Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erkennen von Verstopfungen und
[0002] Unterbrüchen in einem Rohrsystem eines Brandmelders, der die Luft über das Rohrsystem
aus einem oder mehreren Überwachungsräumen oder elektrischen Geräten ansaugt, und
auf Brandkenngrößen hin überwacht. Die Erfindung betrifft weiterhin ein Branderkennungssystem
zur Durchführung des Verfahrens, mit mindestens einem Branddetektor zum Erkennen mindestens
einer Brandkenngröße, dem über das genannte Rohrsystem eine repräsentative Menge Raum-
bzw. Geräteluft zugeführt wird und einer Vorrichtung zum Ermitteln eines Strömungswertes,
anhand dessen der Zustand des Rohrsystems beurteilt wird.
Stand der Technik
[0003] Derartige Verfahren sind z.B. aus der DE 33 31 203 A1, der DE 44 28 694 A1 und der
EP 1 056 062 B1 bekannt. Systeme die solche Verfahren anwenden, bestehen aus mindestens
einem Lüfter, der Umgebungsluft Ober ein Rohrsystem aus den zu überwachenden Räumen
oder Geräten ansaugt und mindestens einem Detektor für Brandkenngrößen zuführt. Als
Brandkenngrößen werden in ansaugenden Brandmeldesystemen zumeist Rauch und Brandgase
wie z. B. Wasserstoff und Kohlenmonoxid detektiert, um einen Brand möglichst schon
in der Entstehungsphase desselben zu erkennen. Die Rohrsysteme, welche dabei verwendet
werden, können beispielsweise aus einem lang gestreckten Rohr bestehen, an dem an
geeigneten Stellen Löcher zum Ansaugen der Luft angebracht werden. Geeignete Stellen
sind zum Beispiel die Auslässe von Gerätekühlluft oder In der Mitte eines zu überwachenden
kleineren Raumes. Die Ansauglöcher können auch in regelmäßigen Abständen aufeinander
folgen, was' besonders in großen Hallen oder Hochregallagern sinnvoll Ist. In der
Regel werden die Ansauglöcher so dimensioniert, dass jedes Loch eine möglichst gleich
große Menge Luft ansaugt. Neben den eben erwähnten I-Rohren finden auch Rohrsysteme
mit mehreren Zweigen insbesondere U- und H-Systeme Verwendung. Um nun eine Branderkennung
in allen Überwachungsbereichen sicherzustellen, ist es erforderlich, Verstopfungen
einzelner Löcher oder auch Brüche in der Rohrleitung zu erkennen. Da jedem Loch ein
Überwachungsbereich zugeordnet werden kann, wird dieser Bereich bel einer Verstopfung
des Loches nicht mehr überwacht werden können. Auch bei einem Unterbruch eines Rohres,
wird keine Luft mehr aus den dem Unterbruch folgenden Löchern angesaugt werden, wodurch
sich die diesen Löchern zugeordneten Bereiche nicht mehr überwachen lassen. Zur Erkennung
solcher Rohrveränderungen ist es üblich dem Massenstrom bzw. Volumenstrom innerhalb
des Rohrsystems zu überwachen. Dabei lässt eine Volumenstromzunahme auf einen Unterbruch
und eine Abnahme auf eine Verstopfung schließen. Üblicherweise werden Unterbruch und
Verstopfung durch den Vergleich der Strömungswerte mit oberen und unteren Grenzwerten
erkannt, wobei ein Überschreiten des oberen Grenzwertes als Unterbruch und das Unterschreiten
des unteren Grenzwertes als Verstopfung gedeutet wird. In der DE 33 31 203 A1 wird
zur Luftstromüberwachung ein temperaturkompensiortes thermisches Anemometer eingesetzt.
In einer möglichen Betriebsart heizen diese Anemometer einen elektrischen Temperaturwiderstand
auf eine konstante Temperatur und messen die dafür nötige Leistung. An diesem Widerstand
vorbei strömende Teilchen kühlen den Widerstand ab. Dabei hängt die Abkühlung von
der Temperaturdifferenz der Teilchen zum Widerstand und der Menge der pro Zeiteinheit
vorbei fließenden Teilchen ab. Hier dient die gemessene Leistung als Maß für den Massenstrom.
Wenn nun der Massestrom zur Erkennung von Verstopfungen bzw. Unterbrüchen herangezogen
wird, kann es passieren, dass der Massestrom bereits durch Änderungen des Luftdruckes
und der Temperatur derart beeinflusst wird und der Messwert die genannten Schwellen
überschreitet obwohl keine Verstopfung bzw. Unterbruch vorliegt. Z. B. steigt bei
einer Druckerhöhung die Dichte der Luft, sodass mehr Teilchen pro Zeit den Sensor
passieren und ihn daher stärker abkühlen. Um dieses Problem zu umgehen müsste man
das aus den Schwellen gebildete Fenster entsprechend groß machen, was aber wiederum
die Empfindlichkeit gegenüber Verstopfung und
[0004] Unterbruch herabsetzt. Deshalb, setzt die DE 44 28 694 A1 einen zusätzlichen Drucksensor
ein um zusätzlich zur aus der DE 33 31 203 A1 bekannten Temperaturkompensation eine
Druckkompensation des Messwertes vorzunehmen. Mit anderen Worten ausgedrückt wird
in der DE 44 28 694 A1, ebenso wie es bei Volumenstrommessungen üblich ist, aus den
Messwerten für den Massestrom, der Temperatur und dem Druck gemäß der folgenden Formel
der Volumenstrom ermittelt.

[0005] Darin bedeuten: V(t) den Volumenstrom, m(t) den Massenstrom, T die Temperatur des
Luftstromes, R
L die spezifische Gaskonstante der Luft, p den Luftdruck und
ρ die Dichte der Luft.
[0006] In der EP 1 056 062 B1 wird ein den Luftstrom repräsentierender Wert aus der Drehzahl
und der Leistungsaufnahme des Lüfter ermittelt. Wodurch auf einen zusätzlichen Luftstromsensor
verzichtet werden kann. Die EP 1 056 062 B1 beschreibt auch, dass durch Beobachtung
der Lüfterdrehzahl und der Leistungsaufnahme des antreibenden Motors eine Dichteänderung
der Luft erkannt werden kann und dass mittels einer Trenderkennung ein entsprechender
Korrekturfaktor ermittelt werden kann. Dadurch wird der in der DE 44 28 694 A1 eingesetzte
Drucksensor entbehrlich. Das Verfahren der durch einen Trend ermittelten Korrekturwerte
weist jedoch den Nachteil auf, dass ein Gerät das dieses Verfahren einsetzt, während
einer längeren Phase im ausgeschalteten Zustand nicht den Dichteänderungen feigen
kann und nach einem wieder Einschalten unter Umständen von falschen Annahmen bzgl,
der herrschenden Dichte ausgeht.
[0007] Keines der zuvor beschriebenen Verfahren oder Systeme beschreibt jedoch, dass sich
eine Dichteänderung der Luft auch auf die Strömungseigenschaften des Rohrsystems selbst
auswirkt und somit eine Verstopfung bzw, ein
[0008] Unterbruch vorgetäuscht werden kann ohne dass eine solche Veränderung tatsächlich
stattgefunden hat.
Aufgabe der Erfindung
[0009] An diesem Problem setzt die vorliegende Erfindung an, deren Aufgabe es ist ein Verfahren
und einen Brandmeider der zuvor beschriebenen Art bereitzustellen die noch empfindlicher
bzgl. der Erkennung von Verstopfungen und
[0010] Unterbrüchen sind als die zuvor beschriebenen Verfahren und Systeme.
Beschreibung der Erfindung
[0011] Die Lösung der Aufgabe erfolgt, nach dem Oberbegriff und den kennzeichnenden Merkmalen
des Anspruchs 1 und des Anspruches 10 und wird im Folgenden näher beschrieben. Vorteilhafte
bevorzugte Ausführungsformen werden in den Unteransprüchen 2-9 und 1-13 beschrieben.
[0012] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass sich Dichteänderungen der Luft
nicht nur auf die Messwerte der Luftstromsensoren auswirken, sondem auch die Lüfter-
und Rohkennlinien verändern und somit auf das Gesamtsystem aus Lüfter und Ansaugrohr
wirken. Dies soll am Beispiel einer temperaturbedingten Dichteänderung gezeigt werden.
Fig. 1 zeigt die Kennlinien eines Lüfters und eines Rohrsystems mit überwiegend laminarer
Strömung bei zwei unterschiedlichen Temperaturen, Darin ist auf der X-Achse der Volumenstrom
und auf der Y-Achse der Differenzdruck, weicher vom Lüfter erzeugt wird und über das
Rohrsystem abfällt aufgetragen. Die durchgezogenen dunklen jeweils mit b gekennzeichneten
Kennlinien entsprechen einer niedrigen Temperatur und die gestrichelten (hellen) jeweils
mit a gekennzeichneten Kennlinien der höheren Temperatur. Die Luftdichte nimmt bekanntlich
beim Wechsel von einer höheren zur niedrigeren Temperatur zu, was ebenso durch eine
Druckzunahme bewirkt wird. Es ist deutlich zu sehen, dass sich die Lüfterkerinllnie
bei hoher Temperatur (2a) bei gleich bleibender Drehzahl bei einem Temperaturabfall
von unten nach oben zur Kennlinie bei niedriger Temperatur (2b) verschiebt. Gleichzeitig
verschiebt sich die Rohrkennlinie bei hoher Temperatur (1 a) nach rechts zur Kennlinie
bei niedriger Temperatur (1b). Somit wird auch der Arbeitspunkt bei hoher Temperatur
(3a) zum Arbeitspunkt bei niedriger Temperatur (3b) verschoben. Es zeigt sich deutlich,
dass damit auch eine Zunahme des Volumenstromes verbunden ist und es wird klar, dass
insbesondere auch dann wenn der Temperaturabnahme ein steigender Druck überlagert
ist, ein oberer Volumenstromgrenzwert überschritten werden kann und ein Unterbruch
vorgetäuscht wird. Die umgekehrte Richtung, eine Temperaturerhöhung bei gleichzeitig
sinkendem Druck kann eine Rohrverstopfung vortäuschen, ohne dass tatsächlich derartige
Änderungen am Rohrsystem vorliegen. Der Flg.1 ist auch zu entnehmen, dass die vom
Lüfter aufgenommene Leistung bei sinkender Temperatur, welche eine Dichtezunahme bewirkt,
ansteigt. Lässt man stattdessen die Lüfterleistung konstant, worauf später nochmals
eingegangen wird, ergibt sich ein vergleichbarer Sachverhalt, da in diesem Fall mit
steigender Dichte eine sinkende Drehzahl einhergeht und sich ebenfalls eine neue Lüfterkennlinie
ergibt.
[0013] In Fig. 2 sind neben dem in Fig. 1 gezeigten Rohrsystem weitere Kennlinien (5a, 5b,
6a, 6b) für weitere Rohrsysteme unter Verwendung des gleichen Lüfters gezeigt. Auch
hier ist auf der X-Achse der Volumenstrom und auf der Y-Achse der Differenzdruck aufgetragen
und es bezeichnen die jeweils mit b gekennzeichneten Kennlinien ein Rohr bzw. Lüfter
bel niedriger Temperatur und die a gekennzeichneten Kennlinien dasselbe Rohr bzw.
Lüfter bei höherer Temperatur. Es ist deutlich zu erkennen, dass die dichtebedingten
Änderungen im Volumenstrom auch vom verwendeten Rohrsystem abhängen.
[0014] Um diesem bisher nicht bekannten Einfluss auf das System aus Lüfter und
[0015] Ansaugrohr gerecht zu werden, werden in dem erfindungsgemäßen Verfahren Korrekturwerte
ermittelt, welche die Ånderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter
bestehenden Systems repräsentieren, die auf Dichteänderungen der Luft oder Änderungen
wenigstens eines die Luftdichte beeinflussenden Umweltparameters, beruhen, und zur
Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes und/oder zur Anpassung der Grenzwerte
herangezogen werden.
[0016] Dabei liegt es auch im Sinne der Erfindung, nicht immer alle Einflussgrößen auf die
Luftdichte zur Korrektur heran zuziehen, da man in den Fällen, in denen geringere
Ansprüche an Empfindlichkeit gestellt Werden, auf zusätzliche teure Sensoren wie Drucksensoren
verzichten kann und dennoch empfindlich genug bleibt um Verstopfungen und Unterbrüche
Im Rohrsystem zuverlässig zu erkennen. Nur in den Fällen in denen höchste Genauigkeit
erforderlich ist, werden alle Einflussgrößen auf die Luftdichte zur Korrektur heran
gezogen. Zu diesen Einflussgrößen gehört neben den bereits erwähnten Temperatur und
Luftdruck auch die Luftfeuchte, deren Einfluss auf die Luftdichte folgende Formel
zu entnehmen ist:

[0017] Darin bedeuten ρ die Dichte der Luft, p den Druck, p
d den Sättigungsdampfdruck, ϕ die relative Feuchte, T die Temperatur in Kelvin und
R
L die spezifische Gaskonstante der trockenen Luft.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird daher
für jede im Betrieb des Brandmelders auftretende Temperatur ein Korrekturwert ermittelt,
der die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden
Systems repräsentiert, die auf Temperaturänderungen der Luft beruhen und beim Erreichen
der jeweiligen Temperatur zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes
und /oder zur Anpassung der Grenzwerte angewendet.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
für jeden im Betrieb des Brandmelders auftretenden Luftdruck ein Korrekturwert ermittelt,
der die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden
Systems repräsentiert, die auf Luftdruckänderungen der Luft beruhen und beim Erreichen
des jeweiligen Druckes zur Korrektur des Massen und/oder Volumenstrommesswertes und/oder
zur Anpassung der Grenzwerte angewendet wird.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
für jede im Betrieb des.Brandmelders auftretenden Luftfeuchte ein Korrekturwert ermittelt,
der die Änderungen der.Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden
Systems repräsentiert, die auf Feuchteänderungen der Luft beruhen und beim Erreichen
der jeweiligen Feuchte zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes und/oder
zur Anpassung der Grenzwerte angewendet wird.
[0021] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
für jede im Betrieb des Brandmeiders auftretende Temperatur und jeden im Betrieb des
Brandmelders auftretenden Luftdruck je ein Korrekturwert ermittelt, der die Ånderungen
der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden Systems repräsentiert,
die auf Temperatur- bzw. Druckänderungen der Luft beruhen und beim Erreichen der jeweiligen
Temperatur und des jeweiligen Druckes zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes
und/oder zur Anpassung der Grenzwerte angewendet wird.
[0022] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
für jede im Betrieb des Brandmeiders auftretende Temperatur, jede im Betrieb des Brandmeiders
auftretende Luftfeuchte und jeden im Betrieb des Brandmelders auftretenden Luftdruck
je ein Korrekturwert ermittelt, der die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr
und Lüfter bestehenden Systems repräsentiert, die auf Temperatur-, Dichte-, bzw. Druckänderungen
der
[0023] Luft beruhen und beim Erreichen der jeweiligen Temperatur, Luftfeuchte und des jeweiligen
Luftdruckes zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes und/oder zur
Anpassung der Grenzwerte angewendet wird.
[0024] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
für jede Im Betrieb des Brandmelders auftretende Luftdichte je ein Korrekturwert ermittelt,
der die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden
Systems repräsentiert, die auf Dichteänderungen der Luft beruhen und beim Erreichen
der jeweiligen Luftdichte zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes
und/oder zur Anpassung der Grenzwerte angewendet wird.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
die Korrekturwerte für Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchte oder der daraus abgeleiteten
Luftdichte durch Messung für jedes Lüfter-Rohrsystem ermittelt und in einer Tabelle
abgelegt.
