[0001] Die Erfindung betrifft eine regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine
mit einem Gehäuse, in welchem ein erster und ein zweiter Ein- oder Auslasskanal, ein
dritter Aus- oder Einlasskanal und zumindest ein Ventilglied angeordnet sind, wobei
das zumindest eine Ventilglied über eine Stelleinheit derart bewegbar ist, dass eine
fluidische Verbindung wahlweise zwischen dem ersten oder dem zweiten Ein- oder Auslasskanal
und dem dritten Aus- oder Einlasskanal herstellbar ist.
[0002] Derartige Zwei-Wege-Ventilvorrichtungen sind beispielsweise als kombinierte Abgasrückführ-
und Bypassventilvorrichtungen bekannt, bei denen zwei Ventilglieder über eine kontinuierlich
verstellbare Stelleinheit translatorisch betätigt werden, um die Schadstoffemissionen
eines Verbrennungsmotors zu verringern, indem in der Warmlaufphase das Abgas über
den Bypasskanal geführt wird und nach Aufheizen eines Katalysators das Abgas über
den Abgaskühler der Verbrennungskraftmaschine zugeführt wird.
[0003] Entsprechend wird in der DE 100 25 877 ein Abgasrückführsystem mit einer Ventilvorrichtung
beschrieben, welche einen Abgaseinlass und zwei Abgasauslässe aufweist, wobei einer
der Abgasauslässe zu einem Kühler führt und der andere Abgasauslass fluidisch mit
einem den Kühler umgehenden Bypasskanal verbunden ist. In einem Gehäuse ist zwischen
dem Abgaseinlass und den beiden Abgasauslässen jeweils ein Ventilsitz angeordnet,
die von jeweils einem tellerförmigen Ventilglied beherrscht werden. Die Ventilglieder
sind auf einer Ventilstange angeordnet, die über eine Stelleinheit translatorisch
bewegbar ist, wobei das erste Ventilglied auf einer ersten Ventilstange befestigt
ist und das zweite, näher zur Stelleinheit angeordnete Ventilglied, auf einer die
erste Ventilstange umgebenden zweiten rohrförmigen Ventilstange fest angeordnet ist.
Die Stelleinheit ist so ausgeführt, dass in der Stelleinheit zwei Federn angeordnet
sind, über welche die beiden Ventilteller vorgespannt auf ihre Ventilsitze gedrückt
werden. Die innere und die äußere Ventilstange sind jeweils verschiebbar zueinander
angeordnet, so dass die pneumatische oder elektromotorische Stelleinheit so ausgeführt
ist, dass je nach Bewegungsrichtung lediglich eine der Ventilstangen und somit auch
nur eines der beiden Ventilglieder vom korrespondierenden Ventilsitz gehoben wird.
[0004] Des weiteren ist in der DE 198 12 702 A1 eine Ventilanordnung zum Steuern eines rückgeführten
Abgasstromes beschrieben, wobei dieser hinter einem Bypasskanal und einem Abgaskühler
angeordnet ist, so dass diese Ventilanordnung zwei Einlässe und einen Auslass aufweist.
Die beiden jeweils mit einem Ventilsitz korrespondierenden, auf der Ventilstange angeordneten
Ventilglieder werden über zwei im Kanal angeordnete Schraubenfedern jeweils auf den
Ventilsitz gedrückt. Beide Ventilglieder weisen jeweils in der Mitte eine Bohrung
auf, durch die zumindest teilweise die gemeinsame Ventilstange reicht. An der Ventilstange
sind zwei Bünde ausgebildet, über die die Ventilglieder bei Betätigung der Ventilstange
jeweils einzeln in Öffnungsrichtung gegen die Federkraft über den Bund betätigt werden
können, wobei das jeweils andere Ventilglied auf der Ventilstange gleiten soll, da
es durch die Federkraft auf den Ventilsitz gedrückt wird.
