| (19) |
 |
|
(11) |
EP 1 633 541 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
30.05.2012 Patentblatt 2012/22 |
| (22) |
Anmeldetag: 03.06.2004 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
|
| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
|
PCT/EP2004/006013 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
|
WO 2004/108374 (16.12.2004 Gazette 2004/51) |
|
| (54) |
HOLZWERKSTOFFPLATTE UND VERFAHREN ZU IHRER HERSTELLUNG
BOARD CONSISTING OF A DERIVED TIMBER PRODUCT AND METHOD FOR THE PRODUCTION THEREOF
PLAQUE EN MATERIAU DE BOIS ET PROCEDE DE FABRICATION
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PL PT RO SE SI SK TR
|
|
Benannte Erstreckungsstaaten: |
|
AL HR LT LV MK |
| (30) |
Priorität: |
06.06.2003 DE 10326181
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
15.03.2006 Patentblatt 2006/11 |
| (73) |
Patentinhaber: CVP Clean Value Plastics GmbH |
|
21614 Buxtehude (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- HOFMANN, Michael
21614 Buxtehude (DE)
- HOLM, Andreas
27356 Rotenburg(Wümme) (DE)
- VENSCHOTT, Dirk
38102 Braunschweig (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Hauck Patent- und Rechtsanwälte |
|
Postfach 11 31 53 20431 Hamburg 20431 Hamburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 082 295 DE-A- 4 208 259 US-A- 5 435 954 US-A- 5 786 279
|
EP-A- 0 750 077 DE-A- 10 151 368 US-A- 5 662 994
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Holzwerkstoffplatte nach dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1.
[0002] Bei Holzwerkstoffplatten unterscheidet man neben anderen Holzwerkstoffen zwischen
Holzspan- und Holzfaserplatten. Holzfaserplatten werden aus zerfasertem Holz hergestellt,
wobei je nach Faservliesbildung im wäßrigen oder gasförmigen Medium die Herstellung
nach dem Naßverfahren oder dem Trockenverfahren durchgeführt wird. Das Zerfasern des
vorzerkleinerten Holzes (Hackspäne) erfolgt nach einer hydrothermischen Vorbehandlung
in einem Scheibenrefiner. Dem Faserstoff werden im Trockenverfahren synthetische Bindemittel
zugegeben. Im Naßverfahren können Holzfaserplatten unter Nutzung der inhärenten Verklebungseigenschaften
des Faserstoffes auch ohne zusätzliche Bindemittel erzeugt werden, wobei auch die
Faserverfilzung von Bedeutung ist. Nach der Faservliesbildung werden die Holzfaserplatten
unter Anwendung von Wärme und Druck gepreßt. Holzfaserplatten werden in großem Umfang
beschichtet, z. B. mit Melaminharzfilmen, Folien oder mit Lacken. Sie finden im Möbel-
und Innenausbau, aber auch bei Innentüren, für Verpackungszwecke, im Bauwesen usw.
Anwendung. Poröse Holzfaserplatten werden für Wärme- und Schalldämmzwecke eingesetzt.
