GEBIET DER TECHNIK
[0001] Die Erfindung betrifft das Gebiet der Wärmetechnik, insbesondere Einrichtungen zur
Zufuhr von erhitzten oder gekühlten, flüssigen oder gasförmigen Medien an Verbraucher,
zum Beispiel in Heizungs-, Lüftungs- oder Klimatisierungssystemen von Produktions-
und Aufenthaltsräumen.
BISHERIGER STAND DER TECHNIK
[0002] Es ist ein Verfahren zur Erhitzung und Kühlung von Luft mittels einer Luftklimatisierungsanlage
in einer Fahrzeugkabine bekannt, (siehe Urheberschein der UdSSR Nr. 688351, 30.09.1979),
die einen an eine Gleichstromquelle angeschlossenen thermoelektrischen Generator,
Filterlüftungs- und wärmeableitende Flüssigkeits-Systeme aufweist, die mit Strahlungs-Konvektionsplatten
verbunden sind, die mit den Strahlungsflächen in den Bereich des Aufenthaltes des
Fahrzeugführers gerichtet sind, wobei die Platten an der gegenüberliegenden Seite
einen Wärmekontakt mit thermoelektrischen Batterien haben, wobei diese Platten mit
inneren Luftkanälen gebildet sind und mit Kollektoren verbunden sind, die mit Auslasshähnen
versehen sind. In dieser Anlage wird die Arbeit in den Betriebsweisen Belüftung, Strahlungs-,
Strahl-, Strahlungs-Konvektions-Kühlung bzw. -Erhitzung organisiert, mit der Möglichkeit
der Benutzung von insbesondere unter den Taupunkt gekühlter Luft zur teilweisen Wärmeableitung
von den heißen Lötstellen der thermoelektrischen Batterien, was es erlaubt, die Effektivität
der Luftkonditionierung zu verbessern und bei wesentlichen Wärmeeintritten in die
Kabine durch Anwendung einer komplexen Einwirkung auf das Medium des Arbeitsbereiches
in der Kabine Komfortbedingungen sicherzustellen.
[0003] Das oben beschriebene Verfahren zur Erhitzung und Kühlung von Luft hat jedoch eine
verhältnismäßig niedrige energetische Effektivität bei erhöhtem Energieverbrauch zur
Luftkonditionierung, was die Benutzung einer dieses Arbeitsverfahren realisierenden
Anlage als Klimaanlage für ein Fahrzeug beschränkt.
[0004] Ein dem technischen Wesen und dem erreichten Ergebnis nach der Erfindung am nächsten
kommendes Verfahren ist ein Verfahren zur Erhitzung oder Kühlung eines fluiden Mediums,
umfassend die Zufuhr des zu kühlenden bzw. zu erhitzenden fluiden Mediums in einen
Durchflußkanal und die aufeinanderfolgende Erhitzung bzw. Kühlung des fluiden Mediums
im Durchflußkanal in mindestens zwei Stufen (siehe RU-Patent Nr. 2140365, Kl. F25B
29/00, vom 27.10.1999).
[0005] Dieses Verfahren zur Erhitzung oder Kühlung eines fluiden Mediums erlaubt es, die
Effektivität der Erhitzung bzw. Kühlung des fluiden Mediums durch eine stufenweise
Einwirkung auf das fluide Medium zu erhöhen. Aber auch mit diesem Verfahren kann man
keine hohe Effektivität der Energieumwandlung bei der Durchführung der Kühlungs- bzw.
Erhitzungsprozesse erreichen, was mit dem Fehlen eines optimalen Algorithmus' des
Prozesses der Erhitzung bzw. Kühlung des fluiden Mediums zusammenhängt.
OFFENBARUNG DER ERFINDUNG
[0006] Die vorliegende Erfindung ist auf die Erhöhung der Effektivität von Prozessen der
Erhitzung bzw. Kühlung eines fluiden Mediums bei minimalem Verbrauch elektrischer
Leistung unter Benutzung von zwei und mehr Kälte- bzw. Wärme-Stufengeneratoren gerichtet.
