[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Schlitzwand im Boden. Weiterhin
betrifft die Erfindung eine Schlitzwand im Boden.
[0002] Schlitzwände sind insbesondere senkrecht in den Boden eingebrachte Abdichtungen,
die verhindern sollen, dass im Boden befindliches Wasser in ein von den Schlitzwänden
umschlossenes Gebiet eindringen kann. Sie werden dadurch hergestellt, dass im Boden
ein Schlitz erstellt und in diesen Schlitz eine Suspension eingebracht wird, die zur
Schlitzwand aushärtet.
[0003] Befinden sich Hindernisse im Boden, wie beispielsweise Versorgungsleitungen, Rohre,
Mastsockel usw., so müssen diese gemäß dem Stand der Technik vor der Schlitzerstellung
entfernt und umgelegt werden. Damit geht ein erheblicher wirtschaftlicher Aufwand
einher.
[0004] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Herstellen einer Schlitzwand und eine Schlitzwand anzugeben,
welche besonders wirtschaftlich auch bei bestehenden Hindernissen im Boden eingesetzt
werden können.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs
1 und eine Schlitzwand mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Bevorzugte Ausführungsbeispiele
sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0006] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Herstellen einer Schlitzwand im Boden, durch
welche ein Hindernis hindurchragt. Es zeichnet sich dadurch aus, dass zu beiden Seiten
des Hindernisses seitliche Schlitzwandausnehmungen abgeteuft werden und unterhalb
des Hindernisses eine untere Schlitzwandausnehmung durch seitliches Einschwenken eines
bodenabtragenden Schlitzwandgerätes von wenigstens einer der seitlichen Schlitzwandausnehmungen
hergestellt wird.
[0007] Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, ein Hindernis im Bereich einer zu erstellenden
Schlitzwand nicht mehr aufwändig zu demontieren und nach Fertigstellung wieder zu
montieren, sondern das Hindernis bei der Herstellung mit in die Schlitzwand zu integrieren.
Dies bietet gegenüber den herkömmlichen Verfahren die Vorteile, dass Kosten und Zeit
eingespart werden können.
[0008] Erfindungsgemäß wird die Schlitzwand dadurch hergestellt, dass um das im Boden angeordnete
Hindernis herum Bodenmaterial gelöst wird. Hierzu wird zum einen beiderseits des Hindernisses
zumindest jeweils eine Schlitzwandausnehmung erstellt. Zum anderen wird auch unterhalb
des Hindernisses befindliches Bodenmaterial gelöst und dabei unterhalb des Hindernisses
eine untere Schlitzwandausnehmung erstellt, welche die seitlichen Schlitzwandausnehmungen
insbesondere verbindet. Durch Einbringen von aushärtbarer Suspension in die beiden
seitlichen Schlitzwandausnehmungen sowie in die untere Schlitzwandausnehmung kann
erfindungsgemäß eine Schlitzwand hergestellt werden, welche das Hindernis umfängt.
[0009] Erfindungsgemäß wird das Bodenmaterial in der unteren Schlitzwandausnehmung insbesondere
dadurch gelockert, dass ein bodenabtragendes Schlitzwandgerät ausgehend von zumindest
einem der beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen seitlich bewegt wird und hierdurch
in den Bodenbereich unterhalb des Hindernisses eingeschwenkt wird.
[0010] Grundsätzlich ist es möglich, den Bodenbereich unterhalb des Hindernisses ausgehend
von einer einzigen seitlichen Schlitzwandausnehmung abzutragen. In diesem Fall kann
das Schlitzwandgerät in eine der beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen eingebracht
und unterhalb des Hindernisses unter Bodenabtragung so lange seitlich bewegt werden,
bis es die zweite seitliche Schlitzwandausnehmung selbst oder einen Bereich erreicht
hat, in den die zweite seitliche Schlitzwandausnehmung im Anschluss abgeteuft wird.
Besonders bevorzugt ist es jedoch, dass das Schlitzwandgerät von beiden seitlichen
Schlitzwandausnehmungen unterhalb des Hindernisses eingeschwenkt wird. In diesem Fall
wird die untere Schlitzwandausnehmung ausgehend von beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen
erstellt. Ausgehend von einer der beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen wird dabei
zunächst Bodenmaterial in einem ersten Teilbereich unterhalb des Hindernisses gelockert.
