[0001] Um in sehr dünnen Faservliesen, wie sie beispielsweise im Hygienebereich eingesetzt
werden, eine ausreichende Festigkeit zu erzielen, ist ein sehr enger Verbund der das
Vlies bildenden Fasern erforderlich. Für die Nadelungstechnik als eine der Möglichkeiten
zur Herstellung von Vliesen aus Faserfloren und zur Verfestigung von Vliesen bedeutet
dieses, dass der Flor bzw. das Vlies mit sehr hoher Dichte der Einstiche genadelt
werden muss.
[0002] Dünne Faserflore und Faservliese der vorgenannten Art sind vor ihrer Verfestigung
sehr empfindlich. Sie verlieren schon bei geringer mechanischer Beanspruchung sehr
leicht ihren Zusammenhalt und reißen. Ihre Bearbeitung in Nadelmaschinen ist daher
sehr delikat, weshalb einer Verminderung des Flächengewichts der genadelten Erzeugnisse
bislang relativ hoch liegende Grenzen gesetzt waren, die den Wünschen der Anwender
nicht entsprachen.
[0003] Die Empfindlichkeit des bearbeiteten Materials hatte weiterhin zur Folge, dass die
Arbeitsgeschwindigkeiten sehr niedrig lagen und die Vliesbahn in einer sehr großen
Vielzahl von Schritten bearbeitet werden musste, um die für die Verfestigung notwendige
Anzahl von Nadeleinstichen pro Flächeneinheit des Erzeugnisses zu erhalten, was sich
in einer entsprechend niedrigen Produktivität ausdrückte.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
anzugeben, mit denen eine schonende Bearbeitung von Faserfloren und Faservliesen möglich
ist, die es zulässt, sehr dünne und leichtgewichtige genadelte Erzeugnisse herzustellen.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe gibt die Erfindung ein Verfahren zum Verfestigen einer
textilen Materialbahn aus einem Faserflor oder Faservlies durch Vernadelung in einer
Vielzahl unmittelbar aufeinander folgender Schritte an, bei denen die Materialbahn
jeweils abwechselnd von beiden Seiten genadelt und im in die Materialbahn eingestochenen
Zustand der Nadeln ausschließlich durch eine in der Längsrichtung der Materialbahn
verlaufende Bewegung der Nadeln fortbewegt wird.
[0006] Ein derartiges Verfahren ist auch aus der US-6,161,269 bekannt.
[0007] Erfindungsgemäß ergreift nun jede Nadel bei ihre Einstichbewegung jeweils lediglich
eine einzelne Faser einer Stiche von 1-2 dtex.
[0008] Die Erfindung erzielt durch den Einsatz einer hohen Nadeldichte schon bei den einzelnen
Nadelungsschritten eine hohe Produktivität. Sie ermöglicht bei Verwendung von Nadelbrettern
von beispielsweise 350 bis 400 mm Breite eine Bestückungsdichte von bis zu 40.000
Nadeln pro Meter Nadelbrettlänge. Der Teilungsabstand der Nadeln liegt dann beispielsweise
bei etwa 3 mm oder darunter, was die Verwendung von Sondernadeln geringer Durchmesser
erforderlich macht. Die Produktionsgeschwindigkeit kann 200 m/min erreichen bei Arbeitsbreiten
von bis zu 6 m, nur um Beispiele zu nennen. Es lassen sich damit leichtgewichtige
Erzeugnisse mit einem Flächengewicht von bis zu 10 g/m
2 herab beispielsweise aus einem Einfach-Krempelflor herstellen. Die Fasern können
dabei sehr fein sein, bis herab zu ca, 1 dtex. Auch Faserfibrillen von weniger als
1 dtex sind verarbeitbar. Die Einstichdichten liegen beispielsweise bei ca. 2.500
pro cm
2, können ggf. aber auch noch höher sein. Bei einer Nadelbestückungsdichte der vorgenannten
Art und einem wirksamen Horizontalhub der Nadeln von 1 cm muss die Faservliesbahn
von je sechs Nadelbrettern beiderseits genadelt werden, um die genannte Stichdichte
zu erzielen.
