[0001] Die Erfindung betrifft einen Behälter, der mit Flüssigkeit befüllt und druckdicht
verschlossen und aus dem Flüssigkeit entnommen werden kann. Beispiele für solche Behälter
sind Fässer, Kleinfässer (Partyfässer) oder Dosen, in denen CO
2-haltige Flüssigkeiten, insbesondere Getränke, unter Druck abgefüllt sind. Speziell
geht es um Partyfässer für Bier.
[0002] Es gibt mit CO
2―Hochdruckpatronen arbeitende Zapfarmaturen, mit denen solche Behälter angezapft werden,
um mit CO
2―Druck Flüssigkeit daraus zu entnehmen. Das entspricht der in der Gastronomie üblichen
Zapftechnik mit CO
2 aus CO
2-Hochdruckflaschen, bei der eine sehr gute Bekömmlichkeit und Haltbarkeit des Biers
erreicht wird.
[0003] Es gibt jedoch Verbraucherkreise, in denen Zapfarmaturen mit CO
2― Hochdruckpatronen nicht ankommen. Für nur gelegentliche Käufer von Partyfässern
Bier lohnt sich die Anschaffung einer aufwendigen Zapfarmatur nicht. Es gibt auch
Menschen, denen der Umgang mit CO
2-Hochdruckpatronen nicht geheuer ist. Andere scheuen den Nachschubbedarf an Patronen.
[0004] Es wurden daher Partyfässer für Bier entwickelt, die im Bodenbereich des Fasses einen
integrierten Auslaufhahn haben, über den die Entnahme des Biers allein durch den Innendruck
und die Schwerkraft erfolgt. Üblicherweise wird das Partyfaß oberhalb des Flüssigkeitspegels
darin belüftet, um einen Druckausgleich herbeizuführen. Das kann durch Anstechen mit
einem Dosenöffner geschehen. Es gibt aber auch Partyfässer für Bier mit einem integrierten
Auslaufhahn und einem handbetätigten Belüftungsventil im Faßoberboden, das Teil eines
Spundlochverschlusses ist (vgl. WO 99/23 008 A1).
[0005] Nachteilig bei diesen Partyfässern ist, daß durch den Zutritt von Luft in den Kopfraum
des Fasses die Bekömmlichkeit und Haltbarkeit des Biers beeinträchtigt wird. Der Inhalt
eines angebrochenen Partyfasses dieser Art muß zügig verbraucht werden, damit das
Bier nicht absteht und schal wird.
[0006] Es gibt verschiedene Ansätze, die Haltbarkeit des Biers in einem angebrochenen Partyfaß
zu verbessern. So ist es aus der WO 99/47 451 A1 bekannt, eine Aerosoldose, die an
Aktivkohle gebundenes CO
2 unter Niederdruck enthält, in das Partyfaß zu integrieren und in dem Kopfraum des
Fasses einen CO
2-Druck aufzubauen, der den Partialdruck des in dem Bier gelösten CO
2 egalisiert oder übersteigt. Nachteilig ist das große Volumen der Dose. Auch ist Aktivkohle
ein recht aufwendiges Speichermedium.
[0007] Aus der DE 199 52 379 A1 ist ein CO
2-Spender für Partyfässer in Form eines separaten Handgeräts bekannt, mit dem das Partyfaß
oberhalb des Flüssigkeitspegels darin angestochen wird, um CO
2 in den Kopfraum des Fasses auszugeben. Der Spender weist eine CO
2―Hochdruckpatrone und ein Druckregelventil auf. Er ist für den Mehrfachgebrauch gedacht
und läßt sich von Partyfaß zu Partyfaß umsetzen. Wenn auch der CO
2-Verbrauch geringer sein mag, als bei einer mit CO
2 arbeitenden Zapfarmatur, begegnet ein solcher CO
2-Spender in Verbraucherkreisen letztlich ähnlichen Bedenken.