[0005] Ebenfalls bekannt sind Zwei-Wege-Ventilvorrichtungen in andersartigen Anwendungsbereichen
wobei diese in aller Regel elektromagnetisch gesteuert werden. Dabei sind beispielsweise
im beweglichen Anker der Elektromagnetventile entsprechende Bohrungen angeordnet,
die zu im Gehäuse ausgebildeten Einbeziehungsweise Auslässen korrespondieren. Diese
Ventile sind zumeist so ausgeführt, dass genau zwei oder drei verschiedene Stellungen
des Ankers zur Verbindung der unterschiedlichen Wege zueinander angesteuert werden
können. Diese sind in der Regel nicht kontinuierlich regelbar und eignen sich beispielsweise
nicht zur geregelten Abgasrückführung über einen Kühler oder einen Bypass, da der
im Strom befindliche bewegliche Anker zu schmutzempfindlich wäre und ausreichende
Strömungsquerschnitte in solchen Ventilen nicht gewährleistet sind.
[0006] Des weiteren ist aus der DE 101 01 412 A1 eine Abgasrückführeinrichtung in Form eines
Drehschieberventils für eine Verbrennungskraftmaschine bekannt. Bei diesem Drehschieberventil
wird ein scheibenförmiges Schaltelement über eine Stelleinheit rotatorisch gedreht.
Das Schaltelement weist Steueröffnungen auf, welche mit Durchtrittsöffnungen in einer
Ventilplatte korrespondieren, wobei diese Durchtrittssöffnungen jeweils ein Ende einzelner
zum Luftansaugkanalsystem führender Kanäle bilden. Ein derartiges Ventil ist jedoch
nicht als Zwei-Wege-Ventilvorrichtung einsetzbar, da die Auslasskanäle nicht einzeln
geöffnet oder geschlossen werden können, sondern immer nur gemeinsam und gleichzeitig,
so dass jedem Auslasskanal ein identischer Massenstrom zur Verfügung gestellt wird.
[0007] Bei den bekannten Ausführungen von Zwei-Wege-Ventilvorrichtung zeigen sich die Nachteile,
dass ein hoher Aufwand und eine hohe Anzahl an Bauteilen existiert. Die Stelleinheiten
sind bei zwei ineinander laufenden Ventilstangen sehr aufwendig auszuführen. Des weiteren
besteht eine hohe Schmutzempfindlichkeit bei Ausführungen mit im Kanal angeordneten
Federn und auf der Ventilstange gleitenden Ventilgliedern, da sich Rußablagerungen
an der Ventilstange bilden können, wodurch eine einwandfreie Funktion nicht mehr gewährleistet
ist. Der Herstellungs- und Montageaufwand aufgrund der großen Bauteileanzahl ist zusätzlich
sehr hoch.
[0008] Daher ist es Aufgabe der Erfindung, eine regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung zu
schaffen, bei der zwei Massenströme unabhängig voneinander kontinuierlich regelbar
sind, wobei die Bauteileanzahl und somit der Montage- und Herstellungsaufwand, sowie
die Größe der gesamten Zwei-Wege-Ventilvorrichtung reduziert werden sollen. Dazu soll
möglichst nur ein einzelnes Ventilglied notwendig sein. Hierdurch sollen Kosten und
Gewichtsvorteile erzielt werden. Eine Einsetzbarkeit im Bereich der Abgasrückführung
soll erhalten bleiben, so dass eine hohe Schmutzunempfindlichkeit vorliegen muss.
