(19)
(11) EP 1 632 448 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
08.03.2006  Patentblatt  2006/10

(21) Anmeldenummer: 04405557.2

(22) Anmeldetag:  07.09.2004
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 19/18(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL HR LT LV MK

(71) Anmelder: Alcan Technology & Management Ltd.
8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)

(72) Erfinder:
  • McGreal, Michael
    Howth County, Dublin (IE)
  • Smith, Tara
    Rathfarnham, Dublin (IE)
  • Jackson, Gerry
    Baltinglass, Wicklow County (IE)

(74) Vertreter: Burkhart, Hans 
Alcan Technology & Management AG Badische Bahnhofstrasse 16
8212 Neuhausen am Rheinfall
8212 Neuhausen am Rheinfall (CH)

   


(54) Verfahren zum Verbinden eines Bandendes mit einem Bandanfang


(57) Bei einem Verfahren zum Verbinden des Endes eines von einer Rolle abgewickelten Bandes (14) mit dem Anfang eines von einer nächsten Rolle abzuwickelnden nächsten Bandes wird der Beginn einer vorgewählten Restlänge jedes Bandes einer Rolle durch wenigstens eine auf das Band aufgedruckte Druckmarke (36,38) markiert, das von der Rolle abgewickelte Band wird an einem Druckmarken erkennenden Sensorsystem (40,42) vorbeigeführt und das Sensorsystem (40,42) gibt beim Erkennen der wenigstens einen Druckmarke (36,38) ein Signal zum Auslösen eines automatisch ablaufenden Vorgangs zum Verbinden der Bänder (18) aus. Mit dem Verfahren erfolgt die vollständige Abwicklung des Bandes (14) durch die Festlegung einer Restlänge innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer, die so auf den zeitlichen Ablauf des Autosplicing eingestellt wird, dass ein Rollenwechsel praktisch ohne Zeitverlust bei gleich bleibender Produktionsgeschwindigkeit durchgeführt und gleichzeitig der Ausschuss an Bandmaterial auf ein Minimum reduziert werden kann.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft allgemein ein Verfahren zum Aktivieren eines Vorgangs bei einer vorgewählten Restlänge eines Bandes während des Abwickelns des Bandes von einer Rolle. Im Speziellen betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Verbinden des Endes eines von einer Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang eines von einer nächsten Rolle abzuwickelnden nächsten Bandes.

[0002] Verpackungsmaterialien, die zur Weiterverarbeitung auf Verpackungsmaschinen vorgesehen sind, liegen üblicherweise in Form von zu Rollen gewickelten Bändern vor. Bei einem kontinuierlichen Betrieb der Verpackungsmaschinen wird bei einem fliegenden Rollenwechsel jeweils das Ende eines von einer Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang des Bandes einer nächsten Rolle verbunden.

[0003] Vorrichtungen zum automatischen Verbinden des Endes eines von einer Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang eines von einer nächsten Rolle abzuwickelnden Bandes sind bekannt. Ein wesentliches Problem bei diesem so genannten Autosplice-Verfahren liegt darin, dass es oft nicht möglich ist, das Ende des von der Rolle abgewickelten Bandes rechtzeitig zu erkennen, um den Autosplicing zu einem optimalen Zeitpunkt zu aktivieren. Zur Lösung dieses Problems wurde bisher entweder die Produktionsgeschwindigkeit stark verlangsamt oder das Autosplicing so frühzeitig durchgeführt, dass ein nicht unerheblicher Rest des Bandes als Ausschuss auf der abgewickelten Rolle zurückblieb.

[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, welches die den Verfahren nach dem Stand der Technik anhaftenden Nachteile nicht aufweist.

[0005] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt beim allgemeinen Verfahren, dass der Beginn der vorgewählten Restlänge des Bandes der Rolle durch wenigstens eine auf das Band aufgedruckte Druckmarke markiert wird, das von der Rolle abgewickelte Band an einem Druckmarken erkennenden Sensorsystem vorbeigeführt wird und das Sensorsystem beim Erkennen der wenigstens einen Druckmarke ein Signal zum Auslösen eines automatisch ablaufenden Vorgangs ausgibt.

