[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung und ein Verfahren zur Zugsicherung auf Strecken-
und/oder Bahnhofsgleisen von Schienenbahnen.
[0002] Im Stand der Technik wird in Deutschland der sogenannte Zugleitbetrieb insbesondere
auf Nebenbahnen mit einfachen Betriebsverhältnissen, insbesondere auf eingleisigen
Strecken eingesetzt. Der Zugleitbetrieb im Sinne der Erfindung ist die Zugsicherung
ohne optische Signale. Er ermöglicht den Bahnbetrieb ohne aufwendige technische Einrichtungen
wie Signalvorrichtungen. Die Triebfahrzeugführer liefern dabei fernmündliche Berichte
an den Zugleiter und erhalten fernmündliche Anweisungen von diesem.
[0003] Der reine Zugleitbetrieb weist keine Sicherungen gegen menschliches Versagen oder
Kommunikationsfehler auf. In einem solchen Fall ist ein folgenschwerer Unfall kaum
vermeidbar.
[0004] In einer Weiterentwicklung wird der sogenannte Zugleitbetrieb mit Streckensicherung
durchgeführt, welche einen Streckenblock aufweist. Die Streckenbahnhöfe sind dazu
mit Ausfahrsignalvorrichtungen ausgerüstet. Diese Weiterentwicklung ist aufwendig,
da Ausfahrsignalvorrichtungen installiert werden müssen.
[0005] Auf die fernmündliche Kommunikation kann verzichtet werden, wenn außerdem die Streckenbahnhöfe
im sogenannten Zugleitbetrieb mit Strecken- und Bahnhofssicherung mit ferngesteuerten
Stellwerken mit Gleisfreimeldung und Einfahrsignalvorrichtungen ausgerüstet sind.
Diese Form des Zugleitbetriebes ist noch aufwendiger als die Form mit Streckensicherung,
da zusätzlich noch Einfahrsignalvorrichtungen und ferngesteuerte Stellwerke erforderlich
sind. In Deutschland werden unter anderem im Zugleitbetrieb statische Signaltafeln
eingesetzt. Die trapezförmige Tafel So5 beziehungsweise Ne1 in kennzeichnet eine Stelle,
an der Züge im Zugleitbetrieb anhalten müssen. Die Tafel So8 beziehungsweise Ne5 mit
dem Buchstaben H kennzeichnet den Halteplatz der Zugspitze in Bahnhöfen oder Haltepunkten,
insbesondere wenn kein Ausfahrsignal vorhanden ist.
[0006] Generell ist es bekannt, an Haupt- und Vorsignalen sowie an Langsamfahrstellen sogenannte
Gleismagnete einer Induktiven Zugsicherung (Indusi) oder andere Auslösevorrichtungen
und Prüfvorrichtungen als Teile einer punktförmigen Zugbeeinflussung (PZB) anzubringen.
Die in Deutschland verwendeten Gleismagnete enthalten Schwingkreise mit unterschiedlichen
Resonanzfrequenzen, deren Wirksamkeit durch ein vorbeifahrendes Triebfahrzeug feststellbar
ist. Ein im Bereich eines Hauptsignals am Gleis angebrachter 2000-Hz-Gleismagnet wird
wirksam geschaltet, während das Hauptsignal ein Halt-Signal angezeigt. Ein im Bereich
eines Vorsignals als Prüfvorrichtung angebrachter 1000-Hz-Gleismagnet wird wirksam
geschaltet, falls das zugehörige Hauptsignal ein Halt-Signal zeigt. Ein an einem wirksamen
2000-Hz-Gleismagneten vorbeifahrendes Triebfahrzeug leitet als Reaktion auf den detektierten
Gleismagneten unmittelbar eine Zwangsbremsung ein. Ein an einem aktivierten 1000-Hz-Gleismagneten
vorbeifahrendes Triebfahrzeug prüft als Reaktion auf den detektierten Gleismagneten
zum einen die Wachsamkeit des Triebfahrzeugführers und zum anderen die Geschwindigkeitsreduktion
des Triebfahrzeugs, wobei eine Zwangsbremsung eingeleitet wird, falls in Abhängigkeit
verschiedener Parameter wie der Bremsart des Zuges ein jeweils vorgegebener Wert überschritten
ist. Zusätzlich können vor Hauptsignalen oder Gefahrenpunkten 500-Hz-Gleismagnete
angebracht sein, an denen ebenfalls eine Geschwindigkeitsreduktion geprüft wird. Bei
den 500-Hz- und 1000-Hz-Gleismagneten kann auch ein zeitlicher Geschwindigkeitsverlauf
geprüft werden. Auf die Reaktionen des Triebfahrzeugs hat der Triebfahrzeugführer
grundsätzlich keinen Einfluss. Er kann lediglich die Zwangsbremsung am Hauptsignal
durch eine Bedienungshandlung verhindern, um in besonderen Fällen, beispielsweise
bei gestörtem Signal, dieses überfahren zu können.
[0007] In anderen europäischen Ländern werden ähnlich wirkende Systeme zur punktförmigen
Zugbeeinflussung wie BRS/Crocodile, Integra oder ZUB eingesetzt. Die entsprechenden
Auslöse- und Prüfvorrichtungen sind dabei zumeist Magnete, Schleifkontakte oder Spulen.
[0008] Weiterhin ist das europäische Zugbeeinflussungssystem "European Train Control System"
(ETCS) bekannt, bei dem in Level 1 zwingend und in Level 2 optional schaltbare Eurobalisen
als punktförmige Auslösevorrichtungen angeordnet werden. Die schaltbaren Eurobalisen
arbeiten nach dem Prinzip eines elektromagnetischen Transponders, wobei variable Daten
übertragbar sind.
[0009] Die
DE 197 49 697 A1 beschreibt eine Einrichtung zur Steuerung des Eisenbahnbetriebes auf Bahnstrecken
mit mäßiger Verkehrsdichte unter Verwendung von sogenannten Token, welche die Erlaubnis
zum Befahren der Strecke beinhalten und den Zügen von einer Steuerstelle bedarfsweise
und exklusiv zugewiesen werden. Zur Vergabe der Token ist ein signaltechnisch sicherer
Prozessor vorgesehen, der die Abgabe eines Tokens an einen Zug von der Einstellung
einer Fahrstraße für den Zug mindestens über die Gleisabschnitte, für die der Token
gelten soll, bis zu einem Zielgleis abhängig macht. Entlang der Gleise sind punktförmige
Zugbeeinflussungseinrichtungen vorgesehen, welche auf den vorüberlaufenden Zügen eine
fahrortabhängige Überwachung sowohl der zulässigen Vorrückgeschwindigkeiten als auch
der Token veranlassen. Die Züge bestimmen unter Verwendung eines dafür vorgesehenen
Ortungssystems ihren jeweiligen Fahrort selbst und geben die ihnen zugewiesenen Token
beim Räumen der unter dem Schutz der Token durchfahrenen Gleisabschnitte an den Tokenprozessor
zurück oder verwerfen sie, wobei für den letztgenannten Fall eine lückenlose Gleisfreimeldung
den Tokenprozessor von der Räumung der Abschnitte und dem Verwerfen der zugehörigen
Token unterrichtet.
[0010] Diese Einrichtung erfordert eine aufwendige elektronische Verwaltung für die Token
und deren Vergabe.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Anordnung und ein Verfahren anzugeben,
die mit geringem Aufwand eine automatische Zugsicherung mit hohem Sicherheitsgrad
insbesondere in Verbindung mit Zugleitbetrieb ermöglichen.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch eine Anordnung, die die im unabhängigen
Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist, und durch ein Verfahren, das die im unabhängigen
Anspruch 13 angegebenen Merkmale aufweist.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der jeweiligen abhängigen
Ansprüche.
[0014] Signale im Sinne der Erfindung sind Gleisfrei- und Gleisbesetztsignale sowie ihre
Negationen. Im folgenden werden die Positionsangaben "vor" und "nach" für eine Vorrichtung
jeweils auf eine bestimmte Fahrtrichtung und einen Bezugspunkt einer Strecke bezogen.
Die Angabe "vor" bedeutet dabei, dass ein in die Fahrtrichtung fahrendes Triebfahrzeug
zunächst die Vorrichtung und später den Bezugspunkt passiert. Analog bedeutet die
Angabe "nach", dass ein in die Fahrtrichtung fahrendes Triebfahrzeug zunächst den
Bezugspunkt und später die Vorrichtung passiert. Für alle Ausgestaltungen der Erfindung
gilt grundsätzlich, dass die Fahrtrichtung und die Gegenfahrtrichtung vertauscht werden
können. Im folgenden wird außerdem eine Abgabe der Gleisfrei- beziehungsweise -besetztsignale
durch ein Steuergerät eines Gleisfreimeldeabschnittes vereinfachend als Abgabe der
Signale durch den Gleisfreimeldeabschnitt bezeichnet.