[0009] Die Bearbeitung selbst so leichtgewichtiger Erzeugnisse, wie zuvor erläutert, wird
durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen möglich, gemäß derer die Materialbahn im in
sie eingestochenen Zustand der Nadeln innerhalb der Nadelmaschine ausschließlich durch
eine in Längsrichtung der Materialbahn verlaufende Bewegung der Nadeln fortbewegt
wird. Weil die Nadeln der beiden Nadelaggregate, die in einer Doppeinadelmaschine
vereinigt sind, bei der Erfindung abwechselnd in die Faservliesbahn einstechen, d.h.
die Arbeitszyklen dieser Nadelaggregate um 180° gegeneinander versetzt sind, erfolgt
ein fast kontinuierlicher Transport der Faservliesbahn durch die Nadelmaschine hindurch
allein durch die Wirkung der Nadeln. Ferner ermöglicht diese Betriebsart eine dichte
Bestückung der Nadelbretter, da die Nadeln zweier einander gegenüberliegender Nadelbretter
von Hause aus nicht miteinander kollidieren können.
[0010] Es wirkt also auf die Materialbahn im wesentlichen kein von externen Transporteinrichtungen
wirkender Zug ein, der im in die Materialbahn eingestochenen Zustand der Nadeln von
diesen gebremst würde, vielmehr besorgen die Nadelaggregate den Vorschub der Materialbahn
selbst.
[0011] Je nach Art der bearbeiteten Materialbahn kann es im Betrieb der Nadelmaschinen zu
einer Längenänderung der Materialbahn durch die einzelnen Nadelungsvorgänge kommen.
Um Stauchungen oder Verzüge der Materialbahn zwischen den einzelnen Nadelmaschinen
zu vermeiden, müssen die Vorschübe, mit denen die einzelnen Nadelmaschinen die Materialbahn
transportieren, einander in geeigneter Weise angepasst werden. Bei jeweils gleichen
Horizontal- und Vertikalhüben der Nadelbalken pro Einstichbewegung in den einzelnen
Nadelmaschinen kann die Anpassung der Vorschübe durch Veränderung der Stichfrequenzen
der einzelnen Nadelmaschinen vorgenommen werden. Diese Lösung bietet sich besonders
dann an, wenn Horizontalhub und Vertikalhub der Nadelbalken fest miteinander gekoppelt
sind. Es ist aber auch möglich, bei jeweils gleichen Horizontal- und Vertikalhüben
der einzelnen Nadelmaschinen die Einstichtiefen der Nadeln unterschiedlich zu machen,
weil dadurch der Zeitabschnitt, während dessen die Nadeln in die Materialbahn eingestochen
sind und dieses durch die Horizontalbewegung des Nadelbalkens transportieren, beeinflusst
wird, was eine gewisse Auswirkung auf den Transporthub in horizontaler Richtung pro
Nadeleinstich hat. Sofern Nadelmaschinen des in EP 0 892 102 B1 beschriebenen Typs
eingesetzt werden, lässt sich der Horizontalvorschub pro Nadeleinstich durch entsprechende
Steuerung der Nadelmaschinen in weiten Grenzen beeinflussen.
[0012] Die Mitbewegung der Nadeln mit der Materialbahn im in diese eingestochenen Zustand
der Nadeln ist an sich bereits aus DE 196 15 697 A1 bekannt. Sie hat dort das Ziel,
eine Störung der Oberfläche der Materialbahn, die durch einen Verzug hervorgerufen
werden könnte, wenn die Transportgeschwindigkeit des Faservlieses durch die Nadelmaschine
hoch ist, zu vermeiden. Die Geschwindigkeit der horizontalen Antriebskomponente des
Nadelbalkens ist dabei an die Fördergeschwindigkeit, mit der die Materialbahn von
Zuführ- und Abzugseinrichtungen durch die Nadelmaschine bewegt wird, angepasst. Die
vorliegende Erfindung nutzt hier die in Längsrichtung der Materialbahn verlaufende
oszillierende Bewegungskomponente der Nadeln dazu aus, die Materialbahn aktiv zu transportieren,
ohne dass es anderer Transporteinrichtungen bedarf. Mit Hilfe der Erfindung lassen
sich sogar einlagige, aber auch mehrlagige, direkt von einer Krempel gelieferte Faserflorbahnen
zu einem Vlies verfestigen. Es ist aber auch möglich, kreuzgelegte Vliese mit den
erfindungsgemäßen Maßnamen zu verfestigen. Auch aerodynamisch gelegte, ggf. sehr dünne
Florbahnen können mit Hilfe der Erfindung durch Nadelung verfestigt werden.
[0013] Die Fasern können beispielsweise Baumwollfasern sein, es kommen Stapellängen von
20 mm bis 40 mm in Betracht, auch Endlosfasern von Spinnvliesen, glatte Fasern und
texturierte Fasern können die Materialbahnen bilden, die mit Hilfe der Erfindung verarbeitet
werden können.
[0014] Bei der Bearbeitung der Materialbahnen werden Nadeln verwendet, deren Kerben so fein
sind, dass sie nur eine einzige Faser einer Stärke von 1-2 dtex ergreifen. Eine solche
Nadel hat beispielsweise einen Schaftdurchmesser von 1,85 mm und reduziert ihren Durchmesser
über ihre Länge in zwei Schritten auf 0,5 mm. Die Kerbtiefe der Nadeln liegt bei 0,02
mm, und es ist vorzugsweise nur eine Kerbe an einer Kante der Nadel ausgebildet. Weil
immer nur eine einzelne Faser von der Nadel in das Vlies hineingedrückt wird und die
Nadel einen extrem kleinen Durchmesser aufweist, bleiben keine Einstichlöcher sichtbar.
Daher und wegen der hohen Einstichdichte erhält man eine markierungsfreie Oberfläche
des genadelten Erzeugnisses mit hoher Abriebfestigkeit.
[0015] Der Abstand der Kerben von der Nadelspitze sollte vorzugsweise klein sein, um mit
geringem Nadelhub arbeiten zu können. Ein bevorzugter Abstand zwischen Kerbe und Nadelspitze
beträgt beispielsweise 2 mm. Ein geringer Nadelhub lässt größere Arbeitsgeschwindigkeiten
zu. Es kann auch mit Gabelnadeln, Kronennadeln oder Kranznadeln gearbeitet werden,
beispielsweise mit Gabelbreiten und -tiefen von 2/100 mm. Die Nadeln können Standardlänge
von 2,5, 3 oder 3,5 Zoll haben, ggf. aber auch kürzer sein, was ihrer Stabilität und
der Gewichtsverminderung zugute kommt. Zu einer Gewichtsverminderung trägt vorteilhaft
weiter bei, wenn die Nadeln aus Kunststoff bestehen. Ein möglichst kleiner Durchmesser
des Nadelschaftes verbessert die Festigkeit des Nadelbrettes, weil dann bei gleicher
Nadelbestückungsdichte mehr Brettmaterial verbleibt.
[0016] Da wegen der hohen Nadelbestückungsdichte die Nadelbretter sehr schwer werden, kommen
auch Nadeln aus Kunststoff in Betracht, deren Gewicht etwa 1/8 desjenigen von Stahlnadeln
beträgt. Um ein Flattern der Nadelbretter an den sie tragenden Nadelbalken zu verhindern,
kann man die Nadelbretter unter geringer elastischer Verformung vorgespannt am Nadelbalken
anbringen, wie es in DE 102 38 063 A1 beschrieben ist. Diese Technik ermöglicht auch
den Einsatz sehr breiter Nadelbretter.
[0017] Vorteilhaft ist ferner, wenn mit einem lamellierten Niederhalter gearbeitet wird,
der aus einer geschlitzten Platte besteht, an der eine Vielzahl einander paralleler
Lamellen ausgebildet sind, die quer zur Längserstreckung der Platte verlaufen. Auf
diese Weise ist eine Niederhalterplatte realisierbar, die einerseits eine geringe
Dicke im Schlitzbereich aufweist und entsprechend wenig anfällig für Verstopfungen
durch Faserflug ist, andererseits aber eine große Stabilität bei geringem Gewicht
hat. Dieser Niederhalter kann mit gegen die zu nadelnde Vliesbahn gerichteten Lamellen
aber auch umgekehrt eingesetzt werden, ggf. auch als Stichunterlage. Ein solcher Niederhalter
kommt dem Umstand entgegen, dass aufgrund der geringen Nadelschaftdurchmesser die
Nadeln leichter zum Verbiegen neigen, als dicke Nadeln. Ein lameilierter Niederhalter
erleichtert das Einfädeln der Nadel in die Schlitze der die Lamellen tragenden Platte
oder macht das Einfädeln ganz überflüssig, wenn die Nadeln während ihrer gesamten
Hubbewegung die Schlitze in der Platte nicht verlassen.
