[0001] Die Erfindung betrifft ein Grab- oder Greifwerkzeug mit mindestens einer Schneide.
[0002] Grab- oder Greifwerkzeuge werden häufig bei Baggern, beispielsweise als Zweischalengreifer
verwendet. Auch in anderen Bereichen kommen sie zum Einsatz, beispielsweise als Holzzangen
bei Holztransportern. Die Schneiden von Grab- und Greifwerkzeugen sind beim Arbeiten
auf befestigen Untergrund, beispielsweise Asphalt oder Beton, einer stetigen Abnutzung
und einem Verschleiß ausgesetzt. Nach einer bestimmten Betriebszeit findet dadurch
ein Schärfen der Schneiden statt. Nach dem derzeitigen Stand der Technik bestehen
die Schneiden aus einem hoch- und verschleißfesten Material. Sie werden im Außenkantenbereich
des Grab-oder Greifwerkzeuges eingeschweißt. Werden die Schneiden während des Gebrauchs
verschlissen, so werden diese abgebaut und durch neue ersetzt.
[0003] Bei bestimmten Einsätzen wie dem Verladen von Stammholz mit Holzzangen führen die
durch Abnutzung angeschärften Schneiden zu großen Problemen. Beim Eindringen der geöffneten
Holzzange in die aufeinandergelagerten Holzstämme kann es vorkommen, daß die Stämme
gespalten und damit beschädigt werden, ohne daß der Fahrer dieses bemerkt. Das beschädigte
Holz durchläuft unbemerkt den Produktionsprozess im Sägewerk. Oft werden diese Beschädigungen
des Schnittholzes erst vom Endkunden bemerkt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Grab- oder Greifwerkzeug zu schaffen,
bei dem das ungewollte Anschärfen der Schneiden während des Gebrauchs weitestgehend
verhindert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Kombination der Merkmale des Anspruchs
1 gelöst. Demnach werden entlang der Außenkante der Schneiden eines Grab- oder Greifwerkzeugs
Rollen angeordnet. Diese Rollen führen beim Schließen des Grab- oder Greifwerkzeugs
dazu, daß der sonst abrasive Verschleiß der Schneide durch die Abrollbewegung der
Rollelemente auf den Boden verhindert wird. Die Erfindung macht sich die Erkenntnis
zunutze, daß ein rollender Verschleiß deutlich geringer ist als ein abrasiver. Die
Rollen haben insgesamt ein größeres Verschleißvolumen. Es wird hier also ein Verschleißsystem
geschaffen, das deutlich längere Regenerationsintervalle aufweist. Dabei wird die
Regeneration, d. h. das Aufbereiten der Schneide nach entsprechender Abnutzung wesentlich
vereinfacht, da hier nicht die gesamte Schneide abgebrannt und durch Einschweißen
einer neuen Schneide ersetzt werden muß, sondern weil hier lediglich die Rollen ausgetauscht
werden müssen. Außerdem wird der Untergrund beim Arbeiten mit dem Grab- oder Greifwerkzeug
geschont. Beim Einsatz der erfindungsgemäßen Lösung für einen Holzgreifer wird vorteilhaft
weniger Holz beschädigt, so daß die Qualitätssicherheit im Produktionsprozess in einem
Sägewerk verbessert werden kann. Auch in anderen Bereichen des Einsatzes ist ein schonenderes
Greifen möglich.
[0006] Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den sich an den Hauptanspruch
anschließenden Unteransprüchen.
[0007] Demnach können an der Außenkante der Schneide senkrecht Stege vorgesehen sein, zwischen
denen die Rollen gelagert sind.
[0008] Die Stege oder Lagerfläche zwischen den Rollen sind vorzugsweise derart gestaltet,
daß der Überstand der Lagerfläche zu den Rollen hin so ausgeführt wird, daß beispielsweise
bei Verwendung einer Holzzange ein Einzelstamm trotzdem sicher aufgenommen werden
kann.
[0009] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in
der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0010] Es zeigen:
- Figur 1:
- einen Zweischalengreifer mit konventionellen Schneiden nach dem Stand der Technik,
- Figur 2:
- ein Zweischalengreifer nach einer Ausführungsvariante der vorliegenden Erfindung,
wobei das Detail a eine Seitenansicht des Schneidenbereichs und das Detail b eine
perspektivische Ansicht einer Schneide in Vergrößerung zeigt.
[0011] Figur 1 zeigt einen Zweischalengreifer 10 nach dem Stand der Technik, wobei die Schalen
12 und 14 gegenläufig mittels einer Kolbenzylindereinrichtung 16 um ein Tragstück
18 verschwenkbar sind. Im hier dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei
dem Zweischalengreifer um eine sogenannten Holzzange bei der beispielsweise aufeinandergelagerte
Holzstämme gegriffen werden können. Der Zweischalengreifer weist im äußeren Kantenbereich
jeweils Schneiden 20 bzw. 22 auf, die aus einem gehärteten Material, beispielsweise
einem gehärteten Stahl bestehen. Die Schneiden sind an der entsprechenden Stelle der
Schalen 12 zw. 14 eingeschweißt. Nach entsprechender Abnutzung müssen sie abgebrannt
und durch neu einzuschweißende Schneiden ersetzt werden.
[0012] Die Figur 2 zeigt eine Ausführungsvariante eines erfindungsgemäßen Grab- oder Greifwerkzeuges,
das hier ebenfalls mit 10 bezeichnet ist. Es weist im wesentlichen den gleichen Aufbau
der Zweischalengreifer gemäß Figur 1 auf. Allerdings sind hier die Schneiden 20 und
22 modifiziert. Sie weisen nämlich im vorderen Schneidenbereich, wie sich insbesondere
auch aus den Figuren 2a und 2b ergibt, nebeneinander in Reihe angeordnete Rollenelemente
24, die zwischen senkrecht von der Schneide 20, 22 wegstehenden Stegen 26 drehbar
gelagert sind, auf. Entsprechend der Ansicht in Figur 2a rollen die Rollen 24 der
Schneide 20 auf dem Untergrund ab, während die Rollen der Schneide 24 während des
Schließens des Zweischalengreifers 10 oberhalb der Rollen 24 der Schneide 20 liegen.
[0013] Die Rollen 24 sind auf Wellen 28 drehbar gelagert, die von den Stegen festgelegt
sind. Durch Abziehen der Wellen 28 können die Rollen leicht entnommen und durch neue
Rollen 24 ersetzt werden.
1. Grab- oder Greifwerkzeug mit mindestens einer Schneide,
dadurch gekennzeichnet,
daß entlang der Außenkante der Schneide Rollen angeordnet sind.
2. Grab- oder Greifwerkzeug nach dem Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenkante der Schneide senkrecht Stege vorgesehen sind, zwischen denen die
Rollen gelagert sind.
3. Grab- oder Greifwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Zweischalengreifer ausgebildet ist, deren gegenläufige Schneiden mit Rollen
ausgestattet sind.
4. Grab- oder Greifwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es als Holzzange ausgebildet ist, deren gegenläufige Schneiden mit Rollen versehen
sind.
5. Grab- oder Greifwerkzeug nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden auf den Grundkörper des Grab-oder Greifwerkzeuges aufgeschweißt sind.