[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Schmelztauchbeschichtung
eines Metallstranges, insbesondere eines Stahlbandes mit Zn, Al, Zn-Al-Legierungen,
in der der Metallstrang vertikal durch einen das geschmolzene Beschichtungsmetall
aufnehmenden Behälter und durch einen vorgeschalteten Führungskanal hindurchführbar
ist, wobei auf beiden Seiten des Führungskanals elektromagnetische Induktoren angeordnet
sind, die zum Zurückhalten des Beschichtungsmetalls im Behälter ein Magnetfeld erzeugen,
und wobei der Behälter von einem Vorschmelzbehälter mit geschmolzenem Beschichtungsmetall
versorgt wird.
[0002] Bekannte Metall-Tauchbeschichtungsanlagen für Metallbänder weisen einen wartungsintensiven
Teil auf, nämlich das Beschichtungsgefäß mit der darin befindlichen Ausrüstung. Die
Oberflächen der zu beschichtenden Metallbänder müssen vor der Beschichtung gereinigt
und für die Verbindung mit dem Beschichtungsmetall aktiviert werden. Aus diesem Grunde
wird das Band vor der Beschichtung in einem Durchlaufofen in einer reduzierenden Atmosphäre
behandelt. Da die Oxidschichten zuvor chemisch entfernt werden, werden mit dem reduzierenden
Wärmeprozess die Oberflächen so aktiviert, dass sie nach dem Wärmeprozess metallisch
rein vorliegen. Dabei wird das Band auf die für die Beschichtung mit Zink, Aluminium
oder Zink-Aluminium-Legierungen erforderliche Temperatur erwärmt.
[0003] Mit der Aktivierung der Bandoberfläche steigt aber die Affinität dieser Bandoberflächen
für den umgebenden Luftsauerstoff. Um zu verhindern, dass Luftsauerstoff vor dem Beschichtungsprozess
wieder an die Bandoberflächen gelangen kann, werden die Bänder in einem Tauchrüssel
von oben in das Tauchbeschichtungsbad eingeführt. Da das Beschichtungsmetall in flüssiger
Form vorliegt und man die Gravitation zusammen mit Abblasvorrichtungen ("Luftmesser")
zur Einstellung der Beschichtungsdicke nutzen möchte, die nachfolgenden Prozesse jedoch
eine Bandberührung bis zur vollständigen Erstarrung des Beschichtungsmetalls verbieten,
muss das Band im Beschichtungsgefäß in eine senkrechte Richtung umgelenkt werden.
Das geschieht mit einer Rolle, die im flüssigen Metall läuft. Durch das flüssige Beschichtungsmetall
unterliegt diese Rolle einem starken Verschleiß und ist Ursache von Stillständen und
damit Ausfällen im Produktionsbetrieb.
[0004] Durch die gewünschten geringen Auflagedicken des Beschichtungsmetalls, die sich im
Mikrometerbereich bewegen können, werden hohe Anforderungen an die Qualität der Bandoberfläche
gestellt. Das bedeutet, dass auch die Oberflächen der bandführenden Rollen von hoher
Qualität sein müssen. Störungen an diesen Oberflächen führen im allgemeinen zu Schäden
an der Bandoberfläche. Dies ist ein weiterer Grund für mögliche Stillstände der Anlage.
[0005] Um die Probleme zu vermeiden, die im Zusammenhang mit den im flüssigen Beschichtungsmetall
laufenden Rollen stehen, sind Lösungen bekannt, die ein nach unten offenes Beschichtungsgefäß
vorsehen, das in seinem unteren Bereich einen Führungskanal definierter Höhe zur vertikalen
Banddurchführung nach oben aufweist und zur Abdichtung einen elektromagnetischen Verschluss
besitzt. Es handelt sich hierbei um elektromagnetische Induktoren, die mit zurückdrängenden,
pumpenden bzw. einschnürenden elektromagnetischen Wechsel- bzw. Wanderfeldern arbeiten,
die das Beschichtungsgefäß nach unten abdichten.
[0006] Eine solche Lösung ist beispielsweise aus der
EP 0 673 444 B1 bekannt. Einen elektromagnetischen Verschluss zur Abdichtung des Beschichtungsgefäßes
nach unten setzt auch die Lösung gemäß der
WO 96/03533 bzw. diejenige gemäß der
JP 5086446 ein.
[0007] Für eine genaue Regelung der Lage des Metallstranges im Führungskanal sehen die
DE 195 35 854 A1 und die
DE 100 14 867 A1 spezielle Lösungen vor. Gemäß den dort offenbarten Konzepten sind neben den Spulen
zur Erzeugung des elektromagnetischen Wanderfeldes zusätzliche Korrekturspulen vorgesehen,
die mit einem Regelungssystem in Verbindung stehen und dafür Sorge tragen, dass das
Metallband beim Abweichen von der Mittellage in diese wieder zurückgeholt wird.
[0008] Bei einer aus der
EP 0 630 421 B1 bekannten Vorrichtung zum Schmelztauchbeschichten eines Metallstranges ist unterhalb
des Beschichtungsgefäßes eine elektromagnetische Verschlusseinrichtung angeordnet.
Vorgesehen ist dort, dass dem Behälter für das schmelzflüssige Beschichtungsmetall
ein Vorschmelzbehälter zugeordnet ist, wobei der Behälter volumenmäßig um ein Vielfaches
kleiner als der Vorschmelzbehälter ist. Der Behälter ist zum Nachfüllen bzw. zum Entleeren
mit dem Vorschmelzbehälter über Zuführ- und Abführkanäle verbunden, wobei das geschmolzene
Überzugsmaterial zwischen dem Vorschmelzbehälter und dem Beschichtungsbehälter unter
Abschluss von Luftsauerstoff umwälzbar ist.
[0009] Nach dieser Ausführung ist der Vorschmelzbehälter für das Beschichtungsmetall seitlich
des eigentlichen Beschichtungsbehälters angeordnet. Diese Anordnung des Vorschmelzbehälters
ist besonders günstig für neue Schmelztauchbeschichtungsanlagen, die für eine optimale
Durchführung des Schmelztauchbeschichtungsprozesses ausgelegt werden können.
[0010] Aus der
JP 63 317656 A, aus der
JP 60 245774 A und aus der
WO 93/18198 A sind ebenfalls Beschichtungsvorrichtungen bekannt, bei denen der zu beschichtende
Metallstrang senkrecht durch einen Führungskanal geführt wird.
[0011] Das für die Beschichtung nötige schmelzflüssige Material wird dem Beschichtungsbehälter
aus einem Vorschmelzbehälter zugeführt, der über Leitungen in fluidischer Verbindung
mit dem Beschichtungsbehälter steht und in diesen Schmelze fördert.
[0012] Die
EP 0 451 020 A1 zeigt eine Lösung, bei der eine Abdichtung nach unten durch ein Paar zusammenwirkender
Walzen geschaffen wird, wobei sich in dem Walzenspalt von oben aus einem Führungskanal
auslaufende, überfließende Schmelze sammeln kann.
[0013] Es hat sich herausgestellt, dass das Vertikalbeschichtungsverfahren (auch bekannt
unter der Bezeichnung CVGL - Verfahren = Continuous Vertical Galvanizing Line - Verfahren)
prozesstechnisch günstiger ist als das konventionelle Schmelztauchbeschichtungsverfahren,
das mit einer im geschmolzenen Beschichtungsmetall laufenden Umlenkrolle und Stabilisierungsrollen
arbeitet. Deshalb besteht der Wunsch, bestehende Schmelztauchbeschlchtungsanlagen
zu Vertikalbeschichtungsanlagen umzurüsten. In diesem Zusammenhang sind insbesondere
die Platzverhältnisses zu beachten, die häufig konzeptionelle Kompromisse erfordern,
die zu keinen optimalen Prozessbedingungen führen.
[0014] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit zu schaffen, bestehende
konventionelle Schmelztauchbeschichtungsanlagen so umzurüsten, dass auch das vertikale
Beschichtungsverfahren optimal durchgeführt werden kann, wobei maximaler Nutzen aus
der bestehenden Anlage gezogen werden soll.
[0015] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Vorschmelzbehälter senkrecht
unterhalb des Führungskanals angeordnet ist, wobei ein von einem Ofen kommender Ofenrüssel
vorgesehen ist, aus dem der Metallstrang in Zuführrichtung abläuft, wobei der Metallstrang
mit mindestens einer Umlenkrolle, vorzugsweise mit zwei Umlenkrollen, in die vertikale
Richtung umgelenkt und dem Führungskanal zugeführt wird, und wobei die Schnittlinie
der Verlängerung des Metallstranges in Zuführrichtung mit der Verlängerung des Metallstranges
in vertikaler Richtung durch den Führungskanal unterhalb des Pegelstandes des geschmolzenen
Beschichtungsmetalls im Vorschmelzbehälter liegt, so dass die Passlinie des Metallstranges
im Vergleich zum konventionellen Verfahren nicht verändert wird.
[0016] Dabei ist bevorzugt vorgesehen, dass der Vorschmelzbehälter zur Aufnahme einer im
geschmolzenen Beschichtungsmetall angeordneten Umlenkrolle geeignet ist, es sich bei
diesem also um einen solchen Behälter handelt, der für die klassische Durchführung
des Schmelztauchbeschichtungsverfahrens geeignet ist.
[0017] Mit dieser Ausgestaltung wird ein einfaches und kostengünstiges Konzept für die Umrüstung
bzw. Modernisierung bestehender Schmelztauchbeschichtungsanlagen auf das Vertikalbeschichtungsverfahren
geschaffen, bei dem dennoch optimale Prozessbedingungen realisiert werden können.
Der Behälter für die Schmelztauchbeschichtung samt dem vorgeschalteten Führungskanal
ist direkt über der konventionellen Anlage und dort über deren Beschichtungsbehälter
angeordnet, der als Vorschmelzbehälter fungiert; der Beschichtungsbehälter, der beim
klassischen Verfahren die im Beschichtungsmetall eintauchende Umlenkrolle aufweist,
wird also als Vorschmelzbehälter für die Vertikalbeschichtungsanlage genutzt.
[0018] Bevorzugt sind das Ende des Ofenrüssels und das untere Ende des Führungskanals mit
einer gasdichten und beheizten Rollenkammer verbunden. Dabei kann weiterhin vorgesehen
sein, dass zwischen dem Ende des Ofenrüssels und der Rollenkammer eine Schleuse, insbesondere
eine Rollenschleuse, angeordnet ist.
[0019] Die Vorrichtung hat weiterhin vorzugsweise eine steuerbare oder regelbare Pumpe zum
Pumpen von geschmolzenem Beschichtungsmetall aus dem Vorschmelzbehälter in den Behälter.
Ferner kann ein steuerbarer oder regelbarer Abfluss zum Überleiten von geschmolzenem
Beschichtungsmetall vom Behälter in den Vorschmelzbehälter vorgesehen werden. Leitungen
zwischen dem Behälter, dem Vorschmelzbehälter, der Pumpe bzw. dem Abfluss können beheizbar
ausgebildet sein.
[0020] Oberhalb des Behälters kann eine Umlenkrolle angeordnet werden, die den Metallstrang
aus der vertikalen Richtung umlenkt. Diese Umlenkrolle ist mit Vorteil wassergekühlt
, um mit der Kühlstrecke oberhalb des Beschichtungsgefäßes der umzurüstenden bzw.
zu modernisierenden Beschichtungsanlage auskommen zu können.
[0021] Mindestens eine der vorhandenen Umlenkrollen sowie die Führungsrollen, die mit dem
Metallstrang Kontakt haben, können mit einer keramischen Beschichtung versehen werden,
die nicht von geschmolzenem Beschichtungsmetall benetzbar ist.
[0022] Das Verfahren zur Schmelztauchbeschichtung des Metallstranges im Vertikalbeschichtungsverfahren,
bei dem der Behälter von einem Vorschmelzbehälter mit geschmolzenem Beschichtungsmetall
versorgt wird, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, dass zum Anfahren des Beschichtungsprozesses
geschmolzenes Beschichtungsmetall bei sich in Förderrichtung bewegendem Metallstrang
vom Vorschmelzbehälter in den zunächst leeren vorgeheizten Aufnahmebehälter gefördert
wird, wobei zwischen Vorschmelzbehälter und Aufnahmebehälter mittels einer Pumpe und
einem Abfluss ein Transfer von geschmolzenem Beschichtungsmetall erfolgt, dessen Volumenstrom
mindestens fünf Mal so groß ist, als der Austrag an Beschichtungsmetall aus dem Behälter
durch den Metallstrang.
[0023] Dabei ist mit Vorteil vorgesehen, dass vor dem Anfahren des Beschichtungsprozesses
in der Rollenkammer durch Beaufschlagung der Rollenkammer mit einem Schutzgas und
Einstellung einer gewünschten Temperatur in der Rollenkammer eine Atmosphäre mit sehr
niedrigem Taupunkt hergestellt wird, die die Anhaftung des Beschichtungsmetalls an
der Oberfläche des Metallstranges begünstigt.
[0024] Eine andere Weiterbildung sieht vor, dass der Metallstrang dem Führungskanal mit
einer Temperatur zwischen 450 °C und 530 °C zugeführt wird.
[0025] Weiterhin kann vorgesehen werden, dass die Pegelhöhe des Beschichtungsmetalls im
Behälter gemäß einem vorgegebenen Wert gesteuert oder geregelt wird.
[0026] Zwischen Vorschmelzbehälter und Behälter kann vorteilhafter Weise mittels der Pumpe
und dem Abfluss ein Transfer von geschmolzenem Beschichtungsmetall erfolgen, dessen
Volumenstrom wesentlich größer ist, vorzugsweise mindestens fünf Mal so groß ist,
als der Austrag an Beschichtungsmetall aus dem Behälter durch den Metallstrang.
[0027] Dem Vorschmelzbehälter kann neues Beschichtungsmetall in fester Form zugeführt werden.
Aus dem Vorschmelzbehälter können, vorzugsweise periodisch, Verunreinigungen abgeführt
werden.
[0028] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Die einzige
Figur zeigt schematisch die Seitenansicht einer Schmelztauchbeschichtungsanlage zur
Beschichtung eines Metallstranges mit Überzugsmetall.
[0029] Die dargestellte Schmelztauchbeschichtungsanlage arbeitet nach dem Vertikalbeschichtungsverfahren,
d. h. der Metallstrang 1 läuft in Förderrichtung R durch einen Führungskanal 4 vertikal
nach oben und kommt mit dem geschmolzenen Beschichtungsmetall 2 in Kontakt, das sich
in einem Behälter 3 sowie im oberen Teil des Führungskanals 4 befindet.
[0030] Beachtlich ist, dass diese Vertikalbeschichtungsanlage auf einer umgerüsteten Schmelztauchbeschichtungsanlage
basiert, in der das klassische Schmelztauchbeschichtungsverfahren (mit Umlenkrolle
im geschmolzenen Beschichtungsmetall) durchgeführt wird. Dabei tritt der Metallstrang
1 in einer Zuführrichtung Z in einen Behälter 6 ein, in dem sich geschmolzenes Beschichtungsmetall
2 befindet. Eine Umlenkrolle 7 lenkt den Metallstrang 1 in vertikale Richtung V um.
Oberhalb des Behälters 6 ist eine Abblasvorrichtung 22 angeordnet, die ein "Luftmesser"
darstellt, über das die Schichtdicke des Beschichtungsmetalls 2 auf dem Metallstrang
1 einstellt wird. Weiter oberhalb ist eine Kühlstrecke 23 angeordnet, die den Metallstrang
1 samt Beschichtungsmetall 2 abkühlt.
[0031] Dargestellt ist, dass die Schnittlinie 12 der Verlängerung des Metallstranges 1 in
Zuführrichtung Z mit der Verlängerung des Metallstranges 1 in vertikale Richtung V
durch den Führungskanal 4 unterhalb des Pegelstandes 13 des Beschichtungsmetalls 2
im Behälter 6 liegt.
[0032] Die beiden Umlenkrollen 10 und 11 sind also so angeordnet, dass die Passlinie des
Metallstranges 1 sowohl im Ofenrüssel 9 als auch im vertikalen Teil der Schmelztauchbeschichtungsanlage
- im Vergleich mit der ursprünglichen klassischen Beschichtungsanlage - nicht verändert
wird.
[0033] Bei der dargestellten Schmelztauchbeschichtungsanlage tritt der Metallstrang 1 jedoch
nicht in das sich im Behälter 6 befindliche Beschichtungsmetall ein, sondern es erfolgt
eine Umlenkung de Metallstranges 1 von der Zuführrichtung Z über die Umlenkrollen
10 und 11 in die vertikale Richtung V, so dass der Metallstrang 1 oberhalb der Umlenkrolle
10 und der Führungsrollen 24 in den Führungskanal 4 eintreten kann. Elektromagnetische
Induktoren 5 halten das sich im Behälter 3 befindliche Beschichtungsmetall 2 zurück,
so dass dieses nicht nach unten durch den Führungskanal 4 auslaufen kann.
[0034] Die in der ursprünglichen Anlage im geschmolzenen Beschichtungsmetall 2 laufende
Umlenkrolle 7 ist gestrichelt dargestellt, womit angedeutet werden soll, dass sie
bei der dargestellten Schmelztauchbeschichtungsanlage nicht mehr benötigt wird und
folglich demontiert werden kann.
[0035] Der Metallstrang 1 wird dabei zunächst in einem Ofen 8 erwärmt und in Förderrichtung
R transportiert. Er gelangt über einen Ofenrüssel 9, den die ursprüngliche Schmelztauchbeschichtungsanlage
aufweist, über eine Rollenschleuse 15 in eine Rollenkammer 14 (vorzugsweise elektrisch
beheizt), die das Ende des Ofenrüssels 9 und das untere Ende des Führungskanals 4
gasdicht miteinander verbindet. In der Rollenkammer 14 wird der Metallstrang 14 auf
der im Ofen eingestellten Temperatur T gehalten.
[0036] Die Doppelrollenschleuse 15 hat die Aufgabe, unterschiedliche Schutzgasatmosphären
im Ofen 8 einerseits und in der Rollenkammer 14 andererseits voneinander zu trennen
und zu verhindern, dass im Falle einer Störung Luft aus der Rollenkammer 14 in den
Ofen 8 gelangen kann. Außerdem erfüllt sie eine wichtige verfahrenstechnische Funktion
beim Anfahren der Schmelztauchbeschichtungsanlage: Die Abdichtung der Schutzgasatmosphäre
in der Rollenkammer 14 ermöglicht, innerhalb kurzer Zeit den für die Beschichtung
erforderlichen niedrigen Taupunkt zu erreichen. Das bewirkt, dass innerhalb sehr kurzer
Zeit nach Einfüllen des Beschichtungsmetalls 2 in den Behälter 3 eine einwandfreie
Haftung des Beschichtungsmetalls 2 am Metallstrang 1 erzielt werden kann, was einen
wichtigen Vorteil gegenüber dem konventionellen Schmelztauchbeschichtungsverfahrens
darstellt.
[0037] Die Schleuse 15 kann mit Stickstoff oder einem anderen Schutzgas beaufschlagt werden,
so dass die benötigte Abdichtung der Atmosphäre der Rollenkammer 14 gegenüber derjenigen
im Ofen 8 erfolgt. Die Rollenkammer 14 ist ebenfalls mit Schutzgas gefüllt, wobei
vorzugsweise Stickstoff, Formiergas (Stickstoff mit maximal 5 % Wasserstoff) oder
ein Schutzgas mit geringer Wärmeleitfähigkeit (z. B. Argon) zum Einsatz kommt.
[0038] Der Behälter 6 der ursprünglichen Schmelztauchbeschichtungsanlage dient als Vorschmelzbehälter,
d. h. aus ihm wird geschmolzenes Beschichtungsmetall 2 durch eine in der Schmelze
eingetauchte steuerbare oder regelbare Pumpe 16 sowie eine beheizbare Leitung 19 in
den Behälter 3 gefördert. Im Bodenbereich des Behälters 3 ist ein steuerbarer oder
regelbarer Abfluss 17 angeordnet, der aus einem betätigbaren Stopfen besteht (bewegbar
in Richtung des Doppelpfeils). Über den Abfluss 17 kann über eine weitere beheizbare
Leitung 20 Beschichtungsmetall 2 vom Behälter 3 zurück in den Vorschmelzbehälter 6
gelangen.
[0039] Durch entsprechende Ansteuerung der Pumpe 16 bzw. des Abflusses 17 kann im Behälter
3 eine gewünschte Pegelhöhe h an Beschichtungsmetall 2 aufrecht erhalten werden. In
den Leitungen 19 bzw. 20 ist die Förderbewegung des Beschichtungsmetalls 2 schematisch
durch Pfeile angegeben.
[0040] Oberhalb der Schmelztauchbeschichtungsanlage und der Luftkühlstrecke 23 ist eine
flüssigkeitsgekühlte Umlenkrolle 21 vorgesehen, die den Metallstrang aus der vertikalen
Richtung V ablenkt und in Förderrichtung R von der Schmelztauchbeschichtungsanlage
weg fördert.
[0041] Die Pumpe 16 ist seitlich unterhalb der Rollenkammer 14 angeordnet; die Pumpe 16
taucht in das geschmolzene Beschichtungsmetall 2 im Vorschmelzbehälter 6 ein.
[0042] Das Volumen des Vorschmelzbehälters 6 ist ein Vielfaches desjenigen des Behälters
3.
[0043] Die Rücklaufleitung 20 für geschmolzenes Beschichtungsmetall 2 aus dem Behälter 3
in den Vorschmelzbehälter 6 endet unterhalb des Pegelstandes 13 im Vorschmelzbehälter
6.
[0044] Die von der Pumpe 16 vom Vorschmelzbehälter 6 in den Behälter 3 geförderte Menge
geschmolzenen Beschichtungsmetalls 2 bleibt vorzugsweise weitgehend konstant. Hierdurch
ergibt sich ein konstanter Umlauf an Beschichtungsmetall, bei dem ständig frisches
und von Verunreinigungen freies Beschichtungsmetall vom Vorschmelzbehälter 6 in den
Behälter 3 gefördert wird. Die Temperaturregelung des Beschichtungsmetalls 2 erfolgt
im Vorschmelzbehälter 6, dessen Pegelstand 13 laufend durch das Einschmelzen von Blöcken
festen Beschichtungsmetalls geregelt bzw. konstant gehalten wird. Der Pegelstand 13
im Vorschmelzbehälter 6 wird dabei so eingestellt, dass im Falle einer Störung der
Schmelztauchbeschichtungsanlage das gesamte Beschichtungsmetall 2 aus dem Behälter
3 vom Vorschmelzbehälter 6 aufgenommen werden kann.
[0045] Das "Luftmesser" 22 und die Kühlstrecke 23 sind ähnlich wie bei der konventionellen
Schmelztauchbeschichtung oberhalb des Behälters 3 angeordnet. Die Luftkühlstrecke
23 wird wegen der gegenüber der kürzeren zur Verfügung stehenden Kühllänge in ihrer
Leistung entsprechend angepasst. Als zusätzliche Maßnahme zur Kühlung des Metallstranges
1 kann eine von innen wassergekühlte Umlenkrolle 21 verwendet werden.
[0046] Der Vorschmelzbehälter 6 ist mit einer nicht dargestellten Chargiervorrichtung versehen,
mittels derer feste Blöcke Beschichtungsmetall in den Vorschmelzbehälter 6 zum Einschmelzen
eingesetzt werden können.
[0047] Der zu beschichtende gereinigte Metallstrang 1 aus warmgewalztem oder kaltgewalztem
Stahl wird bei der Beschichtung mit Zink mit einer Temperatur zwischen 450 °C und
530 °C durch die Endzone des Ofens 8 und den Ofenrüssel 9 sowie über die mit Schutzgas
beaufschlagte Schleuse 15 der Rollenkammer 14 zugeführt, wobei zu Beginn des Beschichtungsprozesses
des Behälter 3 zunächst noch leer ist, d. h. es befindet sich zunächst kein Beschichtungsmetall
2 in ihm.
[0048] Nach Anlauf des Metallstranges 1 in Förderrichtung R wird über die Pumpe 16 geschmolzenes
Beschichtungsmetall 2 vom Vorschmelzbehälter 6 in den Behälter 3 gepumpt. Vorher wurden
die elektromagnetischen Induktoren 5 aktiviert, so dass das in den Behälter 3 eingefüllte
Beschichtungsmetall 2 in diesem zurückgehalten wird und nicht nach unten auslaufen
kann.
[0049] Anschließend wird durch entsprechende Ansteuerung bzw. Regelung sowohl der Pumpe
16 als auch des Abflusses 17 die gewünschte Pegelhöhe h im Behälter 3 aufrecht erhalten.
[0050] Die Pegelhöhe h im Behälter 3 wird dabei bei möglichst konstanter Zufuhr von geschmolzenem
Beschichtungsmetall 2 durch die Pumpe 16 sowie durch entsprechend gesteuerten oder
geregelten Abfluss geschmolzenen Beschichtungsmetalls 2 über den Ausfluss 17 in Abhängigkeit
der Bandgeschwindigkeit und der gewünschten Beschichtungsqualität gesteuert oder geregelt.
[0051] Die durch das Pumpen bzw. den Rückfluss zwischen Vorschmelzbehälter 6 und Behälter
3 umgewälzte Menge geschmolzenen Beschichtungsmetalls 2 beträgt dabei ein Vielfaches
der durch den Metallstrang 1 als Beschichtung ausgetragenen Menge Beschichtungsmetall
pro Zeit.
[0052] Durch das Pumpen geschmolzenen Beschichtungsmetalls 2 vom Vorschmelzbehälter 6 in
den Behälter 3 wird ständig frisches und sauberes Beschichtungsmetall dem Behälter
3 zugeführt. Verunreinigungen, insbesondere Hartzink, können im Vorschmelzbehälter
6 ausgeschieden und dann in gewünschten Zeitintervallen aus diesem entfernt werden.
Bezugszeichenliste
[0053]
- 1
- Metallstrang
- 2
- geschmolzenes Beschichtungsmetall
- 3
- Behälter
- 4
- Führungskanal
- 5
- Induktor (Magnet)
- 6
- Vorschmelzbehälter
- 7
- Umlenkrolle
- 8
- Ofen
- 9
- Ofenrüssel
- 10
- Umlenkrolle
- 11
- Umlenkrolle
- 12
- Schnittlinie
- 13
- Pegelstand
- 14
- Rollenkammer
- 15
- Schleuse (Rollenschleuse)
- 16
- Pumpe
- 17
- Abfluss
- 18
-
- 19
- Leitung
- 20
- Leitung
- 21
- Umlenkrolle
- 22
- Abblasvorrichtung
- 23
- Kühlstrecke
- 24
- Führungsrollen
- Z
- Zuführrichtung
- V
- vertikale Richtung
- T
- Temperatur
- h
- Pegelhöhe
- R
- Förderrichtung des Metallstranges
1. Vorrichtung zur Schmelztauchbeschichtung eines Metallstranges (1), insbesondere eines
Stahlbandes, in der der Metallstrang (1) vertikal durch einen das geschmolzene Beschichtungsmetall
(2) aufnehmenden Behälter (3) und durch einen vorgeschalteten Führungskanal (4) hindurchführbar
ist, wobei im Bereich des Führungskanals (4) elektromagnetische Induktoren (5), angeordnet
sind, die zum Zurückhalten des Beschichtungsmetalls (2) im Aufnahmebehälter (3) ein
Magnetfeld erzeugen, und wobei der Aufnahmebehälter (3) von einem Vorschmelzbehälter
(6) mit geschmolzenem Beschichtungsmetall (2) versorgt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Vorschmelzbehälter (6) senkrecht unterhalb des Führungskanals (4) angeordnet
ist, wobei ein von einem Ofen (8) kommender Ofenrüssel (9) vorgesehen ist, aus dem
der Metallstrang (1) in Zuführrichtung (Z) abläuft, wobei der Metallstrang (1) mit
mindestens zwei Umlenkrollen (10, 11) in die vertikale Richtung (V) umgelenkt und
dem Führungskanal. (4) zugeführt wird, wobei die Schnittlinie (12) der Verlängerung
des Metallstranges (1) in Zuführrichtung (Z) mit der Verlängerung des Metallstranges
(1) in vertikaler Richtung (V) durch den Führungskanal (4) unterhalb des Pegelstandes
(13) des geschmolzenen Beschichtungsmetalls (2) im Vorschmelzbehälter (6) liegt, so
dass die Passlinie des Metallstranges (1) im Vergleich zum konventionelle Verfahren
nicht verändert wird, und wobei der Vorschmelzbehälter (6) zur Aufnahme einer im geschmolzenen
Beschichtungsmetall (2) angeordneten Umlenkrolle (7) ausgebildet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Ende des Ofenrüssels (9) und das untere Ende des Führungskanals (4) mit einer
gasdichten Rollenkammer (14) verbünden sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Ende des Ofenrüssels (9) und der Rollenkammer (14) eine Schleuse (15),
insbesondere eine Rollenschleuse, angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
gekennzeichnet durch
eine steuerbare oder regelbare Pumpe (16) zum Pumpen von geschmolzenem Beschichtungsmetall
(2) aus dem Vorschmelzbehälter (6) in den Aufnahmebehälter (3).
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
einen steuerbaren oder regelbaren Abfluss (17) zum Überleiten von geschmolzenem Beschichtungsmetall
(2) vom Aufnahmebehälter (3) in den Vorschmelzbehälter (6).
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass Leitungen (19, 20) zwischen Aufnahmebehälter (3), Vorschmelzbehälter (6), Pumpe (16)
und/oder Abfluss (17) beheizbar ausgebildet sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass oberhalb des Aufnahmebehälters (3) eine Umlenkrolle (21) angeordnet ist, die den
Metallstrang (1) aus der vertikalen; Richtung (V) umlenkt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine der Umlenkrollen (10, 11, 21), sowie die Führungsrollen (24) mit
einer keramischen Beschichtung versehen ist, die nicht von geschmolzenem Baschichtungsmetall
(2) benetzbar ist.
1. Device for hot dip coating a metal strand (1), especially a steel strip, in which
the metal strand (1) can be vertically guided through a tank (3) containing the molten
coating metal (2) and through an upstream guide channel (4), wherein electromagnetic
inductors (5) are arranged in the area of the guide channel (4) and induce a magnetic
field for keeping the coating metal (2) in the coating tank (3), and wherein the receiving
tank (3) is supplied with molten coating metal (2) from a premelting tank (6), characterised in that the premelting tank (6) is arranged vertically below the guide channel (4), wherein
a furnace snout (9) which extends from a furnace (8) and from which the metal strand
(1) runs out in a feed direction (Z) is provided, wherein the metal strand (1) is
deflected into the vertical direction (V) by at least two deflecting rollers (10,
11) and fed to the guide channel (4), wherein the line of intersection (12) of the
extension of the metal strand (1) in the feed direction (Z) with the extension of
the metal strand (1) in vertical direction (V) through the guide channel (4) is located
below the level (13) of the molten coating metal (2) in the premelting tank (6), so
that the pass line of the metal strand (1) is not changed by comparison with the conventional
process, and wherein the premelting tank (6) is constructed for reception of a deflecting
roller (7) arranged in the molten coating metal (2).
