[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem
mit einer Hauptstation und mehreren Nebenstationen, wobei die Hauptstation und die
Nebenstation jeweils eine Sende- und Empfangseinrichtung aufweisen.
[0002] Gefahrenmeldesysteme, bei denen Meldungen über Funk übertragen werden, bieten dem
Anwender viele Vorteile. Die Gefahrenmeldesysteme umfassen dabei Meldesensoren als
Nebenstationen, die im Fall einer detektierten Gefahr (Brand, Einbruch) eine Gefahrenmeldung
über eine Funkverbindung an eine Zentrale oder Hauptstation (worunter auch Repeater
und Router verstanden werden sollen) übermitteln, in der zur Beseitigung der Gefahr
weitere Maßnahmen (Alarmierung der Feuerwehr bzw. der Polizei) eingeleitet werden.
Die Meldesensoren umfassen dabei jeweils eine Sende- und Empfangseinrichtung und sollen
für einen Einsatz an unzugänglichen Orten möglichst autark, d.h. mit einer Batterie,
betrieben werden.
[0003] Aus EP 1 244 081 ist beispielsweise ein Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem
bekannt, bei dem jede Nebenstation versucht, Daten über Funk direkt an die Hauptstation
zu senden. Falls die direkte Funkübertragung zwischen der Hauptstation und einer der
Nebenstationen gestört ist, sendet diese Nebenstation ihre Daten an eine weitere Nebenstation
und diese weitere Nebenstation sendet die Daten an die Hauptstation. Die Nebenstationen
und die Hauptstation versuchen, in vorgegebenen zeitlichen Abständen im Rahmen einer
Integritätsüberprüfung miteinander zu kommunizieren. Falls diese Integritätsüberprüfung
nicht funktioniert, meldet die die Hauptstation nicht erreichende Nebenstation über
die weitere Nebenstation an die Hauptstation, dass sie funktionsfähig ist und eine
Kommunikation über die weitere Nebenstation zu erfolgen hat.
[0004] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein solches Verfahren weiter zu verbessern
und flexibler auszugestalten.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren zur Funkübertragung in einem
Gefahrenmeldesystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Dabei wird in der Hauptstation die Route abgespeichert, über welche Zwischenstationen
die Nebenstationen erreichbar sind und mit welchen weiteren Zwischenstationen bzw.
Nebenstationen die jeweiligen Zwischenstationen in direktem Kontakt stehen. Schlägt
nun eine Integritätsüberprüfung in vorgegebenen zeitlichen Abständen fehl, so wird
in der Hauptstation anhand der abgespeicherten Netzinformationen eine andere als die
ursprüngliche Route ausgewählt und auf dieser mittels eines Telegramms die Kontaktaufnahme
mit der Nebenstation versucht. In vorteilhafter Weise bestimmt hier die Hauptstation
die neue Route. Die Effektivität eines solchen Verfahrens hängt nämlich entscheidend
von den zur Verfügung gestellten Ressourcen des eine neue Route suchenden Elementes
ab. Aus Kostengründen unterliegen die Ressourcen in den Nebenstationen aber immer
einem erheblichen Kostendruck. Nicht nur die Rechenleistung und der verfügbare Speicher
sind limitiert, auch der notwendige Funkverkehr unterliegt engen Beschränkungen. Zum
einen gelten in bestimmten Bändern Duty Cycle-Vorschriften und zum anderen bedeutet
ein hohes Datenverkehrsaufkommen eine hohe Stromentnahme aus der Batterie. Die in
einer Hauptstation zur Verfügung stehenden höheren Ressourcen können leichter alle
prinzipiell im System steckenden Möglichkeiten der Routenfindung ausschöpfen. Die
Hauptstation greift dafür auf Informationen zurück, die im voraus aus dem Netz gewonnen
wurden und als abgespeicherte Daten vorliegen. Die Hauptstation besitzt demnach ein
Abbild des Netzes mit allen Nebenstationen und Verbindungsattributen. Diese Informationen
können in bekannter Weise zur Optimierung der Routenwahl benutzt werden. Das verwendete
Optimierungsverfahren kann dabei sämtliche Netzinformationen nutzen und ist nicht
auf einzelne Möglichkeiten - beispielsweise die Verbindung mit den wenigsten Zwischenstationen
- angewiesen. Ein kleiner Umweg kann durchaus mehr Sicherheit bringen.
