Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht von einem Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten gemäß der im Oberbegriff
des Patentanspruch 1 näher definierten Art aus.
[0002] Ein derartiges Ventil ist aus der
DE 101 40 529 A1 bekannt und beispielsweise bei einem Kraftstoffeinspritzventil, insbesondere bei
einem Common-Rail-Injektor einer Dieselbrennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges einsetzbar.
[0003] Das aus der
DE 101 40 529 A1 bekannte Ventil umfasst eine piezoelektrische Aktuatoreinheit, die einen Aktorfuß
und einen Aktorkopf aufweist. Der Aktorfuß stützt sich über eine abgerundete, ringförmige
Kante an einem Kegelsitz ab, der an einem Ventilgehäuse ausgebildet ist. Der Aktorkopf
wirkt auf ein Kopplermodul, das einen mit dem Aktorkopf verbundenen, sogenannten Stellkolben
umfasst, der über einen hydraulischen Koppler mit einem sogenannten Betätigungskolben
in Wirkverbindung steht. Der Betätigungskolben wirkt auf ein Ventilschließglied, das
mit einem Ventilsitz zusammenwirkt und mittels dem ein Fluidstrom steuerbar ist.
[0004] Durch die Lagerung des Aktorfußes über die abgerundete Kante an der Kegelfläche des
Ventilgehäuses können toleranzbedingte Schrägstellungen und montagebedingte Verschiebungen
des Aktorkopfes ausgeglichen werden. Zur Abdichtung ist im Bereich des Aktorfußes
ein O-Ring in einer Ringnut gelagert. Der O-Ring ist von dem Aktorkopf aus gesehen
hinter der abgerundeten Kante angeordnet.
[0005] Die aus der piezoelektrischen Aktuatoreinheit und dem Kopplermodul gebildete Baugruppe
bildet eine Ventilsteuereinheit des Kraftstoffeinspritzventils und dient zur Steuerung
einer in einem Injektormodul des Kraftstoffeinspritzventils angeordneten Düsennadel,
die mit zu einem Verbrennungsraum der Brennkraftmaschine führenden Einspritzöffnungen
zusammenwirkt.
[0006] Bei der Montage des bekannten Ventils wird der Aktorfuß durch eine Federhülse, die
das Kopplermodul umgibt, mit einer Kraft von etwa 700 N vorgespannt. Bei Ausgleich
einer toleranzbedingten Schrägstellung und von montagebedingten Verschiebungen des
Aktorkopfes entsteht im Bereich der eine Kugellagerung darstellenden abgerundeten
Kante ein Reibmoment. Dieses Reibmoment erzeugt in der piezoelektrischen Aktuatoreinheit
Biegespannungen, die zu Beschädigungen führen können.
[0007] Um Undichtigkeiten im Bereich der O-Ringdichtung zu vermeiden, sind die die Ringnut
für den O-Ring begrenzenden Bereiche des Aktorfußes mit einem geringen lateralen Spiel
in dem Ventilgehäuse angeordnet. Das geringe Spiel führt nachteilhafterweise dazu,
dass die mögliche Verdrehung des Aktorfußes sehr gering ist, wodurch gegebenenfalls
die auftretenden toleranzbedingten Verdrehungen und montagebedingten Verschiebungen
des Aktorkopfes nicht hinreichend ausgeglichen werden können.
[0008] Des weiteren besteht bei dem bekannten Ventil das Problem, dass der O-Ring zur Montage
in der Ringnut stark gedehnt werden muss, was einerseits einen erhöhten Montageaufwand
darstellt und andererseits verstärkt zu Verdrehungen des O-Rings führen kann, wobei
letztgenannte Verdrehungen in nachteilhafter Weise zu Undichtigkeiten führen können.
Vorteile der Erfindung
[0009] Das erfindungsgemäße Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten mit den Merkmalen nach
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, bei welchem Ventil die Kugelfläche des Aktorfußes
von dem Aktorkopf aus gesehen hinter der O-Ringdichtung angeordnet ist, hat den Vorteil,
dass durch entsprechende Anordnung der Kugelfläche im Vergleich zu dem einleitend
beschriebenen bekannten Ventil im Bereich der Kugellagerung bzw. der abgerundeten
Kante ein kleinerer Reibradius erreicht werden kann, was ein geringeres Widerstandsmoment
im Lagerbereich verursacht. Dies führt bei toleranzbedingten Verdrehungen und montagebedingten
Verschiebungen des Aktorkopfes zu einem kleineren Biegemoment, das auf die piezoelektrische
Aktuatoreinheit ausgeübt wird. Der Reibradius und die auftretenden Biegespannungen
in der piezoelektrischen Aktuatoreinheit können im Vergleich zu dem bekannten Ventil
um bis zu 50 Prozent reduziert werden.
[0010] Das erfindungsgemäße Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten bildet insbesondere eine
Ventilsteuereinheit eines Kraftstoffeinspritzventils, insbesondere eines Common-Rail-Injektors
einer Brennkraftmaschine eines Kraftfahrzeuges.
