TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein einen Mobilkranausleger für einen Teleskop-
oder Gittermast mit einem ersten wippbaren Auslegerabschnitt und einem mit dem ersten
Auslegerabschnitt über eine erste Kolbenzylindereinheit kinematisch gekoppelten zweiten
Auslegerabschnitt. Der zweite Auslegerabschnitt wird durch Betätigung der ersten Kolbenzylindereinheit
in der Wippebene gewippt.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
[0002] Beim Einsatz von mobilen Teleskopkranen oder mobilen Kranen mit Gittermastausleger,
die im Rahmen der vorliegenden Erfindung zusammenfassend auch als Mobilkrane bezeichnet
werden, besteht häufig der Bedarf, verschiedene Einrichtungen am Haupt- oder einem
daran angeordneten Hilfsausleger mit hydraulischer Energie zu versorgen.
[0003] Üblicherweise erfolgt die Hydraulikversorgung sämtlicher an einem Mobilkran angeordneter
Hydraulikverbraucher mit einer einzigen zentral am Oberwagen des Mobilkrans angeordneten
Hydraulikpumpe, die von einem ebenfalls am Oberwagen angeordneten Dieselmotor angetrieben
wird. Mit Hilfe dieses sehr leistungsfähigen aus Hydraulikpumpe und Dieselmotor bestehenden
Hydraulikaggregats werden dabei sämtliche an dem Mobilkran angeordnete Hydraulikverbraucher
gespeist. In erster Linie wird mit dem zentral am Oberwagen angeordneten Hydraulikaggregat
das ebenfalls am Oberwagen angeordnete Wippwerk mit hydraulischer Energie versorgt.
[0004] Darüber hinaus werden mit Hilfe des zentral am Oberwagen angeordneten Hydraulikaggregats
beispielsweise die in den Grundkasten des Hauptauslegers ein und austeleskopierbaren
Teleskopschüsse mit Hilfe einer in dem Grundkasten angeordneten, hydraulisch betätigbaren
Teleskopier- und Verriegeleinrichtung ein und ausgefahren. Hierzu ist die Verriegel-
und Teleskopiereinrichtung mit dem am Oberwagen angeordneten Hydraulikaggregat über
Hydraulikschläuche verbunden, die auf einer Schlauchtrommel aufgewickelt werden.
[0005] Ferner werden hydraulisch wippbare Hauptauslegerverlängerungen mit dem zentral am
Oberwagen angeordneten Hydraulikaggregat betätigt. Hierzu wird der zum Auf und Abwippen
der Hauptauslegerverlängerung erforderliche Wippzylinder zentral von dem am Oberwagen
angeordneten Hydraulikaggregat über entsprechende Hydraulikschläuche mit Energie versorgt.
Damit eine sichere Führung der Hydraulikschläuche sichergestellt werden kann, sind
die Schläuche dabei auf einer angetriebenen oder federvorgespannten Schlauchtrommel
aufgewickelt, von der sie während des Teleskopiervorgangs abgespult werden.
[0006] Darüber hinaus werden häufig viele weitere Hydraulikverbraucher des Krans von dem
zentralen Hydraulikaggregat gespeist. Grundsätzlich werden jedoch stets sämtliche
Hydraulikverbraucher des Mobilkrans über eine sternförmig angelegte Hydraulikversorgung
gespeist, wobei jeder einzelne Hydraulikverbraucher mit dem einzigen, am Oberwagen
angeordneten Hydraulikaggregat mit einer zugehörigen Hydraulikleitung verbunden ist.
Diese zentrale Hydraulikversorgung der einzelnen Hydraulikverbraucher ist jedoch sehr
aufwendig, da jeder einzelne Verbraucher über separate Schläuche versorgt wird. Dieser
erhebliche technische Aufwand muss jedoch bislang bereits schon deshalb hingenommen
werden, da zur Versorgung der einzelnen Hydraulikverbraucher nur das am Oberwagen
befindliche Hydraulikaggregat zur Verfügung steht.
[0007] Wie bereits erläutert, ist diese separate Versorgung der einzelnen Hydraulikverbraucher
jedoch sehr aufwendig und führt insbesondere bei weit von dem Hydraulikaggregat beabstandeten
Hydraulikverbrauchern infolge sehr langer Hydraulikschläuche zu Problemen. Insbesondere,
da infolge der immer weiter zunehmenden Anforderungen, die an Mobilkrane von der modernen
Bauindustrie gestellt werden, die Auslegerlängen immer größer und länger dimensioniert
werden und zwischenzeitlich Längen von 100 Metern bei weitem übersteigen, treten Probleme
bei der Versorgung von Kolbenzylindereinheiten auf, die beispielsweise am Kopf des
Hauptauslegers angeordnet sind.
[0008] Die Versorgung dieser Hydraulikverbraucher lässt sich mit der beschriebenen Anordnung
weder wirtschaftlich noch technisch kaum mehr realisieren, da die Hydraulikschläuche
bereits wegen ihres hohen Eigengewichtes infolge der sehr großen Hauptauslegerlängen
so schwer werden, dass sie in größer Höhe zum Abreißen neigen. Zwar können die Dimensionen
der Schläuche und insbesondere die Wandungsdicken sowie die Durchmesser bis zu einem
gewissen Maß vergrößert werden, jedoch ist diese Maßnahme durch das zulässige Wickelvolumen
der Schlauchtrommel begrenzt.
[0009] Ein weiteres Problem, das sich bei der Versorgung von Kolbenzylindereinheiten in
großer Höhe mittels eines zentral am Oberwagen angeordneten Hydraulikaggregates ergibt,
besteht darin, dass infolge der erforderlichen vorzuhaltenden Schlauchlänge, die beispielsweise
am Kranoberwagen auf einer Schlauchtrommel aufgewickelt ist, das Schlauchgewicht sehr
groß wird. Die Anordnung sehr schwerer Komponenten wie beispielsweise einer solchen
sehr schweren Schlauchtrommel erweist sich jedoch aufgrund der in Deutschland auf
12t begrenzten zulässigen Achslast und des von großen Schlauchtrommeln benötigten
zusätzlichen Platzbedarfs als ungünstig.
[0010] So zeigt die EP 1 081 088 A1 einen Fahrzeugkran mit Teleskopausleger und daran angebrachtem
Hilfsausleger. Zur Verstellung der Neigung des Hilfsauslegers gegenüber dem Teleskopausleger
ist eine Kolbenzylindereinheit vorhanden, die über ein übliches Hydraulikaggregat,
das am Unter- oder Oberwagen des Fahrzeugkranes angeordnet ist, mit hydraulischer
Energie versorgt wird. Wie bei dem eingangs genannten Stand der Technik müssen sich
also Hydraulikleitungen über die gesamte Länge des Teleskopauslegers erstrecken. Die
EP 1 081 088 A1 zeigt somit einen gattungsgemäßen Mobilkranausleger der eingangs genannten
Art.