[0008] Aus der Praxis ist es auch bekannt, in den Kopfraum eines Partyfasses für Bier einen
Druckbeutel einzulassen, der expandiert, wenn der Druck in dem Kopfraum abfällt, und
dadurch zum einen den sich bildenden Hohlraum ausfüllt und zum andern einen Preßdruck
auf den Flüssigkeitspegel in dem Faß ausübt, der den Partialdruck des in dem Bier
gelösten CO
2 übersteigt. Der Druckbeutel besteht aus mehrlagiger, sauerstoffdiffusionsdichter
Kunststoff-Folie. Er hat mehrere Kammern, die Gas entwickelnde Chemikalien enthalten,
beispielsweise Backpulver und Zitronensäure. Die Kammern werden je nach Druckabfall
im Kopfraum des Partyfasses sukzessive aktiviert und durch das bei der Reaktion der
Chemikalien sich entwickelnde Gas aufgeblasen.
[0009] Nachteilig bei dem bekannten Druckbeutel ist die unstetige Druckausübung auf das
Bier. Der Druck steigt sprunghaft an, wenn die jeweils nächste Kammer des Druckbeutels
aktiviert wird, und er fällt dann sukzessive ab. Das schlägt sich in einem unregelmäßigen
Zapfverhalten nieder. Das Zapfverhalten schwankt zwischen einer Entnahme des Biers
mit einem kräftigen Strahl und einem bloßen Tröpfeln.
[0010] Mit der europäischen Patentanmeldung Nr. 05 01 18 96.7 wird der Ansatz verfolgt,
einen Behälter der eingangs genannten Art mit einer integrierten CO
2-Druckgasquelle von geringem Bauvolumen zu schaffen, aus der ausgegebenes CO
2 einen stetigen Druck auf die Flüssigkeit in dem Behälter ausübt und deren Haltbarkeit
und Bekömmlichkeit verbessert. Der Behälter hat einen Einsatz, der sich unter Abdichtung
in einer Öffnung des Behälters festlegen läßt und eine CO
2-Hochdruckpatrone, ein Druckregelventil zum Ausgeben von CO
2 daraus und ein von außen zugängliches Stellglied aufweist, durch dessen Betätigung
sich die CO
2-Hochdruckpatrone anstechen läßt.
[0011] Dank seines geringen Bauvolumens ist der Einsatz geeignet, den Spundlochverschluß
mit Druckausgleichsventil nach der WO 99/23 008 A1 zu ersetzen, ohne daß an Form und
Größe des damit jeweils zu bestückenden Behälters, beispielsweise Party-Bierfasses,
etwas wesentlich geändert werden müßte. Die Abläufe an einer Abfüllanlage ändern sich
allenfalls geringfügig. Der Einsatz kann aus Kunststoffmaterialien hergestellt werden,
die für einen Spundlochverschluß mit Druckausgleichsventil und einen Auslaufhahn seit
geraumer Zeit bestens bewährt sind. Auch die Bedienung der CO
2-Druckgasquelle kann so gestaltet werden, daß ein mit der Betätigung eines herkömmlichen
Druckausgleichsventils vertrauter Benutzer kaum einen Unterschied merkt. Der Benutzer
hat keinen direkten Umgang mit einer CO
2-Hochdruckpatrone, die ihm vielleicht nicht geheuer ist. Die Patrone ist für den Einmalgebrauch
in einem einzigen Behälter bestimmt und wird zusammen mit diesem entsorgt. Speziell
bei Bier in einem angezapften Partyfaß wird dessen Haltbarkeit durch Auffüllen des
Kopfraums mit CO
2 statt Luft um leichterhand mehrere Tage verlängert.
[0012] Handelsübliche anstechbare CO
2-Patronen in einer für die CO
2-Druckgasquelle des Einsatzes geeigneten Größe enthalten ca. 16 g CO
2 unter einem Druck von ca. 80 Bar. Die Minderung und die präzise Regelung des Drucks,
unter dem das in den Kopfraum des Behälters ausgegebene CO
2 steht, stellt an die Konstruktion einer CO
2-Druckgasquelle in Form eines kompakten Einsatzes erhebliche Anforderungen. Der Druck
liegt typischerweise zwischen 0,5 und 0,9 Bar. Er ist gleich oder geringfügig höher
als der Partialdruck des in der Flüssigkeit gelösten CO
2.
