[0001] Die Erfindung betrifft ein Gehäuse, insbesondere für eine pneumatische Stellzylindereinheit,
wobei im Gehäuse zumindest eine parallel zur Längsachse verlaufende äußere Längsnut
zur Aufnahme eines Sensors ausgebildet ist. Solche Sensoren sind insbesondere Magnetfeldsensoren,
die erforderlich sind, um die Kolbenstellung eines Stellkolbens im Gehäuse kontaktlos
zu erfassen, um damit die den Stellzylinder beaufschlagenden Steuerventile ansteuern
zu können. Mit der Axialverstellung der Sensoren in der zumindest einen Längsnut kann
die jeweilige Endstellung des Kolbens des Stellzylinders justiert werden. Üblicherweise
wird eine Längsnut mit zwei Sensoren für die beiden Endstellungen bestückt.
[0002] Die Sensoren können mit Reed-Schaltern bestückt sein oder bewegungslos rein elektronisch
funktionieren. In der Regel werden die Sensoren in ihrer bestimmungsgemäßen Stellung
mit Hilfe einer Madenschraube festgesetzt, die den Sensor an einer Wand der Nut abdrückt
und gegen andere Wände der Nut anpreßt.
[0003] Es ist selbstverständlich, daß der jeweilige Sensor und die jeweilige Nut im Querschnitt
aneinander angepaßt sein müssen. Aus der DE 298 12 609 U1 und aus der DE 298 21 471
U1 sind Gehäuse mit üblichen Rechtecknuten, auch T-Nuten genannt, mit schwalbenschwanzartigen
Einziehungen gezeigt, in die üblicherweise ein Sensor mit angepaßtem Rechteckquerschnitt
axial eingeschoben werden kann. Die Veröffentlichungen befassen sich damit, Befestigungselemente
zu entwickeln, mit denen ein Sensor mit Rechteckquerschnitt auch seitlich, d.h. radial,
in die Rechtecknut eingepaßt werden kann. Die zusätzlichen Befestigungselemente am
Sensor sind kompliziert und haben sich nicht durchsetzen können.
[0004] In der DE 196 53 222 A1 ist ein Sensor gezeigt, der wiederum seitlich, d.h. radial,
in Gehäuse mit Rechtecknuten einsetzbar sein soll. Der Sensor hat linsenartigen Querschnitt
und kann um 90° gegenüber seiner bestimmungsgemäßen Position verdreht in die Nut eingeführt,
dort verdreht und mit einer Madenschraube gesichert werden. Auch diese Technik hat
sich nicht nachhaltig durchsetzen können.
[0005] Aus der DE 196 43 413 C2 ist eine Kombination eines Sensors und einer Gehäusenut
in einem Stellzylindergehäuse bekannt, bei der die Gehäusenut im wesentlichen Kreisquerschnitt
mit einer durch zwei Einziehungen gebildeten Öffnung hat und der Sensor im Querschnitt
ebenfalls Kreisquerschnitt mit geringem Untermaß gegenüber der Gehäusenut sowie eine
seitliche Abflachung aufweist. Hierbei ist die Abflachung so ausgebildet, daß der
Sensor in um 90° verdrehter Stellung seitlich, also radial, in die Gehäusenut eingesetzt
und dort in seine bestimmungsgemäße Position verdreht werden kann. Anschließend wird
der Sensor in der Nut mittels einer Madenschraube gesichert. Nuten und Sensoren dieser
Art sind heute gebräuchlich.
[0006] Die Vielfalt der verwendeten Nut- und Sensorformen stellt für den Anwender ein Problem
dar, da er bei der Auswahl eines Stellzylinders als übergeordnete Entscheidung bei
heute bekannten Gehäusen auf die Verwendung bestimmter Sensoren beschränkt ist. Hiervon
ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, mit geringstmöglichem Aufwand
Gehäuse zur Verfügung zu stellen, die für verschiedene bewährte Sensorformen geeignet
sind. Die Lösung hierfür besteht in einem Gehäuse, insbesondere für eine pneumatische
Stellzylindereinheit, wobei im Gehäuse zumindest eine parallel zur Längsachse verlaufende
äußere Längsnut zur Aufnahme eines Sensors ausgebildet ist, das sich dadurch auszeichnet,
daß der Querschnitt der Längsnut zumindest eine Bodenmulde und zwei die Öffnung begrenzende
Einziehungsbereiche aufweist, die drei Abstützbereiche bilden, an denen ein Zylinderkörper
sich dreifach unmittelbar abstützen kann und daß der Querschnitt der Längsnut unterhalb
der die Öffnung begrenzenden Einziehungsbereiche über einen durch die drei Abstützungsbereiche
gelegten Kreis hinaus so erweitert ist, daß er einen Rechteckkörper verdrehsicher
aufnehmen kann.
