[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum externen Überwachen eines Verkehrsmittels,
bei welchem Information hinsichtlich des Verkehrsmittels mit Hilfe von zumindest einer
bordeigenen Überwachungseinrichtung erfasst wird, und bei welchem diese Information
dann zu einer bordeigenen, im Verkehrsmittel zentral angeordneten Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
übertragen und gespeichert wird, und anschließend zu zumindest einem bordfremden Zentralrechner
übertragen sowie in einer an den zumindest einen Zentralrechner angeschlossenen Datenbank
gespeichert wird. Die Erfindung betrifft ferner ein Überwachungssystem zum externen
Überwachen eines Verkehrsmittels, mit zumindest einer für den bezüglich des Verkehrsmittels
bordeigenen Einsatz vorgesehenen Überwachungseinrichtung zum Erfassen von Information
hinsichtlich des Verkehrsmittels, einer für den bordeigenen Einsatz vorgesehenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
zum Empfangen und Speichern der Information, sowie mit zumindest einem für den bezüglich
des Verkehrsmittels bordfremden Einsatz vorgesehenen Zentralrechner zum Empfangen
der Information von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung und zum Speichern der
Information in einer an den Zentralrechner angeschlossenen Datenbank.
[0002] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung sind unter dem Begriff "Verkehrsmittel" nicht
nur sogenannte öffentliche Verkehrsmittel zu verstehen, sondern alle Verkehrsmittel,
also beispielsweise Flugzeuge, Schiffe, Busse, Schienenfahrzeuge und Personenkraftfahrzeuge.
[0003] Derartige Verfahren sowie entsprechende Überwachungssysteme sind beispielsweise zur
Überwachung öffentlicher Einrichtungen und Verkehrsmittel bekannt. Allerdings können
bei diesen Systemen die im Gesetz normierten, strengen Datenschutzauflagen nur mit
großen Schwierigkeiten und hohem finanziellen und technischen Aufwand eingehalten
werden. Zur Überwachung von Reisebussen oder Personenzügen, wie etwa Fernzügen und
S-/U-Bahnen, werden zur Zeit verschiedene Systemlösungen eingesetzt, die in der Regel
auf einer Video-Überwachung basieren, bei welcher mit mehreren Kameras Bildinformation
aufgenommen und anschließend auf einer in einem als Aufzeichnungsgerät dienenden Arbeitsplatzrechner
integrierten Wechselfestplatte an einer zentralen Stelle des Verkehrsmittels (beispielsweise
im Triebwagen oder beim Busfahrer) zwischengespeichert werden. Hier hat sich gezeigt,
dass einerseits aufgrund der nur begrenzten Speicherkapazität der zur Zeit verfügbaren
Wechselfestplatten und andererseits aufgrund der bei einer Kameraüberwachung anfallenden
Datenmenge eine umfassende und kontinuierliche Überwachung des Verkehrsmittels nur
möglich ist, wenn eine hinreichend hohe Anzahl Wechselfestplatten bereitgestellt wird.
Auch wenn das Auswechseln der Festplatten während der laufenden Überwachung aus technischer
Hinsicht eher als unproblematisch angesehen werden kann, treten nach dem Austausch
der bespielten Festplatten insofern Schwierigkeiten auf, als es sich aus datenschutzrechtlicher
Sicht bei dem Datenmaterial um äußerst kritisches Material handelt, welches nur noch
für ausgewähltes Personal zugänglich sein darf. Dies führt dazu, dass die gesamte
Handhabung des Überwachungssystems aufwendig und kostenintensiv wird.
[0004] In der Regel funktionieren die bekannten Überwachungssysteme durchgehend nach dem
gleichen Prinzip, wonach mit mehreren in dem Verkehrsmittel vorgesehenen Kameras zunächst
Überwachungsbilder aufgenommen und auf der in dem Aufzeichnungsgerät integrierten
Wechselfestplatte zwischengespeichert werden. Da allerdings die Auswertung und/oder
Archivierung der Überwachungsbilder in der Regel nicht im Verkehrsmittel selber, sondern
in einer bordfremden, externen Auswertestation erfolgen muss, ist es notwendig, die
Überwachungsbilder von dem bordeigenen Aufzeichnungsgerät zu der externen Auswertungsstation
zu übertragen. Dies erfolgt zur Zeit manuell, und zwar indem die während der Fahrt
des Verkehrsmittels bespielten Wechselfestplatten mit unbespielten Wechselfestplatten
ausgetauscht und die bespielten Wechselfestplatten manuell der Auswertungsstation
übergeben werden, bei der dann die Auswertung der Bilddaten erfolgt. Allerdings darf
aufgrund des Datenschutzes nur autorisiertes Personal diese Platten im bordeigenen
Aufzeichnungsgerät austauschen bzw. bei der bordfremden Auswertestation in Empfang
nehmen. Bei Verkehrsunternehmen, die ein solches Überwachungssystem einsetzen und
eine kontinuierliche Überwachung ihrer jeweiligen Verkehrsmittel wünschen, führt dieses
zwangsläufig dazu, dass der Austausch der Wechselfestplatten nur mit einer gut durchorganisierten
Logik durchführbar ist. Um nämlich einerseits den Betrieb des Unternehmens nicht zu
verzögern und andererseits den gesetzlichen Datenschutzauflagen gerecht zu werden,
müssen ständig Datenschutzbeauftragte des Verkehrsunternehmens mobil im Einsatz sein,
um die in den einzelnen Verkehrsmitteln bespielten Wechselfestplatten in Empfang zu
nehmen und bei der Auswertestation abzuliefern.