[0013] Speziell bei Bier ist der CO
2-Gehalt für den Geschmack mitbestimmend. Der CO
2-Gehalt variiert von Biersorte zu Biersorte. Ist der CO
2-Druck im Kopfraum des Partyfasses zu niedrig, so entweicht CO
2 aus dem Bier. Ist der CO
2-Druck im Kopfraum zu hoch, findet eine Überkarbonatisierung des Biers statt, durch
die dessen Geschmack und Bekömmlichkeit beeinträchtigt werden. Die in der europäischen
Patentanmeldung Nr. 05 01 18 96.7 beschriebene CO
2―Druckgasquelle stellt sicher, daß weder das eine, noch das andere geschieht.
[0014] Das Stellglied, bei dessen Betätigung die CO
2-Hochdruckpatrone angestochen wird, ist bei dem Behälter nach der europäischen Patentanmeldung
Nr. 05 01 18 96.7 ein Drehknopf, der mit einem axial geführten Schieber zusammenwirkt,
mit dem sich eine Anstechnadel betätigen läßt. Die Anstechnadel ist mit einem Ventilglied
des Druckregelventils baulich vereinigt. In dessen Regelfunktion kann unerwünschterweise
eingegriffen werden, wenn der Benutzer den Drehknopf abermals betätigt. Das ist zwar
völlig überflüssig, bei dem Behälter nach der europäischen Patentanmeldung Nr. 05
01 18 96.7 aber nicht ausgeschlossen.
[0015] Aufgabe der Erfindung ist es, den aus der europäischen Patentanmeldung Nr. 05 01
18 96.7 bekannten Behälter gegen Manipulationen am Stellglied des Einsatzes zu sichern,
so daß in die Regelfunktion des Druckregelventils nicht eingegriffen werden kann.
[0016] Gelöst wird diese Aufgabe dadurch, daß das Stellglied des Einsatzes nach erstmaliger
Betätigung automatisch verriegelbar und gegen abermalige Betätigung blockierbar ist.
[0017] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist das Stellglied ein Drehknopf, der mit einem
axial geführten Schieber zusammenwirkt, mit dem sich eine Anstechnadel zum Anstechen
der CO
2-Hochdruckpatrone betätigen läßt. Der Drehknopf wird durch den Schieber blockiert.
[0018] Bei einer bevorzugten Ausführungsform schraubt sich der Drehknopf gegen den Schieber
vor, so daß durch Drehen des Drehknopfs der Schieber axial verstellt wird. Die Anstechnadel
wird von dem Schieber axial mitgenommen. Nach Überschreitung eines vorgegebenen Drehwinkels
zum Anstechen der CO
2-Hochdruckpatrone springt der Schieber an dem Drehknopf axial zurück. Der Schieber
rastet an dem Drehknopf ein und blokkiert letzteren gegen abermalige Betätigung.
[0019] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Anstechnadel mit einem Ventilglied
des Druckregelventils baulich vereinigt, das sich zwischen einer Dichtstellung und
einer Durchlaßstellung an einem Ventilsitz des Druckregelventils axial verstellen
läßt. Der Schieber springt von der Anstechnadel betätigt zurück.
[0020] Bei einer bevorzugten Ausführungsform kommt der Schieber beim Anstechen der CO
2-Hochdruckpatrone Stirnfläche gegen Stirnfläche mit der Anstechnadel in bündige Anlage.
[0021] Bei einer bevorzugten Ausführungsform nimmt die Anstechnadel unmittelbar vor dem
Anstechen eine Dichtstellung direkt hinter dem Ventilsitz des Druckregelventils ein.
Dadurch ist das Volumen des Ventilraums, der nach dem Anstechen der CO
2-Hochdruckpatrone von deren Maximaldruck beaufschlagt ist, sehr klein.
[0022] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat der Behälter eine dicht abgeschlossene
Kammer, in der die CO
2―Hochdruckpatrone mit dem Kopf zu der Öffnung des Behälters hin Paßsitz hat. Der dichte
Abschluß der Kammer ist aus Hygienegründen bevorzugt.
