[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Papier- oder
Kartonzuschnitten mit einem Transportmechanismus zum Transport der zu bearbeitenden
Papier- oder Kartonzuschnitte, wobei die Papier- oder Kartonzuschnitte jeweils aus
einem flächig ausgebildeten Hauptelement und mindestens einer in Transportrichtung
überstehenden Lasche bestehen und die Lasche jeweils über eine Biegelinie mit dem
Hauptelement verbunden ist und jeweils mindestens einen Schulterbereich aufweist.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
mit einem Transportmechanismus zum Transport der zu bearbeitenden Papier- oder Kartonzuschnitte,
wobei die Papier- oder Kartonzuschnitte jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement
und mindestens einer in Transportrichtung überstehenden Lasche bestehen und die Lasche
jeweils über eine Biegelinie mit dem Hauptelement verbunden ist und jeweils mindestens
einen Schulterbereich aufweist.
[0002] Derartige Vorrichtungen und Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
sind bekannt. Insbesondere bei der Herstellung von Faltschachteln ergeben sich immer
höhere Anforderungen an derartige Vorrichtungen und Verfahren, da die herzustellenden
Faltschachteln immer höheren Anforderungen in technischer Hinsicht wie auch im Design
standhalten müssen. So wird zum Beispiel in der DE 692 03 234 T2 eine Faltschachtel
beschrieben, die zur Aufnahme von körnigen oder pulverförmigen Materialien geeignet
ist und dabei wiederverschließbar und rieselsicher ist.
[0003] Auch in der DE 20 2004 011 723 U1 ist eine Faltschachtel aus Karton, Papier oder
dergleichen beschrieben, die wiederschließbar sein soll. Der Verschlussmechanismus
wird dabei in beiden Fällen durch eine ein Hauptelement des Kartonzuschnitts überstehende
Lasche gebildet, wobei die Lasche aus zwei Elementen besteht und eines dieser Elemente
an einer Innenseite der Faltschachtel befestigt wird und durch ein erstmaliges Öffnen
der Faltschachtel eine Trennung der beiden Teile der Lasche entlang einer Risslinie
erfolgt. Bekannte Vorrichtungen und Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
sind jedoch zur Herstellung der genannten wiederverschließbaren Faltschachteln nur
bedingt geeignet. In der Praxis ergeben sich bei der Herstellung der genannten Faltschachteln
hohe Ausschussraten, die bei den üblicherweise benötigten sehr hohen Stückzahlen nicht
akzeptabel sind.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gattungsgemäße Vorrichtung
und ein gattungsgemäßes Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
bereitzustellen, welche eine einfache und zuverlässige Bearbeitung von Papier- oder
Kartonzuschnitten mit mindestens einer Lasche gewährleisten.
[0005] Es ist weiterhin Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine entsprechend vorteilhafte
Zusatzvorrichtung für eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
bereitzustellen.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgaben dienen eine Vorrichtung gemäß den Merkmalen des Anspruchs
1, ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 7 sowie eine Zusatzvorrichtung
gemäß den Merkmalen des Anspruchs 12.
[0007] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den jeweiligen Unteransprüchen beschrieben.
[0008] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten
weist einen Transportmechanismus zum Transport der zu bearbeitenden Papier- oder Kartonzuschnitte
auf, wobei die Papier- oder Kartonzuschnitte jeweils aus einem flächig ausgebildeten
Hauptelement und mindestens einer in Transportrichtung überstehenden Lasche bestehen
und die Lasche jeweils über eine Biegelinie mit dem Hauptelement verbunden ist und
jeweils mindestens einen Schulterbereich aufweist. Erfindungsgemäß weist die Vorrichtung
in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte mindestens ein hakenförmiges
Element zum Eingriff in jeweils einen Schulterbereich der Lasche auf, wobei das hakenförmige
Element schwenkbar ausgebildet ist, derart, dass bei einem Vorschub des Papier- oder
Kartonzuschnitts und dem Eingriff in den Schulterbereich das Element und die Lasche
unter die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts geschwenkt bzw. gebogen
werden und nach einem Überfahren des Papier- oder Kartonzuschnitts das Element wieder
in oder über die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts geschwenkt wird.