Insbesondere zu einem späteren Zeitpunkt wird ausgehend von der anderen seitlichen
Schlitzwandausnehmung Bodenmaterial in einem zweiten Teilbereich unterhalb des Hindernisses
gelockert und dabei zur Vervollständigung des Schlitzes in den ersten Teilbereich
vorgestoßen. Bei dieser Ausführungsform sind die seitlichen Einschwenkwege des Schlitzwandgerätes
besonders klein und das Schlitzwandgerät kann entsprechend einfach und kompakt ausgeführt
werden. Grundsätzlich kann auch gleichzeitig mit zwei Schlitzwandgeräten von beiden
seitlichen Schlitzwandausnehmungen eingeschwenkt werden.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es nach der Erfindung, dass die untere Schlitzwandausnehmung
und zumindest eine, insbesondere beide, seitliche Schlitzwandausnehmungen mit demselben
Schlitzwandgerät hergestellt werden. Vorteilhafterweise wird Bodenmaterial unterhalb
des Hindernisses zur Erstellung der unteren Schlitzwandausnehmung unmittelbar nach
dem Abteufen einer seitlichen Schlitzwandausnehmung gelockert, d.h. das Schlitzwandgerät
bleibt nach Erstellung der seitlichen Schlitzwandausnehmung zum seitlichen Einschwenken
im Boden. Es kann aber auch vorgesehen sein, dass zur Herstellung der seitlichen und
unteren Schlitzwandausnehmungen unterschiedliche Schlitzwandgeräte vorgesehen sind.
[0012] Grundsätzlich kann als Schlitzwandgerät beispielsweise ein Schlitzwandgreifer verwendet
werden, der zum Einschwenken unterhalb des Hindernisses beispielsweise Steuerklappen
aufweisen kann. Besonders bevorzugt ist es jedoch, dass als Schlitzwandgerät eine
Schlitzwandfräse eingesetzt wird, welche bevorzugt an einer starren Linearführungseinrichtung
angeordnet ist. Eine solche Schlitzwandfräse weist geeigneterweise mindestens ein,
bevorzugt zwei bodenseitige Fräsräder auf, die insbesondere als Fräsradpaare mit zwei
koaxial angeordneten Einzelfräsrädern ausgebildet sein können. Unter einer starren
Linearführungseinrichtung wird eine Führungseinrichtung verstanden, welche ein axiales
Vorschieben und Zurückziehen des Schlitzwandgerätes erlaubt, gegenüber lateralen Verschiebungen
jedoch starr ausgebildet ist. Eine solche starre Linearführungseinrichtung weist beispielsweise
ein Gestänge fester Länge auf, welches zur linearen Führung in zumindest einer Führungshülse
geführt ist. Die starre Linearführungseinrichtung kann aber auch ein teleskopierbares
Gestänge aufweisen, an dem bodenseitig das Schlitzwandgerät angeordnet ist.
[0013] Zum besonders einfachen seitlichen Einschwenken in den Bereich unterhalb des Hindernisses
kann vorgesehen sein, dass die Schlitzwandfräse, insbesondere zum Bilden der unteren
Schlitzwandausnehmung, mit der Linearführungseinrichtung längs der zu erstellenden
Schlitzwand mittels einer Verfahreinrichtung verfahren wird. Gemäß dieser Ausführungsform
wird die Linearführungseinrichtung zum Einschwenken des Schlitzwandgerätes lateral
verfahren, wobei diese laterale Bewegung durch die starre Linearführungseinrichtung
auf die Schlitzwandfräse übertragen wird. In diesem Fall wird das Einschwenken des
Schlitzwandgerätes also durch ein Verfahren der Linearführungseinrichtung bewirkt,
wobei die entsprechende Verfahreinrichtung bevorzugt außerhalb der Schlitzwandausnehmung
angeordnet werden kann und/oder einen Bauwagen aufweisen kann. Insbesondere müssen
hierbei keine Einschwenkeinrichtungen am Schlitzwandgerät selbst vorgesehen werden,
wodurch dieses Schlitzwandgerät besonders einfach ausgeführt sein kann.
[0014] Um auch beim Vorliegen besonders großer Hindernisse dichte Schlitzwände im Boden
herstellen zu können, kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, dass die Schlitzwandfräse
zum Bilden der unteren Schlitzwandausnehmung in einem schrägen Winkel unter das Hindernis
eingefahren wird. Ein schräger Winkel kann dabei insbesondere zur Abteufrichtung zumindest
einer der beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen und/oder zur Vertikalen bestehen.
