[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Korrigieren eines Verzuges einer textilen
Warenbahn, insbesondere von hängenden Kanten gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Aus der DE 24 04 582 A1 ist eine Richtmaschine für Schuß- und Maschenreihen von Textilien
bekannt. Diese Vorrichtung besteht aus einer Reihe, hintereinander angeordneter Walzen,
die vertikal gegen die Bahnebene verstellbar gehalten sind. Die Walzen sind dabei
schräg zur Bahnlaufrichtung angestellt bzw. besitzen einen bogenförmigen Verlauf.
Werden diese Walzen derart gegen die Bahn verstellt, daß sie von dieser umschlungen
werden, so ergeben sich zwangsläufig für unterschiedliche Bereiche der Schußfäden
unterschiedliche Lauflängen. Auf diese Weise können schräge bzw. bogenförmige Verzüge
der Schußfäden innerhalb der Warenbahn entsprechend korrigiert werden.
[0003] Eine wirksame Korrektur ist jedoch nur möglich, wenn sich der Verzug in etwa gleichmäßig
über die gesamte Breite der Warenbahn erstreckt.
[0004] Aus der Praxis ist außerdem bekannt, schmale Rollen beidseits gegen die Warenbahn
zu drücken, die mit unterschiedlichen Drehzahlen angetrieben werden. Aufgrund der
damit verbundenen Geschwindigkeitsunterschiede können Verzüge innerhalb der Warenbahn
in nahezu beliebiger Weise ausgeglichen werden. Insbesondere ist es mit einer derartigen
Vorrichtung möglich, auch hängende Kanten zu korrigieren. Diese Lösung ist jedoch
mit einem erheblichen baulichen Aufwand verbunden, was sich negativ auf die Kosten
der Vorrichtung sowie für die Wartung und Instandhaltung auswirkt. Aus diesem Grund
wird sehr häufig auf eine Verzugskorrektur hängender Kanten verzichtet und ein mehr
oder weniger breiter Randbereich der Warenbahn weggeschnitten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung und ner textilen Warenbahn
zu schaffen, die auch für ungleichmäßig über die Warenbahn verteilte Verzüge, insbesondere
hängende Kanten geeignet ist und die sich durch einen geringen baulichen Aufwand auszeichnet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie
mit den Verfahrensschritten des Patentanspruch 20 gelöst.
[0007] Die Vorrichtung gemäß Anspruch 1 dient zum Korrigieren eines Verzugs einer textilen
Warenbahn, insbesondere eines lokalen Verzugs wie beispielsweise einer hängenden Kante.
Beim Weben einer Textilbahn werden die Schußfäden zur Erzielung einer nicht aus* Kante
im Randbereich der Warenbahn zwischen die Kettfäden zurückgeschlagen. Auf diese Weise
ergibt sich im Kantenbereich der Warenbahn eine Materialfertigung. Dieser verdickte
Kantenbereich wird bei der Konfektionierung der Ware entfernt. Wird die Warenbahn
zwischen den weiteren Prozeßschritten aufgewikkelt, so ergibt sich aufgrund der Materialverdickung
im Kantenbereich eine wesentlich höhere Spannung im Kantenbereich als über die Fläche
der Warenbahn. Diese höhere Spannung im Kantenbereich bewirkt wiederum eine Wegdifferenz
der Schußfäden, so daß diese im Kantenbereich zurückgebogen werden. Die Schußfäden
besitzen daher nach dem Abwickeln eine sehr starke Verkrümmung im Randbereich, während
sie im übrigen ziemlich gleichmäßig verlaufen. Der Bereich dieser verzerrten Schußfäden
erstreckt sich dabei einige Zentimeter in die Warenbahn hinein, wo keinerlei Materialverdickung
mehr gegeben ist. Dabei sind diese Verzerrungen örtlich begrenzt, allerdings relativ
stark. Zum Ausgleich dieser Verzerrungen wird die Warenbahn von einer Korrekturwalze