[0011] Ein ähnlicher Fahrzeugkran mit an einem Teleskopausleger anbringbaren, über Hydraulikzylinder
wippbaren Hilfsausleger ist aus der US 4,394,914 A bekannt. Wiederum werden die Hydraulikzylinder
über das vorhandene Hydrauliksystem des Fahrzeugkrans betrieben. Beide Mobilkrane
sind also mit den zuvor beschriebenen Problemen behaftet.
[0012] Aus der US 5, 721, 707 A ist ein auf einem Pick-Up angebrachter Arm zum Anheben und
Absenken einer Plattform gezeigt, die zum Aufnehmen eines Rollstuhls ausgebildet ist.
Der Arm und die Plattform sind durch verschiedene Hydraulikzylinder verstellbar. Offensichtlich
erfolgt die Versorgung der Hydraulikzylinder mit Hydrauliköl in üblicher Weise durch
ein auf dem Pick-Up befindlichen Hydraulikaggregat.
[0013] In der DE 34 11 051 A1 ist ein elektro-hydraulischer Bordkran offenbart. Dieser umfasst
einen Kranausleger, der an seinem Fußende um eine horizontale Achse am Turm wippbar
angelenkt ist. Ein Hydraulikzylinder zur Verstellung der Neigung des Auslegers ist
zum einen am unteren Teil des Kranauslegers und zum anderen an einem Drehturmgelenk
angelenkt. Ein Hydraulikaggregat für alle Antriebe und insbesondere auch für den genannten
Hydraulikzylinder ist im unteren Bereich der Anlenkung des Auslegers angeordnet. Es
ist davon auszugehen, dass dieses Hydraulikaggregat nicht als autarkes Aggregat ausgebildet
ist, sondern über Versorgungsleitungen mit elektrischer oder hydraulischer Energie
vom Drehturm her versorgt wird.
[0014] Ein Turmdrehkran mit in seiner Neigung veränderbarem Ausleger ist in der US 3,944,081
gezeigt. Dieser Ausleger wird über Hydraulikzylinder in seiner Neigung verändert.
Hierzu ist ein Hydraulikaggregat auf einer festen, horizontal ausgerichteten Plattform
an einem während des Kranbetriebs senkrecht ausgerichteten Turm angeordnet.
[0015] Zwar ist es aus der EP 0 672 612 A 1 oder aus der JP 11286395 bereits bekannt, an
einer an einem Teleskoparm angebrachten Arbeitsbühne ein autarkes Hydraulikaggregat
vorzusehen, mittels welchem die Arbeitsbühne durch Betätigung von hydraulischen Kolben-ZylinderEinheiten
stets in der Horizontalen gehalten werden kann. Die Anordnung eines derartigen Hydraulikaggregates
an einer stets ausnivellierten Arbeitsbühne weist jedoch die Besonderheit auf, dass
das Hydraulikaggregat nur dann fehlerfrei funktioniert, wenn die Arbeitsbühne auch
wirklich horizontal ausnivelliert ist. Sollte sich nämlich die Arbeitsbühne neigen,
so würde dies auch dazu führen, dass das Hydraulikaggregat sich mit neigt, was bereits
bei geringen Abweichungen aus der Horizontalen zu einem Trockenlaufen der Hydraulikpumpe
des Hydraulikaggregates führt, was wiederum eine Fehlfunktion des Hydraulikaggregates
zur Folge hat.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0016] Ausgehend von den zuvor beschriebenen Problemen bei der Versorgung einer an einem
Mobilkranausleger angeordneten Kolbenzylindereinheit, die über ein beispielsweise
am Oberwagen eines Mobilkrans angeordnetes Hydraulikaggregat zentral versorgt wird,
wird gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ein Mobilkranausleger mit
einem daran angeordneten autarken Hydraulikaggregat zur Speisung zumindest eines an
dem Kranausleger angeordneten Hydraulikverbrauchers mit hydraulischer Energie bereitgestellt.
Ein erfindungsgemäßer Mobilkranausleger eines Teleskop- oder Gittermastkranes besitzt
einen ersten Auslegerabschnitt und einen mit dem ersten Auslegerabschnitt über eine
erste Kolbenzylindereinheit kinematisch gekoppelten zweiten Auslegerabschnitt. Oberhalb
des ersten Drittels des Auslegers ist ein autarkes Hydraulikaggregat zur Speisung
der ersten Kolbenzylindereinheit mit hydraulischer Energie angeordnet. Der mit dem
ersten Auslegerabschnitt über die erste Kolbenzylindereinheit kinematisch gekoppelte
zweite Auslegerabschnitt wird durch Betätigung der ersten Kolbenzylindereinheit mittels
des Hydraulikaggregates in der Wippebene gewippt.
[0017] Gemäß der vorliegenden Erfindung ist dabei also das Hydraulikaggregat oberhalb des
ersten Drittels des Auslegers - gemessen von der Anlenkung des Auslegers am Oberwagen
- angeordnet. Insbesondere erweist es sich jedoch als vorteilhaft, das Hydraulikaggregat
in der oberen Hälfte des Auslegers anzuordnen, wobei eine Anordnung im obersten Drittel
jedoch als besonders günstig anzusehen ist. Im Falle, dass es sich bei dem Ausleger
um einen Teleskopkranausleger handelt, erweisen sich für die Anordnung des Hydraulikaggregates
im Bereich der genannten beispielhaften Anordnungsbereiche die Krägen der jeweiligen
Teleskopschüsse als besonders geeignet.
[0018] Selbstverständlich lässt sich das Hydraulikaggregat auch an beliebigen Stellen im
Inneren der Teleskopschüsse anordnen.
[0019] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird also ein Mobilkranausleger mit einem einen
Hauptausleger umfassenden ersten Auslegerabschnitt und einem autarken Hydraulikaggregat
bereitgestellt, das zur Speisung zumindest eines an dem Kranausleger angeordneten
Hydraulikverbrauchers mit hydraulischer Energie geeignet ist. Erfindungsgemäß kann
dabei das Hydraulikaggregat entweder am Kopf des ersten Auslegerabschnittes oder dem
daran anbringbaren zweiten Auslegerabschnitt angeordnet sein.
[0020] Der entweder am Kopf des ersten Auslegerabschnittes oder an einem daran anbringbaren
zweiten Auslegerabschnitt angeordnete Hydraulikverbraucher kann beispielsweise eine
erste Kolbenzylindereinheit sein, die beispielsweise zum Auf und Abwippen des an dem
ersten Auslegerabschnitt wippbar angeordneten zweiten Auslegerabschnitts geeignet
ist.