[0009] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung
als Drehschieberventil ausgeführt ist, welches eine Ventilplatte aufweist, an der
zumindest eine erste Durchtrittsöffnung des ersten Ein- oder Auslasskanals ausgebildet
ist, und eine zweite Durchtrittsöffnung des zweiten Ein- oder Auslasskanals ausgebildet
ist, wobei die Durchtrittsöffnungen mit zumindest einer Steueröffnung korrespondieren,
die an dem Ventilglied ausgebildet ist, welches über die Stelleinheit zumindest indirekt
rotatorisch bewegbar ist, wobei die zumindest eine Steueröffnung derart zu den beiden
Durchtrittsöffnungen angeordnet ist, dass Fluidmassenströme durch die Durchtrittsöffnungen
wahlweise unabhängig oder abhängig voneinander regelbar sind. Durch eine derartige
Ausführung wird es möglich, mit nur einem einzelnen Ventilglied eine kontinuierliche
Regelbarkeit zu gewährleisten. Der Aufbau der Zwei-Wege-Ventilvorrichtung ist extrem
einfach und platzsparend. Somit können Kosten- und Gewichtsvorteile erzielt werden.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich die zumindest eine Steueröffnung
des Ventilgliedes, welches im wesentlichen als Ventilteller ausgeführt ist, in Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich, der im wesentlichen gleich dem Winkelbereich ist, der durch
die durch einen Mittelpunkt der Ventilplatte verlaufenden Mittelachsen der beiden
Durchtrittsöffnungen aufgespannt ist. Bei einer derartigen Ausführung ist es sowohl
möglich den Strom zum oder vom dritten Aus- oder Einlasskanal komplett zu sperren
als auch die beiden Durchtrittsöffnungen einzeln zu verschließen, wobei gleichzeitig
eine Massenstromänderung durch den jeweils anderen Ein- oder Auslasskanal steuerbar
ist. Zusätzlich ist es möglich, beide Massenströme also den Massenstrom durch den
ersten Ein- oder Auslasskanal und den zweiten Ein- oder Auslasskanal abhängig voneinander
zu ändern, wobei der Gesamtmassenstrom konstant bleibt. Bei einer Ausführung im Abgasbereich
mit Kühler beziehungsweise Bypasskanal wäre es somit möglich bei einem konstanten
Massenstrom unterschiedliche Temperaturen zu fahren. Gleichzeitig ist bei gleichbleibender
Temperatur eine Massenstromänderung möglich.
[0011] In einer alternativen Ausführungsform erstreckt sich die Steueröffnung des zumindest
einen Ventiltellers in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich, der im wesentlichen
gleich dem Winkelbereich ist, der durch eine Verbindung der beiden voneinander wegweisenden
Außenkanten der Durchtrittsöffnungen mit dem Mittelpunkt der Ventilplatte aufgespannt
ist. Bei einer derartigen Ausführung ist es wiederum sowohl möglich beide Kanäle zu
verschließen als auch einen der Kanäle im Massenstrom kontinuierlich zu regeln, während
der andere geschlossen ist. Des weiteren ist eine Temperaturregelung bei sich abhängig
von der Temperatur änderndem Massenstrom möglich, da bei gleichbleibender Öffnung
einer der beiden ersten und zweiten Ein- und Auslasskanäle gleichzeitig der andere
regelbar bleibt.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Ventilteller eine erste Steueröffnung
auf, die sich in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich erstreckt, der im wesentlichen
gleich dem Winkelbereich ist, der durch die durch den Mittelpunkt der Ventilplatten
verlaufenden Mittelachsen der beiden Durchtrittsöffnungen aufgespannt ist, eine zweite
Steueröffnung auf, die sich jeweils in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich erstreckt,
der im wesentlichen gleich dem Winkelbereich, der durch eine Verbindung der beiden
voneinander wegweisenden Außenkanten der Durchtrittsöffnungen mit dem Mittelpunkt
der Ventilplatte aufgespannt ist und zwischen den beiden Steueröffnungen im wesentlichen
gleich große, geschlossene Flächen auf. Bei einer derartigen Ausführung werden alle
vorbeschriebenen Vorteile mittels eines einzelnen Ventilgliedes verwirklicht. Sowohl
ein vollständiger Verschluß der Durchtrittsöffnungen ist möglich als auch eine Massenstromänderung
bei konstanter Temperatur. Des weiteren ist eine Massenstromregelung in Abhängigkeit
einer Temperaturregelung möglich und eine Temperaturregelung bei konstantem Massenstrom.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform erstrecken sich die Durchtrittsöffnungen in
Umfangsrichtung über einen Winkelbereich von 45 °, beträgt der Winkelbereich zwischen
den Mittelachsen der Durchtrittsöffnungen durch den Mittelpunkt der Ventilplatte in
Umfangsrichtung 50 °, erstreckt sich die erste Steuerfläche des Ventiltellers in Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich von 50 °, die zweite Steueröffnung des Ventiltellers über
einen Winkelbereich von 95 ° und die beiden geschlossenen Flächen des Ventiltellers
erstrecken sich in Umfangsrichtung jeweils über einen Winkelbereich von 107,5 °. Mit
einer derartigen Ausführung können trotz der Verwirklichung der oben beschriebenen
Funktionen ausreichend große Massenströme verwirklicht werden, wobei eine kleine Bauweise
und eine gute Festigkeit erreicht werden.