[0005] Ein weiteres Problem bei den aus dem Stand der Technik bekannten Systemen zur Überwachung
von Verkehrsmitteln liegt darin, dass die aufgezeichneten Bilddaten nach dem Austausch
der Wechselfestplatten in den Auswertestationen häufig nur als Rohdaten abgelegt und
nicht entsprechend archiviert werden. Somit liegen keine aufbereiteten Daten vor,
auf die zum Beispiel über ein Netzwerk augenblicklich zugegriffen werden kann. Dies
ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass aufgrund der aufwendigen Übertragung
von dem bordeigenen Aufzeichnungsgerät zu der bordfremden Auswertestation ab dem Zeitpunkt
der eigentlichen Aufzeichnung der Bilder im Verkehrsmittel zu dem Zeitpunkt der möglichen
Auswertung in der Auswertestation so viel Zeit verstrichen ist, dass die Bilder nicht
mehr aktuell und somit oftmals auch nicht mehr beispielsweise für eine schnelle Aufklärung
einer Straftat interessant sind. Zum Freigeben der in den Auswertestationen vorhandenen,
in der Regel nur beschränkten Speicherkapazität werden die Bilddaten vielmehr in der
Regel bereits schon kurze Zeit nach Ihrem Empfang wieder gelöscht. Für eine schnelle
Aufklärung eines Tatbestandes, wofür die Bilddaten möglichst schnell ausgewertet und
entsprechend aufbereitet vorliegen müssen, ist aus den genannten Gründen der Nutzen
der herkömmlichen Überwachungssysteme fraglich.
[0006] Neben den bereits erläuterten grundsätzlichen Problemen der bekannten Überwachungssysteme
treten bei den bordeigenen Überwachungssystemen auch noch weitere technische Schwierigkeiten
auf. Diese Schwierigkeiten sind darauf zurückzuführen, dass die Kameras in den einzelnen
Wagenkästen des Verkehrsmittels über drahtgestützte Datenleitungen mit dem im Verkehrsmittel
zentral angeordneten Aufzeichnungsgerät verbunden sind. Diese drahtgestützten bzw.
kabelgebundenen Systeme erweisen sich insofern als problematisch, wenn einzelne Wagenkästen
des Verkehrsmittels im Betrieb ausgewechselt bzw. abgekoppelt werden müssen. Aufgrund
der in der Regel nur eng begrenzten Speicherkapazität der eingesetzten Wechselfestplatten
des bordeigenen Aufzeichnungsgeräts dürfen ferner die Bilddaten der zur Überwachung
eingesetzten Kameras zwangsläufig nur eine niedrige Auflösung aufweisen, um die Speichergröße
der einzelnen Bilder möglichst zu minimieren. Aufgrund dieser geringen Auflösung sowie
der häufig konkurrierend eingesetzten hohen Datenkompression ist der Informationsgehalt
der einzelnen Bilder gering, was zusätzlich den Sinn und Zweck der herkömmlichen Überwachungssysteme
in Frage stellt.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt somit das technische Problem zugrunde, ein Verfahren
zum externen Überwachen eines Verkehrsmittels der eingangs genannten Art sowie ein
entsprechendes Überwachungssystem anzugeben, mittels derer bei einer vom Verkehrsmittel
extern angeordneten Auswertestation ein - bezogen auf den Zeitpunkt der Bildaufnahme
im Verkehrsmittel - zeitlich nahezu unverzögerter Zugriff auf die im Verkehrsmittel
erfasste Bildinformation möglich ist.
[0008] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass das Übertragen der Information zu dem zumindest einen bordfremden
Zentralrechner automatisch erfolgt.
[0009] Das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende technische Problem wird ferner durch
ein Überwachungssystem zum Durchführen des vorstehend genannten Verfahrens gelöst,
welches durch eine für den bezüglich des Verkehrsmittels bordeigenen Einsatz vorgesehene
Steuervorrichtung zum automatischen Steuern der Übertragung der Information von der
Informations-Aufzeichnungsvorrichtung zu dem zumindest einen Zentralrechner gekennzeichnet
ist.
[0010] Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, dass ein einfach zu realisierendes
und dabei sehr effektives Verfahren zur Optimierung der externen Überwachung eines
Verkehrsmittels erzielbar ist. Durch das automatische Übertragen der Information zu
dem Zentralrechner ist insbesondere nicht mehr ein manuelles Auswechseln von Wechselfestplatten
der im Verkehrsmittel zentral angeordneten Informations-Aufzeichnungsvorrichtung nötig.
Hierdurch entfällt somit ein manuelles Handling der im Betrieb des Verkehrsmittels
aufgenommenen Bilddaten. So ist es beispielsweise denkbar, dass entlang der Wegstrecke
des Verkehrsmittels jeweils ein bordfremder Zentralrechner in einem bestimmten Abstand
zu einem benachbarten weiteren bordfremden Zentralrechner vorgesehen ist, wobei der
dem Verkehrsmittel am nächsten liegende Zentralrechner jeweils von der im Verkehrsmittel
zentral angeordneten, bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung die zu übertragene
Information empfängt. Dabei können die jeweiligen bordfremden Zentralrechner als ortsfest
installierte und diebstahlsicher ausgeführte Einzelrechner ausgeführt sein. In dem
Fall, wenn das erfindungsgemäße Verfahren bzw. das erfindungsgemäße Überwachungssystem
zur Überwachung von beispielsweise Personenzügen eingesetzt wird, können die jeweiligen
bordfremden Zentralrechner in Bahnhöfen bzw. auf Bahnsteigen angeordnet sein, welche
auf der planmäßigen Wegstrecke des Verkehrsmittels liegen. Wenn die Auswertung und/oder
Aufbereitung der von dem Verkehrsmittel automatisch übertragenen Daten nicht bei den
jeweiligen Zentralrechner erfolgt, ist es ferner denkbar, dass die jeweiligen Zentralrechner
beispielsweise über eine DSL- oder ISDN-Leitung mit einem oder mehreren zentralen
Datenbankserver der Betreibergesellschaft verbunden sind, bei dem oder denen dann
die Auswertung und/oder Aufbereitung der von dem Verkehrsmittel übertragenen Information
stattfindet. Dies ermöglicht es in vorteilhafter Weise, dass die im Verkehrsmittel
aufgezeichneten Daten unmittelbar nach der automatischen Übertragung von der bordeigenen
Informations-Aufzeichnungsvorrichtung zu dem jeweiligen bordfremden Zentralrechner
dem zentral angeordneten Datenbankserver zugeführt werden können, und hier als aufbereitete
Daten abrufbar vorliegen. Alternativ hierzu können die vom Verkehrsmittel übertragenen
Bilddaten (Information) aber auch in den jeweiligen Zentralrechner gespeichert und/oder
ausgewertet werden, so dass jederzeit auf diese Information über ein an den Zentralrechner
angeschlossenes Netzwerk zugegriffen werden kann. Insbesondere wenn auf dem planmäßigen
Streckenverlauf des Verkehrsmittels eine Vielzahl solcher Zentralrechner vorgesehen
ist, stehen die im Verkehrsmittel aufgenommenen Bilddaten unmittelbar nach deren Aufnahme
dem Datenbankserver zur Verfügung. Insbesondere ermöglicht das erfindungsgemäße Verkehrsmittel-Überwachungsverfahren
in kurzen Zeitabschnitten ein Laden bzw. Übertragen der in der bordeigenen Überwachungseinrichtung
gespeicherten Bild-Information auf bzw. zu einem der Vielzahl der an der Wegstrecke
des Verkehrsmittels angeordneten Zentralrechner, so dass die zum Speichern der Bild-Information
in der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung vorgesehene Bilddaten-Speicherkapazität
nach regelmäßigen und kurzen Zeitabschnitten wieder freigegeben werden kann. Dieses
ermöglicht es, dass der Qualität der aufgezeichneten Bild-Information nahezu keine
speicherplatzabhängigen Beschränkungen auferlegt ist.
