Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Lagerbediengerät sowie eine ein solches Gerät umfassende
Anlage zum Vorbereiten und Zwischenlagern von Papierrollen und Zuführen derselben
zu mindestens einem Rollenständer. Anlagen dieser Art werden in Rollenkellern von
Druckereien zur Versorgung der Druckmaschinen mit Papier eingesetzt. Die Erfindung
umfasst ausserdem ein Verfahren zum Betrieb der Anlage.
Stand der Technik
[0002] Es sind gattungsgemässe Lagerbediengeräte bekannt, welche als Aufnahmevorrichtung
Schienen tragen zur Aufnahme eines Lagerfahrzeugs, welches vom Fahrgestell aus in
Lagerkanäle einfährt und dort jeweils an einem Lagerplatz eine Papierrolle aufnehmen
oder ablegen kann. Derartige Lagerfahrzeuge weisen Auflageflächen auf, die zur Aufnahme
der Papierrolle dienen und zum Abheben bzw. Ablegen derselben heb- und senkbar sind.
Aus EP 1 382 561 A1 ist ein derartiges Lagerbediengerät bekannt, bei dem die Aufnahmevorrichtung
ausserdem heb- und senkbare Pratzen aufweist, die beidseits quer zur Verfahrrichtung
des Fahrgestells ausfahrbar sind.
[0003] Mit diesem Lagerbediengerät kann jedoch eine Papierrolle nicht um eine senkrechte
Achse gedreht werden. Eine Einstellung des Wickelsinnes einer Papierrolle auf einen
Sollwert ist folglich nicht möglich, so dass dafür zusätzliche aufwendige und Platz
erfordernde Einrichtungen wie z.B. Drehscheiben erforderlich sind.
[0004] Aus WO 89/04 284 A1 ist ein Lagerbediengerät mit Lagerfahrzeug bekannt, das auf einem
Fahrgestell ein Drehgestell aufweist, welches die Schiene zur Aufnahme des trägt.
Das Drehgestell dient jedoch nur dazu, das Lagerfahrzeug so auszurichten, dass es
in Lagerkanäle beidseits der Bahn, längs welcher das Lagerbediengerät verfahrbar ist,
mit einer gabelartigen Aufnahme für die Papierrolle voraus einfahren kann, da es nur
so eine Papierrolle aufnehmen oder ablegen kann. Auch mit diesem Lagerbediengerät
ist eine Einstellung des Wickelsinnes einer Papierrolle folglich nicht möglich, da
die Ausrichtung des Drehgestells sich nach der erforderlichen Ausrichtung des Lagerfahrzeugs
richten muss. Das Fahrgestell trägt ausserdem keine heb- und senkbaren Pratzen, so
dass ein Abheben von Papierrollen von den gewöhnlich in Rollenkellern verwendeten
einfachen, nicht über eine heb- und senkbare Auflagefläche verfügenden Wagen nicht
möglich ist. Die Uebergabe einer Papierrolle von einem derartigen Wagen an das Lagerbediengerät
und umgekehrt ist daher nicht ohne weiteres möglich.
[0005] WO 98/12 132 zeigt ein Lagerbediengerät mit einem durchgehenden Geleiseabschnitt
auf einem Drehgestell, auf welchen Wagen der üblicherweise in Rollenkellern eingesetzten
Art auffahren können. Das Drehgestell dient dabei offenbar nur der Ausrichtung der
Wagen, die von einem an ein Kopfende der Bahn des Lagerbediengeräts anschliessendes
Geleise auffahren und dann nach Verfahren des Lagerbediengeräts in ein quer zu dieser
Bahn verlaufendes Geleise eines Zwischenlagers einfahren müssen. Eine Einstellung
des Wickelsinnes einer Papierrolle mittels des Drehgestells ist offenbar nicht vorgesehen
und auch nicht erforderlich, da feste Drehscheiben vorhanden sind, auf denen ein solcher
Schritt ausgeführt werden kann. Eine Einrichtung, mit der die Papierrolle auf dem
Lagerbediengerät vom Wagen abgehoben werden könnte, ist nicht vorhanden. Die Papierrolle
wird an einer Vorbereitungsstation auf einen Wagen geladen und bleibt im Zwischenlager
und bis zur Aufnahme der Papierrolle durch den Rollenständer auf demselben. Dies erfordert
eine Rückführung der Wagen im Gegenverkehr oder über zusätzliche Geleise und kompliziert
die Steuerung oder den Aufbau der Anlage oder beides.