Durch das hakenförmige Element ist gewährleistet, dass die Lasche nach unten, d.h.
unter die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts gebogen wird. Da das hakenförmige
Element ebenfalls nach unten schwenkbar ausgebildet ist, wird eine Beschädigung der
Lasche vermieden und das Hauptelement des Papier- oder Kartonzuschnitts nicht angehoben.
Somit ist ein kontinuierlicher Transport der zu bearbeitenden Papier- oder Kartonzuschnitte
durch die erfindungsgemäße Vorrichtung gewährleistet. Zwischen der Bearbeitung der
einzelnen Papier- oder Kartonzuschnitte wird das hakenförmige Element wieder in oder
über die Transportebene der Papier- oder Kartonzuschnitte geschwenkt, so dass eine
kontinuierliche und zuverlässige Bearbeitungsabfolge ebenfalls gewährleistet ist.
[0009] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung
in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte und nach dem mindestens einen
hakenförmigen Element ein unter der Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts
angeordnetes passives Biegeelement zum weiteren Umbiegen der Lasche um insgesamt ungefähr
180° relativ zur Ausgangsposition der Lasche und zum Anlegen an eine Unterseite des
Papier- oder Kartonzuschnitts auf. Das Biegeelement kann dabei als nasenartiges Element
ausgebildet sein. Durch das Biegeelement ist gewährleistet, dass die Lasche besser
umgelegt werden kann und insbesondere an die Unterseite des Papier- oder Kartonzuschnitts
gelegt wird.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist die Vorrichtung
in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte und nach dem passiven Biegeelement
mindestens ein Sensorelement zur Feststellung der Position und Lage der Lasche auf.
Durch ist vorteilhafterweise gewährleistet, dass nicht vollständig umgelegte Laschen
oder auch beschädigte Laschen oder Hauptelemente der Papier- oder Kartonzuschnitte
in einem weiteren Bearbeitungsschritt aussortiert werden können.
[0011] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten,
die jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement und mindestens einer in Transportrichtung
überstehenden Lasche bestehen und die Lasche jeweils über eine Biegelinie mit dem
Hauptelement verbunden ist und jeweils mindestens einen Schulterbereich aufweisen,
umfasst folgende Schritte: (a) Transport des Papier- oder Kartonzuschnitts mit einem
Transportmechanismus bis zu mindestens einem schwenkbaren hakenförmigen Element; (b)
Eingriff des hakenförmigen Elements in den Schulterbereich der Lasche; (c) Weitertransport
des Papier- oder Kartonzuschnitts und Schwenken beziehungsweise Biegen des Elements
und der Lasche unter die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts; und (d)
vollständiges Überfahren des Elements durch den Papier- oder Kartonzuschnitt und Rückschwenken
des hakenförmigen Elements in oder über die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts.
Durch das erfindungsgemäße Verfahren ist eine einfache und zuverlässige Bearbeitung
von Papier- oder Kartonzuschnitten mit mindestens einer Lasche gewährleistet. Durch
das Schwenken des hakenförmigen Elements wird die Lasche richtungsgleich gebogen.
Nach der Bearbeitung einer Lasche eines Papier- oder Kartonzuschnitts erfolgt ein
Rückschwenken des hakenförmigen Elements in oder über die Transportebene des Papier-
oder Kartonzuschnitts, so dass eine kontinuierliche und zuverlässige Bearbeitung weiterer
Zuschnitte möglich ist.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens erfolgt nach dem Verfahrensschritt
(d) ein weiteres Umbiegen der Lasche mittels eines unter der Transportebene des Papier-
oder Kartonzuschnitts angeordneten passiven Biegelements um insgesamt ungefähr 180°
relativ zur Ausgangsposition der Lasche und ein Anlegen an eine Unterseite des Papier-
oder Kartonzuschnitts. Dadurch ist eine exakte Positionierung und ein exaktes Anlegen
der Lasche an die Unterseite des Papier- oder Kartonzuschnitts gewährleistet.
