[0001] Die Erfindung betrifft ein Landfahrzeug zum Vermessen des Oberbaus von Verkehrswegen,
das für eine Bewegung entlang des Verkehrswegs ausgebildet ist, mit mindestens einem
Georadarmesskopf zum Aufnehmen von Georadarmessdaten. Die Erfindung betrifft des Weiteren
ein Verfahren zum Vermessen des Oberbaus von Verkehrswegen.
[0002] Derartige Landfahrzeuge werden beispielsweise zur Inspektion von Straßen oder Schienenwegen
eingesetzt. Zu diesem Zweck ist an einem solchen Landfahrzeug ein Georadarmesskopf
starr angebracht der während der Fahrt entlang des Verkehrswegs in regelmäßigen Abständen
Georadamnesspunkte aufnimmt. Aus diesen so aufgenommenen Messpunkten wird anschließend
ein Längstiefenprofil des Oberbaus ermittelt. Ein derartiges Längstiefenprofil gibt
Auskunft über die im Oberbau des Verkehrswegs vorhandenen Schichtgrenzen in Längsrichtung
an denen Radarwellen reflektiert werden und stellt folglich einen Schnitt durch den
Oberbau des Verkehrswegs dar.
[0003] Aus einem Längstiefenprofil können Schädigungen des Oberbaus erkannt. Dazu werden
Längstiefenprofile in der Regel von Spezialisten betrachtet und ausgewertet.
[0004] Als nachteilig hat sich herausgestellt, dass auf diese Art und Weise oftmals nur
großflächige Schäden im Oberbau detektiert werden können.
[0005] Der Erfindung liegt daher das technische Problem zugrunde, ein verbessertes Landfahrzeug
und ein verbessertes Verfahren zum Vermessen des Oberbaus von Verkehrswegen anzugeben.
[0006] Die Erfindung löst das Problem für ein Landfahrzeug der oben genannten Art dadurch,
dass der Georadarmesskopf mit einer Bewegungskomponente senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Landfahrzeugs bewegbar an diesem angebracht ist und das Landfahrzeug Antriebsmittel
zum Hin- und Herbewegen des Georadarmesskopfs mit dieser Bewegungskomponente umfasst.
[0007] Die Erfindung löst das Problem zudem durch ein Verfahren zum Vermessen des Oberbaus
von Verkehrswegen unter Verwendung eines derastigen Landfahrzeugs umfassend die Schritte:
- Bewegen des Landfahrzeugs entlang des Verkehrswegs,
- Bewegen, insbesondere Schwenken, eines am Landfahrzeug beweglich angeordneten Georadarmesskopfs
mit einer Bewegungskomponente senkrecht zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs und
- Aufnehmen von Georadarmessdaten.
[0008] Unter einem Landfahrzeug wird dabei ein Fahrzeug verstanden, das sich aus eigener
Kraft auf einem Verkehrsweg fortbewegen kann. Unter dem Vermessen des Oberbaus von
Verkehrswegen ist das Vermessen mittels Georadar zu verstehen.
[0009] Unter dem Oberbau eines Verkehrswegs werden die Bestandteile verstanden, die aus
Material bestehen, das nicht zum anstehenden Erdkörper gehört. Im Straßenbau umfasst
der Oberbau die Trag-, die Binder- und die Deckschicht. Im Schienenwegsbau umfasst
der Oberbau die Planumsschutzschicht, gegebenenfalls eine Geotextilschicht und das
Schotterbett bzw. die feste Fahrbahn, sowie das Gleis. Das Gleis umfasst die Schwellen,
die Schienen und die Befestigung.
[0010] Vorteilhaft an der Erfindung ist, dass mit lediglich einem Georadarmesskopf sowohl
ein Linientiefenprofil, als auch ein dreidimensionaler Graph erhalten werden können,
der ein vollständiges, dreidimensionales Tiefenprofil darstellt. Hierzu wird der Georadarmesskopf
durch die Antriebsmittel mit einer Bewegungskomponente senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Landfahrzeugs hin und her bewegt.
[0011] Ein dreidimensionaler Graph ist von Vorteil. Es hat sich nämlich gezeigt, dass Schädigungen
im Oberbau von Verkehrswegen häufig nicht so groß sind, als dass sie durch Aufnehmen
lediglich eines Linientiefenprofils erkannt werden könnten. Gerade kleinräumige Schädigungen
des Oberbaus von Verkehrswegen sind jedoch häufig Ausgangspunkt für großflächige Schädigungen.
Während kleinräumige Schädigungen, die bisher nicht oder nur schwer detektierbar sind,
leicht und kostengünstig zu beheben sind, steigen die Kosten für die Behebung von
großflächigen Schädigungen, wie sie mit Messverfahren nach dem Stand der Technik detektiert
werden können, stark an. Je früher also eine Schädigung erkannt wird, desto geringer
sind die Reparaturkosten für den Verkehrsweg.
[0012] Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Erhöhung der Ortsauflösung mit technisch sehr
einfachen Mitteln erreichbar ist.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Landfahrzeug Mittel zum Ermitteln
der Position des mindestens einen Georadarmesskopfs, insbesondere dessen Position
relativ zum Landfahrzeug auf. Ein derartiges Mittel zum Ermitteln der Position ist
beispielsweise ein direkt beim Georadarmesskopf angeordneter GPS-Empfänger (GPS, global
positioning system). Dieser ermittelt die absolute Position des Georadarmesskopfs.
Wird der Georadarmesskopf auf einer definierten Bahn relativ zum Landfahrzeug bewegt,
so werden alternativ Mittel vorgesehen, welche die Position des Georadarmesskopfs
auf dieser Bahn bestimmen. Aus Kenntnis der Lage der Bahn des Georadarmesskopfs relativ
zum Landfahrzeug und der Position des Georadarmesskopf auf dieser Bahn, sowie der
absoluten Position des Landfahrzeugs ergibt sich auf einfach Art und Weise die absolute
Position des Georadarmesskopfs. Die so ermittelte Position wird mit dem Messpunkt
assoziiert der an der jeweiligen Position aufgenommen wird. Beide Daten werden gemeinsam
abgespeichert.
