Stand der Technik
[0001] Die Erfindung betrifft ein Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen, bei
dem es sich um eine sogenannte Koaxial-Vario-Düse handelt. Ein derartiges Kraftstoffeinspritzventil
ist beispielsweise aus der Offenlegungsschrift DE 102 05 970 A1 bekannt und umfasst
eine Ventilaußennadel, die als Hohlnadel ausgeführt ist. In der Ventilaußennadel ist
eine Ventilinnennadel angeordnet, wobei beide Ventilnadeln längsverschiebbar im Gehäuse
angeordnet sind. Die Ventilnadeln wirken mit einem Ventilsitz zusammen und steuern
die Öffnung jeweils wenigstens einer Einspritzöffnung, über die Kraftstoff in den
Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann. Hebt nur die Ventilaußennadel
vom Ventilsitz ab, so strömt Kraftstoff nur durch die Einspritzöffnungen, die von
der Ventilaußennadel gesteuert werden. Wenn hingegen sowohl die Ventilaußennadel als
auch die Ventilinnennadel vom Ventilsitz abheben, so strömt der Kraftstoff aus einem
Druckraum zu sämtlichen Einspritzöffnungen und wird durch einen größeren Querschnitt
in den Brennraum eingespritzt. Dieser Vario-Effekt kann ausgenutzt werden, um einen
unterschiedlichen Einspritzquerschnitt bei verschiedenen Betriebspunkten der Brennkraftmaschine
zur Verfügung zu haben. Dadurch lässt sich die Einspritzung besser dosieren, was einen
geringeren Kraftstoffverbrauch ermöglicht und weniger Schadstoffemissionen erzeugt.
[0002] Bei dem bekannten Kraftstoffeinspritzventil erfolgt die Steuerung über ein 3/3-Wegeventil,
bei dem die beiden Steuerräume, die die Ventilaußennadel bzw. die Ventilinnennadel
beaufschlagen, mit einem Leckölraum oder mit einem Hochdruckspeicher verbunden werden
können, wodurch sich der Druck in den Steuerräumen einstellen lässt. Zusammen mit
dem Gegendruck aus dem Druckraum, in dem der Kraftstoff unter hohem Druck vorgehalten
wird und der die Ventilaußennadel umgibt, lässt sich die Längsbewegung der Ventilnadeln
steuern und damit das Öffnen und Schließen der Einspritzöffnungen.
[0003] Die Steuerung über ein 3/3-Wegeventil ist jedoch technisch aufwendig und entsprechend
teuer und fehleranfällig, und so liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde,
die beiden Ventilnadeln in einfacher und zuverlässiger Weise mittels eines einzigen,
einfach gebauten Ventils zu steuern.
Vorteile der Erfindung
[0004] Das erfindungsgemäße Kraftstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Patentanspruches 1 weist demgegenüber den Vorteil auf, dass die Aufgabe der Erfindung
mit einfachen Mitteln in technisch vorteilhafter Weise gelöst wird. Hierzu sind an
der Ventilinnennadel bzw. an einem Ventilkolben, der auf die Ventilinnennadel wirkt,
zwei Steuerräume vorgesehen, die miteinander hydraulisch verbunden sind. Einer der
Steuerräume ist mit einem Steuerventil verbunden, das gleichzeitig einen Steuerraum
zur Erzeugung einer Schließkraft auf die Ventilaußennadel ansteuert. Dadurch lässt
sich mittels eines einzigen Ventils sowohl die Ventilaußennadel als auch die Ventilinnennadel
ansteuern, so dass entweder nur die Ventilaußennadel geöffnet wird oder beide Ventilnadeln
bewegt werden.
[0005] Durch die Unteransprüche sind vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
möglich. In einer ersten vorteilhaften Ausgestaltung umgibt sowohl der erste Steuerraum
als auch der zweite Steuerraum den Ventilkolben. Besonders vorteilhaft ist es hierbei,
wenn am Ventilkolben ein Absatz ausgebildet ist, dessen gegenüberliegende Seiten jeweils
einen der Steuerräume begrenzen. Hierdurch ist eine sehr kompakte Bauweise des Ventilkolbens
möglich und damit des gesamten Kraftstoffeinspritzventils. In vorteilhafterweise kann
in diesem Fall die Drossel im Absatz des Ventilkolbens ausgebildet werden. Für eine
optimale Steuerung ist es hier besonders vorteilhaft, wenn die vom Kraftstoff beaufschlagt
Fläche des Steuerkolbens im ersten und zweiten Steuerraum gleich ist, so dass bei
gleichem Druck im ersten und zweiten Steuerraum die resultierende Kraft auf den Ventilkolben
verschwindet.