[0015] Mit der erfindungsgemäßen Anordnung zur Zugsicherung gelingt, insbesondere im Zugleitbetrieb,
also ohne optische Signale, eine automatische Zugsicherung mit hohem Sicherheitsgrad,
indem einem zu sichernden Gleisabschnitt zumindest teilweise zumindest ein erster
Gleisfreimeldeabschnitt zugeordnet ist und mindestens eine zugehörige erste Auslösevorrichtung,
welche Bestandteil einer punktförmigen Zugbeeinflussung ist, in wenigstens einer Fahrtrichtung
vor dem Anfang des ersten Gleisfreimeldeabschnittes vorgesehen ist, wobei sowohl die
Wirksamkeit als auch die Unwirksamkeit der ersten Auslösevorrichtung ausschließlich
von durch mindestens einen Gleisfreimeldeabschnitt abgegebenen Signalen abhängt, wobei
die erste Auslösevorrichtung unter anderem dann automatisch wirksam geschaltet ist,
falls für den Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisbesetztsignal vorliegt. Sobald ein
Zug in den Gleisfreimeldeabschnitt eingefahren ist und solange er sich im Gleisfreimeldeabschnitt
befindet, wird die vor dem Gleisfreimeldeabschnitt liegende Auslösevorrichtung automatisch
wirksam geschaltet, wodurch einerseits ein Nachfahrschutz und andererseits ein Einfahr-Ausfahr-Schutz
um einen Gefahrpunkt oder eine andere Betriebsstelle gebildet wird. Im beiden Fällen
wird ein in derselben Fahrtrichtung nachfolgender Zug an der Auslösevorrichtung zwangsgebremst,
falls der vorausfahrende Zug sich noch im Gleisfreimeldeabschnitt befindet, sei es
während der regulären Fahrt oder aufgrund einer Zwangsbremsung des vorausfahrenden
Zuges.
[0016] Die erfindungsgemäße Anordnung ermöglicht insbesondere den Zugleitbetrieb mit Streckenschutz
ohne aufwendige Blocktechnik und ohne Signale. Sie arbeitet selbsttätig im Hintergrund,
ohne dass eine Bedienung durch Betriebspersonal erforderlich ist. Zusätzliche Bedieneinrichtungen
werden nicht benötigt. Die Anordnung ist mit allen Systemen der punktförmigen Zugbeeinflussung
real isierbar.
[0017] In der erfindungsgemäßen Anordnung sind in dem zu sichernden Gleisabschnitt der erste
Gleisfreimeldeabschnitt, welcher einer Fahrtrichtung zugeordnet ist, und ein zweiter
Gleisfreimeldeabschnitt, welcher der Gegenfahrtrichtung zugeordnet ist, vorgesehen,
wobei in der Fahrtrichtung vor dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt die mindestens eine
dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt zugehörige erste Auslösevorrichtung und in der
Gegenfahrtrichtung vor dem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt mindestens eine dem zweiten
Gleisfreimeldeabschnitt zugehörige zweite Auslösevorrichtung angeordnet ist. Auf diese
Weise wird ein Nachfahrschutz aus beiden Fahrtrichtungen geleistet.
[0018] Dabei sieht eine bevorzugte Ausführungsform vor, dass die erste Auslösevorrichtung
unter anderem dann automatisch wirksam geschaltet ist, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisbesetztsignal vorliegt und/oder dass die zweite Auslösevorrichtung unter
anderem dann automatisch wirksam geschaltet ist, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisbesetztsignal vorliegt. Diese Anordnung leistet einen selbsttätigen Gegenfahrschutz
in einem eingleisigen Streckenabschnitt. Sobald und solange einer der beiden Gleisfreimeldeabschnitte
besetzt ist, wird ein in Gegenfahrtrichtung fahrender Zug an der zugehörigen Auslösevorrichtung
zwangsgebremst. Bei entsprechender Anordnung von sicheren Durchrutschwegen zwischen
den Auslösevorrichtungen und den zugehörigen Gleisfreimeldeabschnitten ist somit eine
Kollision zweier entgegengesetzt einfahrenden Züge auf dem Gleisabschnitt zwischen
den Auslösevorrichtungen des ersten und des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes vermeidbar.
[0019] Eine erhöhte Betriebssicherheit bietet dabei eine Ausgestaltung, bei der die erste
Auslösevorrichtung automatisch wirksam geschaltet ist, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisfreisignal vorliegt, und/oder bei der die zweite Auslösevorrichtung automatisch
wirksam geschaltet ist, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal
vorliegt. Die Auslösevorrichtungen sind damit grundsätzlich wirksam. Im Falle einer
falsch negativen Gleisfreimeldung trotz eines in einer Fahrtrichtung in einen Gleisfreimeldeabschnitt
eingefahrenen Zuges bleibt die in diesem Gleisfreimeldeabschnitt liegende Auslösevorrichtung,
die zu dem in Fahrtrichtung anschließenden Gleisfreimeldeabschnitt gehört, wirksam
und es kommt zu einer Zwangsbremsung des Zuges.
[0020] Bevorzugt ist in diesem Fall weiterhin eine Ausgestaltung derart, dass die erste
Auslösevorrichtung genau dann automatisch unwirksam geschaltet ist, falls für den
ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal und für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisbesetztsignal vorliegen und/oder dass die zweite Auslösevorrichtung automatisch
unwirksam geschaltet ist, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal
und für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisbesetztsignal vorliegen. Diese
Anordnung realisiert das sogenannte Erlaubnisprinzip. Fährt ein Zug in einen Gleisfreimeldeabschnitt
ein und gibt dieser ein korrektes Gleisbesetztsignal ab, so wird eine in dem Gleisfreimeldeabschnitt
liegende, zu einem in Fahrtrichtung folgenden Gleisfreimeldeabschnitt gehörende Auslösevorrichtung
unwirksam, wenn der folgende Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal abgibt. Eine
unerwünschte Zwangsbremsung eines fahrtberechtigten Zuges ist so vermeidbar.
[0021] In einer mögliche Ausgestaltung ist die erste Auslösevorrichtung genau dann automatisch
unwirksam geschaltet ist, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal
vorliegt und/oder die zweite Auslösevorrichtung genau dann automatisch unwirksam geschaltet,
falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal vorliegt. In diesem
Fall ist die logische Zuordnungsschaltung zwischen den Signalen der Gleisfreimeldeabschnitte
und der Wirksamkeit der Auslösevorrichtungen einfach realisierbar.
[0022] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung sieht dabei vor, dass der erste Gleisfreimeldeabschnitt
und der zweite Gleisfreimeldeabschnitt einander überlappen, wobei die erste Auslösevorrichtung
innerhalb des zweiten Gleisfreimeldeabschnitts und die zweite Auslösevorrichtung innerhalb
des ersten Gleisfreimeldeabschnitts angeordnet ist. Diese Ausgestaltung ermöglicht
den Gegenfahrschutz für den Fall des gleichzeitigen und annähernd gleichzeitigen Einfahrens
in den zu sichernden Gleisabschnitt.
[0023] Eine besonders sichere, anpassbare Ausführungsform sieht dabei eine Schaltstrecke
vor, indem eine erste und/oder eine zweite Auslösevorrichtung um einen bei einer im
zu sichernden Gleisabschnitt zugelassenen Geschwindigkeit in einer definierten Maximalzeit
zurückgelegten Weg plus einem Sicherheitszuschlag entfernt von einem Ende des nicht
zu dieser Auslösevorrichtung gehörigen Gleisfreimeldeabschnittes angeordnet ist, wobei
die Maximalzeit diejenige Zeit ist, nach der ein Gleisfreimeldeabschnitt spätestens
eine Gleisbesetztmeldung abgibt, falls dieser Gleisfreimeldeabschnitt besetzt und/oder
gestört ist.
[0024] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist in der Gegenfahrtrichtung hinter dem Ende
des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes eine dritte Auslösevorrichtung vorgesehen, welche
ausschließlich auf die Fahrtrichtung wirkt, falls diese dritte Auslösevorrichtung
wirksam geschaltet ist. Vorteilhafterweise ist dabei in einer Fahrtrichtung hinter
dem Ende des ersten Gleisfreimeldeabschnittes eine dritte Auslösevorrichtung vorgesehen,
welche ausschließlich auf die Gegenfahrtrichtung wirkt, falls diese dritte Auslösevorrichtung
wirksam geschaltet ist. Dies ermöglicht die Sicherung auch des zeitversetzten Einfahrens
aus entgegengesetzten Richtungen in den zu sichernden Gleisabschnitt. Dabei wird,
beispielsweise durch Anordnung der Auslösevorrichtungen und gemäß erforderlicher Durchrutschwege
vor Weichen, zudem ein den Betriebsablauf unterbrechendes Blockieren des Gleisabschnittes
durch einen zwangsgebremsten Zug vermieden.
[0025] In einer vorteilhaften Ausführung ist der Gleisfreimeldeabschnitt ein Achszählabschnitt,
für den mindestens zwei Achszählsensoren und ein Steuergerät vorgesehen sind, wobei
durch das Steuergerät ein Gleisbesetztsignal abgebbar ist, falls der Achszählabschnitt
durch einen Zug besetzt ist, und anderenfalls ein Gleisfreisignal abgebbar ist. Durch
die Achszählung ist die Gleisbesetztmeldung kostengünstig und zuverlässig erreichbar.
[0026] Eine besonders hohe Betriebssicherheit wird dadurch erreicht, dass Gleisfreisignal
und Gleisbesetztsignal jeweils in einem eigenen Kanal übertragbar und redundant sind,
wobei die beiden Kanäle antivalent sind. Fehlerhafte Betriebszustände können auf diese
Weise leicht festgestellt werden. In einer bevorzugten Variante wird im Falle von
Betriebsstörungen automatisch ein Gleisbesetztsignal und ein Nicht-Gleisfreisignal
abgegeben, wodurch die zugehörigen Auslösevorrichtungen wirksam sind.