[0014] In einer bevorzugten Ausführungsform ist ein Georadarmesskopf an der Stirnseite des
Landfahrzeugs angeordnet. Hierdurch ergibt sich eine besonders schmale Bauform des
Landfahrzeugs.
[0015] Bevorzugt ist der Georadarmesskopf schwenkbar am Landfahrzeug angeordnet. Eine derartige
Anordnung ist mit technisch einfachen Mitteln zu realisieren. Zudem ist die Positionsbestimmung
des Georadarmesskopfs relativ zum Landfahrzeug technisch einfach durch Vorsehen eines
Winkelmessers zu bewerkstelligen, der den Schwenkwinkel misst.
[0016] In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist der Georadarmesskopf gradlinig
bewegbar angeordnet. Das wird beispielsweise durch einen Gewindespindel-Mutter-Antrieb
realisiert. In einer alternativen Bauform wird der Georadarmesskopf in einer gradlinigen
Schiene geführt; an den Enden der gradlinigen Schiene befindet sich jeweils eine Vorrichtung
zum Aufbringen eines elastischen Stoßes auf den Georadarmesskopf, aufgrund dessen
sich die Bewegungsrichtung des Georadarmesskopfs umkehrt, vergleichbar der Bewegung
eines Schiffchens in einer Webmaschine. In einer weiteren Alternative wird ein Linearmotor
eingesetzt. Dieser bietet den Vorteil einer hohen Beschleunigung bei gleichzeitiger
genauer Positionskontrolle.
[0017] In einer weiteren alternativen Ausführungsform ist der Georadarmesskopf relativ zum
Landfahrzeug auf einer Kreisbahn, auf einer Kreisabschnittsbahn oder einer Bahn bewegbar,
die einer mit ihren Schlaufen senkrecht zur Fahrtrichtung liegenden Acht entspricht.
Vorteilhaft an einer Kreisbahn ist, dass der Georadarmesskopf mit einer zeitlich konstanten
Beschleunigung beaufschlagt ist.
[0018] Vorzugsweise ist der Georadarmesskopf so angeordnet, dass beim Bewegen des Georadarmesskopfs
die Lage der Polarisationsebene des elektrischen Felds der Georadarwellen relativ
zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs und/oder relativ zum Horizont konstant bleibt.
Metallische Gegenstände reflektieren die Radarwellen annähernd vollständig und führen
zu einem besonders starken Messsignal. Dieses Messsignal kann unter Umständen das
eigentlich zu messende Signal verfälschen. Die Stärke dieses Messsignals hängt davon
ab, unter welchem Winkel der Feldvektor des elektrischen Felds auf eine Oberfläche
des sprechenden metallischen Gegenstands fällt. Beim Bau von Verkehrswegen, insbesondere
im Gleisbau, weisen die verwendeten metallischen Komponenten in der Regel Kanten auf,
die entweder senkrecht oder aber parallel zum Verlauf des Verkehrswegs bzw. der Schienen
verlaufen. Wird nun die Polarisationsebene des elektrischen Feldes der Georadarwellen
relativ zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs konstant gehalten, so ergeben sich
für gleiche metallische Bauteile stets die gleichen Reflexionsmuster. Hierdurch wird
die Auswertung der Messdaten erleichtert.
[0019] Sofem es sich beim Verkehrsweg um einen Schienenweg handelt,ist es günstig, die Lage
des Feldvektors des elektrischen Felds so zu wählen, dass dieser unter einem Winkel
auf die Schienen bzw. die Schwellen auftrifft, der um mehr als 5° von der Senkrechten
auf die Schienen bzw. Schwellen abweicht.
[0020] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Landfahrzeug ein Schienenfahrzeug zum
Vermessen des Oberbaus von Schienenwegen, das für eine Bewegung entlang eines Schienenwegs
ausgebildet ist. Aufgrund der hohen Flächenpressungen, die vom Oberbau von Schienenwegen
aufgenommen werden müssen, werden Schienenwege besonders überwacht. Entsprechend ist
die Vermessung von Schienenwegen mittels Georadar besonders wichtig.
[0021] Bevorzugterweise weist ein derartiges Schienenfahrzeug mindestens ein Aufnahmeelement
für die Georadarmessköpfe bzw. den Georadarmesskopf, mindestens einen Sensor zum Erkennen
von Körpern in der Umgebung der Aufnahme und Mittel zum Nachführen der mindestens
einen Aufnahmeelement auf, so dass weder Aufnahmeelement noch Georadarmesskopf das
Lichtraumprofil des Schienenfahrzeugs verlassen. Das Lichtraumprofil ist die größte
zulässige Ausdehnung eines Schienenfahrzeugs in Höhe und Breite, mit der es sich sicher
innerhalb des Regellichtraums bewegen kann. Durch die Mittel zum Nachführen der mindestens
einen Halterung wird sichergestellt, das weder Halterung, noch Georadarmesskopf mit
Körpern außerhalb des Regellichtraumprofils kollidieren.
[0022] Bevorzugterweise ist das Landfahrzeug eine Planumsverbesserungsmaschine zum Sanieren
und/oder Erneuern von Schotterschicht und/oder Planumsschutzschicht. Eine derartige
Planumsverbesserungsmaschine ist ein Bauzug zum Austauschen bzw. Sanieren des Oberbaus
eines Schienenwegs in einem kontinuierlichen Verfahren. Ein in Fahrtrichtung vom befindliches
Ende der Planumsverbesserungsmaschine läuft dabei auf Schienen, die noch im alten
Oberbau gebettet sind, wohingegen das in Fahrtrichtung hinten liegende, zweite Ende
bereits auf Schienen läuft, die im neuen, sanierten Oberbau gebettet sind.