umgelenkt, die einen über die Walzenlänge variierenden Durchmesser aufweist. Dieser
variierende Durchmesser führt zu einer Wegdifferenz der umschlungenen Warenbahn, durch
die die Verzerrung der Schußfäden wieder rückgängig gemacht werden kann. Insbesondere
zur Korrektur hängender Kanten ist die Korrekturwalze derart ausgebildet, daß sie
über nahezu die gesamte Walzenlänge einen nehrungsweise konstanten Durchmesser aufweist
und lediglich in den Randbereichen der Warenbahn im Durchmesser reduziert ist. Dabei
ist es vorstellbar, daß nur ein Endbereich der Korrekturwalze im Durchmesser reduziert
ist, so daß mit Hilfe dieser Korrekturwalze nur ein Kantenbereich der Warenbahn korrigiert
werden kann. Bei dieser Applikation werden vorzugsweise mindestens zwei Korrekturwalzen
eingesetzt, die im wesentlichen spiegelbildlich zueinander angeordnet sind. Um mit
diesen Walzen unterschiedliche Verzüge korrigieren zu können, sind diese axial verschiebbar
gehalten. Damit kann der im Durchmesser reduzierte Bereich der Korrekturwalze mehr
oder weniger tief in den Kantenbereich der Warenbahn eingefahren werden, um eine stärkere
oder schwächere Verzugskorrektur zu bewirken. Falls die Warenbahn keinerlei hängende
Kanten aufweist, wird die Walze derart verschoben, daß der im Durchmesser reduzierte
Bereich der Korrekturwalze außerhalb der Warenbahn zu liegen kommt. Alternativ kann
die Korrekturwalze auch beide Kantenbereiche korrigieren. In diesem Fall wird statt
einer axialen Verschiebung der gesamten Korrekturwalze diese teleskopiert. Auf diese
Weise können beide im Durchmesser variierende Bereiche der Korrekturwalze entsprechend
den Erfordernissen auf die zu korrigierenden Bereiche der Warenbahn eingestellt werden,
ohne daß hierfür zwei Walzen erforderlich sind. Das Teleskopieren der Korrekturwalze
hat außerdem den Vorteil, daß deren Gegenende bei der Korrektur starke Verzüge nicht
so weit über die Warenbahn übersteht. Damit erfordert die Korrekturvorrichtung nur
wenig mehr Raum, als die breiteste zu korrigierende Warenbahn. Dies ist insbesondere
unter beengten Verhältnissen bei der Produktion der Warenbahn wichtig.
[0008] Grundsätzlich wäre es vorstellbar, die Korrekturwalze in Form von zwei ineinander
greifenden Rohren auszubilden, um die gewünschte Teleskopierbarkeit zu realisieren.
Auf diese Weise entstünde jedoch im Übergangsbereich beider Rohre eine Stufe, die
zu einer unerwünschten Druckmarkierung auf der Warenbahn führt. Günstiger ist es daher,
wenn die Korrekturwalze gemäß Anspruch 2 von mehreren gegeneinander verschiebbaren
Latten gebildet ist. Diese Latten erstrecken sich gleichmäßig über die Bahnmitte,
so daß sie keinerlei Druckmarkierungen auf der Warenbahn erzeugen. Vorzugsweise sind
die Längsrandkanten der Latten abgerundet, um auch keinerlei Quermarkierungen auf
der Warenbahn zu erzeugen.
[0009] Zur Anpassung der Korrekturwalze an unterschiedliche Verzüge ist es gemäß Anspruch
3 vorteilhaft, wenn wenigstens ein Teil der Latten mit mindestens einem Verstellsupport
verbunden ist. Vorzugsweise ist jede zweite Latte mit einem Verstellsupport und die
übrigen Latten mit einem gegenüberliegenden Verstellsupport verbunden. Diese Verstellsupporte
erzeugen axiale Verstellbewegungen, so daß beide Endbereiche der Korrekturwalze unabhängig
voneinander auf die Kantenbereiche der Warenbahn eingestellt werden können. Damit
ist es möglich, mit einer Walze beide Kantenbereiche der Warenbahn zu entzerren.
