[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Gargerät gemäß dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Bei bekannten Öfen dieser Art ist mit Ausnahme der Beschickungsöffnung die Außenseite
des Muffelmantels und gegebenenfalls auch die rückwärtige Begrenzung der Gargerätemuffel
mit einer oder mehreren Wärmedämmschichten umgeben, wodurch eine zu starke Wärmeabstrahlung
nach außen hin, z. B. in Richtung von benachbarten Küchenmöbeln verhindert werden
soll. Hierbei ist es bekannt, die zumindest eine Trenn- oder Stoßstelle aufweisende
Wärmedämmschicht mittels Bindedrähten eng mit dem Mantelbereich der Gargerätemuffel
zu verbinden, wobei die Isolationswirkung in hohem Maße davon abhängt, dass z. B.
an den vorgenannten Stoßstellen keine offenen Isolationslücken auftreten und/oder
im Bereich der Muffelecken keine Hohlräume vorhanden sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ofen bzw. ein Gargerät der eingangs
genannten Art so auszugestalten, dass mit einfachen mechanischen Mitteln insbesondere
im Bereich von isoliertechnisch problematischen Stellen, in räumlich beschränkten
Gehäusebereichen und insbesondere an solchen Gehäusebereichen, an die wärmeempfindliche
Geräte oder Möbel angrenzen, ein Höchstmaß an Wärmedämmung erhalten wird.
[0004] Diese Aufgabe wird bei dem eingangs genannten Ofen dadurch gelöst, dass unmittelbar
oder mittelbar an einem Gargerätegehäuse bzw. an dessen Gehäuseteilen, vorzugsweise
im Bereich der Muffelecken, schwenkbare Halter vorgesehen sind, die aus einer offenen,
von der Ofenmuffel beabstandeten Stellung gegen die Ofenmuffel schwenkbar und auf
die Wärmedämmschicht drückbar sind. In vorteilhafter Weise können hierbei die Halter
einen kreisabschnittsförmigen, die zugeordnete Muffelecke und deren Wärmedämmschicht
umziehenden Querschnitt aufweisen. Im Lagebereich dieser z. B. an gegenüberliegenden
Muffelecken schwenkbar gelagerten Halter können die Stoßstellen der Wärmedämmschicht
vorgesehen sein, womit Leckstellen oder isolationsfreie Lufträume mit Sicherheit vermieden
werden.
[0005] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform besteht die Wärmedämmschicht im Mantelbereich
der Ofenmuffel aus einem im Wesentlichen U-förmig gebogenen, die seitlichen und den
oberen Abschnitt der Ofenmuffel umziehenden Teil und aus einem den Bodenabschnitt
der Ofenmuffel bedeckenden Teil. Hierbei besteht die Möglichkeit, den den Bodenabschnitt
der Ofenmuffel bedeckenden Teil der Wärmedämmschicht mehrlagig auszubilden. In besonderer
Weise vorteilhaft ist dies, wenn der Ofen auch mit Mikrowellenenergie betreibbar ist,
also der Gehäuseraum überwiegend für die Unterbringung von elektrischen Bauelementen
und einem räumlich aufwändigen Mikrowellengenerator üblicherweise oberhalb der Ofenmuffel
benötigt wird und damit der übrige Gehäuseraum, z. B. unterhalb der Ofenmuffel, sehr
beschränkt ist und/oder der Ofen z. B. als Kompaktofen ausgebildet ist, der in ein
Küchenmöbel eingestellt werden soll und sich unterhalb des Ofens wärmeempfindliche
Möbelteile oder Geräte befinden. Im zuletzt genannten Fall besteht erfindungsgemäß
die Möglichkeit, die Wärmedämmschicht unterhalb der Ofenmuffel mehrteilig auszubilden,
z. B. unter Verwendung von besonders hochwertigen Isoliermaterialien.
[0006] Es ist vorteilhaft, wenn sich die Halter über die gesamte Tiefe der Muffelecken erstrecken.
