[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der Drehwinkellage der Nockenwelle
einer Hubkolben-Verbrennungsmaschine relativ zur Kurbelwelle, wobei die Kurbelwelle
über ein Verstellgetriebe mit der Nockenwelle in Antriebsverbindung steht, das als
Dreiwellengetriebe mit einer kurbelwellenfesten Antriebwelle, einer nockenwellenfesten
Abtriebswelle und einer Verstellwelle ausgebildet ist, die mit einem Verstellmotors
in Antriebsverbindung steht, wobei für mindestens einen Kurbelwellen-Messzeitpunkt
ein Messwert für den Kurbelwellendrehwinkel erfasst wird, wobei für wenigstens zwei
Verstellwellen-Messzeitpunkte jeweils ein Messwert für den Verstellwellendrehwinkel
digital erfasst wird, wobei für mindestens einen Bezugszeitpunkt, der nach den Kurbelwellen-
und Verstellwellen-Messzeitpunkten liegt, anhand mindestens eines Kurbelwellendrehwinkel-Messwerts,
mindestens eines Verstellwellendrehwinkel-Messwerts und einer Getriebekenngröße des
Dreiwellengetriebes ein Wert für die Drehwinkellage der Nockenwelle relativ zur Kurbelwelle
bestimmt wird.
[0002] Ein derartiges Verfahren ist aus der Praxis bekannt. Dabei ist als Verstellgetriebe
ein Umlaufgetriebe vorgesehen, mit dessen Antriebwelle ein relativ zur Nockenwelle
verdrehbar gelagertes Nockenwellenzahnrad drehfest verbunden ist, das über eine Antriebskette
mit einem Kurbelwellenzahnrad in Antriebsverbindung steht. Eine Abtriebswelle des
Verstellgetriebes steht mit der Nockenwelle und eine Verstellwelle mit einem Verstellmotor
in Antriebsverbindung. Bei stillstehender Antriebswelle liegt zwischen der Verstellwelle
und der Abtriebswelle eine durch das Verstellgetriebe vorgegebene Getriebeübersetzung
vor, die so genannte Standgetriebeübersetzung. Wenn sich die Verstellwelle dreht,
vergrößert bzw. verkleinert sich je nach Drehrichtung der Verstellwelle relativ zum
Nockenwellenzahnrad die Getriebeübersetzung zwischen der Antriebs- und der Abtriebswelle,
wodurch sich die Phasenlage der Nockenwelle relativ zur Kurbelwelle verändert. Im
Vergleich zu einem Verfahren, bei welchem die Verbrennungsmaschine mit konstanter
Phasenlage betrieben wird, kann durch die Anpassung der Phasenlage eine bessere Zylinderfüllung
der Verbrennungsmaschine erreicht werden, wodurch Kraftstoff eingespart, der Schadstoffausstoß
reduziert und/oder die Ausgangsleitung der Verbrennungsmaschine erhöht werden kann.
Um die Phasenlage auf ein Sollwertsignal zu regeln, werden zunächst die Drehwinkel
der Kurbelwelle und der Verstellwelle mit Hilfe von induktiven Sensoren gemessen und
dann wird mit Hilfe der bekannten Standgetriebeübersetzung ein Istwertsignal für die
Phasenlage der Nockenwelle relativ zur Kurbelwelle bestimmt. An einem Bezugszeitpunkt
wird in einem mikroprozessorbasierten elektronischen Steuergerät ein Interrupt ausgelöst,
bei welchem der Messwert für den Verstellwellendrehwinkel in eine Regeleinrichtung
eingelesen und mit einem bereitgestellten Sollwertsignal verglichen wird. Beim Auftreten
einer Abweichung zwischen dem Messwert und dem Sollwertsignal steuert die Regeleinrichtung
den EC-Motor derart an, dass die Abweichung reduziert wird. Die Messung des Verstellwellendrehwinkels
erfolgt mit Hilfe von Magnetfeldsensoren, welche die Lage von am Umfang des EC-Motor-Läufers
angeordneten Magnetsegmenten digital detektieren. Aufgrund der Digitalisierung der
Messwerte und des von den Verstellwellen-Messzeitpunkten abweichenden Bezugszeitpunkt
kommt es jedoch zu Mess-Ungenauigkeiten, die dazu führen, dass die gemessene relative
Drehwinkellage der Nockenwelle eine sägezahnförmige Schwingung um die tatsächliche
Drehwinkellage durchführt. Dies wirkt sich nachteilig auf die Regelungsgenauigkeit
aus und hat außerdem auch eine erhöhte Energieaufnahme des EC-Motors zur Folge.
[0003] Es besteht deshalb die Aufgabe, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen,
das eine genaue Bestimmung der Drehwinkellage der Nockenwelle relativ zur Kurbelwelle
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass aus mindestens zwei Verstellwellendrehwinkel-Messwerten,
dem Zeitunterschied zwischen den Verstellwellen-Messzeitpunkten sowie dem Zeitabstand
zwischen dem letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt und dem Bezugszeitpunkt ein Schätzwert
für den Drehwinkel, den die Verstellwelle an dem Bezugszeitpunkt aufweist, extrapoliert
wird, und dass anhand des Schätzwerts, des mindestens einen Kurbelwellendrehwinkel-Messwerts
und der Getriebekenngröße der Wert für die Drehwinkellage bestimmt wird.
[0005] In vorteilhafter Weise wird also die Genauigkeit der Werte für die Phasenlage dadurch
erhöht, dass der Winkel, um den sich die Verstellwelle zwischen dem letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt
und dem jeweils aktuellen Bezugszeitpunkt weitergedreht hat, geschätzt und bei der
Ermittlung der Werte für die Phasenlage berücksichtigt wird. Die Amplitude der sägezahnförmigen
Schwingung, welche der gemessene Verstellwellendrehwinkelverlauf um den tatsächlichen
Verstellwellendrehwinkelverlauf ausführt, reduziert sich dadurch entsprechend. Das
erfindungsgemäße Verfahren ermöglicht dadurch eine hohe Präzision bei der Bestimmung
der Phasenlage sowie eine geringe Energieaufnahme des Verstellmotors.
[0006] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird zumindest für den jeweils
letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt ein Wert für die Winkelgeschwindigkeit der Verstellwelle
ermittelt, wobei der Schätzwert für den Drehwinkel, den die Verstellwelle an dem Bezugszeitpunkt
aufweist, aus dem letzen Verstellwellendrehwinkel-Messwert, der Zeitdifferenz zwischen
dem Bezugszeitpunkt und dem letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt sowie dem Winkelgeschwindigkeitswert
bestimmt wird. Der Verstellwellendrehwinkel-Messwert zum Bezugszeitpunkt wird also
durch lineare Interpolation aus dem jeweils letzen Verstellwellendrehwinkel-Messwert
mit Hilfe des Winkelgeschwindigkeitswerts ermittelt. Der Winkelgeschwindigkeitswert
kann aus der Winkeldifferenz der beiden zuletzt gemessenen Winkelgeschwindigkeitswerte
und der Zeitdifferenz zwischen den diesen Winkelgeschwindigkeitswerten zugeordneten
Messzeitpunkten berechnet werden.
[0007] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Verstellmotor ein EC-Motor,
der einen Stator mit einer Wicklung und einem drehfest mit der Verstellwelle verbundenen
Läufer hat, an dem in Umfangsrichtung zueinander versetzte, abwechselnd in zueinander
entgegen gesetzte Richtungen magnetisierte Magnetsegmente angeordnet sind, die Toleranzen
hinsichtlich ihrer Positionierung und/oder ihrer Abmessungen haben, wobei zum Erfassen
der Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/oder der Winkelgeschwindigkeitswerte die
Lage der Magnetsegmente relativ zu dem Stator detektiert wird, wobei mindestens ein
Korrekturwert zum Kompensieren des Einflusses wenigstens einer Toleranz auf die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
erfasst wird, und wobei die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/oder die Winkelgeschwindigkeitswerte
mit Hilfe des Korrekturwerts korrigiert werden. Dieser Ausführungsform liegt die Erkenntnis
zu Grunde, dass bei einem mehrfachen Vorbeibewegen eines toleranzbehafteten Magnetsegments
des Läufers an einem ortsfest zum Stator angeordneten Magnet-Sensor, das mit Hilfe
des Magnet-Sensors detektierte Lagemesssignal für das entsprechende Magnetsegment
bei jedem Passieren des Magnet-Sensors stets denselben, durch die Toleranz des Magnetsegments
bedingten Fehler aufweist. Dieser Fehler wird durch Messung oder auf andere Weise
ermittelt, um dann einen Korrekturwert zu bestimmen, mit dem die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
zu einem späteren Zeitpunkt korrigiert werden, wenn das betreffende Magnetsegment
den Magnetfeldsensor erneut passiert. Somit kann eine durch eine Toleranz eines Magnetsegments
hervorgerufene Mess-Ungenauigkeit auf einfache Weise in dem Drehzahlsignal korrigiert
werden. Dabei ist es sogar möglich, diese Korrektur online bei dem jeweils aktuell
gemessenen Drehzahlwert durchzuführen, ohne dass zwischen dem korrigierten Drehzahlwert
und dem unkorrigierten Drehzahlwert eine Zeitverzögerung auftritt.
[0008] Vorteilhaft ist, wenn die Lage der Magnetsegmente mit Hilfe einer Messeinrichtung
detektiert wird, die an dem Stator mehrere Magnetfeldsensoren aufweist, die derart
in Umfangsrichtung des Stators zueinander versetzt angeordnet sind, dass pro Umdrehung
des Läufers relativ zu dem Stator eine Anzahl von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
durchlaufen wird, und wenn für jede dieser Magnetsegment-Sensor-Kombinationen jeweils
ein Korrekturwert ermittelt, gespeichert und zur Korrektur der Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
und/oder der Winkelgeschwindigkeitswerte verwendet wird. Die Phasenlage der Nockenwelle
relativ zur Kurbelwelle kann dann mit noch größerer Präzision eingestellt werden.
Die Anzahl der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen entspricht vorzugsweise dem Produkt
aus der Anzahl der Magnetfeldsensoren und der Anzahl der magnetischen Pole des Läufers.
[0009] Bei eine bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung wird der Läufer derart relativ zu
dem Stator verdreht, dass eine Anzahl von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen durchlaufen
wird, wobei mit Hilfe der Messeinrichtung für diese Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
erste unkorrigierte Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/oder Winkelgeschwindigkeitswerte
erfasst werden, wobei zusätzlich Referenzwerte für den Verstellwellendrehwinkel und/oder
die Winkelgeschwindigkeit erfasst werden, die eine größere Genauigkeit aufweist als
das die ersten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte,
wobei mit Hilfe der ersten unkorrigierten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw.
Winkelgeschwindigkeitswerte die Korrekturwerte als Korrekturfaktoren bestimmt werden,
wobei die den ersten unkorrigierten Verstellwellendrehwinkel-Messwerten bzw. Winkelgeschwindigkeitswerten
zugeordneten Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen und dabei mit Hilfe
der Messeinrichtung zweite unkorrigierte Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte
erfasst werden, und wobei diese Werte mit Hilfe der zuvor ermittelten Korrekturfaktoren
korrigiert werden. Die Korrekturwerte werden also in Form von Korrekturfaktoren ermittelt,
wodurch eine Korrektur der durch die Toleranzen des Magnetsegments verursachten Messfehlern
bei unterschiedlichen Drehzahlen möglich ist. Das Referenzsignal kann ein Messsignal
sein, das beispielsweise bei der Fertigung des EC-Motors mit Hilfe einer zusätzlichen
Lagemesseinrichtung erfasst wird. Das Referenzsignal kann auch ein Drehzahl- und/oder
ein aufintegriertes Beschleunigungssignal einer Welle sein, die mit dem EC-Motor gekoppelt
ist.
[0010] Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung werden die Referenzwerte dadurch
gebildet, dass die ersten unkorrigierten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte
durch Filterung geglättet werden. Dadurch kann ein zusätzlicher Sensor zur Messung
des Referenzsignals eingespart werden.
[0011] Vorteilhaft ist, wenn der Läufer derart relativ zu dem Stator verdreht wird, dass
die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen mindestens zwei mal auftreten, wenn
dabei für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen jeweils ein Korrekturfaktor
für die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte ermittelt