[0011] Mit dem erfindungsgemäßen Überwachungssystem wird eine Möglichkeit zur Durchführung
des vorstehend beschriebenen Verfahrens angegeben. Hierbei ist zur automatischen Steuerung
der Übertragung der Information von der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
zu dem zumindest einen bordfremden und an der Wegstrecke des Verkehrsmittels vorgesehenen
Zentralrechner eine geeignete, mit den jeweiligen Zentralrechnern korrespondierende
bordeigene Steuervorrichtung vorgesehen. Diese Steuervorrichtung startet automatisch
die Übertragung der Informationsdaten von der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
zu dem zumindest einen Zentralrechner, sobald sich das Verkehrsmittel in Reichweite
des Zentralrechners befindet. Des weiteren bewirkt die Steuervorrichtung, dass nach
der Übertragung die gesendeten Informationsdaten von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
gelöscht und/oder von neuen Informationsdaten der im Verkehrsmittel vorgesehenen Überwachungseinrichtungen
überschrieben werden.
[0012] Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind bezüglich des Verfahrens in den Unteransprüchen
2 bis 5 und bezüglich der Vorrichtung in den Unteransprüchen 7 bis 10 angegeben.
[0013] So ist für das Verfahren bevorzugt vorgesehen, dass das automatische Übertragen der
Information zu einem der Zentralrechner in Abhängigkeit von der Position des Verkehrsmittels
relativ zu einem der Zentralrechner erfolgt. In dem Fall, wenn entlang der planmäßigen
Wegstrecke des Verkehrsmittels eine hinreichende Vielzahl voneinander beabstandeter
Zentralrechner ortsfest vorgesehen ist, ermöglicht die automatische Übertragung der
Information von der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung zu jeweils dem
sich am nächsten zum Verkehrsmittel befindlichen Zentralrechner einerseits eine hinsichtlich
des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses optimale Signalübertragung und andererseits eine
Positionsbestimmung des sich fortbewegenden Verkehrsmittels, und zwar indem der jeweilige
Zentralrechner, der zu einer bestimmten Zeit mit der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
kommuniziert, gleichzeitig die Position des Verkehrsmittels zu dieser Zeit bestimmt.
Dabei ist es grundsätzlich denkbar, dass das Übertragen der Information automatisch
beginnt, sobald sich das Verkehrsmittel in Reichweite eines geeigneten, insbesondere
eines am nächsten zum Verkehrsmittel befindlichen Zentralrechners befindet. Die Automatisierung
der Übertragung kann anhand der Position des Verkehrsmittels relativ zu dem Zentralrechner
bestimmt werden.
[0014] Besonders bevorzugt erfolgt das Übertragen der Information zu dem bordfremden Zentralrechner
drahtlos, beispielsweise über eine geeignet ausgelegte Luftschnittstelle. Insbesondere
ist die Luftschnittstelle zwischen der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
und dem bordfremden Zentralrechner derart ausgelegt, um nicht nur eine berührungslose
Übertragung bereitzustellen, sondern auch um eine Übertragung der Information während
der Fahrt des Verkehrsmittels zu ermöglichen. Dadurch ist es möglich, dass entlang
der planmäßigen Wegstrecke des Verkehrsmittels die Zentralrechner nicht nur an solchen
Standorten eingesetzt werden können, bei welchen das Verkehrsmittel planmäßig anhält
(z.B. Bahnhof), vielmehr können sie sich an beliebigen Standorten entlang der Wegstrecke
befinden.
[0015] Bei der Übertragung der Information von der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
zu dem zumindest einen bordfremden Zentralrechner findet bevorzugt eine Zeit-Synchronisation
statt. Bei einer kontinuierlichen Aufzeichnung der Information mit Hilfe der bordeigenen
Überwachungseinrichtung sowie einer regelmäßigen Übertragung der Information von der
bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung zu den bordfremden Zentralrechnern
ist es demnach möglich, aufgrund der Zeit-Synchronisation die Bewegung bzw. die Position
des Verkehrsmittels in Abhängigkeit der Zeit festzustellen. Denkbar wäre hierbei ferner,
dass bei jeder Datenübertragung die bordeigene Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
mit der exakten Zeit synchronisiert wird, infolgedessen jederzeit und nahezu in Echtzeit
die Position des Verkehrsmittels beispielsweise mit Hilfe eines GPS-Systems feststellbar
ist. Somit ist auch bei einem Alarmfall immer die genaue Position des Verkehrsmittels
bekannt.
[0016] Besonders bevorzugt wird die von den bordeigenen Überwachungseinrichtungen erfasste
Information, bevor diese zu der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
übertragen wird, zunächst zu zumindest einer den jeweiligen Überwachungseinrichtungen
entsprechend zugeordneten, bordeigenen Hub-Vorrichtung übertragen. Diese Hub-Vorrichtung
dient zum Regeln der von den einzelnen Überwachungseinrichtungen erfassten Information.