[0021] Der Erfindung liegt somit die der Gedanke zu Grunde, die Versorgung der an dem Mobilkranausleger
angeordneten Hydraulikverbraucher nicht mit Hilfe eines beispielsweise zentral am
Oberwagen des Krans angeordneten Hydraulikaggregates zu gewährleisten, das die hydraulische
Energie den jeweiligen Hydraulikverbrauchern über Schläuche zu Verfügung stellt, sondern
die Versorgung der Hydraulikverbraucher mit Hilfe eines dezentral angeordneten Hydraulikaggregates
sicher zu stellen, das in der Nähe des jeweiligen Hydraulikverbrauchers und dabei
insbesondere im oberen Bereich des Mobilkranausleger oder im Bereich der Anlenkung
eines möglicherweise vorhandenen zweiten Auslegerabschnittes angeordnet ist und sich
somit in der Nähe der dort zu versorgenden Kolbenzylindereinheiten befindet.
[0022] Der hier als erster Auslegerabschnitt bezeichnete Abschnitt des Mobilkranauslegers
kann beispielsweise ein teleskopierbarer Hauptausleger eines Teleskopkranes oder auch
der Hauptausleger eines mobilen Kranes mit Gittermastausleger sein, wobei selbstverständlich
der jeweilige erste Auslegerabschnitt, also der teleskopierbare Hauptausleger oder
der Gittermastausleger, an seinem Ende mit zumindest einem Zwischenstück verlängert
sein kann. An dem freien Ende dieses zumindest einen Zwischenstückes kann dann wiederum
ein zweiter Auslegerabschnitt anordnet werden, der mit Hilfe eines an dem ersten oder
an dem zweiten Auslegerabschnitt angeordneten Hydraulikaggregat gewippt werden kann.
[0023] Indem ein Hydraulikaggregat zur Hydraulikversorgung eines in großer Höhe angeordneten
Hydraulikverbrauchers, wie beispielsweise einer Kolbenzylindereinheit, in der Nähe
desselben angeordnet wird, entfallen die zuvor als problematisch erachteten Hydraulikversorgungsleitungen,
die üblicherweise zwischen dem in größer Höhe angeordneten Hydraulikverbraucher und
dem beispielsweise zentral am Oberwagen des Mobilkrans angeordneten Hydraulikaggregat
erforderlich werden.
[0024] Durch die hier vorgeschlagene Anordnung eines Hydraulikaggregates in großer Höhe
können diese Leitungen entfallen, so dass es sich hier um eine autarke Energieversorgung
zur Beschickung einer in großer Höhe angeordneten Kolbenzylindereinheit oder einem
beliebigen Hydraulikverbraucher wie beispielsweise einem Hydromotor handelt. Zwischen
dem Hydraulikaggregat und dem Kranoberwagen besteht lediglich eine elektrische Verbindung,
wie beispielsweise eine Busverbindung zur Steuerung des Hydraulikaggregates. Anstelle
der genannten Busverbindung ist es selbstverständlich ebenfalls möglich, das Hydraulikaggregat
über Funk zu steuern.
[0025] Bei dem Hydraulikaggregat selbst kann es sich beispielsweise um eine von einem Verbrennungsmotor,
wie beispielsweise einem Dieselmotor betriebene Hydraulikpumpe handeln, wobei zum
Betrieb der Hydraulikpumpe ebenso beispielsweise ein Elektromotor verwendet werden
könnte, was dann jedoch wiederum eine Kabelverbindung zum Oberwagen erforderlich machen
würde.
[0026] Wie zuvor beschrieben wurde, soll mit der vorliegenden Erfindung unter anderem eine
Möglichkeit geschaffen werden, eine in großer Höhe angeordnete Kolbenzylindereinheit
eines Mobilkranes zum Auf- und Abwippen einer Hauptauslegerverlängerung mit hydraulischer
Energie zu versorgen, ohne dass dabei die den bekannten, zwischen der Kolbenzylindereinheit
und einem beispielsweise am Oberwagen eines Kranes angeordneten Hydraulikaggregates
angeordneten Hydraulikleitungen anhaftenden Probleme auftreten.
[0027] Selbstverständlich ist es mit Hilfe der hier vorgeschlagenen autarken Energieversorgung
ebenso möglich, weitere Hydraulikverbraucher, die im Bereich des Hydraulikaggregates
angeordnet sind, mit hydraulischer Energie zu speisen.
[0028] Beispielsweise kann mit dem Hydraulikaggregat eine an dem Hauptausleger oder an der
Hauptauslegerverlängerung angeordnete Seilrolle auf- und abgeklappt werden, die infolge
der Seilführung beim Abwippen der Hauptauslegerverlängerung erforderlich wird.
[0029] Ferner ist es ebenso möglich, mit dem Hydraulikaggregat eine Verbolzung der Hauptauslegerverlängerung
mit dem Hauptausleger vorzunehmen. Hierzu sind beispielsweise am Fuß der Hauptauslegerverlängerung
Verbolzungszylinder vorgesehen, die mit Hilfe des Hydraulikaggregates aktiviert bzw.
deaktiviert werden können, um so die Verbolzung zwischen Hauptauslegerverlängerung
und Hauptausleger zu lösen bzw. herzustellen.
[0030] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist
das Hydraulikaggregat an dem zweiten Auslegerabschnitt, wie beispielsweise einer wippbaren
Hauptauslegerverlängerung angeordnet. Die Anordnung des Hydraulikaggregats an dem
zweiten Auslegerabschnitt erweist sich, wenn zwischen den Kopf des Hauptauslegers
und einer Hauptauslegerverlängerung ein oder mehrere Zwischenstücke geschaltet sind,
dadurch als vorteilhaft, dass auch dann am höchsten Punkt des ersten Auslegerabschnittes,
der in diesem Falle am Kopf des letzten Zwischenstücks endet, stets eine autarke Energieversorgung
vorhanden ist. Das Hydraulikaggregat muss somit nicht erst vom Kopf des Hauptauslegers
entfernt und anschließend erneut an einem der Zwischenstücke montiert werden, sondern
befindet sich durch die Anordnung der Hauptauslegerverlängerung stets an der gewünschten
Position.
[0031] Um während des Auf- und Abwippens der Hauptauslegerverlängerung einen fehlerfreien
Betrieb des an der Hauptauslegerverlängerung angeordneten Hydraulikaggregats sicherzustellen,
ist dieses um zumindest eine Achse drehbar gelagert, so dass es sich während des gesamten
Wippvorgangs relativ zum Erdboden in einer im Wesentlichen stets gleich bleibenden
Stellung befindet. Somit kann, da sich das Hydraulikaggregat infolge der gelenkigen
Aufhängung stets seiner optimalen Betriebsposition befindet, ein Trockenlaufen der
Pumpe des Hydraulikaggregats vermieden werden, was bereits eingangs der vorliegenden
Anmeldung als problematisch beschrieben wurde.
[0032] Gemäß einem weiteren Aspekt der vorliegenden Erfindung kann eine hydraulisch betätigbare
Hauptauslegerverlängerung an dem Hauptausleger angebracht sein und dasautarke Hydraulikaggregat
ist hieran angeordnet. Diese Hauptauslegerverlängerung mit daran angeordnetem Hydraulikaggregat
erweist sich dadurch als vorteilhaft, dass, indem die Hauptauslegerverlängerung eine
eigene Hydraulikversorgung aufweist, keine zusätzlichen Energieversorgungsleitungen
vom Oberwagen eines Krans zu der Hauptauslegerverlängerung geführt werden müssen.