[0014] Vorzugsweise sind an den Durchtrittsöffnungen Ventilsitze ausgebildet, welche als
zum Ventilteller weisende Schabekanten ausgeführt sind, und die jeweiligen Enden des
ersten und des zweiten Ein- oder Auslasskanal umgeben. Derartige Schabekanten als
Ventilsitze haben den Vorteil, dass beispielsweise bei einem Einsatz im Bereich der
Abgasrückführung trotz der auftretenden Temperaturen und eventuell vorhandener Rußpartikel
diese Verunreinigungen durch die Schabekanten und das relative zueinander Verdrehen
von Ventilteller und Ventilplatte abgeschert werden, so dass das Ventil schmutzunempfindlich
ist.
[0015] Vorzugsweise ist die regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung in einer Abgasrückführleitung
angeordnet, wobei der erste Ein- oder Auslasskanal fluidisch mit einem Abgaskühler
verbunden ist, der zweite Ein- oder Auslasskanal mit einem dem Abgaskühler umgehenden
Bypasskanal fluidisch verbunden ist und der dritte Aus- oder Einlasskanal mit einem
Luftansaugkanalsystem oder einem Abgaskrümmer verbunden ist. Entsprechend erfolgt
die Anordnung der Ventilvorrichtung im Abgasstrom entweder vor oder hinter dem Abgaskühler
und der Bypassleitung. Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten zur Regelung ist ein
derartiges Zwei-Wege-Ventil besonders geeignet, in diesem Bereich eingesetzt zu werden.
[0016] Es wird somit eine Zwei-Wege-Ventilvorrichtung geschaffen, welche mit nur einem Ventilglied
eine Vielzahl an Regelungsfunktionen in sich vereint, schmutzunempfindlich ist und
eine hohe Lebensdauer bei geringer Baugröße aufweist.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel ist in den Figuren dargestellt und wird nachfolgend beschrieben.
Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen regelbaren Zwei-Wege-Ventilvorrichtung
in geschnittener Darstellung.
Figur 2 zeigt schematisch unterschiedliche Stellungen eines Ventiltellers einer erfindungsgemäßen
Zwei-Wege-Ventilvorrichtung zu einer Ventilplatte in Draufsicht.
[0018] Die in Figur 1 dargestellte Zwei-Wege-Ventilvorrichtung 1 ist als Drehschieberventil
ausgeführt und weist ein mehrteiliges Gehäuse 2 auf, in dem drei Kanäle 3, 4, 5 angeordnet
sind. Der erste Kanal 3 kann dabei beispielsweise hinter einem Abgaskühler angeordnet
sein und somit als Einlasskanal für das Drehschieberventil 1 dienen. Der zweite Kanal
4 kann mit einem dem Abgaskühler umgebenden Bypasskanal verbunden sein und ebenfalls
als Einlasskanal dienen. Der Kanal 5 wäre in diesem Falle mit einem zu einem Luftansaugkanalsystem
führenden Abgaskanal verbunden. Es ist jedoch auch als Alternative vorstellbar den
dritten Kanal 5 als Einlasskanal zu nutzen und diesen mit einem Abgaskrümmer zu verbinden.
Die beiden dann als Auslasskanal dienenden Kanäle 3, 4 würden entsprechend die Verbindungen
zu einem Abgaskühler und einem den Abgaskühler umgehenden Bypasskanal bilden. Die
jeweiligen Enden der Kanäle 3 und 4 werden durch eine Ventilplatte 6 gebildet, welche
zu den Kanälen 3, 4 korrespondierende Durchtrittsöffnungen 7, 8 aufweist, welche eckig,
rund, elliptisch etc. ausgeführt sein können. An der zum dritten Kanal 5 weisenden
Seite sind die Durchtrittsöffnungen 7, 8 jeweils von schmalen Stegen umgeben, welche
als Ventilsitze beziehungsweise Schabekanten 9 dienen.
