[0001] Die Erfindung betrifft ein Flachrohr für einen Wärmeübertrager, insbesondere für
Kraftfahrzeuge nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1 sowie ein Verfahren zur
Herstellung eines Flachrohres nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 10.
[0002] Es ist bekannt, Flachrohre für Wärmeübertrager aus einem Blechband, vorzugsweise
aus einem beidseitig lotplattierten Aluminiumband in einem kontinuierlichen Verfahren
auf einer entsprechenden Rohrherstellungsmaschine zu fertigen. Nach dem Biegen und
Formen des Flachrohrquerschnittes wird das Flachrohr durch eine geschweißte oder gelötete
Längsnaht geschlossen. Derartige Flachrohre werden z. B. für Kühlmittelkühler bei
Kraftfahrzeugen eingesetzt, wobei die Flachrohre mit Wellrippen zu einem Block gefügt
und verlötet werden. Um einen möglichst niedrigen luftseitigen Druckabfall zu erzielen,
werden die Flachrohrquerschnitte möglichst schlank ausgebildet, wobei zur Erhöhung
der Innendruckfestigkeit Stege, Falze oder Sicken vorgesehen sind, die als Zuganker
wirken und den Flachrohrquerschnitt in Kammern aufteilen. Bekannt sind auch Flachrohre,
die nicht als Mehrkammerrohre ausgebildet sind, sondern einen durchgehenden Querschnitt
aufweisen, wobei zur Erhöhung des Wärmeüberganges auf der Rohrinnenseite, also z.
B. auf der Kühlmittelseite so genannte Turbulatoren oder Wirbelerzeuger in Form von
nach innen gerichteten Einprägungen vorgesehen sind. Diese auf beiden Seiten angeordneten
Turbulatoren berühren sich gegenseitig nicht, sondern belassen zwischen sich einen
Abstand, d. h. eine lichte Kanalhöhe für eine Kernströmung; sie wirken somit nicht
als Zuganker. Um die notwendige Innendruckfestigkeit derartiger Flachrohre zu erreichen,
müssen diese Rohre entsprechend dickwandig ausgelegt werden. Dies erhöht das Gewicht
und den Materialverbrauch.
[0003] Als Mehrkammerrohre ausgebildete Flachrohre wurden durch eine Vielzahl von Druckschriften
bekannt, z. B. durch die DE 102 01 511 A1 und die DE 102 01 512 A1 der Anmelderin
als geschweißte Mehrkammerrohre, bei welchen die einzelnen Kammern durch einen Steg,
der aus dem Flachband geformt ist, abgeteilt werden. Auf der Schmalseite sind die
Rohre durch eine Längsschweißnaht geschlossen. Ähnliche, jedoch abgewandelte Mehrkammerrohre
wurden durch die EP 0 457 470 B1 bekannt, wobei auch ein Flachrohr mit sich gegenüber
liegenden, miteinander verlöteten Noppen, die als Zuganker zur Erhöhung der Innendruckfestigkeit
ausgebildet sind, offenbart ist. Allerdings werden hierdurch keine diskreten Strömungskanäle
gebildet. Ein weiteres Mehrkammerrohr wurde durch die EP 0 637 474 A1 bekannt, wobei
die einzelnen Kammern durch miteinander verlötete, in Längsrichtung verlaufende Sicken
abgeteilt sind. Als Alternative sind auch Flachrohre offenbart, welche durch noppenartig
ausgebildete Zuganker verstärkt sind. Durch die EP 0 302 232 A1 und die DE 102 12
300 A1 der Anmelderin wurden gefalzte und gelötete Mehrkammerrohre und Verfahren zur
Herstellung eines gefalzten Mehrkammerrohres bekannt.
[0004] Andererseits wurde durch die DE 101 27 084 A1 der Anmelderin ein Flachrohr für einen
Wärmeübertrager, insbesondere einen Kühlmittelkühler für Kraftfahrzeuge bekannt, wobei
die flachen Seiten des Flachrohres nach innen gerichtete Ausprägungen, so genannte
Wirbelerzeuger oder Turbulatoren aufweisen. Damit wird ein verbesserter Wärmeübergang
des Kühlmittels, welches durch die Flachrohre strömt, erreicht. Allerdings sind diese
Flachrohre nicht als Mehrkammerrohre ausgebildet und weisen auch keine Zuganker, z.