[0006] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist der Ventilkolben einstückig mit
der Ventilinnennadel ausgebildet. Hierdurch lässt sich die Ventilinnennadel unabhängig
von einer anfänglichen hydraulischen Öffnungskraft in Längsrichtung bewegen, was eine
exaktere Steuerbarkeit des Öffnungsvorgangs bedeutet.
[0007] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung wird der Ventilkolben von einer Schließfeder
in Richtung der Ventilinnennadel beaufschlagt. Durch diese Schließfeder ist sichergestellt,
dass der Ventilkolben die Ventilinnennadel in ihrer Schließstellung hält, wenn eine
Bewegung der Ventilinnennadel nicht gewünscht ist.
[0008] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist an der Ventilinnennadel eine Druckschulter
ausgebildet, die vom Kraftstoff eines Druckraums beaufschlagt wird, wobei der Kraftstoffdruck
nur dann auf die Ventilinnennadel wirkt, wenn die Ventilaußennadel vom Ventilsitz
abhebt. Durch die Druckschulter wirkt auf die Ventilinnennadel eine Öffnungskraft,
sobald die Ventilaußennadel vom Ventilsitz abgehoben hat. Um eine Steuerbarkeit durch
die Steuerräume sicherzustellen, sollte hier die Schließfeder, die auf den Ventilkolben
und damit auf die Ventilinnennadel wirkt, so ausgelegt sein, dass deren Schließkraft
stets höher als die hydraulische Kraft auf die Druckschulter ist.
[0009] Weitere Vorteile und vorteilhaften Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung
sind der Beschreibungsunterzeichnung entnehmbar.
Zeichnung
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils
dargestellt. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung des gesamten Kraftstoffeinspritzsystems, wobei das Kraftstoffeinspritzventil
schematisch und zum Teil längsgeschnitten dargestellt ist,
- Figur 2
- eine Vergrößerung im Bereich des Ventilsitzes von Figur 1 und
- Figur 3
- den zeitlichen Verlauf einer Reihe von Größen bei der Kraftstoffeinspritzung, wie
dem Nadelhub und dem Druck in den Steuerräumen.
Beschreibung des Ausführungsbeispiels
[0011] In Figur 1 ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Kraftstoffeinspritzventils
dargestellt, wobei auch die sonstigen Komponenten des Kraftstoffeinspritzsystems teilweise
schematisch dargestellt sind. Das Kraftstoffeinspritzventil 1 weist ein Gehäuse 2
auf, das u. a. einen Ventilkörper 3 umfasst. Im Ventilkörper 3 ist eine Bohrung 4
ausgebildet, die an ihrem brennraumseitigen Ende von einem konischen Ventilsitz 12
begrenzt wird. Im konischen Ventilsitz 12 sind äußere Einspritzöffhungen 14 und innere
Einspritzöffnungen 16 ausgebildet, die in Einbaulage des Kraftstoffeinspritzventils
1 in den Brennraum der Brennkraftmaschine münden. In der Bohrung 4 ist eine Ventilaußennadel
20 längsverschiebbar angeordnet, die in einem brennraumabgewandten Abschnitt in der
Bohrung 4 dichtend geführt ist. Die Ventilaußennadel 20 wird hierbei von einer äußeren
Schließfeder 24 in Richtung des Ventilsitzes 12 beaufschlagt, sodass sie mit einer
äußeren Ventildichtfläche 17 gegen den Ventilsitz 12 gedrückt wird. Figur 2 zeigt
hierzu eine Vergrößerung im Bereich des Ventilsitzes 12 von Figur 1. Die Ventilaußennadel
20 ist als Hohlnadel ausgeführt, in deren Mitte eine Ventilinnennadel 22 angeordnet
ist, die bezüglich der Ventilaußennadel 20 ebenfalls längsverschiebbar ist. Die Ventilinnennadel
22 weist eine innere Ventildichtfläche 19 auf, mit der sie mit dem Ventilsitz 12 zusammenwirkt.
Die Ventilinnennadel 22 deckt hierbei bei Anlage am Ventilsitz 12 die inneren Einspritzöffnungen
16 ab, während die Ventilaußennadel 20 die äußeren Einspritzöffnungen 14 abdeckt.