[0007] In der vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens nach Patentanspruch 2 ist vorgesehen,
dass die neu ermittelte Route in der Hauptstation abgespeichert wird und auf dieser
Route weitere Integritätsüberprüfungen und eine eventuelle Datenkommunikation erfolgen.
Auf diese Weise kann eine einmal gestörte Route vermieden werden und es wird versucht,
statt dessen eine bessere Route zu verwenden.
[0008] Gemäß der bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens nach Patentanspruch 3 ist vorgesehen,
dass in der Hauptstation Feldstärken bei der Kommunikation mit den Nebenstationen
ermittelt werden, diese in der Hauptstation abgespeichert und bei der Ermittlung der
neuen Route berücksichtigt werden. Die Feldstärke ist dabei ein Maß für den Empfangspegel,
wobei davon auszugehen ist, dass bei einer hohen Feldstärke eine bessere Kommunikation
erzielt wird.
[0009] Zur Verringerung der vorzuhaltenden Ressourcen in den Nebenstationen ist gemäß Anspruch
4 vorgesehen, dass die Hauptstation im Telegramm an die Nebenstation die zu wählende
Route mit überträgt, die Zwischenstationen das Telegramm auswerten und entsprechend
der enthaltenen Routeninformation das Telegramm weiterleiten. Die Neben-/Zwischenstationen
können somit entsprechend günstig ausgelegt werden.
[0010] Eine noch flexiblere Ausgestaltung des Verfahrens ist gemäß Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet,
dass die Hauptstation an die Zwischenstationen Routinglisten übermittelt, aus dem
die Routen zum Erreichen der Nebenstationen hervorgehen. Die Zwischenstationen speichern
diese Routinglisten ab und verwenden sie für die Kommunikation mit weiteren Nebenstationen.
Dadurch sinkt der Rechenaufwand in der Hauptstation.
[0011] Gemäß Anspruch 6 ist in vorteilhafter Weise vorgesehen, dass die Zwischenstationen
unabhängig von der Hauptstation die eigenen Routinglisten selber ermitteln, abspeichern
und gegebenenfalls aktualisieren, wodurch das System weiter flexibilisiert wird. So
lassen sich Fehler, die in der Kommunikation zwischen einer Zwischenstation und einer
Nebenstation aufgetreten sind, von dieser selbst geeignet lösen, was die Kommunikation
zwischen der Hauptstation und weiteren Zwischenstationen nicht beeinträchtigt.
[0012] Gemäß Anspruch 7 ist weiter vorgesehen, dass die Hauptstation nur eine geeignete
Zwischenstation zur Kontaktaufnahme ermittelt und an diese den Auftrag zur Kontaktaufnahme
übermittelt und die Zwischenstation dann selbst anhand ihrer gespeicherten Routingliste
den besten Weg zur Nebenstation ermittelt. Auf diese Weise wird das System dezentral
optimiert und es sind die Elemente mit der Optimierung beauftragt, die näher an einem
wahrscheinlichen Fehler im System liegen.
[0013] Anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele wird die Erfindung näher
erläutert. Dabei zeigt
Figur 1 eine schematische Darstellung der Kommunikation zwischen einer Hauptstation
und mehreren Nebenstationen und
Figur 2 ein Beispiel für die in einer Hauptstation bzw. Zwischenstation abgespeicherten
Tabelle mit den Kommunikationseigenschaften zu bestimmten Nebenstationen.