[0019] Mit diesen Ventilsitzen 9 korrespondiert ein Ventilglied 10, welches als Ventilteller
ausgeführt ist. Dieser Ventilteller 10 wird über einen Mitnehmer 11, der drehfest
mit dem Ventilteller 10 verbunden ist und ebenfalls zumindest drehfest mit einer Drehachse
12 verbunden ist, bei Drehung der Drehachse rotatorisch bewegt. Die Bewegungsübertragung
erfolgt über die Drehachse 12, ein Kupplungsorgan 13, welches eine Verbindung zwischen
der Drehachse 12 und einer Welle 14 herstellt und die Welle 14, die Teil einer Stelleinheit
15 ist, welche vorzugsweise elektromotorisch betrieben wird. Um einen ausreichenden
Druck des Ventiltellers 10 auf die Ventilsitze 9 sicher zu stellen, ist eine Feder
16 im Gehäuse 2 angeordnet, über die eine axiale Kraft auf die Drehachse 12 übertragen
wird. Das Ventilglied beziehungsweise der Ventilteller 10 weist eine oder mehrere
Steueröffnungen 17, 18 auf, über welche eine fluidische Verbindung von einem oder
beiden der Einlasskanäle 3, 4 zum Auslasskanal 5 hergestellt werden kann. Der Massenstrom
kann dabei durch Drehung des Ventiltellers 10 auf der Ventilplatte 6 entsprechend
des dabei geöffneten Querschnittes verändert werden.
[0020] Ein bevorzugtes Beispiel einer Ausführungsform einer Ventilplatte 6 zu einem Ventilteller
10 ist in Figur 2 dargestellt, wobei Figur 2 a eine Draufsicht auf die Ventilplatte
6 zeigt und die Figur 2 b eine Draufsicht auf den Ventilteller 10. In den Figuren
c bis f sind beispielhaft verschiedene Drehstellungen des Ventilgliedes 10 zur Ventilplatte
6 zur einfacheren Beschreibung der Funktionen dargestellt. Die Durchtrittsöffnungen
7, 8 die im vorliegenden Ausführungsbeispiel rund ausgeführt sind, weisen jeweils
durch einen Mittelpunkt M der Ventilplatte reichende Mittelachsen auf. Durch diese
Mittelachsen wird ein Winkelbereich α gebildet.
[0021] Des weiteren wird durch die voneinander entfernten Außenkanten dieser Durchtrittsöffnungen
7, 8 ein Winkelbereich β eingeschlossen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind
die Durchtrittsöffnungen 7, 8 derart zueinander angeordnet, dass der geschlossene
Winkelbereich zwischen den beiden Durchtrittsöffnungen etwa 5° beträgt, während die
durch den Mittelpunkt M der Ventilplatte 6 reichenden Verlängerungen der Außenkanten
der beiden Durchtrittsöffnungen 7 und 8 jeweils einen Winkel von 45 ° einschließen.
Entsprechend beträgt der Winkelbereich α etwa 50 ° und der Winkelbereich β 95 °.
[0022] In Figur b sind die hierzu korrespondierenden Steueröffnungen 17, 18 des Ventiltellers
dargestellt. Die erste Steueröffnung 17 erstreckt sich wiederum über den Winkelbereich
α von 50°, die zweite Steueröffnung 18 erstreckt sich wiederum über den Winkelbereich
β von 95°. Zwischen den Steueröffnungen 17, 18 befinden sich jeweils geschlossene
Flächen 19, 20 die sich jeweils über einen Winkelbereich γ von etwa 107,5 ° erstrecken.
[0023] Das Zusammenspiel der Steueröffnungen 17, 18 mit den Durchtrittsöffnungen 7, 8 wird
durch die Figuren c bis f verdeutlicht.
