[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schmieren von Fahrtreppen oder Fahrsteigen
mit einem Schmiermittelbehälter, einer Schmiermittelzuführungsleitung und einer Steuervorrichtung,
wobei der Schmiermittelbehälter derart angeordnet ist, dass sich ein Schmiermittel
aus dem Schmiermittel behälter zu wenigstens einer Schmierstelle aufgrund der Schwerkraft
bewegt und ein Schmiermittelventil in der Schmiermittelzuführungsleitung angeordnet
ist.
[0002] An Fahrtreppen und Fahrsteigen gibt es Teile, die einer regelmäßigen Schmierung bedürfen.
Insbesondere sind dies die Stufenkette und die Antriebskette. Diese Schmierung wird
bisher durch Schmieren von Hand in regelmäßigen Intervallen oder durch vollautomatische
Schmieranlagen durchgeführt.
[0003] Bei vollautomatischen Schmieranlagen wird das Schmiermittel durch eine Schmiermittelfördereinrichtung
in Form einer Pumpe zu den Schmierstellen transportiert. Bei vollautomatischen Schmieranlagen
sind die Schmierstellen in allen räumlichen Richtungen verteilt und werden über Schmiermittelleitungen
mit Schmiermittel versorgt. Dabei ist die Position des Schmiermittelbehälters beliebig.
Vollautomatische Schmieranlagen haben einen hohen Verbrauch an Schmiermittel, da das
Schmiermittel unabhängig von der Betriebssituation zugeführt wird. Dies wirkt sich
nachteilig auf die Kosten und auch auf die Umwelt aus.
[0004] Darüber hinaus ist es bekannt, den Transport des Schmiermittels unter Ausnutzung
der Schwerkraft zu realisieren. Derartige Schmieranlagen werden auch als Fallstromschmierungen
bezeichnet. Bei diesen Schmieranlagen liegt die Schmierstelle unterhalb des Schmiermittelbehälters.
Durch Ausnutzung der Schwerkraft wird das Schmiermittel von einem Schmiermittelbehälter
zu den Schmierstellen transportiert. Die Schmiermenge wird durch Dosierelemente eingestellt.
Diese Dosierelemente justieren den Schmierfluss, sodass eine kontinuierliche Schmierung
entsteht.
[0005] Bei den bisher bekannten Fallstromschmierungen kann der Schmiermittelfluss nicht
beeinflusst werden, das heißt, es wird auch eine Schmierung vorgenommen, wenn die
Fahrtreppe oder der Fahrsteig steht. Außerdem kann mit derartigen Schmieranlagen nicht
auf wechselnde Umgebungsbedingungen eingegangen werden, die unterschiedliche Schmiermengen
erfordern. Weiters ist mit derartigen Anlagen ein unterschiedlicher Schmierbedarf
der Schmierstellen nicht realisierbar. Während der Lebensdauer einer Fahrtreppe oder
eines Fahrsteigs sind unterschiedliche Schmierzyklen zu berücksichtigen. Es kann keine
Unterscheidung zwischen einer Erstschmierung und einer Wartungsschmierung oder einer
kurzzeitigen Kontinuitätsschmierung vorgenommen werden.
[0006] Aus der JP 05319767 A ist eine Schmieranlage für eine Fahrtreppe bekannt. Ein Magnetventil
ist zwischen einem Schmiermitteltank und einer Schmiermittelzuführungsleitung angeordnet.
Das Magnetventil wird mittels einer Batterie betrieben. Eine Zeitsteuerung steuert
das Magnetventil unabhängig vom Betriebszustand.
[0007] Aus der JP 07076481 A ist eine automatische Schmieranlage für eine Fahrtreppe bekannt.
Es wird offenbart, Regen mittels eines Regensensors zu erkennen und das vom Regenwasser
ausgespülte Öl zu ersetzen. Wenn es regnet, wird eine Schmiermittelpumpe gestartet,
die die Schmierung auslöst. Somit kann das ausgewaschene Öl der Fahrtreppenkette wieder
zugeführt werden, sodass die Kette keinem größeren Verschleiß aufgrund des ausgewaschenen
Öls ausgesetzt wird. Es wird nicht berücksichtigt, ob die Fahrtreppe steht oder wie
viele Betriebsstunden sie bereits betrieben wurde.
[0008] Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Aufgabe, eine Vorrichtung zum Schmieren von
Fahrtreppen und Fahrsteigen anzugeben, bei der der Schmierfluss bedarfsgerecht gesteuert
werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung durch die Merkmale des
unabhängigen Anspruchs gelöst.