[0003] Bei Holzspanplatten werden Holzspäne ähnlich wie bei Holzfaserplatten mit einem Bindemittel
aus Kunstharzleim (z. B. Harnstoff oder Melamin-Formaldehyd-Harze) warm gepreßt. Durch
Größe, Form und Anordnung der Späne und die Menge des Kunstharzanteils können die
Eigenschaften der Holzspanplatten variiert werden. Hochwertige Platten werden mehrschichtig
und mit besonders feinen Deckspänen hergestellt. Zur Verwendung im Möbelbau lassen
sich die Holzspanplatten mit Dekorfilmen, Grundierfilmen und Furnieren beschichten
[0004] EP 82295 zeigt die Herstellung einer Holzwerkstoffplatte, die aus kryogenisch hersgestellten
Kunststoffpartikeln und Holzfasern besteht. Die einzehen Partikel sind unterscheidbar.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Holzwerkstoffplatte zu schaffen, bei
der die Holzspäne oder -fasern teilweise substituiert sind, wodurch die Zurverfügungsstellung
der Ausgangswerkstoffe geringere Kosten verursacht, ohne daß die Eigenschaften der
Holzwerkstoffplatte eine Einbuße erleiden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplatte ist ein Teil der Holzspäne oder - fasern
durch gemahlenes oder zerfasertes Agglomerat aus Mischkunststoff aus der Abfallentsorgung
substituiert. Der Anteil von gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat kann bis zu 150
Gew.-% betragen, bezogen auf 100 Gew.-% Holzspan- oder Holzfasermassen atro. Der Anteil
kann sogar oberhalb von 150 Gew.-% betragen, bezogen auf 100 Gew.-% Holzspan- oder
Holzfasermasse atro. Nach der Erfindung ist die Partikelgröße der Holzspäne oder -fasern
einerseits und des gemahlenen Agglomerats andererseits annähernd gleich. Die Größe
der Holzspäne oder -fasern bewegt sich vorzugsweise im Bereich zwischen 0,05 bis 2,0
mm. Die Größe für das gemahlene Agglomerat ist vorzugsweise kleiner als 1 mm.
[0008] Bei den derzeit bestehenden Sammelsystemen für Abfallkunststoffe, z. B. Verpackungsmaterial
aus Privathaushalten, z. B. Joghurtbecher, Folienverpackungen, Schutzhüllen, Einkaufstüten,
Flaschen für Reinigungsmittel, Zahnpastetuben usw., werden zumeist Mischkunststoffe
erhalten. Sie können neben den üblichen Folien und Kunststoffen aus LDPE, HDPE oder
PP auch Folienreste aus Polyamiden, Polycarbonaten, PET oder anderen Kunststoffen
enthalten und sind daher nicht sortenrein. Die quantitative Mengenverteilung der verschiedenen
Kunststoffsorten, die in bekannter Weise einem Aufbereitungs- und Sortierbetrieb von
einem Sammelunternehmen übergeben werden, hängt von folgenden Parametern ab: Sammelverhalten
und Qualitätsbewußtsein im Sammelverhalten der Bevölkerung in der Region kann sehr
unterschiedlich sein. Dies trifft insbesondere für Sammelsysteme für Haushaltsabfälle
zu.
[0009] Derzeit stehen verschiedene Verfahrenstechniken für die Sortierung der gesammelten
Kunststoffe zur Verfügung. Als Beispiele seien genannt: Windsichtung, Schwimm-Sink-Sichtung
(Auftrieb im Wasser bei spezifischen Dichten < 1), qualitative Identifikation von
Kunststoffen aufgrund unterschiedlicher Infrarotspektrogramme, auch in Kombination
mit Windsichtung und anderen Methoden. Trotz der genannten Technologien, ist eine
in hohem Maße sortenreine Trennung von Kunststoffen, die üblicherweise nicht nach
Sorten getrennt gesammelt werden, wirtschaftlich nur bedingt darstellbar. So lassen
sich LDPE-Folien von HDPE-Folien heute mit Quoten von ca. 95% sortenrein trennen.
Befinden sich jedoch Verbundfolien in den Sammelsystemen, wie z. B. mit Polyamidfolien
beschichtete LDPE- oder HDPE-Folien, ist eine sortenreine Trennung nahezu unmöglich.
[0010] Das Produkt aller Sammel- und Sortierbemühungen von Mischkunststoffen wird daher
nach wie vor ein Mischkunststoff bleiben. Insbesondere unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
muß berücksichtigt werden, daß bei einer Verfeinerung des Sortieraufwands die Sortier-
und Aufbereitungskosten immer deutlich unter den Kosten für die Beschaffung von sortenreiner
Neuware bleiben müssen. Diese Mischkunststoffe enthalten neben Polyethylen, Polypropylen
auch Polyamide, Polycarbonate und PET-Bestandteile. Das Auftreten von Aluminiumresten
oder mineralischen Bestandteilen, wie z. B. Siliziumverbindungen, kann ebenfalls nicht
ausgeschlossen werden.
