[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrohydraulische Steuervorrichtung der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art.
[0002] Die aus EP 546 300 A1 und DE 41 40 408 A1 bekannte und lastkompensierende elektrohydraulische
Steuervorrichtung eines Hubzylinders enthält in einer hydraulischen Gleichrichterschaltung
eine geschlossene Vollbrücke, die an einer Vollbrücken-Ecke an die Versorgungsleitung
und an die Tankleitung angeschlossen ist. In der Tankleitung ist ein Proportionaldruckventil
angeordnet. Von der Diagonale zweigen Lastdruckleitungen zu hydroelektrischen Druckwandlern
ab, die an eine elektronische Steuerung des 2/2-Wege-Proportionalregelventils angeschlossen
sind. Die Druckwandler, die Steuerung und das 2/2-Wege-Proportionalregelventil sind
Teile des elektronisch aufwendig ausgebildeten Lastkompensationssystems beim Heben
und Senken. Die Versorgungsleitung führt zu weiteren Hydroverbrauchern. Die Senkfunktion
wird bei bestromtem 2/2-Wege-Proportionalregelventil und bestromtem Proportionaldruckventil
in der Tankleitung gesteuert, wobei bauartbedingt das Proportionaldruckventil in der
Tankleitung einen Staudruck aufbaut, der bei mit geringer Last oder sogar lastfrei
zu senkendem Hydroverbraucher die eingestellte Geschwindigkeit unerwünscht vermindert.
Eine feinfühlige Steuerung gestaltet sich schwierig, da das Proportionaldruckventil
in der Tankleitung den gesamten Arbeitsstrom verarbeiten und gleichzeitig ein Drucksignal
für die Senkfunktion erzeugen muss.
[0003] Die aus EP 0 057 355 A bekannte Steuervorrichtung enthält eine einseitig zwischen
der Versorgungsleitung und der Tankleitung offene Gleichrichterschaltung. Die von
der Diagonale abzweigende Lastdruckleitung ist zur Lastkompensation an eine Einstellvorrichtung
für die Fördermenge der Verstellpumpe angeschlossen. Ferner sind zwei vorgesteuerte
bzw. entsperrbare Rückschlagventile in die Gleichrichterschaltung eingegliedert, die
beide beim Heben zugesteuert und zum Senken aufgesteuert werden. Da das beim Senken
zum Tank aufgesteuerte Rückschlagventil den Steuerölstrom vom anderen Rückschlagventil
und den Arbeitsstrom beherrschen und kombinieren sowie den Lastdruck an der Öffnungsseite
eines Abtastventils einstellen muss, gestaltet sich die Senksteuerung bei niedriger
Senkgeschwindigkeit und geringer Last oder lastfreien Hubzylindern schwierig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine elektrohydraulische Steuervorrichtung
der eingangs genannten Art zu schaffen, die baulich und funktionell einfach ist und
eine feinfühlige Geschwindigkeitssteuerung auch beim Senken ermöglicht.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Da die Brücke einseitig offen ausgebildet ist, beeinflusst der Zulaufförderstrom
das zur Tankleitung öffnende Rückschlagventil nicht. Dieses Rückschlagventil ist nur
dem vemachlässigbaren Druck in der Tankleitung ausgesetzt und kann als einziges der
Rückschlagventile der Gleichrichterschaltung entsperrbar ausgelegt sein. Es lässt
sich eine feinfühlige Geschwindigkeitssteuerung des Hydroverbrauchers beim Heben und
beim Senken durchführen, selbst wenn rasch zwischen Heben und Senken hin- und hergeschaltet
bzw. eine geringe Senkgeschwindigkeit gefahren wird. Das rein hydraulische Lastkompensationssystem
ist baulich einfach, kostengünstig und funktionssicher und kann mit anderen aus derselben
Pumpe versorgten Verbrauchersteuerungen kombiniert werden. Das 2/2-Wege-Proportionalregelventil
ist baulich einfach, da es nur die jeweilige Geschwindigkeit einzustellen und den
eingestellten Geschwindigkeitswert einzuregeln braucht, ohne auf die Lastkompensation
einzuwirken. Der Zulaufregler misst den Förderstrom für den Hydroverbraucher lastkompensiert
zu und je nach Bedarf. Da beim Senken das Druckmittel über das zur Tankleitung öffnende
Rückschlagventil direkt in die Tankleitung abfließt und das Rückschlagventil baudartbedingt
kaum Staudruck erzeugt, lässt sich auch bei geringer Last oder lastfreiem Hydroverbraucher
jede gewünschte und gegebenenfalls sogar die maximale Senkgeschwindigkeit exakt fahren.
