[0001] Die Erfindung betrifft ein Bodenbearbeitungsgerät zum Einbringen eines Arbeitselementes
in den Boden unter Verwendung von Schwingungen, mit einem Schwingungserzeuger, welcher
zum Erzeugen und Übertragen von Schwingungen auf das Arbeitselement ausgebildet ist.
Die Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Einbringen eines Arbeitselementes
in den Boden, bei dem Schwingungen erzeugt und auf das Arbeitselement bei dessen Einbringen
in den Boden übertragen werden.
[0002] Zum Einrammen von Spundwandbohlen oder Pfählen in den Boden sind sogenannte Vertikalrüttler
mit Rüttelzellen bekannt. Ein derartiger Vertikalrüttler geht beispielsweise aus der
EP 0 824 971 B1 hervor. Die hierin beschriebene Rüttelzelle weist paarweise angetriebene
rotierende Unwuchten auf, die durch Zahnräder synchronisiert werden, so dass die resultierenden
Massenkräfte im Wesentlichen nur in einer Wirkrichtung auftreten. Die seitlich wirkenden
Zentrifugalkräfte sollen sich durch die spezielle Synchronisation der Zahnräder gegenseitig
kompensieren.
[0003] Voraussetzung hierfür sind enge Fertigungstoleranzen bei den Verzahnungen. Zudem
müssen die die Unwuchten tragenden Wellen zur Minimierung einer Durchbiegung entsprechend
groß dimensioniert werden, was zu einer entsprechenden Baugröße einer derartigen Rüttelzelle
führt. Aufgrund der starken mechanischen Belastung müssen die Verzahnungen mit hoher
Festigkeit und Oberflächengüte gefertigt werden. Weiterhin ist die Lebensdauer der
Wälzlager durch die starke dynamische Belastung begrenzt.
[0004] Ein weiteres Problem bei diesen bekannten Rüttelzellen besteht darin, dass bei großen
Aggregaten wegen der Massenträgheit diese aus dem Stillstand nur langsam bis zur Nenndrehzahl
hochgefahren werden können. Hierbei muss in der Regel eine Resonanzfrequenz erster
oder höherer Ordnung durchfahren werden. Es besteht dabei die Gefahr einer vergrößerten
Amplitude, die zu Schäden führen kann. Um dies zu vermeiden, sind die Unwuchten bei
größeren Aggregaten meistens ausschwenkbar angeordnet, damit sie erst bei erreichter
Nenndrehzahl aufgeschaltet werden. Hierzu ist jedoch eine aufwändige Zusatzeinrichtung
notwendig, welche die Baugröße sowie die Kosten der Gesamtvorrichtung weiter erhöht.
[0005] Aus der DE 102 37 407 A1 ist ein Schlaghammer mit einem hydraulisch angetriebenen
Schlagkolben bekannt. Der Schlagkolben ist in einem Kolbengehäuse linear verschiebbar
gelagert, in welches Steuerleitungen zur Zu- und Abführung von Hydraulikfluid münden.
Über diese Leitungen wird das Hydraulikfluid gesteuert zu- und abgeführt, so dass
der Schlagkolben in eine oszillierende Bewegung versetzt wird. Der Schlagkolben weist
mit seiner Schlagfläche aus dem Kolbengehäuse heraus. Durch die oszillierende Bewegung
des Schlagkolbens können über die Schlagfläche Schläge auf ein rückseitiges Ende eines
Bohrgestänges ausgeübt werden, so dass ein Schlagbohren durchgeführt werden kann.
[0006] Bei dieser mechanischen Schlagerzeugung entsteht eine erhebliche Lärmemission. Die
Schläge durchlaufen das Bohrgestänge in Form einer Schallwelle, wobei das sich im
Freien befindliche Bohrgestänge als praktisch nicht abzudämpfender Resonanzkörper
wirkt und einen Großteil des Schalls an die Umgebung abstrahlt. Ein derartiges Schlagbohren
darf daher bei bestimmten Baustellen mit strikten Lärmschutzvorschriften nicht eingesetzt
werden. Zudem führt die mechanische Schlagerzeugung zu einer erheblichen Belastung
aller Bauteile, insbesondere der Lager, Führungen und Dichtungen. Deren Lebensdauer
ist daher ebenfalls erheblich begrenzt.