[0010] Die Erfindung basiert auf dem Gedanken, dass eine Fahrtreppe oder ein Fahrsteig mit
unterschiedlichen Einstellungen betrieben wird. Diese unterschiedlichen Einstellungen
sind in anlagenspezifischen Parametern erfasst und für jede Fahrtreppe verschieden.
Die Steuervorrichtung, die auch den Betrieb der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs steuert,
kennt diese anlagenspezifischen Parameter. Anlagenspezifische Parameter sind Daten,
die in der Steuervorrichtung gespeichert sind. Anlagenspezifische Parameter können
sowohl feste als auch variable Parameter der jeweiligen Fahrtreppe oder des Fahrsteigs
umfassen.
[0011] Es ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Vorrichtung einen Schmiermittelbehälter
aufweist, der oberhalb der Schmierstelle angeordnet ist, sodass sich das Schmiermittel
grundsätzlich aufgrund der Schwerkraft zu den Schmiermittelstellen bewegt. In die
Schmiermittelzuführungsleitung ist ein schaltbares Schmiermittelventil eingefügt.
Der Schmiermittelfluss wird bei geschlossenem Schmiermittelventil unterbrochen. Eine
Steuervorrichtung, die auch der Steuerung der Fahrtreppe beziehungsweise des Fahrsteigs
dient, kennt die anlagenspezifischen Parameter der Fahrtreppe beziehungsweise des
Fahrsteigs. Die anlagenspezifischen Parameter werden dazu verwendet, das Schmiermittelventil
entsprechend der erforderlichen Schmierung zu öffnen oder zu schließen.
[0012] Während des Betriebs ist grundsätzlich eine kontinuierliche Schmierung erforderlich.
Nach einer Erstinstallation der Fahrtreppe oder nach einer Revision der Fahrtreppe
ist jedoch eine aufwändigere Schmierung erforderlich.
[0013] Derartige bedarfsgerechte Schmierungen sind mit den Schmieranlagen aus dem Stand
der Technik nicht realisierbar. Anlagenspezifische Parameter, wie Betriebszeit der
Fahrtreppe, Betriebsart der Fahrtreppe oder der Abstand zur letzten Wartung, können
bei der Ansteuerung der Schmierung verwendet werden. Zu den anlagenspezifischen Parametern
gehört auch das Alter der Fahrtreppe, wobei bei fortschreitendem Alter in der Regel
eine längere Schmierung erforderlich ist. Weitere anlagenspezifische Parameter sind
die Geschwindigkeit der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs, die übliche Umgebungstemperatur
und Luftfeuchtigkeit sowie die Betriebsart (starke Nutzung, schwache Nutzung) und
die Aufstellung (aussen oder innen). Auch die Länge, die Steigung bzw. Neigung der
Fahrtreppe oder des Fahrsteigs und die Nutzung sowie die Einschatzdauer müssen bei
der Schmierung berücksichtigt werden. Weiter hat das verwendete Schmiermittel einen
Einfluss auf die Schmierung (z.B. dünn oder dichtflüssiges ÖI). Auch die Eigenschaften
des verwendeten Schmiermittels können in den anlagenspezifischen Parametern gespeichert
sein und werden bei der Steuerung der Schmierung berücksichtigt.
[0014] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht einen effektiven und kostengünstigen
sowie effizienten Einsatz von Schmiermittel. Dadurch werden Kosten gespart und die
Umwelt geschont. Besonders vorteilhaft ist es, die erfindungsgemäße bedarfsgerechte
Schmierung mit einer Fallstromschmieranlage zu realisieren, da für den Transport des
Schmiermittels keine zusätzliche Energie erforderlich ist.
[0015] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0016] Eine Fahrtreppe oder ein Fahrsteigs wird auch in unterschiedlichen Betriebszuständen
betrieben. Eine Fahrtreppe hält bei nicht Benutzung oder Verwendung automatisch an
und muss bei Stillstand nicht geschmiert werden. Bei einer reinen Zeitsteuerung der
Schmierung würde die Fahrtreppe trotz Stillstand weiter geschmiert werden. Ein weiterer
Betriebszustand, der erheblichen Einfluss auf die Schmierung hat, ist Regen, der auf
die Fahrtreppe auftrifft und das Schmiermittel wegspülen kann. Jedoch ist eine Schmierung
selbst bei Regen nur dann erforderlich, wenn sich die Fahrtreppe bewegt. Außerdem
sind Temperaturschwankungen zu berücksichtigen, denn bei niedrigen Temperaturen ist
eine Schmierung zu unterlassen. Neben der Berücksichtigung der anlagenspezifischen
Parameter ist die Berücksichtigung des momentanen Betriebszustandes sehr wichtig,
um eine bedarfsgerechte Schmierung durchzuführen und zu gewährleisten.
[0017] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, das Schmiermittelventil
als Magnetventil auszubilden und über die Öffnungszeit des Schmiermittelventils die
Schmiermittelmenge einzustellen, die der Schmierstelle zugeführt wird. Dies ist eine
sehr einfache Ausgestaltung der Erfindung, da das Schmiermittelventil nur zwei Zustände
kennt, bei dem es vollständig geöffnet oder vollständig geschlossen ist. Über die
Zeit, in der das Schmiermittelventil geöffnet ist, kann die Schmiermittelmenge eingestellt
werden.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung kann die Steuerung die
Schmiermittelzuführungsleitung über das Schmiermittelventil kontinuierlich öffnen
oder verschließen. Die Schmiermittelmenge kann durch den jeweiligen Öffnungsgrad des
Schmiermittelventils eingestellt werden.
[0019] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass
der Schmiermittelfluss zu mehreren Schmierstellen über ein Schmiermittelventil gesteuert
wird. Dies ist insbesondere dann erforderlich, wenn die Schmierstellen in etwa gleiche
Schmiermittelanforderungen aufweisen.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass bei mehreren Schmierstellen
auch mehrere Schmiermittelventile an den Schmiermittelbehälter angeschlossen sind,
wobei die Steuervorrichtung die mehreren Schmiermittelventile in Abhängigkeit von
den Anforderungen der jeweiligen Schmierstelle steuert. Bei dieser Ausgestaltung kann
auf die unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Schmierstellen eingegangen werden.
Beispielsweise kann eine Schmierstelle, die einer höheren Luftfeuchtigkeit oder Regen
ausgesetzt ist, mit mehr Schmiermittel versorgt werden. Hingegen wird eine Schmierstelle,
die nicht durch Regenwasser beeinflusst wird, mit weniger Schmiermittel versorgt,
indem dort das Schmiermittelventil entweder weniger oder für nur kürze Zeit geöffnet
ist.
[0021] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuervorrichtung mit
einem Speicher verbunden, in dem anlagenspezifische Parameter der Fahrtreppe oder
des Fahrsteigs gespeichert sind. Mittels dieser anlagenspezifischen Parameter kann
die Steuervorrichtung ermitteln, zu welchen Zeiten oder nach welchen Intervallen eine
Schmierung von entsprechenden Schmierstellen an der Fahrtreppe beziehungsweise des
Fahrsteigs erfolgen muss. So kann es beispielsweise erforderlich sein, dass nach einer
bestimmten kontinuierlichen Laufzeit einer Fahrtreppe, die über einem bestimmten Schwellwert
liegt, eine ausgiebigere Schmierung erforderlich ist. Dies wird dann von der Steuervorrichtung
erkannt. Die Abstände der ausgiebigeren Schmierung können mit dem Alter der Fahrtreppe
variieren. Beispielsweise ist eine Fahrtreppe in einem Kaufhaus weniger Temperaturschwankungen
ausgesetzt als eine zumindest teilweise im Freien verlaufende Fahrtreppe auf einem
Bahnhof. Das heißt, bei einer Fahrtreppe in einem Kaufhaus muss die aktuelle Temperatur
weniger stark bei der Steuerung der Schmierung berücksichtigt werden. Ähnliches gilt
für die Luftfeuchtigkeit bzw. für die Betriebsdauer und Betriebsbelastung sowie Nutzung.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist vorgesehen, dass die Steuerung
mit wenigstens einem Sensor verbunden ist, der einen Betriebszustand der Fahrtreppe
oder des Fahrsteigs erfasst. Dazu sind insbesondere ein Temperatursensor und ein Feuchtigkeitssensor
vorgesehen, die die jeweiligen aktuellen Umgebungsbedingungen, wie Temperatur und
Feuchtigkeit, aufnehmen, um in Abhängigkeit von diesen die Steuerung der Schmierung
vorzunehmen. Die erfassten Temperatur- und Feuchtigkeitswerte können zusammen mit
den anlagenspezifischen Parametem zur Steuerung der Schmierung verwendet werden.
[0023] Vorteilhaft umfassen die anlagenspezifischen Parameter die Laufzeit, das Alter, die
Geschwindigkeit, die Steigung bzw. Neigung, die Fahrtreppenlänge sowie Fahrtreppenbreite,
eine Basistemperatur und /oder Basisluftfeuchtigkeit der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs.
