[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Herstellen von Formteilen
mit den Merkmalen des Oberbegriffs der unabhängigen Patentansprüche. Insbesondere
eignet sich die Vorrichtung bzw. das Verfahren zum Druckgiessen in einem Kaltkammerverfahren,
insbesondere zum Aluminiumdruckguss. Druckguss ist ein weit verbreitetes, rationelles
Herstellverfahren zum Erzeugen von Formteilen. Dabei wird eine Schmelze aus dem zu
verformenden Material in eine Giesskammer gegeben und mittels eines Giesskolbens in
der Giesskammer in Richtung einer Giessform bewegt. Zuerst erfolgt die Bewegung der
Schmelze in der Giesskammer verhältnismässig langsam. Am Schluss wird die Schmelze
in einem sogenannten Schuss mit Druck in die Gussform gedrückt.
[0002] Ein Problem bei solchen Verfahren besteht darin, dass in der Schmelze Gase enthalten
sind, welche wenn möglich während der Bewegung der Schmelze aus dem Innern der Schmelze
entfernt werden sollten. Weil die Oberfläche der Schmelze in der Giesskammer mit kalten
Wänden in Kontakt steht, ergibt sich eine Bildung von Haut auf der Oberfläche der
Schmelze. In der Schmelze enthaltene Gase können daher nur schlecht austreten. Daraus
können sich Qualitätsprobleme ergeben.
[0003] Im Zusammenhang mit Giessverfahren ist es seit langem bekannt, Vibrationen zur Verbesserung
der Werkstückqualität einzusetzen. Aus JP 60 250 688 ist es beispielsweise bekannt,
eine Kolbenstange mit einem Druckkopf mit einem Resonator zu versehen. Mit dem Resonator
wird eine hoch frequente Schwingung erzeugt, die über den Kopf auf die Schmelze übertragen
wird. Damit soll bezweckt werden, dass die Schmelze auch in dünne Spalten der Gussform
gelangt.
[0004] In WO 2004/00273 ist eine Vorrichtung zur Umformung eines kristallisierbaren Materials
im flüssigen oder pastösen Zustand gezeigt. Gemäss dieser Offenbarung wird das Material
vor und/oder während des Umformens und/oder des Erstarrens zumindest in Teilbereichen
zu Schwingungen angeregt. Unter anderem wird darin vorgeschlagen, eine Schwingungserzeugungseinheit
mit der hydraulischen Druckleitung zu verbinden, welche zur Bewegung des Giesskolbens
dient.
[0005] Diese bekannten Vorrichtungen weisen aber alle bestimmte Nachteile auf. Insbesondere
ist es schwierig, über die hydraulische Druckleitung ausreichend rasch und kontrolliert
Schwingungen auf den Giesskolben zu übertragen. Die Anpassung des hydraulischen Systems
ist ausserdem aufwendig und teuer.
[0006] Beim Schuss der Schmelze in die Gussform treten auf den Giesskolben erhebliche Beschleunigungskräfte
auf. Es besteht daher die Gefahr der Zerstörung von Schwingaggregaten, welche wie
in JP 60 250 866 A gezeigt am Giesskolben angreifen.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Nachteile des Standes der
Technik zu vermeiden, insbesondere also eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Herstellen
eines Formteils zu schaffen, welches auf einfache Weise eine Verbesserung der Qualität
der Formteile erlaubt, insbesondere die Bildung von Haut auf der Oberfläche der Schmelze
verhindert oder reduziert. Die erfindungsgemässe Vorrichtung soll auf einfache Weise
hergestellt und betrieben werden können. Insbesondere soll die Vorrichtung trotz vibrierenden
Teilen hohe Standzeiten und hohe Zuverlässigkeit aufweisen.
[0008] Erfindungsgemäss werden diese Aufgaben mit einer Vorrichtung und einem Verfahren
mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
[0009] Die Vorrichtung zum Herstellen eines Formteils ist im Wesentlichen in herkömmlicher
Weise aufgebaut. Sie weist eine Giesskammer auf, welcher eine Schmelze zuführbar ist.
Ein Giesskolben zum Bewegen der Schmelze in eine Gussform ist verschiebbar in der
Giesskammer gelagert. Die Vorrichtung weist ein Antriebsaggregat zum Betätigen des
Giesskolbens auf. Typischerweise handelt es sich hier um einen hydraulischen Antrieb.