B. von miteinander verlöteten Noppen auf. Man muss diese Rohre daher dickwandiger
ausbilden, um die erforderliche Innendruckfestigkeit zu erreichen. Die Turbulatoren
sind vorzugsweise als längliche Einprägungen ausgebildet, die in Reihen quer zur Strömungsrichtung
angeordnet und im Winkel zueinander angeordnet sind - sie bilden so genannte Winglet-Paare.
Ein ähnliches Flachrohr wurde durch die EP 1 061 319 B1 bekannt, ebenfalls für einen
Kraftfahrzeugkühler verwendbar.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Flachrohr der eingangs genannten Art
zu schaffen, welches einerseits eine hohe Innendruckfestigkeit und andererseits einen
hohen Wärmeübergang auf der Rohrinnenseite aufweist. Es ist auch Aufgabe der Erfindung,
ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Flachrohres bereitzustellen.
[0006] Diese Aufgabe wird zunächst durch die Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst. Erfindungsgemäß
ist vorgesehen, dass ein mit Turbulatoren ausgestattetes Flachrohr als Mehrkammerrohr
ausgebildet ist, d. h. mindestens zwei Kammern aufweist, welche durch eine Trennwand
voneinander abgeteilt sind. Damit wird der Vorteil erreicht, dass einerseits ein verbesserter
Wärmeübergang auf der Rohrinnenseite stattfindet und andererseits eine erhöhte Innendrucksteifigkeit,
verbunden mit einer verringerten Materialstärke (Rohrwanddicke), gegeben ist. Die
Turbulatoren sind vorzugsweise auf beiden flachen Seiten des Flachrohres in jeder
Kammer angeordnet. Die Trennwände können vorteilhafterweise als Steg, Falz oder Sicken
ausgebildet sein, und die Flachrohre sind vorteilhafterweise längsnahtgeschweißt oder
mittels eines Falzes gelötet.
[0007] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung können die Turbulatoren beliebige Formen
aufweisen, d. h. länglich oder rund oder eckig, d. h. noppenförmig oder pyramidenstumpfförmig
ausgebildet sein, wie dies bereits aus dem Stand der Technik bekannt ist. Die Turbulatoren
erstrecken sich in das Rohrinnere nur so weit, dass eine lichte Kanalhöhe für eine
ungestörte Kernströmung erhalten bleibt. Damit wird der Vorteil erzielt, dass einerseits
der Wärmeübergang verbessert, der Druckabfall jedoch nicht übermäßig erhöht wird.
Die Turbulatoren sind vorzugsweise nur auf den flachen Bereichen der Längsseiten angeordnet
und vorzugsweise als so genannte Winglets ausgebildet, welche ein Optimum zwischen
Wärmeübergang und Druckabfall darstellen.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird auch durch die Merkmale des Patentanspruches 10 und
der nebengeordneten Verfahrensansprüche 11 und 12 gelöst. Zur Herstellung eines so
genannten Falzrohres wird als Ausgangsmaterial ein Flachband verwendet, welches vorzugsweise
aus Aluminium besteht und beidseitig lotplattiert ist; es wird einer Rohrformmaschine,
welche das Flachband in einem kontinuierlichen Prozess in Flachrohre umformt, zugeführt.
Zunächst werden an den Längsrändem jeweils Falze aufgestellt, d. h. Ränder etwa rechtwinklig
abgekantet. Danach werden die Turbulatoren geformt, und zwar in einem ein- oder mehrstufigen,
vorzugsweise zweistufigen Prozess, d. h. zunächst durch Vorziehen einer Vorform und
anschließendes Gegenprägen einer Endform. Zwischen den Turbulatoren werden, in Breitenrichtung,
gesehen Abstände belassen, innerhalb welcher das Band flach bleibt und somit zur Herstellung
von Kopfradien gebogen werden kann. Abschließend wird das Rohr geschlossen und im
Bereich des Falzes gelötet. Letzter bildet die Trennwand für ein Zweikammerrohr, wirkt
als Zuganker und bildet gleichzeitig die Längsnaht des Rohres.
[0009] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird ein Zwei- oder Mehrkammerrohr
hergestellt, bei welchem die Trennwand bzw. die Trennwände durch Sicken gebildet sind.