[0018] Anstelle der Verwendung einer Vielzahl hintereinander aufgestellter Nadelmaschinen,
durch die eine Vliesbahn nacheinander hindurchgeleitet wird, kann man auch vorsehen,
das Vlies durch ein und dieselbe Nadelmaschine mehrfach vorwärts und rückwärts hindurchzuleiten
und mit dieser Nadelmaschine mehrstufig zu bearbeiten, wobei zwischen den einzelnen
Durchläufen ggf. die Nadelbretter gewechselt werden können, wenn in den verschiedenen
Bearbeitungsstufen unterschiedlich genadelt werden soll, besipielsweise mit unterschiedlichen
Nadeln und unterschiedlichen Nadelbestückungsdichten.
[0019] Mit Hilfe der Erfindung können beidseitig glatte Vliese hergestellt werden, wobei
dann die Einstichtiefen der Nadeln von Bearbeitungsschritt, d.h. Nadelaggregat, zu
Bearbeitungsschritt, d.h. dem nächsten Nadelaggregat, abnehmen können. Somit werden
dann die durch die Nadeln durch die Materialbahn hindurch genadelten Fasern, die auf
der der Einstichseite entgegengesetzten Seite aus der Materialbahn hervorstehen, durch
die Nadelung von der anderen Seite wieder in die Materialbahn hineingestoßen, und
mit Hilfe der stufenweisen Verminderung der Einstichdichte lässt sich schließlich
erreichen, dass aus der Materialbahn keine Fasern mehr hervorstehen. Die Doppelnadeltechnik,
bei der in einer Nadelungszone die Materialbahn entweder simultan oder altemierend
von beiden Seiten genadelt wird, bewirkt auf engem Raum eine Verdoppelung der Einstichdichte.
[0020] Andererseits ist es auch möglich, haarige Vliese herzustellen, bei denen auf einer
Seite Fasern hervorstehen. Solche Vliese werden beispielsweise zum Aufkaschieren auf
eine Unterlage verwendet, wobei dann die Haare die Verankerung des Vlieses auf der
Unterlage begünstigen. '
[0021] Ferner ist es möglich, mit Hilfe der Erfindung Leichtvliese mit strukturierter Oberfläche
herzustellen, etwa Wischtücher, die ein in sie eingestochenes Lochmuster aufweisen.
Solche Wischtücher sind im Haushalt wegen ihres Schmutzaufnahmevermögens beliebt.
Dazu ist lediglich ein entsprechender Arbeitsgang mit dafür geeigneten glatten Nadeln
vergrößerten Schaftdurchmessers und geringer Bestückungsdichte des Nadelbretts in
den Verfahrensablauf einzufügen. Wegen des elastischen Rücksprungvermögens der Fasern,
das zu einem Schließen der erzeugten Löcher führen könnte, ist dieser Vorgang ggf.
mehrstufig mit Nadeln von Stufe zu Stufe zunehmenden Durchmessers auszuführen, wobei
auf die Ausrichtung der Löcher des halbfertigen Erzeugnisses auf die Nadeln der jeweils
nachfolgenden Bearbeitungsstufe geachtet werden muss. Mit Hilfe moderner Synchroneinrichtungen
ist dieses ohne Schwierigkeit zu erzielen. Auch die Verwendung eines Bürtsenbandes
als Stichunterlage, das durch sämtliche Bearbeitungsstufen geführt wird, ist in diesem
Falle von Vorteil, weil des Vlies auf dem Bürstenband gut haftet und damit seine Position
auf der Unterlage beibehält. Nach der Ausbildung der Löcher kann ggf. eine thermische
Fixierung stattfinden, indem das perforierte Material durch einen Siebtrommelofen
oder durch einen Flachbandtrockner geleitet wird, um eine Thermofusion der Fasern
an ihren Überkreuzungspunkten zu erreichen, sofern sie aus einem dafür geeigneten
Material, wie z.B. einem Thermoplast, bestehen.
[0022] Auch andere Strukturierungen sind denkbar. Die Vernadelung auf einem Rost, besser
gesagt auf einer geschlitzten Platte oder einer lamellierten Platte als Stichunterlage,
insbesondere unter Verwendung von Nadeln mit mehreren Kerben pro Kante oder mehreren
Kanten mit Kerben und mit höherer Kerbtiefe ermöglicht eine Strukturierung des Vlieses,
die beiderseits erfolgt, wenn von beiden seiten des Vlieses genadelt wird. Dabei werden
Faserbüschel aus dem vorverfestigten Vlies herausgezogen oder hinausgestoßen und zur
Vliesoberfläche transportiert. Verwendet man eine Mehrfachanordnung von Nadelmaschinen,
wird diese Strukturierung in den letzten Nadelmaschinen oder der letzten Nadelmaschinen
der Kette von Maschinen ausgeführt, oder in einem separaten Arbeitsgang innerhalb
einer einzigen Maschine, die außerhalb der Maschinenkette zum Zwecke der Musterung
und Strukturierung betrieben wird.
[0023] Je nach Vorschub der Materialbahn bzw. pro Hub und Nadelanordnung im Nadelbrett können
an sich bekannte Musterungen hergestellt werden, wie Längsstreifen, Querstreifen,
Diagonalen oder Stichbilder.
[0024] Wesentlich ist, dass wenigstens die Horizontalantriebe, die den verschiedenen Nadelungszonen
zugeordnet sind, voneinander unabhängig sind, damit eine Anpassung an unterschiedliche
Transportgeschwindigkeiten, die durch Verkürzungen und Verlängerungen der Materialbahn
bedingt sind, möglich wird. Sofern nicht an einen synchronen Vertikalantrieb aller
Nadelbalken gedacht ist, der im Sinne eines möglichst ruckfreien Transports der Faservliesbahn
durch die Vorrichtung vorzuziehen ist, kann auch in Betracht gezogen werden, die Transportgeschwindigkeiten,
die von den einzelnen Nadelmaschinen hervorgerufen werden, durch Änderung der Hubfrequenzen
der einzelnen Nadelmaschinen zu beeinflussen.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf eine in der Zeichnung dargestellte
Vorrichtung zur Verfestigung einer Faserflorbahn näher erläutert.
[0026] Die Fig. 1 und 2 zeigen zusammen eine Anlage zur Herstellung einer genadelten Faservliesbahn.
Darin zeigt Fig. 1 einen aerodynamischen Vliesbildner mit Speisung, Einzug und Abnehmer,
eine Übergabeeinrichtung und den Einlaufbereich einer mehrstufigen Vernadelungsanlage,
während Fig. 2 weitere Nadelmaschinen einer Vemadelungsanlage zeigt. Anstelle eines
aerodynamischen Vliesbildners kann auch eine Walzenkrempel, eine Karde oder anderer
Flor- oder Vlieserzeuger vorgesehen sein.
[0027] Die Anlage der Fig. 1 und 2 umfasst einen Faserspeiser 1, der über einen Einzug 2
mit einem aerodynamischen Vliesbildner 3 verbunden ist. Von dem Vliesbildner 3 führt
eine Übergabeeinrichtung 4, die ein endlos umlaufendes Transportband 5 aufweist, zum
Einlaufbereich einer mehrere Nadelmaschinen umfassenden Vernadelungsanlage 6. Dem
Transportband 5 steht im Einlaufbereich der Vernadelungsanlage 6 ein endlos umlaufendes
Andruckband 7 gegenüber, das dazu dient, ein von der Walzenkrempel 3 abgegebene Faservliesbahn
8, die sich auf dem endlos umlaufenden Transportband 5 befindet, zu verdichten.
[0028] Innerhalb der Vernadelunganlage 6 sind eine Vielzahl von Doppelnadelmaschinen 9 angeordnet,
von denen jeweils schematisch die Nadelbalken 10, die die Faservliesbahn 8 abwevchselnd
von oben und unten nadeln, durch schraffierte Dreiecke schematisch dargestellt sind.