[0012] Die Ventilaußennadel 20 wird in ihrem unteren Abschnitt, der dem Ventilsitz 12 zugewandt
ist, von einem Druckraum 10 umgeben, der etwa in der Mitte der Ventilaußennadel 20
eine radiale Erweiterung aufweist. In die radiale Erweiterung des Druckraums 10 mündet
eine Zulaufleitung 11, die den Druckraum 10 mit einem Hochdruckspeicher 5 verbindet,
der außerhalb des Kraftstoffeinspritzventils 1 angeordnet ist. Im Hochdruckspeicher
5 wird Kraftstoff unter hohem, vorgegebenen Druck vorgehalten, der dann über die Einspritzöffnungen
14,16 in den Brennraum eingespritzt wird. Die äußere Ventildichtfläche 17 ist so ausgebildet,
wie es auch in Figur 2 deutlich wird, dass die äußeren Einspritzöffnungen 14 gegen
den Druckraum 10 abgedichtet sind, wenn die Ventilaußennadel 20 auf dem Ventilsitz
12 aufliegt. Die Ventilaußennadel 20 weist eine äußere Druckschulter 9 auf, durch
die eine hydraulische Öffnungskraft auf die Ventilaußennadel 20 ausgeübt wird, die
vom Ventilsitz 12 weggerichtet ist. Ebenso weist die Ventilinnennadel 22 eine Druckschulter
18 auf, durch die bei Druckbeaufschlagung eine Öffnungskraft auf die Ventilinnennadel
22 wirkt.
[0013] Im Gehäuse 2 ist darüber hinaus eine Steuerhülse 25 angeordnet, die koaxial zur Ventilaußennadel
20 angeordnet ist. Die Steuerhülse 25 ist ebenfalls beweglich und begrenzt mit ihrer
der Ventilaußennadel 20 abgewandten Stirnseite einen äußeren Steuerraum 27, der über
eine vierte Leitung 56 mit dem Hochdruckspeicher 5 verbunden ist, wobei in der vierten
Leitung 56 eine vierte Drossel 48 angeordnet ist. Die vierte Drossel 48 dient dazu,
den Kraftstofffluss durch die vierte Leitung 56 zu begrenzen. Im Gehäuse 2 ist darüber
hinaus ein Ventilkolben 30 angeordnet, der koaxial zur Ventilinnennadel 22 angeordnet
ist. Der Ventilkolben 30 wird in seinem mittleren Abschnitt dichtend in Gehäuse 2
geführt und liegt mit seiner der Ventilinnennadel 22 zugewandten Stirnseite auf der
Ventilinnennadel 22 auf. Der Ventilkolben 30 ist ebenfalls längsverschiebbar und begrenzt
mit seiner Stirnseite, die der Ventilinnennadel 22 abgewandt ist, einen Federraum
37, in dem eine Schließfeder 38 unter Druckvorspannung angeordnet ist, die den Ventilkolben
30 beaufschlagt. Der Federraum 37 ist hierbei über eine sechste Leitung 58 mit einem
Leckölraum 7 verbunden, der Teil des Kraftstoffeinspritzsystems ist und in dem stets
ein niedriger Kraftstoffdruck herrscht, vorzugsweise Umgebungsdruck.
[0014] Am Ventilkolben 30 ist ein Absatz 32 ausgebildet, der mit seiner ventilsitzzugewandten
Seite einen ersten Steuerraum 34 und mit seiner ventilsitzabgewandten Seite einen
zweiten Steuerraum 35 begrenzt. Der erste Steuerraum 34 ist hierbei über eine erste
Leitung 50 mit einem Kolbenraum 59 verbunden, wobei in der ersten Leitung 50 eine
erste Drossel 42 angeordnet ist, die den Durchfluss der ersten Leitung 50 begrenzt.
Der zweite Steuerraum 35 ist über eine zweite Leitung 52, in der eine zweite Drossel
44 ausgebildet ist, mit dem Leckölraum 7 verbunden. Darüber hinaus ist im Absatz 32
eine Drossel 40 ausgebildet, über die der erste Steuerraum 34 und der zweite Steuerraum
35 direkt miteinander verbunden sind. Durch die Bewegung des Ventilkolbens 30 und
damit auch des Absatzes 32 vom Ventilsitz 12 weg vergrößert sich das Volumen des ersten
Steuerraums 34, während sich das Volumen des zweiten Steuerraums 35 verkleinert. Bei
der entgegengesetzten Bewegung des Ventilkolbens 30 kehren sich die Verhältnisse entsprechend
um. Über entsprechend dichtende Führungen des Ventilkolbens 30 ist sichergestellt,
dass sowohl der erste Steuerraum 34 als auch der zweite Steuerraum 35 bis auf die
erste Leitung 50 bzw. die zweite Leitung 52 gegen die sonstigen Komponenten des Kraftstoffeinspritzventils
1 abgedichtet sind.