[0007] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, ein Bodenbearbeitungsgerät sowie ein Verfahren zum Einbringen eines Arbeitselementes
in den Boden anzugeben, bei welchen Schwingungen effektiv und möglichst schonend auf
das Arbeitselement übertragbar sind.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Bodenbearbeitungsgerät mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 sowie durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst.
Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0009] Das erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsgerät ist dadurch gekennzeichnet, dass der
Schwingungserzeuger mindestens einen Schwingkolben aufweist, welcher in einem Gehäuse
linear verschiebbar und beabstandet vom Arbeitselement gelagert ist, dass der Schwingkolben
zum Erzeugen von Schwingungen oszillierend angetrieben ist und dass die Schwingungen
über das Gehäuse auf das Arbeitselement übertragbar sind.
[0010] Ein Grundgedanke der Erfindung kann darin gesehen werden, den oszillierend angetriebenen
Kolben in einem geschlossenen Gehäuse anzuordnen. Die Schwingungsübertragung erfolgt
dabei indirekt über das Gehäuse. Anders als bei einem hydraulischen Schlaghammer entsteht
kein Schlagkontakt zwischen Metallteilen, so dass bei der Erfindung eine erheblich
geringere Geräuschentwicklung gegeben ist. Die Trägheit der zu beschleunigenden Masse
innerhalb des Schwingungserzeugers ist prinzipbedingt sehr gering, so dass ein möglicher
Resonanzbereich vergleichsweise sehr schnell durchfahren werden kann. Es gibt auch
praktisch keine toten Massen, die mitbeschleunigt werden müssen. Prinzipbedingt können
auch keine seitlichen Massenkräfte auftreten. Drehbar gelagerte Bauteile sowie anfällige
Dichtungen zwischen Gehäuse und Kolben können entfallen. Die verwendeten Bauteile
sind einfach und robust gehalten, so dass diese für Baustellenbedingungen sehr gut
geeignet sind. Die Vorrichtung kann insgesamt sehr kompakt gestaltet werden.
[0011] Eine besonders hohe Schwingungsenergie kann erfindungsgemäß dadurch erzeugt werden,
dass der Schwingkolben hydraulisch angetrieben ist. Ein hydraulischer Druckerzeuger
befindet sich an den meisten Tiefbaumaschinen, welche zur Erd- oder Gesteinsbearbeitung
eingesetzt werden.
[0012] Nach der Erfindung ist es besonders bevorzugt, dass der Schwingkolben eine erste
Kolbenfläche und eine zweite Kolbenfläche aufweist, von denen wenigstens eine mit
wechselndem Druck beaufschlagt wird. Hierdurch lässt sich eine nahezu beliebige oszillierende
Bewegung des Schwingkolbens einstellen, welche vorzugsweise einen sinusförmigen, harmonischen
Weg-Zeit-Verlauf aufweist. Die Druckbeaufschlagung kann durch einen gleichhohen Druck
bewirkt werden, welcher wechselweise auf die gegenüberliegenden Kolbenflächen ausgeübt
wird. Alternativ kann auch auf eine Kolbenfläche ein konstanter Druck ausgeübt werden,
während auf die gegenüberliegende Kolbenfläche ein auf- und abschwellender Druck ausgeübt
wird, um die oszillierende Bewegung des Schwingkolbens zu erzeugen.
[0013] Grundsätzlich kann die Größe der beiden Kolbenflächen gleich ausgebildet sein. Abhängig
von den einstellbaren Druckverhältnissen kann jedoch auch ein anderes Flächenverhältnis
der beiden Kolbenflächen, etwa 2:1 vorgesehen werden. Dies ermöglicht eine noch freiere
Einstellung des Oszillationsverhaltens des Schwingkolbens.
[0014] Eine einfache und robuste Steuerung kann erfindungsgemäß dadurch erfolgen, dass der
Schwingkolben als ein primärer Steuerkolben ausgebildet ist, mit welchem die wechselnde
Druckbeaufschlagung steuerbar ist. Die Steuerung erfolgt sozusagen "eigenerregt".
Der Schwingkolben ist dabei mit Steuerkanten ausgebildet, welche die Funktion eines
ersten Steuerkolbens bilden. Abhängig von der Lage des Schwingkolbens kann somit eine
selbsttätige Umsteuerung der Druckbeaufschlagung erfolgen. Eine derartige Steuerung
eines oszillierenden Kolbens ist bereits grundsätzlich von der Betätigung der Schlagkolben
bei den hydraulischen Schlaghämmern des Standes der Technik bekannt.