[0010] Insbesondere zum Korrigieren hängender Kanten ist es gemäß Anspruch 4 günstig, wenn
die Körrekturwalze in mindestens einem Endbereich verjüngend ausgebildet ist. Vorzugsweise
sind beide Endbereiche verjüngend ausgebildet, um mit einer Walze beide Kantenbereiche
entzerren zu können.
[0011] Im einfachsten Fall ist der Endbereich der Korrekturwalze gemäß Anspruch 5 konisch
verjüngend ausgebildet. Durch zunehmendes axiales Verschieben der Korrekturwalze in
Richtung der Warenbahnmitte wird die Wegdifferenz zwischen der Warenbahnkante und
dem mittleren Bereich der Warenbahn immer größer, so daß auf diese Weise unterschiedlich
starke Verzüge korrigiert werden können.
[0012] Alternativ ist es gemäß Anspruch 6 vorteilhaft, wenn die Korrekturwalze im Endbereich
im axialen Schnitt betrachtet gekrümmt, mit zu den Enden zunehmender Steigung ausgebildet
ist. Vorzugsweise beträgt die Steigung im Übergangsbereich zum zylindrischen Bereich
der Korrekturwalze 0, so daß der Endbereich tangential in den zylindrischen Bereich
der Korrekturwalze übergeht. Auf diese Weise ergibt sich eine sehr gute Anpassung
der Korrekturvorrichtung an reale Verzüge in Form von hängenden Kanten. Diese Verzüge
sind in der Regel derart ausgebildet, daß sie zur Warenbahnkante hin relativ stark
zunehmen.
[0013] Besonders bewährt hat sich eine parabolische Formung des Endbereichs der Korrekturwalze
gemäß Anspruch 7. Diese speziell gewählte Form besitzt den Vorteil, daß auch beim
axialen Verschieben des Endbereichs stets eine sehr gute Anpassung der von der Korrekturwalze
hervorgerufenen Wegänderung an die jeweilige Form der Verzerrung hängender Kanten
gegeben ist.
[0014] Zur Erzielung einer verbesserten Anpaßbarkeit der Verzugskorrektur an unterschiedlich
starke Verzüge ist es gemäß Anspruch 8 günstig, wenn die Korrekturwalze in mindestens
einem Endbereich verstellbare Korrekturlatten aufweist. Diese Korrekturlatten bilden
dabei die Außenkontur der Korrekturwalze, so daß das Maß, um das sich der Außendurchmesser
der Korrekturwalze ändert, mit Hilfe der Korrekturlatte einstellbar ist. Damit kann
die Korrekturwalze entsprechend den Gegebenheiten an die Breite und Stärke der Verzerrung
jeweils unabhängig eingestellt werden.
[0015] In einer bevorzugten Weiterbildung gemäß Anspruch 9 sind die Korrekturlatten einstückig
mit den Latten verbunden. Die Korrekturlatten bilden in diesem Fall lediglich die
Endstücke der Latte. Die den zylindrischen Abschnitt der Korrekturwalze bildenden
Lattenabschnitte sind dabei fest ausgebildet, während die Endbereiche zur Durchmesseranpassung
der Korrekturwalze verbiegbar sind.
[0016] Zur Erzielung einer günstigen Anpaßbarkeit der Korrekturlatten sind diese gemäß Anspruch
10 verstellbar. Dabei ist sowohl an eine radiale Verbiegung als auch Verschwenkung
der Korrekturlatten um entsprechende Drehgelenke gedacht.
[0017] Um die erforderlichen Stellkräfte zur Verstellung der Korrekturlatten gering zu halten,
ist es gemäß Anspruch 11 günstig, diese warenbahninnenseitig über Drehgelenke zu halten.
[0018] Alternativ ist es gemäß Anspruch 12 vorteilhaft, wenn die Korrekturlatten über Steuermittel
verbiegbar sind. Diese Steuermittel bestehen vorzugsweise aus einem entsprechenden
Hebelgetriebe, welches am freien Ende der Korrekturlatten angreift. Die Gegenenden
der Korrekturlatten sind dabei fest eingespannt, gegebenenfalls einstückig mit den
Latten verbunden. Auf diese Weise ergibt sich ein tangentialer Übergang zwischen dem
zylindrischen und dem Korrekturbereich der Korrekturwalze.