[0015] Zur Regelung des Drucks im ersten Steuerraum 34, im zweiten Steuerraum 35 und im
äußeren Steuerraum 27 dient ein Steuerkolben 60, der im Kolbenraum 59 angeordnet ist.
Der Steuerkolben 60 begrenzt mit seiner Stirnseite einen Steuerdruckraum 62, der über
eine vierte Drossel 49 mit dem Steuerventil 70 verbunden ist. Der Steuerdruckraum
62 ist mit einem Steuerventil 70 verbunden, das als 2/2-Wegeventil ausgebildet und
über eine Ablaufleitung 72 mit dem Leckölraum 7 verbunden ist. Das Steuerventil 70
arbeitet hierbei so, dass in der ersten Schaltstellung, die in Figur 1 dargestellt
ist, die Verbindung des Steuerdruckraums 62 mit dem Leckölraum 7 unterbrochen ist,
während in der zweiten Schaltstellung diese Verbindung geöffnet wird. Der Steuerkolben
60 ist längsbeweglich zwischen zwei Schaltpositionen, wobei er in der ersten Schaltposition
dem Steuerdruckraum 62 abgewandt an der Wand des Kolbenraums 59 anliegt und hierdurch
die erste Leitung 50 verschließt. In der zweiten Schaltstellung des Steuerkolbens
60 liegt dieser an einem zweiten Anschlag an und gibt dadurch die erste Leitung 50
frei, wodurch eine Verbindung zwischen der ersten Leitung 50 und einer fünften Leitung
57 entsteht, über die der Kolbenraum 59 mit dem Hochdruckspeicher 5 verbunden ist.
[0016] Die Arbeitsweise des Kraftstoffeinspritzventils richtet sich nach der gewünschten
Art der Einspritzung. Zuerst soll die Funktionsweise beschrieben werden, bei der Kraftstoff
nur über die äußeren Einspritzöffnungen 14 in den Brennraum der Brennkraftmaschine
eingespritzt wird:
[0017] Zu Beginn des Einspritzzyklus befmdet sich der Steuerkolben 60 in seiner ersten Position,
in der er die erste Leitung 50 verschließt. Dies wird erreicht, indem das Steuerventil
70 in seine erste Schaltposition fährt, die in Figur 1 dargestellt ist und in der
der Steuerdruckraum 62 von der Ablaufleitung 72 getrennt ist. Der Steuerdruckraum
62 ist über eine dritte Leitung 54, in der sich eine dritte Drossel 46 befindet, mit
dem äußeren Steuerraum 27 verbunden, in dem, bedingt durch die vierte Leitung 56,
der Druck des Hochdruckspeichers 5 herrscht. Durch den Druck im Steuerdruckraum 62
wird der Steuerkolben 60 in die dem Ventilkörper 3 zugewandte Position gedrückt, wo
er die erste Leitung 50 verschließt. Im ersten Steuerraum 34 und im zweiten Steuerraum
35 herrscht der Druck des Leckölraums 7, da der zweite Steuerraum 35 über die zweite
Leitung 52 und, wegen der Drossel 40, auch der erste Steuerraum 34 mit dem Leckölraum
7 verbunden sind. Zur Einspritzung wird das Steuerventil 70 in seine zweite Schaltposition
gefahren, sodass sich der Druck im Steuerdruckraum 62 erniedrigt. Dadurch fährt der
Steuerkolben 60 in seine zweite Position und gibt die erste Leitung 50 frei, die dadurch
über die fünfte Leitung 57 mit dem Hochdruckspeicher 5 verbunden wird. Der Kraftstoff
druck im Hochdruckspeicher 5 setzt sich so über die erste Leitung 50 in den ersten
Steuerraum 34 fort, wo der Druck stark ansteigt, während er im zweiten Steuerraum
35 noch relativ niedrig bleibt, da ein Druckausgleich über die Drossel 40 nur mit
einer gewissen Zeitverzögerung geschieht. Dadurch ergibt sich eine resultierende Kraft
auf den Absatz 32 und damit auf den Ventilkolben 30, sodass sich dieser von der Ventilinnennadel
22 wegbewegt, bis sich durch die Drossel 40 der Druck im ersten Steuerraum 34 und
im zweiten Steuerraum 35 angleicht. Der Ventilkolben 30 wird dann durch die Schließfeder
38 zurück in die Stellung gefahren, bei der er auf der Ventilinnennadel 22 aufliegt.
