[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Set zur Erstellung eines Elektroschalters
für elektrische Gartengeräte.
[0002] Elektrische Gartengeräte sind weit verbreitet im Einsatz. Die hierfür erforderlichen
Elektroschalter werden von Zulieferern an die Hersteller der Gartengeräte geliefert,
welche die Schalter dann an ihren Geräten anbauen. Bislang wurde praktisch für jedes
einzelne Gartengerät ein spezieller Typ von Elektroschaltern ausgeliefert. Dies ist
darin begründet, dass zum einen der Betätigungsgriff des Elektroschalters und zum
anderen die vormontierte Kabellänge typabhängig von dem speziellen Gerät ist. Hintergrund
hierzu ist, dass der Zulieferer eine Einheit aus Schalter, Betätigungsgriff und Kabel
liefert. Der Hersteller der Elektrogeräte braucht dann nur das freie Kabelende an
den elektrischen Verbraucher, meistens ein Elektromotor, anzuschließen. Da aber die
Elektrogeräte alle unterschiedlich aufgebaut sind und unterschiedliche Größe haben
können ist damit bedingt, dass eine vorbestimmte Kabellänge vormontiert werden muss
auf Seiten des Zulieferers. Auch der Typ des Betätigungsgriffs hängt vom jeweiligen
Elektrogerät ab. Dies alles bedeutet, dass die Zulieferer aufgrund fester Bestellungen
des Herstellers von Elektrogeräten Einheiten von Elektroschaltern mit Betätigungsgriff
und vorbestimmter Kabellänge herstellen müssen, und zwar für praktisch jeden Typ von
Elektrogeräten getrennt. Dies bedeutet, dass der Arbeitsanfall bei den Zulieferern
saisonal stark schwankt. Darüber hinaus erfolgt die Montage der Einheit des Elektroschalters
meist händisch und ist daher sehr arbeitsintensiv. Dies hat zur Folge, dass während
der entsprechenden Saison zusätzliche Arbeitskräfte beschäftigt werden müssen, um
den Arbeitsanfall bewältigen zu können. Außerhalb der Saison aber sinkt der Arbeitsanfall
oftmals auf Null.
[0003] Aufgrund der beschriebenen Übung ergibt sich eine sehr unstete Produktion mit all
den technischen und betriebswirtschaftlichen Nachteilen.
[0004] Vor diesem Hintergrund ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Set zur
Erstellung eines Elektroschalters für elektrische Gartengeräte anzugeben, welches
so aufgebaut ist, dass die beschriebenen Nachteile umgangen werden.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Set mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte
Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Dementsprechend wird ein Set der oben genannten Art vorgeschlagen, das mindestens
umfasst
- ein Schaltergehäuse mit angeformtem elektrischen Stecker zur Herstellung eines Kontaktes
mit einem elektrischen Leitungsnetz,
- einen Schalter, der die elektrische Spannung des Leitungsnetzes sperrt oder durchschaltet,
- eine Anschlussleiste mit Kontakten, an die die elektrische Spannung des Leitungsnetzes
schaltbar ist,
- ein elektrisches Kabel vorbestimmter Länge, welches an seinem einen Ende einen Anschlussstecker
aufweist, die mit der Anschlussleiste koppelbar ist, und mit seinem anderen Ende mit
elektrischen Verbrauchern des Gartengerätes verbindbar ist, und
- wenigstens einen Betätigungsgriff, der in das Schaltergehäuse setzbar ist, derart,
dass er von ihm abragt und auf Betätigung den Schalter öffnet oder schließt.
[0007] Das Set zeichnet sich durch eine universelle Einsatzfähigkeit aus. Der Zulieferer
liefert das Set aus mit einem für das jeweilige Elektrogerät vorgesehenen Betätigungsgriff
sowie mit einem elektrischen Kabel mit einer für das jeweilige Elektrogerät vorbestimmten
Länge mit dem Anschlussstecker. Das Schaltergehäuse als solches ist unabhängig von
dem jeweiligen Typ des Elektrogerätes. Hieraus ergeben sich gravierende Vorteile gegenüber
der bisherigen Übung. So kann das Schaltergehäuse das ganze Jahr über in einer verstetigten
Produktion hergestellt werden, ohne dass es zu saisonal bedingten Stoßzeiten kommt.
[0008] Das Schaltergehäuse bildet gewissermaßen das Kernelement des erfindungsgemäßen Sets
oder Baukastens. Um dieses Kemelement herum sind das Kabel bestimmter Länge und der
für den jeweiligen Typ des Elektrogerätes vorgesehene Betätigungsgriff angesiedelt.