[0013] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt
nach dem Umbiegen der Lasche mittels des Biegeelements eine Positions- und Lagekontrolle
der Lasche mittels mindestens eines Sensorelements. Dadurch ist es möglich, nicht
korrekt umgelegte Laschen oder beschädigte Laschen sowie beschädigte Papier- oder
Kartonzuschnitte zu erkennen und in einem weiteren Verfahrensschritt auszusortieren.
[0014] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung bildet der Papier- oder
Kartonzuschnitt in zusammengefaltetem Zustand ein Inlett einer Faltschachtel. Dabei
besteht die Lasche aus einem Vorsprung und einem Grundelement, wobei das Grundelement
mit dem Hauptelement über die Biegelinie verbunden ist und zwischen dem Grundelement
und dem Vorsprung eine Risslinie ausgebildet ist, wobei der Vorsprung an einer Innenseite
der Faltschachtel befestigt wird und durch ein erstmaliges Öffnen der Faltschachtel
eine Trennung des Vorsprungs von dem Grundkörper entlang der Risslinie erfolgt. Dadurch
ist eine einfache und kostengünstige Herstellung einer wiederverschließbaren Faltschachtel
möglich.
[0015] Eine erfindungsgemäße Zusatzvorrichtung ist für eine Vorrichtung zur Bearbeitung
von Papier- oder Kartonzuschnitten ausgebildet, wobei die Vorrichtung einen Transportmechanismus
zum Transport der zu bearbeitenden Papier- oder Kartonzuschnitte aufweist und die
Papier- oder Kartonzuschnitte jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement
und mindestens einer in Transportrichtung überstehenden Lasche bestehen, wobei die
Lasche jeweils über eine Biegelinie mit dem Hauptelement verbunden ist und jeweils
mindestens einen Schulterbereich aufweist. Erfindungsgemäß ist die Zusatzvorrichtung
in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte innerhalb der Vorrichtung angeordnet
und weist mindestens ein hakenförmiges Element zum Eingriff in jeweils den Schulterbereich
der Lasche auf, wobei das hakenförmige Element schwenkbar ausgebildet ist, derart,
dass bei einem Vorschub des Papier- oder Kartonzuschnitts und dem Eingriff in den
Schulterbereich das Element und die Lasche unter die Transportebene des Papier- oder
Kartonzuschnitts geschwenkt bzw. gebogen werden und nach einem Überfahren des Papier-
oder Kartonzuschnitts das Element wieder in oder über die Transportebene des Papier-
oder Kartonzuschnitts geschwenkt wird. Durch eine derartige Ausgestaltung der Zusatzvorrichtung
ist es ohne weiteres möglich, bereits bestehende Vorrichtungen zur Bearbeitung von
Papier- oder Kartonzuschnitten der genannten Art nachzurüsten. Insbesondere gewährleistet
die erfindungsgemäße Zusatzvorrichtung eine einfache und zuverlässige Bearbeitung
der Papier- oder Kartonzuschnitte mit mindestens einer Lasche. Dabei kann das hakenförmige
Element an dem einem Hakenbereich gegenüberliegenden Ende mit einem Schwenkmechanismus
verbunden sein. Der Schwenkmechanismus kann dabei ein Drehelement aufweisen, wobei
an dem Drehelement das Ende des hakenförmigen Elements mittels einer Befestigungsvorrichtung
befestigt ist und das Drehelement mittels eines daran befestigten Federelements unter
Spannung gehalten wird.
