[0001] Die Erfindung betrifft eine Sanitärarmatur mit einem wasserführenden eine Auslauföffnung
aufweisenden Auslauf.
[0002] Um die Richtung eines austretenden Wasserstrahls zu verändern, sind Sanitärarmaturen,
insbesondere Bidetarmaturen, bekannt, bei denen ein Strahlregler schwenk- und/oder
drehbar im Wasserauslauf angeordnet ist.
[0003] Aus der DE 23 20 624 C2 ist ein Strahlregler mit einem schwenkbar an einem Wasserauslauf
angeordneten Kugelgelenkteil und mit einem mittig verlaufenden Wasserdurchgangskanal
bekannt. Mit diesem Kugelgelenkteil ist der Strahlregler zwar relativ frei beweglich.
Allerdings ist er verhältnismäßig klein, so dass er unkomfortabel zu bedienen ist.
Außerdem kann der Strahlregler ungehindert gegen das Gehäuse der Sanitärarmatur stoßen,
wodurch beispielsweise Kratzspuren erzeugt werden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Sanitärarmatur der Eingangs genannten
Art so auszugestalten, dass die Wasserauslaufrichtung technisch einfach und komfortabel
veränderbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Wasserauslauf in einen
stationären, gehäuseseitigen Wasserauslaufteil und einen beweglichen Wasserauslaufteil
unterteilt ist, wobei der bewegliche Wasserauslaufteil schwenk- oder drehbar an dem
gehäuseseitigen Wasserauslaufteil angeordnet ist und die Auslauföffnung aufweist.
[0006] Erfindungsgemäß ist also der Wasserauslauf zweigeteilt. Statt des verhältnismäßig
kleinen Strahlreglers wie beim Stande der Technik wird hier der gesamte bewegliche
Wasserauslaufteil gedreht oder geschwenkt. Die Länge des beweglichen Wasserauslaufteils
kann hier verhältnismäßig groß sein, so dass er einen Hebel bildet, der lang genug
ist, um ihn mit einer Hand leicht bedienen zu können.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform sind die beiden Wasserauslaufteile über ein
wasserführendes Verbindungselement miteinander verbunden, welches axial durch einen
Hohlraum im beweglichen Wasserauslaufteil führt und das in dem gehäuseseitigen Wasserauslaufteil
fest und in dem beweglichen Wasserauslaufteil relativ zu diesem schwenk- und/oder
drehbar gelagert ist. Auf diese Weise ist das Verbindungselement geschützt im Inneren
des Wasserauslaufs angeordnet.
[0008] Zweckmaßigerweise weisen bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform das Verbindungselement
an seinem dem beweglichen Wasserauslaufteil zugewandten Ende einen Kugelabschnitt
und der bewegliche Wasserauslaufteil einen komplementären Kugellagerring auf. Ein
so realisiertes Kugelgelenk ermöglicht technisch einfach sowohl eine stufenlose Verdrehung
als auch eine Schwenkung über einen großen Bereich.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die angrenzenden Stirnseiten
der beiden Wasserauslaufteile komplementäre Oberflächen, insbesondere Kugelabschnittsflächen,
aufweisen. Dies hat den Vorteil, dass die beiden Stirnseiten in jeder Stellung des
beweglichen Wasserauslaufteils formschlüssig anliegen.
[0010] Um zu verhindern, dass der bewegliche Wasserauslaufteil beispielsweise an einem Vordach
des Gehäuses der Sanitärarmatur anschlagen kann, ist bei einer weiteren vorteilhaften
Ausführungsform wenigstens ein Anschlagbegrenzungselement vorgesehen.
[0011] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform geht in einer Grundstellung die
Außenkontur des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils im Wesentlichen bündig in die Außenkontur
des beweglichen Wasserauslaufteils über. Auf diese Weise wird in der Grundstellung
des beweglichen Wasserauslaufteils ein bündiger Übergang der Oberflächen der beiden
Wasserauslaufteilen realisiert, wodurch die Sanitärarmatur einfacher zu reinigen ist.
[0012] Bei einer ersten besonders vorteilhaften Ausführungsform führt die Auslauföffnung
aus der Stirnseite des beweglichen Wasserauslaufteils heraus. Hier ist von Vorteil,
dass der Wasserstrahl in der Grundstellung des beweglichen Wasserauslaufteils horizontal
austritt.