[0006] Zur erfindungsgemässen Lösung der Aufgabe führt beim speziellen Verfahren, dass der Beginn einer vorgewählten Restlänge jedes Bandes einer Rolle durch wenigstens eine auf das Band aufgedruckte Druckmarke markiert wird, das von der Rolle abgewickelte Band an einem Druckmarken erkennenden Sensorsystem vorbeigeführt wird und das Sensorsystem beim Erkennen der wenigstens einen Druckmarke ein Signal zum Auslösen eines automatisch ablaufenden Vorgangs zum Verbinden der Bänder ausgibt.

[0007] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren erfolgt die vollständige Abwicklung des Bandes durch die Festlegung einer Restlänge innerhalb einer vorbestimmten Zeitdauer, die so auf den zeitlichen Ablauf des Autosplicing eingestellt wird, dass ein Rollenwechsel praktisch ohne Zeitverlust bei gleich bleibender Produktionsgeschwindigkeit durchgeführt und gleichzeitig der Ausschuss an Bandmaterial auf ein Minimum reduziert werden kann.

[0008] Bevorzugt werden die Druckmarken im Tintenstrahldruckverfahren auf die Bänder aufgedruckt. Hierbei erfolgt der Druck zweckmässigerweise am Rand der Bänder und bei üblicherweise einseitig bedruckten Bändern auf deren Rückseite.

[0009] Das Aufdrucken der Druckmarken kann beispielsweise beim Aufwickeln der in einer Rollenschneidmaschine geschnittenen und mit einer Wickeleinrichtung auf einen Kern zu einer Rolle gewickelten Bänder erfolgen. Hierzu wird im Bereich der Wickeleinrichtung wenigstens ein Tintenstrahldrucker angeordnet.

[0010] Mit dem erfindungsgemässen Verfahren lässt sich auch die Verbindungsstelle des Endes des von der Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang des nächsten Bandes auf der nächsten Rolle vom Sensorsystem erkennen, wenn die Verbindungsstelle entsprechend markiert wird.

[0011] Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich insbesondere für das Autosplicing von Bändern aus einem Verpackungsmaterial, wobei das Sensorsystem auf einer die Bänder verarbeitenden Verpackungsmaschine angeordnet ist.

[0012] Weiter Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der Betrachtung des nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel sowie anhand der Zeichnung; diese zeigt schematisch in
- Fig. 1
die Draufsicht auf eine Rollenschneidmaschine;
- Fig. 2
einen Schnitt durch einen Teil der Rollenschneidmaschine von Fig. 1 nach deren Linie l-l;
- Fig. 3
eine Sicht auf die bedruckte Seite des Bandes von Fig. 2;
- Fig. 4
die Draufsicht auf ein Sensorsystem zum Erkennen der Druckmarken auf dem Band von Fig. 3.


[0013] Bei einer in Fig. 1 dargestellten Rollenschneidmaschine 10 wird ein zu einer Vorratsrolle 12 aufgewickeltes breites Band 14, beispielsweise ein bedrucktes Verpackungsmaterial aus einem Film oder einer Folie aus Kunststoff und/oder Aluminium von der Vorratsrolle 12 abgewickelt und in einer Schneidvorrichtung 16 in schmälere Bänder 18 unterteilt. Die geschnittenen Bänder 18 werden wechselweise in zwei Ebenen auf einem Kern 24 zu einer Rollen 26 gewickelt. Die Kerne 24 sitzen hierbei auf einer gemeinsamen Wickelwelle 22, die von einem in der Zeichnung nicht dargestellten Motor angetrieben wird.

[0014] Wie in Fig. 2 gezeigt, läuft das Band 18 mit seiner unbedruckten Seite über eine Umlenkrolle 20 zu dem auf der Wickelwelle 22 sitzenden Kern 24 und wird auf diesem aufgerollt. Zwischen der Umlenkrolle 20 und dem Kern 24 sind zwei Druckköpfe 28, 30 eines Tintenstrahldruckers so angeordnet, dass über zwei Druckfenster 32, 34 bei gleichzeitiger Aktivierung der beiden Druckköpfe 28, 30 zwei in einem dem Abstand zwischen den beiden Druckfenstern 32, 34 entsprechenden Abstand a zueinander angeordnete Druckmarken 36, 38, wie in Fig. 3 erkennbar, am Rand des Bandes 18 aufgedruckt werden.