Die Nadelbalken 10 tragen jeweils ein dicht mit Nadeln bestücktes Nadelbrett oder
eine mit Nadeln dicht bestückte Nadelbrettgruppe (nicht dargestellt). Von den Nadelmaschinen
9 sind im übrigen nur die Antriebsmotoren 91 für den vertikalen Stichantrieb sowie
Horizontal-Antriebsaggregate 11 schematisch dargestellt, die über Pleuelstangen 12
mit den Nadelbalken 10 gekoppelt sind, um diesen einen horizontale, parallel zur Erstreckungsrichtung
der Faservliesbahn 8 verlaufende, hin und her gehende Bewegungskomponente zu verleihen.
Die Kopplung zwischen den Pleuelstangen 12 und den Nadelbalken 10 ist hier aus Übersichtlichkeitsgründen
nicht dargestellt. Für Details kann beispielsweise auf die schon genannte DE 196 15
697 A1 und auch auf die EP 0 892 102 B1 verwiesen werden, wobei letztere auch elegant
einzustellende Einrichtungen zur stufenlosen Veränderung der Hubgröße der Horizontalbewegung
des Nadelbalkens offenbart. Es ist in diesem Zusammenhang anzumerken, dass es vorteilhaft
ist, wenn auch die Einstichtiefe der Nadeln einstellbar ist, weil diese die Verweildauer
bestimmt, während der sich die Nadeln im in das Faservlies eingestochenen Zustand
befinden. Für weitere Erläuterungen in diesem Zusammenhang sei auf die DE 196 15 697
A1 verwiesen.
[0029] Die Anordnung der Nadelbalken 10 und ihrer Antriebe 11 und 91 ist bei allen Nadelmaschinen
9 gleich. Die Vertikalantriebe der einzelnen Nadelmaschinen 9 können voneinander unabhängig
und auch unabhängig voneinander steuerbar sein, um die Hubfrequenzen individuell beeinflussen
zu können, womit sich die Transportgeschwindigkeiten der Faservliesbahn an den einzelnen
Nadelmaschinen verändern lässt. Sie können aber auch synchron miteinander, insbesondere
von einer gemeinsamen Antriebseinrichtung angetrieben sein, was Streckungen und Stauchungen
der Faservliesbahn innerhalb der Vemadelungsanlage vermeiden hilft. Wenigstens aber
dann sollten die Horizontalantriebe individuell in ihrer Hubgröße verstellbar sein,
um örtlich Transportgeschwindigkeitsanpassungen vornehmen zu können.
[0030] Auslaufseitig der Nadelmaschinenanlage 6 ist ein Abzugswalzenpaar 13 angeordnet,
das die fertig bearbeitete Faservliesbahn, jetzt als Endprodukt mit 81 bezeichnet,
aus der Anlage abgibt.
[0031] In der Nadelmaschinenanlage 6 können jeweils zwei Doppelnadelmaschinen 9 in einem
gemeinsamen Maschinenrahmen zu einer Zwillingseinheit vereinigt sein, die gemeinsame
obere und untere Stichunterlagen (nicht dargestellt) für die zu bearbeitende Materialbahn
hat. Ggf. können sämtliche oberen Nadelbalken, d.h. die obere Nadelbalkengruppe der
Zwillingsanordnung gemeinsam angetrieben sein, und gleiches gilt für sämtliche unteren
Nadelbalken.
[0032] Da die Horizontalantriebe 11 für die Nadelbalken 10 einen gewissen Platz beanspruchen,
sind die Zwischenräume Z zwischen benachbarten Zwillingseinheiten, wo die Horizontalantriebe
untergebracht sind, jeweils von endlos umlaufenden Transportbändern 14 überbrückt,
die die bearbeitete Faservliesbahn 8 von unten abstützen, damit sie nicht unter ihrem
Eigengewicht durchhängt und dadurch möglicherweise in unerwünschter Weise gereckt
wird. Als Alternative kommen auch glatte Stützplatten geringer Oberflächenreibung
in Betracht, über die die Faservliesbahn leicht rutschen kann.