[0007] Hiermit wird die Möglichkeit gegeben, bei Ausbildung einer einzigen Nut die verschiedenen
Sensorarten, die sich wesentlich am Markt durchgesetzt haben, d.h. solche mit Rechteckquerschnitt
und solche mit abgeflachtem Kreisquerschnitt, nach Wahl des Anwenders einzusetzen.
Die Zahl der Nuten am Gehäuse muß hierbei nicht unnötig erhöht werden, insbesondere
werden keine ungenutzten Nuten bereitgestellt, die Zusatzkosten bei der Herstellung
des Werkzeuges verursachen und im Einsatz als Verschmutzungsnester wirken können.
[0008] In einer ersten Ausgestaltung kann vorgesehen sein, daß die Bodenmulde und die beiden
Einziehungsbereiche so ausgebildet sind, daß sie jeweils Linienkontakt mit einem einliegenden
Zylinderkörper bilden. Alternativ hierzu kann vorgesehen sein, daß die Bodenmulde
und/oder die beiden Einziehungsbereiche teilzylindrische Abschnitte aufweisen, die
Flächenkontakte mit einem einliegenden Zylinderkörper bilden. Als Zylinderkörper gilt
hiermit auch ein solcher mit einer seitlichen Abflachung, die zur Nutöffnung gerichtet
ist.
[0009] In einer besonders sinnvollen Ausgestaltungsform ist dabei vorgesehen, daß die Öffnung
der Nut zwischen den Einziehungsbereichen so weit ist, daß ein Sensor des Herstellers
Soyck nach DE 196 43 413 C2 (Typennummer MZN2-03VPS-KPO) seitlich, d.h. radial zur
Gehäuseachse quer in die Längsnut eingesetzt und in seine bestimmungsgemäße Lage eingedreht
werden kann.
[0010] Als Rechteckkörper gilt hierbei insbesondere ein Sensor mit vollständigem Rechteckquerschnitt
oder ein solcher, der zusätzlich zum Rechteckquerschnitt Ansätze aufweist, die zwischen
die die Nutöffnung bildenden Einziehungen eingreifen.
[0011] Hierbei ist insbesondere eine Rechteckerweiterung vorgesehen, die so ausgebildet
ist, daß ein Sensor des Herstellers Festo für "Nut 8" in bestimmungsgemäßer Lage axial
einschiebbar ist.
[0012] Hiermit sind die beiden meistverbreiteten Sensortypen in der erfindungsgemäßen Nut
verwendbar. Eine erfindungsgemäße Nut kann auf mehreren Seiten des Gehäuses, das in
der Regel im wesentlichen quadratischen Grundquerschnitt hat, angebracht werden oder
auch können auf einzelnen Seiten mehr als eine erfinderische Nut angeordnet werden.
[0013] In weiterer Ausgestaltung ist vorgesehen, daß im Gehäuse eine weitere parallel zur
Längsachse verlaufende äußere Längsnut zur Aufnahme eines Sensors anderen Querschnitts
ausgebildet ist. Hierbei wird insbesondere vorgeschlagen, daß ein Sensor des Herstellers
Festo für "Nut 10" in bestimmungsgemäßer Lage in diese weitere Längsnut abweichenden
Querschnitts axial einschiebbar ist.
[0014] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt
und wird nachstehend beschrieben.
- Figur 1
- zeigt einen pneumatischen Stellzylinder mit einem erfindungsgemäßen Gehäuse mit zwei
Sensoren;
- Figur 2
- zeigt einen Querschnitt durch das Gehäuseprofil nach Figur 1;
- Figur 3
- zeigt eine vergrößerte Einzelheit des Gehäusequerschnitts nach Figur 2.