[0018] Durch das geöffnete Steuerventil 70 und den erniedrigten Druck im Steuerdruckraum
62 sinkt auch der Druck im äußeren Steuerraum 27 ab, da der äußere Steuerraum 27 über
die dritte Leitung 54 mit dem Steuerdruckraum 62 verbunden ist. Die dritte Drossel
46 ist hierbei so ausgelegt, dass sie einen geringeren Strömungswiderstand aufweist
als die vierte Drossel 48, sodass mehr Kraftstoff aus dem äußeren Steuerraum 27 abfließt,
als über die vierte Leitung 56 nachfließen kann. Durch den abnehmenden Druck im äußeren
Steuerraum 27 erniedrigt sich die Schließkraft auf die Ventilaußennadel 20 und zwar
soweit, bis der hydraulische Druck auf die äußere Druckschulter 9 der Ventilaußennadel
20 ausreicht, die Ventilaußennadel 20 zusammen mit der Steuerhülse 25 zu bewegen,
sodass die äußeren Einspritzöffnungen 14 freigegeben werden. Der Kraftstoff im Druckraum
10 wird dann unter hohem Druck über die äußeren Einspritzöffnungen 14 in den Brennraum
eingespritzt. Die Schließfeder 38 und die Steuerräume 34, 35 sind dabei so ausgelegt,
dass der Ventilkolben 30 wieder auf der Ventilinnennadel 22 auf liegt, ehe die Ventilaußennadel
20 vom Ventilsitz 12 abhebt. Da die Ventilinnennadel 22 in dem Ausführungsbeispiel,
wie es in Figur 1 dargestellt ist, eine Druckschulter 18 aufweist, ergibt sich nach
dem Abheben der Ventilaußennadel 20 vom Ventilsitz 12 eine resultierende Öffnungskraft
auf die Ventilinnennadel 22. Die Schließfeder 38 sorgt jedoch dafür, dass eine entsprechende
Schließkraft auf den Ventilkolben 30 ausgeübt wird, die die Ventilinnennadel 22 in
ihrer Schließstellung hält. Zur Beendigung der Einspritzung wird das Steuerventil
70 erneut betätigt, sodass der Steuerventilraum 62 von der Ablaufleitung 72 getrennt
wird. Hierdurch erhöht sich der Kraftstoffdruck im Steuerdruckraum 62 und damit auch
im äußeren Steuerraum 27, was schließlich dazu führt, dass die Steuerhülse 25 die
Ventilaußennadel 20 zurück in ihre Schließstellung drückt.
[0019] Figur 3a zeigt den zeitlichen Verlauf der wichtigsten Größen: Von oben nach unten
ist im ersten Diagramm der Strom I aufgetragen, mit dem das Steuerventil 70 angesteuert
wird, im zweiten Diagramm der Hub h
a der Ventilaußennadel 20, im dritten Diagramm der Druck p
1 im ersten Steuerraum 34 und der Druck p
2 im zweiten Steuerraum 35 und im vierten Diagramm der Hub hi der Ventilinnennadel
22. Der Strom I setzt zu einem Zeitpunkt ein und ist anfänglich etwas erhöht, um ein
schnelles Schalten des Steuerventils 70 zu ermöglichen. Anschließend wird der Strom
etwas erniedrigt und konstant gehalten, um das Steuerventil 70 offenzuhalten. Wie
oben beschrieben nimmt der Druck p1 im ersten Steuerraum 34 sehr rasch zu, während
der Druck p
2 im zweiten Steuerraum 35 erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung ansteigt.