Die Hub-Vorrichtung bündelt dabei die von den jeweils zugeordneten Überwachungseinrichtungen
erfasste Bild- und Ton-Information und überträgt diese anschließend zu der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung.
Dabei ist auch denkbar, dass die Übertragung von der Hub-Vorrichtung zu der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
über eine geeignete Luftschnittstelle, beispielsweise über eine mit einem Wireless-LAN-Sender/Empfängersystem
bereitgestellte Schnittstelle erfolgt. Im Vergleich zu einer drahtgestützten Informationsübertragung
entfällt hiermit in vorteilhafter Weise eine drahtgebundene Leitung, wodurch potentiell
auftretende Probleme beim An- bzw. Abkoppeln weiterer Wagenkästen an das Verkehrsmittel
umgangen werden können.
[0017] Als vorteilhafte Weiterbildung zum erfindungsgemäßen Überwachungssystem ist eine
für den bezüglich des Verkehrsmittels bordeigenen Einsatz vorgesehene Standort-Bestimmungseinrichtung
zum Bestimmen der relativen Position des Verkehrsmittels zu einem der Zentralrechner
vorgesehen. Dabei ist denkbar, dass diese Standort-Bestimmungseinrichtung beispielsweise
ein GPS-System ist, welches kontinuierlich der im Überwachungssystem vorgesehenen
Steuervorrichtung die geographische Position des Verkehrsmittels liefert. Somit kann,
wenn die geographische Position der einzelnen Zentralrechner bekannt ist, in der Steuervorrichtung
kontinuierlich die relative Position des Verkehrsmittels zu einem der entlang der
planmäßigen Wegstrecke des Verkehrsmittels angeordneten Zentralrechner bestimmt werden.
Hierdurch ist es möglich, die Übertragung der mit Hilfe der bordeigenen Überwachungseinrichtungen
erfassten Information zu einem ausgewählten, sich in Reichweite des Verkehrsmittels
befindlichen Zentralrechners zu initiieren bzw. zu steuern.
[0018] Besonders vorteilhaft ist es, wenn zumindest eine für den bezüglich des Verkehrsmittels
bordeigenen Einsatz vorgesehene Hub-Vorrichtung bereitgestellt wird, wobei diese Hub-Vorrichtung
die von den einzelnen Überwachungseinrichtungen erfasste Information regelt. So ist
es beispielsweise denkbar, dass diese Hub-Vorrichtung zunächst die einzelnen von den
jeweiligen bordeigenen Überwachungseinrichtungen erfasste Bild- und Ton-Information
entsprechend bündelt, und diese gebündelte Information anschließend zu einer drahtlosen
Luftschnittstellen-Einrichtung überträgt, mittels derer die Information letztendlich
zu der zentral angeordneten Informations-Aufzeichnungsvorrichtung übertragen wird.
Die hierbei eingesetzte drahtlose Luftschnittstellen-Einrichtung kann beispielsweise
ein Wireless-LAN-Sender/Empfängersystem sein. Selbstverständlich sind hier aber auch
andere Ausführungsformen zur technischen Realisierung der Übertragung der Information
von den einzelnen Überwachungseinrichtungen zu der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
denkbar.
[0019] Besonders bevorzugt ist ferner eine für den bezüglich des Verkehrsmittels bordeigenen
Einsatz vorgesehene Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung zum drahtlosen Übertragen
der von den einzelnen bordeigenen Überwachungseinrichtungen erfassten Information
zu einem der bordfremden Zentralrechner vorgesehen. Bei einer entsprechenden Auslegung
der Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung kann somit auf besonders einfache aber
effiziente Weise eine Übertragung der im Verkehrsmittel erfassten Information zu den
jeweiligen Zentralrechnern erreicht werden, wodurch insbesondere auch eine Übertragung
der Information während der Fahrt des Verkehrsmittels möglich ist.
[0020] Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Überwachungssystems,
in welchem das erfindungsgemäße Überwachungsverfahren implementiert ist, anhand der
Zeichnungen näher erläutert.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Überwachungssystems;
- Fig. 2A
- eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Überwachungssystems bei einer beispielhaften Anwendung in einem Personen-Reisezug;
und
- Fig. 2B
- das Überwachungssystem der Fig. 2A in einer vergrößerten Darstellung.
[0022] Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer bevorzugten Ausführungsform des
erfindungsgemäßen Überwachungssystems. Das Überwachungssystem der dargestellten Ausführungsform
dient zum Überwachen eines in der Fig. 1 nicht explizit dargestellten Verkehrsmittels.
Dabei weist das Überwachungssystem auf der Verkehrsmittel-Seite (Systemebene I) insgesamt
zwölf für den bezüglich des Verkehrsmittels bordeigenen Einsatz vorgesehene Überwachungseinrichtungen
3 auf, die in bevorzugter Weise Kameras, insbesondere Netzwerkkameras sind. Diese
Überwachungseinrichtungen 3 erfassen Bildinformation 2 hinsichtlich des Verkehrsmittels,
wandeln diese Information 2 intern um, und übertragen die umgewandelte Information
2 anschließend über ein geeignetes Netzwerkprotokoll, beispielsweise das TCP/IP- Protokoll,
zu einer für den bordeigenen Einsatz vorgesehenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4.
[0023] Die in der Fig. 1 gezeigte Ausführungsform ist exemplarisch für ein Verkehrsmittel
ausgelegt, welches sich aus drei Wagenkästen A, B, C sowie einem Triebwagen T zusammensetzt.
Je Wagenkasten A, B, C sind vier Überwachungseinrichtungen bzw. Kameras 3 vorgesehen,
die im Innenraum oder Außenbereich des jeweiligen Wagenkastens geeignet positioniert
und ausgerichtet sind, um das Geschehen im Wagenkasten bzw. die Außenszene außerhalb
des Wagenkastens aufzuzeichnen. In bevorzugter Weise ist die Bildrate pro Kamera 3
flexibel einstellbar. So ist es beispielsweise möglich, die Bildrate basierend auf
der Bewegung im Bildbereich der jeweiligen Kamera 3 zu steuern, in bevorzugter Weise
mit einer maximalen Bildrate von 16 Bildern pro Sekunde und in Farbe. Die Kameras
3 können in geeigneten Gehäusen verbaut sein, um eine hinsichtlich Vandalismus geschützte
Unterbringung zu gewährleisten.