[0011] Die übliche Aufbereitungsform der genannten Mischkunststoffe ist das sogenannte Agglomerieren.
Dabei werden durch Aufrühren in einem Rührwerk die zerkleinerten Folien durch Reibung
so erwärmt, daß diese anschmelzen. Durch das in Intervallen durchgeführte Absprühen
des erhitzten Agglomerats mit kaltem Wasser entweicht ein Teil der organischen Bestandteile
über den Wasserdampf. Gleichzeitig kühlen die angeschmolzenen Folien ab und agglomerieren
zu schüttfähigen granulatartigen Gebilden. Das typische transportfähige Produkt einer
sortierten Fraktion von Mischkunststoffen, überwiegend aus Folienresten, ist daher
das Agglomerat. Agglomerat aus Mischkunststoffen haben eine Schüttdichte von ca. 320
kg/m
3 und sind gut transportierbar.
[0012] Das zentrale Problem bei Mischkunststoffen ist, daß eine stoffliche 1:1-Verwertung,
wie dies bei Glas, PVC, Papier, Weißblech oder Aluminium der Fall ist, unmöglich ist.
Typische kunststoffverarbeitende Verfahrenstechniken, wie das Extrudieren, Kalandrieren,
Spritzgießen oder dergleichen, kommen nicht in Betracht, da sie eine verarbeitbare
Schmelze voraussetzen.
[0013] Mischkunststoffe bestehen überwiegend (zu über 50%) aus Folienresten, enthalten jedoch
auch Reste von Kunststofformteilen, wie zerkleinerter Partikel von Joghurtbechern,
Flaschendeckeln oder dickwandigen Flaschen, z. B. für Reinigungsmittel. Mischkunststoffe
haben daher keinen definierten Schmelzpunkt, sondern einen Schmelzbereich sehr großer
Bandbreite. Es gibt in Mischkunststoffen Stoffinhalte, die in einem Schmelzfenster,
wie es für die üblichen Prozesse, wie das Extrudieren oder Kalandrieren bis 200°C
überhaupt nicht aufschmelzen, wie z. B. Aluminium-oder PET-Reste. Die Viskosität des
Mischkunststoffs ist je nach Zusammensetzung der Kunststoffe unterschiedlich. Selbst
bei hohen Temperaturen ergibt sich eine zähfließende Masse, die auch bei steigender
Erwärmung nicht dünnflüssig wird. Bestimmte Kunststoffe, wie LDPE (Schmelzpunkt etwa
105 bis 115°C) zersetzen sich bei Temperaturbereichen zu Kohlenstoff unter Ausgasung
von Kohlendioxyd und Wasserdampf, in denen Polyamide anfangen zu schmelzen (Schmelzpunkt
ab 180°C). Durch die Zersetzung niedrigschmelzender Polyolefine wie LDPE bei höheren
Temperaturen bilden sich irreversibel Gemenge mit hohem Anteil an Kohlenstoff. Es
entsteht eine graue bis schwarze Masse, die beim Abkühlen andere Eigenschaften zeigt
als vor dem Aufschmelzen, da sie chemisch und physikalisch ist.
[0014] Bei der erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplatte wird nun eine Teil der Holzspäne durch
Mischkunststoffe substituiert, indem das Agglomerat aus der Abfallentsorgung gemahlen
oder zerfasert und den Holzspänen oder -fasern vor dem Verpressen zugeführt wird.
Mischkunststoffe sind feuchtebeständig und in ihrer Temperaturbeständigkeit ähnlich
den Holzspänen oder -fasern. Durch die Beimengung von aufgemahlenen Mischkunststoffen
treten bei den Holzwerkstoffplatten keine signifikanten Verbesserungen von Materialeigenschaften
ein, andererseits führt die Substitution von Holzspänen oder -fasern nicht zu einer
Verschlechterung der Werkstoffplatte. Durch den Einsatz von gemahlenen Mischkunststoffen
wird jedoch der Aufwand für die Herstellung einer Holzwerkstoffplatte drastisch verringert.