[0019] Alternativ ist es gemäß Anspruch 13 günstig, wenn die Korrekturwalze in mindestens
einem Endbereich einen Rotationskörper aufweist. Dieser Rotationskörper besitzt eine
feste, zum freien Ende hin verjüngende Außenkontur, die somit fest eingestellt ist.
Dadurch reduziert sich der bauliche Aufwand der Korrekturwalze erheblich. Zur Anpassung
der Korrekturwalze an unterschiedliche Warenbahnen ist der Rotationskörper vorzugsweise
austauschbar gehalten, so daß unterschiedliche Außenkonturen realisierbar sind.
[0020] Damit die Latten bzw. Korrekturlatten keinerlei zusätzliche Verzüge bei deren axialer
Bewegung in die Warenbahn einbringen, ist es gemäß Anspruch 14 vorteilhaft, wenn diese
wenigstens teilweise, vorzugsweise jedoch vollständig an ihrer Außenseite gleitend
ausgebildet sind. Dadurch wird verhindert, daß die Latten bzw. Korrekturlatten bei
ihrer axialen Verstellbewegung die Warenbahn mitnehmen.
[0021] Alternativ können die Latten bzw. Korrekturlatten gemäß Ansprurch 15 auch an ihrer
Außenseite haftend ausgebildet sein, um eine Zugwirkung auf die Warenbahn auszuüben.
Die Haftbeläge finden sich in diesem Fall vorzugsweise in den Endbereichen der Latten
bzw. im Bereich der Korrekturlatten.
[0022] Zur automatischen Anpassung der Korrekturwalze an unterschiedliche Verzüge ist es
gemäß Anspruch 16 vorteilhaft, wenn die Korrekturwalze mit einem Regler in Wirkverbindung
steht. Dieser Regler wird von einer Meßvorrichtung beeinflußt, die den Verzug der
Warenbahn erfaßt. Der Regler beeinflußt dabei die axiale Lage bzw. Länge der Korrekturwalze,
um den gemessenen Verzug auszugleichen- Alternativ oder zusätzlich kann der Regler
auch die Lage der Korrekturlatte beeinflussen, wenn diese vorhanden sind. Auf diese
Weise ist eine optimale Verzugskorrektur im laufenden Betrieb möglich.
[0023] Insbesondere, wenn die Korrekturwalze als Lattenwalze ausgebildet ist, ist es gemäß
Anspruch 17 vorteilhaft, wenn diese gleichzeitig als Führungs- bzw. Ausbreitwalze
ausgebildet ist. Dadurch üben die Latten der Korrekturwalze eine Doppel- bzw. Dreifachfunktion
aus, wodurch sich insgesamt ein sehr raumsparender Aufbau ergibt.
[0024] Um die unterschiedlichen Wirkungen der Korrekturwalze zu entkoppeln ist es gemäß
Anspruch 18 vorteilhaft, wenn die Latten während eines Walzenumlaufs axial verstellbar
sind. Die Verstellbewegung der Latten innerhalb eines Walzenumlaufs erfolgt dabei
über Steuermittel, die von einem Bahnlaufregler beeinflußt sind. Die mittlere Lage
der Latten bestimmt dagegen die Verzugskorrekturwirkung, auf die vorzugsweise ein
separater Regler einwirkt.
[0025] Gemäß Anspruch 19 ist es günstig, wenn die Korrekturwalze einem Schußfadenrichter
vorgeordnet ist. Die Korrekturwalze kann in diesem Fall sehr leicht hängende Kanten
korrigieren, so daß der folgende Schußfadenrichter eine wirkungsvolle Korrektur des
über die gesamte Breite der Warenbahn vorhandenen Verzugs bewirken kann. In dieser
Applikation dient die Korrekturwalze ausschließlich dem Korrigieren hängender Kanten.