Obwohl die erfindungsgemäßen Halter auch an anderen Stellen als der Bodenseite des
Ofens vorteilhaft angeordnet sein können, erweist sich die bodenseitige Anordnung
der Halter bei so genannten Kompaktöfen aus den vorerwähnten Gründen als besonders
vorteilhaft. Als Basis für die Halter eignet sich in besonderer Weise der bodenseitige
Gehäuseteil des Ofens oder aber ein mit Abstand zum Gehäuseboden zusätzlich angeordneter
Zwischenboden, wodurch in vorteilhafter Weise ein Lüftungskanal und somit eine zusätzliche
Wärmedämmung erhalten wird.
[0007] Durch die gewählte Aufteilung der Wärmedämmschicht in einen Mantelteil und einen
Bodenteil ergeben sich auch Vorteile in Bezug auf die Montage des Ofens. Während der
Montage des Ofengehäuses kann zunächst auf den bodenseitigen Gehäuseteil (Bodenplatte)
der bodenseitige Teil der Wärmedämmschicht aufgelegt und auf diesen die Ofenmuffel
aufgesetzt werden und nach dem Aufbringen der U-förmigen Mantelisolation in der erläuterten
Weise die Halterungen verschwenkt werden, wonach die übrigen Gehäuseteile montiert
werden können. Bei dieser gesamten Montage kann sich der Ofen in der Einbaulage befinden,
da die Wärmedämmschicht aus mehreren Teilen besteht und der bodenseitige Teil separat
montiert werden kann.
[0008] Weitere vorteilhafte Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus dem in der Zeichnung
dargestellten und nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel.
[0009] Es zeigt:
- Figur 1
- die perspektivische Ansicht auf den frontseitigen Teil des Ofens,
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung des Ofens ohne die seitlichen und rückwärtigen Gehäuseteile
mit Sicht auf die Ofenrückseite,
- Figur 3
- die Teil-Schnittdarstellung des Bodenbereichs des Ofens als Einzelheit.
[0010] Der Ofen gemäß Figur 1 besitzt im Inneren eines Ofengehäuses 1 eine quaderförmige
Ofenmuffel 2, in welcher sich in bekannter Weise elektrische Heizelemente sowie im
Falle des Mikrowellenofens eine Mikrowellenantenne befindet. Die Muffelöffnung 3 ist
verschließbar durch eine Ofentür 4, die an der Innenseite ein eine Mikrowellenfalle
bildendes so genanntes Mikrowellenschild 5 trägt, das bei geschlossener Ofentür 4
in die Muffelöffnung 3 eintaucht. Oberhalb der Ofenmuffel 2 befindet sich ein Schalterraum
für elektrische oder elektronische Bauelemente sowie für einen Mikrowellengenerator
mit einem Magnetron, welcher Schalterraum frontseitig begrenzt ist durch ein Bedientableau
6 mit Bedien- und Anzeigeelementen 7. Das Ofengehäuse 1 ist gebildet durch einen bodenseitigen
Gehäuseteil 8, welcher der Ofenmuffel 2 und damit dem gesamten Ofen als Basis dient.
Ferner besteht das Ofengehäuse 1 aus gegenüberliegenden seitlichen Gehäuseteilen 9
und aus einem rückwärtigen Gehäuseteil, der in Figur 1 aufgrund der nach hinten hin
abgeschnittenen Darstellung nicht zu erkennen ist. Die Ofentür 4 ist um eine untere
Drehachse schwenkbar gelagert.