[0026] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden
in der Tabelle nur Stützwerte für einzelne Bereiche der Temperatur und/oder des Luftdruck
und/oder der Luftfeuchte und/oder der daraus abgeleiteten Luftdichte gespeichert,
aus denen die jeweiligen Korrekturwerte durch interpolation ermittelt werden.
[0027] Da man nicht beliebig viele Tabellen für alle denkbaren Kombinationen, von Lüftern
und Rohrsystemen erstellen und hinterlegen kann, bleibt man bei diesem Verfahren auf
einige wenige Standardsysteme beschränkt oder muss jedes System separat vermessen.
[0028] Um dennoch bei der Dimensionierung der Rohrsysteme flexibel zu bleiben und aufwändige
Messungen zu vermeiden, werden in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens die Korrekturwerte, welche die Ånderungen der Eigenschaften des aus dem
Ansaugrohr und Lüfter bestehenden Systems repräsentieren, die auf Temperatur-, und/oder
Druck-, und/oder Feuchte-, und/oder Dichteänderungen der Luft beruhen, für Temperatur
und/oder Luftdruck und/oder Luftfeuchte oder der daraus abgeleiteten Luftdichte, während
des Betriebes vom Brandmelder selbständig ermittelt und in eine dafür vorgesehene
Tabelle eingetragen, um im weiteren Verlauf des Betriebes immer darauf zurück zu greifen
und die aktuellen Luftstromwerte damit zu korrigieren.
[0029] Eine erfindungsgemäße Brandmeidavorrichtung enthält daher mindestens einen Detektor
für Brandkenngrößen, einen Lüfter mit einem daran angeschlossenen Rohrsystem, der
Luft aus einem oder mehreren Überwachungsräumen oder elektrischen Geräten ansaugt
und dem Detektor zuführt und weiterhin eine Vorrichtung zum erfassen von einem Massen-
und/oder Volumenstrom, eine Vergleichseinrichtung, die einen aktuellen Strömungswert
mit oberen und unteren Grenzwerten vergleicht und mindestens einen oder mehre Sensoren
für Umweltparameter aus der Gruppe, die aus der Temperatur, dem Luftdruck und der
Feuchte gebildet wird, und weiterhin einen Speicher, in dem Korrekturwerte abgelegt
sind, welche die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter bestehenden
Systems repräsentiert, die auf Änderungen mindestens eines der Umweltparameter aus
der Gruppe, die aus der Temperatur, dem Luftdruck und der Feuchte gebildet wird und/oder
der daraus abgeleiteten Dichteänderung der Luft beruhen, und eine, Korrektureinrichtung,
welche die Korrekturwerte auf die aktuellen Messwerte des Massen- und/oder Volumenstrom
und/oder auf die Grenzwerte anwendet.
[0030] Eine bevorzugte erfindungsgemäße Brandmeldevorrichtung enthält zusätzlich eine Korrekturwertberechnungseinheit,
welche die Korrekturwerte aus dem aktuellen Massen- und/oder Volumenstrommesswertes
und einer gespeicherten Referenz oder einem Verstopfungs-/Unterbruchwert bestimmt,
[0031] Eine weitere bevorzugte erfindungsgemäße Brandrneidevorrichtung enthält eine Prüfeinheit,
die prüft, ob eine Veränderung des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes auf eine
Rohrveränderung (Verstopfung/Unterbruch) oder auf Änderungen einen oder mehrere der
Umweltparameter und/oder der daraus resultierenden Luftdichteänderung beruht.
[0032] Eine weitere bevorzugte erfindungsgemäße Brandmeldevorrichtung enthält ein Luftdichteberechnungsglled.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0033]
- Fig.1
- zeigt Kennlinien eines Lüfter.Rohrsystems bei zwei unterschiedlichen Temperaturen
(Luftdichten) bei konstanter Lüfterdrehzahl.
- Fig. 2
- zeigt dasselbe wie Fig. 1 jedoch mit weiteren Rohrkennlinien.
- Fig. 3
- zeigt Kennlinien eines Lüfter-Rohrsystems bel zwei unterschiedlichen Temperaturen
(Luftdichten) bei konstanter Lüfterleistung.
- Fg. 4
- zeigt eine Tabelle mit Korrekturwerten für Umweltparameter.
- Fig. 5
- zeigt eine Tabelle mit Korrekturwerten für die Luftdichte
- Fig. 6
- zeigt einen erfindungsgemäßen Brandmelder
- Fig. 7
- zeigt eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Brandmelders
[0034] Im Folgenden wird nun die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert. In den
verschiedenen Zeichnungen werden Bezeichnungen beibehalten, wenn gleichartige Dinge
bezeichnet werden. Es bedeutet die Kennzeichnung "a" in Verbindung einer Ziffer eine
hohe Temperatur und die Kennzeichnung "b" immer eine niedrige Temperatur und die Achsen
der Fig. 1-3 zeigen jeweils den Volumenstrom (X-Achse) und die Druckdifferenz (Y-Achse).
[0035] Wie bereits zuvor dargestellt, haben Dichteänderungen der Luft nicht nur Einfluss
auf den Messwert eines Luftstromsensors, sondern auch auf das aus Lüfter und Ansaugrohr
gebildete System selbst und den tatsächlich geförderten Volumenstrom. Anhand von Fig.
