(19)
(11) EP 1 630 349 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.03.2006  Patentblatt  2006/09

(21) Anmeldenummer: 05016492.0

(22) Anmeldetag:  29.07.2005
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E21F 1/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IS IT LI LT LU LV MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL BA HR MK YU

(30) Priorität: 06.08.2004 DE 102004038595

(71) Anmelder: ED. ZÜBLIN AG
70567 Stuttgart (DE)

(72) Erfinder:
  • Walliser, Thomas
    72108 Rottenburg (DE)

   


(54) Zwischendeckenkonstruktion im Tunnelbau und Verfahren zur Herstellung


(57) Die Zwischendecke (1) im Tunnel ist aus Fertigteilen (2) zusammengesetzt, die über Schlußsteine (3) aus Ortbeton miteinander kraftschlüssig verbunden sind.




Beschreibung

Technisches Gebiet



[0001] Die Erfindung betrifft die Konstruktion einer Zwischendecke im Tunnelbau sowie ein Verfahren, eine erfindungsgemäße Zwischendecke zu fertigen.

Stand der Technik



[0002] Im Tunnelbau ist es aus Sicherheitsgründen üblich geworden, eine Zwischendecke einzuziehen, oberhalb derer im Falle eines Brandes der Rauch abgeführt werden kann.
Hierzu wird die Zwischendecke in üblicher Schalungsbauweise aus Ortbeton erstellt.
Die Platzverhältnisse, vor allem oberhalb der Decke, sind aber sehr beengt und erschweren eine Herstellung aus Ortbeton mittels Schalungen. An den wichtigen Auflagern/Konsolen an den Seiten, wo der Platz besonders beengt ist, ist darüber hinaus eine sichere Verfüllung nur schwer zu gewährleisten.

Aufgabe der Erfindung



[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Konstruktion für eine Zwischendecke im Tunnelbau anzugeben, bei der auch die Seiten mit Sicherheit überall abgestützt sind und die in den beengten Platzverhältnissen des Tunnels einfach erstellt werden kann.
Aufgabe ist es auch, ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Decke anzugeben.

[0004] Darstellung der Erfindung

[0005] Die Erfindung wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 bzw. Anspruchs 3 angegebenen Merkmale gelöst.
Wesentliches Merkmal der Konstruktion ist, daß die Zwischendecke (1) aus Fertigteilen (2) zusammengesetzt ist, die in Querrichtung des Tunnels durch "Schlußsteine" (3) aus Ortbeton kraftschlüssig miteinander verbunden sind.
In einer bevorzugten Ausführung sind es im Querschnitt des Tunnels betrachtet lediglich zwei Fertigteile (2), die mit jeweils einer ihrer Seiten auf Konsolen (5) der Tunnelwand (6) aufliegen und an der gegenüberliegenden Seite mittels eines "Ortbetonschlußsteins" (3) miteinander verbunden sind. Bevorzugt ragen hierzu aus dem Fertigteil (2) Bewehrungen (4) in den Ortbetonschlußstein (3) hinein.

[0006] In einer Variante ist die Zwischendecke (1) nicht völlig eben, sondern leicht gewölbt, so daß die außen an der Tunnelwand (6) aufgelagerten Fertigteile (2) gegen den verbindenden Ortbetonschlußstein (3) drücken. Die Zwischendecke (1) wird dadurch zwischen den Tunnelwandungen (6) eingespannt, wie ein Gewölbe.
In Längsrichtung des Tunnels entsteht die Zwischendecke (1) durch Aneinanderreihen von Fertigteilen (2) und Betonieren der Ortbetonschlußsteine (3). Die Fertigteile (2) der Zwischendecke (1) können in Längsrichtung überlappende Bereiche aufweisen.

[0007] Die Herstellung der Zwischendecke (1) erfordert nur geringen Platzbedarf, da sie aus relativ kleinen Teilen (2) zusammengesetzt wird, die auch im Tunnelinneren leicht gehandhabt werden können.
Das Verfahren zur Herstellung der Zwischendecke (1) sieht vor, diese mit einer Seite auf schon vorhandene Konsolen (5) an der Tunnelwandung (6) aufzulegen oder auch durch andere Mittel dort zu verankern und durch eine dann leicht im Tunnel unterbringbare Stützkonstruktion (7) in Sollposition zu halten. Bevorzugt geschieht die Abstützung dann nur noch an oder nahe den Stellen, wo die Ortbetonschlußsteine (3) gefertigt werden müssen.
Nur noch um die Stelle herum, wo die Ortbetonschlußsteine (3) gegossen werden müssen, ist es dann auch nötig, eine Schalung anzubringen.
In einer bevorzugten Ausführung werden die Fertigteile (2) an der Stelle, wo die Ortbetonschlußsteine (3) erstellt werden sollen, auf einen, bevorzugt höhenverstellbaren, Tisch (7) aufgelegt. Auf diesem Tisch (7) wird dann der Zwischenraum zwischen den Fertigteilen (2), unter Verwendung eventueller Hilfsschalungen, zum Beispiel an den Stirnseiten der Ortbetonschlußsteine (3), vergossen. Die Ortbetonschlußsteine (3) sind von oben leicht zugänglich und können daher in hervorragender Qualität hergestellt werden, entweder durch Verdichten des Betons durch Rütteln oder auch einfach durch Verwendung eines selbstverdichtenden Betons.

[0008] Die Figur 1 zeigt ein mögliches Ausführungsbeispiel, bei dem zwei Fertigteile (2), verbunden durch einen Ortbetonschlußstein (3), den Tunnel als Zwischendecke (1) überspannen. Der Ortbetonschlußstein (3) wurde auf einem höhenverstellbaren Tisch (7) erstellt.
Fig. 2 zeigt eine Möglichkeit, die Fertigteile (2) in Tunnellängsrichtung aneinanderstoßen zu lassen.

Legende



[0009] 
1
Zwischendecke
2
Fertigteil
3
Ortbetonschlußstein
4
Bewehrung
5
Konsole
6
Tunnelwandung
7
höhenverstellbarer Stütz- und Betoniertisch



Ansprüche

1. Zwischendecke (1) im Tunnelbau,
dadurch gekennzeichnet, daß sie im Querschnitt des Tunnels betrachtet aus mindestens zwei Fertigteilen (2) besteht, wobei die der Tunnelwandung (6) nächstgelegenen Fertigteile (2) mit ihrer der Wandung (6) nächstgelegenen Seite an der Tunnelwandung (6) befestigt sind oder auf Konsolen (5) dieser Tunnelwandung (6) auflagern und auf ihrer gegenüberliegenden dem Tunnelinneren zugewandten Seite über aus Ortbeton gegossene Schlußsteine (3) mit dem nächsten Fertigteil (2) verbunden sind.
 
2. Zwischendecke (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fertigteile (2) über Anschlußbewehrungen (4) in den verbindenden gegossenen Ortbetonschlußstein (3) eingebunden sind.
 
3. Verfahren zur Herstellung einer Zwischendecke (1) nach mindestens einem der Ansprüche 1 und 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Fertigteile (2) mit ihren der Tunnelwandung (6) zugewandten Seiten auf dort bereits befindliche Konsolen (5) aufgelegt oder über andere Mittel dort befestigt werden und die Fertigteile (2) dann noch an mindestens einer weiteren noch nicht unterstützten Stelle temporär in Sollposition abgestützt (7) werden,
anschließend eine Schalung an der Stelle der späteren Ortbetonschlußsteine (3) angebracht wird
und die Ortbetonschlußsteine (3) dann gegossen werden.
 




Zeichnung










Recherchenbericht