[0011] Bei einer bevorzugten Ausführungsform des Ventils nach der Erfindung ist die O-Ringdichtung
auf einem Bereich verringerten Durchmessers des Aktorfußes aufgeschoben. Die O-Ringdichtung,
die vorzugsweise einen Innendurchmesser hat, der geringfügig kleiner ist als der Durchmesser
des Bereichs des Aktorfußes mit dem verringerten Durchmesser, ist damit einfach und
sicher zu montieren, da die Gefahr von Verdrehungen des O-Rings, die nachteilhafterweise
zu Undichtigkeiten führen, während der Montage reduziert ist.
[0012] Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes nach der Erfindung
sind der Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen entnehmbar.
Zeichnung
[0013] Ein Ausführungsbeispiel des Ventils nach der Erfindung ist in der Zeichnung schematisch
vereinfacht dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Es zeigen
Figur 1 einen Längsschnitt durch ein Ventil nach der Erfindung in einer ausschnittsweisen
Darstellung; und
Figur 2 eine vergrößerte Darstellung des in Figur 1 gestrichelt umrandeten Bereichs
II.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0014] In den Figuren 1 und 2 ist eine Ventilsteuereinheit 1 eines Kraftstoffeinspritzventils
dargestellt, welches als Common-Rail-Injektor zur Einspritzung von vorzugsweise Dieselkraftstoff
in einen Verbrennungsraum einer hier nicht näher dargestellten Dieselbrennkraftmaschine
eines Kraftfahrzeuges dient.
[0015] Das Kraftstoffeinspritzventil umfasst neben der Ventilsteuereinheit 1 ein nicht näher
dargestelltes Düsenmodul, in welchem eine axial verschiebbare Düsennadel angeordnet
ist, die mit sogenannten Einspritzöffnungen, die zu dem Verbrennungsraum der Brennkraftmaschine
führen, in Wirkverbindung steht. Die Ventilsteuereinheit 1 dient zur Betätigung der
Düsennadel.
[0016] Die Ventilsteuereinheit 1 umfasst ein Ventilgehäuse 2, in welchem ein axial ausgerichteter
Kraftstoffzufuhrkanal 3, der zu dem Düsenmodul führt, und ein Aufnahmeraum 4 für eine
piezoelektrische Aktuatoreinheit 5 und ein hydraulisches Kopplermodul 6 ausgebildet
sind.
[0017] Das piezoelektrische Aktuatormodul 5 umfasst einen piezoelektrischen Aktor 7, der
zwischen einem Aktorfuß 8 und einem Aktorkopf 9 angeordnet ist. Zum Schutz vor Kraftstoff
ist die piezoelektrische Aktoreinheit 5 gekapselt, und zwar mittels einer rohrförmigen
Hülse 10, die mit dem Aktorfuß 8 fest verbunden ist, und einer den Aktorkopf 9 umgebenden
Wellbalgmembran 11, die mit der Hülse 10 verbunden ist und zur Aufnahme einer axialen
Lagerung des piezoelektrischen Aktors 7 ausgelegt ist.
[0018] Der Aktorkopf 9, der zur Übertragung der Längenveränderung des piezoelektrischen
Aktors 7 auf das Kopplermodul 6 dient, greift an einer mit einer korrespondierenden
Ausnehmung 12 versehenen Scheibe 13 an, die mit einem Stellkolben 14 des Kopplermoduls
6 fest verbunden ist, welcher wiederum über einen nicht dargestellten, als Hydraulikkammer
ausgebildeten hydraulischen Koppler mit einem ebenfalls nicht dargestellten Betätigungskolben
gekoppelt ist. Der Betätigungskolben ist wiederum mit einem Ventilschließglied verbunden,
das mit einem Ventilsitz zusammenwirkt und bei dessen Betätigung eine Druckveränderung
in einem Ventilsteuerraum des Düsenmoduls erfolgt, wodurch die Düsennadel eine axiale
Verschiebung erfährt, so dass die Einspritzöffnungen geöffnet bzw. geschlossen werden.
[0019] Das Kopplermodul 6 umfasst des Weiteren eine Federhülse 15, mittels der eine Vorspannung
des piezoelektrischen Aktormoduls 5 mit einer Kraft von etwa 700 N erfolgt.
[0020] Der Aktorfuß 8, der in Figur 2 näher dargestellt ist, ist gestuft ausgebildet und
umfasst einen sich direkt an den piezoelektrischen Aktor 7 anschließenden, ersten
Bereich 16, dessen Durchmesser etwa demjenigen des piezoelektrischen Aktors 7 entspricht
und der in einen zweiten Bereich 17 mittleren Durchmessers übergeht, an welchen sich
wiederum ein dritter Bereich 18 verringerten Durchmessers anschließt. Auf den Bereich
verringerten Durchmessers ist eine O-Ringdichtung 20 aufgepresst bzw. aufgeschoben,
die an der Wandung des Ventilgehäuses 2 anliegt. Der dritte Bereich 18 verringerten
Durchmessers des Aktorfußes 8 hat einen Durchmesser D1, der etwas größer ist als der
Innndurchmesser des O-Rings 20, so dass letzterer sicher auf dem dritten Bereich 18
verringerten Durchmessers des Aktorfußes 18 sitzt.