Darstellung der Erfindung
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Lagerbediengerät anzugeben, das die
Möglichkeit bietet, den Wickelsinn von Papierrollen auf einen Sollwert einzustellen
und das ausserdem die Uebernahme von Papierrollen von einfachen Wagen und die Uebergabe
von Papierrollen an solche Wagen gestattet. Dadurch ist es möglich, Anlagen mit Zwischenlagern
sehr einfach, ohne Drehscheiben und zusätzliche Geleise zur Rückführung von Wagen
und ähnliche verhältnismässig teure und viel Platz erfordernde Einrichtungen zu bauen
und auch ihre Steuerung einfach zu halten, so dass beim Betrieb keine unerwarteten
Schwierigkeiten auftreten. Eine entsprechende Anlage sowie ein Verfahren zu ihrem
Betrieb gehören ebenfalls zum Umfang der Erfindung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren, welche lediglich Ausführungsbeispiele
darstellen, näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Anlage gemäss einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- eine Frontansicht eines erfindungsgemässen Lagerbediengeräts gemäss einer ersten Ausführungsform,
mit einer Papierrolle beladen, in einer Grundstellung,
- Fig. 3
- eine Frontansicht entsprechend Fig. 2, aber mit einem um 90° gedrehten Drehgestell,
- Fig. 4
- eine Frontansicht eines erfindungsgemässen Lagerbediengeräts gemäss einer zweiten
Ausführungsform, mit einer Papierrolle beladen, in der Grundstellung,
- Fig. 5
- eine Frontansicht entsprechend Fig. 4, aber mit um 90° gedrehtem Drehgestell,
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf eine erfindungsgemässe Anlage gemäss einer zweiten Ausführungsform
und
- Fig. 7
- eine Frontansicht eines erfindungsgemässen Lagerbediengeräts gemäss einer dritten
Ausführungsform, mit einer Papierrolle beladen, mit angehobener Aufnahmevorrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0008] Die erfindungsgemässe Anlage weist (Fig. 1) ein Zwischenlager 1 auf mit zwei in einer
Längsrichtung verlaufenden parallelen Reihen 2a,b von Lagerplätzen 3, auf denen vorbereitete
Papierrollen 4 liegend mit in einer quer zur Längsrichtung verlaufenden Querrichtung
ausgerichteten Achsen gelagert werden können und einer zwischen denselben verlaufenden
Bahn 5, längs welcher ein Lagerbediengerät 6 verfahrbar ist. Das Zwischenlager 1 dient
vor allem als Pufferlager, das Arbeitsunterbrechungen bei der Rollenvorbereitung bei
weitergehendem Druckbetrieb erlaubt.
[0009] Im Eingangsbereich ist eine Rampe 7 angeordnet, von welcher mittels Klammerstaplers
aus einem Hauptlager angelieferte verpackte Papierrollen 4' bei Bedarf auf einen Wagen
8 bekannter Bauart gerollt und einer Vorbereitungsstation 9 und weiter dem Zwischenlager
1 zugeführt werden. Ein Zuführgeleise 10, auf dem der Wagen 8 verkehrt, führt in Längsrichtung
vom Ende der Rampe 7 über die Vorbereitungsstation 9 zu einem Uebernahmeplatz 11 am
Ende der Bahn 5.
[0010] Die Lagerplätze 3 weisen jeweils als von der Bahn 5 ausgehende kurze Stichgeleise
ausgebildete Lagergeleise 12 auf, auf denen jeweils ein Wagen 8 abgestellt ist, der
die vorbereitete Papierrolle 4 trägt. Jede der beiden Reihen 2a,b von Lagerplätzen
3 ist von einem Uebergabeplatz 13a;b unterbrochen. Von den einander gegenüberliegenden
Uebergabeplätzen 13a,b gehen in Querrichtung Zuliefergeleise 14a;b aus, die zu zwei
beidseits des Zwischenlagers 1 angeordneten Rollenständern 15a;b mit in Querrichtung
ausgerichteten Abrollachsen und Schiebebühnen mit in Querrichtung durchgehenden Geleiseabschnitten
führen. Auf der gegenüberliegenden Seite des Rollenständers 15a;b ist jeweils in der
Fortsetzung des Zuliefergeleises 14a;b ein als Stichgeleise ausgebildetes Abstellgeleise
16 angeordnet, das einen Wagen 8 aufnehmen kann, welcher mit einem Hülsenkorb 17 beladen
ist.
