[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schutz von durch ein Werkzeug zu hintergreifenden
Mulden oder dergleichen Ausnehmungen in mechanisch abheb- und entfernbaren Kappen,
Verschlusshauben, Deckeln oder dergleichen, insbesondere zum Einsatz bei Straßenkappendeckeln
für Unterflur-Hydranten oder ähnlichen Absperrarmaturen, gemäß Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Unterflur-Hydranten zum Anschluss eines Standrohrs dienen der Löschwasserversorgung
von Städten und Gemeinden und ermöglichen wie auch Überflur-Hydranten der Feuerwehr
die Wasserentnahme aus dem öffentlichen Wasserleitungsnetz.
[0003] Unterflur-Hydranten haben den Nachteil, dass sie in vielen Fällen durch Schnee oder
Eis verfroren sind und somit oft nicht benutzt werden können. Darüber hinaus zeigt
sich bei längerem Nichtbetätigen des Straßenkappendeckels eines Unterflur-Hydranten
oder einer ähnlichen Absperrarmatur, dass die Aushebeöffnung mit Quersteg zum Ansetzen
des Hydrantenschlüssels verschmutzt oder in sonstiger Weise zugesetzt ist, was im
Einsatzfall von den Mitarbeitern der Wasserwerke, der Städte sowie Einsatzkräften
der Feuerwehren als Nachteil bemängelt wird.
[0004] In vielen Fällen wird daher mehr oder weniger regelmäßig z.B. mit Hochdruck-Reinigungseinrichtungen
versucht, die Straßenkappendeckel gängig zu halten. Es hat sich jedoch gezeigt, dass
bei der üblichen Benutzung von öffentlichen Verkehrsflächen freigespülte Ausnehmungen
in Straßenkappendeckeln relativ schnell wieder verschmutzt und zugesetzt sind mit
den dann oben erwähnten auftretenden Nachteilen.
[0005] Aus dem Vorgenannten ist es daher Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zum Schutz
gegen Verschmutzung von durch ein Werkzeug zu hintergreifenden Mulden oder dergleichen
Ausnehmungen in mechanisch abheb- und entfernbaren Kappen, insbesondere Straßenkappendeckeln,
anzugeben, welche sicherstellt, dass die entsprechend ausgerüsteten Unterflur-Hydranten,
Schieber oder dergleichen Einrichtungen jederzeit zugänglich sind.
Die zu schaffende Vorrichtung soll kostengünstig herstell- und vor Ort leicht einsetzbar
sein, so dass eine schnelle Verbreitung erfolgen kann.
[0006] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch eine Vorrichtung zum Schutz von
durch ein Werkzeug zu hintergreifenden Mulden oder dergleichen Ausnehmungen in mechanisch
abheb- und entfernbaren Kappen, Verschlusshauben, Deckeln oder dergleichen sowie insbesondere
zum Einsatz von Straßenkappendeckeln für Unterflur-Hydranten oder ähnlichen Absperrarmaturen,
gemäß den Merkmalen des Schutzanspruchs 1, wobei die Unteransprüche mindestens zweckmäßige
Ausgestaltungen und Weiterbildungen umfassen.
[0007] Erfindungsgemäß ist ein Schmutzverdrängungsteil mit einer der Mulde oder der sonstigen
Ausnehmung komplementären Form in diese eingesetzt und dort form- und/oder kraftschlüssig
fixiert.
[0008] Das Verdrängungsteil besteht aus einem umweltresistenten, bevorzugt elastischen Kunststoffmaterial
und schließt im eingesetzten Zustand mit seiner Oberseite im wesentlichen mit der
oberen Deckelfläche bündig ab.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kann das Verdrängungsteil aus einem Kunststoff-Schaummaterial
vorgegebener Härte bestehen.
[0010] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung besteht die Möglichkeit, im Verdrängungsteil
einen Transponder zur Speicherung von Informationen über die jeweilige Armatur, deren
Leistungsvermögen oder sonstiger Parameter einzubetten. Dies ist insbesondere dann
von Vorteil, wenn Hinweisschilder fehlen oder aus bestimmten Gründen nicht erkenntlich
sind. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, in einem Transponder eine wesentlich
größere Informationsmenge abzuspeichern, die darüber hinaus in einfacher Weise mit
einem tragbaren Terminal von dazu befugten Kräften ausgelesen werden kann.
[0011] Wenn insbesondere das Verdrängungsteil zum Einsatz in Straßenkappendeckeln Verwendung
findet, ist dieses als sichelförmiger Körper ausgebildet, dessen Querschnitt eine
Ellipsenform besitzt und wobei die ellipsenförmige Oberfläche einen Rücksprung aufweist,
dessen Tiefen- und Breitenmaß auf die Abmessungen des Aushebestegs im Deckel abgestimmt
ist.
[0012] Dieses derartig geformte Verdrängungsteil wird dann in die vorhandene Ausnehmung
im Straßenkappendeckel eingesetzt und sicher gehalten.
Im Einsatzfall kann unter Zuhilfenahme eines einfachen Werkzeugs, insbesondere eines
Hydrantenschlüssels, das Verdrängungsteil aus der Mulde im Straßenkappendeckel herausgeschoben
werden, so dass dann im Anschluss der Deckel in üblicher. Weise mit Hilfe des Hydrantenschlüssels
abgehoben und entfernt werden kann.
[0013] Zum leichteren Entfernen des Verdrängungsteils aus seinem Sitz kann dieses an seiner
Unterseite eine Gleitbeschichtung aufweisen oder mit einem Schmierstoff versehen werden.
[0014] Die Oberseite des Verdrängungsteils besitzt ausgestaltend eine Strukturierung zum
leichteren und sicheren Ansetzen eines Werkzeugs.
[0015] Bei einer Alternative der Erfindung besteht die Möglichkeit, das Verdrängungsteil
in der Mulde oder Ausnehmung insbesondere eines Straßenkappendeckels vor Ort durch
Ausschäumen zu bilden, wobei zum leichteren Entfernen des Verdrängungsteils aus der
Deckelausnehmung vorab ein Trennmittel in die Mulde oder Ausnehmung eingebracht, beispielsweise
eingesprüht oder aufgestrichen bzw. in sonstiger Weise aufgetragen wird.
[0016] Der erfindungsgemäß vorgeschlagene Öffnungsmulden-Schmutzverdränger bevorzugt aus
Kunststoffschaum füllt, wie erläutert, die Öffnungsmulde in Straßenkappendeckeln fast
vollständig aus und verhindert dadurch eine Verschmutzung oder Vereisung.
Durch diese Maßnahme sind Unterflur-Hydranten oder Schieber jederzeit zugänglich.
Durch die Eigenschaften des bevorzugten Kunststoff-Schaummaterials für das Verdrängungsteil
lässt sich dieses jederzeit, wenn Zugang zum Hydranten gewünscht ist, durch ein Werkzeug,
insbesondere den Hydrantenschlüssel zusammendrücken bzw. gänzlich herausschieben.
[0017] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels sowie unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0018] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- einen erfindungsgemäßen Schmutzverdränger in perspektivischer Ansicht;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf einen Straßenkappendeckel mit eingesetztem Verdrängungsteil;
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung eines Straßenkappendeckels mit eingesetztem Verdrängungsteil
und
- Fig. 4
- eine Darstellung, wie mit Hilfe eines Hydrantenschlüssels das Verdrängungsteil leicht
entfernbar ist, wodurch ein ungehinderter Zugang der Öffnungsmulde des Straßenkappendeckels
im Einsatzfall gewährleistet ist.
[0019] Der in der Fig. 1 dargestellte Schmutzverdränger, nachstehend als Verdrängungsteil
1 bezeichnet, weist bei einer Ausführungsform geeignet für Straßenkappendeckel 2 eine
Sichelform auf, wobei der Querschnitt des Verdrängungsteils 1 annähernd ellipsenförmig
ist. Die Oberfläche 3 des Verdrängungsteils 1 besitzt einen Rücksprung 4, dessen Tiefen-
und Breitenmaß auf die Abmessungen des Aushebestegs 5 im Straßenkappendeckel 2 abgestimmt
ist.
[0020] Gemäß der Darstellung nach Fig. 2 wird der aus einem bevorzugt elastischen Kunststoffmaterial
bestehende Schmutzverdränger bzw. das Verdrängungsteil 1 in die betreffende Ausnehmung
im Straßenkappendeckel 2 eingesetzt und schließt mit der Deckeloberfläche im wesentlichen
bündig ab.