Außerdem wird der Vorteil erhalten, daß der Mischkunststoff einer Verwertung zugeführt
werden kann und nicht deponiert oder verbrannt werden muß.
[0015] Nach einer Ausgestaltung der Erfindung wird ein Anteil an gemahlenem Agglomerat aus
niedrigschmelzendem Reinkunststoff aus der Abfallentsorgung zugesetzt. Agglomerat
aus sortenreinem Kunststoff, z. B. sortenreinen Folien, steht zur Verfügung. Da sortenreine
Folien eine hohe Affinität zueinander haben (Polyolefine), entwickelt das gemahlene
oder zerfaserte Agglomerat Bindemitteleigenschaft zur Bindung zwischen den kaum schmelzenden
Mischkunststoffen. Die Bindemittelkomponente wird als getrenntes Partikel in die Mischung
aus Spänen, oder Fasern, Alleinharzen und gemahlenem Agglomerat beigegeben. Eine Durchmischung
vor dem Agglomerieren kommt nicht in Frage, da beim Agglomerieren sich wiederum ein
Mischkunststoff mit undefinierten Eigenschaften ergibt. Die Eigenschaften der Holzwerkstoffplatten,
denen ein Anteil von gemahlenem Reinkunststoff zugesetzt ist, lassen sich stufenlos
skalieren. Besonders vorteilhaft ist dabei die Herstellung von relativ dünnen Holzwerkstoffplatten
bis 8 mm Dicke, da sich dort leicht eine Durchwärmung der Mittelschicht in der Form
erreichen läßt, daß es zu einem Anschmelzen der Bindemittelpartikel kommt. Dies kann
jedoch auch bei dicken Platten bis 40 mm Dicke erreicht werden. Hierbei muß dann mit
Rückkühlung und anderen bekannten Verfahrenstechniken gearbeitet werden, die ein Einbringen
der erforderlichen Wärmemenge ermöglichen. Nach einer Ausgestaltung der Erfindung
ist der zugegebene Anteil an gemahlenem Reinkunststoff-Agglomerat bis annähernd 100%
bezogen auf den eingesetzten Anteil von gemahlenem oder zerfasertem Mischkunststoff-Agglomerat.
Auch bei Zusatz von Reinkunststoff-Agglomerat erfolgt das Vermahlen zu einer Korngröße,
welche der der Holzspäne oder -fasern und dem Mahlgut des Mischkunststoff-Agglomerats
entspricht.
[0016] Wie eingangs schon erwähnt, ist es bekannt, Holzwerkstoffplatten aus unterschiedlichen
Schichten zusammenzusetzen. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung sieht vor, daß die
Holzwerkstoffplatte aus mindestens zwei Schichten besteht, von denen eine erste aus
Holzspänen oder -fasern, gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat aus Mischkunststoff
und Bindemittel und die zweite aus Holzspänen oder -fasern, gemahlenem oder zerfasertem
Agglomerat aus Reinkunststoff und Bindemittel zusammengesetzt ist, wobei die Schichten
zu einer Platte warm verpreßt werden.
[0017] Ein Verfahren zur Herstellung einer Holzspanplatte nach der Erfindung sieht folgende
Schritte vor: Vermahlen von Agglomerat aus Mischkunststoff aus der Abfallentsorgung
und Mischen mit Holzspänen, wobei gleiche Partikelgrößen vorgesehen sind. Die Mischung
wird unter Zufuhr von Bindemittel im Warmpreßverfahren zu einer Platte vorgegebener
Dicke gepreßt. Das Agglomerat kann z. B. in einer Gewürzmühle vermahlen werden.
[0018] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zur Herstellung einer Holzfaserplatte sieht folgende
Schritte vor: Zerfasern von Agglomerat aus Mischkunststoff aus der Abfallentsorgung
und Mischen mit Holzfasern, wobei die Mischung unter Zugabe von Bindemittel im Warmpreßverfahren
zu einer Platte vorgegebener Dicke geformt wird. Das Zerkleinern des Agglomerats und/oder
des Holzes kann z. B. in einem Messerringzerspaner durchgeführt werden. Alternativ
ist auch möglich, Holzhackspäne oder dergleichen zusammen mit Agglomerat in einen
Refiner zu geben und dort die Komponenten zu zerfasern und mischen.