[0011] Das Lagerbediengerät 6 gemäss einer ersten Ausführungsform (Fig. 2, 3) weist ein
Fahrgestell 18 auf, das auf Schienen längs der Bahn 5 verfahrbar ist und auf dem ein
Drehgestell 19 um eine senkrechte Achse um 360° drehbar gelagert ist. Es ist über
einen Zahnriemen 20 mittels eines Motors 21 antreibbar. Das Drehgestell 19 umfasst
eine Aufnahmevorrichtung für eine Papierrolle 4, die einen mittig angeordneten durchgehenden
Geleiseabschnitt 22 umfasst, der einen mit der Papierrolle 4 beladenen Wagen 8 aufnehmen
kann. Beidseits des Geleiseabschnitts 22 weist die Aufnahmevorrichtung zwei parallel
angeordnete, längliche, heb- und senkbare Pratzen 23a,b auf, mittels derer die Papierrolle
4 angehoben, insbesondere vom Wagen 8 abgehoben werden kann.
[0012] Die Anlage wird von einem Materialflussrechner gesteuert. Im Betrieb wird während
einer Arbeitsphase das Zwischenlager 1 mit vorbereiteten Papierollen 4 aufgefüllt.
Dazu wird jeweils eine verpackte Papierrolle 4' am Ende der Rampe 7 auf einen Wagen
8 geladen, der sie über das Zuführgeleise 10 zur Vorbereitungsstation 9 bringt, wo
sie vom Wagen 8 abgehoben, manuell ausgepackt und mit einer Klebestelle versehen,
also vollständig vorbereitet wird, während der Wagen 8 zur Rampe 7 zurückfährt. Bei
der Vorbereitung der Papierrolle 4 wird zugleich deren Wickelsinn festgestellt und
in den Materialflussrechner eingegeben.
[0013] Anschliessend wird die vorbereitete Papierrolle 4 auf einem weiteren Wagen 8 abgelegt,
der zum Uebernahmeplatz 11 weiterfährt. Das Lagerbediengerät 6 steht mit um 90° gedrehtem
Drehgestell 19 am an den Uebernahmeplatz 11 anstossenden Ende der Bahn 5, so dass
der Geleiseabschnitt 22 fluchtend an das Zuführgeleise 10 anschliesst. Der Wagen 8
fährt auf den Geleiseabschnitt 22 auf, worauf die Pratzen 23a,b angehoben und die
Papierrolle 4 vom Wagen 8 abgehoben wird. Der Wagen 8 fährt daraufhin auf das Zuführgeleise
10 zurück und kann später an der Vorbereitungsstation 9 eine weitere vorbereitete
Papierrolle 4 aufnehmen.
[0014] Nun wird der Wickelsinn der Papierrolle 4 durch den Materialflussrechner überprüft.
Je nach Ergebnis führt das Drehgestell 19, angetrieben vom Motor 21, eine Drehung
um 90° im Gegenuhrzeigersinn oder im Uhrzeigersinn aus, derart, dass der Wickelsinn
der eingelagerten Papierrolle 4 dann jeweils einem Sollwert entspricht. Zugleich wird
das Lagerbediengerät 6 über die Bahn 5 neben den für die Papierrolle 4 vorgesehenen
Lagerplatz 3 verschoben, so dass der Geleiseabschnitt 22 mit den Lagergeleisen 12
des vorgesehenen Lagerplatzes 3 und des demselben gegenüberliegenden Lagerplatzes
3 fluchtet und an sie anschliesst. Daraufhin fährt ein auf dem Lagergeleise 12 abgestellter
leerer Wagen 8 auf den Geleiseabschnitt 22 auf, worauf die Pratzen 23a,b abgesenkt
werden und damit die Papierrolle 4 auf den Wagen 8 abgelegt wird. Der Wagen 8 fährt
nun vom Geleiseabschnitt 22 des Lagerbediengeräts 6 auf das Lagergeleise 12 des vorgesehenen
Lagerplatzes 3. Der Vorgang wird in der Regel so lange wiederholt, bis das Zwischenlager
1 mit vorbereiteten Papierrollen 4 aufgefüllt ist.
[0015] Den Rollenständern 15a,b werden, auch wenn die Arbeit an der Vorbereitungsstation
9 ruht, nach Bedarf vorbereitete Papierrollen 4 aus dem Zwischenlager 1 zugeführt.