[0026] Insbesondere zum Korrigieren hängender Kanten von textilen Warenbahnen hat sich das
Verfahren gemäß Anspruch 20 bewährt. Dabei umschlingt die Warenbahn eine Korrekturwalze,
die einen über die Walzenlänge unterschiedlichen Durchmesser aufweist. Dabei wird
die Walzenlänge bzw. - lage axial eingestellt oder geregelt, um einen Verzug auszugleichen.
Die Verstellung der Korrekturwalze erfolgt dabei in Abhängigkeit vom gemessenen Verzug,
wodurch sich ein optimales Korrekturergebnis erzielen läßt.
[0027] Eine bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens ergibt sich aus Anspruch 21. Dabei wird
die axiale Lage eines sich im Durchmesser ändernden Bereichs der Korrekturwalze in
Abhängigkeit vom gemessenen Verzug eingestellt oder geregelt, was zu einer feinfühligen
Verzugskorrektur führt.
[0028] Der Erfindungsgegenstand und das erfindungsgemäße Verfahren werden beispielhaft anhand
der Zeichnung erläutert, ohne den Schutzumfang zu beschränken.
[0029] Es zeigt:
- Figur 1
- eine Längsschnittdarstellung durch eine Vorrichtung zum Korrigieren eines Verzuges,
- Figur 2
- einen Ausschnitt einer ersten alternativen Ausführungsform der Vorrichtung gemäß Figur
1,
- Figur 3
- einen Ausschnitt einer zweiten alternativen Ausführungsform der Vorrichtung gemäß
Figur 1 und
- Figur 4
- eine zugeordnete Schnittdarstellung entlang der Schnittlinie IV - IV gemäß Figur 1
einer Zusammenstellung der Vorrichtung zum Korrigieren eines Verzugs mit einem Schußfadenrichter.
[0030] Eine Vorrichtung 1 gemäß Figur 1 besteht aus einem Rahmen 2, in dem eine Korrekturwalze
3 drehbar gelagert ist. Die Korrekturwalze 3 kann dabei wie dargestellt frei drehbar
sein. Alternativ ist es auch vorstellbar, die Korrekturwalze 3 motorisch anzutreiben,
um Reibungskräfte der Warenbahn 4 beim Umschlingen der Korrekturwalze 3 auszugleichen.
[0031] Die Korrekturwalze 3 besitzt einen mittleren, zylindrischen Abschnitt 5, an den sich
beidendig zwei Endbereiche 6 anschließen. Im zylindrischen Abschnitt 5 wird die Korrekturwalze
3 von einer Anzahl über deren Umfang verteilter Latten 7 gebildet, die gegeneinander
axial verstellbar sind. Jede zweite der Latte 7 ist dabei an einem linken und die
übrigen Latten 7 an einem rechten Verstellsupport 8 gehalten. Auf diese Weise ist
die Korrekturwalze 3 teleskopierbar, ohne daß sich im mittleren Abschnitt 5 eine Stufe
im Durchmesser ergeben würde, der zu Druckmarkierungen an der Warenbahn 4 führen könnte.
Die Korrekturwalze 3 kann durch diesen Lattenmechanismus nahezu auf die doppelte Menge
gebracht werden.
[0032] An den beiden Endbereichen weist die Korrekturwalze 3 jeweils einen Rotationskörper
9 auf, der zum freien Ende 10 hin verjüngend ausgebildet ist. Der Rotationskörper
9 besitzt dabei eine Außenkontur in Form eines Teilparaboloids mit tangentialen Übergang
in den mittleren Abschnitt 5 der Korrekturwalze 3.
[0033] Der Korrekturwalze 3 ist jeweils eine Leitwalze 11 einerseits vor- und andererseits
nachgeordnet. Diese Leitwalzen 11 dienen lediglich der Umlenkung der Warenbahn 4,
um den erforderlichen Umschlingungswinkel um die Korrekturwalze 3 zu erzeugen.