[0019] Es versteht sich, daß bei der Herstellung von Holzspan- oder Holzfaserplatten gemahlenes
Agglomerat aus sortenreinem, bei niedrigen Temperaturen schmelzendem Kunststoff zugesetzt
wird, um die Eigenschaften der hergestellten Holzwerkstoffplatte in gewünschtem Maße
zu erreichen. Bis zu 150%, bezogen auf den Spanoder Faseranteil des Werkstoffs in
der Holzwerkstoffplatte, liegen noch Eigenschaften wie einer Span- bzw. einer Holzfaserplatte
vor. Derartige Platten können daher gesägt, gefräst, geschliffen oder gebohrt werden.
Bei einem höheren Zusatz an Mischkunststoff und/oder sortenreinem Kunststoff nähern
sich die Eigenschaften der Holzwerkstoffplatte mehr denen einer Kunststoffplatte,
und diese verfügt daher auch über eine gewisse Elastizität. Insbesondere wird jedoch
durch Zugabe von gemahlenem Agglomerat aus Reinkunststoff die Querzugfestigkeit signifikant
erhöht und die Quellung bei Wassereinlagerung erheblich reduziert.
[0020] Die Herstellung der erfindungsgemäßen Holzwerkstoffplatten läßt sich mit herkömmlichen
Produktionsprozessen durchführen. Daher ist der reine Prozeßaufwand nicht höher als
bei herkömmlichen Holzwerkstoffplatten.
[0021] Das Mahlen des Agglomerats aus Reinkunststoff niedrigschmelzender sortenreiner Kunststoffe
erfolgt vorzugsweise in gekühlter Form, vorzugsweise in Kryomühlen (Gewürzmühlen mit
Kryotechnologie). Es muß verhindert werden, daß die beim Mahlen entstehende Wärme
zu einem Anschmelzen des Mahlkorns führt. Eine weitere Technologie ist das Absaugen
während des Mahlvorgangs, damit die Partikel vor dem Schmelzen bewahrt werden.
[0022] Nach der Herstellung der einzelnen Komponenten müssen sie naturgemäß gemischt werden.
Das Mischen kann unter Zugabe von Kaltklebstoff erfolgen, wodurch eine gewisse Bindung
der Anteile von Holzwerkstoff und gemahlenem Agglomerat erzeugt wird, so daß der Transport
in die Pressenanordnung, insbesondere beim Trockenverfahren, erleichtert wird. Für
die späteren Eigenschaften der hergestellten Holzwerkstoffplatte spielt der zugesetzte
Kaltklebstoff keine Rolle.
[0023] Nachstehend einige Beispiele für erfindungsgemäße Holzwerkstoffplatten sowie zur
Verfahrenstechnologie.
