Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer Lampe, vorzugsweise einer
einseitig gequetschten Glühlampe gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, eine Vorrichtung
zur Durchführung eines derartigen Verfahrens und eine nach einem derartigen Verfahren
hergestellte Lampe.
Stand der Technik
[0002] Ein derartiges, beispielsweise aus der DE 196 23 499 Al bekanntes Verfahren wird
beispielsweise zur Herstellung von Halogenglühlampen verwendet. Prinzipiell können
nach diesem Verfahren jedoch auch Lampen anderer Bauart, beispielsweise Entladungslampen
hergestellt werden. Bei dem bekannten Verfahren wird zunächst ein Kolbenrohr stirnseitig
mit einer abgerundeten Kuppe versehen, an der ein axialvorstehender Pumprohransatz
ausgebildet ist. Des Weiteren wird das Kolbenrohr in einer Form durch Einblasen von
Inertgas zu einem Lampenkolben umgeformt, durch dessen offene Zuführeinrichtung ein
Gestell eingesetzt wird, an dem zumindest eine Wendel und die Stromzuführungen ausgebildet
sind. Des Weiteren wird der Pumprohransatz teilweise abgetrennt, so dass ein Pumprohr
an die entstehende offene Kanüle angesetzt werden kann. Die Zuführöffnung für das
Gestell wird dann durch eine Quetschung gasdicht verschlossen und über das Pumprohr
der vom Lampenkolben umschlossene Innenraum evakuiert und mit einem Halogene enthaltenden
Füllgas gefüllt. In einem abschließenden Arbeitsgang wird dann das Pumprohr abgeschmolzen,
so dass der Lampenkolben verschlossen ist und die beiden Stromzuführungen aus der
Quetschung herausragen.
[0003] Ein ähnliches Verfahren ist auch in der US-PS 4,756 701 beschrieben, bei dem die
Ausgestaltung der Kontur im Bereich der Kuppe jedoch nicht so exakt ausgeführt werden
kann, wie dies beim Stand der Technik gemäß der DE 196 23 499 Al der Fall ist.
[0004] Nachteilig bei diesen Lösungen ist, dass im Bereich der Kuppe durch das abgeschmolzene
Pumprohr stets ein axialer Vorsprung, die sogenannte Pumpspitze verbleibt, die zu
Schatten und störenden Strukturen bei frontaler Ausleuchtung führen kann. Des Weiteren
ist nachteilig, dass diese bekannten Verfahren relativ aufwendig sind, da das Pumprohr
zunächst angesetzt und in einem sich anschließenden Arbeitsschritt wieder abgetrennt
und die verbleibende Pumpspitze verschlossen werden muss.
Darstellung der Erfindung
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens und eine Lampe
zu schaffen, bei denen die vorbeschriebenen Nachteile ausgeräumt sind.
[0006] Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmalskombination des
Anspruchs 1, hinsichtlich der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens durch die
Merkmale des Anspruchs 13 und hinsichtlich der Lampe durch die Merkmalskombination
des nebengeordneten Anspruch 16 gelöst.
[0007] Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen finden sich in den abhängigen Ansprüchen.
[0008] Erfindungsgemäß erfolgt die Befüllung eines Lampenkolbens nicht - wie beim Stand
der Technik - über ein eigens angesetztes Pumprohr sondern über die ohnehin schon
vorhandene Zufuhröffnung, durch die ein Leuchtmittel, in den Lampenkolben eingeführt
wurde. Durch diese Lösung kann eine von dieser Zuführöffnung entfernte Kuppe des Lampenkolbens
glattflächig, ohne Pumpspitze ausgeführt werden, so dass die stirnseitige Ausleuchtung
gegenüber herkömmlichen Lösungen wesentlich verbessert werden kann. Die Herstellung
der Lampen ist im Vergleich zu den gattungsgemäßen Verfahren ebenfalls vereinfacht,
da die gesonderten Arbeitsschritte zum Ausbilden und Abtrennen/Verschweißen des Pumprohrs
entfallen können.