Ausgehend von einem Flachband, werden zunächst wiederum die Turbulatoren in das Flachband
eingeformt, vorzugsweise in einem zweistufigen Verfahren, und anschließend werden
zwischen den Turbulatoren Sicken eingeformt. Danach werden an den Längsrändem Kopfradien
geformt, und das Rohr wird derart geschlossen, dass die Sicken und die Kopfradien
aufeinander stoßen, wobei die Kopfradien vorzugsweise zu einem Stumpfstoß zusammengeführt
werden, der längsnahtgeschweißt wird. Die Sicken verlöten - beim Löten eines Wärmetauschersblockes
― und bilden somit Zuganker und eine oder mehrere dichten Trennwände.
[0010] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird ein Falzrohr nach einem
ähnlichen Verfahren hergestellt, wobei man wiederum von einem Flachband ausgeht und
zunächst mindestens einen Steg formt, der in einem oder mehreren Umformschritten aus
dem Flachband geformt wird. Beiderseits des Steges bzw. der Stege werden anschließend
die Turbulatoren in das Flachband eingeformt, danach werden an den Längsrändern Kopfradien
angeformt, die abschließend zu einem Stumpfstoß zusammengeführt werden, der vorzugsweise
längsnahtverschweißt wird. Der Steg verlötet mit der gegenüber liegenden Flachseite.
[0011] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Kopfradien
derart geformt, dass sich beim Schließen des Flachrohres ein Überlappungsstoß bzw.
randseitiger Falz bildet, welcher gelötet werden kann. Damit entfällt der Schweißvorgang.
[0012] In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung werden die Turbulatoren in
einem kontinuierlichen Prozess hergestellt, d. h. durch Walzen, wobei das Flachband
durch ein Walzenpaar geführt wird, welches die Form der Turbulatoren als Matrize und
Patrize aufweist.
[0013] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird das Flachrohr
für einen Kraftfahrzeugwärmetauscher, insbesondere einen Kühlmittelkühler verwendet,
welcher einen gelöteten Block aufweist, der aus Flachrohren und Wellrippen besteht.
Das beidseitig lotplattierte Flachrohr kann mit den Wellrippen einfach zu einem Block
verlötet werden. Der hohe Schlankheitsgrad des Flachrohres gewährleistet einen geringen
luftseitigen Druckabfall, andererseits ist durch die Trennwände in Form von Stegen,
Falzen oder Sicken die erforderliche Innendruckfestigkeit gegeben, welche an die in
einem Kühlmittelkreislauf herrschenden Drücke angepasst ist. Darüber hinaus wird der
Wärmeübergang des Kühlmittels im Rohr verbessert, d. h. die Kühlleistung des Kühlers
wird erhöht, ohne dass der Druckabfall, d. h. die Pumpenleistung erheblich ansteigt.
Damit ist ein leichterer und leistungsstärkerer Kühler für Kraftfahrzeuge herstellbar.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
Folgenden näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- ein als Falzrohr ausgebildetes Flachrohr (Zweikammerrohr) mit mittlerem Falz,
- Fig. 2
- ein als Falzrohr ausgebildetes Flachrohr (Zweikammerrohr) mit mittlerem Steg und seitlichem
Falz,
- Fig. 3
- ein als geschweißtes Sickenrohr ausgebildetes Flachrohr (Zweikammerrohr),
- Fig. 4
- ein als geschweißtes Stegrohr ausgebildetes Flachrohr (Zweikammerrohr),
- Fig. 5a - 5f
- Verfahrensschritte zur Herstellung eines Falzrohres gemäß Fig. 1 mit Turbulatoren,
- Fig. 6a - 6f
- Verfahrensschritte zur Herstellung eines Stegrohres gemäß Fig. 2 mit Turbulatoren,
- Fig. 7a - 7f
- Verfahrensschritte zur Herstellung eines geschweißtes Sickenrohres gemäß Fig. 3 mit
Turbulatoren,
- Fig. 8a - 8f
- Verfahrensschritte zur Herstellung eines geschweißtes Stegrohres gemäß Fig. 4 mit
Turbulatoren,
- Fig. 9
- ein Walzenpaar zur Einformung von Turbulatoren in ein Flachband,
- Fig. 10
- einen Ausschnitt eines Flachrohres mit als winglets ausgebildeten Turbulatoren,
- Fig. 11
- einen Ausschnitt eines Flachrohres mit als Pyramidenstumpf ausgebildeten Turbulatoren
und
- Fig. 12
- einen Ausschnitt eines Flachrohres mit kegelstumpfförmigen Turbulatoren (Noppen).