[0015] In Figur 1 ist ein pneumatischer Stellzylinder 11 gezeigt, der ein Gehäuse bildet,
das im wesentlichen aus einem Zylinderprofil 12 sowie zwei an das Zylinderprofil angesetzten
gegebenenfalls dieses teilweise übergreifenden Endstücken 13, 14 besteht. Die Teile
12, 13, 14 sind miteinander verschraubt, wobei das Profil 12 an vier Kanten Schraubenpfeifen
15 bildet und die Endstücke 13, 14 jeweils Schraubenlöcher 17 mit Auflageflächen für
Schraubenköpfe und Muttern. Von vier Schraubenlöchern 17 sind am vorderen Kopfstück
13 drei erkennbar.
[0016] Das Gehäuseprofil 12 weist eine zylindrische Innenbohrung auf, in der ein Pneumatikkolben
geführt ist. Die Kolbenstange 16 des Pneumatikkolbens tritt aus einer Bohrung 18 des
Kopfstückes 13 aus. Auf der Oberseite des Gehäuseprofils 12 ist eine erfindungsgemäße
Längsnut 21 erkennbar, in die ein erster Sensor 19 teilweise axial eingeschoben ist,
während ein zweiter Sensor 19' in einer um seine Achse um 90° gedrehten Position zum
seitlichen Einführen gezeigt ist. Der Sensor 19' nimmt dabei noch eine Winkelposition
zur Gehäuseachse ein, die vor dem Eindrehen in die Nut 21 um 90° noch aufgehoben werden
muß, indem der Sensor 19' zuerst in koaxiale Lage zur Nut 21 gebracht wird. An den
Sensoren, die insbesondere Magnetfeldsensoren sind, sind jeweils Anschlußkabel 20,
20' erkennbar. Außer der Längsnut 21 weist das Gehäuseprofil noch eine parallel dazu
verlaufende kleinere Längsnut 23 auf, die für einen anderen Typ von Sensor geeignet
ist, wobei der entsprechende Sensor nur axial in das Gehäuse eingeführt werden kann.
[0017] Für beide Längsnuten 21, 23 gilt, daß ihr vollständiger Querschnitt von den Kopfstücken
13, 14 freigehalten wird, so daß bedarfsweise die Sensoren axial in die Längsnuten
eingeführt und in den Längsnuten gesichert werden kann. Diese Sicherung kann durch
reinen Preßsitz erfolgen, wenn die Gehäuse der Sensoren beispielsweise aus Kunststoff
sind und geringes Übermaß haben, es ist jedoch auch die Verwendung von in den Sensoren
eingedrehten Klemmschrauben möglich, die sich am Gehäuse abstützen können und den
Sensor gegen bestimmte Nutflächen zur Fixierung anpressen.
[0018] In Figur 2 ist das Profil 12 des Gehäuses nach Figur 1 im Querschnitt gezeigt. Hierbei
ist erkennbar, daß das Profil 21 eine innere Zylinderbohrung 24 und vier umfangsverteilte
Schraubenpfeifen 15 aufweist. Weiterhin ist in der dargestellten Ausführung erkennbar,
daß jeweils auf der Ober- und Unterseite gegenüberliegend zwei erfindungsgemäße Längsnuten
21, 21' und zwei zusätzliche Standardnuten 23, 23' vorgesehen sind. Es ist ohne weiteres
nachvollziehbar, daß jeweils weitere Nutenpaare an den weiteren Seitenflächen unterzubringen
wären, wenn eine höhere Anzahl von Sensoren benötigt würde. Darüber hinaus ist nachvollziehbar,
daß bei einem größeren Profil, bei dem die Schraubenpfeifen 15 im Verhältnis zur Zylinderbohrung
24 kleiner wären, jede Seitenfläche Platz für mehr als zwei Nuten bilden könnte.
[0019] In Figur 3 ist in einer vergrößerten Darstellung ein Ausschnitt des Profils 12 nach
Figur 2 gezeigt, wobei die Zylinderbohrung 24 und eine Schraubenpfeife 15 erkennbar
sind. Die erfindungsgemäße Nut 21 weist einen Querschnitt auf, der zunächst den freien
Querschnitt "T" einer T-Nut hat, die mit teilweise strich-punktierter Linie dargestellt
ist. Die Nut 21 umfaßt einen Rechteckbereich sowie eine durch zwei Einziehungen 25,
26 gebildete verengte Öffnung. Dem Querschnitt der offenen T-Nut ist der offene Querschnitt
"K" einer teilweise gestrichelt gezeichneten Kreisnut überlagert, wodurch ergänzend
zum Rechteckquerschnitt und diesen erweiternd eine Bodenausnehmung 29 und an den Einziehungen
25, 26 innere Auskehlungen 27, 28 entstehen.