Zur Zuführung einer vorgesehenen Papierrolle 4 etwa zum Rollenständer 15a wird das
Lagerbediengerät 6 neben deren Lagerplatz 3 verfahren, worauf der die Papierrolle
4 tragende Wagen 8 vom Lagergeleise 12 auf den Geleiseabschnitt 22 des Lagerbediengeräts
6 auffährt. Durch Anheben der Pratzen 23a,b wird wiederum die Papierrolle 4 vom Wagen
8 abgehoben, der daraufhin leer auf das Lagergeleise 12 zurückfährt. Das Lagerbediengerät
6 wird daraufhin neben den Uebergabeplatz 13a verfahren, auf dem bereits ein Wagen
8 bereitsteht. Der Wagen 8 fährt nun auf den Geleiseabschnitt 22 des Lagerbediengeräts
6 auf, worauf dessen Pratzen 23a,b abgesenkt und die Papierrolle 4 auf den Wagen 8
abgelegt wird, der daraufhin wieder auf den Uebergabeplatz 13a fährt und gleich oder
später über das Zuliefergeleise 14a weiter zum Rollenständer 15a, wo er auf die Schiebebühne
auffährt und die Papierrolle 4 eingespannt wird. Der leere Wagen 8 wird dann auf den
Uebergabeplatz 13a zurückverfahren, wo er in Wartestellung bleibt.
[0016] Bei einem Lagerbediengerät 6 gemäss einer zweiten Ausführungsform (Fig. 4, 5) weist
die Aufnahmevorrichtung ebenfalls zwei symmetrisch und parallel angeordnete längliche
Pratzen 23a,b auf, welche heb- und senkbar sind. Die Pratzen 23a,b liegen in einer
Grundstellung des Lagerbediengeräts 6 (Fig. 4) über dem Fahrgestell 18. Das Lagerbediengerät
6 kann aber zwei Transferstellungen annehmen, in deren einer die beiden Pratzen 23a,b
nach der einen und in deren anderer sie nach der anderen Seite jeweils um etwas mehr
als die Länge einer Papierrolle 4 in ihrer Längsrichtung verschoben sind, so dass
sie das Fahrgestell 18 weit überragen. Die Lagerplätze 3 weisen in diesem Fall statt
mit Wagen besetzter Lagergeleise ortsfeste Lagermulden 24 auf.
[0017] Der Betrieb der erfindungsgemässen Anlage mit einem Lagerbediengerät gemäss der zweiten
Ausführungsform unterscheidet sich nicht grundsätzlich vom oben Beschriebenen. Lediglich
bei der Aufnahme und Abgabe einer Papierrolle durch das Lagerbediengerät 6 von einem
Wagen bzw. an einen Wagen fährt der letztere nicht auf das Drehgestell 19 des Lagerbediengeräts
6 auf - es ist auch kein Geleiseabschnitt vorgesehen - sondern er fährt lediglich
neben das Lagerbediengerät 6, das daraufhin seine Transferposition mit vorgeschobenen,
abgesenkt bzw. angehoben über den Wagen 8 ragenden Pratzen 23a,b annimmt, die dann
zur Aufnahme einer Papierrolle 4 vom Wagen 8 angehoben bzw. zur Ablage einer Papierrolle
4 auf den Wagen 8 abgesenkt und dann, indem das Lagerbediengerät 6 wieder die Grundstellung
annimmt, zurückgezogen werden. In gleicher Weise erfolgt die Ablage einer Papierrolle
4 auf die Lagermulde 24 des vorgesehenen Lagerplatzes 3 und die Aufnahme einer solchen
von der besagten Lagermulde 24.
[0018] Gemäss einer geringfügig von der ersten abweichenden zweiten Ausführungsform der
erfindungsgemässen Anlage ist (Fig. 6) die Rampe 7 in Längsrichtung ausgerichtet,
während das Zuführgeleise 10 in Querrichtung verläuft und seitlich an die Bahn 5 stösst,
wo durch Verlagerung zweier Lagerplätze aus der Reihe 2b in die Reihe 2a dafür Platz
gelassen wurde. Der Betrieb dieser Anlage entspricht fast vollständig dem oben im
Zusammenhang mit der ersten Ausführungsform Beschriebenen. Lediglich ist bei der Uebernahme
einer Papierrolle 4 durch das Lagerbediengerät 6 die Aufnahmevorrichtung quer ausgerichtet.
Je nach dem Wickelsinn der Papierrolle 4 erfolgt keine Drehung des Drehgestells 19
oder eine Drehung um 180°, derart, dass der Wickelsinn der eingelagerten Papierrolle
4 wiederum dem Sollwert entspricht.