[0024] Wie dargestellt, erfolgt der Datentransfer der jeweiligen Kameras 3 über ein Netzwerkkabel
12 zu einer entsprechend vorgesehenen Hub-Vorrichtung 8. In jedem der Wagenkästen
A, B, C bildet die entsprechende Hub-Vorrichtung 8 jeweils einen Verteilerpunkt aus
und dient dazu, die Bild- und/oder Ton-Information der pro Wagenkasten vorgesehenen
Kameras 3 zu bündeln.
[0025] Die Spannungsversorgung der Kameras 3 sowie die der Hub-Vorrichtung 8 erfolgt in
bevorzugter Weise über ein herkömmliches, je Wagenkasten vorgesehenes Netzteil (nicht
dargestellt). Dabei ist es möglich, die Kameras 3 über das bereits erwähnte Netzwerkkabel
12 mit Spannung zu versorgen, um eine weitere Verkabelung zu vermeiden. Demnach kann
erreicht werden, dass pro Wagenkasten nur ein Netzteil benötigt wird, welches derart
ausgelegt ist, dass sämtliche Geräte pro Wagenkasten (Hub-Vorrichtung 8, Kameras 3)
mit der geeigneten Versorgungsspannung versorgt werden.
[0026] Wie bereits erwähnt, bündelt die Hub-Vorrichtung 8 zunächst die von den Kameras 3
des jeweiligen Wagenkastens erfasste Information. Anschließend überträgt sie diese
gebündelte Information zu einer für jeden Wagenkasten einzeln vorgesehenen Luftschnittstellen-Vorrichtung
11, 11'. Diese Luftschnittstellen-Vorrichtung 11, 11' ist beispielsweise aus einem
Wireless-LAN-Sender/Empfängersystem aufgebaut. In der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform
setzt sich die Luftschnittstellen-Vorrichtung 11, 11' aus zwei Wireless-LAN-Sender/Empfänger-Einrichtungen
zusammen. Die beiden Wireless-LAN-Sender/Empfänger-Einrichtungen 11, 11' sind über
ein Netzwerkkabel 13 mit der entsprechenden Hub-Vorrichtung 8 verbunden und dafür
vorgesehen, dass sie jeweils an den jeweiligen Kopfenden des Wagenkastens angebracht
werden.
[0027] Beispielsweise ist die Wireless-LAN-Sender/Empfänger-Vorrichtung 11, 11' so ausgelegt,
dass sie mit einer Sendeleistung von maximal 300 mW und mit einer Übertragungsrate
von 108 MB/s zu einem am Kopfende eines benachbarten Wagenkastens vorgesehenen Gegenstück
(Wireless-LAN-Sender/Empfänger-Vorrichtung 11, 11') sendet. Dabei ist vorgesehen,
dass die Übertragungsstrecke von einer Wireless-LAN-Sender/Empfänger-Vorrichtung 11,
11' eines ersten Wagenkastens zu einer Wireless-LAN-Sender/ Empfänger-Vorrichtung
11, 11' eines benachbarten zweiten Wagenkastens stark gebündelt ist, beispielsweise
derart, dass nur ein Öffnungswinkel von maximal 45° erreicht wird. Diese Bündelung
dient dazu, den Datentransfer über die Luftschnittstellen-Vorrichtung 11, 11' abhörsicher
zu gestalten. Alternativ bzw. zusätzlich hierzu kann eine entsprechend verschlüsselte
Übertragung angewandt werden, um den Datenschutzauflagen zusätzlich Sorge zu tragen.
Allerdings wird bereits durch die Bündelung ein Abhören der Übertragung nahezu unmöglich.
[0028] Die in den einzelnen Wagenkästen mittels der jeweiligen Kameras 3 aufgezeichnete
Information 2 kann somit über die jeweiligen Sender/Empfänger-Vorrichtungen 11, 11'
von Wagenkasten zu Wagenkasten übertragen werden und erreicht schließlich eine weitere
beim Triebwagen T des Verkehrsmittels vorgesehene Sender/Empfänger-Vorrichtung 11,
11'. Die Aufzeichnung der zu dem Triebwagen T des Verkehrsmittels übertragenen Information
2 erfolgt dann in einer Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4. Diese Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 weist eine hinreichend hohe Aufnahmekapazität auf, um beispielsweise die Aufzeichnung
von insgesamt sechzig Kameras 3 im Dauerbetrieb für zwei Tage zu gestatten.
[0029] Zum Steuern von sowohl der Aufzeichnung der Information 2 in der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4, als auch der Übertragung der Information 2 über die jeweiligen Sender/Empfänger-Vorrichtungen
11, 11' ist eine Steuervorrichtung 9 vorgesehen, die in bevorzugter Weise in dem Triebwagen
T des Verkehrsmittels anzuordnen ist. Diese Steuervorrichtung 9 kann dabei derart
ausgelegt sein, dass sie die Konfiguration der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 im Triebwagen T, sowie die Konfiguration der jeweiligen Sender/Empfänger-Vorrichtungen
11, 11' automatisch übernimmt.
[0030] Denkbar für eine mögliche Art und Weise der Konfiguration der jeweiligen Sender/Empfänger-Vorrichtungen
11, 11' ist, dass alle Sender/Empfänger-Vorrichtungen 11, 11', die sich nach einer
bestimmten Zeit nach dem Start der Konfigurationsprozedur immer noch im Sende- und
Empfangsbereich der Sender/Empfänger-Vorrichtung 11, 11' des Triebwagens T befinden,
automatisch als zu dem Überwachungssystem gehörig gekennzeichnet und entsprechend
konfiguriert werden. Zusätzlich oder alternativ hierzu ist es möglich, dass jede Sender/Empfänger-Vorrichtung
11, 11', die sich länger als eine bestimmte Zeit nach der Abfahrt des Verkehrsmittels
noch im Sendebereich der Sender/Empfänger-Vorrichtung 11, 11' des Triebwagens T befindet,
ebenfalls als zu dem verkehrsmittelinternen Überwachungssystem gehörig gekennzeichnet
wird.