[0027] Vorteilhafterweise ist im Bereich einer Auslösevorrichtung keine optische Signalvorrichtung
angeordnet. Mit der erfindungsgemäßen Anordnung kann auf diese aufwendige Einrichtung
insbesondere im Zugleitbetrieb verzichtet werden, ohne die Kollisionssicherheit zu
reduzieren.
[0028] In einer möglichen Ausgestaltung ist im Bereich einer Auslösevorrichtung eine zugehörige,
optische Signalvorrichtung vorgesehen, wobei mittels der Signalvorrichtung automatisch
ein Halt-Signal anzeigbar ist, falls die zugehörige Auslösevorrichtung wirksam ist,
und anderenfalls ein Fahrt-Signal anzeigbar ist. Eine für einen Triebfahrzeugführer
unerwartete Zwangsbremsung ist damit vermeidbar, da der Triebfahrzeugführer erkennen
kann, dass die zugehörige Auslösevorrichtung wirksam ist und eine Zwangsbremsung ausgelöst
würde, falls er die Auslösevorrichtung passierte. Da die Signalvorrichtung ausschließlich
in direkter Abhängigkeit der Wirksamkeit der zugehörigern Auslösevorrichtung angesteuert
wird, ist in diesem Fall zumindest eine aufwendige Verkabelung zu einem Stellwerk
nicht notwendig. Vorzugsweise ist vor einer optische Signalvorrichtung, die kein Ausfahrsignal
ist, ein Vorsignal angeordnet, um eine frühzeitige Reaktion eines passierenden Triebfahrzeugführers
zu ermöglichen. Vorteilhafterweise ist eine Auslösevorrichtung mindestens 20 m in
Fahrtrichtung und/oder in Gegenfahrtrichtung vor einem Anfang des zugehörigen Gleisfreimeldeabschnittes
angeordnet. Es besteht sonst die Gefahr, dass beispielsweise ein in den Gleisfreimeldeabschnitt
einfahrendes Triebfahrzeug, dessen Indusi-Einrichtung am in dessen Fahrtrichtung hinteren
Ende montiert ist, seine eigene Zwangsbremsung bewirkt, indem die Auslösevorrichtung
wirksam wird, bevor die Indusi-Einrichtung vorbeigeführt worden ist.
[0029] In bevorzugten Ausführungsformen ist eine Auslösevorrichtung ein 2000-Hz-Gleismagnet.
Die Anordnung ist so mit herkömmlichen, standardisierten Indusi-Systemen verwendbar.
Vorteilhafterweise ist eine vorgezogene Prüfvorrichtung in Fahrtrichtung vor einer
Auslösevorrichtung angeordnet. Bei hohen Geschwindigkeiten, die mit langen Bremswegen
verbunden sind, ist so eine frühe Geschwindigkeitskontrolle und im Falle der Überschreitung
einer Höchstgeschwindigkeit eine rechtzeitige Zwangsbremsung einleitbar. Eine Prüfvorrichtung
ist bevorzugt ein 1000-Hz- oder 500-Hz-Gleismagnet, da die Anordnung so mit herkömmlichen,
standardisierten Indusi-Systemen verwendbar ist. Durch vorgezogene Prüfvorrichtungen
und/oder Programmierung eines erlaubten Geschwindigkeitsverlaufes im Triebfahrzeug
wird außerdem ein Schutz gegen das Anfahren gegen ein Halt-Signal ermöglicht.
[0030] Mit Zugleitbetrieb gesteuerte Nebenbahnen sind besonders anfällig für Unfälle, insbesondere
aufgrund menschlichen Versagens. Daher ist Verwendung einer erfindungsgemäßen Anordnung
zur Zugsicherung hier besonders vorteilhaft, da derartige Unfälle so vermeidbar sind.
[0031] Eingleisige Streckenabschnitte und/oder Streckenabschnitte mit einem Gefahrpunkt
und/oder einer Betriebsstelle können mit der erfindungsgemäßen Anordnung wirkungsvoll
vor Kollisionen einander entgegenkommender Züge geschützt werden
[0032] In einem erfindungsgemäßen Verfahren zum Betrieb einer Anordnung aus mindestens einem
ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) und einer in einer Fahrtrichtung (F) davor angeordneten
ersten Auslösevorrichtung (1.1) hängt sowohl das Schalten der Wirksamkeit als auch
das Schalten der Unwirksamkeit der ersten Auslösevorrichtung (1.1) ausschließlich
von durch mindestens einen Gleisfreimeldeabschnitt (A, B) abgegebenen Signalen ab,
wobei die erste Auslösevorrichtung (1.1) unter anderem dann wirksam geschaltet wird,
falls für den Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal vorliegt.
[0033] Das erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, dass eine zweite Auslösevorrichtung, die
in einer Gegenfahrtrichtung vor einem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt angeordnet ist,
genau dann wirksam geschaltet wird, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisbesetztsignal und/oder für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal
vorliegt, und dass die erste Auslösevorrichtung genau dann wirksam geschaltet wird,
falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisbesetztsignal und/oder für den
zweiten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal vorliegt, wobei die erste Auslösevorrichtung
genau dann unwirksam geschaltet wird, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt
ein Gleisfreisignal und für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisbesetztsignal
vorliegen und wobei die zweite Auslösevorrichtung genau dann unwirksam geschaltet
wird, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal und für den
ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisbesetztsignal vorliegen.
[0034] Eine andere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die erste Auslösevorrichtung
genau dann wirksam geschaltet wird, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein
Gleisbesetztsignal vorliegt und genau dann unwirksam geschaltet wird, falls für den
ersten Gleisfreimeldeabschnitt ein Gleisfreisignal vorliegt
[0035] Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert.
[0036] Dazu zeigen:
- Figur 1
- einen Streckenabschnitt mit Nachfahrschutz,
- Figur 2
- einen Streckenabschnitt mit Ein- und Ausfahrschutz um einen Gefahrenpunkt,
- Figur 3
- einen Streckenabschnitt mit Gegenfahrschutz,
- Figur 4
- einen Streckenabschnitt mit kombiniertem Nach- und Gegenfahrschutz
und
- Figur 5
- ein Blockschaltbild eines Steuerschrankes.
[0037] In den nachfolgend dargestellten Beispielen wird eine unzulässige Zugfahrt durch
eine Zwangsbremsung verhindert, ausgelöst durch die Beeinflussung mit mindestens einer
als Gleismagneten ausgeführten Auslösevorrichtung. Als Auslösevorrichtungen können
beispielsweise auch schaltbare Eurobalisen gemäß ETCS verwendet werden. Dadurch ist
die erfindungsgemäße Anordnung auch für zukünftige Zugbeeinflussungssysteme geeignet.
[0038] Als unzulässige Zugfahrt wird hier die Fahrt eines Zuges in einer Betriebssituation
mit unmittelbarer Gefährdung definiert, beispielsweise in den Fällen der Abfahrt eines
Zuges von einem gewöhnlichen Halteplatz, der mit Halttafel So8 oder Ausfahrsignal
ausgestattet ist; der Ausfahrt eines Zuges auf die Strecke; der Vorbeifahrt eines
Zuges an einer Grenzstelle zwischen freier Strecke und Betriebsstelle, die entweder
mit Einfahrsignal oder So5- beziehungsweise Ne1-Tafel vor einem Haltepunkt beziehungsweise
Bahnhof ausgerüstet ist; der Vorbeifahrt oder dem Durchrutschen eines Zuges am gewöhnlichen
Halteplatz, dem sogenannten Flankenfahrt-Schutz; wenn in den genannten Fällen der
sich anschließende Gleis- oder Streckenabschnitt durch ein vorausfahrendes oder entgegenkommendes
Fahrzeug besetzt ist. Eingeschlossen ist hierbei auch die gleichzeitige Ausfahrt aus
zwei gegenüberliegenden Betriebsstellen in dem gleichen Streckenabschnitt. In allen
Fällen werden menschliches Versagen oder andere Verstöße im Verfahren des Zugleitbetriebs
unterstellt.
[0039] Die Besetzung eines Gleis- oder Streckenabschnittes wird in allen Beispielen durch
eine selbsttätig arbeitende Gleisfreimeldeanlage auf Basis von Achszähltechnik registriert.
Die Gleisfreimeldeanlage liefert dabei antivalente, doppelkanalige Gleisbesetzt- und
Gleisfreisignale anhand von Achszählsensoren 2. Der jeweilige Gleisabschnitt ist dazu
in Teilabschnitte unterteilt, sogenannte Achszählabschnitte. Durch den Vergleich der
Achszählungen der Achszählsensoren 2 an den jeweiligen Grenzen eines festgelegten
Gleisfreimeldeabschnittes erfolgt so eine signaltechnisch sichere Ausgabe einer Gleisfrei-
oder - besetztmeldung. Im folgenden wird der Fall eines abgegebenen Signalpaares "Gleis
frei + Gleis nicht besetzt" eines Gleisfreimeldeabschnittes unter dem Begriff Gleisfreisignal
zusammengefasst. Entsprechend wird der Fall eines abgegebenen Signalpaares "Gleis
nicht frei + Gleis besetzt" eines Gleisfreimeldeabschnittes unter dem Begriff Gleisbesetztsignal
zusammengefasst. Dieselben Begriffe gelten analog für solche Gleisfreimeldeanlagen,
die nur einkanalige Signale abgeben. Mit diesen kann die erfindungsgemäße Anordnung
auch verwendet werden. Prinzipiell ist für die Gleisfreimeldeanlage auch ein anderes
Messprinzip als die Achszählung verwendbar, beispielsweise die Gleisstrommessung.
Beispielhaft wird die Gleisfreimeldeanlage in dem gesamten Gleisabschnitt lückenlos
installiert. Eine Ausnahme hierbei können Gleise innerhalb eines Bahnhofes sein, wenn
die Verhinderung von Fahrten in ein besetztes Bahnhofsgleis durch ausreichende Sicherheit
in Verbindung mit visueller Freimeldung gegeben ist. Mit der Auswertung der Gleisfrei-
und - besetztmeldung erfolgt automatisch die unmittelbare Herstellung der Wirksamkeit
beziehungsweise Unwirksamkeit von Gleismagneten für die Zwangsbremsung beziehungsweise
ungehinderte Weiterfahrt gemäß einer vorgegebenen logischen Zuordnung.
[0040] Die Triebfahrzeuge müssen mit einem Sicherungssystem der Bauarten 160, PZ80 oder
höher ausgerüstet sein. Triebfahrzeuge gemäß ETCS sind mit "Specific Transmission
Modules" (STM) ebenfalls geeignet. Werden schaltbare Eurobalisen als Auslösevorrichtungen
verwendet, müssen die Triebfahrzeuge mindestens gemäß ETCS Level 1 ausgestattet sein.
[0041] In allen Beispielen hängt sowohl die Wirksamkeit als auch die Unwirksamkeit der Auslösevorrichtungen
ausschließlich von durch mindestens einen Gleisfreimeldeabschnitt abgegebenen Signalen
abhängt. Andere Bedingungen oder Signale sind nicht erforderlich.
[0042] Der in
Figur 1 dargestellte Gleisabschnitt S weist eine Weiche W
1 auf. Über die Weiche W
1 hinweg erstreckt sich ein erster Gleisfreimeldeabschnitt A, an dessen Enden jeweils
Achszählsensoren 2 angeordnet sind. In beiden Gleiszweigen ist in Fahrtrichtung F
betrachtet vor dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt A als erste Auslösevorrichtung 1.1
je ein 2000-Hz-Gleismagnet rechts des Gleises angeordnet, der ausschließlich auf Triebfahrzeuge
der Fahrtrichtung F wirkt, falls er wirksam ist. Nicht abgebildet sind zwei 500-Hz-Gleismagnete,
die in beiden Gleiszweigen jeweils 250 m vor der jeweiligen ersten Auslösevorrichtung
1.1 rechts am Gleis angebracht sind. Durch die Gleisbesetztmeldung des ersten Gleisfreimeldeabschnittes
A werden beide ersten Auslösevorrichtungen 1.1 und auch die nicht abgebildeten 500-Hz-Gleismagnete
automatisch bis zum vollständigen Räumen des ersten Gleisfreimeldeabschnittes A wirksam
geschaltet. Fährt bis dahin ein weiterer Zug in Fahrtrichtung F auf den ersten Gleisfreimeldeabschnitt
A zu, wird er an den ersten Auslösevorrichtungen 1.1 zwangsgebremst. Die Funktion
der ersten Auslösevorrichtungen 1.1 beschränkt sich hierbei nicht auf den Nachfahrschutz.
Zwangsläufig ergibt sich die Wirksamkeit der ersten Auslösevorrichtung 1.1 prinzipiell
bei jeder Besetzung des ersten Gleisfreimeldeabschnittes A. Die ersten Auslösevorrichtungen
1.1 liegen in diesem und allen folgenden Beispielen mindestens 20 m von dem ersten
darauffolgenden Achszählsensor 2 des zugehörigen ersten Gleisfreimeldeabschnittes
A entfernt, um auszuschließen, dass ein Fahrzeug, bei dem sich die Indusi-Fahrzeugeinrichtung
am hinteren Triebkopf befindet, durch Befahren des ersten Gleisfreimeldeabschnittes
A die Zwangsbremsung für sich selbst einleitet. Die folgende Tabelle zeigt die logische
Zuordnung der Schaltzustände:
| Erste Auslösevorrichtung 1.1 |
Signal des ersten GFM-Abschnitts A |
| Wirksam |
besetzt |
| |
besetzt |
| Unwirksam |
frei |
| |
frei |
[0043] In
Figur 2 ist eine Anordnung an einer Grenzstelle X zwischen freier Strecke Y und Betriebsstelle
H
1 abgebildet, die in Fahrtrichtung F mit einer Signaltafel So5 beziehungsweise Ne1
versehen ist. Über die Grenzstelle hinweg erstreckt sich ein erster Gleisfreimeldeabschnitt
A, an dessen Enden jeweils Achszählsensoren 2 angeordnet sind. Im Bereich der Signaltafel
So5 beziehungsweise Ne1 ist ein 2000-Hz-Gleismagnet als erste Auslösevorrichtung 1.1
angeordnet, der ausschließlich auf Triebfahrzeuge der Fahrtrichtung F wirkt, falls
er wirksam ist. In der Betriebsstelle H
1 ist im Bereich einer nicht abgebildeten Signaltafel So8 ein 2000-Hz-Gleismagnet als
dritte Auslösevorrichtung 1.3 in Gegenfahrtrichtung G betrachtet vor der Grenzstelle
gemäß Figur 1 angeordnet, welcher ausschließlich auf die Gegenfahrtrichtung G wirkt,
falls er wirksam ist. Alle ersten und dritten Auslösevorrichtungen 1.1 und 1.3 werden
automatisch wirksam geschaltet, wenn der erste Gleisfreimeldeabschnitt A besetzt ist.
Sie verhindern somit durch eine Zwangsbremsung eine eventuelle Einfahrt in beiden
Fahrtrichtungen F und G in die Betriebsstelle H
1 bei besetzter Grenzstelle X. Dies kann unter anderem der Fall sein, wenn ein unzulässig
aus der Betriebsstelle H
1 in Gegenfahrtrichtung G ausfahrender Zug nach einer Zwangsbremsung aufgrund seines
Bremsweges bis in den Fahrweg des in Fahrtrichtung F einfahrenden Zuges gelangt. Sobald
und solange der erste Gleisfreimeldeabschnitt A unbesetzt ist, werden die ersten und
dritten Auslösevorrichtungen 1.1 und 1.3 unwirksam geschaltet.
[0044] Der Abstand zwischen der ersten Auslösevorrichtung 1.1 im Bereich der Tafel So5 für
die Einfahrt und der dritten Auslösevorrichtung 1.3 im Bereich der Tafel So8 für die
Ausfahrt beträgt mindestens das Zweifache des örtlichen Bremsweges, um für beide Züge
ein gefahrenloses Anhalten zu ermöglichen.
[0045] Figur 3 zeigt eine erfindungsgemäße Anordnung für den Gegenfahrschutz auf einem Gleisabschnitt
S. Der Gleisabschnitt S ist mit zwei sich überlappenden Gleisfreimeldeabschnitten,
dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt A und dem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt B, versehen,
an deren Enden jeweils Achszählsensoren 2 angeordnet sind und die jeweils mit dem
Nachfahrschutz aus Figur 1 ausgerüstet sind, welcher in diesem Fall auch als Gegenfahrschutz
wirkt. Dazu ist der in Fahrtrichtung F vor dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt A liegende,
als erste Auslösevorrichtung 1.1 dienende 2000-Hz-Gleismagnet diesem ersten Gleisfreimeldeabschnitt
A zugeordnet und wirkt ausschließlich auf die Fahrtrichtung F, falls er wirksam ist,
wohingegen der in Gegenfahrtrichtung G vor dem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt B liegende,
als zweite Auslösevorrichtung 1.2 dienende 2000-Hz-Gleismagnet dem Gleisfreimeldeabschnitt
B zugeordnet ist und ausschließlich auf die Gegenfahrtrichtung G wirkt, falls er wirksam
ist. Jede der beiden Auslösevorrichtungen 1.1 und 1.2 wird jeweils automatisch wirksam,
sobald der zu ihr gehörige erste Gleisfreimeldeabschnitt A beziehungsweise B als besetzt
gemeldet wird: Durch die Besetztmeldung des ersten Gleisfreimeldeabschnittes A wird
die erste Auslösevorrichtung 1.1 in Fahrtrichtung F wirksam geschaltet, bei Besetzung
des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes B wird die zweite Auslösevorrichtung 1.2 in
Gegenfahrtrichtung G wirksam geschaltet. Durch die Freimeldung des ersten Gleisfreimeldeabschnittes
A wird die erste Auslösevorrichtung 1.1 in Fahrtrichtung F unwirksam geschaltet, bei
Freimeldung des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes B wird die zweite Auslösevorrichtung
1.2 in Gegenfahrtrichtung G unwirksam geschaltet.
[0046] Der erste und der zweite Gleisfreimeldeabschnitt A und B müssen nicht zwingend überlappen.
Entscheidend ist, dass die ersten und zweiten Auslösevorrichtung 1.1 und 1.2 in für
das Zwangsbremsen beider Fahrtrichtungen F und G genügend großem Abstand voneinander
und dass die erste Auslösevorrichtung 1.1 innerhalb des nicht zu ihr gehörenden zweiten
Gleisfreimeldeabschnittes B und die zweite Auslösevorrichtung 1.2 innerhalb des nicht
zu ihr gehörenden ersten Gleisfreimeldeabschnittes A angeordnet sind.