1 wurde bereits gezeigt, dass-sich bei einer Zunahme der Luftdichte die z.B. durch
einen Temperaturabfall hervorgerufen wird, der tatsächlich geförderte Volumenstrom
erhöht, ohne dass dabei eine Veränderung am Rohr stattgefunden hat. Der Arbeitspunkt
bei hoher Temperatur und geringer Dichte (3a) wandert bei fallender Temperatur zum
Arbeitspunkt bei geringer Temperatur und hoher Dichte (3b). In den Fig. 1 und 2 wird
dieses Systemverhalten bei einer festen Drehzahl gezeigt, Wobei in Fig. 2 mehrere
Rohrsysteme im Vergleich dargestellt sind, Fig. 3 zeigt die Kennlinien eines Systems
aus Lüfter und Rohrsystem, bei dem die Lüfter Leistung festgehalten wird und die Drehzahl
variabel bleibt. Hier zeigt sich, dass die Lüfterkennlinie bei hoher Temperatur und
geringer Dichte (2a) sich bei sinkender Temperatur nach unten zur Lüfterkennlinie
bei niedriger Temperatur und hoher Dichte (2b) hin verschiebt. Dabei nimmt nun im
Gegensatz zu den Fig. 1 und 2 gezeigten Systemen der Volumenstrom ab. Dies erklärt
sich aus der höheren Dichte der Luft, bei welcher der Lüfter mehr arbeiten muss, gebremst
wird und somit weniger Volumenstrom fördern kann.
[0036] Aus diesen Betrachtungen wird klar, dass selbst der temperatur- und druckkompenslerte
Messwert eines Massestromsensors wie er in der DE 44 28 694 A1 beschrieben ist, immer
noch Schwankungen unterliegt, die nicht auf eine Verstopfung oder einen Unterbruch
des Rohrsysteme zurück zuführen sind, sondern auf den Wechselwirkungen zwischen Dichteänderungen
der Luft und dem aus Lüfter und Rohrsystem gebildeten System beruhen.
[0037] Daher werden in einem erfindungsgemäßen Verfahren die Volumenströme verschiedenartiger
Lüfter-Rohrsysteme bel unterschiedlichen Temperaturen und/oder Luftdrücken und oder
Luftfeuchten gemessen und die Abweichungen zu einem entsprechenden Sollwert bestimmt,
welcher z.B. den Volumenstromwerten unter Normalbedingungen (273,15 K und 101325 Pa)
entspricht. Diese Abweichungen werden nun in einer Tabelle im Brandmelder abgelegt.
Während des Detektionsbetriebes werden mit einem Temperatur- und/oder Druck- und/oder
Feuchtesensor die aktuellen Werte für Temperatur und/oder Druck und/oder Feuchte gemessen
und ggf, daraus die aktuelle Luftdichte berechnet. Anschließend wird für jeden dieser
Messwerte und/oder der errechneten Luftdichte der Korrekturwert aus der Tabelle entnommen
und zum aktuellen , Masse- bzw. Volumeristromwert addiert bzw. subtrahiert. Wenn beispielsweise
die Temperatur 30°C erreicht wird, entnimmt der Brandmelder den entsprechenden Korrekturwert
aus der Tabelle und addiert bzw, subtrahiert ihn vom aktuellen Volumenstromwert oder
dem gegebenenfalls kompensierten Massestromwert. In der gleichen Art werden Korrekturen
bei Druck- und Feuchteänderungen vorgenommen. Der so erhaltene Luftstromwert entspricht
zwar nicht mehr dem aktuellen Massenstrom-bzw. Volumenstromwert, ändert sich aber
nur noch aufgrund von tatsächlichen Veränderungen am Rohrsystem wie Verstopfungen
und Unterbruch und ist daher bestens für deren Überwachung geeignet. Besonders dann,
wenn alle Größen welche die Luftdichte beeinflussen, zur Korrektur herangezogen werden,
können die Grenzwerte für Unterbruch und Verstopfung sehr nahe an den Sollwert des
Luftstromes gelegt werden. Was eine deutliche Steigerung der Empfindlichkeit gegenüber
dem Stand der Technik bedeutet.
[0038] Alternativ zur Korrektur des Luftstromwertes, ist es auch denkbar die Grenzwerte
für Unterbruch und Verstopfung an die Dichteänderungen in dem jeweiligen Lüfter-Rohrsystem
anzupassen.
[0039] Um jedoch nicht unendlich viele Korrekturwerte in den Tabellen ablegen zu müssen,
werden die Korrekturwerte bevorzugt für einige wenige Stützwerte in der Tabelle abgelegt.
Alle anderen dazwischen liegenden Korrekturwerte werden daraus für jede Temperatur
und/oder jeden Druck und/oder jede Feuchte und/oder der daraus ermittelten Luftdichte,
durch eine Interpolation ermittelt. Eine solche beispielhafte Tabelle ist in Fig.
4 zu sehen. Darin sind von links nach rechts dargestellt: die Temperatur In °C, ein
entsp rechender digitaler Temperatur-Korrekturwert, der Luftdruck in Hektopascal,
ein entsprechender digitaler Druck-Korrekturwert, die Feuchte in % und ein entsprechender
digitaler Feuchtekorrekturwert.