Der Hersteller eines Elektrogerätes teilt dem Zulieferer bei der Bestellung den genauen
Typ des zu bestückenden Elektrogerätes mit und der Zulieferer kann dementsprechend
Kabel und Betätigungsgriff mengenmäßig exakt an die Bestellung anpassen. Daraus, dass
das Schaltergehäuse grundsätzlich für alle Elektrogeräte unverändert bleibt, ergeben
sich aufgrund der hohen Stückzahl erhebliche Kostenvorteile. Aber nicht nur die große
Menge der herzustellenden Schaltergehäuse tragen zu erheblichen Kosteneinsparungen
bei, sondern auch die verstetigte Produktion bringt es mit sich, dass keinerlei zusätzliches
Personal in den saisonalen Stoßzeiten beschäftigt werden muss und außerhalb der Saison
das verbleibende Personal weiterhin mit der Produktion beschäftigt werden kann. Also
auch im Personalbereich kann mit Kostenvorteilen gerechnet werden.
[0009] Das Schaltergehäuse ist vorzugsweise so ausgebildet, dass der Schalter und die Anschlussleiste
automatisch, beispielsweise durch einen Roboter, bestückt werden können. Auch hierdurch
ergeben sich erhebliche Kostenvorteile.
[0010] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist der Schalter ein Schiebeschalter. Dies
bedeutet, dass im Gegensatz zum Stand der Technik, bei dem grundsätzlich ein Gelenkschalter
zum Einsatz kommt, eine translatorische Bewegung für den Schaltvorgang ausgeführt
werden muss. Dementsprechend kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass der Betätigungsgriff
den entsprechenden Schalter durch eine translatorische Bewegung betätigt. Dies ermöglicht
es, den Betätigungsgriff vorteilhafterweise automatisch in das Schaltergehäuse zu
setzen, wo beispielsweise eine Schaltfahne des Betätigungsgriffs in den Schalter eingehängt
wird.
[0011] Das Gleiche trifft auch zu, wenn gemäß einer noch weiteren vorteilhaften Ausführungsform
der Schalter ein Wippschalter ist. Durch eine entsprechende Umlenkmechanik kann auch
dieser Wippschalter durch eine translatorische Ziehbewegung des Betätigungsgriffes
betätigt werden.
[0012] Gemäß einer noch weiteren Ausführungsform ist ein zweiter mechanischer Schalter vorgesehen,
dessen Betätigung die Betätigung des Betätigungsgriffes erst freigibt. Hier spricht
man auch von der auf dem einschlägigen Gebiet üblichen, so genannten Totmannschaltung.
Aus Sicherheitsgründen muss der mechanische Schalter betätigt werden, bevor der Betätigungsgriff
vorzugsweise translatorisch betätigt werden kann.
[0013] Um die Fertigung des Schaltergehäuses zu erleichtern bzw. zu automatisieren, ist
vorteilhafterweise vorgesehen, dass das Schaltergehäuse einstückig mit an Filmscharnieren
angelenkten Teilen ausgebildet ist. So können Teile nach Art eines Deckels vom Grundkörper
weggeklappt werden, das Schaltgehäuse bestückt und das Schaltgehäuse dann wieder in
einfacher Weise verschlossen werden.
[0014] Die Erfindung betrifft auch einen Elektroschalter für Gartengeräte, der aus dem vorbeschriebenen
Set erstellt ist.
[0015] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels gemäß der Zeichnungsfiguren
näher erläutert. Hierbei zeigt.
- Fig. 1
- schematisch eine perspektivische Ansicht eines Schaltergehäuses mit Betätigungsgriff
und Kabel,
- Fig. 2
- die perspektivische Ansicht des Schaltergehäuses und zweier Betätigungsgriffe,
- Fig. 3
- schematisch die Aufsicht auf ein Schaltergehäuse, montiert an einem Rohr des Elektrogerätes
(a) und die Aufsicht auf ein Schaltergehäuse mit Betätigungsgriff ohne Rohr (b), und
- Fig. 4
- die perspektivische Ansicht des Elektroschalters, auf einem Rohr sitzend (a) und den
Elektroschalter mit Betätigungsgriff allein (b).
[0016] Nachfolgend sind gleiche Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.
[0017] Fig. 1 zeigt das Schaltergehäuse 1 in perspektivischer Ansicht. An dem Schaltergehäuse
1 ist ein elektrischer Stecker 2 angeformt, auf den ein üblicher Verbindungsstecker
einer Verlängerungsschnur zum elektrischen Leitungsnetz gesteckt werden kann. Das
Schaltergehäuse 1 ist einstückig ausgebildet, d.h. vorliegend sind an dem Grundkörper
15 zwei Deckel 9 und 14 angelenkt über Filmschamiere 10 und 11. Zur Montage des Schalters
3 in dem Schaltergehäuse 1 wird der Deckel 9 einfach zur Seite geklappt, ebenso wie
der Deckel 14. In automatisierter Weise kann der Schalter 3 ebenso wie die Anschlussleiste
4 mit den Kontakten 5 im Inneren des Schaltergehäuses 1 montiert werden. In gleicher
Weise kann der Betätigungsgriff 8 durch eine entsprechende Öffnung in das Innere des
Schaltergehäuses 1 geführt werden und beispielsweise mit seiner an seinem Ende angeordneten
Schaltfahne 16 so eingesetzt werden, dass die Schaltfahne 16 beispielsweise in eine
entsprechende Ausnehmung (nicht dargestellt) im Schalter 3 greift. Nach Montage des
Schalters 3 kann der Deckel 9 wieder über dem Schaltergehäuse 1 dauerhaft fixiert
werden. Auch der Deckel 14 kann geschlossen werden. Er wird erst wieder beim Hersteller
des Elektrogerätes geöffnet, wenn dieser nämlich das vom Zulieferer mitgelieferte
elektrische Kabel 6 mit seinem Anschlussstecker 7 mit den Kontakten 5 der Anschlussleiste
4 in Verbindung bringen möchte. Das Schaltergehäuse 1 ist im Übrigen auf einem Rohr
13, beispielsweise dem Handgriff eines Elektrogerätes sitzend dargestellt.