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Zusatzvorrichtung
weist die Zusatzvorrichtung in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte
und nach dem mindestens einen hakenförmigen Element ein unter der Transportebene des
Papier- oder Kartonzuschnitts angeordnetes passives Biegeelement zum weiteren Umbiegen
der Lasche um insgesamt ungefähr 180° relativ zur Ausgangsposition der Lasche und
zum Anlegen an eine Unterseite des Papier- oder Kartonzuschnitts auf. Das Biegeelement
kann dabei als nasenartiges Element ausgebildet sein. Durch die Anordnung des Biegelements
ist gewährleistet, dass die Lasche an der Unterseite des Papier- oder Kartonzuschnitts
anliegt.
[0017] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus einem
in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel. Es zeigen
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung einer Aufsicht auf die erfindungsgemäße Vorrichtung
gemäß Figur 1; und
- Figur 3
- eine schematische Darstellung des Funktionsprinzips der erfindungsgemäßen Vorrichtung
und dem Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0018] Die Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung einer Seitenansicht eine Vorrichtung
10 zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten 14 (vergleiche auch Figuren
2 und 3). Die Darstellung entspricht auch einer Zusatzvorrichtung 50, die in bereits
vorhandene Vorrichtungen zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten eingebaut
werden kann. Man erkennt, dass die Vorrichtung 10 bzw. die Zusatzvorrichtung 50 zwei
hakenförmige Elemente 24 (vergleiche auch Figur 2) zum Eingriff in jeweils einen Schulterbereich
22 einer Lasche 16 des Papier- oder Kartonzuschnitts 14 aufweist. Die hakenförmigen
Elemente 24 sind dabei schwenkbar ausgebildet, derart, dass bei einem Vorschub des
Papier- oder Kartonzuschnitts 14 und dem Eingriff in den Schulterbereich 22 das Element
24 und die Lasche 16 unter die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts 14
geschwenkt bzw. gebogen werden und nach einem Überfahren des Papier- oder Kartonzuschnitts
14 das Element 24 wieder in oder über die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts
14 geschwenkt wird. Dabei ist hier das hakenförmige Element 24 an dem einem Hakenbereich
28 gegenüberliegenden Ende 30 mit einem Schwenkmechanismus 32 verbunden. Der Schwenkmechanismus
32 weist dabei ein Drehelement 34 auf, wobei an dem Drehelement 34 das Ende 30 des
hakenförmigen Elements 24 mittels einer Befestigungsvorrichtung 36 befestigt ist.
Das Drehelement 34 wird mittels eines daran befestigten Federelements 38, welches
in dem dargestellten Ausführungsbeispiel als zylindrische Zugfeder dargestellt ist,
unter Spannung gehalten. Das Federelement 38 ist dabei einerseits mittels einer Befestigungsvorrichtung
40 an einem Gehäuse 52 der Zusatzvorrichtung 50 und andererseits an dem Drehelement
34 mittels einer Befestigungsvorrichtung 42 befestigt. Im Schwenkbereich des hakenförmigen
Elements 24 ist zudem ein Anschlag 54 angeordnet, der die Schwenkbarkeit des hakenförmigen
Elements 24 nach oben, d. h. in Richtung der Transportebene der Papier- oder Kartonzuschnitte
14, begrenzt. Dem hakenförmigen Element 24 gegenüberliegend und in Transportrichtung
der Papier- oder Kartonzuschnitte 14 dem hakenförmigen Element 24 nachfolgend ist
ein unter der Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts 14 angeordnetes passives
Biegeelement 26 angeordnet. Das Biegeelement 26 ist dabei als nasenartiges Element
ausgebildet und dient zum weiteren Umbiegen der Lasche 16 um insgesamt ungefähr 180°
relativ zur Ausgangsposition der Lasche und zum Anlegen an eine Unterseite 28 des
Papier- oder Kartonzuschnitts 14 (vergleiche auch Figur 3).
[0019] Des Weiteren erkennt man, dass die Vorrichtung 10 bzw. die Zusatzvorrichtung 50 in
Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte 14 und nach dem passiven Biegeelement
26 ein Sensorelement 44 zur Feststellung der Position und Lage der Lasche 16 aufweist.