[0040] Da man mit dem oben beschriebenen Verfahren aber auf einige wenige in ihrer Dimensionierung
vorgegebenen Systeme beschränkt ist oder jedes System einzeln vermessen muss, wird
in einer besonders bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens die Tabelle
während des Betriebes vom Brandmelder selbst erstellt. Damit kann sich der Brandmelder
auf alle möglichen angeschlossenen Lüfter-Rohrsysteme selbständig einstellen und sonst
nötige aufwändige Messungen können entfallen.
[0041] Hierfür erfasst der Brandmelder mit Hilfe entsprechender Sensoren oder auch anhand
von Lüfterkennwerten kurz nach seiner in Betriebnahme den aktuellen Masse- und/oder
Volumenstromwert und die aktuellen dem Systemausbau entsprechenden Umweltdaten wie
Temperatur und/oder Luftdruck und/oder Feuchte. Zu diesem Zeitpunkt, kann man davon
ausgehen, dass das Rohrsystem noch keinen Veränderungen unterliegt. Zur Sicherheit
sollte sich die Fachkraft, welche den Brandmelder in Betrieb nimmt jedoch vom ordnungsgemäßen
Zustand des Systems überzeugen. Nun speichert der Brandmelder den gemessenen ggf.
temperatur- und druckkompensierten Masse- oder Volumenstromwert als Inbetriebnahmewert
ab und trägt die gemessenen Umweltdaten in die Tabelle ein. Zu diesen Messwerten wird
nun der Korrekturfaktor 0 fest in die Tabelle eingetragen. Ändert sich infoige einer
der erfassten Umweltparameter wie Temperatur, Luftdruck oder Feuchte, wird sich auch
der Luftstromwert ändern. Da sich Änderungen am Rohrsystem nun entweder innerhalb
weniger Sekunden, wie es bel einem Unterbruch oder einer durch Manipulation entstandenen
Verstopfung der Fall ist oder aber innerhalb von mehreren Wochen oder Monaten wie
bei einer normalen Verstopfung ablaufen und Änderungen der Umweltparameter innerhalb
von mehreren Minuten oder gar Stunden stattfinden, können Luftstromänderungen, die
durch eine Veränderung am Rohr verursacht werden von denen die durch Änderungen der
Umweltparameter bedingt sind gut unterschieden werden. Diese Unterscheidung kann entweder
mittels einem Zeitkriterium oder der Änderungsgeschwindigkeit des Luftstromwertes
unter Berücksichtigung der Änderungsgeschwindigkeit der Umweltparameter oder aus einer
Kombination von beiden erfolgen. Ist einmal festgestellt, dass die Luftstromänderung
auf die veränderten Umweltparameter zurückzuführen ist, wird der Korrekturwert ermittelt.
Bei der Änderung nur eines
[0042] Parameters wird einfach.die Differenz zum Inbetriebnahmewert ermittelt und als Korrekturwert
eingetragen.
[0043] Ändern sich gleichzeitig mehrere Parameter, können entweder die Parameter mit der
geringeren Änderung ignoriert werden, und die Differenz zwischen aktuellem Luftstromwert
und Inbetriebnahmewert wird nur dem Parameter mit der größeren Dichteänderung als
vorläufiger Korrekturwert abgespeichert. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, anhand
folgender Formeln einen Proportionalitätsfaktor für jeden Parameter zu ermitteln mit
dem die ermittelte Differenz zum Inbetriebnahmewert gewichtet wird:

ohne Berücksichtigung der Feuchte und

unter Berücksichtigung der Feuchte
[0044] Worin ρ die Dichte der Luft, p den Druck, p
d den Sättigungsdampfdruck,
ϕ die relative Feuchte, T die Temperatur in Kelvin und R
L = spezifische Gaskonstante der trockenen Luft bedeuten.
[0045] Die gewiohtete Differenz wird nun bei dem jeweiligen Parameter als Korrekturwert
eingetragen. Zur Vereinfachung kann hierbei zunächst der Einfluss der Feuchte vernachlässigt
werden.
[0046] Eine weitere Möglichkeit zum ermitteln von Korrekturwerten besteht darin, nicht einzelne
Korrekturwerte für die Verschiedenen Umweltparameter zu bestimmen, sondern anhand
der gemessenen Umweltparameter wie Temperatur, Druck und ggf. Feuchte mit den oben
genannten Formeln die jeweilige Dichte der Luft zu berechnen und die Differenz aus
dem Inbetriebnahmewert und dem aktuellen Luftstromwert als Korrekturwert für die jeweilige
Dichte einzutragen. Eine Tabelle wie man sie dadurch erhält, ist exemplarisch in Fig.
5 gezeigt. Darin sind in der linken Spalte die Luftdichte in kg/m
3 und in der rechten Spalte der zugehörige digitale Korrekturwert eingetragen. Im den
grau unterlegten Feldern sind die Werte, die bei der Inbetriebnahme galten gespeichert.
