Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine motorisch angetriebene Crimpvorrichtung.
Stand der Technik
[0002] Eine solche Crimpvorrichtung ist aus der EP 0499 141 B1 bekannt. Sie gelangt bei
der Verbindung elektrisch leitender Kabel eines Durchmessers von mehreren Millimetern
zur Anwendung und umfasst einen signalbetätigbaren Elektromotor zur Verschiebung des
verschiebbaren Crimpwerkzeuges. Dabei ist es allerdings erforderlich, die Größe der
Verschiebung des Crimpwerkzeugs exakt mit der Dicke aller festzulegenden Kabel und
mit der Größe des zur Anwendung gelangenden Crimpverbinders abzustimmen, um ein einwandfreies
Crimpergebnis an allen Adern zu erhalten. Wird demgegenüber nur ein einziges zu dickes
Kabel oder ein zu dicker Crimpverbinder verwendet, bezogen auf die vorgenommene Abstimmung,
dann können Beschädigungen der Crimpwerkzeuge, des Crimpverbinders und/oder des Kabels
eintreten. Dies ist vor allem dann von großem Nachteil, wenn der Fehler nicht bemerkt
und die Stromleitung in zumindest einem Kabel gestört ist.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, eine solche Vorrichtung derart weiter
zu entwickeln, dass durch eine Zuführung zu dicker Kabel oder von fehlerhaften Crimpverbindern
keine Beschädigung der Crimpwerkzeuge mehr auftreten kann und dass beim parallelen
Ancrimpen von Crimpverbindern an mehradrigen Kabeln stets eine einwandfreie Stromleitung
in allen Adern gewährleistet ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Crimpwerkzeug der eingangs genannten
Art durch eine Vorrichtung gelöst, die die Merkmale von Anspruch 1 aufweist. Auf vorteilhafte
Ausgestaltungen nehmen die Unteransprüche Bezug.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist es vorgesehen, dass der Maschinenständer
mehrere Crimpwerkzeugpaare umfasst, die durch jeweils ein in dem Maschinenständer
verschiebbares Crimpwerkzeug und durch ein in dem Maschinenständer unverschiebbares
Crimpwerkzeug gebildet sind, wobei zumindest ein durch ein erstes Signal betätigbarer,
motorischer Antrieb für das Verschieben der verschiebbaren Crimpwerkzeuge in Richtung
der unverschiebbaren Crimpwerkzeuge vorgesehen ist, wobei jedem Crimpwerkzeugpaar
zumindest ein Sensor zur Erfassung der sich bei einer Verschiebung des verschiebbaren
Crimpwerkzeuges ergebenden Crimpkraft zugeordnet ist, der ein der Crimpkraft proportionales
Signal bereitstellt und wobei der Sensor und der Antrieb signalleitend verbunden sind
und wobei die Steuerung eine Rückführung aller verschiebbaren Crimpwerkzeuge in ihre
Ausgangslage bewirkt beim Auftreten eines zweiten Signals an zumindest einem Sensor,
das einen willkürlich einstellbaren Schwellwert überschreitet. Es findet somit in
einem solchen Fall kein in sich abgeschlossener Crimpvorgang statt, was dem Bediener
unmittelbar erkennbar ist oder durch eine gesonderte Anzeige deutlich gemacht werden
kann. Das zu dicke Kabel und/oder der fehlerhaft zugeführte oder zu dicke Crimpverbinder
können dadurch problemlos durch ein korrektes Element ersetzt und danach der Arbeitsvorgang
fortgesetzt werden, ohne dass es zu einer Beschädigung der Crimpvorrichtung oder zu
einer fehlerhaften Crimpverbindung kommen kann. Zeitraubende Reparaturen und Betriebsunterbrechungen
der Crimpvorrichtung sowie zeitaufwändige Kontrollen sind somit nicht mehr nötig.