Kern des Konzepts ist es, für die Steuervorrichtung des Hydroverbrauchers den Lastdruck
hydraulisch abzugreifen und als hydraulisches Drucksignal für ein rein hydraulisches
Lastkompensationssystem bereitzustellen, und dieses Lastdrucksignal nicht nur zur
Lastkompensation sondem auch für die Funktion Senken zu benutzen, so dass das 2/2-Wege-Proportionalregelventil
nur die Aufgabe zu erfüllen braucht, die Geschwindigkeit einzustellen und zu regeln.
In einfachen Ausführungsformen könnte statt eines Proportionalmagneten sogar ein Schwarz/Weiß-Magnet
für das 2/2-Wege-Regelventil benutzt werden. Zur feinfühligen Senksteuerung ist es
zweckmäßig, wenn nur das zur Tankleitung öffnende Rückschlagventil der hydraulischen
Gleichrichterschaltung aus der Lastdruckleitung wahlweise zwischen der Sperrstellung
und der Durchgangsstellung umsteuerbar ist. So lässt sich beispielsweise durch ein
durch eine Absenkung des Lastdrucks in der Lastdruckleitung erzeugtes Lastdrucksignal
der Senkvorgang einleiten.
[0007] Bei einer zweckmäßigen Ausführungsform ist die Lastdruckleitung an ein zwischen einer
Hebe-Sperrstellung und einer Senk-Offenstellung umstellbares, zur Tankleitung oder
zum Tank öffnendes Magnetventil angeschlossen. Dieses Magnetventil ist vorzugsweise
ein 2/2-Wege-Schwarz/Weiß-Magnetventil in Sitzventilbauweise, das in der Hebe-Sperrstellung
Leckagefreiheit garantiert. Durch Umstellen des Magnetventils in die Senk-Offenstellung
wird das Drucksignal zum Aufsteuem des Rückschlagventils erzeugt, das Arbeitsdruckmittel
ohne Staudruck in die Tankleitung abströmen lässt. Es ist eine feinfühlige Steuerung
möglich, da das Magnetventil nur eine kleine Steuerölmenge zu verarbeiten hat. Das
Magnetventil kann deshalb kleinbauend und kostengünstig sein. Das Rückschlagventil
kann auf verschiedene Weisen durch das Drucksignal in der Lastdruckleitung auf- und
zugesteuert werden.
[0008] Bei einer bevorzugten Ausführungsform weist das Rückschlagventil einen zwischen der
Tankleitung und einem Ast der Brücke angeordneten Ventilsitz auf, dem ein durch einen
Steuerkolben zwischen einer Schließstellung und einer Offenstellung umstellbares Schließglied
zugeordnet ist. Der Steuerkolben wird aus der Lastdruckleitung beaufschlagt und über
das Magnetventil entlastet. Auf diese Weise lassen sich die Öffnungs- und Schließbewegungen
des Rückschlagventils sehr sauber steuern.
[0009] Bei einer bevorzugten Ausführungsform mit mehreren, an denselben Zulaufregler angeschlossenen,
gegebenenfalls individuell betätigbaren, Hydroverbrauchem ist jedem ein in der Diagonale
einer hydraulischen Gleichrichterschaltung platziertes 2/2-Wege-Proportionalregelventil
zugeordnet. Die Lastdruckleitungen der mehreren Hydroverbraucher werden im hydraulischen
Lastkompensationssystem zusammengefasst, so dass der Zulaufregler auf den jeweils
höchsten Lastdruck anspricht. Ein einziges Magnetventil zwischen dem hydraulischen
Lastkompensationssystem und der Tankleitung oder dem Tank, genügt, um jeden Hydroverbraucher
allein oder alle Hydroverbraucher miteinander beim Senken steuern zu können.
[0010] Zweckmäßig ist das Magnetventil in einer den Zulaufregler enthaltenden Eingangssteuersektion
der Steuervorrichtung angeordnet. Dies Eingangssektion hat damit eine Grundausstattung,
die beliebig viele Hydroverbraucher nutzen können.