[0023] Zwischen beiden Enden der Planumsverbesserungsmaschine befinden sich Vorrichtungen
zum Sanieren des Oberbaus, Zunächst ist eine Schotteraushubkettenanlage vorgesehen,
mit deren Hilfe der Schotter einer Schotterschicht unter den Schwellen abgezogen wird.
Damit die Schienen aufgrund der nunmehr fehlenden Unterstützung nicht durchhängen,
werden sie durch eine spezielle Haltevorrichtung gehalten. In Fahrtrichtung der Planumsverbesserungsmaschine
hinter der Schotteraushubkettenanlage befindet sich eine Planumsaushubanlage die mittels
einer Planumsaushubkette die Pianumsschutzschicht abzieht. Die abgezogene Planumsschutzschicht
wird, wie auch der Schotter, entweder recycelt oder entsorgt. In Fahrtrichtung hinter
den beiden oben genannten Aggregaten befindet sich ein Erdplanumsverdichter, der den
anstehenden Erdkörper verdichtet. In Fahrtrichtung hinter dem Erdplanumsverdichter
befindet sich eine Planumsschutzschicht-Einbringvorrichtung, mit deren Hilfe eine
neue Planumsschutzschicht eingebracht wird.
[0024] In einer bevorzugen Ausführungsform weist das Schienenfahrzeug Mittel zum Ermitteln
des Verschmutzungshorizonts der Schotterschicht aus den Georadarmessdaten auf. Der
Verschmutzungshorizont des Schotterbetts eines Schienenwegs ist die Grenze zwischen
verschmutztem und nicht verschmutztem Schotter. Der Schotter wird dabei durch Feinkornmaterial
verschmutzt, das aus der unter der Schotterschicht liegenden Schicht, beispielsweise
der Planumsschutzschicht, in die Schotterschicht aufsteigt. Liegt der Verschmutzungshorizont
zu hoch, ist eine sichere Ableitung der Kräfte die auf die Schienen wirken, nicht
mehr gewährleistet. Aus diesem Grund stellt der Verschmutzungshorizont einen wichtigen
Parameter bei der Vermessung von Schienenwegen dar. Der Verschmutzungshorizont wird
von den Mitteln zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts aus den Georadarmessdaten
durch Mustererkennung ermittelt. Eine derartige Mustererkennung beruht beispielsweise
auf einer Schwellenwertenalyse oder wird mittels neuronaler Netze durchgeführt.
[0025] Die Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts sind dabei so ausgebildet, dass
sie beispielsweise die Amplituden der reflektierten Georadarwellen auswerten. An Grenzflächen
ist die Reflexion von Georadarwellen besonders stark, es ergibt sich somit eine hohe
Amplitude, d.h. eine hohe gemessene Feldstärke der reflektierten Georadarwelle. Dazu
ist im Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts ein in Vorversuchen ermittelter
Wert für eine Amplitude abgelegt, ab der vom Vorliegen einer Grenzflächen ausgegangen
wird. Überschreitet die Amplitude der reflektierten Georadarwellen diesen Schwellenwert,
so wird davon ausgegangen, dass eine Reflexion an einer Grenzfläche stattgefunden
hat. Aufgrund der Laufzeit der reflektierten Georadarwelle berechnet das Mittel zum
Ermitteln des Verschmutzungshorizonts, in welcher Tiefe sich die Grenzfläche befindet.
Durch Georadarmessungen an mehreren Stellen wird eine Abbildung, beispielsweise in
Form einer flächigen Darstellung dieser Grenzfläche im Oberbau erhalten und gegebenenfalls
ausgegeben. Als Verschmutzungshorizont wird dabei beispielsweise die höchstliegende
Grenzfläche innerhalb des Schotterbetts gewählt. Unterhalb dieses Verschmutzungshorizonts
liegt die Konzentration an Verunreinigungen oberhalb eines vorgewählten Werts. Optional
ist das das Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts so ausgebildet, dass
ein elektrisches Signal abgegeben wird, sobald der Verschmutzungshorizont eine voreingestellte
Tiefe überschreitet
[0026] Alternativ wird im Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts ein neuronales
Netz eingesetzt. Dem neuronalen Netz werden die Amplituden der reflektierten Georadarmesswerte
einer Vielzahl von Georadarmessungen eingespeist. Das neuronale Netz ist trainiert.
Ein trainiertes neuronales Netz wird hergestellt, indem eine in der Analyse von durch
Georadarmessung erfahrene Person aus Georadarmessdaten den Verschmutzungshorizont
ermittelt und dieses Ergebnis mit den Berechnungsergebnissen des neuronalen Netzes
abgleicht. Dieses Training des neuronalen Netzes erfolgt beispielsweise nach dem Backpropagation-Algorithmus.
[0027] Der Einsatz der Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts ist nicht auf Schienenfahrzeuge
beschränkt. Wenn es sich beim Landfahrzeug beispielsweise um ein Fahrzeug zur Inspektion
von Straßen handelt, so weist ein derartiges Landfahrzeug bevorzugt ebenfalls Mittel
auf, die wie die oben beschriebenen Mittel zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts
ausgebildet sind und Schichtgrenzen im Oberbau der Straße detektieren.