[0023] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die CO
2―Hochdruckpatrone an ihrem Hals geringen Durchmessers über den Umfang gegen die Wand
der Kammer abgedichtet. Dadurch sind die axialen Kräfte begrenzt, denen die Patrone
beim Anstechen unterliegt.
[0024] Bei einer bevorzugten Ausführungsform nimmt der Einsatz eine obere Öffnung des Behälters
ein. Das CO
2 aus der CO
2-Hochdruckpatrone kann sowohl in einen Kopfraum des Behälters oberhalb des Flüssigkeitspegels
darin, als auch über ein Rückschlagventil direkt in die Flüssigkeit ausgegeben werden.
[0025] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Öffnung, die der Einsatz einnimmt,
ein Spundloch, durch das der Behälter mit Flüssigkeit befüllt wird. Der Einsatz fungiert
als Spundlochverschluß.
[0026] Das CO
2 aus der CO
2-Hochdruckpatrone kann unmittelbar in den Kopfraum des Behälters bzw. in die Flüssigkeit
selbst ausgegeben werden. Es ist aber auch möglich, einen Druckbeutel an den Einsatz
anzuschließen. Der Druckbeutel wird durch Anlegen von Vakuum an das Gehäuse des Einsatzes
herangezogen und mit dem Gehäuse dicht verschweißt. Der Druckbeutel kommt in unmittelbarer
Anlage mit dem Gehäuse des Einsatzes im Innern des Behälters zu liegen. Er wird durch
das ausgegebene CO
2 aufgeblasen. Gegenüber dem eingangs erwähnten Druckbeutel nach dem Stand der Technik
ergibt sich dabei der Vorteil, daß der Fülldruck des Druckbeutels konstant ist, also
keine Druckschwankungen und Unregelmäßigkeiten im Zapfverhalten eintreten. Der Fülldruck
kann etwas höher eingestellt werden, als der Partialdruck des in der Flüssigkeit gelösten
CO
2, der dadurch geschmacksneutral gänzlich unbeeinflußt bleibt.
[0027] Bei der Variante mit dem Druckbeutel kann statt CO
2 auch ein anderes Druckgas aus einer Hochdruckpatrone zum Einsatz kommen.
[0028] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat der Behälter unten einen Auslaufhahn. Die
Entnahme der Flüssigkeit damit erfolgt durch Innendruck und Schwerkraftwirkung. Das
CO
2 aus der CO
2-Hochdruckpatrone verhindert, daß im Kopfraum des Behälters ein Unterdruck entsteht.
Das ist in den Varianten mit und ohne Druckbeutel möglich.
[0029] In der Variante mit dem Druckbeutel kann der Behälter statt des Auslaufhahns oben
einen Zapfhahn haben, zu dem eine Steigleitung führt, die bis an den Boden des Behälters
reicht. Die Flüssigkeit wird durch Druck des aus der CO
2―Hochdruckpatrone ausgegebenen CO
2 hin zu dem Zapfhahn befördert. Das Zapfen oben am Behälter ist bequemer, als unten.
[0030] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist außen an dem Zapfhahn ein Auslaufküken
mit einem Schlauchanschluß vorgesehen. Das Auslaufküken ist dem Behälter als separates
Teil beigegeben. Es wird nach Herausziehen des Zapfhahns darauf aufgeklipst.
[0031] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Die einzige Abbildung zeigt eine CO
2―Druckgasquelle im Längsschnitt.
[0032] Die CO
2―Druckgasquelle ist als Einsatz ausgebildet, der durch das Spundloch eines Behälters
hindurch in den Behälter paßt und das Spundloch dicht verschließt. Die CO
2-Druckgasquelle kann an die Stelle des Spundlochverschlusses mit Druckausgleichsventil
nach der WO 99/23 008 A1 treten.
[0033] Der Behälter wird durch das üblicherweise in der Mitte seines Oberbodens befindliche
Spundloch unter Druck mit CO
2-haltiger Flüssigkeit befüllt. Sodann wird das Spundloch mit dem Einsatz dicht verschlossen.