[0009] Es wird bevorzugt, die Befüllung und das Quetschen im Bereich der Zuführöffnung in
einem gasdicht verschlossenen Raum, vorzugsweise einem Druckbehälter durchzuführen,
in dem sowohl eine Halterung für den Lampenkolben, das Leuchtmittel als auch die Quetscheinrichtung
angeordnet sind.
[0010] Das Befüllen kann dann durch Fluten des Druckbehälters mit dem Füllgas oder über
eine geeignete Gaseinfüllvorrichtung erfolgen.
[0011] Das Verfahren lässt sich weiter vereinfachen, wenn die Erwärmung des zu quetschenden
Bereichs des Lampenkolbens durch hochenergetische Strahlung, beispielsweise Laserstrahlung
erfolgt. Der Laser selbst kann ausserhalb des Raums/Druckbehälters angeordnet sein,
wobei der Laserstrahl über ein oder mehrere Laserfenster in das Behälterinnere eintreten
kann.
[0012] Je nach herzustellender Lampe kann es vorteilhaft sein, den Laserstrahl von zwei
Seiten her oder einsteitig eintreten zu lassen, wobei zumindest im letztgenannten
Fall die Lampe gedreht werden sollte, um den Quetschbereich beidseitig zu erwärmen,
während im erstgenannten Fall eine gleichzeitige Erwärmung diametral angeordneter
Flächen erfolgt.
[0013] Die Qualität der Quetschdichtung kann wesentlich verbessert werden, wenn durch Ablenkung
eines Laserflecks mittels eines Scanners ein vorbestimmtes Strahlprofil erzeugt wird,
durch das eine gerichtete Erwärmung des Quetschbereichs ermöglicht ist. Dieses Strahlprofil
wird beispielsweise so eingestellt, dass die Intensität zur Zuführöffnung, d. h. zur
Lampenkolbenunterkante hin allmählich ansteigt, um die Strahlungsverluste in diesem
Bereich zu vermeiden. In dem Fall, in dem der Lampenkolben über eine Lampenzange oder
dergleichen gehalten wird, wird es bevorzugt, die Strahlungsintensität auch zu dieser
Lampenzange hin zu erhöhen, um Strahlungsverluste über die Zange zu minimieren, so
dass eine durchgängige und gleichmäßige Erwärmung des Quetschbereichs gewährleistet
ist.
[0014] Bei Halogenglühlampen ist der Lampenkörper üblicherweise aus Quarzglas gebildet -
zur Minimierung einer SiO
2-Bildung (das heißt, Bildung von SiO
2-Dampf) kann die Laserleistung in Abhängigkeit von der Einstrahldauer verringert werden.
Der bei der Erwärmung entstehende SiO
2-Dampf bzw. Quarzrauch wird vorzugsweise abgesaugt, beispielsweise mittels eines Absaugrohrs,
das auf den zu erwärmenden Bereich des Lampengefäßes gerichtet ist.
[0015] Es zeigte sich, dass eine Laserleistung zwischen 300 Watt und 2500 Watt und eine
Eintrahldauer im Bereich von 2 Sekunden bis 20 Sekunden hinreichend ist.
[0016] Ein wichtiges Anwendungsgebiet des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht in der Herstellung
von sogenannten Reflektorlampen, bei denen der Lampenkolben reflektorartig erweitert
und mit einer Reflexionsschicht versehen ist, da im Bereich einer den Reflektor abschließenden
Kuppe keine Pumpspitze ausgebildet ist, die bei dem nach herkömmlichen Verfahren hergestellten
Lampen unweigerlich entsteht.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0017] Im folgenden soll die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen:
Figur 1 eine Vorderansicht einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Halogenglühlampe;
Figur 2 eine Seitenansicht der Halogen-Glühlampe aus Figur 1;
Figur 3 eine Unteransicht der Halogen-Glühlampe aus Figur 1;
Figur 4 eine Seitenansicht einer nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten
Halogen-Reflektorlampe;
Figur 5 ein Grundschema einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
und
Figur 6 eine Schemadarstellung einer Lampenhalterung der Vorrichtung aus Figur 5.