[0031] In bevorzugter Weise ist jedem Wagenkasten A, B, C eine eigene Nummer zugeordnet,
die während der über die Steuervorrichtung 9 gesteuerten Konfiguration automatisch
oder aber auch manuell in die Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 eingegeben werden
kann, um damit eine Zuordnung der von den jeweiligen Wagenkästen zu der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 übertragenen Information 2 zu erleichtern. Ferner kann das Überwachungssystem auf
der Verkehrsmittel-Seite derart ausgelegt sein, dass alle Kameras 3 gleichzeitig senden,
und dass die Informationssignale der Kameras 3 gleichzeitig in der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 aufgezeichnet werden. Um eine umfassende Überwachung des Verkehrsmittels zu gestatten,
sollte ferner das Überwachungssystem auf der Verkehrsmittel-Seite es gestatten, dass
insgesamt bis zu sechzig Kameras 3 parallel betrieben werden können, und zwar bei
einer Übertragung von bis zu 16 Bildern pro Sekunde je Kamera 3.
[0032] Die Konfiguration der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 im Triebwagen T selber
erfolgt in bevorzugter Weise entweder extern über einen Datenbankserver 6, der mit
der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 über ein Vielzahl entlang einer möglichen
Wegstrecke des Verkehrsmittels angeordneter, verkehrsmittelexterner Zentralrechner
5 kommuniziert, oder über einen sogenannten Memo-Stick, der in die Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 manuell eingebracht wird und die Konfiguration übernimmt.
[0033] Neben den obig beschriebenen verkehrsmittelinternen Systemkomponenten (Systemebene
I) weist das Überwachungssystem der Fig. 1 ferner hinsichtlich des Verkehrsmittels
extern angeordnete Systemkomponenten auf (Systemebene II). So sind entlang einer möglichen
Wegstrecke des Verkehrsmittels eine Vielzahl bordfremder Zentralrechner 5 vorgesehen.
Diese Zentralrechner 5 dienen dazu, von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 des verkehrsmittelinternen Überwachungssystems die mittels der Kameras 3 erfasste
Information 2 zu empfangen und diese Information 2 zu einer Datenbank 6 zur Auswertung
und Archivierung weiterzuleiten. Dabei ist an einer möglichen Wegstrecke des Verkehrsmittels
jeweils ein Zentralrechner 5 zu einem benachbarten weiteren Zentralrechner 5 mit einem
bestimmten Abstand beabstandet angeordnet. Der Zentralrechner 5, welcher der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 (des verkehrsmittelinternen Überwachungssystems, welches in dem sich im Einsatz
fortbewegenden Verkehrsmittels implementiert ist) am nächsten liegt, empfängt die
Information von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4. Dabei können die jeweiligen
Zentralrechner 5 als ortsfest installierte und diebstahlsicher ausgeführte Einzelrechner
ausgeführt sein.
[0034] Zum Übertragen der von den einzelnen Kameras 3 erfassten Information 2 von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 zu einem der Zentralrechner 5 ist eine Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung
7 vorgesehen. Bei einer entsprechenden Auslegung der Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung
7 kann somit auf besonders einfache aber effiziente Weise eine berührungslose Übertragung
der mit den Kameras 3 erfassten Information 2 zu den jeweiligen Zentralrechnern 5
erreicht werden, wodurch insbesondere auch eine Übertragung der Information 2 während
der Bewegung des Verkehrsmittels möglich ist. In einer denkbaren Realisierung des
erfindungsgemäßen Überwachungssystems weist jeder Zentralrechner 5 einen Datenaufzeichnungsrechner
zum temporären Aufzeichnen der von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 über
die Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung 7 übertragenen Daten 2 (Information)
auf. Bei der Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung 7 wird beispielsweise eine
Richtfunkantenne eingesetzt, die auf die Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 entweder
fest oder nachführbar ausgerichtet ist. Der Zentralrechner 5 ist ferner über beispielsweise
ein Modem mit einem DSL- oder ISDN-Anschluss über ein Datennetz 14 mit dem Datenbankserver
6 verbunden.
[0035] Wenn die Auswertung und/oder Aufbereitung der von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 übertragenen Information 2 nicht bei dem jeweiligen Zentralrechner 5 erfolgt, werden
die Daten über das Datennetz 14 (DSL- oder ISDN-Leitung) zu dem zentralen Datenbankserver
6 der Betreibergesellschaft übertragen, bei dem dann die Auswertung und/oder Aufbereitung
der Information 2 stattfindet. Alternativ hierzu können die von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 übertragenen Bilddaten 2 (Information) aber auch in den jeweiligen Zentralrechner
5 gespeichert und/oder ausgewertet werden, so dass auf diese Information 2 jederzeit
über das an den Zentralrechner 5 angeschlossene Netzwerk 14 zugegriffen werden kann.
Insbesondere dann, wenn auf dem planmäßigen Streckenverlauf des Verkehrsmittels eine
Vielzahl solcher Zentralrechner 5 vorgesehen ist, stehen die über die Kameras 3 aufgenommenen
Bilddaten 2 unmittelbar nach deren Aufnahme dem Datenbankserver 6 zur Verfügung. Das
Überwachungssystem ermöglicht damit, dass in kurzen Zeitabschnitten ein Laden bzw.
Übertragen der in der Informations-Überwachungseinrichtung 4 gespeicherten Bild-Information
2 auf bzw. zu einem der Vielzahl der Zentralrechner 5 möglich wird.
[0036] Durch das kontinuierliche Aufzeichnen der Information 2 in der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 sowie durch das Übertragen der Information 2 über die Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung
7 zu den jeweiligen Zentralrechnern 5 und letztendlich zu dem Datenbankserver 6 ist
es ferner möglich, jede Bewegung der verkehrsmittelinternen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 und somit jede Bewegung des Verkehrsmittels in Abhängigkeit der Zeit festzustellen.
Hierzu findet während der Übertragung der Information 2 von der bordeigenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 zu dem entsprechenden Zentralrechner 5 eine Zeit-Synchronisation statt. Diese Zeit-Synchronisation
ermöglicht, über den jeweiligen mit der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 kommunizierenden
Zentralrechner 5 die Bewegung bzw. die Position der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 in nahezu Echtzeit bei dem Datenbankserver 6 festzustellen.