Darüber hinaus erlaubt es das Einfahren unter einem schrägen Winkel, auch Hindernisse
mit winkliger Form in die Schlitzwand einzubeziehen.
[0015] Zum Einfahren unter einem schrägen Winkel kann insbesondere vorgesehen sein, die
Linearführungseinrichtung zu verkippen, wozu beispielsweise an dem Bauwagen, an dem
die Linearführungseinrichtung angeordnet ist, eine Schwenkeinrichtung vorgesehen sein
kann. Alternativ oder zusätzlich kann die Schlitzwandfräse auch gleichzeitig axial
und lateral bewegt werden, d.h. unter gleichzeitigem Absenken und/oder Anheben seitlich
eingeschwenkt werden.
[0016] Um das Hindernis weitestgehend vollständig in die Schlitzwand einzubinden, ist es
erfindungsgemäß bevorzugt, dass oberhalb des Hindernisses eine obere Schlitzwandausnehmung
erstellt wird. Geeigneterweise wird hierzu dasselbe Schlitzwandgerät verwendet, das
auch zur Herstellung der übrigen Schlitzwandausnehmungen Anwendung findet. Eine obere
Schlitzwandausnehmung kann insbesondere dann vorgesehen werden, wenn das Hindernis
nicht an die Bodenoberfläche heranreicht oder aus dem Boden herausragt.
[0017] Um eine Beschädigung des Hindernisses zu vermeiden, kann vorgesehen sein, dass zumindest
eine der Schlitzwandausnehmungen mit einem Abstand zum Hindernis hergestellt wird.
Der hierdurch entstehende Zwischenbereich zwischen der Schlitzwandausnehmung und dem
Hindernis kann in einem weiteren Arbeitsschritt abgeräumt und/oder befestigt werden.
[0018] Ein besonders wirtschaftliches Verfahren ist dadurch gegeben, dass bei der Herstellung
der Schlitzwandausnehmungen gelöstes Bodenmaterial innerhalb der Schlitzwandausnehmungen
zur Bildung einer abbindbaren Suspension mit einem Bindemittel vermischt wird. Gemäß
dieser bevorzugten Ausführungsform wird die aushärtende Suspension also nicht außerhalb
des Schlitzes, sondern unmittelbar im Schlitz selbst, sozusagen "in situ" hergestellt.
Hierzu wird das Bindemittel geeigneterweise im Bereich des Schlitzwandgerätes in den
Boden eingebracht und dort unter Bildung der aushärtenden Suspension mit dem durch
das Schlitzwandgerät gelösten Bodenmaterial vermengt.
[0019] Besonders vorteilhaft ist es ferner, dass zunächst die beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen
und dann die obere Schlitzwandausnehmung erstellt werden. Hierdurch kann ein Verlaufen
der Schlitzwandfräse beim Abteufen der Schlitzwandausnehmungen weitestgehend verhindert
werden.
[0020] Eine erfindungsgemäße Schlitzwand kann insbesondere mit einem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellt werden, wodurch die in diesem Zusammenhang erläuterten Vorteile erreicht
werden können. Eine erfindungsgemäße Schlitzwand ist dadurch gekennzeichnet, dass
die Schlitzwand um ein Hindernis herum hergestellt ist welches die Schlitzwand durchdringt.
[0021] Bei einer erfindungsgemäßen Schlitzwand kann dass Hindernis während der Schlitzwandherstellung
im Boden verbleiben und muss nicht vor der Schlitzwandherstellung entfernt und im
Anschluss daran neu eingebracht werden.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert,
die schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1 und 2
- Seitenansichten einer Schlitzwandfräse in unterschiedlichen Verfahrensstadien bei
der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0023] In den Figuren 1 und 2 sind verschiedene Verfahrensstadien I bis V bei der Herstellung
einer erfindungsgemäßen Schlitzwand mit einem erfindungsgemäßen Verfahren beschrieben.
Die Figuren geben dabei Seitenansichten eines Schlitzwandgerätes entlang der erstellten
Schlitzwandausnehmungen wieder.
[0024] Das zum Herstellen der Schlitzwand verwendete Schlitzwandgerät ist als Schlitzwandfräse
10 ausgebildet. Diese Schlitzwandfräse 10 weist einen Rahmen 13 auf, an dem unten,
d.h. bodenseitig, zwei Fräsräder 20, 20' drehbar antreibbar gelagert sind. Zum Abarbeiten
von Bodenmaterial sind umfangsseitig an den Fräsrädern 20, 20' Fräszahnhalter 23 mit
Fräszähnen 24 vorgesehen. Die Fräsräder 20, 20' sind als Räderpaare mit jeweils zwei
koaxialen und bezüglich der Zeichenebene hintereinanderliegenden Einzelfräsrädern
ausgebildet.
[0025] Zum Abteufen und Ziehen der Schlitzwandfräse 10 ist diese an ihrem Rahmen 13 am unteren
Ende eines Fräsgestänges 30 angeordnet. Dieses Fräsgestänge 30 ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel als starrer Schaft ausgeführt, der außerhalb des Schlitzes in
einer lediglich in Fig. 1, Schritt III und schematisch dargestellten Führungshülse
32 axial verschiebbar geführt ist. Hierdurch wird eine starre Linearführungseinrichtung
gebildet, die eine Bewegung des Fräsgestänges 30 mit der Schlitzwandfräse 10 nur in
Axialrichtung des Fräsgestänges zulässt und die Schlitzwandfräse 10 somit axial führt.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel fällt die Axialrichtung mit der Vertikalen zusammen,
so dass unter einer lateralen Verschiebung eine Verschiebung in der Horizontalen verstanden
werden kann. Grundsätzlich kann das Schlitzwandgerät aber mittels der Linearführungseinrichtung
auch schräg zur Vertikalen geführt werden. Um besonders hohe Frästiefen zu erreichen,
kann das Fräsgestänge 30 auch teleskopierbar ausgeführt werden.
[0026] Der Rahmen 13 der Schlitzwandfräse 10 ist durchgehend querschnittskleiner bezogen
auf den Fräsquerschnitt der beiden Fräsräder 20, 20' ausgeführt. Dabei verjüngt sich
der Rahmen 13 ausgehend von den unten angeordneten Fräsrädern 20, 20' zum oben angeordneten
Fräsgestänge 30 in einer etwa senkrecht zu den Drehachsen der Fräsräder 20, 20' angeordneten
Raumrichtung. Eine solche Verjüngung kann grundsätzlich auch in anderen Raumrichtungen
gegeben sein.
[0027] Zwischen den beiden Fräsrädern 20, 20' ist eine Flüssigkeitszuführeinrichtung 40
angeordnet, mittels der zur "in situ"-Suspensionserstellung ein als Flüssigkeit ausgeführtes
Bindemittel in den Schlitz eingebracht werden kann. Das von den Fräsrädern 20, 20'
abgearbeitete Bodenmaterial kann aber auch aus dem Schlitz abgesaugt werden und der
Schlitz mit einer außerhalb des Schlitzes hergestellten abbindbaren Suspension oder
nicht abbindenden Stützsuspension verfüllt werden.
[0028] Mittels dem in den Figuren dargestellten erfindungsgemäßen Verfahren wird in einem
Bereich des Bodens 3, in dem sich ein im vorliegenden Fall als Rohr ausgebildetes
Hindernis 1 befindet, eine Schlitzwand hergestellt, durch welche das Hindernis 1 hindurchragt.
In einem ersten Verfahrensschritt I des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die beiden
Fräsräder 20, 20' mittels eines im Rahmen 13 angeordneten Antriebes in Drehung versetzt
und die Schlitzwandfräse 10 unter Bildung einer in der Figur links angeordneten, ersten
seitlichen Schlitzwandausnehmung 51 abgeteuft. Die erste seitliche Schlitzwandausnehmung
51 verläuft dabei vertikal und so am Hindernis 1 vorbei, dass dieses Hindernis 1 gerade
nicht angefräst wird.
[0029] Nach Erreichen einer vorgesehenen Endtiefe für die seitliche Schlitzwandausnehmung
51 wird die Schlitzwandfräse 10 im Schritt II bei weiterhin rotierenden Fräsrädern
20, 20' durch laterales Verschieben der Linearführungseinrichtung, insbesondere durch
Verfahren der Führungshülse 32 an der Erdoberfläche, lateral in den unterhalb des
Hindernisses 1 befindlichen Bodenbereich eingeschwenkt. Durch die Wirkung des Fräsrades
20' wird dabei in der Figur rechts von der Schlitzwandfräse 10 angeordnetes Bodenmaterial
in einem ersten Teilbereich 71 unterhalb des Hindernisses 1 abgearbeitet. Zur Vergrößerung
des ersten Teilbereiches 71 kann dabei vorgesehen sein, die eingeschwenkte Schlitzwandfräse
10, gegebenenfalls unter weiterem Einschwenken und gegebenenfalls mehrfach, im Boden
3 axial aufwärts und/oder abwärts zu bewegen. Nach Fertigstellung des ersten Teilbereichs
71 wird die Schlitzwandfräse 10 wieder in die erste seitliche Schlitzwandausnehmung
51 zurückgeschwenkt und aus dem Boden 3 gezogen.
[0030] Daraufhin wird die Schlitzwandfräse 10 durch laterales Verfahren der Linearführungseinrichtung
außerhalb des Bodens 3 lateral verschoben und im Verfahrensschritt III unter Ausbildung
einer weiteren, zweiten seitlichen Schlitzwandausnehmung 52, die vertikal seitlich
am Hindernis 1 entlang verläuft, abgeteuft. Auch die zweite seitliche Schlitzwandausnehmung
52 verläuft dabei unmittelbar am Hindernis 1 vorbei. Sie befindet sich in der Figur
jedoch rechts des Hindernisses 1.
[0031] Im anschließenden Verfahrensschritt IV wird die Schlitzwandfräse 10 durch Verfahren
der Linearführungseinrichtung nach links eingeschwenkt. Wie auch im Verfahrensschritt
II wird dabei die Schlitzwandfräse 10, gegebenenfalls mehrfach, angehoben und/oder
abgesenkt. Hierdurch wird in einem zweiten Teilbereich 72 unterhalb des Hindernisses
1 Bodenmaterial gelöst. Der zweite Teilbereich 72 wird so lange vergrößert, bis ein
Durchbruch in den benachbart hierzu angeordneten, ersten Teilbereich 71 erfolgt ist.
Auf diese Weise wird unterhalb des Hindernisses 1 eine untere Schlitzwandausnehmung
60 gebildet, welche die beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen 51, 52 unterhalb
des Hindernisses 1 verbindet. Für eine besonders hohe Dichtheit der Schlitzwand ist
es vorteilhaft, dass die Schlitzwandfräse 10 auch nach erfolgtem Durchbruch weiter
lateral verfahren wird und sich die beiden Teilbereiche 71, 72 somit überschneiden.
[0032] Die Schlitzwandfräse 10 wird im Anschluss an den Verfahrensschritt IV erneut gezogen,
lateral verfahren und oberhalb des Hindernisses 1 angeordnet. Im Verfahrensschritt
V wird die Schlitzwandfräse 10 dann unter Ausbildung einer oberen Schlitzwandausnehmung
56 so lange vertikal abgeteuft, bis die Fräsräder 20, 20' das Hindernis gerade nicht
anfräsen. Dieser Schritt kann entfallen, wenn das Hindernis 1 an die Bodenoberfläche
reicht. Zur Bildung der oberen Schlitzwandausnehmung 56 kann die Schlitzwandfräse
10 auch mehrmals unter lateralem Versatz abgeteuft werden.
[0033] Wie in Figur 2 erkennbar ist, ist es aufgrund der verjüngten Ausführung des Rahmens
13 möglich, die beiden Teilbereiche 71, 72 und somit die untere Schlitzwandausnehmung
60 bis in die unmittelbare Nähe des Hindernisses 1 heranzufräsen. Je ausgeprägter
die Verjüngung dabei ist, desto weiter kann die Schlitzwandfräse 10 seitlich unter
das Hindernis 1 verfahren werden. Gegebenenfalls dennoch unterhalb des Hindernisses
1 verbleibendes Bodenmaterial kann in einem weiteren Arbeitsschritt abgetragen und/oder
abgedichtet werden.
[0034] Wie in Figur 1 dargestellt, sind der Fräsquerschnitt der Schlitzwandfräse 10 sowie
ihr lateraler Versatz bei der Herstellung der Schlitzwandausnehmungen 51, 56, 52 so
gewählt, dass beim Abteufen der Schlitzwandausnehmungen 51, 56, 52 jeweils benachbarte
Schlitzwandausnehmungen 51, 56, 52 angefräst werden, d.h., dass mit überlagertem Fräsquerschnitt
gearbeitet wird. Hierdurch kann auch oberhalb des Hindernisses 1 eine lateral geschlossene
und somit besonders dichte Schlitzwand erhalten werden.