Zu den Betriebszuständen gehören unter anderem eine Bewegung (auf oder ab), eine aktuelle
Temperatur, eine aktuelle Luftfeuchtigkeit, ein Wartungsmodus und/oder ein Erstinstallationsmodus
der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs.
[0024] In einer vorteilhaften Ausgestaltung öffnet die Steuervorrichtung das Schmiermittelventil
nach einer Erstinstallation oder Revision der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs länger
als bei einer Wartungsschmierung.
[0025] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
das in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellt ist.
[0026] Die Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Schmieren von Fahrtreppen oder Fahrsteigen. Die Fahrtreppe oder der Fahrsteig
ist mit dem Bezugszeichen 20 bezeichnet. Ein Schmiermittelbehälter 11 ist mit Schmiermittel
12 gefüllt. Das Schmiermittel 12 wird durch eine Schmiermittelzuführungsleitung 17
zu einem Schmiermittelventil 13 geführt. Die Schmiermittelzuführungsleitung 17 endet
an einer Schmierstelle 15 im Bereich der Fahrtreppe 20. Das Schmiermittelventil 13
ist über eine Steuerleitung 21 mit einer Steuervorrichtung 14 gekoppelt. Die Steuervorrichtung
14 ist mit einem Speicher 18 verbunden, in dem anlagenspezifische Parameter gespeichert
sind. Zudem ist ein Sensor 19 vorgesehen, der einen Betriebs- oder Umgebungszustand
der Fahrtreppe 20 erfasst und an die Steuervorrichtung 14 übermittelt. Es können auch
mehrere Sensoren 19 vorgesehen sein, die weitere Zustände erfassen.
[0027] Im Folgenden wird die Funktionsweise der Vorrichtung beschrieben. Das Schmiermittel
12 rinnt aus dem Schmiermittelbehälter 11 durch die Schmiermittelzuführungsleitung
17 zum Magnetventil 13, vom Magnetventil 13 läuft es weiter zur Schmierstelle 15.
Die treibende Kraft, die auf das Schmiermittel 12 wirkt, ist die Schwerkraft bzw.
der Luftdruck. Der Schmiermittelfluss wird bei geschlossenem Schmiermittelventil 13
unterbrochen bei geöffnetem Schmiermittelventil 13 jedoch nicht. Die Ansteuerung des
Schmiermittelventils 13 erfolgt durch die Steuervorrichtung 14. Die Steuervorrichtung
14 ist integraler Bestandteil der Fahrtreppen- beziehungsweise Fahrsteigsteuerung,
wodurch alle anlagenspezifischen Parameter und Betriebszustände zur Verfügung stehen,
die beispielsweise in dem Speicher 18 abgespeichert sind. Die Schmiermittelmenge Q
wird im Wesentlichen durch die Öffnungsdauer t des Schmiermittelventils 13 bestimmt.
Je länger das Schmierventil 13 geöffnet ist, desto mehr Schmiermittel 12 erreicht
die Schmierstelle 15. Somit können Schmierintervalle optimal auf den Betriebszustand
der Fahrtreppe oder des Fahrsteiges 20 angepasst werden.
[0028] An das Schmiermittelventil 13 können mehrere Schmiermittelzuführungsleitungen 17
zur Versorgung von mehreren Schmierstellen 15 vorgesehen sein. Dies ist jedoch nicht
in Figur 1 dargestellt. Ebenso ist in Figur 1 nicht gezeigt, mehrere Schmiermittelventile
13 mit entsprechenden Schmiermittelzuführungsleitungen 17 vorzusehen, die mehrere
Schmierstellen 15 mit Schmiermittel 12 versorgen.
[0029] Durch den Einsatz des bedarfsgerecht gesteuerten Schmiermittelventils 13 kann die
Schmiermittelmenge Q individuell gesteuert werden. Die Schmiermittelmenge Q ist dabei
abhängig von der Öffnungsdauer t und von der Durchflussmenge q des Schmiermittelventils
13 gemäß folgender Gleichung Q = q · t.
[0030] Die Steuervorrichtung 14 kennt die anlagenspezifischen Parameter und Betriebzustände,
wodurch die Schmiermittelmenge Q optimal gesteuert werden kann. Zum Beispiel kann
mittels der Steuervorrichtung 14 eine Schmierung der Schmierstellen 15 grundsätzlich
nur bei einer bewegten bzw. in Betrieb seienden Fahrtreppe 20 vorgenommen werden.