[0028] Bevorzugt ist ein Landfahrzeug, bei dem der Georadarmesskopf ausgebildet ist zum:
- Senden von aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen,
- Empfangen von reflektierten Georadarwellenimpulsen und
- Messen der Feldstärke der reftektierten Georadarwellenimpulsen zu unter-schiedlichen,
vorzugsweise zeitlich äquidistant zueinander liegenden, Zeitpunkten nach Senden des
jeweiligen Georadarwellenimpulses
[0029] Zum Senden von aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen wird beispielsweise ein
Radarsender verwendet, der von einer Steuereinheit angesteuert wird. Die Steuereinheit
umfasst beispielsweise einen one-shot-Generator. Zum Empfangen von reflektierten Georadarwellenimpulsen
wird eine Antenne eingesetzt, die vorzugsweise Bestandteil des Georadarmesskopfs ist,
und die mit einer Auswerteeinheit verbunden ist. Zum Messen der Feldstärke der reflektierten
Georadarwellenimpulsen zu unterschiedlichen, vorzugsweise zeitlich äquidistant zueinander
liegenden Zeitpunkten nach Senden des jeweiligen Georadarwellenimpulses ist diese
Auswerteeinheit mit der Steuereinheit zum Ansteuern des Radarsenders verbunden. Die
Auswerteeinheit umfasst dabei eine Verzögerungsschaltung, die nach Eintreffen eines
Signals von der Steuereinheit zum Ansteuern des Radarsenders, dass ein Georadarwellenimpuls
abgegeben wurde, eine vorgegebene Zeit wartet und anschließend die Feldstärke der
reflektierten Georadarwellenimpulse misst.
[0030] Besonders bevorzugt ist ein Landfahrzeug, bei dem der Georadarmesskopf ausgebildet
ist, um Georadarwellenimpulse zu senden, die eine Pulsdauer von unter 20 ns, insbesondere
unter 3 ns haben. Hierzu wird beispielsweise eine one-shot-Schaltung eingesetzt, siehe
dazu unten.
[0031] Bevorzugt ist ein erfindungsgemäßes Verfahren mit den zusätzlichen Schritten:
- Ermitteln von Positionsdaten des Georadarmesskopfs und
- Aufzeichnen der Georadarmessdaten zusammen mit den assoziierten Positionsdaten der
Georadarmessung.
[0032] Vorzugsweise wird der Georadarmesskopf so bewegt, dass die erhaltenen Georadarmessdaten
eine Ortsauflösung von unter 100 cm, insbesondere unter 50 cm, insbesondere unter
30 cm aufweisen. Die genannten Ortsauflösungen stellen einen Kompromiss zwischen einer
möglicht hohen Ortsauflösung und einer möglichst geringen Datenrate dar. Wird das
Verfahren zur Vermessung von Straßen eingesetzt, so wird bevorzugt eine Auflösung
von 20 cm in Querrichtung der zu untersuchenden Straße gewählt. Bei einer Breiten
der Straße von 2,20 m ergeben sich so 11 bis 12 Längstiefenprofile der Straße. Für
eine besonders hochauflösende Vermessung einer Straße werden die Messpunkte in Längsrichtung
mit einem Abstand von deutlich unter 1 Meter gewählt.
[0033] Bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem das Aufnehmen von Georadarmessdaten die folgenden
Schritte umfasst:
- Senden von aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen,
- Empfangen von reflektierten Georadarwellenimpulsen und
- Messen der Feldstärke der reflektierten Georadarwellenimpulse zu unterschiedlichen,
vorzugsweise zeitlich äquidistant zueinander liegenden, Zeitpunkten nach Senden des
jeweiligen Georadarwellenimpulses.
[0034] Die aufeinander folgenden Georadarwellenimpulse werden dabei vorzugsweise in einem
festen zeitlichen Abstand voneinander abgestrahlt. Die Frequenz, mit der die Georadarwellenimpulse
abgestrahlt werden ist die Impulsfolgefrequenz. Kurze Georadarwellenimpulse werden
erzeugt, indem kurze elektrische Impulse, die beispielsweise durch eine one-shot-Schaltung
erzeugt werden, auf einen Radarsender gegeben werden. Je kürzer die Georadarwellenimpulse
sind, desto höher ist die Ortsauflösung in der Tiefe.
[0035] Die reflektierten Georadarwellenimpulsen werden durch eine Antenne empfangen, die
vorzugsweise Teil des Georadarmesskopfs ist. An diese Antenne ist eine elektronische
Auswerteschaltung angeschlossen. Diese Auswerteschaltung-ermittelt die Feldstärke
der reflektierten Georadarwellenimpulse zu unterschiedlichen, vorzugsweise zeitlich
äquidistant zueinander liegenden, Zeitpunkten nach Senden des jeweiligen Georadarwellenimpulses.
Hierzu wird von der Auswerteschaltung der zeitliche Abstand von dem vorangegangenen
kurzen elektrischen Impuls ermittelt. Dazu empfängt die Auswerteschaltung vorzugsweise
ein elektrisches Signal der one-shot-Steuerung. Nach Ablauf einer festgelegten Zeit
wird dann die Feldstärke des reflektierten Georadarwellenimpulses gemessen. Zeitlich
äquidistant zueinander liegende Zeitpunkte werden dadurch erhalten, dass die Auswerteschaltung
zu Zeitpunkten nach Erzeugung der kurzen elektrischen Impulse die Feldstärke misst,
deren zeitlicher Abstand voneinander konstant ist. Wenn die reflektierten Georadarwellenimpulse
alle gleich sind, beispielsweise, weil sich Georadarmesskopf zwischen zwei dem Senden
von zwei aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen nicht bewegt hat, so wird durch
das beschriebene Vorgehen ein wenig aufwendiges Abtasten (Sampling) der reflektierten
Georadarwellenimpulse erreicht.
[0036] Vorzugsweise haben die Georadarwellenimpulse eine Pulsdauer von unter 20 ns, insbesondere
unter 3 ns. Entsprechend haben auch die kurzen elektrischen Impulse, die auf den Radarsender
gegeben werden, eine Pulsdauer von unter 20 ns, insbesondere unter 3 ns.