[0034] Der Korrekturwalze 3 ist außerdem eine Meßvorrichtung 12 nachgeordnet, die in jedem
Kantenbereich 13 der Warenbahn 4 vorgesehen ist. Die Meßvorrichtung 12 erfaßt das
Bild der Warenbahn 4 im Kantenbereich 13 mit Hilfe einer CCD-Kamera 14. Der CCD-Kamera
14 sind entsprechende Beleuchtungseinrichtungen zugeordnet, die in Figur 1 der Einfachheit
halber weggelassen sind. Die CCD-Kamera 14 steht mit einer Bildverarbeitungsvorrichtung
15 in Wirkverbindung, die aus den von der CCD-Kamera 14 erfaßten Bilddaten die Verzugswerte
der Schußfaden ermitteln und in Form eines laufenden Meßwertes an einen Regler 16
ausgeben. Der Regler 16 wirkt auf den jeweils zugeordneten Verstellsupport 8 der Korrekturwalze
3 ein, um den Rotationskörper 9 entsprechend axial zu verschieben.
[0035] Erkennt die der Korrekturwalze nachgeordnete Meßvorrichtung 12 einen Verzug der Warenbahn
4, so betätigt der Regler 16 den Verstellsupport 8 nach links oder rechts, um die
Wegdifferenz zwischen der Bahnkante und der Bahnmitte zu vergrößern oder zu verkleinern.
Auf diese Weise wird die Verzugskorrekturwirkung entsprechend den Erfordernissen des
Verzuges angepaßt, so daß die Kantenbereiche 13 der Warenbahn 4 im wesentlichen gerade
Schußfäden aufweisen.
[0036] Figur 2 zeigt eine alternative Ausführungsform der Vorrichtung 1 gemäß Figur 1, wobei
gleiche Bezugszeichen gleiche Teile benennen. Die Latten 7 sind an einem Schiebeschlitten
17 gehalten, der mit dem nicht dargestellten Verstellsupport 8 verbunden ist. Der
Schiebeschlitten 17 weist eine Reihe von Gelenkverbindungen 18 auf, an denen Korrekturlatten
19 angelenkt sind. Diese Korrekturlatten 19 können gerade oder entsprechend der Darstellung
gemäß Figur 2 gekrümmt ausgebildet sein. Über ein Hebelgetriebe 20, welches in eine
Kulisse 21 eingreift, können die Korrekturlatten 19 in unterschiedlichen Winkeln angestellt
werden, um die Korrekturwirkung der Korrekturwalze 3 entsprechend anzupassen. Diese
Anpassung erfolgt unterstützend zur axialen Verschiebung des Verstellsupports 8.
[0037] Die Warenbahn 3 zeigt eine weitere alternative Ausführungsform der Vorrichtung gemäß
Figur 1, wobei gleiche Bezugszeichen wiederum gleiche Teile benennen. Bei dieser Ausführungsform
sind die Korrekturlatten 19 einstückig mit den Latten 7 verbunden, so daß die Korrekturlatten
19 einseitig, nämlich im Schiebeschlitten 17 eingespannte Biegestäbe bilden. Das Hebelgetriebe
20 sorgt in diesem Fall nicht für ein einfaches Verschwenken der Korrekturlatten 19
sondern für ein Verbiegen derselben, wobei die Korrekturlatte 19 in jeder beliebigen
Stellung des Hebelgetriebes 20 tangential in die Latte 7 übergehen.