[0015] Eine erfindungsgemäße Ausgestaltung ist dadurch gegeben, dass eine Steuereinrichtung
vorgesehen ist, mit welcher die Bewegung des Schwingkolbens steuerbar ist. Durch eine
solche Steuereinrichtung, welche beispielsweise ein äußeres Steuerventil aufweisen
kann, erfolgt die Steuerung des Schwingkolbens sozusagen "fremderregt". Vorzugsweise
umfasst die Steuereinrichtung eine elektronische Steuereinheit zum Steuern oder Regeln
der Zu- und Abführung des Druckfluids, um ein gewünschtes Schwingungsverhalten des
Schwingkolbens einzustellen. Die Steuereinrichtung kann auch einen sekundären Steuerkolben
aufweisen, durch welchen ein Druckfluid wechselweise geschaltet wird.
[0016] Das Arbeitselement kann nach der Erfindung eine Spundwandbohle oder ein Pfahl sein,
welches unmittelbar in den Boden eingerammt wird. Hierbei ist es erfindungsgemäß,
dass das Gehäuse des Schwingungserzeugers an eine Spanneinrichtung zum Halten des
Arbeitselementes befestigt ist. Die erzeugte Schwingung kann so über das Gehäuse und
die Spanneinrichtung unmittelbar auf das Arbeitselement übertragen werden.
[0017] Weiterhin ist es nach der Erfindung vorgesehen, dass das Gehäuse des Schwingungserzeugers
an einem Antriebsgehäuse eines Bohrantriebes angeordnet ist und dass das Arbeitselement
als ein Bohrwerkzeug ausgebildet ist. Erfindungsgemäß kann eine besonders schonende
Überlagerung der drehenden Bohrbewegung mit der in Bohrrichtung gerichteten Oszillationsbewegung
erreicht werden. Dies erlaubt einen hohen Bohrfortschritt bei einer besondes großen
Schonung des Bohrwerkzeuges und insbesondere des Bohrantriebes mit seinen Lagerungen.
[0018] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
das Bearbeitungselement einen Schlitten zum Aufnehmen des Arbeitselementes aufweist,
welcher an einer Führung verfahrbar gelagert ist. Beispielsweise mittels eines Seilzugantriebes
oder eines Zahnstangenantriebes kann über den Schlitten eine zusätzliche Kraft auf
das Arbeitselement ausgeübt werden, um dieses in den Boden einzutreiben. Abhängig
von den Bodenverhältnissen kann die Kraft zum Eintreiben des Arbeitselementes in den
Boden ausschließlich durch die Schwingungsbewegungen in Kombination mit dem Eigengewicht
des Arbeitselementes sowie des damit verbundenen Schlittens aufgebracht werden. Der
Schlitten kann an einem Mast oder Mäkler geführt sein, welcher beispielsweise an einem
Oberwagen eines Baufahrzeuges befestigt ist.
[0019] Eine besonders schwingungsarme Anordnung wird erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass
das Arbeitselement relativ zum Schlitten elastisch gelagert ist. Dabei kann eine elastische
Lagerung an der Spanneinrichtung oder dem Bohrantrieb vorgesehen sein. Vorzugsweise
ist das Arbeitselement über das Gehäuse des Schwingungserzeugers elastisch am Schlitten
aufgehängt. Hierdurch wird erreicht, dass die Schwingungen weitgehend ungestört auf
das Arbeitselement übertragen werden, während der Schlitten sowie die damit verbundenen
Teile des Bearbeitungsgerätes möglichst schwingungsfrei bleiben.
[0020] Für eine besonders gute Oszillationsbewegung des Schwingkolbens ist es erfindungsgemäß
vorgesehen, dass der Schwingkolben eine durchgehende Bohrung aufweist. Die durchgehende
Bohrung erlaubt eine schnelle Entlüftung der Zylinderkammern.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schwingungen
mit mindestens einem Schwingkolben erzeugt werden, welcher in einem Gehäuse linear
verschiebbar und beabstandet vom Arbeitselement gelagert ist, dass der Schwingkolben
zum Erzeugen von Schwingungen oszillierend angetrieben wird und dass die Schwingungen
über das Gehäuse auf das Arbeitselement übertragen werden. Dieses Verfahren kann insbesondere
durch das zuvor beschriebene erfindungsgemäße Bodenbearbeitungsgerät ausgeführt werden,
wobei sich die vorangehend beschriebenen Vorteile ergeben. Unter Boden ist nicht nur
der Erdboden sondern auch Gestein, beispielsweise von Felswänden, zu verstehen. Die
Schwingungserzeugung kann mit einem oder mehreren Schwingkolben erzeugt werden, welche
parallel zueinander geschaltet sind.