[0011] Schließlich ist es für eine feinfühlige Regelung beim Senken zweckmäßig, in der Lastdruckleitung
zwischen der Diagonale und dem Steuerkolben des Rückschlagventils ein zur Diagonale
sperrendes Rückschlagventil und stromab desselben eine Blende anzuordnen.
[0012] Anhand der Zeichnung werden Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer elektrohydraulischen Steuervorrichtung für einen Hydroverbraucher,
- Fig. 2
- elektrohydraulische Steuervorrichtungen für mehrere Hydroverbraucher,
- Fig. 3
- eine elektrohydraulische Steuervorrichtung als Gesamtkonzept, und
- Fig. 4
- eine elektrohydraulische Steuervorrichtung, als Gesamtkonzept, in einer alternativen
Ausführung für Regenerativbetrieb.
[0013] Die in Fig. 1 gezeigte elektrohydraulische Steuervorrichtung S für einen einseitig
gegen Last beaufschlagbaren Hydroverbraucher V3, typischerweise einen Hubzylinder
eines Hubstaplers, ist ein baukastenartig einsetzbarer Modul 23 zum Aufbauen einer
elektrohydraulischen Steuervorrichtungsanordnung. Der Modul 23 enthält eine Versorgungsleitung
9', eine Tankleitung 11' und eine Lastdruckleitung 10". Die Tankleitung 11' führt
zu einem Tank T. Die Versorgungsleitung 9' führt von einer Pumpe 8 durch einen Zulaufregler
Z. Die Lastdruckleitung 10" ist an ein hydraulisches Lastkompensationssystem und als
Steuerleitung an den Zulaufregler Z angeschlossen. Falls die Pumpe 8 drehzahlgeregelt
fördert, könnte die Pumpe 8 die Funktion des Zulaufreglers Z erfüllen.
[0014] In dem Modul ist eine hydraulische Gleichrichterschaltung 35 mit einer aus drei Ästen
36, 37, 38 bestehenden, einseitig offnen Brücke und vier Rückschlagventilen 39, 40,
41 und 42 vorgesehen. Der Ast 37 ist mit dem Hydroverbraucher V3 verbunden. Der Ast
36 ist über das Rückschlagventil 39 an die Versorgungsleitung 9' angeschlossen. Der
Ast 38 ist über das Rückschlagventil 42 an die Tankleitung 11' angeschlossen. In der
Brücke ist eine Diagonale 43 vorgesehen, in der ein 2/2-Wege-Proportionalregelventil
25' (z.B. in Sitzventilbauweise) mit einem Proportionalmagneten m2 enthalten ist.
Gegebenenfalls wird sogar anstelle des Proportionalmagneten m2 ein Schwarz/Weiß-Magnet
verwendet.
[0015] Das 2/2-Wege-Proportionalregelventil 25' dient zum Einstellen und Regeln der Bewegungsgeschwindigkeit
des Hydroverbrauchers V3 sowohl beim Heben als auch beim Senken, und auch zum Halten
der Last des Hydroverbrauchers V3.
[0016] Stromab des 2/2-Wege-Proportionalregelventils 25' zweigt eine Lastdruckleitung 44
zur Lastdruckleitung 10" ab. In der Lastdruckleitung 44 sind ein zur Lastdruckleitung
10" öffnendes Rückschlagventil 45 und stromab desselben eine Blende 46 vorgesehen.
Ferner ist zwischen der Lastdruckleitung 44 und der Tankleitung 11' ein durch einen
Magneten m3 aus der gezeigten Absperrstellung in eine Durchgangsstellung schaltbares
Magnetventil 34 vorgesehen, vorzugsweise ein 2/2-Wege-Magnetventil.
[0017] Das Rückschlagventil 42 ist durch den Lastdruck in der Lastdruckleitung 44 in die
gezeigten Hebe-Sperrstellung bringbar und haltbar und durch Entlasten der Lastdruckleitung
44 in seine Senk-Offenstellung umschaltbar. Eine Ausführungsform des entsperrbaren
Rückschlagventils 42 ist angedeutet. Das Rückschlagventil 42 enthält zwischen dem
Ast 38 und der Tankleitung 11' einen Ventilsitz 47. Mit dem Ventilsitz 47 kooperiert
ein Schließglied 48, das mit einem Steuerkolben 49 funktionell gekoppelt ist, der
durch eine Feder 50 und durch den Druck in der Lastdruckleitung 44 beaufschlagbar
ist. Die Beaufschlagungsfläche des Steuerkolbens 49 ist z.B. größer als die Beaufschlagungsfläche
des Schließgliedes 48.