[0013] Eine zweite besonders vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Auslauföffnung
aus der Unterseite des beweglichen Wasserauslaufteils herausführt, um in der Grundstellung
des beweglichen Wasserauslaufteils einen Wasseraustritt nach unten zu ermöglichen.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert; es zeigen
- Figur 1
- schematisch als erstes Ausführungsbeispiel das Gehäuse einer Bidetarmatur, bei der
unter anderem ein beweglicher Wasserauslaufteil, aus dessen Stirnseite ein Wasserauslaufmundstück
herausführt, im vertikalen Schnitt dargestellt ist;
- Figur 2
- schematisch einen horizontaler Schnitt durch die in Figur 1 dargestellte Bidetarmatur
entlang der dortigen Linie B-B;
- Figur 3
- eine isometrische Darstellung der kompletten Bidetarmatur aus Figur 1;
- Figur 4
- als zweites Ausführungsbeispiel eine isometrische Darstellung einer Waschtischarmatur
mit einem beweglichen Wasserauslaufteil, aus dessen Unterseite ein Wasserauslaufmundstück
herausführt;
- Figur 5
- eine isometrische Darstellung der Waschtischarmatur aus Figur 4, bei welcher der bewegliche
Wasserauslaufteil um 45° im Uhrzeigersinn gedreht ist.
[0015] Das in Figur 1 dargestellte erste Ausführungsbeispiel der Erfindung zeigt das Gehäuse
2 einer insgesamt mit dem Bezugszeichen 1 versehenen Bidetarmatur.
[0016] An das im Wesentlichen kreiszylinderförmige Gehäuse 2 ist in der Figur oben rechts
ein stationärer, gehäuseseitiger Wasserauslaufteil 3 radial angeformt. In dem oberen
Stirnbereich 4 des Gehäuses 2 ist eine Kartuschenaufnahme 5 angeordnet, in die in
an sich bekannter Weise eine nicht dargestellte Kartusche mit einem Mischhebel 26
eingebracht werden kann (Figur 3).
[0017] Die Kartuschenaufnahme 5 ist eine kreiszylinderförmige Öffnung, deren Boden 6 etwa
auf Höhe der Mitte des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils 3 angeordnet ist.
[0018] Die dem Gehäuse 2 abgewandte Stirnseite 7 des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils
3 ist als von außen gesehen konkave Kugelabschnittsfläche geformt.
[0019] Die dem gehäuseseitigen Wasserauslaufteil 3 zugewandte von außen gesehen konvexe
Stirnseite 21 eines beweglichen Wasserauslaufteils 10 ist komplementär zu der Stirnseite
7 des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils 3.
[0020] In der Stirnseite 7 des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils 3 ist mittig ein im Wesentlichen
zylinderförmiger Gehäusesitz 8 angeordnet. In dem Gehäusesitz 8 ist ein Endbereich
eines hohlzylinderförmigen Verbindungselements 9 befestigt, das sich ins Innere des
entlang seiner Achse durchgängig hohlen beweglichen Wasserauslaufteils 10 hinein erstreckt.
Der bewegliche Wasserauslaufteil 10 hat den gleichen Aussenquerschnitt wie der gehäuseseitige
Wasserauslaufteil 3. In der in Figur 1 dargestellten Grundstellung des beweglichen
Wasserauslaufteils 10 gehen die Außenkonturen der beiden Wasserauslaufteile 3, 10
im Wesentlichen bündig ineinander über.
[0021] Der Gehäusesitz 8 ist in an sich bekannter Weise gehäuseseitig mit einem in der Zeichnung
nicht sichtbaren Wasserzufuhrkanal, der zur Kartuschenaufnahme 5 verläuft, verbunden.
Die Mündung dieses Wasserzufuhrkanals in den Boden der Kartuschenaufnahme 5 kommuniziert
mit der Mischwasser-Auslauföffnung der dort einzusetzenden Kartusche. In dem Gehäusesitz
8 ist ein Gehäusedichtring 11 zum Abdichten der Verbindung zwischen dem Verbindungselement
9 und dem Gehäusesitz 8 angeordnet.
[0022] Im Inneren des Verbindungselements 9 führt ein wasserführender Verbindungselementkanal
12 axial von einer Stirnseite zur anderen. Das dem Gehäuse 2 abgewandte Ende des Verbindungselements
9 geht in einen Kugelabschnitt 13 mit einer durchgängigen axialen Bohrung 14 über.