Zur Entnahme der Flüssigkeit kann ein integrierter Auslaufhahn dienen, der sich auf
Unterbodenhöhe des Behälters an dessen Seitenwand befindet. Die Flüssigkeit läuft
durch Innendruck und Schwerkraftwirkung aus, bis im Kopfraum des Behälters oberhalb
des Flüssigkeitspegels darin ein Unterdruck erreicht ist. Diesen richtig einzustellen
und geregelt aufrechtzuerhalten, wird die CO
2-Druckgasquelle aktiviert. Die CO
2-Druckgasquelle speist CO
2 unter einem Druck in den Kopfraum des Behälters ein, der dem Partialdruck des in
der Flüssigkeit gelösten CO
2 entspricht oder diesen Partialdruck geringfügig übersteigt. Dadurch ist eine stetige
Entleerung des Behälters gewährleistet. Es gelangt keine Luft in den Kopfraum des
Behälters. Der CO
2-Gehalt der Flüssigkeit bleibt gleich.
[0034] Der Einsatz ist von länglich-schlanker Form und größtenteils radialsymmetrisch zu
einer zentralen Achse aufgebaut. Er besteht überwiegend aus Kunststoff. Die zu seiner
Herstellung verwendeten Kunststoffmaterialien sind für Spundlochverschlüsse und Auslaufhähne
einschlägiger Behälter seit Jahren bewährt. Für die Herstellung bietet sich die Zweikomponenten-Kunststoffspritzgußtechnik
an.
[0035] Der in Einbaustellung befindliche, das Spundloch des Behälters verschließende Einsatz
ragt mit einem Gehäuse 10 in den Behälter hinein.
[0036] Das Gehäuse 10 hat an seinem inneren Ende eine Kammer 12 für die Paßsitz-Aufnahme
einer CO
2―Hochdruckpatrone 14. Der Kopf der Patrone 14, an dessen Stirnfläche sie angestochen
werden kann, ist dem Spundloch zugewandt. Die Patrone 14 hat ihren kleinsten Durchmesser
an einem kreiszylindrischen Hals. Sie ist hier mit einer umlaufenden Dichtung gegen
die Wand des Gehäuses 10 abgedichtet.
[0037] Das innere Ende der Kammer 12 ist mit einem Deckel 18 verschlossen, der mit der Wand
des Gehäuses 10 verschweißt oder verschraubt ist.
[0038] Das Gehäuse 10 sitzt außen mit einem umlaufenden Kragen 20 auf dem Bördelrand des
Spundlochs auf. An den Kragen 20 ist eine Dichtung 22 angeformt, mit der der Einsatz
das Spundloch abdichtet.
[0039] Über den Kragen 20 steht nach außen ein in das Gehäuse 10 eingelassener Drehknopf
24 vor, bei dessen Betätigung die CO
2-Patrone 14 angestochen wird. Der Drehknopf 24 hat ein steiles Außengewinde 26, mit
dem er in ein komplementäres Innengewinde des Gehäuses 10 eingeschraubt ist.
[0040] Zum Anstechen der CO
2-Patrone 14 dient eine Anstechnadel 34, die mit dem Ventilglied eines Druckregelventils
baulich vereinigt ist. Das Ventilglied ist mit einer elastischen Membran 36 in Achsmitte
des Gehäuses 10 aufgehängt. Die Spitze der Anstechnadel 34 ist von der Stirnfläche
der CO
2-Patrone 14 nur wenig beabstandet.
[0041] Bei einer axialen Stellbewegung der Anstechnadel 34 auf die CO
2-Patrone 14 hin hebt das Ventilglied von einem Ventilsitz des Druckregelventils ab.
Der Ventilsitz ist aus dem elastischen Dichtmaterial an das Gehäuse 10 angeformt.
[0042] Die Anstechnadel 34 wird von einem Schieber 40 beaufschlagt, der zwischen dem Drehknopf
24 und der Anstechnadel 34 liegt. Der Schieber 40 ist längsverschieblich in dem Gehäuse
10 geführt. Er steht mit der Anstechnadel 34 Stirnfläche gegen Stirnfläche in bündiger
Anlage. Die Anstechnadel 34 ist mit einem zentralen Zentrieransatz 42 in einer Paßöffnung
des Schiebers 40 geführt.