Spanplatten
1. Beispiel:
[0024] Spanplatte mit einer Dicke d = 13 mm; 100% gemahlenes Agglomerat aus Mischkunststoffen,
bezogen auf Holzspanmasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm; Anteil UF-Harz 4%; Paraffinanteil
1%, ebenfalls jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
2. Beispiel:
[0025] Spanplatte mit einer Dicke d = 4 mm; 150% gemahlenes Agglomerat aus Mischkunststoffen
bezogen auf Holzspanmasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm; Anteil UF-Harz 4%; Paraffinanteil
1%, jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
Faserplatte
1. Beispiel:
[0026] Faserplatte mit einer Dicke d = 13 mm; 100% gemahlenes Agglomerat aus Mischkunststoffen,
bezogen auf Holzfasermasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm; Anteil UF-Harz 4%; Paraffinanteil
1%, jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
2. Beispiel:
[0027] Faserplatte mit einer Dicke d = 4 mm; 150% gemahlenes Agglomerat aus Mischkunststoffen,
bezogen auf Fasermasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm; Anteil UF-Harz 4%; Paraffinanteil
1%, jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
3. Beispiel:
[0028] Spanplatte mit einer Dicke d = 13 mm; Dickschicht 100% gemahlenes Agglomerat aus
Mischkunststoffen, bezogen auf Holzspanmasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm. Für
die Mittel- bzw. andere Schicht 100% gemahlenes Agglomerat aus Folienkunststoff, bezogen
auf Holzspanmasse atro mit einer Korngröße < 2,0 mm; Anteil UF-Harz 4%, Paraffinanteil
1%, jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
4. Beispiel:
[0029] Spanplatte mit einer Dicke d = 4 mm; 150% gemahlenes Agglomerat aus Mischkunststoffen,
bezogen auf Holzspanmasse atro mit einer Korngröße < 1,0 mm und gemahlenes Agglomerat
aus Folien mit einer Korngröße < 2,0 mm; Mischverhältnis der gemahlenen Agglomerat-Anteile
1:1; Anteil UF-Harz 4%, Paraffinanteil 1%, jeweils bezogen auf Holzmasse atro,
Verfahrenstechnologie
1. Beispiel:
[0030] Pressen der gemischten Masse in Etagenpresse, Preßflächentemperatur etwa 240°C bei
Preßzeitfaktor 15 s/mm, Plattendicke 13 mm, Anfangsdruck 6 bar, für eine Zeit von
80 s Druck gehalten, Druckabfall bis auf 3,5 bar, halten etwa 40 s, weiterer Druckabfall
auf 1,5 bar halten 70 s, dann Druckabfalls,
2. Beispiel:
[0031] Pressen in Etagenpresse, Preßflächentemperatur etwa 240°C bei Preßzeitfaktor 13 s/mm,
Plattendicke 13 mm, Anfangsdruck 6 bar, steigern bis 7,5 bar, halten für 80 s, Druckabfall
bis auf 3,5 bar, halten etwa 40 s, weiterer Druckabfall auf 1,5 bar, halten 70 s,
dann Druckabfall.
[0032] Der Mischkunststoff wird vorzugsweise in einem Mahlgang gemahlen und anschließend
gesiebt. Der Folienkunststoff, d.h. Reinkunststoff wird in vorzugsweise zwei bis drei
Mahlgängen gemahlen mit ebenfalls anschließender Siebung, wobei eine Kühlung des Agglomerats
vorzugsweise unter 0°C erfolgt.
1. Holzwerkstoffplatte, bei der Holzspänc oder -fasern und Kunststoffpartikel bzw. -fasern
mit einem Bindemittel im Warmpreßverfahren zu einer Holzwerkstoffplatte verpreßt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kunststoffpartikel oder -fasern aus gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat aus
Mischkunststoffen aus der Abfallentsorgung bestehen und die Partikelgröße von Holzspänen
bzw. -fasern einerseits und gemahlenem Agglomerat andererseits annähernd gleich ist.
2. Holzwerkstoffplatte nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Anteil von gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat bis zu 150% beträgt, bezogen
auf Holzspan- oder Holzfasermasse atro.
3. Holzwerkstoffplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Partikelgröße von Holzspänen bzw. -fasern einerseits und gemahlenem Agglomerat
andererseits 0,05 bis 2,0mm beträgt.
4. Holzwerkstoffplatte nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Partikelgröße kleiner als 1mm beträgt.
5. Holzwerkstoffplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß ein Anteil an gemahlenem Agglomerat aus niedrigschmelzendem Reinkunststoff aus der
Abfallentsorgung zugesetzt wird.
6. Holzwerkstoffplatte nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zugesetzte Anteil an gemahlenem Reinkunststoff-Agglomerat bis 100% beträgt, bezogen
auf den eingesetzten Anteil von gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat aus Mischkunststoff.
7. Holzwerkstoffplatte nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß Agglomerat aus Reinkunststoff aus Folienkunststoffresten gewonnen ist.
8. Holzwerkstoffplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus mindestens zwei Schichten besteht, von denen eine erste aus Holzspänen oder
-fasern, gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat aus Mischkunststoff und Bindemittel
und die zweite aus Holzspänen oder -fasern, gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat
aus Reinkunststoff und Bindemittel zusammengesetzt ist und die Schichten zu einer
Werkstoffplatte warm verpreßt sind.
9. Verfahren zur Herstellung einer Holzwerkstoffplatte nach einem der Ansprüche 1 bis
8, bei dem Kunststoffpartikel oder -fasern mit Holzspänen oder -fasern annähernd gleicher
Partikelgröße gemischt werden und unter Zugabe von Bindemittel im Warmpreßverfahren
zu einer Holzwerkstoffplatte vorgegebener Dicke gepresst werden, wobei die Kunststoffpartikel
oder -fasern aus gemahlenem oder zerfasertem Agglomerat aus Mischkunststoffen aus
der Abfallentsorgung gewonnen werden.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Agglomerat bei niedriger Temperatur gemahlen wird.
11. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Agglomerat mit einer Kryomühle gemahlen wird.
12. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Zerfasern des Agglomerats in einem Messerringzerspaner durchgeführt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß Holzhackspäne zusammen mit dem Agglomerat in einem Refiner zerfasert und gemischt
werden.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Agglomerat aus sortenreinem Kunststoff aus der Abfallentsorgung gemahlen und
das Mahlgut der Mischung zugefügt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß während des Mischcns Kaltklebestoff zugesetzt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Mischen in einer Beleimtrommel durchgeführt wird.
1. A plate of wood material, wherein wood chips or fibres and synthetic particles or
fibres, respectively, are compressed with a binding agent to a plate of wood material
in a heat compression process, characterized in that the synthetic particles or fibres consist of milled or fiberized agglomerate of mixed
synthetics from waste removal and the particle size of wood chips or fibres, respectively,
on one hand and of milled agglomerate on the other hand, is approximately equal.
2. The plate of wood material according to claim 1, characterized in that the fraction of milled or fiberized agglomerate is up to 150 % relative to the mass
of wood chips or fibres atro.
3. The plate of wood material according to one of claims 1 to 2, characterized in that a particle size of wood chips or fibres, respectively, on one hand and of milled
agglomerate on the other hand, is 0.05 to 2.0 mm
4. The plate of wood material according claim 3, characterized in that the particle size is smaller than 1.0 mm.
5. The plate of wood material according to one of claims 1 to 4, characterized in that a fraction of milled agglomerate of low melting plastics of a genuine type from waste
removal is added.
6. The plate of wood material according claim 5, characterized in that the added fraction of milled genuine plastics agglomerate is up to 100 % relative
to the fraction of milled or fiberized agglomerate of mixed synthetics.
7. The plate of wood material according to claim 5 or 6, characterized in that the agglomerate of genuine plastics is obtained from remains of synthetic foils.
8. The plate of wood material according to one of claims 1 to 7, characterized in that it consists of at least 2 layers, a first layer being composed of wood chips or fibres,
milled or fiberized agglomerate of mixed synthetics and binding agent and the second
being composed of wood chips or fibres, milled or fiberized agglomerate of genuine
plastics and binding agent and the layers are heat-compressed to a plate.
9. A method for the manufacture of a plate of wood material according to one of claims
1 to 8, wherein synthetic particles or fibres and wood chips or fibres of approximately
the same particle size are mixed and compressed to a plate of predetermined thickness
in a heat-compression process under addition of binding agent, wherein the synthetic
particles or firbres of milled or fiberized agglomerate of mixed synthetics are obtained
from waste removal
10. The method according to claim 9, characterized in that the agglomerate is milled at low temperature.
11. The method according to claim 9, characterized in that the agglomerate is milled in a cryo mill.
12. The method according to claim 9, characterized in that the fiberizing of the agglomerate is carried out by a knife ring flaker.
13. The method according to claim 9, characterized in that wood chips together with agglomerate is fiberized and mixed in a refiner.