[0021] Wenn im Einsatzfall der Straßenkappendeckel 2 zum Herstellen eines Zugangs zum jeweiligen
Hydranten oder Schieber entfernt werden muss, wird mit Hilfe eines Werkzeugs, beispielsweise
eines üblichen Hydrantenschlüssels 7, das Verdrängungsteil 1 aus seiner die Ausnehmung
6 ausfüllenden Lage ganz oder teilweise herausgeschoben, wie dies mit Hilfe der Fig.
4 illustriert ist. Hiernach kann über den Hydrantenschlüssel 7 dann der jeweilige
Straßenkappendeckel 2 unter Hebelwirkung über den Steg 5, der als Gegenlager wirkt,
abgehoben und entfernt werden.
[0022] Es liegt im Sinne der Erfindung, dass bei abweichenden Formen der Mulden oder Ausnehmungen
in einem Straßenkappendeckel dann auch eine entsprechend komplementäre Form für das
Verdrängungsteil 1 gewählt wird.
[0023] Bei einer figürlich nicht gezeigten Ausführungsform wird das Verdrängungsteil 1 nicht
als separates Teil vorab gefertigt, sondern durch Ausschäumen vor Ort in einer gereinigten
Ausnehmung oder Mulde eines Straßenkappendeckels realisiert. Hierfür wird zunächst
ein Trennmittel eingesprüht. im Anschluss daran erfolgt ein Ausschäumen der jeweiligen
Ausnehmung im Deckel. Vor dem vollständigen Aushärten des Kunststoff-Schaummaterials
wird die Oberseite abgezogen, so dass die Oberfläche des betreffendes Steges frei
bleibt.
Bezugszeichenliste
[0024]
- 1
- Verdrängungsteil
- 2
- Straßenkappendeckel
- 3
- Oberfläche des Verdrängungsteils 1
- 4
- Rücksprung im Verdrängungsteil 1
- 5
- Steg im Straßenkappendeckel
- 6
- Ausnehmung im Straßenkappendeckel
- 7
- Werkzeug bzw. Hydrantenschlüssel
1. Vorrichtung zum Schutz von durch ein Werkzeug zu hintergreifenden Mulden oder dergleichen
Ausnehmungen in mechanisch abheb- und entfernbaren Kappen, Verschlusshauben, Deckeln
oder dergleichen, insbesondere zum Einsatz bei Straßenkappendeckeln für Unterflur-Hydranten
oder ähnlichen Absperrarmaturen,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Verdrängungsteil mit einer der Mulde oder der sonstigen Ausnehmung komplementären
Form in diese eingesetzt und dort form- und/oder kraftschlüssig fixiert ist,
das Verdrängungsteil aus einem umweltresistenten, elastischen Kunststoffmaterial besteht
und im eingesetzten Zustand mit seiner Oberseite im wesentlichen mit der oberen Deckelfläche
bündig abschließt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verdrängungsteil aus einem Kunststoff-Schaummaterial besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Verdrängungsteil ein Transponder zur Speicherung von Informationen über die jeweilige
Armatur, deren Leistungsvermögen und/oder sonstiger Parameter eingebettet ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verdrängungsteil zum Einsatz in Straßenkappendeckeln als im wesentlichen sichelförmiger
Körper ausgebildet ist, dessen Querschnitt eine Ellipsenform besitzt und wobei die
ellipsenförmige Oberfläche einen Rücksprung aufweist, dessen Tiefen- und Breitenmaß
auf die Abmessungen des Aushebestegs im Deckel abgestimmt ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche.
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verdrängungsteil an seiner Unterseite eine Gleitbeschichtung oder einen Schmierstoff
aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Oberseite des Verdrängungsteils eine Strukturierung zum leichteren Ansetzen eines
Werkzeugs umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Verdrängungsteil in der Mulde oder Ausnehmung durch vor Ort Ausschäumen ausgebildet
ist, wobei zum leichteren Entfernen des Verdrängungsteils aus der Deckelausnehmung
im Einsatzfall vorab ein Trennmittel in die Mulde oder Ausnehmung eingebracht ist.