[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen atmosphärischen Gasbrenner für dekorative Feuer
mit einer Mischkammer, die oberseitig durch ein die Flammenfläche vorgebendes Brennermedium
abgeschlossen ist und an der bodenseitig ein vormischendes Brenngas/Luft-Zufuhrsystem
mit einer Brenngas-Einschussdüse und mindestens einer Öffnung für die Zufuhr von Primärluft
angeschlossen ist.
[0002] Derartige Gasbrenner finden typischerweise Anwendung im Hausbereich für gas-befeuerte
dekorative Feuer, insbesondere für Kaminanwendungen. Hierbei wird häufig, durch Auflegen
von künstlichen Holzscheiten und/oder keramischer Asche ein dem offenen Holzfeuer
täuschend ähnliches Flammenbild erzeugt werden.
[0003] Angestrebt wird dabei ein "lebendiges Flammenbild" mit gelben Flammen zu erzeugen.
Dieses Ziel lässt sich durch eine optimierte Verteilung des Brenngas-/Luftgemisches
in der Mischkammer unterhalb der Brennermatte erreichen. Die Flammen sollen dabei
vorzugsweise die gesamte Höhe des Feuerraumes ausfüllen.
[0004] Gasbrenner der vorgenannten Art für dekorative Feuer sind in vielfältigen Ausführungsformen
durch die US-A-5,399,084; DE 199 20 772 A1; US-A-6,053,165; DE 197 49 537 A1; DE 90
13 793.0 U1 und DE 102 15 688 A1 bekannt geworden.
[0005] Es hat sich gezeigt, dass bei den vorgenannten atmosphärischen Gasbrennern das Flammenbild
weiterhin statisch und nicht sehr realistisch ist. Die Einbauten zur oben erwähnten
Verbesserung der Verteilung des Brenngas-/Luftgemisches in der Mischkammer bedingen
in nachteiliger Weise einen hohen Druckabfall im Brenner. Daher ist es notwendig,
eine relativ große Flammenfläche im Gasbrenner vorzusehen, um einen realistischen
Flammeneffekt zu erzielen.
[0006] Ferner begrenzen zwei wesentliche Forderungen des Marktes die Möglichkeiten der bekannten
Gasbrenner:
- Der Markt verlangt kleine kompakte Gasfeuer
- Gasfeuer der vorgenannten Art werden mehr und mehr Möbel in Wohnräumen. Sie verlieren
ihre Rolle als Heizquellen. Es muß daher eine niedrige Gasenergie zugeführt werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gasbrenner für dekorative Feuer der
eingangs genannten zu schaffen, der kompakt ist, ein realistisches (und kein statisches)
Flammenbild mit hoher Flamme besitzt, einen niedrigen Druckabfall aufweist und nur
eine geringe zugeführte Gasenergie benötigt, die typischerweise im Bereich von 2 ―
4 KW liegt.
[0008] Die Lösung dieser Aufgabe gelingt ausgehend von dem eingangs bezeichneten atmosphärischen
Gasbrenner für dekorative Feuer mit einer Mischkammer, die oberseitig durch ein die
Flammenfläche vorgebendes Brennermedium abgeschlossen ist und an der bodenseitig ein
vormischendes Brenngas/Luft-Zufuhrsystem mit einer Brenngas-Einschussdüse und mindestens
einer Öffnung für die Zufuhr von Primärluft angeschlossen ist gemäß der Erfindung
dadurch, dass in der Mischkammer ein Klein-Gebläse mit betrieblich im wesentlichen
horizontal verlaufenden Rotorblättern angeordnet ist.
[0009] Durch diese erfindungsgemäße Integration eines Klein-Gebläses werden die vorgenannten
Nachteile der bekannten einschlägigen Brenner (nicht kompakt, hoher Druckverlust)
vermieden und die erläuterten Markterfordernisse erfüllt. Durch die Erfindung gelingt
es, einen kompakten Gasbrenner für dekorative Feuer zu schaffen, der ein realistisches
Flammenbild mit hohen gelben Flammen erzeugt, einen kleinen Druckabfall aufweist und
eingangsseitig eine geringe Gasenergie benötigt.