[0047] Es Ist nun anzunehmen, dass die Dichte- bzw. Umweltparameterwerte welche den Werten
bei der Inbetriebnahme benachbart sind schon Innerhalb der nächsten Tage nach der
Inbetriebnahme erreicht werden. Zu dieser Zeit sind nennenswerte Verstopfungen noch
nicht anzunehmen weshalb die dann ermittelten Korrekturwerte noch als fehlerfrei angesehen
werden, Darüber hinaus werden immer wieder bereits bekannte Dichte- bzw. Umweltparameterwerte
erreicht. Weicht In einem bereits bekannten Bereich der korrigierte Luftstromwert
vom inbetriebnahmewert ab, dann ist diese Abweichung auf eine beginnende Verstopfung
oder einen schleichenden Unterbruch zurück zuführen und wird bei der Ermittlung weiterer
Korrekturwerte berücksichtigt. Selbst dann wenn sich über eine längere Zeit Dichte,
Temperatur, Druck und Feuchte nicht ändern, können in dieser Zeit erfolgte Änderungen
des Luftstromwertes auf Änderungen am Rohrsystem zurückgeführt werden und werden bei
der späteren Ermlttiung von neuen Korrekturwerten berücksichtigt.
[0048] Fig. 6 zeigt eine erfindungsgemäße Brandmeldevorrichtung, die im Ganzen mit 61 gekennzeichnet
ist. Sie enthält mindestens einen Detektor (62) für Brandkenngrößen wie Rauch oder
Brandgase. Ein Lüfter (63) mit einem daran angeschlossenen Rohrsystem (64), der Luft
aus einem oder mehreren Überwachungsräumen oder elektrischen Geräten ansaugt und dem
Detektor zuführt. Die Branderkennung, die nicht Gegenstand der Erfindung ist, wird
hier nicht weiter beschrieben. Weiterhin enthält der Brandmelder(61) einen Sensor
(65) zum erfassen von einem Massen- und/oder Volumenstrom und mindestens einen weiteren
Umweltsensor (67,68, 69), aus der Gruppe, die aus einem Temperatur-, Druck-, und Feuchtesensor
gebildet ist. Die Ausgänge dieses mindestens einen Umweltsensors sind über ein optionales
Luftdichteberechnungsglied (610) mit einem ersten Speicher (611) in dem eine Korrekturwerttabelle
abgelegt ist/wird und mit einem ersten Eingang einer Prüfeinheit (612) verbunden.
An einem zweiten Eingang der Prüfeinheit liegt das Signal des Masse- bzw. Volumenstromsensors
(65). Die Prüfeinheit prüft nun, ob eine Veränderung des Masse- bzw. Volumenstroms
auf eine Änderung der Umweltparameter aus den Sensoren (67, 68, 69) oder auf eine
Veränderung am Rohr (64) baruht und gibt ein entsprechendes Signal an ihrem Steuerausgang
ab. Der Steuerausgang der Prüfeinheit (612) ist mit je einem Steuereingang des Speichers
(611), einer Korrekturwertberechnungseinheit (613) und eines optionalen zweiten Speichers
(614) für einen Verstopfungs-/ Unterbruchwert verbunden. Die Korrekturwertberechnungseinheit
(613) erhält die zur Berechnung der Korrekturwerte notwendigen Daten vom Massen- und/oder
Volumenstromsensor (65), einem dritten Speicher (615), der Referenzwerte enthält und
von den Umweltparametersensoten (67, 68, 69). Von Letzteren erhält die Korrekturwertberechnungseinheit
(613) die Daten entweder über den Tabellenspelcher (B11) oder eine eigene, der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellte, direkte Verbindungsleitung. Die Korrekturwertberechnungseinheit
(613) berechnet ständig aus den eingehenden Daten einen neuen Korrekturwert. Wenn
die Prüfeinheit (612) festgestellt hat, dass keine Rohrveränderung (Verstopfung/Unterbruch)
vorliegt, und für die aktuellen Umweltparameter noch keine endgültigen Korrekturwerte
vorliegen, wird der neue Korrekturwert zusammen mit den Umweltparametern und/oder
der Luftdichte in die Tabelle im ersten Speicher (611) übernommen. Sobald vorläufige
oder endgültige Korrekturwerte für aktuelle Umweltparameter und/oder Luftdichten bereitstehen,
werden diese ggf. nach einer lnterpolationsoperation, die hier nicht dargestellt ist,
an einem ersten Eingang einer Korrektureinrichtung (616) bereitgestellt. An einem
zweiten Eingang der Korrektureinrichtung (616) liegt das aktuelle Signal des Masse-
bzw. Volumenstromsensors (65) an. Die Korrektureinrichtung (616) addiert bzw, subtrahiert
den Messwert des Sensors (65) mit dem Korrekturwert aus dem Tabellenspeicher (811)
und stellt das korrigierte Luftstromsignal an einem ersten Eingang der Vergleichseinrichtung
(66) bereit. Die Vergleichseinrichtung (66) vergleicht den korrigierten Luftstromwert
mit einem oberen und unteren Grenzwert, die in einem vierten Speicher (617) abgelegt
sind. Wenn dieser Vergleich einen. Unterbruch oder eine Rohrverstopfung anzeigt, dann
gibt die Vergleichseinrichtung (66) an ihrem Ausgang (618) ein entsprechendes Signal
ab. Ferner kann die Vergleichseinrichtung (66) den Unterschied zwischen dem korrigierten
Luftstromwert aus der Korrektureinrichtung (616) mit dem Wert bei Inbetriebnahme,
der in einem fünften Speicher (619) abgelegt ist, einen Verstopfungs-/ Unterbruchwert
ermittein. Wenn die Prüfeinrichtung (612) festgestellt hat, dass Rohrveränderungen
vorliegen, wird dieser Wert in den fünften Speicher (614) übernommen und kann für
weltere Korrekturwertberechnungen verwertet werden.
[0049] Fig. 7 zeigt eine alternative Ausführungsform In der im Gegensatz zur Fig. 6 der
Masse- bzw. Volumenstromsensor (65 in Fig. 6) durch eine Luftstromberechnungseinheit
(700) ersetzt wurde, die einen Luftstromwert aus den Betriebsdaten wie Leistungsaufnahme
und Drehzahl des Lüfters berechnet. Zur genaueren Berechnung des Luftstroms kann die
Luftstromberechnungseinheit (700) auch zusätzlich einen oder mehrere der Umweltmesswerte
der Sensoren (67, 68, 69) heranziehen. Die dafür nötige. Verbindung ist hier jedoch
nicht dargestellt. Im Übrigen entspricht Fig. 7 der Fig. 6.
1. Verfahren zur Erkennung von Verstopfungen und Unterbrüchen im Rohrsystem eines ansaugenden
Brandmelders, der die Luft über das Rohrsystem aus einem oder mehreren Überwachungsräumen
oder elektrischen Geräten ansaugt, und auf Brandkenngrößen hin überwacht und der einen
mit einem Luftstromsensor und/oder anhand von aktuellen Lüfterdaten ermittelten Massen-
und/oder Volumenstrom durch Vergleich mit vorgegebenen Grenzwerten überwacht, dadurch gekennzeichnet, dass ein Korrekturwert ermittelt wird, der Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr
und Lüfter bestehenden Systems repräsentiert, die auf Dichteänderungen der Luft und/oder
wenigstens einem eine Luftdichteänderung hervorrufenden Umweltparameter beruhen, und
der zur Korrektur des Massen- und/oder Volumenstrommesswertes und /oder zur Anpassung
der Grenzwerte herangezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass für jede im Betrieb des Brandmelders auftretende Temperatur ein Korrekturwert ermittelt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden im Betrieb des Brandmelders auftretenden Luftdruck ein Korrekturwert ermittelt
wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass für jede im Betrieb des Brandmelders auftretende Luftfeuchte ein Korrekturwert ermittelt
wird.
5. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jede im Betrieb des Brandmelders auftretende Luftdichte ein Korrekturwert ermittelt
wird.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für jede Kombination aus Lüfter und Rohrsystem eine Tabelle erstellt wird, welche
die Umweltparameterwerte und/oder Luftdichtewerte und die zugehörigen Korrekturwerte
enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass in der Tabelle, nur einige Stützwerte abgelegt werden und die übrigen Korrekturwerte
durch Interpolation für die jeweils herrschenden Umweltparameter und/oder Luftdichte
ermittelt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder während des Betriebes die Tabelle selbst erstellt und die dafür nötigen
Korrekturwerte selbst während des Betriebes ermittelt
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder zwischen unterbruch- und verstopfungsbedingter Masse- und/oder Volumenstromänderung
einerseits und einer Umweltparameter bedingten Masse- und/oder Volumenstromänderung
andererseits durch Beachtung der Ånderungsgeschwindigkeiten von Masse- und/oder Volumenstrom
und der Umweltparameter und/oder durch Anwendung eines Zeitkriteriums unterscheidet,
10. Brandmelder zur Durchführung des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9 mit
mindestens einem Detektor (62) für Brandkenngrößen, mit einem Lüfter (63) mit einem
daran angeschlossenen Rohrsystem (64), der Luft aus einem oder mehreren Überwachungsräumen
oder elektrischen Geräten ansaugt und dem Detektor (62) zuführt, und mit einer Vorrichtung
zum Erfassen von einem Massen- und/oder Volumenstrom (65 700) und mit einem oder mehreren
Sensoren (67, 68, 69) für Umweltparameter aus der Gruppe, die aus einem Temperatur-,
einem Druck- und einem Feuchtesensor gebildet wird und weiterhin mit einer Vergleichseinrichtung
(66), in der Strömungswerte mit oberen und unteren Grenzwerten (617) verglichen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder einen Speicher (611) mit einer Tabelle enthält, in der Korrekturwerte
gespeichert sind, die Änderungen der Eigenschaften des aus dem Ansaugrohr und Lüfter
bestehenden Systems repräsentieren, die auf Dichteänderungen der Luft und/oder wenigstens
einem eine Luftdichteänderung hervorrufenden Umweltparameter beruhen, und eine Korrektureinrichtung
(66), weiche die aktuellen Masse- und/oder Volumenstromwerte mit den Korrekturwerten
korrigiert.
11. Brandmelder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder eine Korrekturwertberechnungseinheit (613) enthält, welche die Korrekturwerte
aus dem aktuellen Massen- und/oder Volumenstrommesswert und einer gespeicherten Referenz
(615) oder einem Verstopfungs-/ Unterbruchwert (614) bestimmt.
12. Brandmelder nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder eine Prüfeinheit (612) enthält, die prüft, ob eine Veränderung des
Massen- und/oder Volumenstrommesswertes auf eine Rohrveränderung (Verstopfung/Unterbruch)
oder auf Änderungen der Umweitparameter und/oder der daraus resultierenden Luftdichteänderung
beruht.
13. Brandmelder nach einem oder mehreren der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Brandmelder ein Luftdichteberechnungsglied (610) enthält.