[0022] Dieses Verfahren ist erfindungsgemäß dadurch weitergebildet, dass als Arbeitselement
ein Bohrwerkzeug verwendet wird, welches rotierend angetrieben wird, und dass die
Schwingungen in Bohrrichtung auf das Bohrwerkzeug übertragen werden. Durch die erfindungsgemäß
erzeugte Oszillation des Bohrgestänges können die Reibungskräfte in der Grenzfläche
zum umgebenden Boden herabgesetzt werden. Dies führt zu einem erheblich schnelleren
Bohrfortschritt. Der Einsatz des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere beim
Überlagerungsbohren leichter Überlagerungsböden vorteilhaft, wo die Schlagwirkung
eines herkömmlichen Hydraulikammers kaum sinnvoll einsetzbar ist.
[0023] Die Erfindung wird weiter anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen beschrieben,
welche schematisch in den Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- ein Beispiel eines erfindungsgemäßen Bodenbearbeitungsgerätes in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Querschnittsansicht eines Bohrantriebes mit Schwingungserzeuger;
- Fig. 3
- eine Querschnittsansicht eines Bohrantriebes mit einem abgeänderten Schwingungserzeuger;
- Fig. 4
- eine Darstellung der Druckverläufe über die Zeit;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht eines Schwingungserzeugers mit Spanneinrichtung; und
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung einer elastischen Aufhängung an einem Schlitten.
[0024] Bei dem Bodenbearbeitungsgerät 10 gemäß Fig. 1 ist ein Raupenfahrzeug 12 mit einer
Bedieneinheit 14 vorgesehen. Über einen Hebelmechanismus 16 kann ein Mast 18 in eine
gewünschte Position gebracht werden, bei welcher dieser mit einer am unteren Ende
vorgesehenen Klemm- und Löseeinrichtung 17 auf den zu bearbeitenden Boden aufgesetzt
werden kann. Der Mast 18 weist eine Linearführung 19 auf, entlang welcher ein Schlitten
20 über einen nicht näher dargestellten Antrieb verfahrbar ist. Am Schlitten 20 ist
ein Bohrantrieb 60 befestigt, welcher ein als Bohrgestänge ausgebildetes Arbeitselement
5 drehend antreiben kann. An der vom Arbeitselement 5 abgewandten Seite des Bohrantriebes
60 ist ein Schwingungserzeuger 40 angebracht, mit welchem gemäß der Erfindung Schwingungen
erzeugt und während des Bohrens über den Bohrantrieb 60 auf das Arbeitselement 5 übertragen
werden können.
[0025] In Fig. 2 ist in vergrößerter Darstellung der Bohrantrieb 60 mit dem Schwingungserzeuger
40 gezeigt. Über sein Antriebsgehäuse 62 ist der Bohrantrieb 60 an dem Schlitten 20
angeschweißt, welcher linear verschiebbar an der Führung 19 des Mastes 18 gelagert
ist. Über einen nicht näher gezeigten Hydraulikmotor 64 mit Hydraulikanschlüssen 66
wird über ein Zahnradgetriebe das als Bohrgestänge ausgebildete Arbeitselement 5 um
die Bohrachse 7 drehend angetrieben.
[0026] An der vom Arbeitselement 5 abgewandten Seite des Bohrantriebes 60 ist an dessen
Antriebsgehäuse 62 ein Gehäuse 44 des Schwingungserzeugers 40 angeflanscht. Das Gehäuse
44 besteht aus einem Grundgehäuse 45, welches von einem Deckel 46 verschlossen wird.
Das Gehäuse 44 umschließt einen Zylinderraum, in welchem ein Schwingkolben 42 entlang
einer Kolbenachse 43 linear verschiebbar gelagert ist. Für eine gute Schwingungsübertragung
fluchtet die Kolbenachse 43 mit der Bohrachse 7 des anzutreibenden Arbeitselementes
5.
[0027] Der Schwingkolben 42 weist zwei zylindrische Absätze auf, welche an ihren zu den
freien Enden gewandten Außenseiten eine erste Kolbenfläche 48 bzw. eine zweite Kolbenfläche
49 bilden. Die beiden Kolbenflächen 48, 49 schließen jeweils eine angrenzende Druckkammer
ab, in welche über Druckleitungen abwechselnd ein Druckfluid zu- und abgeführt werden
kann, um den Schwingkolben 42 in eine gewünschte oszillierende oder reversierende
Linearbewegung zu versetzen. Zur Erzeugung der abwechselnden Druckbeaufschlagung ist
bei der dargestellten Ausführungsform eine Steuereinrichtung 30 mit einem zusätzlichen
Steuerkolben 32 vorgesehen, welcher mit den in den Zylinderraum führenden Steuerleitungen
sowie am Schwingkolben 42 vorgesehene Steuerkanten eine eigenerregte Druckumschaltung
bewirkt. Eine derartige eigenerregte Steuerung eines oszillierenden Kolbens ist bereits
grundsätzlich aus dem Stand der Technik bei Hydraulikhämmern bekannt, so dass dieser
Steuerung nicht näher beschrieben werden muss.
[0028] Zur gegenseitigen Entlüftung der beiden endseitigen Zylinderkammern im Gehäuse 44
ist der Schwingkolben 42 mit einer durchgehenden Bohrung 47 versehen. Zusätzlich ist
das grundsätzlich abgeschlossene Gehäuse 44 über eine Entlüftungsbohrung 34 zum geschlossenen
Antriebsgehäuse 62 hin entlüftet.
[0029] Fig. 3 zeigt eine abgewandtelte Form des Schwingungserzeugers 40 von Fig. 2. Während
beim Schwingungserzeuger 40 von Fig. 2 die erste Kolbenfläche 48 und die zweite Kolbenfläche
gleich ausgebildet waren, ist bei der Ausführungsform von Fig. 3 die zweite Kolbenfläche
49 doppelt so groß wie die erste Kolbenfläche 48. Zudem münden in das Gehäuse 44 nur
zwei Druckleitungen 1 und 2. Als Steuereinrichtung können elektrisch oder hydraulisch
betätigte Ventile vorgesehen sein, welche nicht näher dargestellt sind. Hierdurch
lässt sich im Gegensatz zur Ausführung von Fig. 2 eine fremderregte, also von der
Stellung des Schwingkolbens 42 unabhängige Steuerung bewirken. Im Übrigen ist die
Ausführung von Fig. 3 entsprechend der Ausführung von Fig. 2 ausgebildet. Die Ausführung
in Fig. 3 kann auch mit der in Fig. 2 dargestellten Steuerung in eigenerregte Schwingungen
versetzt werden.
[0030] In dem Diagramm von Fig. 4 ist der Druckverlauf an den Druckanschlüssen 1 und 2 schematisch
dargestellt. So kann an dem Druckanschluss 1 ein konstanter Druck anliegen, während
an dem Druckanschluss 2 ein sich im Zeitverlauf wechselnder Druck anliegt, so dass
die gewünschte oszillierende Bewegung des Schwingkolbens 42 erzeugt wird. Als Reaktion
zur Schwingung des Schwingkolbens 42 wird eine Schwingung des Gehäuses 44 bewirkt,
welche sich über die ringförmige, zur Kolbenachse koaxiale Kontaktfläche zum Antriebsgehäuse
62 überträgt. Über das Antriebsgehäuse 62 des Bohrantriebes 60 werden die Schwingungen
auf das Arbeitselement 5 übertragen, so eine Rotationsbewegung eines Bohrgestänges
mit axialen Schwingungen überlagert werden kann.
[0031] Bei dem Bodenbearbeitungsgerät 10 gemäß Fig. 5 ist ein Schwingungserzeuger 40 eingesetzt,
wie er bereits bei der Ausführungsform von Fig. 2 beschrieben worden ist. Der Schwingungserzeuger
40 ist bei der in Fig. 5 dargestellten Ausführungsform über ein Flanschelement 22
starr mit einer Spanneinrichtung 50 verbunden. Die Spanneinrichtung 50 ist zum Halten
einer Spundwandbohle ausgebildet. Angebracht an einem vertikal verfahrbaren Schlitten
kann mittels dem gezeigten Bearbeitungsgerät 10 eine Spundwandbohle in den Boden gerammt
oder gerüttelt werden.
[0032] In Fig. 6 ist eine bevorzugte Aufhängung des Schwingungserzeugers 40 am Schlitten
20 gezeigt. An dem Schlitten 20 ist ein Gehäuse 24 befestigt, in welchem der Schwingungserzeuger
40 über Gummilager 26 elastisch aufgehängt ist. Die Gummilager 26 sind mit einer metallischen
Innen- und einer metallischen Außenbefestigung ausgebildet. Zwischen diesen beiden
metallischen, vorzugsweise ringförmigen Befestigungen befindet sich eine elastische
Gummimasse, welche eine zu starke Übertragung von Schwingungen vom Schwingungserzeuger
40 auf das Gehäuse 24 und den damit verbundenen Schlitten 20 vermeidet. Hierdurch
wird erreicht, dass der Großteil der Schwingungsenergie auf das in den Boden einzubringende
Arbeitselement 5 übertragen werden kann.
1. Bodenbearbeitungsgerät zum Einbringen eines Arbeitselementes (5) in den Boden unter
Verwendung von Schwingungen, mit einem Schwingungserzeuger (40), welcher zum Erzeugen
und Übertragen von Schwingungen auf das Arbeitselement (5) ausgebildet ist,
dadurch gekennzeichnet,
- dass der Schwingungserzeuger (40) mindestens einen Schwingkolben (42) aufweist, welcher
in einem Gehäuse (44) linear verschiebbar und beabstandet zum Arbeitselement (5) gelagert
ist,
- dass der Schwingkolben (42) zum Erzeugen von Schwingungen oszillierend angetrieben ist
und
- dass die Schwingungen über das Gehäuse (44) auf das Arbeitselement (5) übertragbar sind.
2. Bodenbearbeitungsgerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingkolben (42) hydraulisch angetrieben ist.
3. Bodenbearbeitungsgerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingkolben (42) eine erste Kolbenfläche (46) und eine zweite Kolbenfläche
(48) aufweist,
von denen wenigstens eine mit wechselndem Druck beaufschlagt wird.
4. Bodenbearbeitungsgerät nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kolbenflächen (46, 48) eine unterschiedliche Größe besitzen.
5. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingkolben (42) als ein Steuerkolben ausgebildet ist, mit welchem die wechselnde
Druckbeaufschlagung steuerbar ist.
6. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinrichtung vorgesehen ist, mit welcher die Bewegung des Schwingkolbens
(42) steuerbar ist.
7. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gehäuse (44) des Schwingungserzeugers (40) an einer Spanneinrichtung (50) zum
Halten des Arbeitselementes (5) angeordnet ist.
8. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Gehäuse (44) des Schwingungserzeugers (40) an einem Antriebsgehäuse (62) eines
Bohrantriebes (60) angeordnet ist und
dass das Arbeitselement (5) als ein Bohrwerkzeug ausgebildet ist.
9. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Schlitten (20) zum Aufnehmen des Arbeitselementes (5) vorgesehen ist, welcher
an einer Führung (19) verfahrbar gelagert ist.
10. Bodenbearbeitungsgerät nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Arbeitselement (5) relativ zum Schlitten (20) elastisch gelagert ist.
11. Bodenbearbeitungsgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schwingkolben (42) eine durchgehende Bohrung (47) aufweist.
12. Verfahren zum Einbringen eines Arbeitselementes (5) in den Boden, insbesondere mittels
eines Bodenbearbeitungsgerätes (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem Schwingungen
erzeugt und auf das Arbeitselement (5) bei dessen Einbringen in den Boden übertragen
werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Schwingungen mit mindestens einem Schwingkolben (42) erzeugt werden, welcher
in einem Gehäuse (44) linear verschiebbar und beabstandet vom Arbeitselement (5) gelagert
ist,
- dass der Schwingkolben (42) zum Erzeugen von Schwingungen oszillierend angetrieben wird
und
- dass die Schwingungen über das Gehäuse (44) auf das Arbeitselement (5) übertragen werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Arbeitselement (5) ein Bohrwerkzeug verwendet wird, welches rotierend angetrieben
wird, und
dass die Schwingungen in Bohrrichtung auf das Bohrwerkzeug übertragen werden.