[0015] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung einen Querschnitt durch ein Flachrohr, welches
als so genanntes Falzrohr mit einem in der Mitte angeordneten Falz 2 ausgebildet ist,
welcher das Flachrohr 1 in zwei Kammern 3, 4 unterteilt. Der Querschnitt des Flachrohres
1 setzt sich aus zwei flachen Seiten 1a, 1b sowie zwei gerundeten Schmalseiten 1 c,
1 d zusammen. In den beiden Kammern 3, 4 sind gestrichelt Konturen 5a, 5b, 5c, 5d
von Turbulatoren eingezeichnet. Zwischen sich gegenüber liegenden Turbulatoren 5a,
5c bzw. 5b, 5d ist jeweils eine lichte Kanalhöhe h belassen, welche frei von Turbulatoren
ist. Die Turbulatoren 5a, 5b, 5c, 5d sind Wirbelerzeuger, welche als in das innere
des Flachrohres ragende Einprägungen ausgebildet und durch den Stand der Technik,
insbesondere die DE 101 27 084 A1 der Anmelderin, an sich bekannt sind. Das Falzrohr
1 ist vorzugsweise aus einem beidseitig lotplattierten Aluminiumblech, einem so genannten
Flachband oder Rohrband hergestellt und im Bereich des mittleren Falzes 2 verlötet.
Ein Verfahren zur Herstellung des Falzrohres 1 wird unten beschrieben.
[0016] Fig. 2 zeigt ein als Falzrohr 6 ausgebildetes Zweikammerrohr mit einer mittleren Trennwand
7, welche als Steg ausgebildet ist. Gleiche Teile sind hier mit gleichen Bezugszahlen
wie in Fig. 1 bezeichnet, d. h. die flachen Seiten 1a, 1b und die gerundeten Schmalseiten
1c, 1d; ebenso die Kammern 3, 4 sowie die gestrichelt eingezeichneten Konturen 5a,
5b, 5c, 5d für die Turbulatoren, welche sich innerhalb einer Kammer 3, 4 über eine
Breite b erstrecken, welche Teil der flachen Seiten 1a, 1b ist. Der Abschnitt b endet
also einerseits vor dem mittleren Steg 7 und andererseits vor der Rundung der Schmalseiten
1c, 1d. Das Falzrohr 2 ist über einen Falz 8 geschlossen, welcher im Bereich der Schmalseite
1 c angeordnet ist ― in diesem Bereich überlappen sich die zu Radien gebogenen Ränder
des Flachbandes und bilden den verlötbaren Falz 8. Die Herstellung des Falzrohres
6 wird weiter unten erläutert.
[0017] Fig. 3 zeigt ein als so genanntes Sickenrohr 9 ausgebildetes Zweikammerrohr, welches im
Bereich einer Schmalseite 1c durch eine Längsnaht 10 verschweißt ist. Auch hier werden
für gleiche Teile gleiche Bezugszahlen wie in Fig. 1 verwendet. In die beiden flachen
Seiten 1a, 1b sind Sicken 11, 12 eingeformt, welche durch Verlötung eine Trennwand
bilden und das Rohr in zwei Kammern 3, 4 teilen. Die als Einprägungen in die flachen
Seiten 1a, 1b eingeformten Turbulatoren sind durch gestrichelte Linien 5a, 5b, 5c,
5d angedeutet. Eine Herstellung des geschweißten Sickenrohres 9 wird unten beschrieben.
[0018] Fig. 4 zeigt ein als geschweißtes Stegrohr 13 ausgebildetes Zweikammerrohr, welches einen
mittleren Steg 14 und eine im Bereich der Schmalseite 1 c angedeutete Schweißnaht
15 aufweist. Ansonsten entspricht das Zweikammerrohr 13 denen der vorherigen Ausführungsbeispiele
und trägt für gleiche Teile die gleichen Bezugszahlen. Ein Verfahren zur Herstellung
des geschweißten Stegrohres 13 wird unten erläutert,
[0019] Abweichend von den dargestellten Ausführungsbeispielen, die Zweikammerrohre zeigen,
sind auch Flachrohre mit mehreren als Falz, Steg und/oder Sicken ausgebildeten Trennwänden
möglich, d. h. mit mehr als zwei Kammern.