[0014] In Figur 1 ist dargestellt, wie eine Hauptstation 1 mit mehreren Nebenstationen S1
bis S9 kommuniziert. Die Nebenstation S6 wird dabei normalerweise über die Zwischenstationen
S4 und S5 auf einem ersten Weg 2 erreicht. In vorgegebenen Zeitabständen wird regelmäßig
eine Integritätsüberprüfung vorgenommen, während der die zu überwachende Nebenstation
S6 mit dem Master 1 auf dem Weg 2 kommuniziert. Treten nun beispielsweise aufgrund
von Fadinglöchern Kommunikationsprobleme auf, so ermittelt die Hauptstation 1 einen
neuen Weg zur Nebenstation S6 (beispielsweise den Weg 3 über die Nebenstationen S1
und S2) .
[0015] Dazu ist in der Hauptstation eine Matrix abgespeichert, in der die Eigenschaften
der Kommunikation zu den einzelnen Nebenstationen S1 bis S9 verzeichnet sind. Mögliche
Tabelleneinträge sind dabei in Figur 2 dargestellt: das sind die Anzahl der Zwischenstationen,
die für die Kommunikation von der Nebenstation bis zur Hauptstation benötigt werden
in einer ersten Zeile, die Feldstärke, mit der das Signal der einzelnen Nebenstationen
in der Hauptstation empfangen wird in einer zweiten Zeile, die Bitfehlerrate in der
Kommunikation der einzelnen Nebenstationen mit der Hauptstation in einer dritten Zeile
und beispielsweise die Anzahl misslungener Verbindungen in der Kommunikation in einer
vierten Zeile. Die entsprechenden Daten werden im Rahmen der Integritätsüberprüfung
ständig ermittelt und gegebenenfalls aktualisiert. Die erste Füllung der Tabelle kann
dabei während der Installation des Netzes direkt vorgegeben werden, oder von der Hauptstation
im Zusammenspiel mit den Nebenstationen in einer Initialisierungsphase selbst ermittelt
werden.
[0016] Eine solche Matrix lässt sich auch in den Nebenstationen S1...S9 abspeichern, die
als Zwischenstation fungieren. Auch in den Zwischenstationen kann dann während der
Integritätsüberprüfung eine solche Matrix aktualisiert werden und für zukünftige Routingaufgaben
benutzt werden. Als Wert für die Feldstärke wird dabei jeweils die Feldstärke eingetragen,
die in der Kommunikation zwischen zwei direkt ohne Zwischenstation kommunizierenden
Nebenstationen, bzw. zwischen Haupt- und Nebenstation gemessen wird. Eine solche direkte
Verbindung wird auch als Hop bezeichnet, d.h. eine über mehrere Zwischenstationen
laufende Verbindung hat eine entsprechende Anzahl Hops, beispielsweise läuft die Verbindung
zwischen der Hauptstation 1 und der Nebenstation S6 über 3 Hops.
[0017] Tritt nun eine Kommunikationsstörung zwischen der Hauptstation 1 und der Nebenstation
S6 auf, so kann in der Hauptstation 1 anhand der abgespeicherten Informationen eine
weitere Route ermittelt werden, die sich gegenüber anderen möglichen Routen beispielsweise
durch eine kürzere Verbindung zur Nebenstation S6, oder durch eine höhere Feldstärke
in der Kommunikation mit der Nebenstation S6, durch eine geringere Bitfehlerrate oder
durch eine geringere Anzahl misslungener Verbindungen hervorhebt. Auf dieser neu ermittelten
Route läuft dann zukünftig die Kommunikation zwischen der Hauptstation 1 und der Nebenstation
S6. Dabei sind Ausführungsformen vorstellbar, bei denen die Hauptstation 1 die gesamte
Ermittlung der optimalen Route in bekannter Weise vornimmt, oder auch Ausführungsbeispiele,
bei denen die Hauptstation 1 nur die nächstbeste Zwischenstation (beispielsweise die
Nebenstation S4) ermittelt und an diese den Kommunikationswunsch an die Nebenstation
S6 übermittelt. In der Zwischenstation S4 lässt sich dann anhand einer dort abgespeicherten
Matrix der beste Weg zur Zwischenstation S6 ermitteln.