[0006] Um Beschädigungen der Crimpvorrichtung zu vermeiden, genügt es an sich, den Motor
beim Überschreiten des Schwellwertes sofort still zu setzen und beispielsweise einen
Bremsmotor als Motor zu verwenden. Derartige Motoren sind jedoch teurer als konventionelle
Motoren und es ergibt sich ein Zeitverlust bis zur Einleitung der Rückwärtsbewegung
des beweglichen Crimperwerkzeuges in seine Ausgangslage. Gemäß der Erfindung wird
daher eine tyristorgesteuerte Bauart bevorzugt, bei der sich die Rückwärtsbewegung
unmittelbar an die unterbrochene Vorwärtsbewegung anschließt.
[0007] Die Vorrichtung ist besonders sinnvoll für Anwendungen, in denen wenigstens drei
Crimpwerkzeugpaare parallel zu einander vorgesehen sind. Derartige Ausbildungen gelangen
beispielsweise beim Ancrimpen üblicher Schutzkontaktstecker an Versorgungskabeln von
Haushaltsgeräten zu Anwendung. Sie umfassen zumindest drei nebeneinander liegende,
übereinstimmend ausgebildete Crimpwerkzeugpaare, die gleichzeitig und parallel zueinander
betätigt werden, um die drei nebeneinander liegenden, übereinstimmend gestalteten
Kontakte derartiger Stecker gleichzeitig mit den drei Adern des Kabels zu verbinden.
Einer Anwendung der Erfindung auf Anwendungen, in denen Crimpverbinder an 10 und mehr
Adern eines Kabels festzulegen sind, steht dieses nicht entgegen.
[0008] Die Erfindung kann folglich auch bezüglich der Bestückung von Mehrfachsteckern verwendet
werden, die u. U. wesentlich mehr als drei übereinstimmend gestaltete, nebeneinander
liegende Adern und Kontakte haben und die z.B. im Starkstrom- oder EDV-Bereich zur
Anwendung gelangen können.
[0009] Der Sensor kann in Abhängigkeit von der speziellen Zuordnung zu dem beweglichen und/oder
dem unbeweglichen Crimpwerkzeug, dem Maschinenständer und/oder dem Motor ein Druck-
oder Zugsensor sein. Er erfasst bevorzugt die Größe elastischer Verformungen, die
sich bei der bestimmungsgemäßen Verwendung der Crimpvorrichtung an deren ruhenden
oder beweglichen Einzelteilen ergben, wenn mehrere Adern mit Crimpverbindern zu bestücken
sind.
[0010] Bei einer besonders einfach herstellbaren Bauform der erfindungsgemäßen Crimpvorrichtung
ist es vorgesehen, dass zwischen einem jeden unverschiebbaren Crimpwerkzeug und dem
Maschinenständer ein autonomer Drucksensor angeordnet ist, bezogen auf die übrigen
Crimpwerkzeuge. Die einzelnen Drucksensoren können dabei so in eine zentrale Aufnahmeplatte
integriert sein, dass die beim Crimpprozess auftretenden Crimpkräfte eines jeden der
Crimpwerkzeugpaare unabhängig voneinander erfasst werden. Ein solcher Einbau der Sensoren
setzt voraus, dass die darin enthaltenen Messfühler in dem erforderlichen Maße und
unabhängig voneinander verformbar sind. Bei den meisten Sensoren genügt hierfür eine
Verformbarkeit in einer Größenordnung von einigen hundertstel Millimetern. Die Anwendungsvorschriften
solcher im Handel erhältlichen Sensoren geben nähere Auskunft. Sie sind zum Teil so
klein gestaltet, dass eine dicht benachbarte Anordnung auf kleinstem Raum möglich
ist, ohne dass sich eine gegenseitige Beeinflussung des Messergebnisses ergibt. Ferner
können die Crimpwerkzeuge auf relativ beweglichen Stiften gelagert sein oder derartige
Stifte enthalten, um die in den Crimpwerkzeugen auftretenden Kräfte auf entfernt gelagerte
Sensoren zu übertragen. Diese können beispielsweise auf verschiedene Ebenen übereinander,
nebeneinander und/oder hintereinander verteilt sein, um den für die Unterbringung
erforderlichen Raum zu schaffen.
[0011] Alternativ oder ergänzend kann ein solcher Drucksensor auch in das Stellglied des
verschiebbaren Crimpwerkzeuges integriert sein. Unter dem Stellglied sind im Rahmen
der Erfindung alle Teile der Crimpvorrichtung zu verstehen, die in die Übertragung
der Bewegungskräfte des Motors auf das verschiebbare Crimpwerkzeug einbezogen sind,
vor allem die Bestandteile der eventuell zur Anwendung gelangender Getriebe, von Schubstangen,
Hebeln, von Keilverstellungen und/oder einem Pleuel und/oder einem Kulissenantrieb.
[0012] Im einfachsten Falle genügt es, nur einen zentralen Antrieb für alle verschiebbaren
Crimpwerkzeuge zur Verfügung zu haben. Dieser kann einen durch ein Druckmittel oder
durch elektrischen Strom betätigbaren Motor umfassen und insbesondere aus einer Kolben-/Zylindereinheit
oder einem Elektromotor bestehen. Dies schließt allerdings nicht aus, dass jedes verschiebbare
Crimpwerkzeug bedarfsweise durch einen eigenen Motor verschiebbar sein kann.
[0013] Im einfachsten Falle gelangt ein Elektromotor zu Anwendung, insbesondere ein Elektromotor
mit einem um eine Achse rotierenden Läufer, der durch ein Getriebe mit dem verschiebbaren
Crimpwerkzeug verbunden ist. Dabei kann es nach einer vorteilhaften Ausgestaltung
vorgesehen sein, dass zwischen dem Läufer und dem beweglichen Crimpwerkzeug eine mit
einer Gewindemutter zusammenwirkende Gewindestange vorgesehen ist, die gemeinsam die
Rotationsbewegung des Läufers in eine Transversalbewegung der Mutter und des beweglichen
Crimpwerkzeuges umformen. Zweckmäßig ist es bei einer solchen Bauform vorgesehen,
dass zwischen dem Elektromotor und dem verschiebbaren Crimpwerkzeug ein Getriebegehäuse
vorgesehen ist, in dem die Gewindestange axial unverschiebbar und drehbar und die
Gewindemutter axial verschiebbar und unverdrehbar aufgenommen ist. Um dabei die Bauhöhe
zu verringern, können das Getriebegehäuse und das Motorgehäuse nebeneinander liegend
angeordnet und die Gewindestange und der Läufer des Elektromotors durch einen Riementrieb
verbunden sein. Ein solcher Riementrieb bietet bei äußerst niedrigen Herstellkosten
den Vorteil, dass sich die vorliegend erwünschten, sehr großen Übersetzungsverhältnisse
sehr leicht realisieren lassen.
[0014] Falls ein Elektromotor zur Verschiebung des verschiebbaren Crimpwerkzeuges zur Anwendung
gelangt, bietet es sich an, ergänzend oder alternativ einen Sensor zu verwenden, der
die sich bei dem Crimpprozess ergebende Crimpkraft an Hand der Stromaufnahme des Motors
erfasst und in das zur Steuerung der Crimpvorrichtung benötigte, zweite Signal umformt.
Derartige Sensoren sind ebenfalls im Handel erhältlich. Die Stromveränderung des Motors
weist jedoch, bezogen auf die sich beim Crimpprozess an den Crimpwerkzeugen ergebenden
Kraftverhältnisse, eine Zeitverschiebung auf, die durch die lange Getriebeübersetzung
bedingt ist. Eine Erfassung der Crimp-Kraftverhältnisse direkt am Crimpwerkzeug wird
daher im Rahmen der Erfindung bevorzugt.
[0015] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen vor allem darin, dass eine Beschädigung
der Crimpvorrichtung während der bestimmungsgemäßen Verwendung auch bei einer fehlerhaften
Zuführung von Kabeln, insbesondere von zu dicken Kabeln, und/oder von fehlerhaften
Crimpverbindern, ausgeschlossen ist. Hierdurch treten Maschinenausfälle durch solche
Ursachen nicht mehr auf. Innerhalb normaler Verschleißraten können die zur Anwendungen
gelangenden Crimpwerkzeuge wesentlich länger benutzt werden als bisher, ohne dass
eine Nachjustierung nötig ist. Ferner ist es möglich, die erhaltenen Verbindungen
einzeln als "kontrolliert fehlerfrei" zu deklarieren, was wirtschaftlich von Vorteil
ist.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0016]
- Fig. 1
- zeigt eine beispielhafte Ausführung der erfindungsgemäßen Crimpvorrichtung in perspektivischer
Ansicht von vorn
- Fig. 2
- zeigt den in Fig. 1 zur Anwendung gelangenden Crimpmodul in vergrößerter Darstellung.
Ausführung der Erfindung
[0017] Die in Fig. 1 gezeigte Crimpvorrichtung besteht aus einem Maschinenständer 1 mit
mehreren Crimpwerkzeugpaaren, die durch jeweils ein in dem Maschinenständer 1 verschiebbares
Crimpwerkzeug 3 und durch ein in dem Maschinenständer 1 unverschiebbares Crimpwerkzeug
2 gebildet sind, wobei zumindest ein durch ein erstes Signal betätigbarer, motorischer
Antrieb 5 für das Verschieben der verschiebbaren Crimpwerkzeuge 3 Richtung der unverschiebbaren
Crimpwerkzeuge 2 vorgesehen ist.
[0018] Die Crimpwerkzeugpaare sind ein einem austauschbaren Modul zusammengefasst, Fig.
2, der lösbar in die Crimpvorrichtung nach Fig. 1 einsetzbar und mit wenigen Handgriffen
austauschbar ist. Der Modul ist außerhalb der Crimpvorrichtung justierbar, was die
Wirtschaftlichkeit begünstigt. Er besteht im wesentlichen aus einer Grundplatte 6,
die die unverschiebbaren Crimpwerkzeuge 2 umfasst, starr gelagerte Säulenführungen
7 mit einem darauf senkrecht verschiebbar gelagerten Oberjoch 8 und drei in Richtung
der unverschiebbaren Crimpwerkzeuge 2 verschiebbare Crimpwerkzeuge 3, die starr in
dem Oberjoch 8 gelagert sind und die bei diesem Ausführungsbeispiel Bestandteile einer
einzigen, ungetrennten Platte bilden. Das Oberjoch 8 ist durch einen Pilzkopf 9 von
vorn in eine nach unten offene, C - förmig gestaltete Führung einer Kulisse 10 einschiebbar
und durch diese vertikal verschiebbar. Der relative Abstand lässt sich dabei durch
die Relativverdrehung zweier Verstellscheiben 12 verändern, die mit nicht gezeigten
Schraubengängen auf einander aufliegen und in Abhängigkeit von der Größe der Relativverdrehung
gemeinsam eine unterschiedliche Stützhöhe haben können. Die obere der Stützscheiben
wird durch eine nicht gezeigte Druckfeder unmittelbar an die Unterseite der Kulisse
10 angepreßt und wirkt als Druckplatte. Über sie werden die Druckkräfte von der Kulisse
10 auf die verschiebbaren Crimpwerkzeuge 3 übertragen.
[0019] In der Kulisse 10 ist das eine Ende eines Pleuels 11 mit einem sich senkrecht zu
ihrer Bewegungsrichtung erstreckenden Bolzen 13 gelagert. Das andere Ende des Pleuels
ist auf einer Exzenterwelle 14 des Antriebs 5 gelagert. Dieser umfasst neben einem
Elektromotor ein Getriebe und einen Riementrieb. Wird der Antrieb betätigt, dann hat
das eine kreisende Bewegung der Exzenterwelle14 und als Folge hiervon eine senkrechte
Hin- und Herbewegung der Kulisse 10 und zugleich der verschiebbaren Crimpwerkzeuge
3 in Richtung der unverschiebbaren Crimpwerkzeuge 2 zur Folge.
[0020] Die unverschiebbaren Crimpwerkzeuge 2 werden durch säulenförmige Stifte gebildet,
die gemeinsam und unabhängig voneinander beweglich in einer starren Führung 15 der
Grundplatte 6 gelagert sind. Die Beweglichkeit der Stifte kann auf wenige mm begrenzt
sein. Mit dem Begriff "unverschiebbar" ist somit im Rahmen der Erfindung gemeint,
dass die betroffenen Crimpwerkzeuge nicht unmittelbar durch den Antrieb 5 verschiebbar
sind sondern nur indirekt durch diejenigen Kräfte, die durch die verschiebbaren Crimpwerkzeuge
während der Durchführung von Crimpprozessen auf sie ausgeübt werden. Die Stifte sind
zu diesem Zweck unabhängig voneinander und bevorzugt mit Druckfedern beweglich auf
den Sensoren 4.1, 4.2, 4.3 gelagert, die bei der gezeigten Ausführung durch Drucksensoren
gebildet und in einer unter der Grundplatte angeordneten Basisplatte aufgenommen sind.
Die Basisplatte enthält die elektrischen Anschlüsse der Sensoren 4.1, 4.2 und 4.3.
Die elektrischen Anschlüsse brauchen daher für einen Austausch des Moduls nicht gelöst
zu weren.
[0021] Einem jedem Crimpwerkzeugpaar 2, 3 ist somit ein Sensor 4.1, 4.2, 4.3 zur Erfassung
der sich bei einer Verschiebung des verschiebbaren Crimpwerkzeuges 3 ergebenden Crimpkraft
zugeordnet, der ein der Crimpkraft proportionales, zweites Signal bereitstellt. Jeder
der Sensoren 4.1, 4.2, 4.3 und der motorische Antrieb 5 sind signalleitend so verbunden,
dass eine Rückführung aller verschiebbaren Crimpwerkzeuge 3 in ihre Ausgangslage bewirkt
wird beim Auftreten eines zweiten Signals an zumindest einem Sensor 4.1, 4.2, 4.3,
das einen willkürlich einstellbaren Schwellwert überschreitet.
[0022] Der Schwellwert, bei dem eine Rückführung aller verschiebbaren Crimpwerkzeuge in
ihre Ausgangslage noch nicht bewirkt sondern der Crimpprozess ununterbrochen fertiggestellt
und abgeschlossen wird, entspricht einem Wert, bei dem die durch den Crimpprozess
erhaltene Crimpverbindung die geforderten Eigenschaften mit Sicherheit aufweist und
völlig frei von Fehlern ist. Sein Erreichen kann genutzt werden, um die erhaltene
Crimpverbindung z.B. mit einem Stempel als kontrolliert fehlerfrei zu markieren.
[0023] Wird der Schwellwert der Crimpkraft dagegen an wenigstens einem Crimpwerkzeugpaar
überschritten, dann entspricht das einer insgesamt fehlerhaften Crimpverbindung. Diese
kann sofort ausgesondert werden.
[0024] Der Schwellwert wird z.B. dann überschritten, wenn ein zu dickes Kabel oder ein fehlerhafter
Crimpverbinder so eingeführt wird, dass sich bei der Durchführung des Crimpprozesses
eine Beschädigung wenigstens eines Crimpwerkzeugpaars ergeben kann. Hierzu sind erheblich
größere Kräfte erforderlich als für einen ganz normalen Crimpprozess. Das Einstellen
der richtigen Werte bereitet dem Fachmann daher keine Schwierigkeiten. Es erfordert
allenfalls wenige Versuche.
[0025] Um ein Überschreiten des Schwellwertes erkennbar zu machen, ist der elektromotorische
Antrieb 5 mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten Steuerung versehen, die einen
Vergleich des zweiten Signals mit dem Schwellwert bewirkt und bei einer Überschreitung
des Schwellwertes eine Umsteuerung des Antriebs 5 und damit eine sofortige Rückführung
aller verschiebbaren Crimpwerkzeuge 3 in ihre Ausgangslage bewirkt. Diese ist dadurch
charakterisiert, dass die fehlerhafte Crimpverbindung ausgesondert werden kann um
weitere zu verarbeitende Kabel und Crimpverbinder aufs Neue unbehindert in die Crimpvorrichtung
einführen und die Arbeit fortsetzen zu können.