[0020] Die
Figuren 5a bis
5f zeigen einzelne Verfahrensschritte zur Herstellung eines Falzrohres mit mittlerem
Steg, wie es in Fig. 1 dargestellt ist. Das Ausgangsmaterial zur Herstellung des fertigen
Flachrohres ist ein Flachband aus Aluminium, welches beidseitig lotplattiert ist und
einer nicht dargestellten Maschine zur Rohrherstellung kontinuierlich zugeführt wird.
Fig. 5a zeigt ein Flachband 16, welches ― nach einem ersten Verfahrensschritt - an
seinen Längsrändern rechtwinklig aufgestellte Falze 17, 18 aufweist, was durch die
nicht dargestellte Maschine durch ein- oder mehrstufiges Walzprofilieren erfolgt.
In einem nächsten Verfahrensschritt. dargestellt in Fig. 5b, werden Vorformen 19 von
Turbulatoren in einer ersten Stufe vorgezogen, d. h. aus dem Flachband 16 ausgeformt.
In einer zweiten Stufe, dargestellt in Fig. 5c, erfolgt durch Gegenprägen das Formen
der Endform der Turbulatoren 20, welche in der Zeichnung als Rechtecke dargestellt
sind - gegenüber der etwas runderen Vorform 19. Durch den zweistufigen Verformungsprozess
für die Herstellung der Turbulatoren 20 ergibt sich die gewünschte Form der Turbulatoren,
ohne dass es zu einer wesentlichen Veränderung der Materialstärke des Flachbandes
16 kommt. Die Turbulatoren 20 sind über die Breite des Flachbandes 16, d. h. von Falz
17 zu Falz 18 in Gruppen verteilt, zwischen welchen Abstände belassen sind, insbesondere
flache Bereiche 21, 22, welche im nachfolgenden Verfahrensschritt ― dargestellt in
Fig. 5d - zu so genannten Kopfradien 23, 24 gebogen werden. Letztere bilden die gerundeten
Schmalseiten des Flachrohres. Fig. 5e zeigt das Flachband 16 mit fast fertig gebogenen
Kopfradien 23, 24, zwischen welchen die durchgehende Unterseite des zu fertigendes
Rohres angeordnet ist. Fig. 5f zeigt schließlich das fertige, geschlossene Falzrohr
25, bei welchem die beiden Falze 17, 18 parallel zueinander und in der Mitte zu liegen
kommen. Das Falzrohr 25 wird später, z. B. bei der Herstellung eines nicht dargestellten
Blockes für einen Wärmeübertrager verlötet und ist damit dicht. Gleichzeitig wirkt
der Falz 17, 18 als Zuganker. Die Turbulatoren 20, die in die flachen Bereiche der
Rohr wand eingeprägt sind, ragen in die freien Strömungsquerschnitte und wirken damit
als Wirbelerzeuger zur Erhöhung des Wärmeüberganges.
[0021] Figuren 6a bis
6f zeigen in einzelnen Verfahrensschritten die Herstellung eines Falzrohres, wie es
in Fig. 2 dargestellt ist, d. h. mit einem seitlich im Bereich der Schmalseite angeordneten
Falz. Fig. 6a zeigt ein Flachband 26 nach einem ersten Verfahrensschritt, in welchem
ein Steg 27 ausgeformt wurde, d. h. das Flachband 26 ist im Bereich des Steges 27
geformt, was in mehreren Stufen erfolgen kann. Fig. 6b zeigt das Flachband 26 nach
einem weiteren Verfahrensschritt, in welchem ― ebenfalls in mehreren Stufen - an beiden
Längsrändem Kopfradien 28, 29 angeformt wurden. In einem nächsten Verfahrensschritt
- dargestellt in Fig. 6c - werden Turbulatoren vorgezogen, d. h. es wird eine Vorform
30, die noppen- oder kegelförmig ausgebildet ist, in einer ersten Verformungsstufe
hergestellt. Dabei werden an den Stellen, wo später Radien für die Schmalseite des
Rohres gebogen werden, flache Bereiche belassen. Dies ist hier im Bereich einer Mittellinie
m der Fall. In einem weiteren Verfahrenschritt - dargestellt in Fig. 6d - wird die
Endform der Turbulatoren 31 durch Gegenprägen hergestellt. In einem nächsten Verfahrensschritt
- dargestellt in Fig. 6e - wird das Flachband 26 zu einem Rohr geschlossen, d. h.