[0011] In Figur 2 ist zu erkennen ein Ofenflansch 10, der sich an die Muffelöffnung 3 (Figur
1) anschließt und auf den die Ofentür 4 aufschwenkbar ist. Mit dem Ofenflansch 10
fest verbunden ist die Ofenmuffel 2, die an der in Figur 2 sichtbaren Rückseite eine
nicht zum Ofengehäuse 1 gehörende Rückplatte 11 trägt, an welcher Funktionselemente
wie z. B. eine Lüftereinheit 12 befestigt sind. Die Mantelflächen der quaderförmigen
Ofenmuffel 2 sind lückenlos umgeben von einer Wärmedämmschicht aus einem Wärme gut
isolierenden Material, z. B. Steinwolle, gebildet durch einen die seitlichen Gehäuseteile
9 und den oberen Gehäuseteil 14 (Figur 1) U-förmig umziehenden Teil 15 und aus einem
den Bodenteil der Ofenmuffel 2 bedeckenden Teil 16 der Wärmedämmschicht 13.
[0012] Figur 3 zeigt im unteren Eckenbereich des Ofens den Bodenabschnitt 18 der Ofenmuffel
2, an welchem eine so genannte Unterhitze mit Heizkörper 19 und Abdeckung 20 befestigt
ist. In den Figuren 2 und 3 ist ferner zu erkennen der bodenseitige Gehäuseteil 8,
der die Basis für den gesamten Ofen bildet. Mit Abstand oberhalb des bodenseitigen
Gehäuseteils 8 angeordnet ist ein so genannter Zwischenboden 20, der als Träger für
den bodenseitigen Teil 16 der Wärmedämmschicht 13 dient. Wie Figur 3 zeigt, sind der
obere Teil 15 und der untere Teil 16 der Wärmedämmschicht in den Eckenbereichen einander
überlappend angeordnet. Durch die Anordnung des Zwischenbodens 20 wird zwischen diesem
und dem bodenseitigen Gehäuseteil 8 ein Wärme dämmender Lüftungskanal 21 gebildet.
Selbstverständlich ist eine Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Ofens möglich ohne
Anordnung eines Zwischenbodens 20. In diesem Fall wird der untere Teil 16 der Wärmedämmschicht
getragen von dem unteren Gehäuseteil 8. In den beiden gegenüberliegenden unteren Eckenbereichen
der Ofenmuffel 2, in welchen sich die beiden Teile 15 und 16 der Wärmedämmschicht
überlappen bzw. bei Nicht-Überlappung aneinander stoßen, sind kreisabschnittsförmige
Halter 22 angeordnet, die in diesen Eckenbereichen die Muffelecken und deren Wärmedämmschichten
15, 16 umziehen. Diese Halter 22 erstrecken sich über die gesamte Tiefe der vorgenannten
Muffelecken, wie Figur 2 zeigt. Sie sind durch stabilisierende Prägungen 23 profiliert
ausgestaltet. Jeder Halter 22 besitzt z. B. beidenends Lageransätze 24, welche in
Lagerstellen 25 des bodenseitigen Gehäuseteils 8 lösbar und einhängbar derart gelagert
sind, dass die Halter 22 aus einer nach unten geschwenkten offenen, von der Ofenmuffel
2 beabstandeten Stellung (Figur 3) in Pfeilrichtung gegen die Ofenmuffel 2 schwenkbar
sind und in der in Figur 3 dargestellten Endstellung auf die Teile 15, 16 der Wärmedämmschicht
13 drücken und diese Wärmedämmschicht in engen Kontakt mit der Ofenmuffel 2 zwingen.
Während im Bodenbereich des Ofens der bodenseitige Gehäuseteil 8 bzw. der Zwischenboden
20 als Befestigungsmittel für die Wärmedämmschicht 13 dienen, werden weitere Befestigungsmittel
für die Wärmedämmschicht 13 gebildet durch draht- oder bandartige Befestigungsmittel
26, die an den freien Enden der Halter 22 befestigt bzw. eingehängt sind und mittels
welchen die gegenüberliegenden Halter 22 miteinander und gegen die Wärmedämmschicht
13 verspannt und in den jeweiligen Arbeitsstellungen gemäß Figur 2 und 3 gehalten
werden.