Die Vorrichtung ist mit wenigstens einem Schwingungserzeuger versehen, mit dem der
Giesskolben in Längsschwingungen versetzbar ist. Unter Längsschwingungen werden in
diesem Zusammenhang Schwingungen in Längsrichtung des Giesskolbens, das heisst Schwingungen
in dessen Bewegungsrichtung verstanden. Erfindungsgemäss ist der Giesskolben bzw.
eine den Giesskolben tragende Kolbenstange beweglich mit dem Antriebsaggregat verbunden.
Durch eine bewegliche Verbindung zwischen Giesskolben bzw. Kolbenstange und Antriebsaggregat
ergibt sich eine Entkopplung zwischen Giesskolben und Antriebsaggregat. Der Giesskolben
und die Kolbenstange können sich daher in gewissen Grenzen bezogen auf das Antriebsaggregat
bewegen. Durch diese Entkopplung lässt sich der Giesskolben in Schwingungen versetzen,
ohne dass diese auf das Antriebsaggregat übertragen werden.
[0010] Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist die Kolbenstange in
Längsrichtung beweglich mit dem Antriebsaggregat verbunden. Insbesondere kann eine
federnde Verbindung zwischen der Kolbenstange und dem Antriebsaggregat vorgesehen
sein. Auf Grund einer in Längsrichtung beweglichen, federnden Verbindung lässt sich
die Kolbenstange in Längsrichtung unabhängig vom Antriebsaggregat in Schwingungen
versetzen. Wenn beim Schuss Beschleunigungskräfte auftreten, werden diese nicht direkt
von der Kolbenstange auf das Antriebsaggregat übergeben, sondern durch Federn aufgefangen.
[0011] Besonders bevorzugt ist die Kolbenstange gelenkig mit dem Antriebsaggregat verbunden.
Insbesondere wenn die Schwingungsrichtung des Giesskolbens nicht absolut identisch
mit der Bewegungsrichtung des Antriebsaggregates ist, kann auf diese Weise ein Verklemmen
der Kolbenstange gegenüber dem Antriebsaggregat verhindert werden. Dadurch kann die
Abnützung verringert werden.
[0012] Bevorzugt ist also die Kolbenstange in der Art eines Kugelgelenks schwimmend und
unter Federkraft mit dem Antriebsaggregat verbunden. Dies ermöglicht eine von der
Bewegung des Antriebsaggregats unabhängige Schwingung des Giesskolbens, ohne dass
dabei das Risiko von Verklemmungen oder von Übertragung von Druckstössen besteht.
[0013] Bevorzugt weist die Kolbenstange an seinem der Schmelze abgewandten Ende einen Befestigungskopf
auf. Der Befestigungskopf ist wenigstens teilweise abgerundet und ist federnd in einer
Lagerpfanne eines Anschlussstücks des Antriebsaggregates gelagert. Typischerweise
kann der Befestigungskopf in Längsrichtung durch ein Federpaket im Anschlussstück
gehalten werden. Es wären aber auch andere in Längsrichtung bewegliche, federnde Lagerungen
möglich. So ist es denkbar, andere mechanisch gesteuerte oder auch pneumatische oder
hydraulische Vorrichtungen vorzusehen. Die aufgebrachte Kraft soll so dimensioniert
werden, dass während der Beaufschlagung der Schmelze mit einer Kraft der Giesskolben
und die Kolbenstange in der Längsrichtung beweglich bleiben, dass also z.B. Federn
nicht vollständig durchgedrückt werden. In der Schussphase herrscht höherer Druck.
Der Befestigungskopf der Kolbenstange kann ohne weiteres an der Innenfläche der Lagerpfanne
anliegen.
[0014] Bevorzugt ist der Befestigungskopf ausserdem mit Mitteln zum Reduzieren der Gleitreibung
zwischen dem Befestigungskopf und der Innenfläche der Lagerpfanne versehen. Typischerweise
kann dies ein Gleitring aus einem Material mit hohen Gleiteigenschaften, wie typischerweise
Teflon® sein. Es ist aber auch denkbar, den Befestigungskopf mit einer Beschichtung,
beispielsweise einer Teflonbeschichtung zu versehen. Das Risiko des Verklemmens zwischen
Antriebsaggregat und Giesskolben bei Disparallelität ihrer Bewegungen wird daher weiter
verringert.
[0015] Es ist ausserdem bevorzugt, die Oberfläche der Lagerpfanne aus einem Material auszubilden,
das im Vergleich zum Befestigungskopf eine grössere Härte aufweist. Typischerweise
kann die Oberfläche der Lageraufnahme hart verchromt oder ionitriert sein. Der Befestigungskopf
der Kolbenstange besteht typischerweise aus Stahl.
[0016] Gemäss einem weiteren Aspekt der Erfindung ist der Schwingungserzeuger direkt an
der Kolbenstange selbst angebracht. Dadurch lassen sich Schwingungen direkt auf die
Schmelze übertragen. Die komplexe Beeinflussung der Hydraulik des Antriebsaggregats
ist daher nicht nötig. Besonders bevorzugt ist eine solche direkte Anordnung des Schwingungserzeugers
an der Kolbenstange selbstverständlich insbesondere im Zusammenhang mit der vorstehend
beschriebenen entkoppelten Verbindung zwischen Giesskolben bzw. Kolbenstange und Antriebsaggregat.
[0017] Die Kolbenstange der erfindungsgemässen Vorrichtung kann in Betriebslage insbesondere
etwa horizontal verlaufen. In diesem Fall ist der Schwingungserzeuger bzw. dessen
Gehäuse bevorzugt in Betriebslage lotrecht nach unten gerichtet direkt an der Kolbenstange
angebracht. Der Schwingungserzeuger weist ein gewisses Gewicht auf. Durch die lotrecht
nach unten gerichtete Anordnung werden Drehmomente auf die Kolbenstange auf Grund
von Gravitationskraft auf den Schwingungserzeuger vermieden.
[0018] Typischerweise ist der Schwingungserzeuger zur Erzeugung von Schwingungen im niedrig
frequenten Bereich, typischerweise zwischen 5Hz und 100Hz, vorzugsweise zwischen 30Hz
und 50Hz ausgebildet.
[0019] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Lagerpfanne,
in der der Befestigungskopf der Kolbenstange gelagert ist, mit wenigstens einer Entlüftungsöffnung
versehen. Die Entlüftungsöffnung verhindert, dass sich zwischen der Oberfläche des
Befestigungskopfs und der Innenfläche der Lagerpfanne Luftkissen bilden, welche die
freie Bewegung der Kolbenstange bezüglich dem Antriebsaggregat behindern könnten.
[0020] Das erfindungsgemässe Verfahren zum Herstellen eines Formteils besteht im Wesentlichen
aus den Schritten des Einführens einer Schmelze in eine Giesskammer und des Drückens
der Schmelze in eine Gussform. Dazu wird ein Giesskolben verwendet. In einer ersten
Bewegungsphase wird die Schmelze aus der Giesskammer in Richtung des Gussform bewegt.
In einer zweiten Phase, der Schussphase, wird die Schmelze unter Druck in die Giessform
gedrückt. Erfindungsgemäss wird der Giesskolben in der Bewegungsphase in Längsrichtung
mit Schwingungen beaufschlagt.
[0021] Der Giesskolben wird dabei unabhängig vom Antriebsaggregat in Schwingungen versetzt,
sodass keine Schwingungen auf das Antriebsaggregat übertragen werden. Insbesondere
lässt sich das genannte Verfahren bevorzugt mit einer der vorstehend beschriebenen
Vorrichtungen durchführen.
[0022] Die Erfindung wird im Folgenden in Ausführungsbeispielen und an Hand der Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1:
- Eine schematische Darstellung einer erfindungsgemässen Vorrichtung,
- Figur 2:
- einen Querschnitt durch den Befestigungskopf einer Kolbenstange gemäss der Erfindung
entlang der Ebene A-A an Figur 3 und
- Figur 3:
- eine Draufsicht auf den Giesskolben gemäss Figur 2.
[0023] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemässe Vorrichtung 1 zum Herstellen eines Formteils
mit den Merkmalen der Erfindung. Die Vorrichtung 1 weist zwei Formteile 4a, 4b auf,
welche zusammen einen Hohlraum 26 begrenzen. Durch einen Zufuhrkanal 27 kann Metallschmelze
in den Hohlraum 26 eingepresst werden. Dadurch können Formteile hergestellt werden.