[0024] In Figur c erkennt man eine Stellung, in der sich die größere Steueröffnung 18 über
den beiden Durchtrittsöffnungen 7, 8 der Ventilplatte 6 befindet. Es wird deutlich,
dass bei leichter Drehung in eine der beiden Richtungen eine der beiden Durchtrittsöffnungen
7 oder 8 verschlossen wird, während die andere vollständig geöffnet bleibt. Ist nun
an die Durchtrittsöffnung 7 ein Abgaskühler angeschlossen und an die Durchtrittsöffnung
8 ein Bypasskanal, so bedeutet dies, dass bei Drehung des Ventiltellers 10 der durchzusetzende
Massenstrom aufgrund des enger werdenden Gesamtquerschnittes kleiner wird, wobei gleichzeitig
die Temperatur je nach verschließendem Querschnitt sinkt oder steigt. Entsprechend
existieren zu jedem einzustellenden Massenstrom zwei mögliche einzustellende Temperaturen.
[0025] In Figur d ist eine Stellung dargestellt, bei der beispielsweise keine Abgasrückführung
gewünscht ist und somit beide Durchtrittsöffnungen 7, 8 durch eine der Flächen 19,
20 verschlossen werden.
[0026] In Figur e ist nun zu erkennen, dass die kleinere Steueröffnung 17 in den Bereich
der Durchtrittsöffnungen 7, 8 gedreht wurde. Bei einer derartigen Stellung verändert
sich der insgesamt durchströmte Querschnitt und somit der Gesamtmassenstrom bei Drehung
des Ventiltellers 10 nicht, jedoch ist wiederum bei Anschluß der Durchtrittsöffnungen
7 und 8 an einen Kühler beziehungsweise einen Bypasskanal, hier bei einem konstanten
Massenstrom eine kontinuierliche Temperaturregelung möglich, da die eine Durchtrittsöffnung
7 im gleichen Maß geschlossen oder geöffnet wird wie die andere geöffnet oder geschlossen
wird.
[0027] In der Figur f ist zu erkennen, dass durch entsprechende Stellung des Ventiltellers
10 zur Ventilplatte 6 auch eine reine Massenstromregelung bei gleichbleibender Temperatur
möglich ist, wobei das Abgas nur über den Kühler oder nur über den Bypasskanal strömt,
in dem lediglich eine der beiden Durchtrittsöffnungen 7, 8 frei gegeben wird, während
die andere durch die Flächen 19 oder 20 überdeckt ist.
[0028] Es wird deutlich, dass mittels einer derartigen Ausführung beinahe jeder beliebige
Abgasrückführstrom bezüglich Temperatur und Masse eingestellt werden kann, wobei hierzu
lediglich eine Stelleinheit und ein Ventilglied verwendet werden müssen. Somit kann
eine kleine, kostengünstige Einheit sowohl zur Regelung des Abgasmassenstroms als
auch zur Temperaturregelung genutzt werden.
[0029] Es sollte klar sein, dass der Aufbau des Drehschieberventils hinsichtlich der Anordnung
und Ausführung der Stelleinheit beziehungsweise der ein- und ausgehenden Kanäle modifizierbar
ist, ohne den Schutzbereich des Hauptanspruchs zu verlassen. Auch Änderungen in der
Anordnung der Öffnungen der Ventilplatte beziehungsweise des Ventiltellers zueinander
sind denkbar, wobei eine ausreichende Massen- und gegebenenfalls Temperaturstromregelung
erhalten bleiben muß.
1. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine mit einem
Gehäuse, in welchem ein erster und ein zweiter Ein- oder Auslasskanal, ein dritter
Aus- oder Einlasskanal und zumindest ein Ventilglied angeordnet sind, wobei das zumindest
eine Ventilglied über eine Stelleinheit derart bewegbar ist, dass eine fluidische
Verbindung wahlweise zwischen dem ersten oder dem zweiten Ein- oder Auslasskanal und
dem dritten Aus- oder Einlasskanal herstellbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung (1) als Drehschieberventil ausgeführt ist,
welches eine Ventilplatte (6) aufweist, an der zumindest eine erste Durchtrittsöffnung
(7) des ersten Ein- oder Auslasskanals (3) ausgebildet ist, und eine zweite Durchtrittsöffnung
(8) des zweiten Ein- oder Auslasskanals (4) ausgebildet ist, wobei die Durchtrittsöffnungen
(7, 8) mit zumindest einer Steueröffnung (17, 18) korrespondieren, die an dem Ventilglied
(10) ausgebildet ist, welches über die Stelleinheit (15) zumindest indirekt rotatorisch
bewegbar ist, wobei die zumindest eine Steueröffnung (17) derart zu den beiden Durchtrittsöffnungen
(7, 8) angeordnet ist, dass Fluidmassenströme durch die Durchtrittsöffnungen (7, 8)
wahlweise unabhängig oder abhängig voneinander regelbar sind.
2. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Steueröffnung (17) des Ventilgliedes (10), welches im wesentlichen
als Ventilteller ausgeführt ist, sich in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich
α erstreckt, der im wesentlichen gleich dem Winkelbereich α ist, der durch die durch
einen Mittelpunkt M der Ventilplatte (6) verlaufenden Mittelachsen der beiden Durchtrittsöffnungen
(7, 8) aufgespannt ist.
3. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch
1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Steueröffnung (18) des Ventiltellers (10) sich im Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich β erstreckt, der im wesentlichen gleich dem Winkelbereich
β ist, der durch eine Verbindung der beiden voneinander wegweisenden Außenkanten der
Durchtrittsöffnungen (7, 8) mit dem Mittelpunkt M der Ventilplatte (6) aufgespannt
ist.
4. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilteller (10) eine erste Steueröffnung (17) aufweist, die sich in Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich α erstreckt, der im wesentlichen gleich dem Winkelbereich
α ist, der durch die durch den Mittelpunkt M der Ventilplatte (6) verlaufenden Mittelachsen
der beiden Durchtrittsöffnungen (7, 8) aufgespannt ist, eine zweite Steueröffnung
(18) aufweist, die sich in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich β erstreckt, der
im wesentlichen gleich dem Winkelbereich β ist, der durch eine Verbindung der beiden
voneinander wegweisenden Außenkanten der Durchtrittsöffnungen (7, 8) mit dem Mittelpunkt
M der Ventilplatte (6) aufgespannt ist, und zwischen den beiden Steueröffnungen (17,
18) im wesentlichen gleich große, geschlossene Flächen (19, 20) aufweist.
5. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Durchtrittsöffnungen (7, 8) der Ventilplatte (6) in Umfangsrichtung über
einen Winkelbereich von 45° erstrecken, der Winkelbereich α zwischen den Mittelachsen
der Durchtrittsöffnungen (7, 8) durch den Mittelpunkt M der Ventilplatte (6) in Umfangsrichtung
50° beträgt, die erste Steueröffnung (17) des Ventiltellers (10) sich in Umfangsrichtung
über einen Winkelbereich von 50° erstreckt, die zweite Steueröffnung (18) des Ventiltellers
(10) sich in Umfangsrichtung über einen Winkelbereich β von 95° erstreckt, und die
beiden geschlossenen Flächen (19,20) des Ventiltellers (10) sich in Umfangsrichtung
jeweils über einen Winkelbereich γ von 107,5° erstrecken.
6. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Durchtrittsöffnungen (7, 8) Ventilsitze (9) ausgebildet sind, welche als zum
Ventilteller (10) weisende Schabekanten ausgeführt sind, und die jeweiligen Enden
des ersten und zweiten Ein- oder Auslasskanal (3, 4) umgeben.
7. Regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung für eine Verbrennungskraftmaschine nach einem
der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die regelbare Zwei-Wege-Ventilvorrichtung (1) in einer Abgasrückführleitung angeordnet
ist, wobei der erste Ein- oder Auslasskanal (3) fluidisch mit einem Abgaskühler verbunden
ist, der zweite Ein- oder Auslasskanal (4) mit einem dem Abgaskühler umgebenden Bypasskanal
fluidisch verbunden ist, und der dritte Aus- oder Einlasskanal (5) mit einem Luftansaugkanalsystem
oder einem Abgaskrümmer verbunden ist.