[0010] Aus der GB 2 345 956 A ist ein atmosphärischer Gasbrenner für dekorative Feuer bekannt,
bei dem mittels eines Wechselstrommotors oder alternativ mittels eines Niedervolt-Gleichstrommotors
eine Vorrichtung mit unterschiedlich gestaltbarer flügelartiger Form stromauf einer
Brennerplatte in einer Kammer zur Beeinflussung der Flammenform gedreht wird. Die
Kammer, der das Brenngas über die drehende Vorrichtung zugeführt wird, ist mit einem
Granulat eines nicht brennbaren Mediums gefüllt, das zur Verteilung des Brenngases
dient, wobei durch die drehende Vorrichtung nach Art eines Rührwerkes die Verteilung
des Granulates unter Beeinflussung der Flammenform veränderbar ist.
[0011] Aus der GB 2 381 309 A ist ein weiterer atmosphärischer Gasbrenner für dekorative
Feuer bekannt, der ein horizontal drehbar gelagertes Brenner-Rohr, dem im Innern Brenngas
zugeführt wird und das an der Peripherie Austrittsöffnungen für die Flammen besitzt,
aufweist. Unterhalb dieses Brenner-Rohres ist ein Kleingebläse angeordnet mit einer
sich horizontal entlang des Brenner-Rohres erstreckenden, von einem Elektromotor antreibbaren
Welle, auf der sich radial erstreckende wassermühlenartige Schaufelleisten angebracht
sind. Durch eine Drehung dieses Kleingebläses wird die Luft um das Brenner-Rohr verwirbelt,
wodurch wiederum die aus dem Brenner-Rohr austretenden Flammen verändert werden.
[0012] Die beiden durch diese GB-Druckschriften bekannten Gasbrenner für dekorative Feuer
haben daher einen anderen Aufbau als der Gasbrenner nach der Erfindung, wobei im Fall
der erstzitierten GB-Schrift kein Luftverteilungs-Gebläse und im Fall der letzteren
GB-Schrift keine horizontal verlaufenden Rotorblätter eines Gebläses vorgesehen sind.
[0013] Ausgestaltungen der Erfindung sind in Unteransprüchen gekennzeichnet und ergeben
sich zudem aus der Figurenbeschreibung.
[0014] Anhand einer in der Zeichnung in einer einzigen Figur dargestellten Ausführungsform
der Erfindung wird diese näher beschrieben.
[0015] Die Figur zeigt in einer stark schematisierten Längsschnitt-Darstellung einen atmosphärischen
Gasbrenner für dekorative Feuer, der in konventioneller Weise eine Mischkammer 1 aufweist,
die oberseitig durch ein die Flammenfläche vorgebendes Brennermedium in Form einer
Brennermatte 2 abgeschlossen ist.
[0016] Das Brennermedium kann mit üblichen, konventionellen Mitteln realisiert werden, z.B.
mit vliesartigen Brennermatten aus keramischen oder metallischen Fasern, bzw. aus
Keramikschaum, aus keramischen Lochplatten, aus porösen Steinplatten oder aus perforierten
Metallplatten.
[0017] Die Geometrie der Mischkammer 1 kann vielgestaltig sein. Im Fall der dargestellten
Ausführung ist die Mischkammer als quaderförmige Dose ausgebildet. Sie kann aber auch
in Draufsicht mehreckig, rund, oval ausgebildet sein, d.h. im Prinzip irgendeine gewünschte
Geometrie aufweisen. Das gleiche gilt für die Brennermatte.
[0018] Die Mischkammer 1 weist ein Bodenteil 3 mit einer mittigen Öffnung 3 a auf. An diesem
Bodenteil 3 ist ferner ein vormischendes Brenngas/Luft-Zufuhrsystem 4 angebracht,
mit einer Brenngas-Einschussdüse 5 und einer symbolisch dargestellten Öffnung 6 für
die Primärluft, die in dem Brenngas/Luft-Zufuhrsystem 4, das insbesondere durch ein
Venturi-Rohr gebildet ist, mit dem Brenngas vorgemischt wird. Die Anzahl der Öffnungen
6 bestimmt sich nach der Art des Brenngases. Beispielsweise erfordert Flüssiggas mehr
Öffnungen als Erdgas. Die Löcher können rund sein, aber auch eckig bzw. können generell
eine beliebige Konfiguration haben. Der Betrag der zugeführten Primärluft soll durch
entsprechende Ausbildung der Löcher 6 so gewählt werden, dass sich garantiert eine
gelbe Flamme ergibt.
[0019] Die Auslassöffnung des Brenngas/Luft-Zufuhrsystems 4 fällt mit der mittigen Öffnung
3 a zusammen, wodurch das vorgemischte Brenngas/Luft-Gemisch in die Mischkammer 1
einströmt und dort verwirbelt wird. Eine übliche Verteilerplatte 7 in der Mischkammer
1 unterhalb der Brennermatte 2 fördert die homogene Verteilung des Gemisches.