Die Gussformteile 4a, 4b sind auf bekannte Art und Weise bewegbar, so dass der Hohlraum
26 geöffnet werden kann. Der Mechanismus zum Bewegen der Formteile ist in Figur 1
nicht gezeigt. In den Zufuhrkanal 27 mündet eine Giesskammer 2, welche durch ein zylindrisches
Rohr 28 definiert wird. Das Rohr 28 weist eine Öffnung 29 auf. Metallschmelze S kann
aus einem Tiegel 20 durch die Öffnung 29 in die Giesskammer 2 eingefügt werden. Eine
im zylindrischen Rohr 28 verschiebbar gelagerte Kolbenstange 3a lässt sich in Richtung
L verschieben. Die Kolbenstange 3a trägt einen Giesskolben 3b. Durch Bewegung der
Kolbenstange 3a lässt sich in der Giesskammer 2 enthaltene Schmelze S in Richtung
Zufuhrkanal 27 und durch diesen in den Hohlraum 26 bewegen. Zum bewegen des Kolbenstange
3a ist diese mit einem schematisch dargestellten Anschluss 5 eines Antriebsaggregats
verbunden. Dieses Antriebsaggregat ist typischerweise ein Hydraulikzylinder.
[0024] Gemäss der Erfindung ist ein Schwingungserzeuger 6 an der Kolbenstange 3a angeordnet.
Der Schwingungserzeuger schwingt in Richtung A mit einer Frequenz von typischerweise
50Hz. Das den Gussformen 4a, 4b abgewandte Ende 7 der Kolbenstange 3a ist mit einem
Befestigungskopf 8 versehen. Der Befestigungskopf 8 ist in der Art eines Kugelgelenks
in einer Lagerpfanne 9 eines Anschlussstücks 10 befestigt. Das Anschlussstück 10 ist
mit dem Antriebsaggregat 5 verbunden oder verbindbar. Eine detailliertere Darstellung
der Befestigung findet sich in Figur 2.
[0025] Das Anschlussstück 10 ist mit einer Öffnung versehen, welche eine Lagerpfanne 9 zur
Aufnahme des Befestigungskopfs 8 der Kolbenstange 3a bildet.
[0026] Der Befestigungskopf 8 der Kolbenstange 3 weist eine abgerundete Oberfläche 14 auf.
Auf Grund der abgerundeten Form des Befestigungskopfs 8 ist dieser schwenkbar im Anschlussstück
10 gelagert. Im Bereich, in dem die abgerundete Oberfläche 14 die Innenfläche 16 der
Lagerpfanne 9 berührt, ist der Befestigungskopf 8 ausserdem mit einem Gleitring 13
aus Teflon® versehen. Ein Verschlussstück 30 ist mit Schrauben 17 (siehe Figur 3)
am Anschlussstück 10 befestigt. In Längsrichtung L ist der Befestigungskopf 8 in der
Lagerpfanne 9 durch ein aus Federn 11, 12 gebildetes Federpaket kraftschlüssig gehalten.
In Längsrichtung werden die Federn 12 durch ein Verschlussstück 30 in der Lagerpfanne
9 gehalten. Der Befestigungskopf 8 und die Lagerpfanne 9 sind derart dimensioniert,
dass ein schmaler Spalt 18 zwischen der Innenfläche 16 und der Oberfläche 14 gebildet
wird. Die Spaltbreite ist unter der Berücksichtigung der vom Antriebsaggregat 5 erzeugten
Kraft und der Federkraft sowie der Schwingungs-Amplitude der Kolbenstange 30 so gewählt,
dass der Befestigungskopf 8 nicht an die Innenfläche der Lagerpfanne 9 schlägt. Die
Federn 11, 12 sind derart dimensioniert, dass sie bei Betätigung des Anschlussstücks
10 mit dem Antriebsaggregat 5 in Längsrichtung L die Kolbenstange 3a und den die Schmelze
beaufschlagenden Giesskolben 3b verschieben, ohne dass ein Kontakt zwischen der Oberfläche
14 des Befestigungskopfs 8 und der Innenfläche 16 des Anschlussstücks 10 entsteht.
[0027] Die Kolbenstange 3a und insbesondere der Befestigungskopf 8 ist aus Spezial-Stahl
gefertigt. Das Anschlussstück 10 ist aus Spezial-Stahl gefertigt. Die Innenfläche
16 ist derart behandelt, dass sie eine grössere Härte aufweist als die Oberfläche
14 des Befestigungskopfs 8. Gemäss einem Ausführungsbeispiel ist die Oberfläche hart
verchromt. Sie könnte auch ionitriert sein. Als Federn werden beispielsweise Linear-Federn
verwendet werden.