[0038] Schließlich zeigt Figur 4 eine Schnittdarstellung der Vorrichtung 1 gemäß Figur 1
entlang der Schnittlinie IV-IV. Bei der Darstellung gemäß Figur 4 ist neben der Vorrichtung
1 die Zuordnung derselben zu einem Schußfadenrichter 22 gezeigt. Der Schußfadenrichter
22 dient der Verzugskorrektur der Schußfäden der Warenbahn 4, wobei dieser im wesentlichen
nur Verzüge korrigieren kann, die sich im wesentlichen gleichmäßig über die Warenbahn
4 verteilen. Die Vorrichtung 1 mit der Korrekturwalze 3 dient dabei der Verzugskorrektur
hängender Kanten. Die Vorrichtung 1 sorgt dabei dafür, daß sich die in die Warenbahn
4 eingebrachten Verzüge möglichst gleichmäßig über die gesamte Breite der Warenbahn
4 verteilen und folglich vom Schußfadenrichter 22 leicht ausregelbar sind.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Rahmen
- 3
- Korrekturwalze
- 4
- Warenbahn
- 5
- mittlerer Abschnitt
- 6
- Endbereich
- 7
- Latte
- 8
- Verstellsupport
- 9
- Rotationskörper
- 10
- freies Ende
- 11
- Leitwalze
- 12
- Meßvorrichtung
- 13
- Kantenbereich
- 14
- CCD-Kamera
- 15
- Bildverarbeitungsvorrichtung
- 16
- Regler
- 17
- Schiebeschlitten
- 18
- Gelenkverbindung
- 19
- Korrekturlatte
- 20
- Hebelgetriebe
- 21
- Kulisse
- 22
- Schußfadenrichter
1. Vorrichtung zum Korrigieren eines Verzuges einer textilen Warenbahn (4), wobei die
Vorrichtung (1) mindestens eine drehbare Korrekturwalze (3) aufweist, welche von der
Warenbahn (4) umschlungen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) einen über deren Länge variierenden Durchmesser aufweist und
axial teleskopierbar und/oder axial verstellbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) mehrere über deren Umfang verteilte Latten (7) aufweist, die
gegeneinander verschiebbar sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Teil der Latten (7) mit mindestens einem Verstllsupport (8) verbunden
ist, der eine axiale Verstellbewegung erzeugen kann.
4. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Endbereich (6) verjüngend ausgebildet
ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Endbereich (6) konisch verjüngend ausgebildet
ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Endbereich (6) im axialen Schnitt betrachtet
gekrümmt mit zu den freien Enden (10) zunehmender Steigung ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Endbereich (6) im axialen Schnitte betrachtet
in etwa parabolisch gekrümmt ist.
8. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Endbereich (6) deren Außenkontur bildende,
verstellbare Korrekturlatten (19) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturlatten (19) einstückig mit den Latten (7) verbunden sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturlatten (19) radial verstellbar sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturlatten (19) über Drehgelenke gehalten sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturlatten (19) durch Steuermittel (20) verbiegbar sind, die im Bereich
der freien Enden (10) der Korrekturlatten (19) angreifen, wobei deren Gegenenden eingespannt
sind.
13. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1. bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) in mindestens einem Enbereich (6) einen Rotationskörper (9)
aufweist.
14. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Latten (7) oder Korrekturlatten (19) an ihren der Warenbahn (4) zugewandten Warenbahnaußenseite
wenigstens teilweise gleitend ausgebildet sind.
15. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Latten (7) und/oder Korrekturlatten (19) an ihrer der Warenbahn (4) zugewandten
Außenseite teilweise haftend ausgebildet sind.
16. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) mit einem deren axiale Lage und/oder Länge verändernden Regler
in Wirkverbindung steht, der von einer den Verzug der Warenbahn (4) erfassenden Meßvorrichtung
(12) beeinflußt ist.
17. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 2 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) als Führungs- und/oder Ausbreitwalze ausgebildet ist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Latten durch Steuermittel während des Walzenumlaufs axial verstellbar sind, wobei
die Steuermittel von einem Bahnlaufregler beeinflußt sind.
19. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrekturwalze (3) einem Schußfadenrichter (22) vorgeordnet ist, um hängende
Kanten der Warenbahn (4) zu korrigieren.
20. Verfahren zum Korrigieren eines Verzuges einer textilen Warenbahn (4), die mindestens
eine Korrekturwalze (3), insbesondere nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 19
umschlingt, die einen über die Walzenlänge und/oder -lage in Abhängigkeit vom Verzug
axial eingestellt oder geregelt wird.
21. Verfahren nach Anspruch 20, bei dem die axiale Lage eines sich im Durchmesser ändernden
Bereichs der Korrekturwalze (3) in Abhängigkeit vom gemessenen Verzug eingestellt
oder geregelt wird.