[0020] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung einer Aufsicht auf die Vorrichtung 10
bzw. die Zusatzvorrichtung 50 gemäß Figur 1. Man erkennt, dass der Papier- oder Kartonzuschnitt
14 aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement 18 und einer in Transportrichtung
überstehenden Lasche 16 besteht. Die Lasche 16 ist dabei über eine Biegelinie 20 mit
dem Hauptelement 18 verbunden und umfasst zwei Schulterbereiche 22. Des Weiteren erkennt
man, dass die hakenförmigen Elemente 24 jeweils in einen Schulterbereich 22 der Lasche
16 beim Vorschub des Papier- oder Kartonzuschnitts 14 in Transportrichtung eingreift.
[0021] Die Lasche 16 besteht dabei aus einem Vorsprung 46 und einem Grundelement 48, wobei
das Grundelement 48 mit dem Hauptelement 18 über die Biegelinie 20 verbunden ist.
Zwischen dem Grundelement 48 und dem Vorsprung 46 ist eine Risslinie 56 ausgebildet,
wobei der Vorsprung 46 an einer Innenseite einer Faltschachtel befestigt wird und
durch ein erstmaliges Öffnen der Faltschachtel eine Trennung des Vorsprungs 46 von
dem Grundkörper 48 entlang der Risslinie 56 erfolgt (nicht dargestellt).
[0022] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung des Funktionsprinzips der Vorrichtung
10 bzw. der Zusatzvorrichtung 50 und dem Ablauf des entsprechenden Verfahrens. Man
erkennt, dass in einem ersten Verfahrensschritt (a) der Transport des Papier- oder
Kartonzuschnitts 14 mittels des Transportmechanismus 12 bis zu den schwenkbaren hakenförmigen
Elementen 24 erfolgt. Der Transportmechanismus 12 besteht dabei aus mindestens einem
Mitnehmer 62 und einer Förderkette 58, an denen die Mitnehmer 62 befestigt sind.
[0023] Im nachfolgenden Verfahrensschritt (b) erfolgt der Eingriff des hakenförmigen Elements
24 in die Schulterbereiche 22 der Lasche 16. Die Schulterbereiche 22 werden dabei
durch eine entsprechende Ausformung des Vorsprungs 46 und des Grundelements 48 der
Lasche 16 ausgebildet. Durch den weiteren Vorschub bzw. den Weitertransport des Papier-
oder Kartonzuschnitts 14 und einem durch den Vorschub der Schulterbereich 22 verursachten
Schwenken der hakenförmigen Elemente 24 nach unten, d. h. weg von der Transportebene
des Zuschnitts 14 erfolgt gemäß Verfahrensschritt (c) ein Umbiegen der Lasche 16 entlang
der Biegelinie 20. Dabei wird die Lasche 16 ebenfalls unter die Transportebene des
Zuschnitts 14 gebogen. Schließlich erfolgt ein vollständiges Überfahren des Elements
24 durch den Zuschnitt 14 und ein Rückschwenken des Elements 24 in oder über die Transportebene
des Zuschnitts 14. Durch den weiteren Vortransport des Zuschnitts 14 können die hakenförmigen
Elemente 24 die Lasche 16 nicht mehr halten, da die Lasche 16 in einem Winkel von
ca. 120° nach hinten umgebogen ist.
[0024] Aus Figur 3 ist zudem erkennbar, dass im Verfahrensschritt (d) ein Nachvorneklappen
der Lasche 16 erfolgt, wobei die Lasche 16 eine Unterseite des Biegeelements 26 berührt.
Man erkennt, dass die Lasche 16 nunmehr in einem Winkel von ca. 70° von dem Hauptelement
18 des Zuschnitts 14 abknickt.