Funktion:
[0018] In der in Fig. 1 gezeigten Schaltstellung wird die Last des Hydroverbrauchers V3
von den Rückschlagventilen 39, 41 und dem in Sitzventilbauweise ausgebildeten 2/2-Wege-Proportionalregelventil
gehalten. Der Proportionalmagnet m2 und der Magnet m3 sind stromlos.
[0019] Zum Heben wird bei laufender Pumpe 8 der Proportionalmagnet m2 entsprechend der gewünschten
Geschwindigkeit bestromt. Das Druckmittel strömt über das Rückschlagventil 39, den
Ast 36, das 2/2-Wege-Proportionalregelventil 25' und das Rückschlagventil 41 zum Hydroverbraucher
V3. Der Magnet m3 ist nicht bestromt. Das Rückschlagventil 42 wird vom Lastdruck in
der gezeigten Hebe-Sperr-Stellung gehalten.
[0020] Zum Senken wird am Proportionalmagneten m2 die gewünschte Geschwindigkeit eingestellt,
und wird das Magnetventil 34 durch Bestromen des Magneten m3 in die Senk-Offenstellung
umgeschaltet. Die Lastdruckleitung 44 wird zumindest stromab der Blende 46 druckentlastet.
Die Druckentlastung (Drucksignal) führt über den im Ast 38 herrschenden Lastdruck
zum Öffnen des Rückschlagventils 42. Das Arbeitsdruckmittel strömt direkt in die Tankleitung
11'. Da ggfs. auch in der Lastdruckleitung 10" eine Druckabsenkung eintritt, liefert
der Zulaufregler Z keinen Förderstrom. Gegebenenfalls wird sogar die Pumpe 8 abgeschaltet.
[0021] Fig. 2 verdeutlicht eine elektrohydraulische Steuervorrichtungsanordnung für mehrere
einseitig gegen Last beaufschlagbare Hydroverbraucher V2, V3, aus Steuermodulen 22,
23. Der Aufbau jedes Moduls 22, 23 entspricht weitgehend dem in Fig. 1 gezeigten.
Die Rückschlagventile 42 sind mit einer an die Lastdruckleitung 44 angeschlossenen
Entsperrleitung 44' symbolisch dargestellt. Jeder Modul 22, 23 enthält ein 2/2-Wege-Proportionalregelventil
25, 25' mit Proportionalmagneten m1 und m2. Die Hydroverbraucher V2, V3 können gemeinsam
unterschiedlich schnell oder einzeln sowohl zum Heben als auch zum Senken betätigt
werden. Für die Senkfunktion könnte das Magnetventil 34 in einem der Module 22, 23
untergebracht sein, wie in Fig. 1, oder ist wie gezeigt, das Magnetventil 34 zwischen
der Lastdruckleitung 10" und dem Tank T gemeinsam für alle Module und getrennt von
diesen angeordnet. Die Funktion ist wie anhand Fig. 1 beschrieben.
[0022] In Fig. 3 wird eine elektrohydraulische Steuervorrichtungsanordnung für einen Hubstapler
gezeigt, in die die Module 22, 23 der Fig. 1 und 2 und ein Steuerblockmodul 21 und
eine Eingangssektion E eingegliedert sind. Die Pumpe 8 wird von einem Elektromotor
M angetrieben. Die Eingangssektion E, die als Blockmodul 1 ausgebildet ist, ist mit
dem Steuerblockmodul 21 für einen Hydroverbraucher V1 verbunden (doppelseitig beaufschlagbarer
Hydroverbraucher), der über ein Mehrwege-Proportional-Schieberventil 24 mit zwei Proportionalmagneten
m4 und m5 betätigbar ist. Der Hydroverbraucher V1 hat in der Steuervorrichtungsanordnung
Priorität gegenüber den Hydroverbrauchem V2, V3.
[0023] Die Module 22, 23 für die Hydroverbraucher V2, V3 sind an der anderen Seite der Eingangssektion
montiert, wobei die Lastdruckleitung 10", die Versorgungsleitung 9' und die Tankleitung
11' bis in die Eingangssektion E1 geführt sind. Das Lastkompensationssystem L in der
Eingangssektion E ist beispielsweise über einen Anschluss 4' im Blockmodul 1 mit der
Lastdruckleitung 10" verknüpft.