[0018] Im Deckel 9 ist im Übrigen ein mechanischer Schalter 12 untergebracht, dessen Betätigung
die Voraussetzung dafür ist, dass der Betätigungsgriff 8 überhaupt gezogen werden
kann, um den Schalter 3 zu schließen. Vorliegend ist also eine Totmannschaltung realisiert.
[0019] Fig. 2 zeigt ein geschlossenen Schaltergehäuse mit mechanischem Schalter 12 und elektrischem
Stecker 2. Dargestellt sind zwei mögliche Betätigungsgriffe 8 und 8', wobei der Schalter
8' an ein waagerecht verlaufendes Rohr des Elektrogerätes adaptiert ist, wohingegen
der Betätigungsgriff 8 an ein senkrecht verlaufendes Rohr angepasst ist. Erkennbar
sind an ihren Enden angeformte Schaltfahnen 16, welche letztendlich den Schalter 3
betätigen, nachdem der mechanische Schalter 12 die translatorische Bewegung des Betätigungsgriffs
8 bzw. 8' freigegeben hat.
[0020] Die Fig. 3a zeigt, wie der Handgriff 8' an das Rohr 13 des Gerätes adaptiert ist.
Fig. 3b zeigt der Vollständigkeit halber die Aufsicht auf den Elektroschalter ohne
Rohr des Elektrogerätes.
[0021] Fig. 4a zeigt in perspektivischer Ansicht den Elektroschalter auf einem Rohr eines
Elektrogerätes sitzend. Fig. 4b wiederum den Elektroschalter in Alleinstellung.
Bezugszeichenliste
[0022]
- 1
- Schaltergehäuse
- 2
- elektrischer Stecker
- 3
- Schalter
- 4
- Anschlussleiste
- 5
- Kontakte
- 6
- elektrisches Kabel
- 7
- Anschlussschalter
- 8
- Betätigungsgriff
- 8'
- Betätigungsgriff
- 9
- Deckel
- 10
- Filmscharnier
- 11
- Filmscharnier
- 12
- mechanischer Schalter
- 13
- Rohr
- 14
- Deckel
- 15
- Grundkörper
- 16
- Schaltfahne
1. Set zur Erstellung eines Elektroschalters für elektrische Gartengeräte, mindestens
umfassend
- ein Schaltergehäuse (1) mit angeformtem elektrischen Stecker (2) zur Herstellung
eines Kontaktes mit einem elektrischen Leitungsnetz,
- einen Schalter (3), der die elektrische Spannung des Leitungsnetzes sperrt oder
durchschaltet,
- eine Anschlussleiste (4) mit Kontakten (5), an die die elektrische Spannung des
Leitungsnetzes schaltbar ist,
- ein elektrisches Kabel (6) vorbestimmter Länge, welches an seinem einen Ende eine
Anschlussstecker (7) aufweist, die mit der Anschlussleiste (4) koppelbar ist, und
mit seinem anderen Ende mit elektrischen Verbrauchern des Gartengerätes verbindbar
ist, und
- wenigstens einen Betätigungsgriff (8, 8'), der in das Schaltergehäuse (1) setzbar
ist, derart, dass er von ihm abragt und auf Betätigung den Schalter (3) öffnet oder
schließt.
2. Set nach Anspruch 1, bei dem der Schalter (3) ein Schiebeschalter ist.
3. Set nach Anspruch 1, bei dem der Schalter (3) ein Wippschalter ist.
4. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem der Betätigungsgriff (8) den Schalter
(3) durch eine translatorische Bewegung betätigt.
5. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem ein zweiter mechanischer Schalter (12)
vorgesehen ist, dessen Betätigung die Betätigung des Betätigungsgriffes (8) freigibt.
6. Set nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem das Schaltergehäuse (1) einstückig mit
an Filmscharnieren (10, 11) angelenkten Teilen ausgebildet ist.
7. Elektroschalter für Gartengeräte, erstellt aus dem Set gemäß einem der Ansprüche 1
bis 6.