[0015] Ein in Fig. 4 gezeigtes Sensorsystem mit zwei Sensorköpfen 40, 42 mit je einem Sensorfenster 44, 46 ist beispielsweise an einer in der Zeichnung nicht wiedergegebenen Verpackungsmaschine so angeordnet, dass das Band 18 an den beiden Sensorköpfen 40, 42 mit den in einem Abstand a entsprechend dem Abstand der Druckmarken 36, 38 zueinander angeordneten Sensorfenstern 44, 46 vorbeigeführt wird. Wenn das Sensorsystem die beiden Druckmarken 36, 38 gleichzeitig innerhalb der Sensorfenster 44, 46 erfasst, gibt das System ein Signal an eine SPS (speicherprogrammierbare Steuerung), die ihrerseits das Autosplicing aktiviert.

[0016] Obschon das vorstehende Ausführungsbeispiel zwei Druckköpfe zum gleichzeitigen Aufdrucken von zwei Druckmarken zeigt, ist es ohne weiteres verständlich, dass das erfindungsgemässe Verfahren auch mit nur einem Druckkopf und einer einzigen Druckmarke durchgeführt werden kann.

[0017] Wenn das Aufdrucken der Druckmarken gleichzeitig auf allen Bändern beim Aufwickeln der Bänder in einer Rollenschneidmaschine durchgeführt wird, ist jeder zu wickelnden Bandrolle eine Druckeinrichtung zugeordnet. Andererseits kann das Aufdrucken der Druckmarken bei jeder Rolle auch in einem separaten Umwickelschritt erfolgen.

[0018] Es ist auch ohne weiteres verständlich, dass die SPS auch so programmiert werden kann, dass eine im Bereich der Verbindungsstelle zweier Bänder angebrachte Markierung beim Vorbeilaufen an den Sensorköpfen vom Sensorsystem als Verbindungsstelle erkannt wird und durch ein entsprechendes Signal der nicht zur Weiterverarbeitung auf der Verpackungsmaschine geeignete Bandbereich mit der Verbindungsstelle einen Vorgang zur Entfernung des erwähnten Bandbereichs aus dem Produktionsablauf aktiviert.


Ansprüche

1. Verfahren zum Aktivieren eines Vorgangs bei einer vorgewählten Restlänge eines Bandes während des Abwickelns des Bandes von einer Rolle,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Beginn der vorgewählten Restlänge des Bandes der Rolle durch wenigstens eine auf das Band aufgedruckte Druckmarke markiert wird, das von der Rolle abgewickelte Band an einem Druckmarken erkennenden Sensorsystem vorbeigeführt wird und das Sensorsystem beim Erkennen der wenigstens einen Druckmarke ein Signal zum Auslösen eines automatisch ablaufenden Vorgangs ausgibt.
 
2. Verfahren zum Verbinden des Endes eines von einer Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang eines von einer nächsten Rolle abzuwickelnden nächsten Bandes,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Beginn einer vorgewählten Restlänge jedes Bandes einer Rolle durch wenigstens eine auf das Band aufgedruckte Druckmarke markiert wird, das von der Rolle abgewickelte Band an einem Druckmarken erkennenden Sensorsystem vorbeigeführt wird und das Sensorsystem beim Erkennen der wenigstens einen Druckmarke ein Signal zum Auslösen eines automatisch ablaufenden Vorgangs zum Verbinden der Bänder ausgibt.
 
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmarken im Tintenstrahldruckverfahren auf die Bänder aufgedruckt werden.
 
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckmarken am Rand der Bänder aufgedruckt werden.
 
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bänder einseitig bedruckt sind und die Druckmarken auf der unbedruckten Seite der Bänder aufgedruckt werden.
 
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufdrucken der Druckmarken beim Aufwickeln der Bänder auf einen Kern zu einer Rolle mit einer Wickeleinrichtung einer Rollenschneidmaschine mittels wenigsten eines im Bereich der Wickeleinrichtung angeordneten Tintenstrahldruckers erfolgt.
 
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindungsstelle des Endes des von der Rolle abgewickelten Bandes mit dem Anfang des von der nächsten Rolle abzuwickelnden nächsten Bandes so markiert wird, dass die Verbindungsstelle vom Sensorsystem erkannt wird.
 
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Bänder aus einem Verpackungsmaterial bestehen und das Sensorsystem auf einer die Bänder verarbeitenden Verpackungsmaschine angeordnet ist.
 




Zeichnung







Recherchenbericht