Bevorzugte Ausführungen der Erfindung
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Niedervolt-Halogenglühlampen erläutert.
Wie bereits eingangs erwähnt, ist die Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens und
der erfindungsgemäßen Vorrichtung jedoch keinesfalls auf derartige Lampentypen beschränkt
sondern hier nur beispielhaft gewählt.
[0019] Die Figuren 1 bis 3 zeigen ein Ausführungsbeispiel einer Halogen-Glühlampe, die für
Niedervoltbetrieb oder Netzspannung ausgelegt sein kann und die im Wohnraum oder als
Möbeleinbauleuchte verwendet werden kann.
[0020] Die Glühlampe 1 hat einen Lampenkolben 2, der im Rohzustand (gestrichelt in Figur
2) etwa die Form eines Hohlzylinders hat, wobei ein Endabschnitt durch eine ballig
gekrümmte Kuppe 4 gebildet ist. Diese ist im Unterschied zu herkömmlichen Halogenglühlampen
nicht mit einer Pumpspitze 6 versehen, die in Figur 1 getrichelt angedeutet ist, sondern
glattflächig ausgeführt, so dass die stirnseitige Abstrahlung nicht behindert ist.
Der Lampenkolben 2 ist aus Quarzglas oder aus Hartglas hergestellt.
[0021] An dem in den Figuren 1 und 2 unteren Endabschnitt des Lampenkolbens 2 ist eine Quetschdichtung
8 ausgebildet, über die ein Gestell 10 gasdicht im Lampenkolben 2 gehalten wird. Das
Gestell 10 hat eine Wendel 12 deren Achse koaxial zur Lampenachse (vertikal in Figur
1) verläuft. Durch den Wendeldraht sind zwei Stromzuführungen 14, 16 gebildet, die
mit in der Quetschdichtung 8 angeordneten Molybdän-Folien 18, 20 verbunden sind. Diese
sind ihrerseits mit ausserhalb der Quetschdichtung 8 liegenden Sockelstiften 22, 24
verbunden. Die Quetschung erfolgt über Formquetschbacken, so dass in der Seitenansicht
gemäß Figur 2 der zylinderförmige Grundkörper flachgedrückt wird, so dass sich gemäß
in Figur 3 ein Profil ergibt, das an seinen aussenliegenden Schmalseiten 26, 28 trapezförmig
erweitert ist. Das in Figur 3 ersichtliche Profil der Quetschung 8 ist durch die Geometrie
der Formquetschbacken bestimmt.
[0022] Der Innenraum des Lampenkolbens 2 ist bei Halogenlampen mit einem Füllgas gefüllt,
das einen Anteil eines Halogens (30 bis 3000 ppm) enthält. Der sich beim Anschalten
der Lampe einstellende Halogenkreislauf ist hinlänglich bekannt, so dass diesbezügliche
Erläuterungen entbehrlich sind.
[0023] Eine Besonderheit der vorbeschriebenen Glühlampe 1 besteht darin, dass das Evakuieren
und Füllen mit Füllgas nicht - wie üblich - über ein an die Pumpspitze 6 angesetztes
Pumpenrohr sondern vor der Quetschung durch die im Rohzustand (gestrichelt in Figur
2) offene Zuführöffnung 30 des Lampenkolbens 2 erfolgt - eine Pumpenspitze 6 ist nicht
erforderlich, die Kuppe 4 kann daher mit hoher optischer Qualität ausgeführt werden.
[0024] In Figur 4 ist eine Variante einer Glühlampe 1 dargestellt, die als Halogen-Reflektorlampe
ausgeführt ist. Der Grundaufbau dieser Lampe ist der gleiche wie beim vorbeschriebenen
Ausführungsbeispiel, d. h., in einem Lampenkolben 2 ist ein Gestell 10 aufgenommen,
wobei der untere Endabschnitt des Lampenkolbens 2 über die Quetschdichtung 8 gasdicht
verschlossen ist. Im Unterschied zu vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel geht die
Quetschdichtung 8 in einen Hals 32 über, der sich dann trichterförmig zu einem Reflektor
34 erweitert, der von der ebenfalls ballig ausgeführten aber mehr ausgewölbten Kuppe
4 verschlossen ist. Die trichterförmigen Umfangswandungen des Reflektors 34 sind mit
einer als Reflexionsschicht wirkenden Silberbeschichtung 36 versehen.