wird, wenn aus den für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen ermittelten
Korrekturfaktoren jeweils ein Mittelwert gebildet wird, und wenn die so erhaltenen
Mittelwerte als neue Korrekturfaktoren gespeichert und die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte bei einem erneuten Durchlaufen der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
mit Hilfe dieser Korrekturfaktoren korrigiert werden. Die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
werden dabei bevorzugt möglichst oft durchlaufen, was bei einem EC-Motor für eine
elektronische Nockenwellenverstellung problemlos möglich ist, da sich dieser während
des Betriebs der Verbrennungsmaschine ständig dreht.
[0012] Bei einer Ausführungsform der Erfindung wird als Mittelwert jeweils der arithmetische
Mittelwert gebildet. Dabei gehen sämtliche für die Mittelwertbildung verwendeten Korrekturfaktoren
mit demselben Gewicht in den Mittelwert ein.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als Mittelwert jeweils ein
gleitender Mittelwert gebildet, vorzugsweise derart, dass das Gewicht, mit dem die
Korrekturfaktoren in den Mittelwert eingehen, mit zunehmendem Alter der Korrekturfaktoren
abnimmt. Neue Korrekturfaktoren werden also in dem Mittelwert stärker berücksichtigt
als Korrekturfaktoren, die einem weiter zurückliegenden Zeitpunkt zugeordnet sind.
Sollte einmal ein Fehler auftreten, der dazu führt, dass eine Magnetsegment―Sensor―Kombination
nicht erkannt und dadurch die bereits ermittelten Korrekturfaktoren den falschen Magnetsegmenten
zugeordnet werden, wirkt sich die falsche Korrekturfaktorzuordnung nur kurzeitig auf
die Korrektur des Drehzahlsignals aus, d.h. die falschen Korrekturfaktoren werden
relativ schnell "vergessen".
[0014] Vorteilhaft ist, wenn die gleitenden Mittelwerte F
Neu[i(t-T)] für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen zyklisch nach der Formel
F
Neu[i(t-T)] = λ F
Alt[i(t-T)] + (1-λ) F[i(t-T)] bestimmt werden, wobei i ein die jeweilige Magnetsegment-Sensor-Kombination
identifizierender Index, t die Zeit, T eine Verzögerungszeit zwischen der tatsächlichen
Winkelgeschwindigkeit und der gemessenen Winkelgeschwindigkeitswerten, F
Alt[i(t-T)] der bei der letzten Mittelwertbildung am Index i ermittelte Mittelwert und
λ ein Vergessensfaktor bedeuten, der größer als Null und kleiner als 1 ist und vorzugsweise
im Intervall zwischen 0,7 und 0,9 liegt. Eine derartige Mittelwertbildung ist für
eine Online-Berechnung gut geeignet. Die Zeit T ist von der Drehzahl abhängig und
nimmt mit zunehmender Drehzahl ab (ereignisgesteuertes System).
[0015] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
a) der Läufer relativ zu dem Stator verdreht und die Korrekturfaktoren für die einzelnen
Magnetsegment-Sensor-Kombinationen ermittelt und gespeichert werden,
b) dass danach die entsprechenden Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen
werden, wobei ein Satz neuer Korrekturfaktoren ermittelt wird,
c) dass die Korrekturfaktoren des alten Korrekturfaktorsatzes relativ zu denen des
neuen Korrekturfaktorsatzes zyklisch vertauscht und die Korrekturfaktorsätze danach
miteinander verglichen werden,
d) dass Schritt c) wiederholt wird, bis alle Vertauschungskombinationen des alten
Korrekturfaktorsatzes mit dem neuen Korrekturfaktorsatz verglichen wurden,
e) dass die Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung mit dem
neuen Korrekturfaktorsatz auftritt, ermittelt wird,
f) und dass mit der dieser Vertauschungskombination zugeordneten Anordnung der Korrekturwerte
des alten Korrekturfaktorsatzes die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert werden.
[0016] Auf diese Weise kann die Zuordnung der Korrekturfaktoren zu den Magnetsegmenten wiederhergestellt
werden, falls sie beispielsweise aufgrund einer Störung des Messsignals unbeabsichtigt
verändert worden sein sollte. Somit können die bereits ermittelten Korrekturfaktoren
auch nach dem Auftreten der Störung weitergenutzt werden. Dabei kann eine Kennung
an dem Läufer des EC-Motors, die eine absolute Messung der Lage des Läufers relativ
zum Stator ermöglicht, eingespart werden. In vorteilhafter Weise kann das Verfahren
aber auch nach dem Wiedereinschalten des EC-Motors zur Anwendung kommen, um Korrekturfaktoren,
die während einer früheren Einschaltphase des EC-Motors ermittelt und in einem nichtflüchtigen
Speicher abgelegt wurden, denjenigen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen zuzuordnen,
für die sie während der früheren Einschaltphase ermittelt wurden.
[0017] Gegebenenfalls können die Korrekturfaktoren auch unter Idealbedingungen bei der Fertigung
des EC-Motors ermittelt werden, vorzugsweise in einem Endstadium der Fertigung.
[0018] Vorteilhaft ist, wenn aus den bei der Vertauschungskombination, bei der eine maximale
Übereinstimmung zwischen den Korrekturfaktorsätzen auftritt, jeweils einander zugeordneten
Korrekturfaktoren des alten Korrekturfaktorsatzes und des neuen Korrekturfaktorsatzes
jeweils ein Mittelwert gebildet und als neuer Korrekturfaktor gespeichert wird, und
wenn mit dem durch diese Mittelwertbildung erhaltenen Korrekturfaktorsatz die Winkelgeschwindigkeitswerte
korrigiert werden. Es werden also sowohl die Korrekturfaktoren des ersten Datensatzes
als auch die des zweiten Datensatzes bei der Korrektur der Winkelgeschwindigkeitswerte
berücksichtigt.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
a) dass der Läufer derart relativ zu dem Stator verdreht wird, dass alle Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
mindestens einmal durchlaufen werden,
b) dass dabei ein Lagemesssignal der Magnetfeldsensoren derart generiert wird, dass
pro Umdrehung des EC-Motors für jedes Polpaar des Läufers jeweils eine Anzahl von
Messsignal-Zuständen durchlaufen wird,
c) dass ein erster Datensatz mit einer der Anzahl der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
entsprechenden Anzahl Wertekombinationen, jeweils bestehend zumindest aus einem Korrekturfaktor
für die betreffende Magnetsegment-Sensor-Kombination und einem dieser zugeordneten
Messsignal-Zustand, ermittelt und gespeichert wird,
d) dass danach die entsprechenden Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen
werden, wobei ein neuer, zweiter Datensatz mit Wertekombinationen ermittelt und gespeichert
wird,
e) dass bei einer Abweichung zwischen den Messsignal-Zuständen des ersten und denen
des zweiten Datensatzes die Wertekombinationen des ersten Datensatzes derart zyklisch
relativ zu denen des zweiten Datensatzes verschoben werden, dass die Messsignal-Zustände
der Datensätze übereinstimmen,
f) dass danach die jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren der Datensätze
miteinander verglichen werden,
g) dass die Korrekturfaktoren des einen Datensatzes um eine der doppelten Anzahl der
Magnetfeldsensoren entsprechende Anzahl Schritte relativ zu den Korrekturfaktoren
des anderen Datensatzes zyklisch vertauscht und danach die jeweils einander zugeordneten
Korrekturfaktoren der Datensätze miteinander verglichen werden,
h) dass Schritt g) gegebenenfalls wiederholt wird, bis alle Vertauschungskombinationen
bearbeitet wurden,
i) dass eine Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung zwischen
den Korrekturfaktoren der Datensätze auftritt, ermittelt wird,
j) und dass mit der dieser Vertauschungskombination zugeordneten Anordnung der Korrekturwerte
des ersten Datensatzes die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert werden.
[0020] Durch diese Maßnahmen kann mit relativ wenig Vertauschungs- bzw. Verschiebeoperationen
und somit entsprechend geringem Zeitaufwand die Zuordnung der Korrekturfaktoren zu
den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen wiederhergestellt werden.
[0021] Dabei ist es sogar möglich, dass aus den bei der Vertauschungskombination, bei der
eine maximale Übereinstimmung zwischen den Korrekturfaktoren der Datensätze auftritt,
jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren des ersten und zweiten Datensatzes
jeweils ein Mittelwert gebildet und als neuer Korrekturfaktor gespeichert wird und
dass mit dem durch diese Mittelwertbildung erhaltenen Korrekturfaktorsatz Winkelgeschwindigkeitswerte
korrigiert werden. Somit werden sowohl die Korrekturfaktoren des ersten Datensatzes
als auch die des zweiten Datensatzes bei der Korrektur des Drehzahlsignals berücksichtigt.
[0022] Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung des Verfahrens werden die Schwankungsweiten
der unkorrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte und der korrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte
jeweils in einem Zeitfenster ermittelt und miteinander verglichen, wobei für den Fall,
dass die Schwankungsweite der korrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte größer ist
als die der unkorrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte, die Korrekturfaktoren neu
ermittelt und/oder die Zuordnung der Korrekturfaktoren zu den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
wiederhergestellt wird. Dabei wird davon ausgegangen, für den Fall, dass die Schwankung
der korrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte größer ist als die der unkorrigierten
Winkelgeschwindigkeitswerte, ein Fehler bei der Zuordnung der Korrekturfaktoren zu
den einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen aufgetreten ist, beispielsweise durch
EMV-Einstrahlung. Zur Korrektur dieses Fehlers können die Korrekturfaktoren auf den
Wert 1 zurückgesetzt und danach neu adaptiert worden oder die ursprüngliche Zuordnung
wird beispielsweise durch zyklisches Vertauschen der Korrekturfaktoren wiederhergestellt.
[0023] Zweckmäßigerweise werden die Korrekturfaktoren auf einen vorgegebenen Wertebereich
begrenzt, der vorzugsweise zwischen 0,8 und 1,2 beträgt. Dadurch können Ausreißer
in dem korrigierten Drehzahlsignal, die durch nicht plausible, außerhalb des vorgegebenen
Wertebereichs liegende Korrekturfaktoren verursacht sind, unterdrückt werden.
[0024] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird ein Trägheitsmomentwert
für das Massenträgheitsmoment des Läufers bestimmt, wobei ein Stromsignal I erfasst
wird, indem für die einzelnen Verstellwellen-Messzeitpunkte jeweils ein Stromwert
l(k) für den elektrischen Strom in der Wicklung bestimmt wird, wobei für die einzelnen
Winkelgeschwindigkeitswerte ω(k) jeweils aus einem einem früheren Verstellwellen-Messzeitpunkt
zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert ω
k(k-1), dem Stromsignal I und dem Trägheitsmomentwert ein Schätzwert ω
s(k) für den Winkelgeschwindigkeitswert ω(k) bestimmt wird, wobei diesem Schätzwert
ω
s(k) ein Toleranzband zugeordnet wird, in dem der Schätzwert ω
s(k) enthalten ist, und wobei für den Fall, dass der Winkelgeschwindigkeitswert w(k)
außerhalb des Toleranzbands liegt, der Winkelgeschwindigkeitswert w(k) durch einen
innerhalb des Toleranzbands befindlichen Winkelgeschwindigkeitswert ω
k(k) ersetzt wird. Es werden also Winkelgeschwindigkeitswerte w(k), die außerhalb des
Toleranzbands liegen und die somit nicht plausibel sind, auf das Toleranzband begrenzt,
wobei die Grenzwerte für das Toleranzband dynamisch ermittelt werden. Dadurch können
Schwankungen in den Winkelgeschwindigkeitswerten auf einfache Weise geglättet werden,
ohne dass es zu einer nennenswerten Zeitverzögerung zwischen dem geglätteten bzw.
korrigierten Winkelgeschwindigkeitssignal und dem gemessenen Winkelgeschwindigkeitssignal
kommt. Der Begrenzung liegt die dynamische Gleichung der elektrischen Maschine zugrunde:

[0025] J ist das Massenträgheitsmoment des Läufers, w die Läufer-Drehzahl, K
t eine Konstante der elektrischen Maschine, I der Wicklungsstrom und t die Zeit. Der
Drehzahl-Schätzwert ω
s(k) lässt sich wie folgt bestimmen, wobei T eine Abtastdauer bedeutet:

[0026] Wenn die Breite des Toleranzbands auf ± Δω
Grenz festgelegt wird, können der obere Randwert ω
HighLim(k) und der untere Randwert ω
LowLim(k) des Toleranzbands für den k-ten Drehzahlmesswert w(k) ausgehend von dem Schätzwert
ω
s wie folgt ermittelt werden:

[0027] Dabei wird die Breite ±Δω
Grenz des Toleranzbands vorzugsweise deutlich kleiner gewählt als die Schwankungsweite
der Drehzahlmesswerte w(k), um eine spürbare Reduzierung der Schwankung der Winkelgeschwindigkeitswerte
zu erreichen.
[0028] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird der Läufer wird mit einem
Lastmoment belastet, wobei für das Lastmoment ein Lastmomentsignal M
L bereitgestellt wird, und wobei der Schätzwert ω
s(k) jeweils aus dem dem früheren Abtastzeitpunkt zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert
ω
k(k-1), dem Stromsignal I, dem Lastmomentsignal M
L und dem Trägheitsmomentwert bestimmt wird. Die dynamische Gleichung des EC-Motors
lautet dann:

[0029] Daraus lassen sich der Winkelgeschwindigkeits-Schätzwert ω
s(k) sowie der obere Randwert
ωHighLim(k) und der untere Randwert
ωLowLim(k) des Toleranzbands wie folgt bestimmen:

[0030] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform der Erfindung wird die an der Wicklung anliegende
elektrische Spannung erfasst, wobei die Stromwerte l(k) indirekt aus der Spannung,
der Impedanz der Wicklung, dem gegebenenfalls korrigierten Drehzahlmesswert w(k) und
einer Motorkonstanten K
e bestimmt wird. Die entsprechende Systemgleichung lautet:

[0031] Dabei ist R
A der ohmsche Widerstand der Wicklung, L
A die Induktivität der Wicklung und K
e die Motorkonstante des EC-Motors. Das Verfahren kommt bevorzugt bei EC-Motoren zum
Einsatz, bei denen der Wicklungsstrom durch Pulsweitenmodulation einer an die Wicklung
angelegten elektrischen Spannung eingestellt wird.
[0032] Vorteilhaft ist, wenn die Breite und/oder Lage des Toleranzbands in Abhängigkeit
von dem dem früheren Verstellwellen-Messzeitpunkt zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert
ω
k(k-1) gewählt wird und vorzugsweise mit zunehmender Winkelgeschwindigkeit reduziert
und/oder mit abnehmender Winkelgeschwindigkeit vergrößert wird. Wenn für das Lastmoment
der Nockenwelle ein Mittelwert vorliegt, dessen Genauigkeit von der Drehzahl abhängig
ist, kann die Drehzahlabhängigkeit der Genauigkeit bei der Bestimmung der Breite des
Toleranzbands berücksichtigt werden.
[0033] Bei einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung wird die Breite und/oder Lage
des Toleranzbands in Abhängigkeit von dem Stromsignal I gewählt und vorzugsweise mit
zunehmendem Strom vergrößert und/oder mit abnehmendem Strom reduziert. Dabei wird
davon ausgegangen, dass bei einem großen Wicklungsstrom der Läufer in der Regel beschleunigt
wird, so dass die Drehzahl entsprechend ansteigt. Die Breite und/oder Lage des Toleranzbands
wird also an die aufgrund der Bestromung der Wicklung zu erwartenden Drehzahländerungen
des Läufers angepasst.
[0034] Wenn das Drehzahlsignal mit Störungen, wie zum Beispiel einer Welligkeit behaftet
ist, schwankt meistens der Wicklungsstrom entsprechend. In diesem Fall kann es vorteilhaft
sein, das Stromsignal I durch Filterung, insbesondere durch eine gleitende Mittelwertbildung,
geglättet wird, und wenn die Schätzwerte ω
s(k) für die Winkelgeschwindigkeitswerte w(k) mit Hilfe des gefilterten Stromsignals
l bestimmt werden.
[0035] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird jeweils aus mindestens
zwei Kurbelwellendrehwinkel-Messwerten, dem Zeitunterschied zwischen den diesen Messwerten
zugeordneten Kurbelwellendrehwinkel-Messzeitpunkten sowie dem Zeitabstand zwischen
dem letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt und dem Bezugszeitpunkt ein Schätzwert für
den Drehwinkel, den die Kurbelwelle an dem Bezugszeitpunkt aufweist, extrapoliert,
wobei die Zeitdifferenz zwischen dem Bezugszeitpunkt und dem letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt
ermittelt wird, und wobei der Schätzwert aus dem Kurbelwellendrehwinkel-Messwert am
letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt, der Zeitdifferenz und dem Winkelgeschwindigkeitswert
bestimmt wird. Durch diese Maßnahme kann in Kombination mit der Extrapolation der
Verstellwellen-Messzeitpunkte eine besonders hohe Präzision bei der Einstellung der
Phasenlage erreicht werden.
[0036] Nachfolgend ist sind Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung eine Kurbelwellen-Nockenwellenanordnung eines Hubkolben-Verbrennungsmotors,
die eine Verstellvorrichtung zum Verändern der Drehwinkellage der Nockenwelle relativ
zur Kurbelwelle aufweist,
- Fig. 2
- eine graphische Darstellung des tatsächlichen Drehwinkelverlaufs und von Drehwinkel-Messwerten
des Rotors eines Verstellmotors der Verstellvorrichtung, wobei auf der Abszisse die
Zeit und auf der Ordinate der Drehwinkel aufgetragen ist,
- Fig. 3
- eine graphische Darstellung des tatsächlichen Drehwinkelverlaufs des Verstellmotors,
wobei die Stellen, an denen Hallsensor-Pulse auftreten, im Drehwinkelverlauf markiert
sind, wobei auf der Abszisse die Zeit und auf der Ordinate der Drehwinkel aufgetragen
ist,
- Fig. 4
- eine schematische Ansicht auf die Stirnseite des Läufers eines EC-Motors, wobei am
Umfang des Läufers Magnetsegmente angeordnet sind, und wobei eine Lagemesseinrichtung
zur Detektion der Lage des Läufers relativ zum Stator vorgesehen ist,
- Fig. 5
- eine graphische Darstellung eines mit Hilfe der Lagemesseinrichtung erfassten Lagemesssignals,
- Fig. 6
- ein Ablaufdiagramm, welches die einzelnen Schritte bei der Korrektur eines aus dem
Lagemesssignal erzeugten Winkelgeschwindigkeitssignals verdeutlicht, und
- Fig. 7
- eine graphische Darstellung von Korrekturfaktoren, wobei die Beträge der Korrekturfaktoren
als Balkendiagramm dargestellt sind, wobei unterhalb des Balkens jeweils ein Wert
eines dem betreffenden Korrekturfaktor zugeordneten Lagemesssignals und darunter jeweils
ein Index abgebildet sind, der den betreffenden Korrekturfaktor einer Magnetsegment-Sensor-Kombination
zuordnet.
[0037] Eine Verstellvorrichtung zum Verstellen der Drehwinkel- oder Phasenlage der Nockenwelle
11 einer Hubkolben-Verbrennungsmaschine relativ zur Kurbelwelle 12 weist ein Verstellgetriebe
13 auf, das als Dreiwellengetriebe mit einer kurbelwellenfesten Antriebwelle, einer
nockenwellenfesten Abtriebswelle und einer mit dem Rotor eines Verstellmotors in Antriebsverbindung
stehenden Verstellwelle ausgebildet ist. Zum Bestimmen von Messwerten für die Phasenlage
wird an Kurbelwellen-Messzeitpunkten jeweils ein Messwert für den Kurbelwellendrehwinkel
erfasst. Außerdem wird an Verstellwellen-Messzeitpunkten jeweils ein Messwert für
den Verstellwellendrehwinkel gemessen. Aus den Messwert für den Kurbelwellendrehwinkel
und den Verstellwellendrehwinkel wird mit Hilfe einer bekannten Standgetriebeübersetzung
des Dreiwellengetriebes ein Wert für die Phasenlage bestimmt.
[0038] In Fig. 1 ist erkennbar, dass zur Messung des Kurbelwellendrehwinkels ein induktiver
Sensor 15 vorgesehen ist, der die Zahnflanken eines aus einem magnetisch leitenden
Werkstoff bestehenden, auf der Kurbelwelle 12 angeordneten Zahnkranzes 16 detektiert.
Eine der Zahnlücken oder Zähne des Zahnkranzes 16 weist eine größere Breite auf als
die anderen Zahnlücken bzw. Zähne und dient als Referenzmarke. Beim Vorbeilaufen der
Referenzmarke an dem Sensor 15 wird der Messwert für den Kurbelwellendrehwinkel auf
einen Startwert gesetzt. Danach wird der Messwert bis zum Erneuten Vorbeilaufen der
Referenzmarke an dem Sensor 15 bei jedem Detektieren einer Zahnflanke nachgeführt.
Das Nachführen des Messwerts für den Kurbelwellenwinkel erfolgt mit Hilfe eines Steuergeräts,
in dessen Betriebsprogramm jeweils beim Detektieren einer Zahnflanke ein Interrupt
ausgelöst wird. Der Kurbelwellendrehwinkel wird also digital gemessen.
[0039] Als Verstellmotor ist ein EC-Motor 14 vorgesehen, der einen Läufer aufweist, an dessen
Umfang eine Reihe von abwechselnd in zueinander entgegengesetzte Richtungen magnetisierten
Magnetsegmenten angeordnet ist, die über einen Luftspalt mit Zähnen eines Stators
magnetisch zusammenwirken. Die Zähne sind mit einer Wicklung bewickelt, die über eine
Ansteuereinrichtung bestromt wird.
[0040] Die Lage der Magnetsegmente relativ zum Stator und damit der Verstellwellendrehwinkel
wird mit Hilfe einer Messeinrichtung 17 detektiert, die an dem Stator mehrere Magnetfeldsensoren
A, B, C aufweist, die derart in Umfangsrichtung des Stators zueinander versetzt angeordnet
sind, dass pro Umdrehung des Läufers eine Anzahl von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
durchlaufen wird. Als Referenzwertgeber für den Nockenwellendrehwinkel ist ein Hall-Sensor
18 vorgesehen, der mit einem auf der Nockenwelle 11 angeordneten Triggerrad 19 zusammenwirkt.
Wenn der Hall-Sensor 18 eine Flanke des Triggerrads 19 detektiert, wird im Betriebsprogramm
des Steuergeräts ein Interrupt ausgelöst, bei dem der Kurbelwellendrehwinkel und der
Verstellwellendrehwinkel zwischengespeichert werden. Dieser Interrupt wird nachstehend
auch als Nockenwellen-Interrupt bezeichnet.
[0041] Der nockenwellengetriggerte Absolutwinkel ε
Abs und der relative Verstellwinkel Δε
Rel werden zum aktuellen Verstellwinkel ε
aktuell verrechnet. Ein den aktuellen Verstellwinkel ε
aktuell repräsentierendes Signal liegt an einem Istwert-Eingang eines für die Regelung der
Phasenlage vorgesehenen Regelkreises an. Der Absolutwinkel ε
Abs ist der Kurbelwellenwinkel zu einem Zeitpunkt t
TrigNw, an dem der Nockenwellen-Interrupt ausgelöst wird:

[0042] Die Drehwinkellage Δε
Rel der Nockenwelle 11 relativ zur Kurbelwelle 12 wird dabei aus den zeitsynchronen Änderungen
(Reglerabtastung) der Winkelzähler von Rotor Δϕ
Em und Kurbelwelle Δϕ
KW bezogen auf die Referenzwerte bei Nockenwellen-Triggerung über die Getriebegrundgleichung
des Dreiwellengetriebes berechnet:

[0043] Dabei ist i
g die Standgetriebeübersetzung zwischen der Nockenwelle 11 und der Verstellwelle:

[0044] Um die Drehwinkellage Δε
Rel berechnen zu können, werden die Winkel der Kurbelwelle ϕ
KW,TrigNW und des EC-Motor-Rotors bzw. der Verstellwelle ϕ
Em,TrigNW zum Zeitpunkt des Nockenwellentriggers gespeichert. Zu einem späteren Zeitpunkt wird
dann im Betriebsprogramm des Steuergeräts ein Interrupt ausgelöst, bei dem die Drehwinkellage
Δε
Rel mit Hilfe der zwischengespeicherten Winkel ϕ
KW,TrigNW und (ϕ
Em,TrigNW berechnet wird. Dieser Interrupt wird nachstehend auch als zyklischer Interrupt bezeichnet.
[0045] Die Auflösung der relativen Drehwinkellage Δε
Rel ergibt sich durch eine Unsicherheitsbetrachtung der einzelnen Komponenten der Gl.
(1.1). Der Kurbelwellendrehwinkel hat beispielsweise eine Unsicherheit von -0 bis
+0.2°. Die Auflösung δ
EM der Messeinrichtung 17 ergibt sich aus der Anzahl der Polpaare P (z.B. P=7) und der
Anzahl m (z.B. m=3) der Magnetfeldsensoren A, B, C:

wobei die Unsicherheitsband (bei positiver Drehzahl) einseitig von -0 bis +8,57° angesetzt
werden darf, da der Winkel jeweils zum Zeitpunkt eines Wechsels der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
als exakt angenommen wird und danach zunimmt. Würde man die relative Drehwinkellage
Δε
Rel direkt aus dem Kurbelwellendrehwinkel ϕ
KW,TrigNW und dem Verstellwellendrehwinkel ϕ
Em,TrigNW berechnen, ergäbe sich eine Messunsicherheit für die relative Drehwinkellage Δε
Rel von -0,29° bis +0.49°:

[0046] Wie in Fig. 2 erkennbar ist, bewirkt die Digitalisierung des Verstellwellendrehwinkels
eine Art Schwebung zwischen den Zeitpunkten, an denen der zyklische Interrupt auftritt,
und den Zeitpunkten, an denen die Magnetsegment-Sensor-Kombinationen wechseln. Stationär
dreht der EC-Motor 14 genau doppelt so schnell wie die Kurbelwelle 12. In der Regel
unterscheiden sich die Zeitpunkte, an denen der zyklische Interrupt auftritt, von
den Zeitpunkten, an denen die Magnetsegment-Sensor-Kombinationen wechseln. In Abb.
2 treten z.B. neun Wechsel der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen innerhalb von acht
Interruptzyklen auf, d.h. pro Interruptzyklus überstreicht der E-Motor einen Winkel
von (9/8)*8,57°. Da nur ein ganzzahliges Vielfaches von 8,57° im Steuergerät eingelesen
wird, wird die Differenz zwischen wahrem Verstellwellendrehwinkel und dem im Steuergerät
verarbeiteten Verstellwellendrehwinkel immer größer, bis bei einem zyklischen Interrupt
ein Hallsensor-Puls mehr als sonst eingeht, und wahrer und gemessener Verstellwellendrehwinkel
kurzzeitig wieder synchron sind.
[0047] Würde die relative Drehwinkellage Δε
Rel direkt aus dem Kurbelwellendrehwinkel ϕ
KW,trigNW und dem Verstellwellendrehwinkel ϕ
Em,TrigNW berechnet, ergäben sich gemäß Gl. (1) Sprünge in der gemessenen Drehwinkellage Δε
Rel, die etwa eine Größe von Δε = 2·δ
Em /i
g = 0.29° aufweisen und einen Reglereingriff verursachen würden. Dies ist speziell
im stationären Betrieb unerwünscht.
[0048] Um die Höhe dieser Sprünge zu reduzieren oder sie sogar vollständig zu vermeiden,
wird durch Extrapolation von jeweils mindestens zwei Verstellwellendrehwinkel-Messwerten
ein Schätzwert für den Drehwinkel, den die Verstellwelle an Bezugszeitpunkt aufweist,
der nach den Verstellwellen-Messzeitpunkten liegt. Als Bezugszeitpunkte werden einerseits
die Zeitpunkte, an denen die Nockenwellen-Interrupts auftreten, und andererseits die
Zeitpunkte, an denen die zyklischen Interrupts ausgelöst werden, gewählt.
[0049] Nachstehend wird die Extrapolation wird anhand von Fig. 3 erläutert. Zum Zeitpunkt
t
TrigNW des Nockenwellen-Interrupt stehen der dem Verstellwellendrehwinkelwert entsprechende
Zählerstand N
TrigNW der Messeinrichtung 17, die Zeit Δt
TrigNw sowie die Drehzahl ω
Em,TrigNW (vorzeichenbehaftet) beim letzten Wechsel der Magnetsegment-Sensor-Kombination zur
Verfügung. Auf entsprechende Daten kann bei jedem zyklischen Interrupt t
i zugegriffen werden. Beispielsweise ist zur Zeit t
18 der Zählerstand N
t18, die Differenzzeit Δt
18 und die Drehzahl ω
Em,t18 verfügbar.
[0050] Mit diesen Daten lässt sich der seit dem Auftreten des letzten Wechsels der der Magnetsegment-Sensor-Kombination
überstrichene Winkel, und damit der EC-Motor- bzw. Verstellwellendrewinkel beim Nockenwellentrigger
und zum aktuellen Steuergeräteinterrupt t
j genauer als bisher bestimmen:

[0051] Der für die Berechnung des Phasenwinkels notwendige Differenzwinkel zum aktuellen
Steuergeräteinterrupt t
i lautet dementsprechend:

[0052] Für die Extrapolation wird die aktuelle EC-Motordrehzahl benötigt. Sie kann am einfachsten
aus der Zeitdauer Δt
Hall zwischen dem letzten und vorletzten Verstellwellen-Messzeitpunkt bzw. der Zeitdauer
Δt
Hall zwischen dem letzten und vorletzten Wechsel der Magnetsegment-Sensor-Kombination
gewonnen werden (diese Information steht ohne Zeitverzögerung direkt zur Verfügung).
Zusammen mit dem Vorzeichen S der Zählrichtung ergibt sich:

[0053] Diese Methode ist sehr einfach, kann jedoch stark schwankende Werte liefern, da die
Zeiten Δt
Hallzwischen den Wechseln der Magnetsegment-Sensor-Kombination auch bei konstanter Drehzahl
aufgrund von Fertigungstoleranzen sehr unregelmäßig sein können. Grundsätzlich ist
zur Verbesserung des Ergebnisses eine Mittelung über mehrere Verstellwellendrewinkelwerte
möglich. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass der Mittelwert nur zeitverzögert berechnet
werden kann, so dass bei Beschleunigung des EC-Motors 14 dieser Fehler in die Extrapolation
einfließt. In dem Steuergeräteinterrupt wird die aktuelle Drehzahl ω
Em des EC-Motors 14 auch für die Regelung des Phasenwinkels berechnet.
[0054] Nachstehend wird anhand von Fig. 4 bis 7 erläutert, wie der Einfluss der durch die
genannten Fertigungstoleranzen auftretenden Fehler auf die Drehwinkellage der Nockenwelle
relativ zur Kurbelwelle ohne eine Zeitverzögerung reduziert werden kann.
[0055] Bei dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel hat der Läufer acht Magnetsegmente
1..8, die in einem Raster von 45° in Umfangsrichtung eines Trägerteils 9, an dem die
Magnetsegmente 1..8 fixiert sind, zueinander versetzt sind. Die Magnetsegmente 1..8
bilden am Umfang des Läufers jeweils einen Magnetpol, wodurch sich insgesamt über
den Umfang eine Anzahl von p Polpaaren ergibt. In Fig. 4 ist dies beispielhaft für
ein Läufer mit p=4 Polpaaren dargestellt. Auf dem durch die Magnetsegmente 1..8 gebildeten
Ring wechselt die Magnetisierung also 8 mal pro Umdrehung ihre Richtung. Wie bereits
erwähnt wurde, weisen die Magnetsegmente 1..8 sowohl hinsichtlich ihrer Lage auch
hinsichtlich ihrer Abmessungen in Umfangsrichtung Toleranzen auf. Der mechanische
Winkel a zwischen zueinander korrespondierenden Stellen zueinander benachbarter Magnetsegmente
1..8 kann also von dem Sollwert 180°/p (hier: 45°) abweichen. Die Drehrichtung des
Läufers ist in Fig. 4 mit dem Pfeil Pf angedeutet.
[0056] Das Ausgangssignal des Magnetfeldsensors A ändert sich jeweils bei einer Drehung
des Läufers um den Winkel α. Mit Hilfe des Magnetfeldsensors A alleine könnte somit
eine Auflösung des Läufers-Drehwinkels von α erreicht werden. Wie in Fig. 4 erkennbar
ist, sind die Sensoren A, B, C am Umfang des Läufers versetzt zueinander angeordnet.
Der Versatz ist derart gewählt, dass das mit Hilfe der Sensoren A, B, C detektierte
Lagemesssignal eine Auflösung von 180°/(p·m) aufweist. Dies wird dadurch erreicht,
dass der Magnetfeldsensor B um einen mechanischen Winkel von 180°/(m·p) zuzüglich
eines ganzzahligen Vielfaches von β=180°/m gegenüber dem Magnetfeldsensor A und der
Magnetfeldsensor C um das Doppelte dieses mechanischen Winkels gegenüber dem Magnetfeldsensor
A in Vorwärtsdrehrichtung Pf versetzt ist.
[0057] In Fig. 5 ist ein Abschnitt des aus den Ausgangssignalen A', B', C' der Sensoren
A, B, C zusammengesetzten Verstellwellendrehwinkelsignals für eine Rechtsdrehung in
Richtung des Pfeils Pf graphisch dargestellt. Dabei ist das Ausgangssignal A' dem
Magnetfeldsensor A, das Ausgangssignal B' dem Magnetfeldsensor B usw. zugeordnet.
Bei den Ausgangssignalen A', B', C' handelt es ich um Digitalsignale, welche die logischen
Werte 1 oder 0 annehmen können. Dabei tritt der Wert 1 auf, wenn dem betreffenden
Sensor A, B, C ein einen Nordpol bildendes Magnetsegment 1..8 gegenüberliegt. In entsprechender
Weise nimmt das Ausgangssignal A', B', C' den logischen Wert 0 an, wenn dem betreffenden
Sensor A, B, C ein einen Südpol bildendes Magnetsegment 1..8 gegenüberliegt.
[0058] Um die Zuordnung der einzelnen Werte eines Ausgangssignals zu den jeweils gerade
an dem betreffenden Sensor A, B, C vorbeibewegten Magnetfeldabschnitt 1..8 zu verdeutlichen,
ist an den Ausgangssignalwerten jeweils die Bezugszahl des betreffenden Magnetfeldabschnitts
1..8 wiedergegeben. In Fig. 5 sind unterhalb der Ausgangssignale auf den Abszissen
jeweils der magnetische Drehwinkel ϕ
magnetisch und der mechanische Drehwinkel ϕ
mechanisch aufgetragen. Deutlich ist erkennbar, dass bei einer mechanischen Drehung von 360°/p
(=90°) das Verstellwellendrehwinkelsignal nacheinander 2·m (=6) verschiedene Zustände
annimmt, die sich danach wiederholen.
[0059] Das aus den Ausgangssignalen A', B' und C' zusammengesetzte Verstellwellendrehwinkelsignal
wird zur Auswertung an das Steuergerät übermittelt, das mit den Magnetfeld-Sensoren
A, B, C verbunden ist. Dem Steuergerät sind nur die Ausgangssignale A', B' und C'
bekannt, nicht jedoch, welche Magnetsegmente 1..8 gerade an den Sensoren A, B, C vorbeibewegt
werden.
[0060] In Fig. 5 ist erkennbar, dass immer eine der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen gerade
aktiv ist. In Fig. 5 sind dies von links nach rechts die Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
(1,6,3), (1,6,4), (1,7,4), (2,7,4), (2,7,5), (2,8,5) usw. Diese Abfolge von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
wiederholt sich, nachdem 2·p Magnetsegmente 1..8 an einem Magnetfeld-Sensor A, B,
C vorbeigelaufen sind, also nach einer mechanischen Volldrehung.
[0061] Durch Zählen der Wechsel, an denen das Lagemesssignal seinen Wert ändert, wird der
Gesamtdrehwinkel des Läufers bestimmt. Ausgehend von einem Startwert wird der Gesamtwinkel
bei jedem Wechsel inkrementiert.
[0062] Das so ermittelte Verstellwellendrehwinkelsignal wird zur Bildung eines Drehzahlsignals
differenziert. Dies kann beispielsweise derart erfolgen, dass die Zeit Δt zwischen
zwei Änderungen des Verstellwellendrehwinkelsignals gemessen und das Drehzahl ω wie
folgt bestimmt wird:

[0063] Aufgrund der Toleranzen der Magnetsegmente 1..8 ist das so ermittelte Drehzahlsignal
ω
Mess,i mit Fehlern behaftet, die beispielsweise bei konstanter tatsächlicher Drehzahl des
Läufers dazu führen, dass das Drehzahlsignal Sprünge aufweist.
[0064] In dem Steuergerät werden die Magnetsegment-Sensor-Kombinationen von 1 bis 2·m·p
durchnummeriert, so dass der Zählwert, der nachstehend kurz als "Index i" bezeichnet
wird, hochläuft und bei Erreichen von 2·m·p dann auf 1 springt. Beim Einschalten des
EC-Motors wird der Index i auf einen Startwert gesetzt, z.B. auf den Wert 1.
[0065] Für jede Magnetsegment-Sensor-Kombination wird nun ein Korrekturfaktor F
Adap[i] ermittelt, der über den Index i dem entsprechenden Magnetsegment 1..8 zugeordnet
wird. Dieser Korrekturfaktor F
Adap[i] entspricht dem Verhältnis zwischen dem Drehzahlwert ω
Mess,i, der mit Hilfe des Verstellwellendrehwinkelsignals für die i-te Magnetsegment-Sensor-Kombination
ermittelt wurde, und einem Referenzdrehzahlwert ω
Ref, von dem angenommen wird, dass er eine größere Genauigkeit aufweist als der Drehzahlwert
ω
Mess,i. Die Korrekturfaktoren F
Adap[i] werden in einem Datenspeicher des Steuergeräts abgelegt.
[0066] Mit Hilfe des Korrekturfaktors F
Adap[i] wird für jeden Drehzahlwert ω
Mess,i jeweils wie folgt ein korrigierter Drehzahlwert ω
Korr,i ermittelt:

[0067] Die Korrekturfaktoren F
Adap[i] werden in einem Lernvorgang ermittelt. Beim Start des Lernvorgangs werden alle
Korrekturfaktoren F
Adap[i] jeweils auf den Wert 1 gesetzt, d.h. die korrigierte Drehzahl ω
Korr,i entspricht zunächst der gemessenen Drehzahl ω
Mess,i. Während des Lernvorgangs werden die Korrekturfaktoren F
Adap[i] auf einen Wertebereich zwischen 0,8 und 1,2 begrenzt, um bei einer eventuellen
Fehladaption, die in der Praxis nicht ganz auszuschließen ist, das Fehlerausmaß zu
begrenzen.
[0068] Wie aus Fig. 6 ersichtlich ist, wird die folgende Sequenz immer dann durchlaufen,
wenn eine Änderung des Verstellwellendrehwinkelsignals erkannt wird. Der aktuelle
Zeitpunkt wird mit t bezeichnet.
- A:
- Die Differenzzeit Δt zwischen dem letzten und dem aktuellen Wechsel der Magnetsegment-Sensor-Kombination
wird gespeichert. Sie zeigt an, wie lange das Überstreichen der zuvor aktiven Magnetsegment-Sensor-Kombination
gedauert hat. Auf den dieser Magnetsegment-Sensor-Kombination zugeordneten Messwert
des Lagemesssignals zeigt der Index i, der jeweils am Ende Sequenz für den Aufruf
der nächsten Sequenz angepasst wird.
- B:
- Berechnung der unkorrigierten Drehzahl ωMess,i = π/(m·p·Δt).
- C:
- Filtern der unkorrigierten Drehzahl: Da die wahre Drehzahl ωTrue unbekannt ist, wird das Referenzsignal für die Drehzahl durch Filterung der unkorrigierten
Drehzahl gebildet. Das Ergebnis ωRef der Filterung stimmt relativ gut mit der tatsächlichen Geschwindigkeit vor T Sekunden
überein, ωRef(t) ≈ ωTrue(t-T). Dabei ist T die Verzögerungszeit des Filters, die von der Art und der Ordnung
des Filters abweicht.
- D:
- Überprüfen der Adaptionsvoraussetzungen. Beispielsweise wird der Korrekturfaktor nicht
adaptiert, wenn sich die Drehrichtung des Läufers geändert hat. Auch wird während
einer Phase starker Beschleunigung und/oder Verzögerung des Läufers die Adaption des
Korrekturfaktors ausgesetzt, da die gefilterte Drehzahl dann wahrscheinlich mit der
tatsächlichen Drehzahl nicht genau übereinstimmt.
- E:
- Der tatsächliche Korrekturfaktor zu der letzten Magnetsegment-Sensor-Kombination ergibt
sich als Quotient aus der berechneten Drehzahl ωMess,i(t) und dem wahren Drehzahlsignal ωTrue(t),

Da die wahre Drehzahl ωTrue nur mit einer Verzögerung T in Form der Referenzdrehzahl ωRef zur Verfügung steht, müssen alle anderen beteiligten Größen ebenfalls verzögert werden.
Deshalb sind der Index i und die unkorrigierten Drehzahlwerte ωMess,i in einem Schieberegister gespeichert, damit ihre Verzögerungswerte jetzt zur Verfügung
stehen. Somit ergibt sich der Korrekturfaktor zu:

- F:
- Mittelwertbildung für den Korrekturfaktor: Der Korrekturfaktor F weist noch eine gewisse
Ungenauigkeit auf, da der Drehzahl-Referenzwert ωRef mit dem tatsächlichen Drehzahlwert ωTrue nur näherungsweise übereinstimmt. Bei den einzelnen Umdrehungen des Läufers werden
deshalb jeweils neue Korrekturfaktoren ermittelt, wobei diese nach und nach für die
jeweilige Magnetsegment―Sensor―Kombination ermittelten Korrekturfaktoren durch Bildung
eines gleitenden Mittelwerts gemittelt werden:

Dabei bedeuten FNeu der jeweils aktuelle Korrekturfaktor-Mittelwert, FAlt der bei dem jeweils vorherigen Taktzyklus ermittelte Mittelwert und λ ein Vergessensfaktor,
der zwischen 0 und 1 liegen kann. Je größer λ ist, desto länger werden vergangene
Werte ωMess,i(t) berücksichtigt.
- G:
- Die Korrektur wird mit den aktuellen Werte i(t) und ωMess,1(t) durchgeführt. Mit dem bis dahin adaptierten Korrekturfaktor F[i] wird der Messwert
korrigiert:

Die Korrektur des Drehzahlsignals wird mit Hilfe der zu der gerade zuvor überstrichenen
Magnetsegment―Sensor―Kombination durchgeführt, während für die Adaption der Korrekturfaktoren
F[i] ältere Werte verwendet werden.
- H:
- Speichern von i und ωMess,i in das Schieberegister, um später erneut auf diese Werte als Vergangenheitswerte
zugreifen zu können.
- J:
- Zur Vorbereitung der nächsten Sequenz wird anhand der alten Magnetsegment-Sensor-Kombination
der Index i erhöht. Überschreitet der Index i dabei das Intervall [1 .. 2·p·m], so
wird er auf 1 gesetzt. Der Index i benennt jetzt die aktuelle Magnetsegment-Sensor-Kombination.
[0069] Ein entscheidender Punkt bei der Adaption ist die Genauigkeit, mit der die tatsächliche
Drehzahl angenähert wird. Bei dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel wird
diese Näherung durch Filtern der gemessenen Drehzahl erreicht. Es ist aber auch möglich,
die bereits korrigierten Drehzahlen zu filtern. Steht ein anderes Messsignal zur Verfügung,
von welchem auf die tatsächliche Drehzahl geschlossen werden kann, so kann auch dieses
verwendet werden.
[0070] Bei Ausschalten der aus dem EC-Motors und der Steuergeräts bestehenden Vorrichtung
werden die 2·p·m gelernten Korrekturfaktoren in einen nichtflüchtigen Datenspeicher
des Steuergeräts geschrieben. Da zu Beginn der Adaption der Index i bei einer Magnetsegment-Sensor-Kombination,
die gerade zufällig aktiv war, auf einen willkürlich gewählten Startwert gesetzt und
diese Magnetsegment-Sensor-Kombination nach dem Wiedereinschalten des Steuergeräts
zunächst nicht bekannt ist, muss die Zuordnung der Korrekturfaktoren zu den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
überprüft und beim Feststellen einer fehlerhaften Zuordnung berichtigt werden, damit
die Korrekturfaktoren nach dem Wiedereinschalten des Steuergeräts weiterbenutzt werden
können.
[0071] Die gleiche Problematik besteht bereits während der Adaption, wenn diese beispielsweise
aufgrund von Signalstörungen fälschlicherweise durchgeführt oder nicht durchgeführt
wird, so dass der Index i falsch fortgeschrieben wird und somit die Korrekturfaktoren
Magnetsegment-Sensor-Kombinationen zugeordnet werden, die gegenüber den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen,
für welche die Korrekturfaktoren ermittelt wurden, verschoben sind. In einem solchen
Fall kann die korrigierte Drehzahl ω
Korr deutlich stärker von der tatsächlichen Drehzahl abweichen als die unkorrigierte Drehzahl.
[0072] Im Datenspeicher des Steuergeräts ist die korrekte Reihenfolge der 2 m (=6) aufeinander
folgenden Lagemesssignal-Zustände gespeichert. Diese wird mit der Reihenfolge der
Zustände des Lagemesssignals verglichen. Wird dabei eine Abweichung festgestellt,
wird dieser Fehler beim nächsten Aufruf der Sequenz beseitigt. Die Veränderung der
Magnetsegment-Sensor-Kombinationen ist nämlich innerhalb von ±m Änderungen eindeutig.
Ist sicher, dass während der Störung die Drehrichtung des Läufers beibehalten wurde,
können sogar (2 m-1) Fortschreibungen korrigiert werden.
[0073] Die Qualität der Adaption wird dadurch überwacht, dass die Schwankungsweite der unkorrigierten
und der korrigierten Drehzahl immer wieder über ein bestimmtes Zeitfenster miteinander
verglichen werden. Schwankt die korrigierte Drehzahl stärker als die unkorrigierte
Drehzahl, wird auf eine fehlerhafte Zuordnung geschlossen. Die Zuordnung wird dann
entweder wiederhergestellt oder die Korrekturfaktoren werden auf 1 gesetzt.
[0074] Bei der Wiederherstellung der Zuordnung wird davon ausgegangen, dass die Zahlenfolge
der 2·p·m Korrekturfaktoren eine Art charakteristische Signatur darstellt. Adaptiert
man einen neuen Satz von Korrekturfaktoren, so müssen diese eine sehr ähnliche Zahlenfolge
haben, wobei die neue Zahlenfolge allerdings gegenüber der bisherigen Zahlenfolge
verschoben sein kann. Zur Wiederherstellung der Zuordnung wird deshalb die alte Zahlenfolge
2·p·m mal zyklisch verschoben und nach jedem Verschiebschritt mit der bisherigen Zahlenfolge
verglichen. Bei derjenigen Vertauschungs- bzw. Verschiebungskombination, bei der die
größte Übereinstimmung zwischen der alten und der bisherigen Zahlenfolge auftritt,
wird angenommen dass die Zahlenwerte der alten Zahlenfolge den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
richtig zugeordnet sind. Mit dieser Zuordnung wird dann die Korrektur des Drehzahlsignals
und/oder die weitere Adaption durchgeführt.
[0075] Bei einem anderen Ausführungsbeispiel der Erfindung wird folgendermaßen vorgegangen:
- Zunächst wird ein erster Datensatz mit einer der Anzahl der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
entsprechenden Anzahl Wertekombinationen, jeweils bestehend zumindest aus einem Korrekturfaktor
für die betreffende Magnetsegment-Sensor-Kombination und einem dieser zugeordneten
Messsignal-Zustand, ermittelt und gespeichert. Ein Ausführungsbeispiel eines solchen
Datensatzes für einen EC-Motor 4 mit drei Magnetfeldsensoren und drei Polpaaren ist
in der oberen Hälfte von Fig. 7 graphisch dargestellt.
- Danach werden die Magnetsegment-Sensor-Kombinationen, für welche die Korrekturfaktoren
ermittelt wurden, erneut durchlaufen, wobei ein neuer, zweiter Datensatz mit Wertekombinationen
ermittelt und gespeichert wird. Dieser zweite Datensatz ist in Fig. 7 unten graphisch
dargestellt.
- Dann werden die Messsignal-Zustände des ersten und des zweiten Datensatzes miteinander
verglichen. Wird dabei eine Abweichung festgestellt, werden die Wertekombinationen
der Datensätze derart zyklisch relativ zueinander verschoben, dass die Messsignal-Zustände
der Datensätze übereinstimmen. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 7 kann dies dadurch
erreicht werden, dass die Wertekombinationen der alten Adaption um drei Positionen
zyklisch nach rechts verschoben werden.
- Danach werden die jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren der Datensätze miteinander
verglichen werden, also der Korrekturfaktor mit dem Index i=1 des ersten Datensatzes
in Fig. 7 mit dem Korrekturfaktor mit dem Index i=4 des zweiten Datensatzes, der Korrekturfaktor
mit dem Index i=2 des ersten Datensatzes mit dem Korrekturfaktor mit dem Index i=5
des zweiten Datensatzes, usw.
- In einem weiteren Schritt werden die Korrekturfaktoren des ersten Datensatzes um eine
der doppelten Anzahl der Magnetfeld-Sensoren entsprechende Anzahl Schritte (also 2·p=6
Schritte) relativ zu den Korrekturfaktoren des anderen Datensatzes zyklisch vertauscht
und danach die jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren der Datensätze miteinander
verglichen. Dieser Schritt wird wiederholt, bis alle Vertauschungskombinationen bearbeitet
wurden.
- Danach wird die Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung zwischen
den Korrekturfaktorsätzen erreicht wird, ermittelt. Mit dieser Vertauschungskombination
wird jeweils aus den einander zugeordneten Korrekturfaktoren der Korrekturfaktorsätze
ein Mittelwert gebildet und als neuer Korrekturfaktor gespeichert wird. Mit den so
ermittelten neuen Korrekturfaktoren wird dann das Drehzahlmesssignal korrigiert.
[0076] Es muss also nicht 2·p·m mal geschoben werden. Es muss lediglich herausgefunden werden,
welche der p magnetischen Perioden am besten passt. Während der Zeit, in der die neuen
Korrekturfaktoren adaptiert werden, wird die korrigierte Drehzahl entweder mit dem
Faktor 1 oder mit den bis dahin neu adaptierten Korrekturfaktoren berechnet.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 1..8
- Magnetsegment
- 9
- Trägerteil
- 11
- Nockenwelle
- 12
- Kurbelwelle
- 13
- Verstellvorrichtung
- 14
- EC-Motor
- 15
- induktiver Sensor
- 16
- Zahnkranz
- 17
- Messeinrichtung
- 18
- Hall-Sensor
- 19
- Triggerrad
- α
- Winkel zwischen zwei Magnetsegmenten
- β
- Winkel
- A
- Magnetfeldsensor
- B
- Magnetfeldsensor
- C
- Magnetfeldsensor
- A'
- Ausgangssignal des Magnetfeldsensors A
- B'
- Ausgangssignal des Magnetfeldsensors B
- C'
- Ausgangssignal des Magnetfeldsensors C
- Pf
- Drehrichtung
1. Verfahren zum Bestimmen der Drehwinkellage der Nockenwelle (11) einer Hubkolben-Verbrennungsmaschine
relativ zur Kurbelwelle (12), wobei die Kurbelwelle (12) über ein Verstellgetriebe
mit der Nockenwelle (11) in Antriebsverbindung steht, das als Dreiwellengetriebe mit
einer kurbelwellenfesten Antriebwelle, einer nockenwellenfesten Abtriebswelle und
einer Verstellwelle ausgebildet ist, die mit einem Verstellmotors in Antriebsverbindung
steht, wobei für mindestens einen Kurbelwellen-Messzeitpunkt ein Messwert für den
Kurbelwellendrehwinkel erfasst wird, wobei für wenigstens zwei Verstellwellen-Messzeitpunkte
jeweils ein Messwert für den Verstellwellendrehwinkel digital erfasst wird, wobei
für mindestens einen Bezugszeitpunkt, der nach den Kurbelwellen- und Verstellwellen-Messzeitpunkten
liegt, anhand mindestens eines Kurbelwellendrehwinkel-Messwerts, mindestens eines
Verstellwellendrehwinkel-Messwerts und einer Getriebekenngröße des Dreiwellengetriebes
ein Wert für die Drehwinkellage der Nockenwelle (11) relativ zur Kurbelwelle (12)
bestimmt wird, dadurch gekennzeichnet, dass aus mindestens zwei Verstellwellendrehwinkel-Messwerten, dem Zeitunterschied zwischen
den Verstellwellen-Messzeitpunkten sowie dem Zeitabstand zwischen dem letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt
und dem Bezugszeitpunkt ein Schätzwert für den Drehwinkel, den die Verstellwelle an
dem Bezugszeitpunkt aufweist, extrapoliert wird, und dass anhand des Schätzwerts,
des mindestens einen Kurbelwellendrehwinkel-Messwerts und der Getriebekenngröße der
Wert für die Drehwinkellage bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest für den jeweils letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt ein Wert für die Winkelgeschwindigkeit
der Verstellwelle ermittelt wird, und dass der Schätzwert für den Drehwinkel, den
die Verstellwelle an dem Bezugszeitpunkt aufweist, aus dem letzen Verstellwellendrehwinkel-Messwert,
der Zeitdifferenz zwischen dem Bezugszeitpunkt und dem letzten Verstellwellen-Messzeitpunkt
sowie dem Winkelgeschwindigkeitswert bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Verstellmotor ein EC-Motor (14) ist, der einen Stator mit einer Wicklung und
einem drehfest mit der Verstellwelle verbundenen Läufer hat, an dem in Umfangsrichtung
zueinander versetzte, abwechselnd in zueinander entgegen gesetzte Richtungen magnetisierte
Magnetsegmente (1..8) angeordnet sind, die Toleranzen hinsichtlich ihrer Positionierung
und/ oder ihrer Abmessungen haben, dass zum Erfassen der Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
und/oder der Winkelgeschwindigkeitswerte die Lage der Magnetsegmente (1..8) relativ
zu dem Stator detektiert wird, dass mindestens ein Korrekturwert zum Kompensieren
des Einflusses wenigstens einer Toleranz auf die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
erfasst wird, und dass die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/ oder die Winkelgeschwindigkeitswerte
mit Hilfe des Korrekturwerts korrigiert werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Lage der Magnetsegmente (1..8) mit Hilfe einer Messeinrichtung (17) detektiert
wird, die an dem Stator mehrere Magnetfeldsensoren aufweist, die derart in Umfangsrichtung
des Stators zueinander versetzt angeordnet sind, dass pro Umdrehung des Läufers relativ
zu dem Stator eine Anzahl von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen durchlaufen wird,
und dass für jede dieser Magnetsegment-Sensor-Kombinationen jeweils ein Korrekturwert
ermittelt, gespeichert und zur Korrektur der Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/oder