[0043] Drehknopf 24 und Schieber 40 stehen mit in Umfangsrichtung sich erstreckenden Stegen
46 in Anlage. Es sind zwei einander gegenüberliegende Stege 46 vorgesehen, die radiale
Stirnflächen und eine Umfangslänge von je ca. 90° haben. Zwischen den Stegen 46 befinden
sich Lükken, in die die Stege 46 des jeweils anderen Teils nach Art einer Rechteckverzahnung
passen. Bei Betätigung schraubt sich der Drehknopf 24 gegen den Schieber 40 vor, der
dabei axial verstellt wird.
[0044] Zwischen Drehknopf 24 und Schieber 40 ist eine Schraubendruckfeder 48 eingespannt.
Die Schraubendruckfeder 48 liegt um einen mittigen, zapfenförmigen Ansatz 50 an der
der Anstechnadel 34 abgewandten Außenseite des Schiebers 40 und um einen mittigen,
axialen Stößel 52 an der Innenseite des Drehknopfs 24 herum. Die Schraubendruckfeder
48 spannt den Schieber 40 gegen die Anstechnadel 34.
[0045] Die Membran 36 begrenzt einen Arbeitsraum stromab von dem Ventilsitz 38 des Druckregelventils.
Der Arbeitsraum hat eine seitliche Auslaßöffnung, vor der ein elastischer O-Ring 58
liegt. Der O-Ring 58 hat die Funktion eines Rückschlagventils. Er verhindert, daß
Flüssigkeit in den Einsatz gelangt.
[0046] Zum Anstechen der CO
2―Patrone 14 wird der Drehknopf 24 um ca. 90° gedreht. Der Schieber 40 wird durch den
Schraubenvorschub des Drehknopfs 24 axial nach innen verstellt. Die Anstechnadel 34
wird unter elastischer Verformung der Membran 36 axial nach innen mitgenommen. Das
Ventilglied hebt von dem Ventilsitz ab. Nach dem Anstechen füllt sich ein sehr kleiner
Ventilraum vor dem Kopf der CO
2―Patrone 14 mit unter hohem Druck stehendem CO
2.
[0047] Nach vollendeter 90°-Drehung bzw. Überdrehung des Drehknopfs 24 springt der Schieber
40 gegen die Kraft der Schraubendruckfeder 48 axial nach außen zurück. Er wird dazu
von der Anstechnadel 34 betätigt, die durch die elastische Rückverformung der Membran
36 axial zurückgestellt wird. Die Schraubendruckfeder 48 wird gespannt. Das Druckregelventil
wird geschlossen und eine kleine Menge von unter hohem Druck stehendem CO
2 in den Arbeitsraum eingelassen. Die CO
2-Druckkräfte an der Membran 36 tragen zu dem anstechnadelbetätigten Rückspringen des
Schiebers 40 bei. Der Schieber 40 rastet mit seinen Stegen 46 in den komplementären
Lücken des Drehknopfs 24 ein, und er blockiert den Drehknopf 24 gegen abermalige Betätigung.
[0048] Das weitere Öffnen und Schließen des Druckregelventils wird durch ein Kräftegleichgewicht
an der Membran 36 bestimmt, zu dem die elastischen Eigenschaften der Membran 36, die
Federkonstante der Schraubendruckfeder 48 und der CO
2-Druck in dem Arbeitsraum beitragen. Für den Druck des ausgegebenen CO
2 ist die Federkonstante der Schraubendruckfeder 48 bestimmend.
[0049] Gemeinhin wird der Benutzer die CO
2―Druckgasquelle aktivieren, wenn der Innendruck in dem Behälter soweit abgefallen
ist, daß der Strahl der durch den Auslaufhahn austretenden Flüssigkeit zu schwach
wird. Die CO
2-Druckgasquelle kann aber ohne weiteres auch schon vorher aktiviert werden, wenn der
Innendruck in dem Behälter noch hoch ist. Eine Eindosierung von CO
2 in den Kopfraum des Behälters findet solange nicht statt, wie der hohe Innendruck
auf dem O―Ring 58 vor der Auslaßöffnung lastet.