[0024] In der Eingangssektion E sind zwei Lastdruckleitungen 10, 10' vorgesehen, wobei die
Lastdruckleitung 10 den Lastdruck des Hydroverbrauchers V1 erhält, und die Lastdruckleitung
10' den Lastdruck aus der Lastdruckleitung 10". Von den Lastdruckleitungen 10, 10'
zweigen Steuerleitungen 26, 27 ab, die über eine Wechselventilanordnung 16' aus zwei
Rückschlagventilen und eine Verbindungsleitung 28 miteinander verbunden sind. Von
der Verbindungsleitung 28 zweigt eine Steuerleitung 31 zu einer Ablassleitung 20'
ab, in der für alle Hydroverbraucher ein Druckbegrenzungsventil 33 für den Systemdruck
im Lastkompensationssystem L vorgesehen ist. Zwischen den Steuerleitungen 26, 27 erstreckt
sich eine weitere Verbindungsleitung 29, in der zwei Blenden 30 platziert sind, zwischen
denen eine Steuerleitung 33 zur Ablassleitung 20' abzweigt. Das anhand der Fig. 1
und 2 erläuterte Magnetventil 34 ist hier zwischen der Steuerleitung 26 und der Ablassleitung
20' in die Eingangssektion E integriert.
[0025] Von der Pumpe 8 führt eine Pumpenleitung 12 zu einer Vorspann-Zweiwege-Druckwaage
W1. In der Ablassleitung 20' ist eine Zweiwege-Umlauf-Druckwaage W2 enthalten. Die
Lastdruckleitung 10 ist an die Schließstellseite der Zweiwege-Vorspann-Druckwaage
W1 angeschlossen, während deren Öffnungsstellseite mit aus der Pumpenleitung 12 abgeleitetem
Steuerdruck beaufschlagt wird. Die Schließstellseite der Zweiwege-Umlauf-Druckwaage
W2 ist an die Lastdruckleitung 10' angeschlossen, während die Öffnungsstellseite mit
Vorsteuerdruck aus der Ablassleitung 20' beaufschlagt wird. Zwischen den Druckwaagen
W1, W2 zweigt von der Ablassleitung 20' eine Versorgungsleitung 9 ab, die zu der Versorgungsleitung
9' der Module 22, 23 führt. Die beiden Druckwaagen W1, W2 arbeiten als Zulaufregler
Z zumindest für die Hydroverbraucher V2, V3, wobei der Hydroverbraucher V1 stets Priorität
hat.
[0026] Die in Fig. 4 gezeigte elektrohydraulische Steuervorrichtungsanordnung S unterscheidet
sich von der von Fig. 3 durch eine integrierte Regenerativfunktion. Mit beim Senken
jedes Hydroverbrauchers V2, V3 verdrängtem Arbeitsdruckmittel kann elektrische Energie
erzeugt werden. Für diese Funktion sind die Eingangssektion E und die Module 22, 23
modifiziert. Die Pumpe 8' ist eine umkehrbare Pumpe, die um Umkehrbetrieb als Hydromotor
arbeitet und einen als Generator arbeitenden Elektromotor MG treibt. In der Eingangssektion
E ist ein Tankleitungsanschluss 5' über einen Tankleitungsstrang 11" mit einem Anschluss
51 in der Pumpenleitung 12 verbunden. Zwischen der Lastdruckleitung 10' und der Ablassleitung
20' ist keine Verbindung vorgesehen oder ist die Verbindung gesperrt. Das Magnetventil
34 von Fig. 3 fehlt, oder ist deaktiviert. In jedem Modul 22 und 23 ist das Rückschlagventil
42, das zur Tankleitung 11' öffnet, von der Lastdruckleitung 44 getrennt (ggfs. gesperrte
Verbindung oder einfaches Rückschlagventil 42).
[0027] Beim Senken der Hydroverbraucher V2 und/oder V3 wird die Pumpe 8' auf Umkehrbetrieb
geschaltet. Die Proportionalmagneten m1 bzw. m2 sind entsprechend bestromt. Durch
den über die Pumpe 8' erzeugten Drucksenkimpuls öffnet das Rückschlagventil 42 und
das Arbeitsdruckmittel strömt durch die Pumpe 8' zum Tank T, wobei, zumindest innerhalb
eines vorbestimmten Förderstrom- und/oder Druckbereichs, der Motor MG Strom erzeugt.