[0037] Wenn die Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 bzw. die Steuervorrichtung 9 ferner
mit einer Standort-Bestimmungseinrichtung 10, beispielsweise einem GPS-System, ausgerüstet
ist, und die aktuellen Positionsdaten der an der planmäßigen Wegstrecke des Verkehrsmittels
angeordneten Zentralrechner 5 in die Steuervorrichtung 9 eingegeben sind, kann die
Steuervorrichtung 9 die relative Position der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 zu einem der Zentralrechner 5 ermitteln und eine standortabhängige Übertragung der
Information 2 von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 zu dem am günstigsten
gelegenen Zentralrechner 5 steuern. Ferner ist aber auch bei einem Alarmfall immer
die genaue Position des Verkehrsmittels bekannt.
[0038] Die Übertragung der Bildinformation 2 von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 zu einem Zentralrechner 5 kann entweder während der Fahrt oder während eines Zwischenstops
in Bahnhöfen erfolgen. Bei der Übertragung über die Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung
7 wird die aufgenommene Bildinformation 2 aller Kameras 3 mit einer stark gebündelten
Richtfunkstrecke bei einer Datenrate von beispielsweise 1000 MB/s zu einem Zentralrechner
5 übermittelt. Diese Übertragung startet automatisch, sobald sich das Verkehrsmittel
bzw. die Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 in Reichweite des Zentralrechners
5 befindet. Danach werden die übertragenen Daten 2 von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4 gelöscht und mit neuen Informationsdaten überschrieben.
[0039] Nachdem die Information 2 zu dem Zentralrechner 5 übertragen wurde, kann diese hier
zunächst zwischengespeichert werden, bis die Information 2 (die Aufnahmendaten mit
der zugehörigen Aufnahmezeit und der zugehörigen Wagenkastennummer) anschließend über
ein ISDN- oder DSL-Netz 14 zu dem Datenbankserver 6 übertragen wird. Somit ist es
möglich, dass bei Bedarf auf die Bildinformation 2 bundesweit zugegriffen werden kann.
Nach einer gewissen Zeit werden die in dem Zentralrechner 5 zwischengespeicherten
Daten 2 wieder automatisch gelöscht, um die Datenschutzkriterien zu erfüllen.
[0040] Das Datenbankformat ist beispielsweise SQL, und die Bildinformation wird mit MPeg-1
oder Motion-jpeg gespeichert, wobei selbstverständlich auch MPeg-4 oder andere Formate
möglich sind.
[0041] Bei dem Überwachungssystem gemäß Fig. 2A und 2B ist jeweils ein Wagenkasten A, B
mit vier Kameras 3, einer Hub-Vorrichtung 8, zwei Luftschnittstellen-Vorrichtungen
11, 11' mit zwei Richtstrahlantennen sowie einem entsprechenden (nicht explizit dargestellten)
Netzteil ausgestattet. Der Triebwagen T des Verkehrsmittels ist mit einer Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
4, einem GPS-System 10, einer Luftschnittstellen-Vorrichtung 11, 11' mit einer geeigneten
Richtstrahlantenne, einer Luftschnittstellen-Übertragungsvorrichtungen 7 mit einer
Richtfunkantenne sowie mit einer Steuervorrichtung 9 ausgestattet.
[0042] Die in der Fig. 2A und 2B nicht dargestellten Zentralrechner sind jeweils ein Aufzeichnungsrechner
mit einem geeigneten Modem und einem DSL- oder ISDN-Anschluss an ein Datennetz und
weisen jeweils eine 1000 MB/s Luftschnittstellen-Übertragungseinrichtung 7 sowie eine
oder mehrere Richtfunkantennen auf. Der ebenfalls nicht explizit dargestellte Datenbankserver
der Zentrale, der beispielsweise ein normaler redundanter Rechner sein kann, ist mit
einem DSL-Modem mit Firewall sowie einer Standleitung zum Internet (2048 kB; Flatrate)
ausgestattet.
[0043] Das Überwachungssystem der vorliegenden Erfindung kann aber auch so ausgelegt sein,
dass keine komplette Bildfernübertragung zwischen den jeweiligen Zentralrechnern 5
und dem Datenbankserver 6 mehr nötig wird. Stattdessen wird in bevorzugter Weise nur
ein Inhaltsverzeichnis der Datenübertragung von den jeweiligen Zentralrechnern 5 zum
Datenbankserver 6 übertragen. Das Inhaltsverzeichnis kann bei jeder Übertragung zwischen
der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung 4 und einem der Zentralrechner 5 entstehen
und zeigt beispielsweise die Zeit, die Zugnummer, die Wagenkastennummer, etc. an.
[0044] In einem Einsatz ist es beispielsweise möglich, dass die jeweiligen Zentralrechner
5 an jedem Bahnhofknotenpunkt der Deutschen Bahn angeordnet sind. Alle mit dem Überwachungssystem
ausgestatteten Züge laden beim Einfahren in den Bahnhof ihre Daten entweder komplett
oder teilweise auf die Zentralrechner 5 ab. Dabei ist es unabhängig, von welcher Richtung
der Zug in den Bahnhof einfährt. Der Zentralrechner 5 ergänzt das mitübertragene Inhaltsverzeichnis
mit seiner eigenen Standortnummer und gibt sofort nach Empfang der Daten 2 das Inhaltsverzeichnis
per ISDN an den Datenbankserver 6 weiter. Dadurch ist gewährleistet, dass der Betreiber
nahezu gleichzeitig die Möglichkeit erhält, über Netzwerk Zugriff auf die Bilddaten
zu erhalten.
[0045] Im nachfolgenden werden Fallbeispiele beschrieben, anhand derer die Vorteile des
Überwachungssystems weiter verdeutlicht werden.