Die Einsparung dieser üblicherweise vorzusehenden Versorgungsleitungen erweist sich
insbesondere dann als vorteilhaft, wenn die Hauptauslegerverlängerung nicht direkt
am Hauptausleger eines Krans angeordnet wird, sondern wenn zwischen Hauptauslegerverlängerung
und Hauptausleger ein oder mehrere Zwischenstücke geschaltet werden. Die normalerweise
im Bereich der Zwischenstücke zusätzlich vorzusehenden Hydraulikleitungen können hier
entfallen, was ein schnelleres Rüsten des Krans möglich macht.
[0033] Darüber hinaus ist eine derartige Hauptauslegerverlängerung mit einer eigenen autarken
Energieversorgung wesentlich vielseitiger und schneller einsatzbereit, da zur Betätigung
der Hauptauslegerverlängerung, also zum Auf- oder Abwippen, keine zusätzlichen Leitungen
zur Hydraulikversorgung verlegt werden müssen. Infolge dessen kann die erfindungsgemäße
Hauptauslegerverlängerung an beliebigen Hauptauslegern oder an daran angeordneten
Zwischenstücken sehr schnell gerüstet und ohne, dass zusätzliche hydraulische Leitungen
verlegt werden müssten, sofort auf- und abgewippt werden.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0034] Im Folgenden wird zum besseren Verständnis und zur weiteren Erläuterung ein Ausführungsbeispiel
der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine Ansicht eines Teleskopkrans, wobei der Kranausleger in einer abgelegten und
in einer aufgerichteten Stellung gezeigt ist;
- Fig. 2
- ist eine Detailansicht des in der Fig. 1 markierten Ausschnitts Z;
- Fig. 3
- ist eine weitere Detailansicht des Ausschnitts Z der Fig. 1;
- Fig. 4
- ist eine der Fig. 1 entsprechende Ansicht eines Teleskopkrans mit zwei zwischen Hauptauslegerverlängerung
und Hauptausleger zwischengeschalteten Zwischenstücken;
- Fig. 5a
- ist eine Ansicht eines mobilen Raupenkrans mit einem zweiteiligen Gittermastausleger;
- Fig. 5b
- ist eine Detailansicht des Koppelbereichs der beiden Gittermastauslegerabschnitte
der Fig. 5a;
- Fig. 5c, 5d
- sind weitere Ansichten des mobilen Raupenkrans der Fig. 5a;
- Fig. 6
- zeigt ein Schaltschema der Hydraulikversorgung.
[0035] In allen Figuren hinweg sind gleiche Teile mit übereinstimmenden Bezugszeichen gekennzeichnet.
BESCHREIBUNG DER BEISPIELHAFTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN DER ERFINDUNG
[0036] In der Fig. 1 ist ein Mobilkran gezeigt, wobei der Ausleger 1, 2 des Mobilkrans in
zwei unterschiedlichen Stellungen gezeigt ist: einer ersten abgelegten Stellung I
und einer zweiten, mit Hilfe einer Kolbenzylindereinheit 26 aufgerichteten Stellung
II. In der aufgerichteten Stellung II befindet sich der austeleskopierbare Hauptausleger
1 in seinem vollständig austeleskopierten Zustand. Der Hauptausleger 1 besteht aus
einem Grundkasten 10 und weiteren sechs darin ein- und austeleskopierbaren Teleskopschüssen
5 bis 9. Zur Vereinheitlichung der im Rahmen der vorliegenden Anmeldung verwendeten
Terminologie wird der aus dem Grundkasten 10 und den Teleskopschüssen 4 bis 9 gebildete
Hauptausleger auch als erster Auslegerabschnitt 1 bezeichnet, wobei der erste Auslegerabschnitt
1 jedoch auch der Hauptausleger eines Gittermastkranes sein kann, wie noch später
erläutert wird.
[0037] Wie aus der Fig. 1 ferner erkannt werden kann, ist am Kopf des ersten Auslegerabschnittes
eine Hauptauslegerverlängerung 2 angelenkt. Die Hauptauslegerverlängerung 2 besteht
aus einer ersten Kastenspitze 14 und einem Gittermastausleger 15, der am Fuße gelenkig
mit dem Kopf des ersten Auslegerabschnitt 1 verbunden ist. Zur Vereinheitlichung der
im folgenden verwendeten Terminologie wird die Hauptauslegerverlängerung 2, bestehend
aus der Kastenspitze 14 und dem Gittermastausleger 15 auch als zweiter Auslegerabschnitt
2 bezeichnet. Der zweite Auslegerabschnitt 2 kann selbstverständlich abweichend von
der hier dargestellten beispielhaften Ausführungsform auch nur beispielsweise aus
dem Gittermastausleger 15 bestehen. Anstelle einer Kastenspitze 2 kann selbstverständlich
auch eine Gittermastspitze verwendet werden.
[0038] Wie aus der Fig. 1 ferner entnommen werden kann, ist der zweite Auslegerabschnitt
2 in der Wippebene um den Anlenkpunkt A verschwenkbar. Um in einer abgewippten Stellung
des zweiten Auslegerabschnitts eine sichere Seilführung des Hubseils 18 zu gewährleisten,
wird dieses vom Oberwagen 11 des Mobilkrans über eine hydraulisch auf- und abklappbare
Seilrolle 17 zur Spitze des zweiten Auslegerabschnitts 2 geführt. In der gestreckten
Stellung des zweiten Auslegerabschnitts kann diese Seilrolle 17 jedoch entbehrlich
sien, da in der gestreckten Stellung das Seil 18 vom Oberwagen 11 bis zur Spitze des
zweiten Auslegerabschnitts geradlinig, ohne dass Umlenkstellen erforderlich werden,
verläuft. In der gestreckten Stellung des zweiten Auslegerabschnitts 2 kann daher
die Seilrolle 17 an den Ausleger 1, 2 angelegt werden.
[0039] Die Fig. 2 zeigt den in der Fig. 1 mit "Z" bezeichneten Ausschnitt im Bereich der
Anlenkung des zweiten Auslegerabschnitts 2 am Kopf des ersten Auslegerabschnitt im
Detail. Wie aus der Fig. 2 erkannt werden kann, ist der Gittermastausleger 15 des
zweiten Auslegerabschnittes 2 am Kopf des ersten Auslegerabschnitts an der Stelle
"A" gelenkig mit einem hydraulisch betätigbaren Verbolzungszylinder 28a verbolzt.
Selbstverständlich erkennt der Fachmann, dass, wenn hier von einer Verbolzung an der
Stelle A die Rede ist, der Gittermastausleger 15 an einer zweiten Stelle mit dem Kopf
des ersten Auslegerabschnitts verbunden ist, die sich symmetrisch zur Wippebene des
Auslegers in der Tiefe der Zeichenebene befindet. Die beiden Verbolzungen können sich
somit beispielsweise in der Verlängerung der beiden Untergurte am Fuß des zweiten
Auslegerabschnittes befinden. Durch diese Verbolzung ist der zweite Auslegerabschnitt
2 um die Achse A, die durch diese beiden Verbolzungsstellen definiert wird, verschwenkbar.