Der Durchmesser des Kugelabschnitts 13 ist größer als der Durchmesser des benachbarten
Bereichs des Verbindungselements 9.
[0023] Die axiale Bohrung 14 in dem Kugelabschnitt 13 mündet in eine Kanalöffnung 15, die
nach außen konisch aufweitet.
[0024] Der Kugelabschnitt 13 ist drehbar in einem Kugellagerring 16 im Inneren des beweglichen
Wasserauslaufteils 10 angeordnet und mit einer Kugellagerdichtung 17 abgedichtet.
Die konische Kanalöffnung 15 der axialen Bohrung 14 ermöglicht, dass auch bei einer
Drehung des Kugelabschnitts 13 in dem Kugellagerring 16 das durch den Kugelabschnitt
13 und die Kugellagerschale 16 gebildete Kugelgelenk immer für Wasser durchgängig
ist, Die kugeligen Stirnseiten 7 und 21 der beiden Wasserauslaufteile 3, 10, der Kugelabschnitt
13 des Verbindungsteils 9 sowie der Kugellagerring 16 besitzen den selben Mittelpunkt.
[0025] Der Kugellagerring 16 ist etwa mittig im beweglichen Wassemuslaufteil 10 angeordnet.
In der Figur rechts von dem Kugellagerring 16 befindet sich ein Wasseraustrittskanal
18, der zu einem eine Auslauföffnung bildenden Wasserauslaufmundstück 19 an der wasseraustrittseitigen
Stirnseite des beweglichen Wasserauslaufteils 10 führt. In Figur 1 links von dem Kugellagerring
16 ist eine Verbindungselementaufnahme 20 für das Verbindungselement 9 vorgesehen,
die von dem gehäuseseitigen Wasserauslaufteil 3 zu dem Kugellagerring 16 führt.
[0026] Der obere Wandbereich 22 der Verbindungselementaufnahme 20 liegt in der in Figur
1 dargestellten Grundstellung des beweglichen Wasserauslaufteils 10 flächig an einem
umlaufenden Kragen 23 des Verbindungselements 9 unmittelbar vor dem Gehäusesitz 8
des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils 3 an.
[0027] In Figur 1 unterhalb des Verbindungselements 9 und in Figur 2 seitlich davon ist
ein Freiraum 24 im beweglichen Wasserauslaufteil 10 angeordnet, der durch eine Anschlagwand
25 begrenzt ist.
[0028] Der Freiraum 24 ist zu der Stirnseite 21 des beweglichen Wasserauslaufteils 10 hin
offen, so dass das Verbindungselement 9 bei einer Schwenkung oder Drehung des beweglichen
Wasserauslaufteils 10 ausreichend Bewegungsfreiheit hat.
[0029] Um den beweglichen Wasserauslaufteil 10 mit dem Wasserauslaufmundstück 19 nach unten
zu schwenken, wird er nach unten gedrückt. Hierbei dreht sich der Kugellagerring 16
um den Kugelabschnitt 13 des Verbindungselements 9. Gleichzeitig verschiebt sich die
konvexe Stirnseite 21 des beweglichen Wasserauslaufteils 10 entlang der konkaven Stirnseite
7 des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils 3, wobei sich der untere Bereich der Anschlagwand
25 solange dem unteren Bereich des Kragens 23 des Verbindungselements 9 nähert, bis
er an diesem anstößt.
[0030] Um den beweglichen Wasserauslaufteil 10 zur Seite, in Figur 2 nach oben oder nach
unten, zu schwenken, wird analog vorgegangen.
[0031] Ein Schwenken des beweglichen Wasserauslaufteils 10 in Figur 1 nach oben wird in
seiner Grundstellung durch den oberen Wandbereich 22 der Verbindungselementaufnahme
20 verhindert. Um den beweglichen Wasserauslaufteil 10 nach oben zu schwenken, wird
dieser zuerst um seine Achse gedreht bis ein Bereich des Zwischenraums 24 oberhalb
des Verbindungselements 9 angeordnet ist. Hierbei dreht sich der Kugellagerring 16
um den Kugelabschnitt 13. Anschließend kann der bewegliche Wasserauslaufteil 10 nach
oben geschwenkt werden.
[0032] Ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Figuren 4 und 5 isometrisch
dargestellt. Es unterscheidet sich vom ersten Ausführungsbeispiel dadurch, dass die
Erfindung bei einer waschtischarmatur 101 eingesetzt wird.