Nachdem sich der Druck p1 im ersten Steuerraum 34 und der Druck p
2 im zweiten Steuerraum 35 einander angenähert haben, öffnet sich die Ventilaußennadel
20 und die Einspritzung erfolgt in der oben beschriebenen Weise. Die Bewegung der
Ventilaußennadel 20 ist im zweiten Diagramm durch die ansteigenden Wert von h
a zu sehen. Die Ventilinnennadel 22 bleibt in ihrer Schließstellung, oder macht ebenfalls
eine kleine Hubbewegung, die vor der Bewegung der Ventilaußennadel 20 geschieht. Dies
ist dann der Fall, wenn entgegen der obigen Schilderung der Ventilkolben 30 und die
Ventilinnennadel 22 einstückig ausgebildet bzw. fest miteinander verbunden sind. Diese
kurze Öffnungsbewegung der Ventilinnennadel 22 bewirkt jedoch keine Einspritzung von
Kraftstoff, da die Ventilaußennadel 20 den Druckraum 10 gegen die Ventilinnennadel
22 abdichtet. Nach Beendigung der Bestromung des Steuerventils 70 steigt der Druck
im äußeren Steuerraum 27 erneut an und drückt die Ventilaußennadel 20 zurück in ihre
Schließstellung. Der Druck in den Steuerräumen 34, 35 sinkt hingegen wieder ab, was
jedoch keine Bewegung des Ventilkolbens 30 bewirkt.
[0020] Soll sowohl durch die äußeren Einspritzöffnungen 14 als auch durch die inneren Einspritzöffnungen
16 Kraftstoff eingespritzt werden, so erfolgt die Ansteuerung in folgender Weise:
Der Beginn der Einspritzung ist wie oben bereits beschrieben, sodass die Ventilaußennadel
20 ihre Öffnungshubbewegung beginnt. Dies ist in Figur 3b dargestellt, wo die Bestromung
des Steuerventils 70 einsetzt und zu dem bekannten Druckanstieg im ersten Steuerraum
34 und im zweiten Steuerraum 35 fährt. Die Öffnung der Ventilaußennadel 20 beginnt
und die Einspritzung durch die äußeren Einspritzöffnungen 14 findet statt. Um die
Ventilinnennadel 22 zusätzlich zu öffnen, wird die Bestromung des Steuerventils 70
kurzzeitig unterbrochen, sodass dieses für eine kurze Zeit die Ablaufleitung 72 schließt.
Dadurch sinkt der Druck im ersten Steuerraum 34 und im zweiten Steuerraum 35 ab und
ebenso setzt sich die Ventilaußennadel 20 in Richtung des Ventilsitzes 12 in Bewegung.
Das Steuerventil 70 wird jetzt jedoch erneut bestromt, ehe die Ventilaußennadel 20
auf dem Ventilsitz 12 aufsetzt. Der Druck im ersten Steuerraum 34 steigt dadurch wieder
an und zwar, wie schon zuvor, rascher als im zweiten Steuerraum 35, sodass sich eine
Druckdifferenz Δp zwischen dem ersten Steuerraum 34 und dem zweiten Steuerraum 35
einstellt. Durch die Kraft auf die Druckschulter 18 bewegt sich die Ventilinnennadel
22 vom Ventilsitz 12 weg, so dass die inneren Einspritzöffnungen 16 geöffnet werden.
Da jetzt auch die innere Ventildichtfläche 19 vom Kraftstoffdruck beaufschlagt ist,
wird sie durch den Kraftstoffdruck in ihrer Öffnungsstellung gehalten,. Beide Ventilnadeln
20, 22 bleiben so lange in ihrer Öffnungsstellung, bis das Steuerventil 70 erneut
betätigt wird. Der sich erhöhende Druck im äußeren Steuerraum 27 zwingt dann die Ventilaußennadel
20 zurück in ihre Schließstellung, wobei die Steuerhülse 25 bei ihrer Bewegung auf
den Ventilsitz 12 zu die Ventilinnennadel 22 mitnimmt, sodass beide Ventilnadeln 20,
22 gleichzeitig in ihrer Schließstellung ankommen. Die Einspritzung erfolgt in diesem
Fall über sämtliche Einspritzöffnungen 14,16, sodass im gleichen Zeitabschnitt wesentlich
mehr Kraftstoff in den Brennraum der Brennkraftmaschine eingespritzt werden kann.
[0021] Der genaue Zeitpunkt, zu der die Ventilinnennadel 22 öffnet, lässt sich in engen
Grenzen variieren, was eine bessere Anpassung an bestimmte Betriebspunkte möglich
macht und damit eine Erniedrigung der Schadstoffemissionen. Wenn der Zeitpunkt, zu
dem die Ventilinnennadel 22 öffnet, möglichst früh gewählt wird, kann die Einspritzdauer
bei Volllast verkürzt werden, so dass sich mehr Kraftstoff in der gleichen Zeit in
den Brennraum einbringen lässt.