Fallbeispiel 1:
[0046] In der S-Bahn Linie Nr. 2375 wurde die Inneneinrichtung des Wagenkastens Nr. 27 mutwillig
beschädigt. Der Zugführer hat bei einem Kontrollgang an der Endstation den Schaden
entdeckt. Der Vorfall muss sich zwischen seinem letzten und dem jetzigen Kontrollgang
ereignet haben. Er meldet an die Einsatzzentrale den Schaden. Die Einsatzzentrale
wählt sich in den Datenbankserver ein und gibt im Suchbefehl die Zeit, Linien-Nr.
und Wagenkasten-Nr. ein. Der Datenbankserver ermittelt anhand dieser Daten auf welchem
Zentralrechner die gewünschte Information enthalten ist und veranlasst dann den Zentralrechner
nur diese Bildinformation auf den Datenbankserver zu übertragen. Nach dem Ende der
Übertragung sind die Daten einsehbar und die Auswertung zur Überführung des Täters
kann beginnen.
Fallbeispiel 2:
[0047] In einem bestimmten Wagenkasten, beispielsweise in dem Wagenkasten-Nr. 279 der Linie
2, findet zu einer bestimmten Uhrzeit eine Schlägerei statt. Der Zugführer sieht die
Schlägerei am Bildschirm und meldet dies der Einsatzzentrale. Die Einsatzzentrale
kann dann automatisch über GRS/UMTS einzelne Livebilder empfangen.
Fallbeispiel 3:
[0048] Eine Person, nach der polizeilich gefahndet wird, ist bei einem bestimmten Bahnhof
in einen bestimmten Zug zu einer bestimmten Uhrzeit eingestiegen. Die Polizei wendet
sich an das Verkehrsunternehmen, und sendet ein aktuelles Foto der gesuchten Person
an die Einsatzzentrale des Verkehrsunternehmens. Anhand der Daten kann dann die gesuchte
Person außerhalb des Verkehrsmittels im Verkehrsmittel erfasst werden.
[0049] Obwohl sich das oben beschriebene Ausführungsbeispiel an einem Personen-Reisezug
orientierte, wird hiermit nochmals darauf hingewiesen, dass das erfindungsgemäße Verfahren
und Überwachungssystem auch bei allen anderen Verkehrsmitteln, beispielsweise auch
bei Flugzeugen Anwendung finden kann.
1. Verfahren zum externen Überwachen eines Verkehrsmittels (1), mit folgenden Verfahrensschritten:
a) Erfassen von Information (2) über das Verkehrsmittel (1) mit Hilfe von zumindest
einer bordeigenen Überwachungseinrichtung (3);
b) Übertragen der Information (2) zu einer bordeigenen, im Verkehrsmittel (1) zentral
angeordneten Informations-Aufzeichnungsvorrichtung (4);
c) Speichern der Information (2) in der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung (4);
d) Übertragen der Information (2) zu zumindest einem bordfremden Zentralrechner (5);
und
e) Speichern der Information (2) in einer an den zumindest einen Zentralrechner (5)
angeschlossenen Datenbank (6),
dadurch gekennzeichnet, dass
das Übertragen der Information (2) zu dem zumindest einen bordfremden Zentralrechner
(5) automatisch erfolgt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das automatische Übertragen der Information (2) zu einem der Zentralrechner (5) in
Abhängigkeit von der Position des Verkehrsmittels (1) relativ zu dem einen Zentralrechner
(5) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Übertragen der Information (2) zu dem Zentralrechner (5) drahtlos über eine LuftSchnittstelle
(7) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Zeit-Synchronisation bei der Übertragung der Information (2) von der bordeigenen
Informations-Aufzeichnungsvorrichtung (4) und dem zumindest einen bordfremden Zentralrechner
(5).
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch den folgenden Verfahrensschritt nach Verfahrensschritt a):
a1) Übertragen der Information (2) zu zumindest einer bordeigenen Hub-Vorrichtung
(8) zum Regeln der von den einzelnen Überwachungseinrichtungen (3) erfassten Information
(2).
6. Überwachungssystem zum externen Überwachen eines Verkehrsmittels (1), mit zumindest
einer für den bezüglich des Verkehrsmittels (1) bordeigenen Einsatz vorgesehenen Überwachungseinrichtung
(3) zum Erfassen von Information (2) hinsichtlich des Verkehrsmittels (1); einer für
den bordeigenen Einsatz vorgesehenen Informations-Aufzeichnungsvorrichtung (4) zum
Empfangen und Speichern der von der zumindest einen Überwachungseinrichtung (3) erfassten
Information (2); sowie mit zumindest einem für den bezüglich des Verkehrsmittels (1)
bordfremden Einsatz vorgesehenen Zentralrechner (5) zum Empfangen der Information
(2) von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung (4) und zum Speichern der Information
(2) in einer an den Zentralrechner (5) angeschlossenen Datenbank (6);
gekennzeichnet durch,
eine für den bezüglich des Verkehrsmittels (1) bordeigenen Einsatz vorgesehene Steuervorrichtung
(9) zum automatischen Steuern der Übertragung der Information (2) von der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
(4) zu dem zumindest einen Zentralrechner (5).
7. Überwachungssystem nach Anspruch 6, gekennzeichnet durch eine für den bezüglich des Verkehrsmittels (1) bordeigenen Einsatz vorgesehene Standort-Bestimmungseinrichtung
(10) zum Bestimmen der relativen Position des Verkehrsmittels (1) zu einem der Zentralrechner
(5).
8. Überwachungssystem nach Anspruch 6 oder 7, gekennzeichnet durch zumindest eine für den bezüglich des Verkehrsmittels (1) bordeigenen Einsatz vorgesehene
Hub-Vorrichtung (8) zum Regeln der von den einzelnen Überwachungseinrichtungen (3)
erfassten Information (2).
9. Überwachungssystem nach einem der Ansprüche 6 bis 8, gekennzeichnet durch zumindest eine für den bezüglich des Verkehrsmittels (1) bordeigenen Einsatz vorgesehene
Luftschnittstellen-Einrichtung (11) zum drahtlosen Übertragen der von den einzelnen
Überwachungseinrichtungen (3) erfassten Information (2) zu der Informations-Aufzeichnungsvorrichtung
(4).
10. Überwachungssystem nach einem der Ansprüche 6 bis 9, gekennzeichnet durch eine Luftschnittstelle-Übertragungseinrichtung (7) zum drahtlosen Übertragen der
von den einzelnen Überwachungseinrichtungen (3) erfassten Information (2) zu dem Zentralrechner
(5).