Die Ansteuerung des Schmiermittelventils 13 kann insbesondere über ein Zeitfenster
bzw. Zeitintervall erfolgen. Wird eine Fahrtreppe 20 während des Schmiervorgangs gestoppt,
so wird auch der Schmiervorgang unterbrochen und beim nächsten Start der Fahrtreppe
20 fortgesetzt. Die Schmierung erfolgt betriebsstundenabhängig, wodurch die erforderlichen
Schmierwartungsintervalle eingehalten werden können.
[0031] Außerdem ist es möglich, dass die Steuervorrichtung 14 erkennt, dass eine Erstinstallation
oder eine Revision einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs 20 vorgenommen wurde, die
eine ausgedehnte Erstschmierung erfordert und nach dem Ende der Erstschmierung das
Schmiermittelventil 13 so einstellt, dass eine angepasste Wartungsschmierung für den
normalen Betrieb der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs 20 realisiert wird.
[0032] Unabhängig von der erfindungsgemäßen Ausgestaltung ist es unter anderem bei einer
Wartung der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs 20 möglich, die Schmierung manuell vorzunehmen
oder auch eine Wartungsschmierung mit der Steuervorrichtung 14 einzustellen.
[0033] Durch die optimale Anpassung der Schmiermittelmenge Q an die Anforderungen der Schmierstelle
15, lässt sich Schmiermittel 12 einsparen, wobei sich der verringerte Schmiermitteleinsatz
positiv auf die Umwelt auswirkt und auch Kosten für Schmiermittel 12 gespart werden.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der bedarfsgerecht steuerbaren Fallstromschmierung
ist ein minimaler Energieeinsatz bei minimalem Schmiermittelbedarf realisierbar. Besonders
vorteilhaft ist es, die in der Steuerung der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs 20 vorhandenen
anlagenspezifischen Parameter zur Steuerung der Schmierung zu verwenden. Es muss keine
Steuerung der Schmierung vorgesehen werden. Die Schmier-Steuerung ist mit der Fahrtreppensteuerung
integriert.
1. Vorrichtung zum Schmieren von Fahrtreppen oder Fahrsteigen (20) mit einem Schmiermittelbehälter
(11), einer Schmiermittelzuführungsleitung (17) und einer Steuervorrichtung (14),
wobei der Schmiermittelbehälter (11) derart angeordnet ist, dass sich ein Schmiermittel
(12) aus dem Schmiermittelbehälter (11) zu wenigstens einer Schmierstelle (15) aufgrund
der Schwerkraft bewegt, und mindestens ein Schmiermittelventil (13) in der Schmiermittelzuführungsleitung
(17) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) das Schmiermittelventil (13) in Abhängigkeit von anlagenspezifischen
Parametern der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) öffnet oder schließt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) das Schmiermittelventil (13) in Abhängigkeit von Betriebszuständen
öffnet oder schließt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schmiermittelventil (13) als Magnetventil ausgebildet ist und über die Öffnungszeit
(t) des Schmiermittelventils (13) eine der Schmierstelle (15) zugeführte Schmiermittelmenge
einstellbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) die Schmiermittelzuführungsleitung (17) über das Schmiermittelventil
(13) kontinuierlich öffnet oder verschließt und die Schmiermittelmenge über einen
öffnungsgrad des Schmiermittelventils (13) einstellbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Schmierstellen (15) an wenigstens ein Schmiermittelventil (13) angeschlossen
sind, wobei die Steuervorrichtung (14) wenigstens ein Schmiermittelventil (13) in
Abhängigkeit von den Schmierstellen (15) steuert.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) mit einem Speicher (18) verbunden ist, in dem anlagenspezifische
Parameter der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) gespeichert sind.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) mit wenigstens einem Sensor (19) verbunden ist, der einen
Betriebszustand der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) erfasst.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die anlagenspezifischen Parameter die Laufzeit, die Betriebsnutzung, die Aufstellungsart,
das Alter, die Geschwindigkeit, die Steigung bzw. Fahrtreppenneigung, die Fahrtreppenlänge
sowie Fahrtreppenbreite, eine Basistemperatur und /oder Basisluftfeuchtigkeit der
Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) umfassen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebszustände eine Bewegung (auf oder ab), eine aktuelle Umgebungstemperatur,
eine aktuelle Umgebungsluftfeuchtigkeit, einen Wartungsmodus und/oder einen Erstinstallationsmodus
der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) umfassen.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuervorrichtung (14) das Schmiermittelventil (13) nach einer Erstinstallation
oder Revision der Fahrtreppe oder des Fahrsteigs (20) länger öffnet als bei einer
Wartungsschmierung.