[0007] Das entwickelte Verfahren zur Erhitzung oder Kühlung eines fluiden Mediums umfasst
die Zufuhr des zu kühlenden bzw. zu erhitzenden fluiden Mediums in einen Durchflußkanal
und die aufeinanderfolgende Erhitzung bzw. Kühlung des fluiden Mediums im Durchflußkanal
in mindestens zwei Stufen, wobei der Durchflußkanal in Kühlungs- bzw. Erhitzungsstufen
gleicher Länge geteilt ist und die Temperatur jeder Stufe in der Richtung von der
ersten zur nächsten Stufe sprungartig und direkt proportional im Falle der Erhitzung
erhöht bzw. im Falle der Kühlung gesenkt wird, wobei das zu kühlende bzw. zu erhitzende
fluide Medium dem Durchflußkanal tangential unter einem Winkel von 45° bis 90° zur
Mantellinie der Durchflußkanal-Innenoberfläche am Eintrittsort des fluiden Mediums
zugeführt wird.
[0008] Die Betrachtung der Funktion verschiedenartiger Einrichtungen zur Erhitzung oder
Kühlung eines fluiden Mediums hat gezeigt, dass für die Effektivität von Wärmeaustauschprozessen
die Organisation des Prozesses der Wechselwirkung zwischen zu kühlenden und zu erhitzenden
fluiden Medien eine wesentliche Rolle spielt. Eine vernünftige Organisation des Prozesses
des Wärmeaustausches ermöglicht es, die Masse- und Abmessungsdaten von Anlagen zur
Erhitzung und Kühlung eines fluiden Mediums zu verbessern, den Energieverbrauch zu
senken. Die Organisation von Stufen gleicher Länge zur Erhitzung und Kühlung des fluiden
Mediums bei direkt proportionaler sprungartiger Temperaturänderung der Erhitzungs-
bzw. Kühlungsstufen ermöglicht es, entlang des Kanals eine ungefähr gleiche Temperaturdifferenz
zwischen der Erhitzungs- bzw. Kühlungsquelle und dem fluiden Medium zu erhalten, was
es unter den Bedingungen der Strömungsverwirbelung des fluiden Mediums auf Grund seines
Dralls am Eintritt in den Durchflußkanal erlaubt, die Temperatur des fluiden Mediums
bei dessen gleichmäßiger und aufeinanderfolgender Erhitzung bzw. Kühlung über den
Querschnitt zu egalisieren.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0009] In Fig. 1 ist ein Längsschnitt einer der Varianten einer Anlage, in der das beschriebenen
Verfahren zur Erhitzung bzw. Kühlung eines fluiden Mediums realisiert wird, dargestellt;
in Fig. 2 ist der Schnitt A-A der Fig. 1 dargestellt.
[0010] Die Anlage zur Erhitzung bzw. Kühlung eines fluiden Mediums weist einen Durchflußkanal
1 auf, entlang dessen Stufen 2 gleicher Länge zur Kühlung oder Erhitzung des durch
den Kanal fliessenden fluiden Mediums (Gas oder Flüssigkeit) gebildet sind. Die oben
genannten Stufen 2 können in Form eines den Durchflußkanal umfassenden Gehäuses ausgebildet
sein, das mit der Außenwand des Durchflußkanals 1 einen Hohlraum bildet, welchem ein
Wärmeträger (Heiz- bzw. Kühlmittel) zugeführt wird, oder in Form von beispielsweise
an der Außenfläche des Durchflußkanals 1 angeordneten thermoelektrischen Batterien,
wobei die thermoelektrischen Batterien derart an eine Speisequelle angeschlossen sind,
dass Stufen gleicher Länge gebildet werden, an welche eine direkt proportional und
sprungartig von Stufe zu Stufe steigende Spannung angelegt wird. In die oben genannten
Gehäuse wird ein Wärmeträger (Heiz- bzw. Kühlmittel, beispielsweise Spiritus, Freon
oder flüssiges Ammoniak) zugeführt, dessen Temperatur sprungartig und direkt proportional
von Stufe zu Stufe steigt bzw. sinkt. Beispielsweise ist es möglich, in die Gehäuse
Wärmeträger einzubringen, oder man kann (für den Fall mit den thermoelektrischen Batterien)
in der ersten Stufe eine Temperatur von 14 °C, in der zweiten Stufe von 28 °C und
in der dritten Stufe von 42 °C erzeugen.