[0033] Die Waschtischarmatur 101 weist ein Gehäuse 102, einen gehäuseseitigen Wasserauslaufteil
103 und einen beweglichen Wasserauslaufteil 110 auf.
[0034] Das Wasserauslaufmundstück 119 ist hier nicht wie im ersten Ausführungsbeispiel in
der Stirnseite des beweglichen Wasserauslaufteils 110, sondern in seiner Unterseite
angeordnet, so dass in der in Figur 4 gezeigten Grundstellung des beweglichen Wasserauslaufteils
110 Wasser nach unten austritt.
[0035] Figur 5 zeigt den beweglichen Wasserauslaufteil 110 um etwa 45° im Uhrzeigersinn
um seine Achse gedreht, so dass Wasser nach schräg unten austreten kann.
[0036] Die Erfindung ist nicht auf den Einsatz bei einer Bidetarmatur 1 oder einer Waschtischarmatur
101 beschränkt, vielmehr kann sie auch bei beliebigen anderen Auslaufarmaturen Verwendung
finden.
[0037] Statt der umlaufenden, durch eine Verbreiterung des Wandbereichs 22 des beweglichen
Wasserauslaufteils 10 im Bereich der Verbindungselementaufnahme 20 unterbrochenen
Anschlagwand 25 kann auch eine Vielzahl von getrennten Anschlagbegrenzungselementen
in getrennten Freiräumen vorgesehen sein, die ein Schwenken und/oder Drehen des beweglichen
Wasserauslaufteils 10, 110 lediglich in bestimmte Richtungen zulassen.
[0038] Statt der kugelflächigen Stirnseiten 21, 22 der Wasserauslaufteile 3, 10, 103, 110
können auch koaxiale Zylinderflächen vorgesehen sein, durch die ein Schwenken des
beweglichen Wasserauslaufteils 10,110 in nur einer Ebene ermöglicht wird. Um lediglich
eine Drehung des beweglichen Wasserauslaufteils 10,110 zu ermöglichen, können die
Stirnseiten auch ebene Flächen sein.
1. Sanitärarmatur mit einem wasserführenden eine Auslauföffnung aufweisenden Auslauf
,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Wasserauslauf in einen stationären, gehäuseseitigen Wasserauslaufteil (3;103)
und einen beweglichen Wasserauslaufteil (10; 110) unterteilt ist, wobei der bewegliche
Wasserauslaufteil (10; 110) schwenk- oder drehbar an dem gehäuseseitigen Wasserauslaufteil
(3; 103) angeordnet ist und die Auslauföffnung (19; 119) aufweist.
2. Sanitärarmatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Wasserauslaufteile (3, 10; 103, 110) über ein wasserführendes Verbindungselement
(9) miteinander verbunden sind, welches axial durch einen Hohlraum (20) im beweglichen
Wasserauslaufteil (10; 110) führt und das in dem gehäuseseitigen Wasserauslaufteil
(3; 103) fest und in dem beweglichen Wasserauslaufteil (3; 103) relativ zu diesem
schwenk- und/oder drehbar gelagert ist.
3. Sanitärarmatur nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (9) an seinem dem beweglichen Wasserauslaufteil (10; 110)
zugewandten Ende einen Kugelabschnitt (13) und der bewegliche Wasserauslaufteil (10;
110) einen komplementären Kugellagerring (16) aufweisen.
4. Sanitärarmatur nach einen der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die angrenzenden Stirnseiten (7, 21) der beiden Wasserauslaufteile (3,10) komplementäre
Oberflächen, insbesondere Kugelabschnittsflächen, aufweisen.
5. Sanitärarmatur nach einen der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den beweglichen Wasserauslaufteil (10; 110) wenigstens ein Anschlagbegrenzungselement
(25) vorgesehen ist
6. Sanitärarmatur nach einen der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Grundstellung die Außenkontur des gehäuseseitigen Wasserauslaufteils (3;
103) im Wesentlichen bündig in die Außenkontur des beweglichen Wasserauslaufteil (10;
110) übergeht.
7. Sanitärarmatur nach einen der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslauföffnung (19) aus der Stirnseite des beweglichen Wasserauslaufteils (10)
herausführt.
8. Sanitärarmatur nach einen der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslauföffnung (119) aus der Unterseite des beweglichen Wasserauslaufteils (110)
herausführt.