[0037] Vorzugsweise wird ein gepulstes Georadar mit einer Impulsfolgefrequenz von 100 kHz
bis 400 kHz eingesetzt, das heißt, dass die Georadarwellenimpulse mit einer Impulsfolgefrequenz
von 100 kHz bis 400 kHz gesendet werden.
[0038] Bevorzugt ist ein Verfahren, das zum Vermessen eines Schienenwegs eingesetzt wird,
dessen Oberbau eine Schotterschicht aufweist, bei dem aus den durch Vermessen des
Gleisbetts mittels Georadar erhaltenen Daten der Gleisbettquerschnitt und aus diesen
Gleisbettquerschnitt durch Integration das Volumen von Schotterschicht und gegebenenfalls
der Planumsschutzschicht berechnet wird.
[0039] Bevorzugt ist zudem ein Landfahrzeug mit Mitteln zum Durchführen eines der oben genannten
Verfahren.
[0040] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung näher
erläutert. Dabei zeigt
- Figur 1
- ein Straßenfahrzeug gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer schematisierten
Draufsicht,
- Figur 2
- ein Schienenfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer
schematisierten Draufsicht,
- Figur 3
- ein Landfahrzeug gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer schematisierten
Draufsicht,
- Figur 4
- eine schematisierte Darstellung der zur Erzeugung von Georadarwellenimpulsen verwendeten
elektrischen Impulse und der vom Georadarmesskopf aufgenommenen reflektierten Georadarwellenimpulse
bei Ausführung eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung und
- Figur 5
- den schematisierten Pfad, den ein Georadarmesskopf bei Ausführung eines Verfahrens
gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung relativ zum Verkehrsweg zurücklegt,
mit Messpunkten.
[0041] Figur 1 zeigt ein Straßenfahrzeug 10 zum Vermessen des Oberbaus einer Straße 12.
Die Straße 12 weist auf der in Figur 1 rechten Seite Eine rechte Fahrbahnmarkierung
14 und auf der linken Seite ein linke Fahrbahnmarkierung 16 auf. Das Straßenfahrzeug
10 umfasst vier, hier nicht eingezeichnete Räder, die von einem ebenfalls nicht eingezeichneten
Motor angetrieben werden. Zwei der Räder sind lenkbar, so dass das Landfahrzeug 11
auch auf kurvigen Straßen bewegt werden kann. In Fahrtrichtung des Straßenfahrzeugs
10 vorne weist das Straßenfahrzeug 10 eine Stimseite 18 auf. An der Stirnseite 18
ist in Verlängerung der Längsachse des Straßenfahrzeugs 10 ein Aufnahmeelement 20
angeordnet, das von einem Motor 22 in eine Schwenkbewegung versetzt werden kann. Alternativ
ist das Aufnahmeelement 20 am Heck des Straßenfahrzeugs 10 angeordnet.
[0042] Ein am freien Ende des Aufnahmeelements 20 angeordneter Georadarmesskopf 24 beschreibt
dabei eine Bahn, die in Figur 1 gestrichelt eingezeichnet ist. Das Aufnahmeelement
20 ist dabei so an der Stirnseite 18 befestigt, dass der Georadarmeskopf 24 in der
Lage ist, die volle Breite einer Fahrspur zwischen der rechten Fahrbahnmarkierung
14 und der linken Fahrbahnmarkierung 16 zu überstreichen. Der Schwenkwinkel, um den
das Aufnahmeelement 20 gegenüber der Stimseite 18 verschwenkt ist, wird von einem
Positionssensor 26 gemessen.
[0043] Die vom Georadarmesskopf 24 aufgenommenen Georadarmessdaten werden über ein Kabel
28 an eine zentrale Steuerung 30 geleitet, die diese verarbeitet und in einem Speicher
32 ablegt. Die zentrale Steuerung 30 gibt zudem einen Triggerimpuls an den Georadarmesskopf
24 ab, wenn der Positionssensor 26 einen Wert für den Schwenkwinkel misst, der in
einem voreingestellten Intervall liegt. Aufgrund dieses Triggerimpulses nimmt der
Georadarmesskopf 24 einen Messpunkt auf.
[0044] Der Georadarmesskopf 24 umfasst eine Steuereinheit, die in regelmäßigen Zeitabständen
oder nach Empfang eines Triggerimpulses von der zentralen Steuerung 30 einen Radarsender
ansteuert. Hierdurch gibt der Radarsender, der ebenfalls Teil des Georadarmesskopfs
24 ist, eine Georadarwelle ab, wie unten bei der Beschreibung von Figur 4 näher erläutert
ist.
[0045] Zur Erfassung der absoluten Position des Straßenfahrzeugs 10 ist an diesem ein GPS-Empfänger
29 angeordnet. Immer dann, wenn der Georadarmesskopf 24 einen Messpunkt aufnimmt,
wird die absolute Position des Landfahrzeugs 10 durch den GPS-Empfänger bestimmt.
Die so erhaltene Position wird an die zentrale Steuerung 30 übermittelt. Alternativ
zu einer Positionsbestimmung mittels GPS-Empfängers werden die Messdaten des fahrzeugeigenen
Tachometers zur Positionsbestimmung eingesetzt.
[0046] Die zentrale Steuerung 30 erfasst die gemessenen Georadarmessdaten und die vom GPS-Empfänger
aufgenommenen Positionsdaten, sowie den vom Positionssensor 26 gemessenen Schwenkwinkel
und errechnet aus den beiden Letzteren zunächst die absolute Position des Georadarmesskopfs.
Aus den Georadarmessdaten und den mit diesen assoziierten, absoluten Positionsdaten
erstellt die zentrale Steuerung 30 einen dreidimensionalen Graphen des Oberbaus des
Verkehrswegs.