Um den zweiten Auslegerabschnitt 2 mit dem ersten Auslegerabschnitt 1 fest zu verbinden,
können beide Auslegerabschnitte 1, 2 an der Stelle C miteinander ebenfalls mit einem
hydraulisch betätigbaren Verbolzungszylinder 28bverbolzt werden.
[0040] Im Inneren des Gittermastauslegers 15 ist gemäß der vorliegenden Erfindung das Hydraulikaggregat
19 angeordnet. Wie aus der vorangehenden allgemeinen Beschreibung der Erfindung deutlich
wurde, kann das Hydraulikaggregat 19 selbstverständlich auch an dem ersten Auslegerabschnitt
1 und hierbei insbesondere am Kopf des innersten Teleskopschusses angeordnet werden.
Eine weitere platzsparende Möglichkeit zur Anordnung des Hydraulikaggregates 19, kann
beispielweise darin bestehen, das Aggregat 19 im innersten Teleskopschuss 4 zu platzieren.
Um die Funktionsfähigkeit des Hydraulikaggregates 19 in beliebigen Stellungen des
zweiten Auslegerabschnitts 2 stets aufrecht zu erhalten, ist das Hydraulikaggregat
19 drehbar um die Achse "B" gelagert. Das Hydraulikaggregat 19 könnte beispielsweise
ein Dieselaggregat mit zugehöriger Hydraulikpumpe sein, wobei selbstverständlich anstelle
des Dieselmotors auch ein Elektromotor verwendet werden könnte. Wie der Fig. 2 weiter
entnommen werden kann, ist das Hydraulikaggregat 19 über eine Hydraulikleitung 22
mit zwei Kolbenzylindereinheiten 16 verbunden, wobei aufgrund der hier gezeigten Ansicht
der Anordnung nur eine Kolbenzylindereinheit 16 sichtbar ist. Der besseren Übersicht
halber ist hier ferner die zweite Hydraulikleitung, die zur Bewegung der Kolbenzylindereinheit
in die entgegengesetzte Richtung erforderlich ist, nicht dargestellt.
[0041] Der Kopf des ersten Auslegerabschnitts 1 ist mit dem Fuß des zweiten Auslegerabschnitts
2 bzw. dem Fuß des Gittermastauslegers 15 über die beiden Kolbenzylindereinheiten
16 kinematisch gekoppelt. In der hier gezeigten beispielhaften Ausführungsform der
vorliegenden Erfindung ist der Zylinder der jeweiligen Kolbenzylindereinheit 16 an
der Oberseite des Gittermastauslegers 15 und der jeweils zugehörigen Zylinder am Kopf
des ersten Auslegerabschnitts 1 angelenkt.
[0042] Ferner ist an der Oberseite des Gittermastauslegers 15 eine Seilrolle 17 angeordnet,
die über eine weitere Kolbenzylindereinheit 21 durch Betätigung des Hydraulikaggregates
19 an die Oberseite des Gittermastauslegers 15 angelegt werden kann.
[0043] Wie eingangs der vorliegenden Erfindung bereits erläutert wurde, dient das Hydraulikaggregat
19 vornehmlich dazu, die ersten Kolbenzylindereinheiten 16 zu betätigen, um durch
das Ausfahren der Kolbenzylindereinheiten 16 den zweiten Auslegerabschnitt 2 abzuwippen,
wie dies in der Fig. 3 dargestellt ist. Ferner kann mit Hilfe des Hydraulikaggregates
19 über die Hydraulikleitung 23 die zweite Kolbenzylindereinheit 21 betätigt werden,
um die klappbare Seilrolle 17 an den zweiten Auslegerabschnitt 2 anzulegen bzw. davon
abzuklappen. Auch hier ist der besseren Übersicht halber die zweite Hydraulikleitung,
die zur Bewegung der Kolbenzylindereinheit in die entgegengesetzte Richtung erforderlich
ist, nicht dargestellt.
[0044] Wie eingangs der Figurenbeschreibung der Fig. 2 erläutert wurde, ist der erste Auslegerabschnitt
1 mit dem zweiten Auslegerabschnitt 2 über die hydraulisch betätigbaren Verbolzungszylinder
28a, 28b verbunden. Die Versorgung der Verbolzungszylinder 28a, 28b erfolgt hierbei
ebenfalls mit dem Hydraulikaggregat 19, das die erforderliche hydraulische Energie
den jeweiligen Verbolzungszylindern über jeweilige Hydraulikschläuche 29a bis 29d
zur Verfügung stellt. Neben der bereits beschrieben Möglichkeit die beiden Auslagerabschnitte
1, 2 mittels Verbolzung der symmetrisch zur Wippebene angeordneten Verbolzungszylinder
28a und Aktivierung der ersten Kolbenzylindereinheit in der Wippebene zu wippen, kann
der zweite Auslegerabschnitt 2 selbstverständlich auch aus der Wippebene herausgeklappt
werden. Hierzu werden mit Hilfe des Hydraulikaggregats 19 nur die beiden in der Zeichenebene
liegenden Verbolzungszylinder 28a, 28b ausgefahren, so dass der erste und der zweite
Auslegerabschnitt in der Achse A - C miteinender verbolzt sind. Die Achse A- C bildet
somit für den zweiten Auslegerabschnitt eine Drehachse, bezüglich derer er sich relativ
zum ersten Auslegerschnitt abklappen lässt. Diese Abklappbarkeit kann sich beispielweise
als sehr vorteilhaft erweisen, um den zweiten Auslegerabschnitt zum Transport an den
ersten Auslegerabschnitt anlegen zu können.
[0045] In der Fig. 3 ist das Detail "Z" nochmals dargestellt, wobei der zweite Auslegerabschnitt
2 jedoch mit Hilfe des Hydraulikaggregates 19 und der zugehörigen beiden Kolbenzylindereinheiten
16 abgewippt wurde. Wie hier deutlicher erkannt werden kann, ist der Kolben der ersten
Kolbenzylindereinheit 16 am Kopf des ersten Auslegerabschnitts 1 angelenkt und der
zugehörige Zylinder ist am Fußbereich des zweiten Auslegerabschnitts 2 angelenkt,
wobei selbstverständlich auch die umgekehrte Anordnung möglich ist. Ferner ist hier
deutlich zu erkennen, wie sich das Hydraulikaggregat 19 durch das Abwippen des zweiten
Auslegerabschnittes 2 um die Achse B herum drehen kann, was durch den Doppelpfeil
angedeutet ist. Ferner kann in der Fig. 3 erkannt werden, dass zum Abwippen des zweiten
Auslegerabschnitts 2 lediglich die Verbolzungszylinder 28a ausgefahren sind, wodurch
eine gelenkige Verbolzung des zweiten Auslegerabschnitts 2 in der Achse A hergestellt
wird, so dass der zweiten Auslegerabschnitts 2 durch Betätigung der Kolbenzylindereinheiten
16 mit dem Hydraulikaggregat abgewippt werden kann.