[0018] Auf die beschriebene Weise ergibt sich ein System mit flexiblen Möglichkeiten im
Falle einer Kommunikationsstörung Alternativrouten zu ermitteln und auf diesen einen
sicheren Datenverkehr zu übertragen.
[0019] In die Matrix können natürlich auch andere, dem Fachmann geläufige, die Qualität
einer Funkverbindung charakterisierenden Merkmale abgespeichert werden.
1. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem mit einer Hauptstation
(1) und mehreren Nebenstationen (S1...S9), wobei die Hauptstation (1) und die Nebenstationen
(S1...S9) jeweils eine Sende- und Empfangseinrichtung aufweisen und die einzelnen
Nebenstationen (S1...S9) als Zwischenstationen für die Kommunikation zwischen der
Hauptstation (1) und anderen Nebenstationen (S1...S9) dienen können, bei dem
• in der Hauptstation (1) die Route (2,3) abgespeichert wird, über welche Zwischenstationen
die Nebenstationen (S1...S9) zu erreichen sind, und mit welchen weiteren Zwischenstationen
bzw. Nebenstationen (S1...S9) die Zwischenstationen in direktem Kontakt stehen,
• dass die Hauptstation (1) und Nebenstationen (S1...S9) in vorgegebenen zeitlichen
Abständen miteinander im Rahmen einer Integritäts-Überprüfung versuchen, miteinander
zu kommunizieren,
• dass im Falle einer fehlgeschlagenen Integritäts-Überprüfung die Hauptstation (1)
anhand der abgespeicherten Netzinformationen eine andere als die ursprüngliche Route
(2,3) auswählt und versucht auf dieser mittels eines Telegramms zur Kontaktaufnahme
die Integritäts-Überprüfung durchzuführen
• dass im Falle einer auf der neuen Route (2,3) erfolgreichen Integritäts-Überprüfung
diese neue Route (2,3) auch für die Datenkommunikation verwendet wird.
2. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die neue Route (2,3) in der Hauptstation (1) abgespeichert wird und für weitere Integritäts-Überprüfungen
und Datenkommunikation verwendet wird.
3. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach einem der Ansprüche
1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
in der Hauptstation (1) bzw. den Zwischenstationen die Feldstärken, die bei der Kommunikation
mit den weiteren Nebenstationen (S1...S9) zwischen den einzelnen Hops auftreten, gemessen
werden, in der Hauptstation (1) bzw. den Nebenstationen (S1...S9) abgespeichert und
für die Ermittlung der neuen Route (2,3) berücksichtigt werden.
4. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach einem der Ansprüche
1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptstation (1) in einem Telegramm an die als Zwischenstation arbeitende Nebenstation
(S1...S9) die zu wählende Route mit überträgt,
dass die Zwischenstation das Telegramm auswertet und entsprechend der enthaltenen
Routeninformation das Telegramm weiterleitet.
5. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach einem der Ansprüche
1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptstation (1) an die Zwischenstationen Routinglisten übermittelt, aus denen
die Routen zum Erreichen der Nebenstationen (S1...S9) hervorgehen,
dass die Zwischenstationen die Routinglisten abspeichern und für die Kommunikation
mit den Nebenstationen verwenden.
6. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach einem der Ansprüche
1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zwischenstationen unabhängig von der Hauptstation (1) die eigenen Routinglisten
selbst ermitteln, abspeichern und ggf. aktualisieren.
7. Verfahren zur Funkübertragung in einem Gefahrenmeldesystem nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hauptstation (1) eine geeignete Zwischenstation ermittelt und an diese das Telegramm
zur Kontaktaufnahme übermittelt, dass die Zwischenstation anhand ihrer gespeicherten
Routingliste den besten Weg zur Nebenstation (S1...S9) ermittelt und auf diesem das
Telegramm zur Kontaktaufnahme weiterleitet.