[0028] Das Anschlussstück 10 ist mit einem Schraubgewinde 23 versehen. Über das Schraubgewinde
23 lässt sich das Anschlussstück 10 einfach mit dem in Figur 1 gezeigten Antriebsaggregat
5 verbinden. Es ist insbesondere auch einfach, je nach Anwendungsfall unterschiedliche
Kolbenstange 3a mit entsprechenden Anschlussstücken einzusetzen.
[0029] Gemäss der Erfindung ist die Kolbenstange 3a mit einem Schwingungserzeuger 6 versehen.
Aus Schwingungserzeuger 6 wird typischerweise ein herkömmlicher Vibrator verwendet.
In einem Abschnitt der Kolbenstange 3a ist diese mit einem Wulst 24 versehen. Der
Wulst 24 weist eine Nut 25 auf. Der Schwingungserzeuger 6 ist in Längsrichtung L formflüssig
in der Nut 25 angeordnet.
[0030] Mit dem Schwingungserzeuger 6 lässt sich die Kolbenstange 3a in Längsrichtung L vibrieren.
Auf Grund der schwimmenden Lagerung mit den Federn 11, 12 kann die Vibration in Richtung
L erfolgen, ohne dass das Antriebsaggregat 5 durch die Schwingungen beeinträchtigt
wird. Insbesondere kann auf Grund der kugelgelenkartigen Lagerung des Befestigungskopfes
8 im Anschlussstück 10 auch bei leichter Disparallelität zwischen der Schwingungsrichtung
L der Kolbenstange 3a und der Bewegungsrichtung des Antriebsaggregats 5 keine Verklemmung
zwischen dem Befestigungskopf 8 und dem Anschlussstück 10 entstehen. Das Risiko von
Verklemmungen wird zusätzlich durch den Gleitring 13 reduziert. Auf Grund der schwimmenden
Lagerung und auf Grund der kraftschlüssigen Verbindung mittels Federn 11, 12 ist auch
die Gefahr von beim Schluss auftretenden Druckstössen von der Kolbenstange 3a auf
das Anschlussstück 10 reduziert. Im Anschlussstück 10 bzw. im Verschlussstück 30 sind
ausserdem Entlüftungskanäle 15 vorgesehen, die im Zwischenraum zwischen der Innenfläche
16 des Anschlussstücks 10 und der Oberfläche 14 des Befestigungskopfs 8 bzw. in einer
Aufnahme für die Feder 12 münden. Dank der Entlüftungsöffnungen 15 kann bei Bewegung
des Befestigungskopfs 8 bezüglich der Lagerpfanne 9 die Bildung von Luftkissen oder
verhindert werden.
[0031] Die Kolbenstange 3a ist ausserdem in an sich bekannter Weise mit einem Kühlkanal
22 versehen. Durch den doppelwandig (nicht dargestellt) ausgebildeten Kühlkanal 22
kann ein Kühlmittel in der Kolbenstange 3a zirkulieren. Zur Zufuhr des Kühlmittels
ist eine Kühlmittelleitung 21 vorgesehen. Das Kühlmittel 21 erstreckt sich in Einbaulage
der Vorrichtung 1 im Lot nach unten. Der Schwingungserzeuger 6 erstreckt sich ebenfalls
im Lot nach unten. Dadurch werden auf Grund der Gravitationskraft erzeugte Drehmomente
verhindert, welche vom Schwingungserzeuger 6 und/oder von der Kühlmittelleitung 21
auf die Kolbenstange 3a wirken könnten.
[0032] In Figur 3 ist eine Draufsicht auf die Anordnung aus Figur 2 gezeigt. Die Abstützung
des Befestigungskopfs 8 in der Lagerpfanne 9 erfolgt durch je vier rotationssymmetrisch
angeordnete Federn 11, welche in Federaufnahmen des Anschlussstücks 10 angeordnet
sind und durch vier rotationssymmetrisch angeordnete Federn 12, welche in Verschlussstück
30 angeordnet sind. Die Verbindung zwischen Verschlussstück 30 und Anschlussstück
10 erfolgt über acht Schrauben 17.