[0047] Zur Erhöhung der Betriebssicherheit wird dieselbe Anordnung mit einer anderen Beschaltung
genutzt, die das sogenannte Erlaubnisprinzip realisiert. Die automatische, logische
Zuordnung von Gleisfrei- beziehungsweise Gleisbesetztsignalen zur Wirksamkeit der
ersten und zweiten Auslösevorrichtungen 1.1 und 1.2 zeigen die folgende Tabellen:
| Erste Auslösevorrichtung 1.1 |
Signal des ersten GFM-Abschnitts A |
Signal des zweiten GFM-Abschnitts B |
| wirksam |
besetzt |
frei |
| |
frei |
frei |
| |
besetzt |
besetzt |
| unwirksam |
frei |
besetzt |
| Zweite Auslösevorrichtung 1.2 |
Signal des ersten GFM-Abschnitts A |
Signal des zweiten GFM-Abschnitts B |
| wirksam |
frei |
besetzt |
| |
frei |
frei |
| |
besetzt |
besetzt |
| unwirksam |
besetzt |
Frei |
[0048] Die erste und die zweite Auslösevorrichtung 1.1 und 1.2 sind grundsätzlich wirksam,
auch wenn beide Gleisfreimeldeabschnitte A und B unbesetzt gemeldet werden. Ein falsch
negatives Gleisfreisignal trotz eines einfahrenden Zuges hat somit dennoch die Folge
einer Zwangsbremsung des Zuges. Gemäß des Erlaubnisprinzips wird die erste oder die
zweite Auslösevorrichtung 1.1 beziehungsweise 1.2 nur unwirksam geschaltet, wenn der
jeweils nicht zu ihr gehörige zweite- beziehungsweise erste Gleisfreimeldeabschnitt
B beziehungsweise A, innerhalb dessen sie angeordnet ist, für den Zug ein korrektes
Gleisbesetztsignal abgibt und der jeweils andere, zu ihr gehörige Gleisfreimeldeabschnitt
A beziehungsweise B ein Gleisfreisignal abgibt.
Im Falle einer Gleisbesetztmeldung des ersten oder des zweiten Gleisfreimeldeabschnitte
A oder B wird diejenige Auslösevorrichtung 1.1 beziehungsweise 1.2, die dem jeweils
anderen Gleisfreimeldeabschnitt B beziehungsweise A zugeordnet ist, automatisch unwirksam
geschaltet. Eine unnötige, den Betriebsablauf verzögernde Zwangsbremsung wird so verhindert.
[0049] Ein Zug fährt beispielsweise in Gegenfahrtrichtung G aus der Betriebsstelle H
1 in Richtung der Betriebsstelle H
2. Der zweite Gleisfreimeldeabschnitt B ist unbesetzt. Der erste Gleisfreimeldeabschnitt
A gibt somit ein Gleisbesetztsignal ab, der zweite Gleisfreimeldeabschnitt B ein Gleisfreisignal.
Mit Besetzung des ersten Gleisfreimeldeabschnittes A erfolgt die automatische Wirksamschaltung
der ersten Auslösevorrichtung 1.1 und zeitgleich die automatische Unwirksamschaltung
der zweiten Auslösevorrichtung 1.2 nach dem Erlaubnisprinzip. Mit anschließender Besetzung
des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes B erfolgt die Wirksamschaltung beider Auslösevorrichtungen
1.1 und 1.2. Wenn der Zug schließlich den ersten Gleisfreimeldeabschnitt verlässt,
ist nur noch die zweite Auslösevorrichtung 1.2 wirksam. Im Falle der exakt oder annähernd
gleichzeitigen Abfahrt zweier entgegengesetzt fahrender Züge werden beide Auslösevorrichtungen
1.1 und 1.2 wirksam geschaltet, bevor die Züge die Auslösevorrichtungen 1.1 und 1.2
passieren. Es werden also beide Züge zwangsgebremst. Eine Kollision wird in diesem
Fall verhindert.
[0050] Die Ausgabe einer Gleisbesetzt- oder -freimeldung der Streckenabschnitte erfolgt
in angrenzenden Betriebsstellen, die über Streckenkabel gekoppelt sind, mit einem
Zeitversatz. Im Fall einer Übertragungsstörung im Informationsaustausch zwischen den
Auswerteeinrichtungen der Achszählanlagen erfolgt zwangsläufig die Ausgabe einer Besetztmeldung
spätestens nach einer Maximalzeit T, die größer ist als der Zeitversatz. Daraus ergibt
sich die Einhaltung eines Mindestabstandes, einer sogenannten Schaltstrecke, zwischen
den in Gegenfahrtrichtung Gersten Achszählsensoren 2 des Gleisfreimeldeabschnittes
A und der zweiten Auslösevorrichtung 1.2 beziehungsweise zwischen den in Fahrtrichtung
F ersten Achszählsensoren 2 des Gleisfreimeldeabschnittes B und der ersten Auslösevorrichtung
1.1 für das sichere Wirksamschalten mindestens der ersten Auslösevorrichtung 1.1 und/oder
der zweiten Auslösevorrichtung 1.2 zur Zwangsbremsung eines Zuges im Falle der exakt
gleichzeitig Anfahrt von beiden Zügen. Der Mindestabstand wird berechnet gemäß:

[0051] Die Anordnungen für Nachfahr-, Ein- und Ausfahr- sowie Gegenfahrschutz können in
verschiedenen Kombinationen miteinander angeordnet werden, um eine erhöhte Sicherheit
zu erreichen. Durch die Mehrfachnutzung der Achszählsensoren 2 ist eine entsprechende
Aneinanderreihung von Freimeldeabschnitten für die verschiedenen Kombinationen von
Funktionen möglich.
[0052] In
Figur 4 ist eine solche Kombination dargestellt. Sie entspricht der Anordnung aus Figur 3,
wobei 2000-Hz-Gleismagnete als dritte Auslösevorrichtungen 1.3 außerhalb der Enden
der Gleisfreimeldeabschnitte A und B in den Abschnitten der Betriebsstellen H
1 und H
2 angeordnet sind. Die dritten Auslösevorrichtungen 1.3 in der Betriebsstelle H
1 wirken ausschließlich auf Triebfahrzeuge der Gegenfahrtrichtung G, falls sie wirksam
sind, während die dritten Auslösevorrichtungen 1.3 in der Betriebsstelle H
2 ausschließlich auf Triebfahrzeuge der Fahrtrichtung F wirken, falls sie wirksam sind.
Die dritten Auslösevorrichtungen 1.3 werden automatisch wirksam geschaltet, wenn ein
Zug oder Zugteil sich in mindestens einem der beiden Abschnitte A oder B befindet.
Dies wird am einfachsten realisiert, indem die äußeren Achszählsensoren 2 an den Grenzen
zu den Betriebsstellen H
1 und H
2 einen gesamten, dritten Gleisfreimeldeabschnitt C definieren, dem die dritten Auslösevorrichtungen
1.3 zugeordnet sind. Die abgebildete Anordnung leistet auf diese Weise sowohl den
Gegenfahrschutz als auch den Nachfahrschutz. Sowohl bei exakt oder annähernd gleichzeitigen
als auch bei stark unterschiedlichen Abfahrts- oder Ausfahrtszeitpunkten zweier Züge
aus den Betriebsstellen H
1 und H
2 erfolgt automatisch eine sichere Zwangsbremsung beider Züge beziehungsweise des zuletzt
ab- oder ausfahrenden Zuges. Sinnvollerweise kann auch hier die logische Zuordnung
der Schaltzustände nach dem Erlaubnisprinzip gemäß dem Beispiel aus Figur 3 verwendet
werden.
[0053] Bei der Anordnung der planmäßigen Halteplätze und Auslösevorrichtungen 1.1, 1.2,
1.3 ist bei Schienenbahnen üblicherweise ein relativ langer Bremsweg zu berücksichtigen.
Sind Gefährdungen trotz Zwangsbremsung der Fahrzeuge bereits innerhalb des Bremsweges
hinter dem festgelegten Halteplatz nicht auszuschließen, kann in einem zu berechenden
Abstand in Fahrtrichtung vor dem notwendigen Halteplatz eine vorgezogene Prüfvorrichtung,
beispielsweise ein 500-Hz-Gleismagnet, angeordnet werden, die entsprechend des Zugbeeinflussungsprogrammes
das Prüfen der Einhaltung der Geschwindigkeitsreduzierung im Fahrzeug auslöst. Die
automatische Ansteuerung der Prüfvorrichtung erfolgt identisch zu der jeweils zugehörigen
Auslösevorrichtung 1.1, 1.2, 1.3.
[0054] Die Auswerteeinrichtungen der Achszählanlagen sind zusammen mit den Signalrelais
zur Ansteuerung der Gleismagnete in Steuerschränken untergebracht.
Figur 5 zeigt ein Blockschaltbild eines Steuerschrankes zu einer erfindungsgemäßen Anordnung.