[0046] In der Fig. 4 ist ein Mobilkran gezeigt, der im Wesentlichen dem in der Fig. 1 dargestellten
Mobilkran entspricht, wobei jedoch am Kopf des innersten Teleskopschusses 4 zwei miteinander
verbolzte Zwischenstücke 24, 25 über eine Bolzenverbindung angebracht sind. Die Zwischenstücke
24, 25 sind zwei in Gitterbauweise hergestellte Hilfsauslegerteile, die jedoch selbstverständlich
auch in Kastenbauweise hergestellt sein können. Am Kopf des zweiten Zwischenstücks
25 ist analog zu der Fig. 1 eine Hauptauslegerverlängerung 2 angelenkt. Die Hauptauslegerverlängerung
2 besteht auch hier aus einer ersten Kastenspitze 14 und einem Gittermastausleger
15, der am Fuß gelenkig mit dem Kopf des ersten Auslegerabschnitts 1 verbunden ist,
der am Kopf des zweiten Zwischenstücks 25 endet.
[0047] Wie in der Fig. 4 schematisch dargestellt ist, ist im Bereich der Anlenkung des zweiten
Auslegerabschnittes erfindungsgemäß ein Hydraulikaggregat 19 angeordnet, das eine
erste Kolbenzylindereinheit 16, die zwischen dem Kopf des ersten Auslegerabschnitts
1 und dem Fuß des zweiten Auslegerabschnitts 2 angeordnet ist, mit hydraulischer Energie
speist. Wie aus der Fig. 4 ferner erkannt werden kann, kann durch Betätigung des Hydraulikaggregates
19 auch hier der zweite Auslegerabschnitt 2 um Achse A verschwenkt werden. Zwar ist
auch hier in Analogie zu den Fig. 1 bis 3 das Hydraulikaggregat als am zweiten Auslegerabschnitt
angeordnet dargestellt, jedoch kann auch hier das Hydraulikaggregat 19 selbstverständlich
am Ende des ersten Auslegerabschnitts 2, also beispielsweise am Kopf des zweiten Zwischenstücks
25 angeordnet werden.
[0048] Die Anordnung des Hydraulikaggregates 19 am zweiten Auslegerabschnitt 2 erweist sich
jedoch als vorteilhaft, da dadurch der Rüstaufwand verringert werden kann, um den
in der Fig. 1 gezeigten Mobilkran in den in der Fig. 2 gezeigten durch den Einbau
zweier Zwischenstücke 24, 25 umzurüsten. Im Falle dass die Hydraulikeinheit 19 am
zweiten Auslegerabschnitt angeordnet ist, muss für die genannte Umrüstung lediglich
der zweite Auslegerabschnitt einschließlich der Kobenzylindereinheit 16 entfernt,
die Zwischenstücke 24, 25 angebaut und anschließend daran der zweite Auslegerabschnitt
einschließlich der Kobenzylindereinheit 16 wider angelenkt werden. Ein separater Abbau
der Hydraulikeinheit 19 vom Kopf des innersten Teleskopschusses 4 und anschleißender
Wiederanbau am Kopf des zweiten Zwischenstückes 25 kann somit entfallen.
[0049] In den Fig. 5a bis 5d sind verschiedene Stellungen eines Raupenkrans mit einem zweiteiligen
Gittermastausleger 1, 2 dargestellt, dessen beide Auslegerabschnitte 1, 2 unter Einsatz
eines Hydraulikaggregates 19 und einer Kolbenzylindereinheit 16 miteinander kinematisch
gekoppelt sind. In der Fig. 5a befindet sich der gesamte zweiteilige Gittermastausleger
des Raupenkranes in einer auf dem Erdboden abgelegten Stellung. Zum Aufrichten des
gesamten Gittermastauslegers 1, 2 des Raupenkrans wird, wie in der Fig. 5c dargestellt
ist, durch Betätigung der Kolbenzylindereinheit durch das Hydraulikaggregates 19 zunächst
der zweite Auslegerabschnitt 2 aufgerichtet. Wie aus der Fig. 5c und noch besser aus
der Fig. 5b zu erkennen ist, ist auch hier der zweite Auslegerabschnitt 2 mit dem
ersten Auslegerabschnitt 1 in einer Achse A am Obergurt der beiden Auslegerabschnitte
1, 2 gelenkig verbolzt. Zwischen den beiden Untergurten der beiden Auslegerabschnitte
1, 2 ist eine erste Kolbenzylindereinheit 16 angeordnet, deren Kolben am ersten Auslegerabschnitt
und deren zugehöriger Zylinder am zweiten Auslegerabschnitt angelenkt ist. Erfindungsgemäß
ist, wie der Fig. 5b entnommen werden kann, am Kopf des ersten Auslegerabschnitts
ein Hydraulikaggregat 19 gelenkig gelagert angebracht, das zur Speisung der ersten
Kolbenzylindereinheit 16 mit hydraulischer Energie geeignet ist. Zwar ist in der Fig.
5b das Hydraulikaggregat 19 am ersten Auslegerabschnitt angeordnet dargestellt, jedoch
kann das Hydraulikaggregat 19 selbstverständlich auch am Fuß des zweiten Auslegerabschnitts
angeordnet werden. Dies würde sich im vorliegenden Fall sogar als günstiger Erweisen,
da dadurch die Länge des Hydraulikschlauchs 22 zur Speisung der Kolbenzylindereinheit
16 der Kolbenzylindereinheit 16 kürzer dimensioniert werden könnte.
[0050] Wie der Fig. 5c entnommen werden kann, wurde der zweite Auslegerabschnitt 2 mit Hilfe
des Hydraulikaggregats 19 und der Kolbenzylindereinheit 16 aus der in der Fig. 5a
dargestellten, auf dem Erdboden abgelegten Stellung in die hier dargestellte, fast
senkrechte Stellung bewegt. Um den gesamten Gittermastausleger 1, 2 in seine Betriebsstellung
zu bringen, wird, wie der Fig. 5d entnommen werden kann, der erste Auslegerabschnitt
1 über das Nackenseil 27 aufgerichtet. Gleichzeitig wird über weitere Betätigung des
Hydraulikaggregats 19 und somit der Kolbenzylindereinheit 16 der zweite Auslegerabschnitt
2 relativ zum ersten Auslegerabschnitt 1 wieder abgelassen, so dass in der Endstellung
letztendlich der Kopf des ersten Auslegerabschnittes 1 mit dem Fuß des zweiten Auslegerabschnitts
2 verbolzt werden kann. Zur Verbolzung der beiden Auslegerabschnitte 1, 2 kann selbstverständlich
auch hier wiederum das Hydraulikaggregat 19 verwendet werden, um die entsprechenden
Verbolzungszylinder zur Verbolzung der beiden Auslegerabschnitte 1, 2 zu betätigen.