[0019] Falls der Sollwert des Wickelsinnes für die Papierrollen 4 unabhängig ist von der
Art ihrer Verwendung, so können die Papierrollen 4 im Zwischenlager 1 durchwegs mit
dem gleichen, dem Sollwert entsprechenden Wickelsinn eingelagert werden, was die Uebersichtlichkeit
erhöht und die Verwaltung des Zwischenlagers 1 erleichtert. Es ist freilich in jedem
Fall auch möglich, die Papierrollen diesbezüglich ungeordnet zu lagern und erst beim
Auslagern der Papierrolle, durch Drehung des Drehgestells 19 des Lagerbediengeräts
6 um 180° wo erforderlich den Wickelsinn der Papierrolle mit dem Sollwert in Uebereinstimmung
zu bringen.
[0020] Das Zwischenlager 1 kann auch (Fig. 7) als Hochregallager mit zwei - u.U. auch mehr
- Reihen 2a,b von mit Lagermulden 24 ausgestatteten Lagerplätzen 3 übereinander ausgebildet
sein. In diesem Fall weist das Lagerbediengerät 6 eine Hebevorrichtung auf, welche
auf dem Drehgestell 19 angeordnet und z.B. als Scherenkreuz 25 ausgebildet ist und
welche die Aufnahmevorrichtung trägt, so dass dieselbe über einen Verstellbereich,
der die untere und die obere Reihe erfasst, sich also über mehr als den Durchmesser
einer Papierrolle erstreckt, in der Höhe verstellbar ist. Die Aufnahmevorrichtung
kann wie im Zusammenhang mit der zweiten Ausführungsform des Lagerbediengeräts 6 beschrieben
ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Zwischenlager
- 2a,b
- Reihen
- 3
- Lagerplatz
- 4, 4'
- Papierrolle
- 5
- Bahn
- 6
- Lagerbediengerät
- 7
- Rampe
- 8
- Wagen
- 9
- Vorbereitungsstation
- 10
- Zuführgeleise
- 11
- Uebernahmeplatz
- 12
- Lagergeleise
- 13a,b
- Uebergabeplatz
- 14a,b
- Zuliefergeleise
- 15a,b
- Rollenständer
- 16
- Abstellgeleise
- 17
- Hülsenkorb
- 18
- Fahrgestell
- 19
- Drehgestell
- 20
- Zahnriemen
- 21
- Motor
- 22
- Geleiseabschnitt
- 23a,b
- Pratzen
- 24
- Lagermulde
- 25
- Scherenkreuz
1. Lagerbediengerät (6) zum Einlagern und Auslagern von Papierrollen (4), welches ein
Fahrgestell (18) umfasst sowie eine Aufnahmevorrichtung zur Aufnahme einer liegenden
Papierrolle (4) mit zwei mit Abstand nebeneinander angeordneten heb- und senkbaren
länglichen Pratzen (23a, 23b) zum Anheben und Absenken der Papierrolle (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung auf einem um eine senkrechte Achse um mindestens 180° drehbar
auf dem Fahrgestell (18) gelagerten Drehgestell (19) angeordnet ist.
2. Lagerbediengerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell (19) um 360° drehbar ist.
3. Lagerbediengerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmevorrichtung einen zwischen den Pratzen (23a, 23b) angeordneten durchgehenden
Geleiseabschnitt (22) zur Aufnahme eines Wagens (8) umfasst.
4. Lagerbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Pratzen (23a, 23b) aus einer Position, die sie in einer Grundstellung
einnehmen und in der sie über dem Fahrgestell (18) liegen, in Längsrichtung beidseitig
je in eine Position vorschiebbar sind, die sie in einer Transferstellung einnehmen
und in der sie über das Fahrgestell (18) hinausragen.
5. Lagerbediengerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Pratzen (23a, 23b) in der Transferstellung um mindestens die Länge einer Papierrolle
(4) über das Fahrgestell (18) hinausragen.
6. Lagerbediengerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehgestell (19) gegenüber dem Fahrgestell (18) über einen Verstellbereich heb-
und senkbar ist.
7. Lagerbediengerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Verstellbereich mindestens über den Durchmesser einer Papierrolle (4) erstreckt.