Zur Übertragung der Achszählinformationen sind die Steuerschränke entlang der Strecke
über ein Streckenkabel miteinander verbunden. Die Datenübertragung für den Abgleich
der Achszählanlage muss ununterbrochen aufrecht erhalten bleiben. Weiterhin befindet
sich im Steuerschrank eine Stromversorgung, bestehend aus einem Gleichrichter und
einer Batterie, welche bei Netzausfall mindestens vier Stunden lang unterbrechungsfrei
die Stromversorgung aller Systeme aufrechterhält. Die Achszählauswerteeinrichtung
arbeitet zweikanalig redundant. Es erfolgt dadurch an jeder Auswerteeinrichtung die
Ausgabe der Gleisfrei- und -besetztmeldung über zwei antivalent arbeitende Signalrelais.
Je nach Funktion (Nachfahr-, Ein-/Ausfahr-, Gegenfahrschutz) des Gleisabschnittes
ist die logische Ansteuerung des Gleismagnet-Schaltrelais eingerichtet. Zur Erhöhung
der Zuverlässigkeit ist die Anschaltung mittels beider Ausgaberelais der Achszählanlage
in Hin- und Rückleitung des Schaltrelais vorgesehen, so dass bei jeglicher Fehlfunktion
wie Ausfällen des Achszählsystems, Aderunterbrechungen oder Relaisfehlern der Gleismagnet
in Wirksamstellung verbleibt. Für jeden Zählkreis ist im Schaltschrank eine separate
Grundstellungstaste zur Herstellung der Grundstellung im Störungsfall vorgesehen.
Der Steuerschrank wird mit einem 230V-Netzanschluss versorgt. Die Aufstellung erfolgt
deshalb nach Möglichkeit in der Nähe eines zugänglichen Netzanschlusses. Der Schrank
ist mit einem sicherungstechnisch zugelassenen Verschluss versehen, so dass eine Öffnung
nur vom autorisierten Instandhaltungspersonal erfolgen kann. Ebenfalls für Instandhaltungszwecke
ist eine Beleuchtung und eine Steckdose im Schrank vorgesehen.
[0055] Das Gehäuse des Steuerschrankes ist modular, flexibel und wetterfest aufgebaut. Die
Seitenwände, die Türen und die Rückwand sind doppelwandig ausgeführt, was sich positiv
auf das Klima im Gehäuseinneren auswirkt. Das Gehäusesystem bietet einen Schutz gegen
Vandalismus. Eine zusätzliche Nutzung vom Klimageräten für das Gehäusesystem ist auf
die Erfordernisse der verwendeten Baugruppen abzustimmen. Die Aufstellung des Steuerschrankes
erfolgt auf einem Betonsockel, welcher auch zur Kabeleinführung dient.
[0056] Die Baugruppen werden im Steuerschrank auf Montageplatten, in Schwenkrahmen, an Profilschienen
oder in Kabelgefäßsystemen in einer Systembauweise angeordnet und installiert, so
dass dieses Grundkonzept verschiedene Ausbaustufen zulässt. Bei der Verschaltung der
Baugruppen untereinander sowie bei der Konfektionierung und Innenverdrahtung der Relaisgruppen
wird ebenfalls eine Systembauweise angewendet. Dies sind zum einen die Grundschaltungen
beziehungsweise Innenverdrahtungen und die Systemkabel, welche bei jedem der hier
beschriebenen Systeme identisch und somit austauschbar sind. Diese Verdrahtung und
Anordnung der Baugruppe wird nach einheitlichen Schalt- und Belegungsunterlagen vorkonfektioniert.
Zum anderen sind es die Rangierverdrahtungen und Anlagenkabel, welche sich je nach
Einsatzfall und Ausbaustufe unterscheiden und angepasst werden können.
[0057] Die Relaisgruppen sind steckbare Gefäßsysteme in denen dafür geeignete Signalrelais
montiert sind, welche zur Auswertung der Frei- und Besetztmeldung der Achszählanlage,
zur Ansteuerung der Gleismagnete und für weitere Funktionen benötigt werden. Die Kontakte
und Anschlüsse der Signalrelais werden durch Innenverdrahtungen miteinander verbunden
oder zu einer Schnittstelle 101 geführt. Diese Schnittstelle 101 ist eine steckbare
Verbindung zu einer weiteren Schnittstelle 102, an der die Rangierverdrahtungen zur
Schnittstelle 103 ausgeführt werden. Mit der Schnittstelle 103 wird die Verbindung
zur Achszählanlage (Gleisfrei- und -besetztmeldung, Grundstellung, Energieversorgung),
zu den Grundstellungstasten, zur Kabelanlage der Gleismagneten und zur batteriegestützten
Stromversorgung hergestellt. Über weitere Schnittstellen 104
1 und 104
2 wird die Verbindung der Achszählanlage (Zählpunkteingang und Datenübertragung an
andere Steuerschränke) zur Kabelanlage der Zählpunkte und zum Streckenkabel hergestellt.
Die Stromversorgungsanlage, bestehend aus Netzanschluss, Batterie und Gleichrichter,
wird mit Baugruppen aufgebaut, welche dem derzeitigen Stand der Technik entsprechen.
[0058] Die Verknüpfung der Anlagenteile und deren spezifischen Eigenschaften entsprechen
sicherungstechnischen Grundsätzen. Aus Fehlern in der Funktion, die nicht auf Planungs-
oder Installationsfehler beruhen, beispielsweise zufälliger Ausfall von Bauelementen,
Unterbrechung von Leitungen oder der Ausfall der Energiezuführung, resultiert kein
Sicherheitsmangel. Da das Ziel der gesamten Funktionsabläufe im System die Unwirksamschaltung
des Gleismagneten ist, wird ein Mangel, verursacht durch den Ausfall eines Bauelementes,
dazu führen, dass das beabsichtigte Ziel nicht erreicht wird. Der Gleismagnet verbleibt
in der Wirksamkeit. Die dann zwangsläufig resultierende Zwangsbremsung eines Zuges
wirkt als Fehleroffenbarung. Eine Signalisierung der Fehlermeldung am Standort der
Gleismagnete, zentral am Steuerschrank oder als zentrale Sammelmeldung ist möglich.
Aufgrund der Qualität der zum Einsatz kommenden Bauelemente kann davon ausgegangen
werden, dass sich diese Fehler auf ein Minimum begrenzen. Fehler im Achszählsystem
wie beispielsweise Fehlzählungen oder die Unterbrechung der Informationsübertragung
zwischen den Baugruppen führen zur automatischen Besetztmeldung. Im Fall der Besetztmeldung
durch Fehler im Achszählsystem ist es erforderlich, das System mittels Grundstellungstaste
oder System-Reset in Grundstellung zu bringen. Die Grundstellung kann nur vom Instandhaltungspersonal
vor Ort herbeigeführt werden. Die separat installierte Grundstellungstaste ist nur
bedienbar, wenn bei dem Achszählkreis als letzte Zählung eine Auszählung stattgefunden
hat. Das Achszählsystem besitzt eine temporäre Protokollierung, so dass Fehler sowie
Bedienungshandlungen rekonstruiert und ausgewertet werden können.
[0059] Ausfälle des Stromversorgungsnetzes bis zu 4 Stunden seitens des Energieversorgers
haben aufgrund der eingebauten unterbrechungsfreien Stromversorgung keine Auswirkungen
auf die Funktion der Systeme. Sollte die Stromversorgung erheblich länger unterbrochen
sein, führt dies zur Abschaltung der Achszählanlage. Es wird eine Besetztmeldung ausgegeben.
Bei Wiederkehr der Energieversorgung muss die Grundstellung durch eine manuelle Bedienung
vor Ort herbeigeführt werden.
[0060] Die Erfindung ist sowohl für eingleisigen als auch mehrgleisigen Betrieb jeweils
mit einer oder zwei Fahrtrichtungen einsetzbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0061]
- 1.1
- Erste Auslösevorrichtung
- 1.2
- Zweite Auslösevorrichtung
- 1.3
- Dritte Auslösevorrichtung
- 2
- Achszählsensor
- S
- Gleisabschnitt
- F
- Fahrtrichtung
- G
- Gegenfahrtrichtung
- X
- Grenzstelle
- H1, H2
- Betriebsstellen
- A
- Erster Gleisfreimeldeabschnitt
- B
- Zweiter Gleisfreimeldeabschnitt
- C
- Dritter Gleisfreimeldeabschnitt
- W1
- Weiche
- Y
- Freie Strecke
- T
- Maximalzeit
- 101, 102, 103, 1041, 1042
- Schnittstelle
1. Anordnung zur Zugsicherung auf Strecken- und/oder Bahnhofsgleisen von Schienenbahnen,
wobei einem zu sichernden Gleisabschnitt (S) zumindest teilweise zumindest ein erster
Gleisfreimeldeabschnitt (A) zugeordnet ist und mindestens eine zugehörige erste Auslösevorrichtung
(1.1), welche Bestandteil einer punktförmigen Zugbeeinflussung ist, in wenigstens
einer Fahrtrichtung vor dem Anfang des ersten Gleisfreimeldeabschnittes (A) vorgesehen
ist, wobei sowohl die Wirksamkeit als auch die Unwirksamkeit der ersten Auslösevorrichtung
(1.1) ausschließlich von durch mindestens einen Gleisfreimeldeabschnitt (A, B) abgegebenen
Signalen abhängt, wobei die erste Auslösevorrichtung (1.1) dann automatisch wirksam
geschaltet ist, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal
vorliegt, wobei in dem zu sichernden Gleisabschnitt (S) der erste Gleisfreimeldeabschnitt
(A), welcher einer Fahrtrichtung (F) zugeordnet ist, und ein zweiter Gleisfreimeldeabschnitt
(B), welcher der Gegenfahrtrichtung (G) zugeordnet ist, vorgesehen sind, wobei in
der Fahrtrichtung (F) vor dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) die mindestens eine
dem ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) zugehörige erste Auslösevorrichtung (1.1) und
in der Gegenfahrtrichtung (G) vor dem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) mindestens
eine dem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) zugehörige zweite Auslösevorrichtung
(1.2) angeordnet ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) unter anderem dann automatisch wirksam geschaltet
ist, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal vorliegt
und/oder dass die zweite Auslösevorrichtung (1.2) unter anderem dann automatisch wirksam
geschaltet ist, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisbesetztsignal
vorliegt.
3. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) automatisch wirksam geschaltet ist, falls für
den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisfreisignal vorliegt, und/oder dass
die zweite Auslösevorrichtung (1.2) automatisch wirksam geschaltet ist, falls für
den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal vorliegt.
4. Anordnung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) genau dann automatisch unwirksam geschaltet ist,
falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal und für den zweiten
Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisbesetztsignal vorliegen und/oder dass die zweite
Auslösevorrichtung (1.2) automatisch unwirksam geschaltet ist, falls für den zweiten
Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisfreisignal und für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt
(A) ein Gleisbesetztsignal vorliegen.
5. Anordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) genau dann automatisch unwirksam geschaltet ist,
falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal vorliegt und/oder
dass die zweite Auslösevorrichtung (1.2) genau dann automatisch unwirksam geschaltet
ist, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisfreisignal vorliegt.
6. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Gleisfreimeldeabschnitt (A) und der zweite Gleisfreimeldeabschnitt (B)
einander überlappen, wobei die erste Auslösevorrichtung (1.1) innerhalb des zweiten
Gleisfreimeldeabschnitts (B) und die zweite Auslösevorrichtung (1.2) innerhalb des
ersten Gleisfreimeldeabschnitts (A) angeordnet ist.
7. Anordnung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste und/oder eine zweite Auslösevorrichtung (1.1, 1.2) um einen bei einer
im zu sichernden Gleisabschnitt (S) zugelassenen Geschwindigkeit in einer definierten
Maximalzeit (T) zurückgelegten Weg plus einem Sicherheitszuschlag entfernt von einem
Ende des nicht zu dieser Auslösevorrichtung (1.1, 1.2) gehörigen Gleisfreimeldeabschnittes
(B, A) angeordnet ist, wobei die Maximalzeit (T) diejenige Zeit ist, nach der ein
Gleisfreimeldeabschnitt (A, B) spätestens eine Gleisbesetztmeldung abgibt, falls dieser
Gleisfreimeldeabschnitt (A, B) besetzt und/oder gestört ist.
8. Anordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Gegenfahrtrichtung (G) hinter dem Ende des zweiten Gleisfreimeldeabschnittes
(B) eine dritte Auslösevorrichtung (1.3) vorgesehen ist, welche ausschließlich auf
die Fahrtrichtung (F) wirkt, falls diese dritte Auslösevorrichtung (1.3) wirksam geschaltet
ist
9. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass in einer Fahrtrichtung (F) hinter dem Ende des ersten Gleisfreimeldeabschnittes (A)
eine dritte Auslösevorrichtung (1.3) vorgesehen ist, welche ausschließlich auf die
Gegenfahrtrichtung (G) wirkt, falls diese dritte Auslösevorrichtung (1.3) wirksam
geschaltet ist.
10. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Gleisfreimeldeabschnitt (A, B, C) ein Achszählabschnitt ist, für den mindestens
zwei Achszählsensoren (2) und ein Steuergerät vorgesehen sind, wobei durch das Steuergerät
ein Gleisbesetztsignal abgebbar ist, falls dieser Achszählabschnitt durch einen Zug
besetzt ist, und anderenfalls ein Gleisfreisignal abgebbar ist.
11. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Gleisfreisignal und Gleisbesetztsignal eines Gleisfreimeldeabschnittes (A, B, C)
jeweils in einem eigenen Kanal übertragbar und redundant sind, wobei die beiden Kanäle
antivalent sind.
12. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich einer Auslösevorrichtung (1.1, 1.2, 1.3) keine optische Signalvorrichtung
angeordnet ist.
13. Verfahren zum Betrieb einer Anordnung aus mindestens einem ersten Gleisfreimeldeabschnitt
(A) und einer in einer Fahrtrichtung (F) davor angeordneten ersten Auslösevorrichtung
(1.1), wobei sowohl das Schalten der Wirksamkeit als auch das Schalten der Unwirksamkeit
der ersten Auslösevorrichtung (1.1) ausschließlich von durch mindestens einen Gleisfreimeldeabschnitt
(A, B) abgegebenen Signalen abhängt, wobei die erste Auslösevorrichtung (1.1) dann
wirksam geschaltet wird, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal
vorliegt, wobei eine zweite Auslösevorrichtung (1.2), die in einer Gegenfahrtrichtung
(G) vor einem zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) angeordnet ist, genau dann wirksam
geschaltet wird, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisbesetztsignal
und/oder für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal vorliegt,
und dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) genau dann wirksam geschaltet wird, falls
für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal und/oder für den
zweiten Gleisfreimeldeabschnitt (B) ein Gleisfreisignal vorliegt, wobei die erste
Auslösevorrichtung (1.1) genau dann unwirksam geschaltet wird, falls für den ersten
Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal und für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
(B) ein Gleisbesetztsignal vorliegen und wobei die zweite Auslösevorrichtung (1.2)
genau dann unwirksam geschaltet wird, falls für den zweiten Gleisfreimeldeabschnitt
(B) ein Gleisfreisignal und für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal
vorliegen.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Auslösevorrichtung (1.1) genau dann wirksam geschaltet wird, falls für
den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisbesetztsignal vorliegt und genau dann
unwirksam geschaltet wird, falls für den ersten Gleisfreimeldeabschnitt (A) ein Gleisfreisignal
vorliegt.
1. Arrangement for protecting trains on rails outside and/or inside of railway stations,
whereby at least one first track free reporting section (A) is at least partially
assigned to a track section (S) to be protected and at least one associated first
trigger device (1.1), which is part of a punctual automatic train running, is arranged
in at least one direction of traffic before the start of the first track free reporting
section (A), whereby both the operativeness and the inoperativeness of the first trigger
device (1.1) exclusively depends on signals emitted by at least one track free reporting
section (A, B), whereby the first trigger device (1.1) is automatically turned operative
in case a track occupied signal is reported for the first track free reporting section
(A), whereby the first track free reporting section (A) assigned to a direction of
traffic (F) and a second track free reporting section (B) assigned to the opposite
direction of traffic (G) are arranged in the track section (S) to be protected, whereby
the at least one first trigger device (1.1) associated to the first track free reporting
section (A) is arranged before the first track free reporting section (A) in the direction
of traffic (F) and at least one second trigger device (1.2) associated to the second
track free reporting section (B) is arranged before the second track free reporting
section (B) in the opposite direction of traffic (G).
2. Arrangement according to claim 1, characterised in that the first trigger device (1.1) is automatically turned operative if, amongst others,
a track occupied signal is reported for the first track free reporting section (A)
and/or that the second trigger device (1.2) is automatically turned operative if,
amongst others, a track occupied signal is reported for the second track free reporting
section (B).
3. Arrangement according to claim 2, characterised in that the first trigger device (1.1) is automatically turned operative if a track free
signal is reported for the second track free reporting section (B) and/or that the
second trigger device (1.2) is automatically turned operative if a track free signal
is reported for the first track free reporting section (A).
4. Arrangement according to claim 3, characterised in that the first trigger device (1.1) is automatically turned inoperative if and only if
a track free signal is reported for the first track free reporting section (A) and
a track occupied signal is reported for the second track free reporting section (B)
and/or that the second trigger device (1.2) is automatically turned inoperative if
a track free signal is reported for the second track free reporting section (B) and
a track occupied signal is reported for the first track free reporting section (A).
5. Arrangement according to claim 2, characterised in that the first trigger device (1.1) is automatically turned inoperative if and only if
a track free signal is reported for the first track free reporting section (A) and/or
that the second trigger device (1.2) is automatically turned inoperative if and only
if a track free signal is reported for the second track free reporting section (B).
6. Arrangement according to one of the claims 1 to 5, characterised in that the first track free reporting section (A) and the second track free reporting section
(B) overlap each other, whereby the first trigger device (1.1) is arranged inside
of the second track free reporting section (B) and the second trigger device (1.2)
is arranged inside the first track free reporting section (A).
7. Arrangement according to claim 6, characterised in that a first and/or a second trigger device (1.1, 1.2) is arranged a distance, which is
covered at a speed permitted in the track section (S) within a defined maximum time
period (T), plus a safety clearance away from one end of the track free reporting
section (B, A) not assigned to that trigger device (1.1, 1.2), whereby the maximum
time period (T) is the time period, after which a track free reporting section (A,
B) at the latest reports a track occupied signal in case this track free reporting
section (A, B) is occupied or malfunctioning.
8. Arrangement according to one of the claims 1 to 7, characterised in that a third trigger device (1.3) is arranged behind the end of the second track free
reporting section (B) in the opposite traffic direction (G), whereby the third trigger
device (1.3) exclusively affects the traffic direction (F) if this third trigger device
(1.3) is turned operative.
9. Arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that a third trigger device (1.3) is arranged behind the end of the first track free reporting
section (A) in a traffic direction (F), whereby the third trigger device (1.3) exclusively
affects the opposite traffic direction (G) if this third trigger device (1.3) is turned
operative.
10. Arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that a track free reporting section (A, B, C) is an axle count section which at least
two axle count sensors (2) and a control device are arranged for, whereby a track
occupied signal is emittable by the control device if this axle count section is occupied
by a train and a track free signal is emittable by the control device otherwise.
11. Arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that the track free signal and the track occupied signal of a track free reporting section
(A, B, C) are redundant and transmittable each in one separate channel, whereby the
two channels are antivalent.
12. Arrangement according to one of the preceding claims, characterised in that in the range of a trigger device (1.1, 1.2, 1.3) no optically signalling device is
arranged.
13. Method for operating an arrangement at least comprising a first track free reporting
section (A) and one first trigger device (1.1) arranged before the first track free
reporting section (A) in a traffic direction (F), whereby both the turning operative
and the turning inoperative of the first trigger device (1.1) depend exclusively on
signals emitted by at least one track free reporting section (A, B), whereby the first
trigger device (1.1) is turned operative if a track occupied signal is reported for
the first track free reporting section (A), whereby a second trigger device (1.2)
arranged before a second track free reporting section (B) in an opposite traffic direction
(G) is turned operative if and only if a track occupied signal is reported for the
second track free reporting section (B) and/or a track free signal is reported for
the first track free reporting section (A) and that the first trigger device (1.1)
is turned operative if and only if a track occupied signal is reported for the first
track free reporting section (A) and/or a track free signal is reported for the second
track free reporting section (B), whereby the first trigger device (1.1) is turned
inoperative if and only if a track free signal is reported for the first track free
reporting section (A) and a track occupied signal is reported for the second track
free reporting section (B) and whereby the second trigger device (1.2) is turned inoperative
if and only if a track free signal is reported for the second track free reporting
section (B) and a track occupied signal is reported for the first track free reporting
section (A).
14. Method according to claim 13, characterised in that the first trigger device (1.1) is turned operative if and only if a track occupied
signal is reported for the first track free reporting section (A) and is turned inoperative
if and only if a track free signal is reported for the first track free reporting
section (A).
1. Dispositif pour la protection des trains sur des voies ferrées de lignes et/ou de
gares, un tronçon de voie à protéger (S) étant au moins partiellement affecté au moins
à un premier tronçon à message de voie libre (A), au moins un premier dispositif de
déclenchement (1.1) correspondant, composant d'une commande automatique ponctuelle
de la marche des trains, étant prévu dans au moins un sens de marche en amont du premier
tronçon à message de voie libre (A), l'activation ainsi que l'inactivation du premier
dispositif de déclenchement (1.1) étant exclusivement fonction de signaux émis par
au moins un tronçon à message de voie libre (A, B), le premier dispositif de déclenchement
(1.1) étant automatiquement activé si un signal d'occupation de voie est présenté
pour le premier tronçon à message de voie libre (A),
le premier tronçon à message de voie libre (A) affecté à un sens de marche (F) et
un deuxième tronçon à message de voie libre (B) affecté au sens de marche opposé (G)
étant prévus sur le tronçon de voie à protéger (S), le ou les premiers dispositifs
de déclenchement (1.1) correspondant au premier tronçon à message de voie libre (A)
étant disposé dans le sens de marche (F) en amont du premier tronçon à message de
voie libre (A), et le ou les deuxièmes dispositifs de déclenchement (1.2) correspondant
au deuxième tronçon à message de voie libre (B) étant disposés dans le sens de marche
opposé (G) en amont du deuxième tronçon à message de voie libre (B).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le premier dispositif de déclenchement (1.1) est notamment automatiquement activé
si un signal d'occupation de voie est présenté pour le premier tronçon à message de
voie libre (A), et/ou en ce que le deuxième dispositif de déclenchement (1.2) est notamment automatiquement activé
si un signal d'occupation de voie est présenté pour le deuxième tronçon à message
de voie libre (B).
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le premier dispositif de déclenchement (1.1) est automatiquement activé si un signal
de voie libre est présenté pour le deuxième tronçon à message de voie libre (B), et/ou
en ce que le deuxième dispositif de déclenchement (1.2) est automatiquement activé si un signal
de voie libre est présenté pour le premier tronçon à message de voie libre (A).
4. Dispositif selon la revendication 3, caractérisé en ce que le premier dispositif de déclenchement (1.1) est automatiquement désactivé si un
signal de voie libre est présenté pour le premier tronçon à message de voie libre
(A) et un signal d'occupation de voie pour le deuxième tronçon à message de voie libre
(B), et/ou en ce que le deuxième dispositif de déclenchement (1.2) est automatiquement
désactivé si un signal de voie libre est présenté pour le deuxième tronçon à message
de voie libre (B) et un signal d'occupation de voie pour le premier tronçon à message
de voie libre (A).
5. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que le premier dispositif de déclenchement (1.1) est automatiquement désactivé si un
signal de voie libre est présenté pour le premier tronçon à message de voie libre
(A), et/ou en ce que le deuxième dispositif de déclenchement (1.2) est automatiquement désactivé si un
signal de voie libre est présenté pour le deuxième tronçon à message de voie libre
(B).
6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le premier tronçon à message de voie libre (A) et le deuxième tronçon à message de
voie libre (B) se chevauchent, le premier dispositif de déclenchement (1.1) étant
disposé à l'intérieur du deuxième tronçon à message de voie libre (B), et le deuxième
dispositif de déclenchement (1.2) à l'intérieur du premier tronçon à message de voie
libre (A).
7. Dispositif selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'un premier et/ou un deuxième dispositif de déclenchement (1.1, 1.2) encadrent un trajet
parcouru pendant un temps maximum défini (T) à une vitesse autorisée sur le tronçon
de voie à protéger (S) plus un excédent de sécurité à distance d'une extrémité du
tronçon à message de voie libre (B, A) ne correspondant pas au dit dispositif de déclenchement
(1.1, 1.2), le temps maximum (T) étant le temps maximum après lequel un tronçon à
message de voie libre (A, B) émet un message d'occupation de voie si ce tronçon à
message de voie libre (A, B) est occupé et/ou perturbé.
8. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'un troisième dispositif de déclenchement (1.3) est prévu dans le sens de marche opposé
(G) en aval de l'extrémité du deuxième tronçon à message de voie libre (B), lequel
agit exclusivement sur le sens de marche (F) si ce troisième dispositif de déclenchement
(1.3) est activé.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un troisième dispositif de déclenchement (1.3) est prévu dans le sens de marche (F)
en aval de l'extrémité du premier tronçon à message de voie libre (A), lequel agit
exclusivement sur le sens de marche opposé (G) si ce troisième dispositif de déclenchement
(1.3) est activé.
10. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un tronçon à message de voie libre (A, B, C) est un tronçon de comptage d'essieux,
pour lequel sont prévus au moins deux capteurs de comptage d'essieux (2) et un appareil
de commande, un signal d'occupation de voie pouvant être émis par l'appareil de commande
si ledit tronçon de comptage d'essieux est occupé par un train, un signal de voie
libre pouvant être émis dans le cas contraire.
11. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le signal de voie libre et le signal d'occupation de voie d'un tronçon à message
de voie libre (A, B, C) sont respectivement transmissibles par un canal propre et
redondants, les deux canaux étant antivalents.
12. Dispositif selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'aucun dispositif de signalisation optique n'est disposé au niveau d'un dispositif
de déclenchement (1.1, 1.2, 1.3).
13. Procédé de commande d'un dispositif composé d'au moins un premier tronçon à message
de voie libre (A) et d'un premier dispositif de déclenchement (1.1) disposé en amont
dans un sens de marche (F), l'activation ainsi que la désactivation du premier dispositif
de déclenchement (1.1) étant exclusivement fonction de signaux émis par au moins un
tronçon à message de voie libre (A, B), le premier dispositif de déclenchement (1.1)
étant activé si un signal d'occupation de voie est présenté pour le premier tronçon
à message de voie libre (A), un deuxième dispositif de déclenchement (1.2) disposé
en amont d'un deuxième tronçon à message de voie libre (B) dans un sens de marche
opposé (G) étant activé si un signal d'occupation de voie est présenté pour le deuxième
tronçon à message de voie libre (B) et/ou un signal de voie libre pour le premier
tronçon à message de voie libre (A), et en ce que le premier dispositif de déclenchement
(1.1) est activé si un signal d'occupation de voie est présenté pour le premier tronçon
à message de voie libre (A) et/ou un signal de voie libre pour le deuxième tronçon
à message de voie libre (B), le premier dispositif de déclenchement (1.1) étant désactivé
si un signal de voie libre est présenté pour le premier tronçon à message de voie
libre (A) et un signal d'occupation de voie pour le deuxième tronçon à message de
voie libre (B), et le deuxième dispositif de déclenchement (1.2) étant désactivé si
un signal de voie libre est présenté pour le deuxième tronçon à message de voie libre
(B) et un signal d'occupation de voie pour le premier tronçon à message de voie libre
(A).
14. Procédé selon la revendication 13, caractérisé en ce que le premier dispositif de déclenchement (1.1) est activé si un signal d'occupation
de voie est présenté pour le premier tronçon à message de voie libre (A), et désactivé
si un signal de voie libre est présenté pour le premier tronçon à message de voie
libre (A).