[0020] In der Mischkammer 1 ist ein Klein-Gebläse 8 integriert, dessen Rotorblätter 8 a
oberhalb der Öffnung 3 a im Bodenteil 3 horizontal liegend positioniert sind. Synonym
zum Begriff "Klein-Gebläse" soll auch der Begriff "Klein-Ventilator" verstanden werden.
Diese Begriffe charakterisieren Gebläse bzw. Ventilatoren bis zu einer Leistung von
5 ― 20 l/min. Das Klein-Gebläse 8 besitzt ferner einen elektrischen Motor 8 b, der
wegen der potentiellen Explosionsgefahr außerhalb der Mischkammer 1 angeordnet ist.
Er kann beispielsweise durch einen 24 V-Gleichstrommotor oder durch einen 220 V-Wechseistrommotor
gebildet sein. Seine vertikal ausgerichtete Antriebswelle 8 c durchdringt das Unterteil
des vormischenden Brenngas/Luft-Zufuhrsystems 4. An der Durchdringungsstelle sorgt
eine die Welle 8 c umgebende Dichtung 9 für einen gasdichten Abschluss.
[0021] Der Motor des Gebläses 8 weist eine entsprechend der geforderten kleinen Gebläseleistung
relativ geringe Drehzahl auf. Durch die Strömungs-Unterstützung des Klein-Gebläses
8 ist der Druckabfall des Gasbrenners im Verbrennungsraum nicht mehr so relevant.
Sie ermöglicht daher dem Konstrukteur, die Brennfläche des Gasbrenners zu reduzieren,
d.h. einen kompakten Gasbrenner zu schaffen. Da das Klein-Gebläse die Strömung vertikal
nach oben richtet, entstehen lange, vertikale Flammen. Dabei erzeugt das Klein-Gebläse
8 Turbulenzen in der Mischkammer 1, welche signifikant das realistische Flammenbild
10 des Gasbrenners verbessern. Die Verteilerplatte 7 beeinflusst dabei die Verbrennung
nur leicht.
[0022] Ferner kann durch die Kapazität des Klein-Gebläses im Vergleich zu den gegenwärtigen
Systemen die benötigte Menge an Brenngas reduziert werden.
[0023] Der dargestellte Gasbrenner besitzt eine durchgehende Brennfläche. Er kann aber auch
mehrere beabstandet angeordnete Brennflächen aufweisen.
1. Atmosphärischen Gasbrenner für dekorative Feuer mit einer Mischkammer (1), ist. die
oberseitig durch eine die Flammenfläche vorgebende Brennermatte (2) abgeschlossen
ist und an der bodenseitig ein vormischendes Brenngas/Luft-Zufuhrsystem (4) mit einer
Brenngas-Einschussdüse (5) und mindestens einer Öffnung (6) für die Zufuhr von Primärluft
angeschlossen ist, dadurch gekennzeichnet, dass in der Mischkammer (1) ein Klein-Gebläse (8) mit betrieblich im wesentlichen horizontal
verlaufenden Rotorblättern (8 a) angeordnet ist.
2. Gasbrenner nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischkammer (1) bodenseitig eine Öffnung (3 a) aufweist, an welche die Austrittsöffnung
des vormischenden Brenngas/Luft-Zufuhrsystems (4) angeschlossen ist und in deren Bereich
das Klein-Gebläse (8) angeordnet ist.
3. Gasbrenner nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Klein-Gebläse (4) einen Elektromotor (8 b) als Antrieb aufweist, der außerhalb
der Mischkammer (1) und des Brenngas/Luft-Zufuhrsystems (4) angeordnet ist, und dessen
vertikal ausgerichtete Antriebswelle (8 c) über eine gasdichte Dichtung (9) von außen
in das Innere der Mischkammer (1) geführt ist.
4. Gasbrenner nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (8 b) ein Niedervolt-Gleichstrommotor ist.
5. Gasbrenner nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (8 b) ein Wechselstrommotor ist.
6. Gasbrenner nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Leistung des Klein-Gebläses (8) im Bereich von 5 ― 20 l/min liegt.
7. Gasbrenner nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (6) für die Zufuhr von Primärluft so bestimmt ist, dass eine Primärluftmenge
zuführbar ist, die ein gelbes Flammenbild erzeugt.