14. The method according to one of claims 9 to 13, characterized in that the agglomerate is milled of a genuine type of plastics from waste removal, and the
milled product is added to the mixture.
15. The method according to claim 9, characterized in that during the mixing cold setting adhesive is added.
16. The method according to claim 15, characterized in that the mixing is carried out in a glueing drum.
1. Plaque en matériau de bois, dans laquelle des copeaux ou des fibres de bois et des
particules ou des fibres de matière plastique sont, avec un liant, pressés dans le
procédé de pressage à chaud pour réaliser une plaque en matériau de bois, caractérisée en ce que les particules ou les fibres de matière plastique se composent d'un agglomérat broyé
ou défibré de matières plastiques mélangées issues de l'élimination des déchets, et
en ce que la taille des particules des copeaux ou des fibres de bois d'un côté et de l'agglomérat
broyé de l'autre côté est à peu près identique.
2. Plaque en matériau de bois selon la revendication 1, caractérisée en ce que la fraction de l'agglomérat broyé ou défibré atteint jusqu'à 150%, rapportée à la
masse de copeaux de bois ou de fibres de bois sicc. abs.
3. Plaque en matériau de bois selon une des revendications 1 à 2, caractérisée en ce qu'une taille des particules des copeaux ou des fibres de bois d'un côté et de l'agglomérat
broyé de l'autre côté est comprise entre 0,05 et 2,0 mm.
4. Plaque en matériau de bois selon la revendication 3, caractérisée en ce que la taille des particules est inférieure à 1 mm.
5. Plaque en matériau de bois selon une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce qu'une fraction d'agglomérat broyé issu de matière plastique pure à faible point de fusion
de l'élimination des déchets est ajoutée.
6. Plaque en matériau de bois selon la revendication 5, caractérisée en ce que la fraction ajoutée d'agglomérat broyé de matière plastique pure atteint jusqu'à
100%, rapportée à la fraction mise en oeuvre d'agglomérat broyé ou défibré issu de
matière plastique mélangée.
7. Plaque en matériau de bois selon la revendication 5 ou la revendication 6, caractérisée en ce que l'agglomérat est obtenu à partir de matière plastique pure issue des restes de matière
plastique en feuille.
8. Plaque en matériau de bois selon une des revendications 1 à 7, caractérisée en ce qu'elle se compose d'au moins deux couches dont une première est composée de copeaux
ou de fibres de bois, d'agglomérat broyé ou défibré issu de matière plastique mélangée
et de liant, et dont la seconde est composée de copeaux ou de fibres de bois, d'agglomérat
broyé ou défibré issu de matière plastique pure et de liant, et en ce que les couches sont pressées à chaud pour former une plaque de matériau.
9. Procédé de fabrication d'une plaque en matériau de bois selon une des revendications
1 à 8, dans lequel des particules ou des fibres de matière plastique sont mélangées
avec des copeaux ou des fibres de bois ayant une taille des particules à peu près
identique et sont pressées dans le procédé de pressage à chaud, avec addition de liant,
pour réaliser une plaque en matériau de bois d'épaisseur définie, les particules ou
les fibres de matière plastique étant obtenues à partir d'agglomérat broyé ou défibré
issu de matières plastiques mélangées provenant de l'élimination des déchets.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'agglomérat est broyé à une température basse.
11. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que l'agglomérat est broyé avec un cryobroyeur.
12. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que le défibrage de l'agglomérat est réalisé dans une déchiqueteuse à couronne porte-lames.
13. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que des copeaux de bois haché sont défibrés et mélangés en compagnie de l'agglomérat
dans un raffineur.
14. Procédé selon une des revendications 9 à 13, caractérisé en ce que l'agglomérat ne contenant qu'une seule espèce de matière plastique provenant de l'élimination
des déchets est broyé et en ce que le produit broyé est ajouté au mélange.
15. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce qu'un adhésif froid est ajouté pendant le mélange.
16. Procédé selon la revendication 15, caractérisé en ce que le mélange est effectué dans un tambour d'encollage.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente