme (24,30) aufgenommenen Vorlagespule (20,29)
über Kopf abzuspulen.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Garnqualitätssicherungsverfahren bei der Herstellung eines Multifilamentgarns mit
den Verfahrensschritten
- Abspulen mindestens eines Garns von jeweils einer Vorlagespule (20,29,46), und
- Zuführen der Garne über jeweils einen Fadenlauf (1,40) in eine Multifilamentgarnherstellungseinheit
(42,5), wobei die Garne auf einer Fadenspannung gehalten werden, wobei mindestens
die Fadenspannung eines kontrollierten Garns in dessen Fadenlauf (1,40) zwischen dessen
Vorlagespule (20,46) und der Multifilamentgarnherstellungseinheit (42,5) gemessen
wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadenspannung des kontrollierten Garns vor dessen Zuführen in die Multifilamentgarnherstellungseinheit
(42,5) gemäß einer von der gemessenen Fadenspannung abgeleiteten Regelgröße mittels
eines Fadenspannungsregelungsmoduls (25,53) in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich
konstant gehalten wird.
2. Garnqualitätssicherungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
mittels der Multifilamentgarnherstellungseinheit (42) das kontrollierte Garn, bevorzugt
über ein Lieferwerk (48), zunächst einem Heizer (43), darauffolgend einem Kühler (44)
und darauffolgend einer Lufttexturierdüse oder bevorzugt einem Drallaggregat (45)
zugeführt wird.
3. Garnqualitätssicherungsverfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 2,
dadurch gekennzeichnet, dass als ein kontrolliertes Garn ein hochelastisches Garn, bevorzugt über ein Lieferwerk
(7) und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung (22,32) einer Air-Covering-Düse
(5) der Multifilamentgarnherstellungseinheit zugeführt wird, wobei das Abspulen des
hochelastischen Garns über Kopf erfolgt.
4. Garnqualitätssicherungsverfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass mittels des Fadenspannungsregelungsmoduls (25, 53) eine Fadengeschwindigkeit des
kontrollierten Garns abgebremst und/oder beschleunigt wird, und/oder dass die gemessene
Fadenspannung aufgezeichnet wird.
5. Garnbearbeitungsmaschine, eingerichtet zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens
einem der Ansprüche 1 bis 4, mit
- mindestens einer Vorlagespulenaufnahme (24,30,41), eingerichtet zum Aufnehmen von
jeweils mindestens einer Vorlagespule (20,29,46), von denen Garne abspulbar sind,
und
- einer Multifilamentgarnherstellungseinheit (5,42), in die die Garne von den Vorlagespulen
(20,46) über Fadenläufe mit jeweils einer Fadenspannung zuführbar sind, wobei in mindestens
einem kontrollierten Fadenlauf (1,40) zwischen der zugehörigen Vorlagespulenaufnahme
(24,41) und der Multifilamentgarnherstellungseinheit (5,42) ein Fadenspannungsregelungsmodul
(25,53), mit einem Fadenspannungssensor (54) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Fadenspannungsregelungsmodul (25,53) bevorzugt eine Fadenbremse (55) und/oder
ein steuerbares Lieferwerk (56,7) umfasst, und wobei das Fadenspannungsregelungsmodul
(25,53) eingerichtet ist, eine Regelgröße von einer von dem Fadenspannungssensor (54)
gemessenen Fadenspannung abzuleiten und die Fadenspannung in einem vorgegebenen Fadenspannungsbereich
konstant zuhalten.
6. Garnbearbeitungsmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Multifilamentgarnherstellungseinheit (42) im Fadenlauf hintereinander angeordnet
bevorzugt ein Lieferwerk (48), einen Heizer (43) und einen darauffolgend angeordneten
Kühler (44) und darauffolgend angeordnet eine Lufttexturierdüse oder bevorzugt einen
Drallgeber (45) umfasst.
7. Garnbearbeitungsmaschine nach Anspruch 5 und/oder Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Multifilamentgarnherstellungseinheit eine Air-Covering-Düse (5) aufweist, wobei
bevorzugt ein Lieferwerk (7) und/oder mindestens eine Fadenführungseinrichtung (22,32)
im Fadenlauf (1) vor der Air-Covering-Düse (5) vorgesehen sind, und wobei eine Vorlagespulenaufnahme
(24,30) in dem kontrollierten Fadenlauf (1) eingerichtet ist, ein hochelastisches
Garn von einer von der Vorlagespulenaufnahme (24,30) aufgenommenen Vorlagespule (20,29)
über Kopf abzuspulen.