[0013] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Ofens wird ein durchgehend enger Kontakt
zwischen Ofenmuffel 2 und Wärmedämmschicht 13 - beim Ausführungsbeispiel insbesondere
nach unten hin - und damit eine hervorragende Wärmeisolierung der Ofenmuffel 2 erhalten,
und außerdem wird die Endmontage des Ofens dadurch wesentlich erleichtert, dass aufgrund
des Vorhandenseins von separaten Teilen 15, 16 der Wärmedämmschicht die vormontierte
Funktionseinheit von Ofenmuffel 2 in Einbaulage auf den mit dem Wärmedämmschicht-Teil
16 versehenen Gehäuseteil 8 aufgesetzt werden kann und danach die obere Wärmedämmschicht
15 auf die Ofenmuffel 2 aufgelegt und durch Spannen der Befestigungsmittel 26 die
Halter in die Arbeitsstellungen gebracht werden.
1. Gargerät zur Garbehandlung von Lebensmitteln innerhalb einer Gargerätemuffel (2),
die zumindest teilweise von einer Wärmedämmschicht (13) umgeben ist, die durch Befestigungsmittel
(8, 20, 26) mit einer Außenseite der Gargerätemuffel (2) verbunden ist und die von
einem Gargerätegehäuse (1) umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Gargerätegehäuse (1) zumindest ein Halter (22) zum Verstellen zwischen einer
offenen, von der Gargerätemuffel (2) beabstandeten Stellung und einer geschlossenen
Stellung, in der die Wärmedämmschicht (15/16) vom Halter (22) gegen die Gargerätemuffel
gedrückt ist, vorgesehen sind.
2. Gargerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (22) sich über die gesamte Tiefe der Muffelecken erstrecken.
3. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, insbesondere in Küchenmöbel einstellbares
Kompaktgargerät, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (22) am bodenseitigen Gehäuseteil (8) des Gehäuses gelagert sind.
4. Gargerät nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen einem bodenseitigen Gehäuseteil (8) und der Gargerätemuffel (2) ein Zwischenboden
(20) angeordnet ist, der als Befestigungsmittel für die Wärmedämmschicht (16) dient.
5. Gargerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenboden (20) mit einem einen Lüftungskanal (21) bildenden Abstand zum bodenseitigen
Gehäuseteil (8) angeordnet ist.
6. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das die Wärmedämmschicht (13) im Mantelbereich der Gargerätemuffel (2) aus einem
im wesentlichen U-förmig gebogenen, die seitlichen und den oberen Abschnitt der Gargerätemuffel
(2) umziehenden Teil (15) und aus einem den Bodenabschnitt der Gargerätemuffel (2)
bedeckenden Teil (16) besteht.
7. Gargerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der den Bodenabschnitt der Gargerätemuffel (2) bedeckende Teil (16) der Wärmedämmschicht
mehrlagig ausgebildet ist.
8. Gargerät nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenboden (20) als Träger für den bodenseitigen Teil (16) der Wärmedämmschicht
(13) dient.
9. Gargerät nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der bodenseitige Gehäuseteil (8) des Gargerätegehäuses als Träger für den bodenseitigen
Teil (16) der Wärmedämmschicht dient.
10. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (22) einen kreisabschnittsförmigen, die zugeordnete Muffelecke und deren
Wärmedämmschicht (15/16) umziehenden Querschnitt aufweist.
11. Gargerät nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Halterung (22) mit Lageransätzen (24) in Lagerstellen (25) des bodenseitigen
Gehäuseteils (8) oder des Zwischenbodens (20) lösbar einhängbar ist.
12. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das zusätzlich zu dem Halter (22) draht- oder bandartige Befestigungsmittel (26)
für die Wärmedämmschicht (13) vorgesehen sind, die an dem Halter (22) befestigt ist
und mittels welcher der Halter (22) in der gegen die Gargerätemuffel (2) geschwenkten
Stellung gehalten ist.
13. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (22) schwenkbar gelagert ist.
14. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Halter (22) im Bereich der Muffelecken vorgesehen ist.