[0047] Dieser dreidimensionale Graph wird durch ein Mustererkennungsverfahren auf mögliche
Schädigungen des Oberbaus hinuntersucht. Derartige Mustererkennungsverfahren sind
beispielsweise eine Schweilwertanalyse oder die Analyse mittels neuronale Netze. Wird
eine Schädigung des Oberbaus von der zentralen Steuerung 30 erkannt, so gibt diese
über einen Lautsprecher 34 eine akustische Meldung aus. Alternativ zur Ausgabe eines
Tonsignals wird ein Lichtsignal abgeben. Ebenfalls alternativ ist vorgesehen, dass
die zentrale Steuerung 30 eine elektrische Meldung an ein weiteres Aggregat abgibt
oder einen Drucker zum Ausdruck einer entsprechenden Meldung ansteuert.
[0048] Nach Ende einer Messfahrt mit dem Landfahrzeug werden die im Speicher 32 gespeicherten
Daten über eine nicht eingezeichnete Schnittstelle auf einen externen Rechner zu weiteren
Bearbeitung übertragen.
[0049] Figur 2 zeigt ein Schienenfahrzeug 36, das auf zwei Schienen 38, 40 läuft, die durch
Schwellen 42 verbunden sind. Das Schienenfahrzeug 36 weist entsprechende Bauteile
wie das Straßenfahrzeug 10 auf. Um eine Wiederholung zu vermeiden wird daher hierauf
nicht weiter eingegangen.
[0050] Auf der Bahnseite des Schienenfahrzeugs 36, in Figur 2 also auf der linken Seite,
ist ein Fächerlasersensor 43 angebracht. Dieser Fächerlasersensor scannt den Arbeitsbereich
des Georadarmesskopfs 24 nach Hindernissen ab. Sobald ein Hindernis erkannt wird,
wird ein Signal an die zentrale Steuerung 30 gesendet, woraufhin diese das Aufnahmeelement
20 so verschwenkt, dass es zu keiner Kollision des Georadarmesskopfs 24 mit dem erkannten
Hindernis kommt. Alternativ wird die Schenkbewegung des Aufnahmeelements 20 durch
die zentrale Steuerung 30 gestoppt.
[0051] Aus den Georadarmessdaten wird in der zentralen Steuerung 30 des Schienenfahrzeugs
ein dreidimensionaler Graph des Oberbaus errechnet. Aus diesem Graphen wird durch
die oben beschriebenen Musterkennungsverfahren auch der Verschmutzungshorizont bestimmt.
Der Verschmutzungshorizont ist das Tiefenniveau, unterhalb dessen das Schotterbett
des Oberbaus beispielsweise durch Feinkornmaterial so verschmutzt ist, dass der Anteil
an verschmutzendem Material einen voreingestellten Wert übersteigt, und oberhalb dessen
der Feinkornanteil so verschmutzt ist, dass Anteil an verschmutzendem Material den
voreingestellten Wert unterschreitet. Der Verschmutzungshorizont ist ein wichtiger
Parameter bel der Beurteilung des Oberbaus von Schienenwegen.
[0052] Figur 3 zeigt eine alternative Ausführungsform der Anbringung eines Georadarmesskopfs
24 an einem Landfahrzeug. An der Stirnseite 18 ist über zwei Lager 44, 46 eine Gewindestange
48 durch einen Motor 50 antreibar gelagert. Die Gewindestange 48 durchsetzt eine Mutter
52, an welcher der Georadarmesskopf 24 befestigt ist. Durch Drehen der Gewindestange
48 im bzw. gegen den Uhrzeigersinn wird der Georadarmesskopf 24 nach links bzw. rechts
bewegt.
[0053] Die vom Georadarmesskopf 24 aufgenommenen Messdaten vierden über das Kabel 28 an
die zentrale Steuerung 30 weitergeleitet, die diese Daten wiederum in den Speicher
32 schreibt. Die zentrale Steuerung 30 steuert den Motor 50 so an, dass der Georadarmesskopf
24 sich entlang der Gewindestange 48 hin und her bewegt. Die Position des Georadarmesskopfs
24 auf der Gewindestange 48 wird dabei von einem nicht eingezeichneten Positionssensor
26 registriert, der diese Position an die zentrale Steuerung 30 weiterleitet.
[0054] In einer alternativen Ausführungsform ist anstelle des Gewindespindel-Mutter-Antriebs
ein Lineardirektantrieb vorgesehen. Derartige Lineardirektantriebe zeichnen sich durch
eine hohe Beschleunigung bei gleichzeitiger präziser Positionskontrolle aus, so dass
diese Bauform besonders geeignet ist, wenn für eine hohe Ortsauflösung der Georadarmesskopf
24 schnell bzw. mit einer hohen Beschleunigung bewegt werden muss.
[0055] Durch die lineare Bewegung des Georadarmesskopfs wird gewährleistet, dass die Polarisationsebene
des elektrischen Felds der Georadarwellen bei Georadarmessfahrten des Landfahrzeugs
relativ zu dessen Bewegungsrichtung nicht ändert. Bei einem Landfahrzeug wie in Figur
1 ist dazu optional eine mechanische Komponente vorgesehen, welche die sich ändernde
Neigung des Aufnahmeelements 20 gegen die Stirnseite 18 kompensiert.
[0056] Figur 4 zeigt im oberen Diagramm schematisch über der Zeit t aufgetragene, kurze
elektrische Impulse 41a, 41b, 41c,..., die von der Steuereinheit des Georadarmesskopfs
(24) erzeugt und an den Radarsender des Georadarmesskopfs (24) abgegeben werden. Die
zeitliche Länge t1 dieser kurzen elektrischen Impulse 41a, 41b, 41c mit einer vorgegebenen
Spannung U beträgt ca. 2 ns. Diese Impulse werden durch eine one-shot-Schaltung innerhalb
der Steuereinheit erzeugt. Eine derartige one-shot-Schaltung umfasst beispielsweise
eine Schottky-Diode.