8. Anlage zur Vorbereitung und Zwischenlagerung von Papierrollen und Zuführen derselben
zu mindestens einem Rollenständer (15a, 15b) mit einem Lagerbediengerät (6) nach einem
der Ansprüche 1 bis 7 sowie mit einem Zwischenlager (1) mit mindestens einer sich
in einer Längsrichtung erstreckenden Reihe (2a, 2b) von nebeneinander angeordneten
Lagerplätzen (3) zur Aufnahme jeweils einer Papierrolle (4) mit in einer Querrichtung
quer zur Längsrichtung ausgerichteter Achse, mit einer Vorbereitungsstation (9) und
einem Zuführgeleise (10), das von derselben an einen Uebernahmeplatz (11) heranführt
und einem Zuliefergeleise (14a; 14b), das, von einem Uebergabeplatz (13a; 13b) wegführend,
in Querrichtung zum Rollenständer (15a, 15b) läuft sowie mit einer in Längsrichtung
verlaufenden Bahn (5), welche neben jeden der Lagerplätze (3) sowie an den Uebernahmeplatz
(11) und an den Uebergabeplatz (13a; 13b) führt und über welche das Lagerbediengerät
(6) verfahrbar ist.
9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenlager (1) mindestens auf jeder Seite der Bahn (5) jeweils mindestens
eine Reihe (2a, 2b) von Lagerplätzen (3) aufweist.
10. Anlage nach Anspruch 8 oder 9, mit einem Lagerbediengerät (6) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zwischenlager (1) mindestens zwei übereinander angeordnete Reihen (2a, 2b) von
Lagerplätzen (3) aufweist.
11. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Uebergabeplatz (13a, 13b) in einer Reihe mit einer Reihe (2a; 2b) von Lagerplätzen
(3) angeordnet und in Querrichtung ausgerichtet ist.
12. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Uebernahmeplatz (11) in einer Reihe mit einer Reihe (2b) von Lagerplätzen (3)
angeordnet und in Querrichtung ausgerichtet ist.
13. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Uebernahmeplatz (11) an einem Ende der Bahn (5) angeordnet und in Längsrichtung
ausgerichtet ist.
14. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 13, mit einem Lagerbediengerät (6) nach Anspruch
3, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Lagerplatz (3) mit einem in Querrichtung ausgerichteten Lagergeleise (12) versehen
ist und der Geleiseabschnitt (22) des Lagerbediengeräts (6) jeweils an den Lagerplätzen
(3) sowie am Uebernahmeplatz (11) und am Uebergabeplatz (13a, 13b) so einstellbar
ist, dass es an das entsprechende Lagergeleise (12), das Zuführgeleise (10) bzw. das
Zuliefergeleise (14a, 14b) fluchtend anschliesst.
15. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 13, mit einem Lagerbediengerät (6) nach Anspruch
4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Lagerplatz (3) mit einer in Querrichtung ausgerichteten ortsfesten Lagermulde
(24) versehen ist.
16. Verfahren zum Betrieb einer Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 15, bei welchem
die Papierrollen (4') in der Vorbereitungsstation (9) vorbereitet, im Zwischenlager
(1) eingelagert und bei Bedarf aus demselben ausgelagert und einem Rollenständer (15a,
15b) zugeführt werden, wobei der Wickelsinn jeder Papierrolle (4) entweder beim Einlagern
oder beim Auslagern erforderlichenfalls durch entsprechende Drehung des Drehgestells
(19) des Lagerbediengeräts (6) um 180° mit einem Sollwert in Uebereinstimmung gebracht
wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass gegebenenfalls die Drehung der Papierrolle (4) stets beim Einlagern erfolgt, so dass
der Wickelsinn der Papierrollen (4) im Zwischenlager (1) stets dem Sollwert entspricht.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, dass alle Papierrollen (4) im Zwischenlager (1) den gleichen Wickelsinn aufweisen.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine Papierrolle (4) jeweils, mit einer Klebestelle versehen, an der Vorbereitungsstation
(9) auf einen Wagen (8) geladen, derselbe an den Uebergabeplatz (11) verfahren und
dort die Papierrolle (4) durch das Lagerbediengerät (6) vom Wagen abgehoben wird,
worauf das Lagerbediengerät (6) neben den für die Papierrolle (4) vorgesehenen Lagerplatz
(3) verfahren wird, wo die Papierrolle (4) eingelagert wird und später bei Bedarf
wiederum das Lagerbediengerät (6) neben den Lagerplatz (3) verfahren wird, die Papierrolle
(4) durch das Lagerbediengerät (6) aufgenommen und das Lagerbediengerät (6) zum Uebergabeplatz
(13a; 13b) verfahren wird, wo die Papierrolle (4) auf einem weiteren Wagen (8) abgelegt
wird, der sie zum Rollenständer (15a, 15b) bringt.