[0025] In Figur 3 ist ein weiterer Verfahrensschritt e) dargestellt, der ein Umbiegen der
Lasche 16 mittels des unter der Transportebene des Papier- und Kartonzuschnitts 14
angeordneten passiven Biegelements 26 um insgesamt 180° relativ zur Ausgangsposition
der Lasche und ein Anlegen an eine Unterseite des Zuschnitts 14 bzw. des Hauptelements
18 durchführt. Mittels des Sensorelements 44 erfolgt anschließend eine Positions-
und Lagekontrolle der Lasche 16.
[0026] Des Weiteren erkennt man, dass der Hakenbereich des Elements 24 kürzer ausgebildet
ist als Grundelement 48 der Lasche 16. Dadurch werden Beschädigungen des Zuschnitts
14 vermieden.
1. Vorrichtung zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten mit einem Transportmechanismus
(12) zum Transport der zu bearbeitenden Papier- oder Kartonzuschnitte (14), wobei
die Papier- oder Kartonzuschnitte (14) jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement
(18) und mindestens einer in Transportrichtung überstehenden Lasche (16) bestehen
und die Lasche (16) jeweils über eine Biegelinie (20) mit dem Hauptelement (18) verbunden
ist und jeweils mindestens einen Schulterbereich (22) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (10) in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte (14)
mindestens ein hakenförmiges Element (24) zum Eingriff in jeweils einen Schulterbereich
(22) der Lasche (16) aufweist, wobei das hakenförmige Element (24) schwenkbar ausgebildet
ist, derart, dass bei einem Vorschub des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) und dem
Eingriff in den Schulterbereich (22) das Element (24) und die Lasche (16) unter die
Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) geschwenkt beziehungsweise gebogen
werden und nach einem Überfahren des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) das Element
(24) wieder in oder über die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts (14)
geschwenkt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (10) in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte (14)
und nach dem mindestens einen hakenförmigen Element (24) ein unter der Transportebene
des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) angeordnetes passives Biegeelement (26) zum
weiteren Umbiegen der Lasche (16) um insgesamt ungefähr 180° relativ zur Ausgangsposition
der Lasche (16) und zum Anlegen an eine Unterseite (28) des Papier- oder Kartonzuschnitts
(14) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Biegeelement (26) als nasenartiges Element ausgebildet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das hakenförmige Element (24) an dem einem Hakenbereich (28) gegenüberliegenden Ende
(30) mit einem Schwenkmechanismus (32) verbunden ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwenkmechanismus (32) ein Drehelement (34) aufweist, wobei an dem Drehelement
(34) das Ende (30) des hakenförmigen Elements (24) mittels einer Befestigungsvorrichtung
(36) befestigt ist und das Drehelement (34) mittels einem daran befestigten Federelement
(38) unter Spannung gehalten wird.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung (10) in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte (14)
und nach dem passiven Biegeelement (26) mindestens ein Sensorelement (44) zur Feststellung
der Position und Lage der Lasche (16) aufweist.
7. Verfahren zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten (14), wobei die Papier-
oder Kartonzuschnitte (14) jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement (18)
und mindestens einer in Transportrichtung überstehenden Lasche (16) bestehen und die
Lasche (16) jeweils über eine Biegelinie (20) mit dem Hauptelement (18) verbunden
ist und jeweils mindestens einen Schulterbereich (22) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren folgende Schritte umfasst:
(a) Transport des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) mit einem Transportmechanismus
(12) bis zu mindestens einem schwenkbaren hakenförmigen Element (24);
(b) Eingriff des hakenförmigen Elements (24) in den Schulterbereich (22) der Lasche
(16);
(c) Weitertransport des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) und Schwenken beziehungsweise
Biegen des Elements (24) und der Lasche (16) unter die Transportebene des Papier-
oder Kartonzuschnitts (14); und
(d) vollständiges Überfahren des Elements (24) durch den Papier- oder Kartonzuschnitts
(14) und Rückschwenken des Elements (24) in oder über die Transportebene des Papier-
oder Kartonzuschnitts (14).