[0051] Die Fig. 6 zeigt schließlich exemplarisch ein mögliches Hydrauliksystem, das schematisch
die Versorgung der Hydraulikverbraucher 16, 19, 28a bis 28d wiedergibt. Das dargestellte
Hydrauliksystem weist einen Neutralumlauf auf, was bedeutet, dass das Hydraulikaggregat
19 in einer nicht betätigten Stellung der Ventile 30 und 34 die Hydraulikflüssigkeit
nahezu drucklos zu dem Tank 33 fördert. Wird jedoch eines der Ventile 30 oder 34 betätigt,
so wird die Verbindung zu dem Tank 33 unterbrochen, so dass je nach Schaltstellung
der Ventile 30, 34 die Boden- oder Stangenseite der Zylinders der Hydraulikverbraucher
16, 21 oder 28a-28d mit Hydraulikflüssigkeit beschickt wird. Der sich dabei einstellende
Druck hängt von der Last an den jeweiligen Verbrauchern 16, 21 oder 28 ab. Maximal
kann sich jedoch nur ein Druck einstellen, der dem an dem Druckbegrenzungsventil 31
eingestelltem Druck entspricht.
[0052] Die Hydraulikverbraucher 16, 21 sind mit Lasthalteventilen 32 ausgerüstet, die der
Sicherung der Position Hydraulikverbraucher 16, 21 auch bei abgeschaltetem System
oder bei Leitungsbruch dienen. Die Lasthalteventile 32 sind hydraulisch entsperrbar,
was beispielweise durch direkte Ansteuerung über das Ventil 34 oder durch eine separate
Steuerölleitung 35 erfolgen kann.
[0053] Bei dem dargestellten Hydrauliksystem kann jeweils nur ein Hydraulikverbraucher gleichzeitig
angesteuert werden. Selbstverständlich kann das hier dargestellten Hydrauliksystem
auch so abgewandelt werden, dass auch mehrere Hydraulikverbraucher gleichzeitig betrieben
werden können.
[0054] Alternativ zu dem hier dargestellten Hydrauliksystem können zahlreiche weitere gängige
Steuerungskonzepte wie beispielweise Konstantdrucksysteme mit DBV oder Konstantstromsysteme
mit Druckwaage oder Verstellpumpen zum Einsatz kommen. Ebenso sind Kombinationen der
vorgenannten Systeme möglich. Darüber hinaus gibt es für die Lasthalteventile 32 zahlreiche
Alternativen wie beispielweise sitzdichte Ventile oder Senkbremsventile. Ferner ist
es nicht unbedingt erforderlich, jeden Verbraucher über ein eigenes Schaltventil 30
anzusteuern. Für die Ventile 30, 34 gibt es ebenfalls zahlreiche Varianten, die die
Schaltsegmente sowie Ansteuerung und Rückstellung betreffen.
[0055] In der Fig. 6 ist lediglich ein mögliches Hydrauliksystem dargestellt, wobei zur
Vereinfachung die üblichen Komfort- und Sicherheitsvorrichtungen, wie beispielsweise
variable Drosseln oder Filterung, nicht dargestellt sind, die der Fachmann jedoch
entsprechend zu realisieren weiß.
1. Mobilkranausleger (1, 2) eines Teleskop- oder Gittermastkranes mit:
- einem ersten wippbaren Auslegerabschnitt(1),
- einen mit dem ersten Auslegerabschnitt (1) über eine erste Kolbenzylindereinheit
(16) kinematisch gekoppelten zweiten Auslegerabschnitt (2), wobei der zweite Auslegerabschnitt
(2) durch Betätigung der ersten Kolbenzylindereinheit (16) in der Wippebene gewippt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass an dem Mobilkranausleger (1, 2) oberhalb des ersten Drittels des Auslegers (1, 2)
ein autarkes Hydraulikaggregat (19) zur Speisung zumindest der ersten Kolbenzylindereinheit
(16) mit hydraulischer Energie angeordnet ist.
2. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1, wobei der erste Auslegerabschnitt (1) ein Hauptausleger
(4-10) ist und das Hydraulikaggregat (19) entweder am Kopf des ersten Auslegerabschnittes
(1) oder an einem daran anbringbaren zweiten Auslegerabschnitt (2) angeordnet ist.
3. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei die erste Kolbenzylindereinheit
(19) zwischen dem Kopf des ersten Auslegerabschnittes(1) und dem Fuß des zweiten Auslegerabschnittes
(2) angeordnet ist.
4. Mobilkranausleger gemäss einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der zweite Auslegerabschnitt
eine Hauptauslegerverlängerung (2) ist.
5. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 2, wobei der erste Auslegerabschnitt (1) zumindest
ein Zwischenstück (24, 25) umfasst, das zwischen dem zweiten Auslegerabschnitt (2)
und dem Hauptausleger (4-10) angeordnet ist.
6. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei das Hydraulikaggregat (19) eine
autarke Energieversorgungseinheit ist, die keine Energiezufuhrschläuche umfasst.
7. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1, 2 oder 6, wobei das Hydraulikaggregat (19) von
einem Brennstoff betriebenen Motor betrieben wird.
8. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1, 2, 6 oder 7, wobei das Hydraulikaggregat (19)
ein Dieselaggregat ist.
9. Mobilkranausleger gemäss einem der voranstehenden Ansprüche, wobei das Hydraulikaggregat
(19) um zumindest eine Achse (B) verdrehbar aufgehängt ist.
10. Mobilkranausleger gemäss Anspruch 1 oder 2, wobei das Hydraulikaggregat (19) weitere
an dem Kranausleger angeordnete Hydraulikverbraucher (21, 28a, 28b) speist.
11. Mobilkranausleger gemäss einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der erste Auslegerabschnitt
(1) mit dem zweiten Auslegerabschnitt (2) über hydraulisch betätigbare Verbolzungen
(28a, 28b) verbunden ist, die mit Hilfe des Hydraulikaggregats(19) betätigt werden.
12. Mobilkranausleger gemäss einem der voranstehenden Ansprüche, wobei an dem ersten Auslegerabschnitt(1)
oder an dem zweiten Auslegerabschnitt (2) eine mittels einer zweiten Kolbenzylindereinheit
(21) auf- und abklappbare Seilrolle (17) zur Führung eines Hubseiles (18) angeordnet
ist, wobei die zweite Kolbenzylindereinheit (21) zur Bewegung der Seilrolle (17) mit
Hilfe des Hydraulikaggregats (19) betätigt wird.
13. Mobilkranausleger gemäss einem der voranstehenden Ansprüche, wobei der zweite Auslegerabschnitt
(2) mit Hilfe einer zweiten Kolbenzylindereinheit, die durch das Hydraulikaggregat
(19) zu betreiben ist, senkrecht zu der Wippebene gewippt werden kann.