[0057] Die Steuereinheit gibt in regelmäßigen Zeitabständen oder nach Empfang eines Triggerimpulses
von der zentralen Steuerung 30 in einem gleichbleibenden zeitlichen Abstand von t2
derartige kurze elektrische Impulse 41 a, 41b, 41 c ab. Der Radarsender erzeugt aufgrund
dieser kurzen elektrischen Impulse entsprechende Georadarwellenimpulse und strahlt
diese ab. Der zeitliche Abstand t2 liegt bei etwa 2,5 µs bis 10 µs.
[0058] So abgestrahlte Georadarwellenimpulse dringen in den Oberbau des Verkehrswegs ein
und werden an Grenzflächen reflektiert. Wenn es sich beim Verkehrsweg um einen Schienenweg
handelt, findet die Reflexion beispielsweise an der Grenzfläche von Schotterschicht
zu Planumsschutzschicht statt. Ein Teil der reflektierten Georadarwellenimpulse gelangt
an eine Antenne, die Teil des Georadarmesskopfes (24) ist, und wird dort registriert.
In Figur 4 sind schematisch von der Antenne aufgenommene, reflektierte Georadarwellenimpulse
37a, 37b, 37c gezeigt.
[0059] Um eine Digitalisierung der von der Antenne aufgenommenen Messwerte zu erleichtern,
werden Stützstellen für die Digitalisierung an aufeinander folgenden reflektierten
Georadarwellenimpulsen aufgenommen: So wird der erste Sampling-Punkt t
s1 am Radarwellenzug 37a aufgenommen, der nachfolgende, zweite Sampling-Punkt t
s1 am zweiten Radarwellenzug 37b, und so fort. Insgesamt werden so vorzugsweise 1024
Sampling-Punkte aufgenommen. Die Samplingzeit t
s, also die Zeit, die vergehen würde, wenn an nur einem Radarwellenzug alle Sampiing-Punkte
aufgenommen werden würden, liegt je nach Anwendung zwischen 5 ns und 200 ns.
[0060] Diese Art des Samplings (d.h. der Abtastung der registrierten reflektierten Georadarwellenimpulse)
führt zu keinem gravierenden Fehler gegenüber einem Sampling nur eines einzigen reflektierten
Radarwellenzugs, da der Weg, den der Georadarmesskopf in der Zeit, in der im Beispiel
1024 Sampling-Punke aufgenommen werden, so klein ist, dass sich die Reflexionseigenschaften
des Bodens in guter Näherung nicht geändert haben. Durch die oben beschriebene Art
des Samplings wird jedoch erreicht, dass für das Sampling kostengünstigere Bauteile
verwendbar sind. Die so durch das Sampling erhaltenen Georadarmessdaten, die einen
Georadarmesspunkt darstellen, werden an die zentrale Steuerung 30 übermittelt und
dort weiter verarbeitet und/oder im Speicher 32 abgelegt.
[0061] Figur 5 zeigt den Pfad, den der Georadarmesskopf 24 bei Einsatz eines Landfahrzeugs
nach Figur 3 relativ zum Erdboden zurücklegt. Durch die Überlagerung einer im Wesentlichen
gleichförmigen Geradeausbewegung des Landfahrzeugs und einer sinusförmigen Hin- und
Herbewegungen des Georadarmesskopfs 24 an der Gewindestange 48 ergibt sich ein sinusförmiger
Verlauf einer Georadarmessbahn 54. Ein ähnlicher Verlauf ergibt sich bei den Landfahrzeugen
nach den Figuren 1 oder 2 durch eine Schwenkbewegung an einem relativ langem Arm,
das heißt um einen kleinen Schwenkwinkel.
[0062] Aus der Überlagerung dieser Schwenkbewegung mit einer Geradeausbewegung des Landfahrzeugs
folgt ein quasi sinusförmiger Verlauf der Georadarmesskopf-bahn 54. Durch Anbringen
des Aufnahmeelements 20 an einer Stelle der Stirnseite 18, die weit von der Längsachse
des Landfahrzeugs entfernt ist oder dadurch, dass die Gewindestange 48 nicht parallel
zur Stirnseite verläuft, sondern um einen Winkel in Fahrtrichtung gegen diese geneigt
ist, wird erreicht, dass die Georadarmesskopfbahn abschnittsweise senkrecht zu der
rechten bzw. linken Fahrbahnmarkierung 14 bzw. 16 oder entsprechend senkrecht zu den
Schienen 38, 40 verläuft. Aus so aufgenommenen Georadarmessdaten wird besonders einfach
ein Querpröfil des Oberbaus des Verkehrswegs errechnet.
[0063] Die Geschwindigkeit des Landfahrzeugs bzw. die Schwenkgeschwindigkeit des Aufnahmeelements
20 wird so gewählt, dass der Abstand X zweier entsprechender Messpunkte in Bewegungsrichtung
des Landfahrzeugs für hochgenauer Untersuchungen bei ca 5 cm liegt. Für großflächige
Untersuchungen, beispielsweise an Straßen, wird ein deutlich größerer Abstand X gewählt.
Das ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn sich das Landfahrzeug mit einer hohen
Geschwindigkeit bewegt, da eine zur Erreichung einer hohen Ortsauflösung entsprechend
gesteigerte Geschwindigkeit der Hin- und Herbewegung des Georadarmesskopfs zu sehr
hohen Beschleunigungen führen würde.
1. Landfahrzeug zum Vermessen des Oberbaus von Verkehrswegen, das für eine Bewegung entlang
des Verkehrswegs ausgebildet ist, mit mindestens einem Georadarmesskopf (24) zum Aufnehmen
von Georadarmessdaten,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) mit einer Bewegungskomponente senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Landfahrzeugs (26; 29) bewegbar an diesem angebracht ist und das Landfahrzeug
Antriebsmittel (22) zum Hin- und Herbewegen des Georadarmesskopfs (24) mit dieser
Bewegungskomponente umfasst.