[0025] Beide Lampen (Figuren 1 bis 3; Figur 4) können zusätzlich noch mit einer speziellen
Interferenzfilterbeschichtung versehen sein, über die Wärme auf die Wendel zurückreflektiert
wird, so dass weniger Energie von aussen zugeführt werden muss, um die Wendel auf
Betriebstemperatur zu halten. Diese Infrarotbeschichtung (IRC) ermöglicht eine höhere
Lichtausbeute und somit eine Einsparung von Energiekosten zum Betreiben der Lampe.
Falls eine derartige Beschichtung aufgetragen wird, wird der Lampenkolben 2 mit einem
elliptischen Querschnitt ausgebildet.
[0026] Wie eingangs erwähnt, erfolgt die Quetschung und damit das gasdichte Abschließen
des Lampenkolbens 2 nach unten hin beim Stand der Technik nach dem Ausformen der Aussenkontur
des Lampenkolbens 2 mittels Formquetschbacken 35, über die auch die sich an die Quetschdichtung
8 anschließenden Bereiche des Lampenkolbens 2 nachgeformt werden. Die Erwärmung auf
Verformungstemperatur erfolgt bei den herkömmlichen Lösungen üblicherweise durch Gasbrenner,
über die der Bereich der Quetschdichtung 8 erwärmt wird.
[0027] Figur 5 zeigt eine Vorrichtung, mit der das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar
ist, bei dem die Befüllung des Lampenkolbens 2 von unten her über die Zuführöffnung
30 und das Erwärmen des Lampenkolbens 2 mittels Laserstrahlung erfolgt.
[0028] Die Vorrichtung hat gemäß Figur 5 eine Druckkammer 38, in der eine oder mehrere der
zu füllenden und zu quetschenden Glühlampen 1 angeordnet sind. Diese wird über eine
Vorrichtung gehalten, die in Figur 6 detailierter dargestellt ist.
[0029] Die Druckkammer 38 lässt sich mittels einer Inertgasleitung 40 mit Inertgas befüllen
oder evakuieren. Des Weiteren taucht in die Druckkammer 38 eine Füllgas-Kanüle 42
ein, die in die in Figur 2 dargestellte Zuführöffnung 30 eintaucht und an eine Füllgasleitung
44 angeschlossen ist.
[0030] Als Alternative zu der Kanüle kann auch die gesamte Druckkammer - wie gestrichelt
angedeutet - über die Füllgasleitung 44 gespült werden, so dass auf die Kanüle 42
verzichtet werden kann.
[0031] Die Erwärmung des Quetschbereichs erfolgt mittels eines Lasers 46, wobei beim dargestellten
Ausführungsbeispiel ein CO
2-Laser mit einer Wellenlänge von 10,6 µm verwendet wird - selbstverständlich sind
auch andere Lasertypen einsetzbar.
[0032] Der vom Laser 46 abgegebene Laserstrahl wird über eine geeignete Fokussieroptik beispielsweise
bestehend aus einem Prisma 48, einem Parabolspiegel 50 sowie einem verschwenkbaren
Scannerspiegel 52 durch ein Laserfenster 54 der Druckkammer 38 hindurch auf den Quetschbereich
des Lampenkolbens 2 gerichtet. Bei dem in Figur 5 dargestellten Ausführungsbeispiel
tritt der Laserstrahl einseitig in die Druckkammer 38 ein, so dass auch jeweils nur
eine Seite des Lampenkolbens 2 erwärmt wird. Eine derartige Fokussieroptik setzt voraus,
dass die Glühlampe 1 drehbar in der Druckkammer 38 aufgenommen ist, so dass der Quetschbereich
gleichmäßig beidseitig erwärmbar ist. Auf diese drehbare Lagerung der Glühlampe 1
kann verzichtet werden, wenn der Laserstrahl über das Prisma 48 in zwei Teilstrahlen
geteilt wird, die dann von links und rechts über zwei Laserfenster 54 in die Druckkammer
1 eintreten - d. h., der in Figur 5 dargestellte Strahlungsverlauf ist dann um die
Hochachse gespiegelt. Es kann jedoch auch bei dieser Variante vorteilhaft sein, die
Glühlampe 1 während des Erwärmens zu drehen.