im Bereich der Mittellinie m zu einem Radius 32 gebogen, der die spätere Schmalseite
des Rohres bildet. Fig. 6f zeigt das fertige, d. h. geschlossene Stegrohr 33, bei
welchem sich die beiden Kopfradien 28, 29 über einen Bereich von ca. 180 Grad überlappen,
der später verlötet wird. Damit ist das Flachrohr 33 dicht und erhält durch die Verlötung
des Steges 27 mit der Gegenseite auch einen Zuganker. Die Turbulatoren 31 ragen nach
innen in die beiden Strömungskanäle des Zweikammerrohres 33.
[0022] Figuren 7a bis
7f zeigen in mehreren Verfahrensschritten die Herstellung eines geschweißtes Sickenrohres,
wie es in Fig. 3 dargestellt ist. Ausgangsmaterial ist wiederum ein Flachband 34,
aus welchem in einem ersten Verfahrensschritt - dargestellt in Fig. 7a - Vorformen
35 der Turbulatoren hergestellt werden, und zwar in vier Gruppen, zwischen denen,
symmetrisch zu einer Mittellinie m, Abstände mit flachen Bereichen des Flachbandes
34 belassen sind. Fig. 7b zeigt das Flachband nach dem nächsten Verfahrensschritt,
nämlich dem Gegenprägen, welches die Turbulatoren 36 in ihre Endform bringt. Der nächste
Verfahrensschritt besteht darin, symmetrisch zur Mittellinie m zwei Sicken 37, 38
in das Flachband 34 einzuformen, welche in Fig. 7c dargestellt sind. Anschließend
erfolgt als nächster Verfahrensschritt das Formen von Kopfradien 39, 40 an den Randseiten
des Flachbandes 34, welche zu einem Viertelkreis aufgestellt werden. Fig. 7e zeigt
das Schließen des Rohres, wobei im Bereich der Mittellinie m ein Radius 41 gebogen
wird. Fig. 7f zeigt das geschlossene Sickenrohr 42. Beide Rohrhälften sind zusammengeführt,
so dass die Kopfradien 39, 40 stumpf aufeinander stoßen und einen Stumpfstoß bilden,
welcher mit einer Längsschweißnaht 43 geschlossen ist. Die beiden Sicken 37, 38 liegen
sich direkt gegenüber, berühren sich in der zeichnerischen Darstellung jedoch noch
nicht. Ein Kontaktieren der Sickenkämme erfolgt später beim Planieren und Verlöten
der Sickenrohre.
[0023] Figuren 8a bis
8f zeigen in einzelnen Verfahrensschritten die Herstellung eines geschweißten Stegrohres,
wie es in Fig. 4 dargestellt ist. Ausgangsmaterial ist wiederum ein Flachband 44,
in welches zunächst ein Steg 45, vorzugsweise in mehreren Stufen eingeformt wird -
dargestellt in Fig. 8a. Dabei ist der Steg 45 außermittig zur Mittellinie m und in
der Mitte der halben Bandbreite angeordnet. Fig. 8b zeigt Vorformen 46 für die Turbulatoren,
hergestellt durch Vorziehen. Anschließend werden die Turbulatoren 47 durch Gegenprägen
in ihre endgültige Form gebracht. Fig. 8d zeigt das Formen von Kopfradien 48, 49 an
den Randseiten des Flachbandes 44. Fig. 8e zeigt den Verfahrensschritt "Rohrschließen",
wobei im Bereich der Mittellinie m ein Radius 50 in das Flachband 44 gebogen wird.
Fig. 8f zeigt das fertige Stegrohr 51, welches im Bereich der stumpf aufeinander geführten
Kopfradien 48, 49 durch eine Schweißnaht 52 verschlossen ist. Der Steg 45 kontaktiert
die gegenüber liegende Seite des Rohres 51 noch nicht, da diese Flachseite noch ballig
ausgebildet ist. Sie wird später planiert, dann kontaktiert der Steg 45 mit seinem
Stegrücken die gegenüber liegenden Seite und wird mit dieser verlötet.