2. Landfahrzeug nach Anspruch 1,
mit Mitteln (26; 29) zum Ermitteln der Position des mindestens einen Georadarmesskopfs
(24), insbesondere dessen Position relativ zum Landfahrzeug (10; 36).
3. Landfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Georadarmesskopf (24) an einer Stirnseite (18) des Landfahrzeugs (10;
36) angeordnet ist.
4. Landfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) schwenkbar am Landfahrzeug angeordnet ist.
5. Landfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf geradlinig bewegbar am Landfahrzeug angeordnet ist.
6. Landfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) relativ zum Landfahrzeug (10; 36) auf einer Kreisbahn,
auf einer Kreisabschnittsbahn oder einer Bahn bewegbar ist, die einer mit ihren Schlaufen
senkrecht zur Fahrtrichtung ausgerichteten, liegenden Acht entspricht.
7. Landfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) so angeordnet ist, dass beim Bewegen des Georadarmesskopfs
(24) die Lage der Polarisationsebene des elektrischen Felds der Georadarwellen relativ
zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs (10; 36) und/oder relativ zum Horizont konstant
bleibt.
8. Landfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass es ein Schienenfahrzeug (36) zum Vermessen des Oberbaus von Schienenwegen ist, das
für eine Bewegung entlang eines Schienenwegs (38; 40) ausgebildet ist.
9. Landfahrzeug nach Anspruch 8, mit
• mindestens einem Aufnahmeelement (20) für mindestens einen Georadarmesskopf (24),
• mindestens einem Sensor (43) zum Erkennen von Hindernissen in einem vom Georadarmesskopf
(24) zu überstreichenden Bereich,
• Mitteln zum Nachführen des mindestens einen Aufnahmeelements (20) so, dass weder
das Aufnahmeelement (20) noch der Georadarmesskopf (24) das Lichtraumprofil des Landfahrzeugs
(36) verlassen.
10. Landfahrzeug nach einem der Ansprüche 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass es eine Planumsverbesserungsmaschine zum Sanieren und/oder Erneuern von Schotterschicht
und/oder Planumsschutzschicht ist.
11. Landfahrzeug nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
gekennzeichnet durch Mittel (30) zum Ermitteln des Verschmutzungshorizonts der Schotterschicht aus den
Georadarmessdaten.
12. Landfahrzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) ausgebildet ist zum:
• Senden von aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen,
• Empfangen von reflektierten Georadarwellenimpulsen und
• Messen der Feldstärke der reflektierten Georadarwellenimpulsen zu unterschiedlichen,
vorzugsweise zeitlich äquidistant zueinander liegenden, Zeitpunkten nach Senden des
jeweiligen Georadarwellenimpulses
13. Landfahrzeug nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) ausgebildet ist um Georadarwellenimpulse zu senden, die
eine Pulsdauer von unter 20 ns, insbesondere unter 3 ns haben.
14. Verfahren zum Vermessen des Oberbaus von Verkehrswegen unter Verwendung eines Landfahrzeugs
(10; 36), insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 13, umfassend die Schritte:
• Bewegen des Landfahrzeugs (1 0; 36) entlang des Verkehrswegs,
• Bewegen, insbesondere Schwenken, eines am Landfahrzeug beweglich angeordneten Georadarmesskopfs
(24) mit einer Bewegungskomponente senkrecht zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs
(10; 36) und
• Aufnehmen von Georadarmessdaten.
15. Verfahren nach Anspruch 14, zusätzlich mit den Schritten:
• Ermitteln von Positionsdaten des Georadarmesskopfs (24) und
• Aufzeichnen der Georadarmessdaten zusammen mit den assoziierten Positionsdaten der
Georadarmessung.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 15,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) so bewegt wird,
dass die erhaltenen Georadardaten eine Ortsauflösung von unter 100 cm, insbesondere
unter 50 cm, insbesondere unter 30 cm aufweisen.
17. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet, dass der Georadarmesskopf (24) so bewegt wird, dass die erhaltenen Georadardaten eine
Ortsauflösung von unter 30cm in Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs (10; 36) und unter
10cm quer zur Bewegungsrichtung des Landfahrzeugs (10; 36) aufweisen.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17,
dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnehmen von Georadarmessdaten die folgenden Schritte umfasst:
• Senden von aufeinander folgenden Georadarwellenimpulsen.
• Empfangen von reflektierten Georadarwellenimpulsen und
• Messen der Feldstärke der reflektierten Georadarwellenimpulsen zu unterschiedlichen,
vorzugsweise zeitlich äquidistant zueinander liegenden, Zeitpunkten nach Senden des
jeweiligen Georadarwellenimpulses
19. Verfahren nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet, dass die Georadarwellenimpulse eine Pulsdauer von unter 20 ns, insbesondere unter 10 ns
haben.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19,
dadurch gekennzeichnet, dass die Georadarwellenimpulse mit einer Impulsfolgefrequenz von 100 kHz bis 400 kHz gesendet
werden.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, das zum Vermessen eines Schienenwegs
eingesetzt wird, dessen Oberbau eine Schotterschicht aufweist, zusätzlich mit dem
Schritt:
• Berechnen eines dreidimensionalen Graphen und/oder Berechnen eines Verschmutzungshorizonts
der Schotterschicht aus den Georadardaten und den mit den Georadarmessdaten assoziierten
Positionsdaten.
22. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 21, das zum Vermessen eines Schienenwegs
eingesetzt wird, dessen Oberbau eine Schotterschicht aufweist, bei dem aus den durch
Vermessen des Gleisbetts mittels Georadar erhaltenen Daten der Gleisbettquerschnitt
und aus diesem Gleisbettquerschnitt durch Integration das Volumen von Schotterschicht
und gegebenenfalls der Planumsschutzschicht berechnet wird.