[0033] Der Antrieb des Scannerspiegels 52 ist so angesteuert, dass der Laserfleck einen
vorbestimmten Bereich a überstreicht, wobei durch Steuerung des Scannerantriebs ein
vorbestimmtes Strahlprofil einstellbar ist, über das die Erwärmung wegabhängig gesteuert
wird. Dies sei anhand Figur 6 erläutert.
[0034] Figur 6 zeigt die Glühlampe 1 im eingespannten Zustand, wobei der vom Laserstrahl
überstrichene Bereich gestrichelt angedeutet ist.
[0035] Der unverformte Lampenkolben 2 (siehe Figur 2) wird von einer Kolbenzange 54 gehalten,
die um die Hochachse drehbar ist. Das durch die Zuführöffnung 30 in den Lampenkolben
2 eingeführte Gestell 8 wird von einem ebenfalls drehbar gelagerten Gestellhalter
58 in seiner vorbestimmten Relativposition zum Lampenkolben 2 gehalten. Durch den
Gestellhalter erstreckt sich die Kanüle 42 durch die hindurch das Füllgas in das Innere
des Lampenkolbens 2 einpressbar ist.
[0036] Je nach Verfahrensschema (Zuführen von Füllgas über die Kanüle 42 oder durch Spülen
der Druckkammer 38), ist das Füllgas auf einen leichten Überdruck eingestellt, der
je nach Lampenvolumen zwischen 190 und 300 mbar liegen kann.
[0037] Nach oder während des Befüllens des Lampenkolbens wird der Laser 46 angesteuert und
die Kolbenstange 56 sowie der Gestellhalter 58 synchron mit einer Drehzahl zwischen
180 bis 600 U/min gedreht. Der Scannerspiegel-Antrieb wird dabei so angesteuert, dass
sich ein Strahlprofil einstellt, wie es in Figur 6 rechts dargestellt ist. D. h.,
das Intensitätsprofil steigt im Bereich des Kolbenzange 56 leicht an, um Strahlungsverluste
über die Kolbenunterkante auszugleichen. Das Intensitätsprofil steigt auch zur Unterkante,
d. h., zur Zuführöffnung 30 hin an, um die Strahlungsverluste in diesem Bereich auszugleichen
- dadurch wird eine sehr gleichmäßige Erwärmung der zu quetschenden Abschnitte erzielt.
Die Einstrahldauer und die Laserleistung wird dabei so eingestellt, dass die SiO
2-Entwicklung (das heißt, das Abdampfen von SiO
2 bzw. die Bildung von Quarzrauch) minimiert ist. Vorversuche zeigten, dass eine Einstrahldauer
im Bereich zwischen 2 bis 20 Sekunden bei einer Laserleistung zwischen 300 und 2500
Watt liegen kann.
[0038] Zur weiteren Minimierung der SiO
2-Entwicklung kann die Laserleistung während der Einstrahldauer stufenweise verringert
werden. Prinzipiell konnte festgestellt werden, dass sich die SiO
2-Bildung mit sinkender Laserleistung und gleichzeitig etwas längerer Einstrahldauer
verringern lässt.
[0039] Nach Erwärmung des Quetschbereiches werden die Formquetschbacken 60, 62 (strichpunktiert
in Figur 6) zugefahren und die in den Figuren 1 bis 3 dargestellte Quetschung oder
eine andere Geometrie ausgebildet.