[0020] In der Nut 21 können Sensoren mit dem Querschnitt "Nut 8" montiert werden. Während
die üblichen Sensoren mit Rechteckquerschnitt mit dem Querschnitt "Nut 8" in die Nut
21 nur axial eingeführt werden können, ist es möglich, passende Sensoren Typ Sick/Soyck
MZN2-03VPS-KPO seitlich, also im wesentlichen radial zur Achse der Zylinderbohrung
24 einzuführen und in ihre endgültige Lage um 90° zu verdrehen. In dieser endgültigen
Lage zeigt dann eine flache Außenseite nach radial außen.
[0021] Die weitere Längsnut 23 umfaßt im wesentlichen einen Kreisquerschnitt 30, der sich
zwischen zwei Einziehungen 31, 32 öffnet. Dieser Querschnitt entspricht der sogenannten
"Nut 10" des Herstellers Festo.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 11
- Pneumatikzylinder / Stellzylinder
- 12
- Gehäuseprofil
- 13
- Kopfstück
- 14
- Kopfstück
- 15
- Schraubenpfeife (12)
- 16
- Kolbenstange
- 17
- Schraubenloch
- 18
- Durchgangsbohrung
- 19
- Sensor
- 20
- Kabel
- 21
- Längsnut
- 22
- Rechteckprofil
- 23
- Längsnut
- 24
- Zylinderbohrung
- 25
- Einziehung
- 26
- Einziehung
- 27
- Auskehlung
- 28
- Auskehlung
- 29
- Bodenmulde
- 30
- Kreisquerschnitt
- 31
- Einziehung
- 32
- Einziehung
1. Gehäuse, insbesondere für eine pneumatische Stellzylindereinheit, wobei im Gehäuse
zumindest eine parallel zur Längsachse verlaufende äußere Längsnut zur Aufnahme eines
Sensors ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Querschnitt der Längsnut (21) zumindest eine Bodenmulde (29) und zwei die Öffnung
begrenzende Einziehungsbereiche (25, 26) aufweist, die drei Abstützbereiche bilden,
an denen ein Zylinderkörper sich dreifach abstützen kann und
daß der Querschnitt der Längsnut (21) unterhalb der die Öffnung begrenzenden Einziehungsbereiche
(25, 26) über einen durch die drei Abstützungsbereiche gelegten Kreis hinaus so erweitert
ist, daß er einen Rechteckkörper verdrehsicher aufnehmen kann.
2. Gehäuse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenmulde (29) und die beiden Einziehungsbereiche (25, 26) so ausgebildet sind,
daß sie jeweils Linienkontakt mit einem in der Längsnut einliegenden Zylinderkörper
bilden.
3. Gehäuse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenmulde (29) und/oder die beiden Einziehungsbereiche (25, 26) teilzylindrische
Abschnitte (27, 28, 29) aufweisen, die Flächenkontakte mit einem in der Längsnut einliegenden
Zylinderkörper bilden.
4. Gehäuse nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Öffnung der Nut (21) zwischen den Einziehungsbereichen (25, 26) so weit ist,
daß ein Sensor des Herstellers Soyck nach DE 196 43 413 C2 seitlich, d.h. radial zur
Gehäuseachse, quer in die Längsnut (17) eingesetzt und in seine bestimmungsgemäße
Lage eingedreht werden kann.
5. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rechteckerweiterung (22) so ausgebildet ist, daß ein Sensor des Herstellers Festo
für "Nut 8" in bestimmungsgemäßer Lage axial einschiebbar ist.
6. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Gehäuse zumindest eine weitere parallel zur Längsachse verlaufende äußere Längsnut
(23) zur Aufnahme eines Sensors ausgebildet ist.
7. Gehäuse nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die weitere Längsnut (23) so ausgebildet ist, daß ein Sensor des Herstellers Festo
für "Nut 10" in bestimmungsgemäßer Lage axial einschiebbar ist.
8. Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Gehäuse aus einem stranggepreßten Profilkörper besteht.
9. Stellzylindereinheit
gekennzeichnet durch
ein Gehäuse nach einem der Ansprüche 1 bis 8 mit zwei an den axialen Enden aufgesetzten
Endstücken (13, 14).
10. Stellzylinder nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß in zumindest eine der Längsnuten (17, 23) zumindest ein Magnetfeldsensor eingesetzt
ist.