Liste der Bezugszeichen
[0050]
- 10
- Gehäuse
- 12
- Kammer
- 14
- CO2―Hochdruckpatrone
- 18
- Deckel
- 20
- Kragen
- 22
- Dichtung
- 24
- Drehknopf
- 26
- Außengewinde
- 34
- Anstechnadel
- 36
- Membran
- 40
- Schieber
- 42
- Zentrieransatz
- 46
- Steg
- 48
- Schraubendruckfeder
- 50
- Ansatz
- 52
- Stößel
- 58
- O-Ring
1. Behälter, der mit Flüssigkeit befüllbar und druckdicht verschließbar und aus dem Flüssigkeit
entnehmbar ist, mit einem Einsatz, der unter Abdichtung in einer Öffnung des Behälters
festlegbar ist und eine CO2-Hochdruckpatrone (14), ein Druckregelventil zum Ausgeben von CO2 daraus und ein von außen zugängliches Stellglied aufweist, durch dessen Betätigung
die CO2-Hochdruckpatrone (14) anstechbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied nach erstmaliger Betätigung automatisch verriegelbar und gegen abermalige
Betätigung blockierbar ist.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied ein Drehknopf (24) ist, der mit einem axial geführten Schieber (40)
zusammenwirkt, mit dem eine Anstechnadel (34) zum Anstechen der CO2-Hochdruckpatrone (14) betätigbar ist, und daß der Drehknopf (24) durch den Schieber
(40) blockierbar ist.
3. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Drehknopf (24) gegen den Schieber (40) vorschraubt, so daß durch Drehen
des Drehknopfes (24) der Schieber (40) axial verstellbar ist, daß die Anstechnadel
(34) von dem Schieber (40) axial mitnehmbar ist, und daß nach Überschreitung eines
vorgegebenen Drehwinkels zum Anstechen der CO2―Hochdruckpatrone (14) der Schieber (40) an dem Drehknopf (24) axial zurückzuspringen,
einzurasten und den Drehknopf (24) zu blockieren geeignet ist.
4. Behälter nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Anstechnadel (34) mit einem Ventilglied des Druckregelventils baulich vereinigt
ist, das zwischen einer Dichtstellung und einer Durchlaßstellung an einem Ventilsitz
des Druckregelventils axial verstellbar ist, und daß der Schieber (40) von der Anstechnadel
(34) betätigt zurückspringt.
5. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (40) beim Anstechen der CO2-Hochdruckpatrone (14) Stirnfläche gegen Stirnfläche mit der Anstechnadel (34) in
bündige Anlage kommt.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Anstechnadel (34) unmittelbar vor dem Anstechen eine Dichtstellung direkt hinter
dem Ventilsitz des Druckregelventils einnimmt.
7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er eine dicht abgeschlossene Kammer (12) hat, in der die CO2-Hochdruckpatrone (14) mit dem Kopf zu der Öffnung hin Paßsitz hat.
8. Behälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die CO2-Hochdruckpatrone (14) an ihrem Hals geringen Durchmessers über den Umfang gegen die
Wand der Kammer (12) abgedichtet ist.
9. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Einsatz eine obere Öffnung des Behälters einnimmt.
10. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnung ein Spundloch ist, durch das der Behälter mit Flüssigkeit befüllbar ist,
und daß der Einsatz als Spundlochverschluß fungiert.
11. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß an den Einsatz ein Druckbeutel angeschlossen ist, der durch das ausgegebene CO2 aufblasbar ist.
12. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß er unten einen Auslaufhahn hat.
13. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß er oben einen Zapfhahn hat, zu dem eine Steigleitung führt, die bis an den Boden
des Behälters reicht.
14. Behälter nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß außen an dem Zapfhahn ein Auslaufküken mit einem Schlauchanschluß vorgesehen ist.