[0035] Um die untere Schlitzwandausnehmung 60 besonders schnell herzustellen zu können,
kann es vorteilhaft sein, die Schlitzwandfräse 10 nach Fertigstellung der seitlichen
Schlitzwandausnehmung 51 und/oder 52 zunächst auf Höhe des Hindernisses 1 anzuheben
und die Schlitzwandfräse 10 anschließend mit ihrem Rahmen 13 am Hindernis 1 entlang
nach unten zu führen, d.h. die Schlitzwandfräse 10 der Außenkontur des Hindernisses
1 folgend gleichzeitig lateral und axial zu bewegen. Sobald der dabei hergestellte
Teilbereich 71 und/oder 72 die gewünschte Breite aufweist, kann die Schlitzwandfräse
10 weiter axial bis zur gewünschten Endtiefe abgesenkt werden.
[0036] In den dargestellten Ausführungsbeispielen wird mittels der Flüssigkeitszuführeinrichtung
40 beim Absenken und/oder Ziehen der Schlitzwandfräse 10 eine aushärtbare Flüssigkeit
zugeführt und das bei der Erstellung der Schlitzwandausnehmungen 51, 52, 56, 60 gelöste
Bodenmaterial durch Wirkung der Fräsräder 20, 20' unmittelbar in den Schlitzwandausnehmungen
51, 52, 56, 60 mit dieser Flüssigkeit zu einer aushärtenden Suspension vermischt,
welche nach Aushärtung die fertige Schlitzwand bildet.
[0037] Die in den Figuren dargestellten Verfahrensschritte I bis V können grundsätzlich
in beliebiger Reihenfolge durchgeführt werden. So ist es beispielsweise auch möglich,
zunächst die beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen 51, 52 sowie die obere Schlitzwandausnehmung
56 herzustellen und dann erst die beiden Teilbereiche 71, 72 zur Bildung der unteren
Schlitzwandausnehmung 60 abzufräsen. Insbesondere wenn das von den Fräsrädern 20,
20' abgearbeitete Bodenmaterial aus dem Schlitz abgefördert werden soll, ist es vorteilhaft,
die obere Schlitzwandausnehmung 56 vor der Herstellung der beiden Teilbereiche 71,
72 abzuteufen, da ansonsten bei der Herstellung der oberen Schlitzwandausnehmung 56
gelockertes Bodenmaterial an den Grund der Teilbereiche 71, 72 gelangen könnte und
von dort aufwändig abgepumpt werden müsste.
1. Verfahren zum Herstellen einer Schlitzwand im Boden (3), durch welche ein Hindernis
(1) hindurchragt, wobei
- zu beiden Seiten des Hindernisses (1) seitliche Schlitzwandausnehmungen (51, 52)
abgeteuft werden und
- unterhalb des Hindernisses (1) eine untere Schlitzwandausnehmung (60) durch seitliches
Einschwenken eines bodenabtragenden Schlitzwandgerätes von wenigstens einer der seitlichen
Schlitzwandausnehmungen (51, 52) hergestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet ,
dass das Schlitzwandgerät von beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen (51, 52) unterhalb
des Hindernisses (1) eingeschwenkt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet ,
dass als Schlitzwandgerät eine Schlitzwandfräse (10) eingesetzt wird, welche an einer
starren Linearführungseinrichtung angeordnet ist.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schlitzwandfräse (10), insbesondere zum Bilden der unteren Schlitzwandausnehmung
(60), mit der Linearführungseinrichtung längs der zu erstellenden Schlitzwand mittels
einer Verfahreinrichtung verfahren wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schlitzwandfräse (10) zum Bilden der unteren Schlitzwandausnehmung (60) in einem
schrägen Winkel unter das Hindernis (1) eingefahren wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass oberhalb des Hindernisses (1) eine obere Schlitzwandausnehmung (56) erstellt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zumindest eine der Schlitzwandausnehmungen (51, 52, 56, 60) mit einem Abstand zum
Hindernis (1) hergestellt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet ,
dass bei der Herstellung der Schlitzwandausnehmungen (51, 52, 56, 60) gelöstes Bodenmaterial
innerhalb der Schlitzwandausnehmungen (51, 52, 56, 60) zur Bildung einer abbindbaren
Suspension mit einem Bindemittel vermischt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet ,
dass zuerst die beiden seitlichen Schlitzwandausnehmungen (51, 52) und dann die obere
Schlitzwandausnehmung (60) erstellt werden.
10. Schlitzwand im Boden, insbesondere hergestellt nach einem Verfahren nach einem der
Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet ,
dass die Schlitzwand um ein Hindernis (1) herum hergestellt ist, welches die Schlitzwand
durchdringt.