[0040] Um den während der Erwärmung entstehenden SiO
2-Dampf zu entfernen, kann in der Druckkammer 38 des Weiteren noch eine Absaugung mit
einem Absaugrohr vorgesehen werden. Das Absaugrohr ist auf den zu erwärmenden Bereich,
beispielsweise die Quetschung, gerichtet, um den während der Erwärmung entstehenden
Quarzrauch abzusaugen.
[0041] Offenbart sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen einer Lampe sowie
eine nach diesem Verfahren hergestellte Lampe, bei denen die Befüllung eines einseitig
geschlossenen Lampenkolbens durch eine Zuführöffnung für ein Leuchtmittel erfolgt.
Dadurch lässt sich eine Kuppe des Lampenkolbens glatt ohne Pumpspitze ausführen.
1. Verfahren zum Herstellen einer Lampe, vorzugsweise einer einseitig gequetschten Glühlampe
(1), mit einem Lampenkolben (2), in den ein Leuchtmittel (12) und Stromzuführungen
(14, 16; 22, 34) durch eine Zuführöffnung (30) eingesetzt werden, wobei der Lampenkolben
(2) durch Quetschen im Bereich der Zuführöffnung (30) abgedichtet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Befüllung des Lampenkolbens (2) vor dem Quetschen durch die Zuführöffnung (30)
hindurch erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Befüllung und Quetschung in einem Druckbehälter
(3 8) durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Befüllen über eine Kanüle (42) oder durch
Fluten des Druckbehälters (38) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Quetschbereich durch
hochenergetische Strahlung, vorzugsweise durch Laserstrahlung auf die Verformungstemperatur
erwärmt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei der Laser (46) ausserhalb des Druckbehälters (38)
angeordnet ist und der Laserstrahl über ein Laserfenster (54) in das Behälterinnere
eintritt.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Laserstrahlen von zwei Seiten her auf den Quetschbereich
der Lampe (1) gerichtet sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei der Laserstrahl ein Strahlprofil
überstreicht, das dem Quetschbereich entspricht.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei der Energieeintrag zur Zuführöffnung (30) und zu
einer Einspannstelle für den Lampenkolben (2) hin ansteigt.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 8, wobei die Laserleistung nach einer vorbestimmten
Einstrahldauer verringert wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 9, wobei die Einstrahldauer 2 bis 20 Sekunden
und die Laserleistung zwischen 300 und 2500 Watt beträgt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 10, wobei der bei der Erwärmung entstehende
Quarzrauch bzw. SiO2-Dampf abgesaugt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Lampe (1) während der
Erwärmung gedreht wird.
13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit einer Halterung für einen Lampenkolben (2) und ein darin eingesetztes Leuchtmittel
(12), einer Zuführ- und Absaugeinrichtung (40, 44) über die Inert- und/oder Füllgas
durch eine Zuführöffnung (30) des Lampenkolbens (2) für das Leuchtmittel (12) zuführbar
bzw. absaugbar ist, mit einem Laser (46) zum Erwärmen des Quetschbereichs des Lampenkolbens
(2) und mit einer Quetscheinrichtung (60, 62) zum Erstellen einer gasdichten Quetschung
(8) im Bereich der Zuführöffnung (30).
14. Glühlampe nach Anspruch 13, wobei der Lampenkolben (2), die Halterung (56, 58) und
die Quetscheinrichtung (60, 62) in einem abgeschlossenen Raum, vorzugsweise einem
Druckbehälter (38) angeordnet sind, der zumindest ein Laserfenster (54) aufweist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Halterung (56, 58) drehbar gelagert
ist.
16. Lampe, insbesondere hergestellt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei deren
Lampenkolben (2) an einer von Sockelstiften (22, 24) entfernten Kuppe (4) eben ausgeführt
ist.
17. Lampe nach Anspruch 16, wobei diese eine Reflektorlampe mit einer auf einer Fläche
des Lampenkolbens aufgebrachten Reflexionsschicht (36) ist.