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Verfahrensschritt (d) ein weiteres Umbiegen der Lasche (16) mittels eines
unter der Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) angeordneten passiven
Biegeelements (26) um insgesamt ungefähr 180° relativ zur Ausgangsposition der Lasche
(16) und ein Anlegen an eine Unterseite (28) des Papier- oder Kartonzuschnitts (14)
erfolgt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach dem Umbiegen der Lasche (16) mittels des Biegeelements (26) eine Positions-
und Lagekontrolle der Lasche (16) mittels mindestens eines Sensorelements (44) erfolgt.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Papier- oder Kartonzuschnitt (14) in zusammengefaltetem Zustand ein Inlett einer
Faltschachtel bildet.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Lasche (16) aus einem Vorsprung (46) und einem Grundelement (48) besteht, wobei
das Grundelement (48) mit dem Hauptelement (18) über die Biegelinie (20) verbunden
ist und zwischen dem Grundelement (48) und dem Vorsprung (46) eine Risslinie (56)
ausgebildet ist, wobei der Vorsprung (46) an einer Innenseite der Faltschachtel befestigt
wird und durch ein erstmaliges Öffnen der Faltschachtel eine Trennung des Vorsprung
(46) von dem Grundkörper (48) entlang der Risslinie (56) erfolgt.
12. Zusatzvorrichtung für eine Vorrichtung (10) zur Bearbeitung von Papier- oder Kartonzuschnitten,
wobei die Vorrichtung (10) einen Transportmechanismus (12) zum Transport der zu bearbeitenden
Papier- oder Kartonzuschnitte (14) aufweist und die Papier- oder Kartonzuschnitte
(14) jeweils aus einem flächig ausgebildeten Hauptelement (18) und mindestens einer
in Transportrichtung überstehenden Lasche (16) bestehen, wobei die Lasche (16) jeweils
über eine Biegelinie (20) mit dem Hauptelement (18) verbunden ist und jeweils mindestens
einen Schulterbereich (22) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zusatzvorrichtung in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte (14)
innerhalb der Vorrichtung (10) angeordnet ist und mindestens ein hakenförmiges Element
(24) zum Eingriff in jeweils den Schulterbereich (22) der Lasche (16) aufweist, wobei
das hakenförmige Element (24) schwenkbar ausgebildet ist, derart, dass bei einem Vorschub
des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) und dem Eingriff in den Schulterbereich (22)
das Element (24) und die Lasche (16) unter die Transportebene des Papier- oder Kartonzuschnitts
(14) geschwenkt beziehungsweise gebogen werden und nach einem Überfahren des Papier-
oder Kartonzuschnitts (14) das Element (24) wieder in oder über die Transportebene
des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) geschwenkt wird.
13. Zusatzvorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zusatzvorrichtung in Transportrichtung der Papier- oder Kartonzuschnitte (14)
und nach dem mindestens einen hakenförmigen Element (24) ein unter der Transportebene
des Papier- oder Kartonzuschnitts (14) angeordnetes passives Biegeelement (26) zum
weiteren Umbiegen der Lasche (16) um insgesamt ungefähr 180° relativ zur Ausgangsposition
der Lasche (16) und zum Anlegen an eine Unterseite (28) des Papier- oder Kartonzuschnitts
(14) aufweist.
14. Zusatzvorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Biegeelement (26) als nasenartiges Element ausgebildet ist.
15. Zusatzvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das hakenförmige Element (24) an dem einem Hakenbereich (28) gegenüberliegenden Ende
(30) mit einem Schwenkmechanismus (32) verbunden ist.
16. Zusatzvorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwenkmechanismus (32) ein Drehelement (34) aufweist, wobei an dem Drehelement
(34) das Ende (30) des hakenförmigen Elements (24) mittels einer Befestigungsvorrichtung
(36) befestigt ist und das Drehelement (34) mittels einem daran befestigten Federelement
(38) unter Spannung gehalten wird.