2. Device according to claim 1, characterised in that the end of the furnace snout (9) and the lower end of the guide channel (4) are connected
with a gastight roller chamber (14).
3. Device according to claim 2, characterised in that a lock (15), especially a roller lock, is arranged between the end of the furnace
snout (9) and the roller chamber (14).
4. Device according to any one of claims 1 to 3, characterised by a controllable or regulable pump (16) for pumping molten coating metal (2) from the
premelting tank (6) into the receiving tank (3).
5. Device according to claim 4, characterised by a controllable or regulable outlet (17) for transferring molten coating metal (2)
from the receiving tank (3) to the premelting tank (6).
6. Device according to claim 4 or claim 5, characterised in that lines (19, 20) between receiving tank (3), premelting tank (6), pump (16) and/or
outlet (17) are designed to be heatable.
7. Device according to any one of claims 1 to 6, characterised in that a deflecting roller (21) which deflects the metal strand (1) out of the vertical
direction (V) is positioned above the receiving tank (3).
8. Device according to any one of claims 1 to 7, characterised in that at least one of the deflecting rollers (10, 11, 21) and the guide rollers (24) are
provided with a ceramic coating which cannot be wetted by molten coating metal (2).
1. Dispositif pour le revêtement par immersion dans une masse fondue d'un brin de métal
(1), en particulier une bande d'acier, dans lequel le brin de métal (1) peut être
passé verticalement au travers d'un récipient (3) contenant le métal de revêtement
(2) fondu et d'un canal de guidage (4) disposé en amont, où des inducteurs électromagnétiques
(5) sont disposés au niveau du canal de guidage (4), qui produisent un champ magnétique
pour retenir le métal de revêtement (2) dans le récipient (3) et où le récipient (3)
est alimenté par un récipient de préfusion (6) en métal de revêtement (2) fondu, caractérisé
en ce que le récipient de préfusion (6) est disposé verticalement sous le canal de guidage
(4), une chute (9) provenant du four (8) étant prévue, de laquelle le brin de métal
(1) s'écoule dans le sens de l'alimentation (Z), le brin de métal (1) étant dévié
par au moins deux poulies (10, 11) dans le sens vertical et introduit dans le canal
de guidage (4), l'intersection (12) du prolongement du brin de métal (1) dans le sens
de l'alimentation (Z) avec le prolongement du brin de métal (1) dans le sens vertical
(V) dans le canal de guidage (4) se situant sous le niveau du bain (13) du métal de
revêtement fondu (2) dans le récipient de préfusion (6), de manière telle que la ligne
de contact du brin de métal (1) n'est pas modifiée par rapport au procédé classique
et le récipient de préfusion (6) étant réalisé de manière à recevoir une poulie (7)
disposée dans le métal de revêtement (2) fondu.
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé
en ce que l'extrémité de la chute (9) et l'extrémité inférieure du canal de guidage (4) sont
reliées à une chambre à galets (14) étanche aux gaz.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé
en ce qu'un sas (15), en particulier un sas à galets, est disposé entre l'extrémité de la chute
(9) et la chambre à galets (14).
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé par
une pompe (16) pouvant être commandée ou réglée pour le pompage du métal de revêtement
fondu (2) hors du récipient de préfusion (6) dans le récipient (3).
5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé par
un trou de vidange (17) pouvant être commandé ou réglé pour le transfert de métal
de revêtement fondu (2) du récipient (3) dans le récipient de préfusion (6).
6. Dispositif selon la revendication 4 ou 5, caractérisé
en ce que des conduites (19, 20) entre le récipient (3), le récipient de préfusion (6), la
pompe (16) et/ou le trou de vidange (17) sont réalisées de manière à pouvoir être
chauffées.
7. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé
en ce qu'une poulie (21) est disposée au-dessus du récipient (3), qui dévie le brin de métal
(1) hors de la direction verticale.
8. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé
en ce qu'au moins une des poulies (10, 11, 21), ainsi que les galets de guidage (24) sont pourvus
d'un revêtement céramique, qui n'est pas mouillable par le métal de revêtement (2)
fondu.