[0011] Ein Wärmeträger mit der erforderlichen Temperatur kann mit Hilfe einer Kompressionskältemaschine
gewonnen und zugeführt werden. Diese Kompressionskältemaschine kann sowohl zur Erhitzung
des fluiden Meduims als auch zu dessen Kühlung eingesetzt werden. Dabei spielen die
Hohlräume um den Durchflußkanal 1 bildenden Gehäuse im einen Fall die Rolle des Kondensators
und im anderen Fall die Rolle des Verdampfers der Kompressionskältemaschine. In den
Durchflußkanal 1 wird das fluide Medium tangential über ein Rohrstück oder eine Düse
3 (vorzugsweise über letztere) eingeführt. Rohrstück oder Düse 3 sind dabei unter
einem Winkel α von 45° bis 90° zur Mantellinie der Innenoberfläche des Durchflußkanals
1 am Eintrittsort des fluiden Mediums angeordnet.
AUSFÜHRUNGSBEISPIEL DES VERFAHRENS
[0012] Das Verfahren zur Erhitzung bzw. Kühlung eines fluiden Mediums wird auf folgende
Weise realisiert. In den Durchflußkanal 1 wird über ein Rohrstück oder eine Düse 3
das zu kühlende bzw. zu erhitzende fluide Medium eingeführt. Im Durchflußkanal 1 erfolgt
eine aufeinanderfolgende Erhitzung bzw. Kühlung des fluiden Mediums in mindestens
zwei Stufen 2. Die Temperatur jeder Stufe 2 steigt (in Richtung von der ersten Stufe
zur nächsten Stufe) sprungartig und direkt proportional im Falle der Erhitzung bzw.
sinkt im Falle der Kühlung. Im Ergebnis erfolgt eine aufeinanderfolgende Erhitzung
bzw. Kühlung des fluiden Mediums im Durchflußkanal 1.
[0013] Im Falle der Benutzung thermoelektrischer Batterien sind die letzteren an eine Gleichstromquelle
über ein Steuerpult angeschlossen, das es erlaubt, die Polarität der an die thermoelektrischen
Batterien angelegten Spannung zu ändern, was es ermöglicht, die Arbeitsweise der Batterien
zu ändern, und zwar das fluide Medium im Durchflußkanal 1 zu erhitzen oder zu kühlen.
Gegebenenfalls ist es bei Bedarf möglich, die Erhitzungs- bzw. Kühlungsstufen als
im Verlauf der Strömung des fluiden Mediums getrennte, voneinander wärmeisolierte
Kühlungs- bzw. Erhitzungsstufen auszuführen. In diesem Falle wird, wie auch oben beschrieben,
an die thermoelektrischen Batterien unterschiedliche Betriebsspannung angelegt, wobei
die Spannung an den thermoelektrischen Batterien der zweiten und der weiteren Stufen
direkt proportional größer ist als die Spannung an den thermoelektrischen Batterien
der ersten Stufe.
GEWERBLICHE VERWERTBARKEIT
[0014] Das oben beschriebene Verfahren zur Erhitzung oder Kühlung eines fluiden Mediums
ermöglicht eine effektive Kühlung bzw. Erhitzung eines Gases oder einer Flüssigkeit
und kann in der Industrie eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Wärmebehandlung
von verflüssigten Gasen in der Erdöl- und petrolchemischen Industrie, zum Abkühlen
von Würzen oder zum Beispiel einer Margarineemulsion in der Lebensmittelindustrie
sowie in Klimaanlagen zur Erhitzung bzw. Kühlung von Luft.