[0024] Fig. 9 zeigt den Herstellungsprozess für das Prägen von Turbulatoren. Ein Rohrband 53 wird
einem Walzenpaar 54, 55 zugeführt und erhält nach dem Durchlaufen des Walzenpaares
die gewünschte Prägung der Turbulatoren. Hierzu weist die obere Walze 54 auf den Umfang
verteilt angeordnete Erhebungen (Patrizen) 54a auf, während die untere Walze 55 entsprechende
Vertiefungen (Matrizen) 55a, ebenfalls über den Umfang verteilt, aufweist. Das Rohrband
53 wird somit durch die Erhebungen 54a in die Vertiefungen 55a gedrückt.
[0025] Fig. 10 zeigt einen Ausschnitt aus einem Rohrband 56, in welches Turbulatoren 57, 58 nach
dem oben zu Fig. 9 beschriebenen Verfahren eingeformt sind. Beide Turbulatoren 57,
58 sind als längliche Ausprägungen ausgebildet und V-förmig zueinander angeordnet,
sie bilden ein so genanntes Winglet-Paar, wie es aus der eingangs genannten DE 101
27 084 A1 der Anmelderin bekannt ist. Die Strömungsrichtung des Strömungsmediums innerhalb
des Flachrohres, also beispielsweise eines Kühlmittels ist durch einen Pfeil S dargestellt.
Ein seitlich angeordneter Schnitt A-A zeigt das nach innen (ins Rohrinnere) gerichtete,
etwa trapezförmig ausgebildete Profil der winglets 57, 58.
[0026] Fig. 11 zeigt einen weiteren Ausschnitt eines Rohrbandes 59 mit einem Turbulator 60, welcher
pyramidenstumpfförmig ausgebildet und aus dem Rohrband 59 ausgeprägt ist. Ein neben
liegender Schnitt B-B zeigt das Profil des Turbulators 60.
[0027] Fig. 12 zeigt einen Ausschnitt eines Rohrbandes 61 mit einer weiteren Ausführungsform für
einen Turbulator 62, welcher kegelstumpfförmig ausgebildet ist. Ein Schnitt C-C zeigt
das Profil des Turbulators 62.
[0028] Die oben beschriebenen Flachrohre werden vorzugsweise für Wärmeübertrager in Kraftfahrzeugen,
insbesondere Kühlmittelkühler verwendet. Letztere weisen einen gelöteten Block auf,
welcher aus Flachrohren und zwischen diesen angeordneten Wellrippen besteht. Die Flachrohre
werden somit vom Kühlmittel eines Kühlkreislaufes einer Brennkraftmaschine des Kraftfahrzeuges
durchströmt, während die Wellrippen von Umgebungsluft überströmt werden. Das Fügen
von Flachrohren und Wellrippen zu einem Block erfolgt durch einen so genannten Kassettierprozess,
bei welchem die Flachrohre durch eine geeignete Spannvorrichtung zusammen mit den
Wellrippen auf Blockmaß zusammengedrückt werden. Dabei erfolgt auch ein Planieren
der vorher noch ballig ausgebildeten flachen Seiten der Flachrohre, so dass Falze,
Stege oder Sicken in Kontakt mit der gegenüber liegenden Seite kommen und somit verlöten
können.
[0029] Bevorzugte Abmessungen der erfindungsgemäßen Flachrohre für einen Kühlmittelkühler
sind Rohrtiefen zwischen 20 und 50 mm, vorzugsweise 40 mm, Rohrbreiten zwischen 1,5
und 2 mm und Wanddicken zwischen 0,15 und 0,35 mm, vorzugsweise zwischen 0,2 und 0,25
mm.
1. Flachrohr für einen Wärmeübertrager, insbesondere für Kraftfahrzeuge, herstellbar
aus einem einstückigen Blechband, mit nach innen gerichteten Einprägungen, so genannten
Turbulatoren, dadurch gekennzeichnet, dass das Flachrohr (1, 6, 9, 13) als Mehrkammerrohr, d. h. mit mindestens zwei Kammern
(3, 4) ausgebildet ist, welche jeweils durch eine aus dem Blechband geformte Trennwand
(2, 7, 11/12, 14) abgeteilt sind.
2. Flachrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Flachrohr (1, 6) eine gelötete Längsnaht in Form eines Falzes (2, 8) aufweist.