[0026] Bei der in Fig. 1 gezeigten Bauform sind drei Crimpwerkzeugpaare vorgesehen. Die
Sensoren 4.1, 4.2, 4.3 sind als Drucksensoren aufgebildet und unter den unverschiebbaren
Crimpwerkzeugen 2 so angeordnet, dass die Crimpkräfte unabhängig von einander erfasst
und in das zweite Signal umgeformt werden können. Natürlich ist es gleichfalls möglich,
das zweite Signal in einem abweichenden Sensor zu erzeugen. Enge Platzverhältnisse
an der Messstelle können eine solche Ausbildung sogar erzwingen.
[0027] Die signalleitenden Verbindungen zwischen den Sensoren 4.1, 4.2, 4.3 und und der
Steuerung sowie zwischen der Steuerung und dem Antrieb 5 sind in der Darstellung nicht
gezeigt. Sie bestehen aus üblichen Kabelverbindungen, die zweckmäßig durch Steckverbindungen
lösbar an der jeweiligen Einheit oder dem Modul angeschlossen werden.
1. Motorisch angetriebene Crimpvorrichtung, umfassend einen Maschinenständer (1) mit
mehreren Crimpwerkzeugpaaren (2, 3), die durch jeweils ein in dem Maschinenständer
(1) verschiebbares Crimpwerkzeug (3) und durch ein in dem Maschinenständer (1) unverschiebbares
Crimpwerkzeug (2) gebildet sind, wobei zumindest ein durch ein erstes Signal betätigbarer,
motorischer Antrieb (5) für das Verschieben der verschiebbaren Crimpwerkzeuge (3)
in Richtung der unverschiebbaren Crimpwerkzeuge (2) vorgesehen ist, wobei jedem Crimpwerkzeugpaar
zumindest ein Sensor (4.1, 4.2, 4.3) zur Erfassung der sich bei einer Verschiebung
der verschiebbaren Crimpwerkzeuge (3) in Richtung der unverschiebbaren Crimpwerkzeuge
(2) ergebenden Crimpkraft zugeordnet ist, der ein der Crimpkraft proportionales Signal
bereitstellt, wobei jeder Sensor (4.1 , 4.2, 4.3) und der Antrieb (5) signalleitend
verbunden sind und wobei die Steuerung eine Rückführung aller verschiebbaren Crimpwerkzeuge
(3) in ihre Ausgangslage bewirkt beim Auftreten eines zweiten Signals an zumindest
einem Sensor (4.1, 4.2, 4.3), das einen willkürlich einstellbaren Schwellwert überschreitet.
2. Crimpvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei Crimpwerkzeugpaare (2, 3) vorgesehen sind.
3. Crimpvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (4.1, 4.2, 4.3) ein Druck- oder Zugsensor ist.
4. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei der jeder Sensor (4.1, 4.2,
4.3) als Drucksensor ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Drucksensoren zwischen dem Maschinenständer (1) und den unverschiebbaren Crimpwerkzeugen
(2) angeordnet sind.
5. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem jeden verschiebbaren Crimpwerkzeug (3) und dem Stellglied (10) ein
autonomer Druckssensor angeordnet ist.
6. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellglied (10) selbst einen Drucksensor umfasst.
7. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Stellglied (10) durch einen eigenen Motor verschiebbar ist.
8. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor ein Elektromotor ist.
9. Crimpvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor einen rotierbaren Läufer enthält und dass zwischen dem Läufer und
den beweglichen Crimpwerkzeugen (3) ein Getriebe und eine durch ein Pleuel (11) verschiebbare
Kulisse (10) angeordnet ist.
10. Crimpzange nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die unverschiebbaren Crimpwerkzeuge durch sich parallel zueinander ersteckende Stifte
gebildet sind, die in einer gemeinsamen Führung (15) das Getriebegehäuse (9) in Druckrichtung
beweglich aufgenommen sind.
11. Crimpvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Sensor (4) vorgesehen ist, der die Crimpkraft über die Stromaufnahme des Motors
erfasst.