der Winkelgeschwindigkeitswerte verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Läufer derart relativ zu dem Stator verdreht wird, dass eine Anzahl von Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
durchlaufen wird, dass mit Hilfe der Messeinrichtung (17) für diese Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
erste unkorrigierte Verstellwellendrehwinkel-Messwerte und/oder Winkelgeschwindigkeitswerte
erfasst werden, dass zusätzlich Referenzwerte für den Verstellwellendrehwinkel und/oder
die Winkelgeschwindigkeit erfasst werden, die eine größere Genauigkeit aufweist als
das die ersten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte,
dass mit Hilfe der ersten unkorrigierten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte
die Korrekturwerte als Korrekturfaktoren bestimmt werden, dass die den ersten unkorrigierten
Verstellwellendrehwinkel-Messwerten bzw. Winkelgeschwindigkeitswerten zugeordneten
Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen und dabei mit Hilfe der Messeinrichtung
(17) zweite unkorrigierte Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte
erfasst werden, und dass diese Werte mit Hilfe der zuvor ermittelten Korrekturfaktoren
korrigiert werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Referenzwerte dadurch gebildet werden, dass die ersten unkorrigierten Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte durch Filterung geglättet werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Läufer derart relativ zu dem Stator verdreht wird, dass die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
mindestens zwei mal auftreten, dass dabei für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
jeweils ein Korrekturfaktor für die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte
ermittelt wird, dass aus den für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
ermittelten Korrekturfaktoren jeweils ein Mittelwert gebildet wird, und dass die so
erhaltenen Mittelwerte als neue Korrekturfaktoren gespeichert und die Verstellwellendrehwinkel-Messwerte
bzw. Winkelgeschwindigkeitswerte bei einem erneuten Durchlaufen der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
mit Hilfe dieser Korrekturfaktoren korrigiert werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittelwert jeweils der arithmetische Mittelwert gebildet wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass als Mittelwert jeweils ein gleitender Mittelwert gebildet wird, vorzugsweise derart,
dass das Gewicht, mit dem die Korrekturfaktoren in den Mittelwert eingehen, mit zunehmendem
Alter der Korrekturfaktoren abnimmt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die gleitenden Mittelwerte FNeu[i(t-T)] für die einzelnen Magnetsegment-Sensor-Kombinationen zyklisch nach der Formel
FNeu[i(t-T)] = λ FAlt[i(t-T)] + (1-λ) F[i(t-T)] bestimmt werden, wobei i ein die jeweilige Magnetsegment-Sensor-Kombination
identifizierender Index, t die Zeit, T eine Verzögerungszeit zwischen der tatsächlichen
Winkelgeschwindigkeit und der gemessenen Winkelgeschwindigkeitswerten, FAlt[i(t-T)] der bei der letzten Mittelwertbildung am Index i ermittelte Mittelwert und
λ ein Vergessensfaktor bedeuten, der größer als Null und kleiner als 1 ist und vorzugsweise
im Intervall zwischen 0,7 und 0,9 liegt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Läufer relativ zu dem Stator verdreht und die Korrekturfaktoren für die einzelnen
Magnetsegment-Sensor-Kombinationen ermittelt und gespeichert werden,
b) dass danach die entsprechenden Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen
werden, wobei ein Satz neuer Korrekturfaktoren ermittelt wird,
c) dass die Korrekturfaktoren des alten Korrekturfaktorsatzes relativ zu denen des
neuen Korrekturfaktorsatzes zyklisch vertauscht und die Korrekturfaktorsätze danach
miteinander verglichen werden,
d) dass Schritt c) wiederholt wird, bis alle Vertauschungskombinationen des alten
Korrekturfaktorsatzes mit dem neuen Korrekturfaktorsatz verglichen wurden,
e) dass die Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung mit dem
neuen Korrekturfaktorsatz auftritt, ermittelt wird,
f) und dass mit der dieser Vertauschungskombination zugeordneten Anordnung der Korrekturwerte
des alten Korrekturfaktorsatzes die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert werden.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass aus den bei der Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung zwischen
den Korrekturfaktorsätzen auftritt, jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren
des alten Korrekturfaktorsatzes und des neuen Korrekturfaktorsatzes jeweils ein Mittelwert
gebildet und als neuer Korrekturfaktor gespeichert wird, und dass mit dem durch diese
Mittelwertbildung erhaltenen Korrekturfaktorsatz die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert
werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass der Läufer derart relativ zu dem Stator verdreht wird, dass alle Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
mindestens einmal durchlaufen werden,
b) dass dabei ein Lagemesssignal der Magnetfeldsensoren derart generiert wird, dass
pro Umdrehung des EC-Motors (14) für jedes Polpaar des Läufers jeweils eine Anzahl
von Messsignal-Zuständen durchlaufen wird,
c) dass ein erster Datensatz mit einer der Anzahl der Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
entsprechenden Anzahl Wertekombinationen, jeweils bestehend zumindest aus einem Korrekturfaktor
für die betreffende Magnetsegment-Sensor-Kombination und einem dieser zugeordneten
Messsignal-Zustand, ermittelt und gespeichert wird,
d) dass danach die entsprechenden Magnetsegment-Sensor-Kombinationen erneut durchlaufen
werden, wobei ein neuer, zweiter Datensatz mit Wertekombinationen ermittelt und gespeichert
wird,
e) dass bei einer Abweichung zwischen den Messsignal-Zuständen des ersten und denen
des zweiten Datensatzes die Wertekombinationen des ersten Datensatzes derart zyklisch
relativ zu denen des zweiten Datensatzes verschoben werden, dass die Messsignal-Zustände
der Datensätze übereinstimmen,
f) dass danach die jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren der Datensätze
miteinander verglichen werden,
g) dass die Korrekturfaktoren des einen Datensatzes um eine der doppelten Anzahl der
Magnetfeldsensoren entsprechende Anzahl Schritte relativ zu den Korrekturfaktoren
des anderen Datensatzes zyklisch vertauscht und danach die jeweils einander zugeordneten
Korrekturfaktoren der Datensätze miteinander verglichen werden,
h) dass Schritt g) gegebenenfalls wiederholt wird, bis alle Vertauschungskombinationen
bearbeitet wurden,
i) dass eine Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung zwischen
den Korrekturfaktoren der Datensätze auftritt, ermittelt wird,
j) und dass mit der dieser Vertauschungskombination zugeordneten Anordnung der Korrekturwerte
des ersten Datensatzes die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert werden.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass aus den bei der Vertauschungskombination, bei der eine maximale Übereinstimmung zwischen
den Korrekturfaktoren der Datensätze auftritt, jeweils einander zugeordneten Korrekturfaktoren
des ersten und zweiten Datensatzes jeweils ein Mittelwert gebildet und als neuer Korrekturfaktor
gespeichert wird, und dass mit dem durch diese Mittelwertbildung erhaltenen Korrekturfaktorsatz
die Winkelgeschwindigkeitswerte korrigiert werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwankungsweiten der unkorrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte und der korrigierten
Winkelgeschwindigkeitswerte in einem Zeitfenster ermittelt und miteinander verglichen
werden, und dass für den Fall, dass die Schwankungsweite der korrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte
größer ist als die der unkorrigierten Winkelgeschwindigkeitswerte, die Korrekturfaktoren
neu ermittelt und/oder die Zuordnung der Korrekturfaktoren zu den Magnetsegment-Sensor-Kombinationen
wiederhergestellt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturfaktoren auf einen vorgegebenen Wertebereich begrenzt werden, der vorzugsweise
zwischen 0,8 und 1,2 beträgt.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass ein Trägheitsmomentwert für das Massenträgheitsmoment des Läufers bestimmt wird,
dass ein Stromsignal I erfasst wird, indem für die einzelnen Verstellwellen-Messzeitpunkte
jeweils ein Stromwert I(k) für den elektrischen Strom in der Wicklung bestimmt wird,
dass für die einzelnen Winkelgeschwindigkeitswerte ω(k) jeweils aus einem einem früheren
Verstellwellen-Messzeitpunkt zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert ωk(k-1), dem Stromsignal l und dem Trägheitsmomentwert ein Schätzwert ωs(k) für den Winkelgeschwindigkeitswert ω bestimmt wird, dass diesem Schätzwert ωs(k) ein Toleranzband zugeordnet wird, in dem der Schätzwert ωs(k) enthalten ist, und dass für den Fall, dass der Winkelgeschwindigkeitswert ω(k)
außerhalb des Toleranzbands liegt, der Winkelgeschwindigkeitswert ω(k) durch einem
innerhalb des Toleranzbands befindlichen Winkelgeschwindigkeitswert ωs(k) ersetzt wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Läufer mit einem Lastmoment belastet wird, dass für das Lastmoment ein Lastmomentsignal
ML bereitgestellt wird, und dass der Schätzwert ωs(k) jeweils aus dem dem früheren Abtastzeitpunkt zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert
ωk(k-1), dem Stromsignal I, dem Lastmomentsignal ML und dem Trägheitsmomentwert bestimmt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die an der Wicklung anliegende elektrischen Spannung erfasst wird, und dass die Stromwerte
I(k) indirekt aus der Spannung, der Impedanz der Wicklung, den gegebenenfalls korrigierten
Winkelgeschwindigkeitswerten ωk(k) und einer Motorkonstanten bestimmt werden.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Toleranzband durch Randwerte begrenzt ist, und dass Winkelgeschwindigkeitswerte
ω(k), die außerhalb des Toleranzbands liegen, auf den ihnen am nächsten liegenden
Randwert des Toleranzbands korrigiert werden.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite und/oder Lage des Toleranzbands in Abhängigkeit von dem dem früheren Verstellwellen-Messzeitpunkt
zugeordneten Winkelgeschwindigkeitswert ωk(k-1) gewählt wird und vorzugsweise mit zunehmender Winkelgeschwindigkeit reduziert
und/oder mit abnehmender Winkelgeschwindigkeit vergrößert wird.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite und/oder Lage des Toleranzbands in Abhängigkeit von dem Stromsignal I
gewählt wird und vorzugsweise mit zunehmendem Strom vergrößert und/oder mit abnehmendem
Strom reduziert wird.
23. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Stromsignal I durch Filterung, insbesondere durch eine gleitende Mittelwertbildung,
geglättet wird, und dass die Schätzwerte ωs(k) für die Winkelgeschwindigkeitswerte w(k) mit Hilfe des gefilterten Stromsignals
I bestimmt werden.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils aus mindestens zwei Kurbelwellendrehwinkel-Messwerten, dem Zeitunterschied
zwischen den diesen Messwerten zugeordneten Kurbelwellendrehwinkel-Messzeitpunkten
sowie dem Zeitabstand zwischen dem letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt und dem Bezugszeitpunkt
ein Schätzwert für den Drehwinkel, den die Kurbelwelle (12) an dem Bezugszeitpunkt
aufweist, extrapoliert wird, dass die Zeitdifferenz zwischen dem Bezugszeitpunkt und
dem letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt ermittelt wird, und dass der Schätzwert aus
dem Kurbelwellendrehwinkel-Messwert am letzten Kurbelwellen-Messzeitpunkt, der Zeitdifferenz
und dem Winkelgeschwindigkeitswert bestimmt wird.