3. Flachrohr nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Flachrohr (9, 13) eine geschweißte Längsnaht (10, 15), vorzugsweise an der Schmalseite
(1c) aufweist.
4. Flachrohr nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennwand als Steg (14) und/oder als Falz (2) ausgebildet ist.
5. Flachrohr nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennwand durch Sicken (11, 12) gebildet wird.
6. Flachrohr nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren (5a, 5b, 5c, 5d) auf beiden flachen Seiten (1a, 1 b) der Kammern
(3, 4) angeordnet sind und zwischen sich eine lichte Kanalhöhe h für jeden Strömungskanal
belassen.
7. Flachrohr nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren länglich (57, 58) oder eckig (60) oder rund (62) ausgebildet sind.
8. Flachrohr nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren (5a, 5b, 5c, 5d) über den gesamten flachen Bereich jeder Kammer
(3, 4) verteilt angeordnet sind.
9. Flachrohr nach Anspruch 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren als so genannte Winglets (57, 58) ausgebildet und angeordnet sind.
10. Verfahren zur Herstellung eines Flachrohres nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass zunächst ein Flachband (16) bereitgestellt und einer Rohrformmaschine zugeführt
wird,
b) dass beiderseits des Flachbandes (16) Falze (17, 18) aufgestellt werden,
c) dass die Turbulatoren (20) ein- oder mehrstufig aus dem Flachband (16) geformt
werden, wobei die Turbulatoren (20) in Gruppen angeordnet und zwischen den Gruppen
in Breitenrichtung Abstände (21, 22) für Kopfradien belassen werden,
d) dass das Flachband (16) im Bereich der Abstände (21, 22) gebogen und die Kopfradien
(23, 24) geformt werden und
e) dass der Flachrohrquerschnitt durch Parallelbiegen der Flachseiten geschlossen
wird.
11. Verfahren zur Herstellung eines Flachrohres nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass ein Flachband (26, 44) einer Rohrformmaschine zugeführt wird,
b) dass mindestens ein Steg (27, 45) ein- oder mehrstufig aus dem Flachband (26, 44)
geformt wird,
c) dass beiderseits des Steges (27, 45) die Turbulatoren (31, 47) ein-oder mehrstufig
aus dem Flachband (26, 44) geformt werden,
d) dass an den Längsrändern des Flachbandes (26, 44) Kopfradien (28, 29; 48, 49) geformt
werden und
e) dass der Flachrohrquerschnitt unter Ausbildung einer gerundeten Schmalseite (32,
50) geschlossen wird.
12. Verfahren zur Herstellung eines Flachrohres nach mindestens einem der Ansprüche 1
bis 9, insbesondere 3 und 5,
dadurch gekennzeichnet,
a) dass einer Rohrformmaschine ein Flachband (34) zugeführt wird,
b) dass die Turbulatoren (36) ein- oder mehrstufig geformt werden,
c) dass zwischen den Turbulatoren (36) Sicken (37, 38) eingeformt werden,
d) dass an den Längsseiten des Flachbandes (34) Kopfradien (39, 40) angeformt werden
und
e) dass der Flachrohrquerschnitt geschlossen wird.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfradien (48, 49; 39, 40) zu einem Stumpfstoß zusammengeführt werden und dass
das Flachrohr (51, 42) im Bereich des Stumpfstoßes durch eine Längsschweißnaht (52,
43) geschlossen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfradien (28, 29) zu einem Überlappungsfalz (28129) zusammengeführt werden
und dass das Flachrohr (33) im Bereich des Überlappungsfalzes (28/29) und des mindestens
eines Steges (27) verlötet wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren durch Walzen des Flachbandes (53) hergestellt werden.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Turbulatoren zunächst vorgezogen und anschließend gegengeprägt werden.
17. Verwendung eines Flachrohres nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche in
einem Wärmeübertrager mit einem gelöteten Block, bestehend aus Flachrohren und Wellrippen,
insbesondere einen Kühlmittelkühler für Kraftfahrzeuge.
18. Wärmeübertrager, insbesondere für Kraftfahrzeuge, mit Rohren und zumindest einem Sammelkasten,
in den die Rohre münden, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Rohr nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausgebildet und/oder durch einem
Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 16 herstellbar ist.