[0021] An den dritten Bereich 18 verringerten Durchmessers des Aktorfußes 8 schließt sich
in der dem piezoelektrischen Aktor 7 abgewandten Richtung eine als Kugellagerung ausgebildete
gekrümmte Fläche bzw. Kugelfläche 21 an, welche sich an einem Kegelsitz 22 abstützt,
der an dem Ventilgehäuse 2 ausgebildet ist. Die Kugelfläche 21 ist durch einen als
Reibradius bezeichneten Radius DR definiert, wobei eine Verkippung des Aktorfußes
8 über einen Drehpunkt X erfolgen kann.
[0022] Zwischen dem zweiten Bereich 17 mittleren Durchmessers des Aktorfußes 8 und der Wandung
des Ventilgehäuses 2 ist ein Spalt S ausgebildet, der so groß gewählt werden kann,
dass gegebenenfalls auftretende, toleranzbedingte Verdrehungen und/oder montagebedingte
Verschiebungen des Aktorkopfes 9 in radialer Richtung, die in Figur 1 exemplarisch
mit einem mit Y gekennzeichneten Doppelpfeil angedeutet sind, ausgeglichen werden
können. Hierzu trägt auch ein kleiner Abstand A bei, der zwischen dem Drehpunkt X
und dem Übergang zwischen einem zylindrischen Bereich 23 verringerten Durchmessers
des Aufnahmeraums 4 und einem konischen Bereich 24 des Aufnahmeraums 4 ausgebildet
ist.
1. Ventil zum Steuern von Flüssigkeiten, mit einer piezoelektrischen Aktuatoreinheit
(5), die einen Aktorfuß (8) und einen Aktorkopf (9) aufweist, der auf ein Kopplermodul
(6) wirkt, das mit einem Ventilschließglied verbunden ist, welches mit einem Ventilsitz
zusammenwirkt, wobei der Aktorfuß (8) sich über eine Kugelfläche (21) an einem Kegelsitz
(22) eines Ventilgehäuses (2) abstützt und am Umfang eine O-Ringdichtung (20) trägt,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kugelfläche (21) des Aktorfußes (8) auf der dem Aktorkopf (9) abgewandten Seite
der O-Ringdichtung (20) angeordnet ist.
2. Ventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die O-Ringdichtung (20) auf einen Bereich (18) verringerten Durchmessers (D1) des
Aktorfußes (8) aufgeschoben ist.
3. Ventil nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die O-Ringdichtung (20) einen Innendurchmesser hat, der geringfügig kleiner als der
Durchmesser (D1) des Bereichs (18) verringerten Durchmessers (D1) des Aktorfußes (8)
ist.
1. Valve for the control of liquids, with a piezoelectric actuator unit (5) which has
an actuator foot (8) and an actuator head (9) acting on a coupler module (6) connected
to a valve-closing member which cooperates with a valve seat, the actuator foot (8)
being supported via a spherical surface (21) on a conical seat (22) of a valve housing
(2) and carrying on the circumference an O-ring seal (20), characterized in that the spherical surface (21) of the actuator foot (8) is arranged on that side of the
O-ring seal (20) which faces away from the actuator head (9).
2. Valve according to Claim 1, characterized in that the O-ring seal (20) is pushed onto a region (18) of reduced diameter (D1) of the
actuator foot (8) .
3. Valve according to Claim 2, characterized in that the O-ring seal (20) has an inside diameter which is slightly smaller than the diameter
(D1) of the region (18) of reduced diameter (D1) of the actuator foot (8).
1. Soupape de commande de liquides, comprenant une unité d'actionneur piézoélectrique
(5), qui présente un pied d'actionnement (8) et une tête d'actionnement (9), qui agit
sur un module d'accouplement (6) qui est connecté à un organe de fermeture de soupape
qui coopère avec un siège de soupape, le pied d'actionnement (8) s'appuyant par le
biais d'une surface sphérique (21) contre un siège sphérique (22) d'un boîtier de
soupape (2) et portant à la périphérie un joint torique (20), caractérisée en ce que la surface sphérique (21) du pied d'actionnement (8) est disposée du côté du joint
torique (20) opposé à la tête d'actionnement (9).
2. Soupape selon la revendication 1, caractérisée en ce que le joint torique (20) est poussé sur une région (18) de diamètre réduit (D1) du pied
d'actionnement (8).
3. Soupape selon la revendication 2, caractérisée en ce que le joint torique (20) a un diamètre intérieur qui est légèrement plus petit que le
diamètre (D1) de la région (18) de diamètre réduit (D1) du pied d'actionnement (8).