14. Mobilkran mit:
- einem fahrbaren Unterwagen,
- einem auf dem fahrbaren Unterwagen drehbar angebrachten Oberwagen,
- einem an dem Oberwagen wippbar angebrachten Mobilkranausleger (1, 2) gemäss einem
der Ansprüche bis 13.
1. A mobile crane boom (1, 2) of a telescopic crane or a lattice-boom crane comprising:
- a luffing first boom section (1),
- a second boom section (2) kinematically coupled to the first boom section (1) by
a piston-cylinder unit (16), wherein said second boom section (2) is pivoted in the
pivoting plane by operating of said first piston-cylinder unit (16),
characterized in that a self-sufficient hydraulic unit (1) is arranged on the mobile crane boom (1, 2)
above the first third of the boom (1, 2) for supplying hydraulic energy to at least
the first piston-cylinder unit (16).
2. The mobile crane boom of claim 1, wherein the first boom section (1) is a main boom
(4-10), and wherein said hydraulic unit (19) is arranged either at the head of said
first boom section (1) or at a second boom section (2) attachable to the first boom
section.
3. The mobile crane boom of claim 1 or 2, wherein said first piston-cylinder unit (19)
is arranged between the head of said first boom section (1) and the foot of said second
boom section (2).
4. The mobile crane boom of one of the preceding claims, wherein said second boom section
is a main boom extension (2).
5. The mobile crane boom of claim 2, wherein said first boom section (1) comprises at
least one intermediate portion (24, 25) arranged between said second boom section
(2) and said main boom (4-10).
6. The mobile crane boom of claim 1 or 2, wherein said hydraulic unit (1) is a self-sufficient
energy supply unit which does not comprise any energy supply hoses.
7. The mobile crane boom of claim 1, 2 or 6, wherein said hydraulic unit (19) is operated
by an internal combustion engine.
8. The mobile crane boom of claim 1, 2, 6 or 7, wherein said hydraulic unit (19) is a
diesel unit.
9. The mobile crane boom of one of the preceding claims, wherein said hydraulic unit
(19) is supported so that it may be rotated about at least one axis (B).
10. The mobile crane boom of claim 1 or 2, wherein said hydraulic unit (19) supplies other
hydraulic loads (21, 28a, 28b) arranged on said crane boom.
11. The mobile crane boom of one of the preceding claims, wherein said first boom section
(1) is connected to said second boom section (2) by hydraulically operable boltings
(28a, 28b) which are operated by means of said hydraulic unit (19).
12. The mobile crane boom of one of the preceding claims, wherein, at said first boom
section (1) or at said second boom section (2), a pulley (17) foldable up and down
by means of a second piston-cylinder unit (21) is arranged for guiding a lifting cable
(18), wherein said second piston-cylinder unit (21) is operated for moving said pulley
(17) with the aid of said hydraulic unit (19).
13. The mobile crane boom of one of the preceding claims, wherein said second boom section
(2) can be pivoted vertically to the pivoting plane with a second piston-cylinder
unit which is to be operated by said hydraulic unit (19).
14. A mobile crane comprising:
- a mobile carrier,
- a superstructure positioned to be slewed on the mobile carrier,
- a mobile crane boom (1, 2) according to any one of claims 1 to 13 luffably mounted
on the superstructure.
1. Flèche de grue mobile (1, 2) d'une grue télescopique ou d'une grue à pylône en treillis
comprenant :
- une première partie de flèche (1) pouvant être relevée,
- une deuxième partie de flèche (2) couplée cinématiquement à la première partie de
flèche (1), par une première unité de vérin à piston (16), où la deuxième partie de
flèche (2) est relevée, dans le plan de relevage, par actionnement de la première
unité de vérin à piston (16),
caractérisée en ce qu'un groupe hydraulique autonome (19), prévu pour l'alimentation en énergie hydraulique
d'au moins la première unité de vérin à piston (16), est disposé sur la flèche de
grue mobile (1, 2) au-dessus du premier tiers de la flèche (1, 2).
2. Flèche de grue mobile selon la revendication 1, où la première partie de flèche (1)
est une flèche principale (4 - 10), et le groupe hydraulique (19) est disposé soit
sur la tête de la première partie de flèche (1), soit sur une deuxième partie de flèche
(2) pouvant être montée sur cette première partie de.flèche.
3. Flèche de grue mobile selon la revendication 1 ou 2, où la première unité de vérin
à piston (16) est disposée entre la tête de la première partie de flèche (1) et la
base de la deuxième partie de flèche (2).
4. Flèche de grue mobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, où la
deuxième partie de flèche est un prolongement (2) de la flèche principale.
5. Flèche de grue mobile selon la revendication 2, où la première partie de flèche (1)
comprend au moins une pièce intermédiaire (24, 25) qui est disposée entre la deuxième
partie de flèche (2) et la flèche principale (4 - 10).
6. Flèche de grue mobile selon la revendication 1 ou 2, où le groupe hydraulique (19)
est une unité autonome d'alimentation en énergie qui ne comprend aucun tuyau flexible
d'alimentation en énergie.
7. Flèche de grue mobile selon les revendications 1, 2 ou 6, où le groupe hydraulique
(19) est actionné par un moteur fonctionnant avec un combustible.
8. Flèche de grue mobile selon les revendications 1, 2, 6 ou 7, où le groupe hydraulique
(19) est un groupe électrogène diesel.
9. Flèche de grue mobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, où le
groupe hydraulique (19) est monté en suspension de façon à pouvoir tourner au moins
autour d'un axe (B).
10. Flèche de grue mobile selon la revendication 1 ou 2, où le groupe hydraulique (19)
alimente d'autres éléments consommateurs d'hydraulique (21, 28a, 28b) disposés sur
la flèche de la grue.
11. Flèche de grue mobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, où la
première partie de flèche (1) est reliée à la deuxième partie de flèche (2) par des
assemblages boulonnés (28a, 28b) pouvant être actionnés hydrauliquement et qui fonctionnent
à l'aide du groupe hydraulique (19).
12. Flèche de grue mobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, où une
poulie à câble (17) pouvant être relevée et abaissée au moyen d'une deuxième unité
de vérin à piston (21) et servant au guidage d'un câble de levage (18) est disposée
sur la première partie de flèche (1) ou sur la deuxième partie de flèche (2), où la
deuxième unité de vérin à piston (21) est actionnée pour le mouvement de la poulie
à câble (17), à l'aide du groupe hydraulique (19).
13. Flèche de grue mobile selon l'une quelconque des revendications précédentes, où la
deuxième partie de flèche (2) peut être relevée perpendiculairement au plan de relevage,
à l'aide d'une deuxième unité de vérin à piston que le groupe hydraulique (19) fait
fonctionner.
14. Grue mobile comprenant :
- un châssis inférieur mobile,
- un châssis supérieur monté de façon à pouvoir tourner sur le châssis inférieur mobile,
- une flèche de grue mobile (1, 2) montée de façon à pouvoir être relevée sur le châssis
supérieur, selon l'une quelconque des revendications 1 à 13.