[0022] Wie schon erwähnt kann es vorgesehen sein, dass der Ventilkolben 30 und die Ventilinnennadel
22 einstückig ausgebildet oder fest miteinander verbunden sind. In diesem Fall kann
die Druckschulter 18 an der Ventilinnennadel 22 entfallen, so dass die Ventilinnennadel
22 zylindrisch mit konstantem Außendurchmesser ausgebildet ist, bis sie in die innere
Ventildichtfläche 19 übergeht. Da der Ventilkolben 30 durch die Druckdifferenz zwischen
dem ersten Steuerraum 34 und dem zweiten Steuerraum 35 die Ventilinnennadel 22 vom
Ventilsitz 12 abhebt, wird die Ventilinnennadel 22 dann durch die Beaufschlagung der
inneren Ventildichtfläche 19 in ihrer Öffnungsstellung gehalten. Die Öffnungsbewegung
der Ventilinnennadel 22 zusammen mit dem Ventilkolben 30 wird auch dann durch die
Anlage an der Steuerhülse 25 begrenzt, wenn die Ventilaußennadel 20 in ihrer Schließstellung
ist, also am Ventilsitz 12 aufliegt. Die Schließfeder 38 kann in diesem Fall schwächer
ausgelegt werden, da sie keine Gegenkraft zu der hydraulischen Beaufschlagung einer
Druckschulter aufbringen muss.
1. Kraftstoffeinspritzventil für Brennkraftmaschinen mit einem Gehäuse (2), in dem eine
Ventilinnennadel (22) und eine die Ventilinnennadel (22) umgebende Ventilaußennadel
(20) angeordnet sind, welche mit einem Ventilsitz (12) zusammenwirken und welche durch
ihre Längsbewegung die Öffnung jeweils wenigstens einer Einspritzöffnung (14; 16)
steuern, und mit einem Ventilkolben (30), der dem Ventilsitz (12) abgewandt auf die
Ventilinnennadel (22) wirkt, und mit einem ersten Steuerraum (34) und einem zweiten
Steuerraum (35), die beide im Gehäuse (2) ausgebildet und mit Kraftstoffbefüllbar
sind, wobei der Druck im ersten Steuerraum (34) eine von der Ventilinnennadel (22)
weggerichtete Kraft auf den Ventilkolben (30) erzeugt und der Druck im zweiten Steuerraum
(35) eine auf die Ventilinnennadel (22) zu gerichtete Kraft, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Steuerraum (34) und der zweite Steuerraum (35) über eine Drossel (40) hydraulisch
miteinander verbunden sind.
2. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl der erste Steuerraum (34) als auch der zweite Steuerraum (35) den Ventilkolben
(30) umgeben.
3. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Ventilkolben (30) ein Absatz (32) ausgebildet ist, dessen eine Seite den ersten
Steuerraum (34) und dessen andere Seite den zweiten Steuerraum (35) begrenzt.
4. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Drossel (40) im Absatz (32) des Ventilkolbens (30) ausgebildet ist.
5. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Kraftstoff des ersten Steuerraums (34) beaufschlagte Fläche des Absatzes
(32) gleich groß ist wie die vom Kraftstoff des zweiten Steuerraums (35) beaufschlagte
Fläche des Absatzes (32).
6. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkolben (30) einstückig mit der Ventilinnennadel (22) ausgebildet ist.
7. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Ventilkolben (30) von einer Schließfeder in Richtung der Ventilinnennadel (22)
beaufschlagt wird.
8. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im Gehäuse (2) ein die Ventilaußennadel (20) umgebender Druckraum (10) ausgebildet
ist, der mit Kraftstoff unter hohem Druck befüllbar ist.
9. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilinnennadel (22) eine Druckschulter (18) aufweist, die vom Kraftstoff des
Druckraums (10) beaufschlagt wird, wenn die Ventilaußennadel (20) vom Ventilsitz (12)
abhebt.
10. Kraftstoffeinspritzventil nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf den Ventilkolben (30) eine Schließfeder (38) in Richtung des Ventilsitzes (12)
wirkt, wobei die Federkraft stets größer ist als die hydraulische Kraft auf die Druckschulter
(18) der Ventilinnennadel (22).