Bei geringer Last oder in lastfreiem Zustand des Hydroverbrauchers V2 und/oder V3
wird gegebenenfalls die Pumpe 8' im Leerlauf betrieben, um die eingestellte Geschwindigkeit
genau erzielen zu lassen.
1. Elektrohydraulische Steuervorrichtung für wenigstens einen einseitig gegen Last betätigbaren
Hydroverbraucher (V2, V3), insbesondere für Hubstapler, mit einer aus einer Pumpe
(8, 8') speisbaren Versorgungsleitung (9'), einer Tankleitung (11'), und einer zwischen
der Versorgungsleitung (9') bzw. der Tankleitung (11') und dem Hydroverbraucher (V3,
V2) angeordneten, hydraulischen Gleichrichterschaltung (35), die eine vier Rückschlagventile
(39 bis 42) und eine Diagonale (43) enthaltende Brücke bildet, in deren Diagonale
(43) zur Hebe- und Senkgeschwindigkeitssteuerung des Hydroverbrauchers (V2, V3) ein
2/2-Wege-Proportional-Regelventil (25, 25') angeordnet ist, und mit einer in der Gleichrichterschaltung
stromab des 2/2-Wege-Proportionalregelventils (25, 25') abzweigenden Lastdruckleitung
(44) für ein Lastkompensationssystem (L), dadurch gekennzeichnet, dass die Brücke einseitig offen mit drei Ästen (36, 37, 38) ausgebildet ist, von denen
ein Ast (36) an die Versorgungsleitung (9') und ein anderer Ast (38) an die Tankleitung
(9') angeschlossen sind, dass ein zur Tankleitung (11') öffnendes Rückschlagventil
(42) der Rückschlagventile (39-42) in der hydraulischen Gleichrichterschaltung (35)
wahlweise aus der Lastdruckleitung (44) zwischen seiner Sperrstellung und seiner Durchgangsstellung
umsteuerbar ist, und dass die Lastdruckleitung (44) in ein hydraulisches Lastkompensationssystem
(L) eingegliedert und an einen Versorgungsleitungs-Zulaufregler (Z) angeschlossen
ist.
2. Elektrohydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Lastdruckleitung (44) an ein zwischen einer Hebe-Sperrstellung und einer Senk-Offenstellung
umstellbares, zur Tankleitung (11') öffnendes Magnetventil (34) angeschlossen ist,
vorzugsweise an ein 2/2-Wege-Schwarz/Weiß-Magnetventil (34).
3. Elektrohydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (42) einen zwischen der Tankleitung (11') und dem anderen Ast
(38) angeordneten Ventilsitz (47) aufweist, dem ein durch einen Steuerkolben (49)
zwischen einer Schließstellung und einer Durchgangsstellung umstellbares Schließglied
(48) zugeordnet ist, und dass der Steuerkolben (49) in Schließrichtung des Schließgliedes
(48) aus der Lastdruckleitung (44) beaufschlagbar und in Öffnungsrichtung über das
Magnetventil (34) entlastbar ist.
4. Elektrohydraulische Steuervorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei mehreren, an denselben Versorgungsleitungs-Zulaufregler (Z) angeschlossenen,
individuell betätigbaren Hydroverbrauchem (V2, V3) jedem in jeweils einer hydraulischen
Gleichrichterschaltung (35) ein 2/2-Wege-Proportionalregelventil (25, 25') zugeordnet
ist, dass die Lastdruckleitungen (44) in dem hydraulischen Lastkompensationssystem
(L) zusammengefasst sind, und dass zwischen dem Lastkompensationssystem (L) und dem
Tank (T) ein allen Hydroverbrauchem gemeinsames Magnetventil (34) vorgesehen ist.
5. Elektrohydraulische Steuervorrichtung nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Magnetventil (34) in einer den Versorgungs-Zulaufregler (Z) enthaltenden Eingangssteuersektion
(E) angeordnet ist.
6. Elektrohydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Diagonale (43) und dem Steuerkolben (49) in der Lastdruckleitung (44)
ein in Richtung zur Diagonale sperrendes Rückschlagventil (45) und stromab desselben
eine Blende (46) vorgesehen sind.