1. Vorrichtung (1) zum Herstellen von Formteilen, insbesondere zum Druckgiessen in einem
Kaltkammerverfahren, insbesondere zum Aluminiumdruckgiessen,
mit einer Gaskammer (2) in welche eine Schmelze (S) zuführbar ist,
mit einem Giesskolben (3b) zum Drücken der Schmelze (S) in eine Gussform (4a, 4b)
und mit einer Kolbenstange (3b) für den Giesskolben (3b)
und mit einem Antriebsaggregat (5) zum Betätigen des Giesskolbens (3)
wobei die Vorrichtung mit wenigstens einem Schwingungserzeuger (6) versehen ist, mittels
welchem die Kolbenstange (3a) in Längsschwingungen versetzbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (3a) beweglich mit dem Antriebsaggregat (5) verbunden oder verbindbar
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (3a) in Längsrichtung (L) beweglich, insbesondere mit einer vorbestimmten
Federkraft zum Erzeugen eines Gegendrucks federnd mit dem Antriebsaggregat (5) verbunden
ist.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (3a) gelenkig mit dem Antriebsaggregat (5) verbunden ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (3a) an einem Ende (7) einen wenigstens teilweise abgerundeten Befestigungskopf
(8) aufweist, welcher federnd in einer Lagerpfanne (9) an einem Anschlussstück (10)
des Antriebsaggregats (5) gelagert ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungskopf (8) in Längsrichtung (L) durch ein Federpaket (11, 12) in Anschlussstück
(10) gehalten ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Befestigungskopf (8) mit Mitteln (13) zur Reduktion der Reibung zwischen einer
Oberfläche (14) des Befestigungskopfs (8) und einer Innenfläche (16) der Lagerpfanne
(9), insbesondere mit einem Gleitring, versehen ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche (14) der Lagerpfanne (9) aus einem Material mit im Vergleich zum Befestigungskopf
(8) grösserer Härte besteht, dass die Oberfläche (14) der Lagerpfanne (9) insbesondere
hart verchromt oder ionitriert ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Lagerpfanne (9) mit wenigstens einer Entlüftungsöffnung (15) versehen ist.
9. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 8, insbesondere zum Druckgiessen
in einem Kaltkammerverfahren, insbesondere zum Aluminiumdruckgiessen,
mit einer Giesskammer (2) in welche eine Schmelze (S) zuführbar ist,
mit einem Giesskolben (3b) zum Drücken der Schmelze (S) in eine Gussform (4a, 4b),
mit einer Kolbenstange (3a)
und mit einem Antriebsaggregat (5) zum Betätigen der Kolbenstange (3a)
wobei die Vorrichtung mit wenigstens einem Schwingungserzeuger (6) versehen ist, mittels
welchem der Giesskolben (3b) in Längsschwingungen versetzbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungserzeuger (6) direkt am Giesskolben (3b) oder an der Kolbenstange (3a)
angebracht ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Kolbenstange (3a) in Betriebslage
im Wesentlichen horizontal verläuft, dadurch gekennzeichnet dass der Schwingungserzeuger (6) in Betriebslage senkrecht nach unten gerichtet an der
Kolbenstange (3a) angebracht ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwingungserzeuger (6) zur Erzeugung von Schwingungen im Bereich von 5Hz bis
100Hz, vorzugsweise 30Hz bis 50Hz ausgebildet ist.
12. Verfahren zum Herstellen eines Formteils, insbesondere mit einer Vorrichtung nach
einem der Ansprüche 1 bis 11, bestehend aus den Schritten
- Einführen einer Schmelze (S) in eine Giesskammer (2)
- Drücken der Schmelze (S) in eine Gussform (4a, 4b) mittels eines Giesskolbens (3b),
wobei in einer Bewegungsphase die Schmelze (S) aus der
Giesskammer (2) in Richtung Gussform (4a, 4b) bewegt wird und
wobei in einer Schussphase die Schmelze (S) mit Druck in die Gussform (4a, 4b) gedrückt
wird,
dadurch gekennzeichnet, dass der Giesskolben (3b) oder eine den Giesskolben (3b) haltende Kolbenstange (3a) in
der Bewegungsphase in Längsrichtung (L) mit Schwingungen beaufschlagt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Kolbenstange (3a) unabhängig von einem Antriebsaggregat (5) zum Bewegen der Kolbenstange
(3a) während der Bewegungsphase in Schwingungen versetzt wird.