[0033] Da bei der Erfindung die Materialbahn 8 von beiden Seiten genadelt wird und die Erfindung
daher Doppelnadelmaschinen verwendet, bei denen sich in einer Nadelungszone jeweils
zwei gegeneinander nadelnde Nadelaggregate gegenüberstehen, deren Nadeln abwechselnd
in die Faservliesbahn einstechen, sind die Stichunterlagen beidseitig der Faservliesbahn
8, gegen die letztere 8 durch die Nadelbewegung gedrückt wird, jeweils Lamellenroste
mit längslaufenden Schlitzen oder geschlitzte Platten, deren Schlitze die Horizontalbewegung
der Nadeln für den Transport der Faservliesbahn 8 im in diese eingestochenen Zustand
ermöglichen. Details sind hier nicht dargestellt, es kann hierzu auf die schon genannten
Druckschriften verwiesen werden. Der Einsatz von Lamellenrosten ist aus der Nadelungstechnik
an sich bereits bekannt, insbesondere bei der Ausbildung von Polschlingen auf Nadelfilzen,
die beispielsweise als Bodenbelag eingesetzt werden sollen.
[0034] Die Nadeln können an den Nadelbrettern jeweils in Paketen angeordnet sein, wobei
Pakete in Längsrichtung gesehen quer gegeneinander um weniger als eine Nadelteilung
versetzt sind, um die Einstichdichte auf der Faservliesbahn zu erhöhen. Die Schlitze
in einer Schlitzplatte als Stichunterlage müssen dann ebenfalls entsprechend in Querrichtung
gegeneinander versetzt sein. Es ist auch möglich, die seitliche Führung an den einzelnen
Nadelmaschinen in Abstimmung aufeinander so einzustellen, dass die von den Nadeln
einer nachfolgenden Nadelmaschine erzeugten Einstiche in der Faservliesbahn in Querrichtung
gegenüber den Einstichen versetzt sind, die von den Nadeln einer vorangehenden Nadelmaschine
in derselben Faservliesbahn erzeugt werden.
[0035] Die Horizontalhübe, die die einzelnen Horizontalantriebe 11 auszuführen haben, müssen
in Abhängigkeit von den Materialeigenschaften der Faservliesbahn einstellbar seien.
Wie schon erwähnt, sind in der EP 0 892 102 B1 Einrichtungen offenbart, mit denen
sich der Horizontalhub, auch im Betrieb der Maschine, stufenlos verstellen lässt.
Als Alternative kommt, wie schon erwähnt, eine Veränderung der Hubfrequenz in Betracht.
Die durch die Bearbeitung gegebenenfalls eintretende Dehnung oder Schrumpfung der
Faservliesbahn 8 lässt sich beispielsweise berührungsfrei mit Hilfe elektronischer
Kameras und Autokorrelation der von ihnen aufgenommenen Bilder bestimmen, und mit
deren Hilfe können die Horizontalantriebe eingestellt werden. Die hierfür notwendigen
Einrichtungen sind in der Zeichnung aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt.
Es versteht sich, dass an jeder Nadelmaschine, wo die Faservliesbahn Veränderungen
erfahren kann, solche Einrichtungen vorgesehen sind, wobei für die gesamte Anlage
eine zentrale Steuereinheit vorgesehen sein kann.
1. Verfahren zum Verfestigen einer textilen Materialbahn aus einem Faserflor oder Faservlies
durch Vernadelung in mehreren Schritten, wobei die Materialbahn (8) abwechselnd von
beiden Seiten genadelt wird und im in sie eingestochenen Zustand der Nadeln ausschließlich
durch eine in der Längsrichtung der Materialbahn (8) verlaufende Bewegung der Nadeln
fortbewegt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (8) in einer Vielzahl unmittelbar aufeinander folgender Schritte
jeweils mit hoher Nadeldichte genadelt wird, wobei jede Nadel bei ihrer Einstichbewegung
jeweils lediglich eine einzelne Faser einer Stärke von 1-2 dtex aus der Materialbahn
(8) ergreift.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstichtiefe der Nadeln von Schritt zu Schritt abnimmt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens in späten Schritten des Verfahrens die Einstichtiefe der Nadeln auf einer
Seite der Materialbahn (8) kleiner als die Einstichtiefe der Nadeln auf der anderen
Seite der Materialbahn (8) ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (8) aus einem ein- oder mehrlagigen Krempelflor besteht.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikalen Einstichbewegungen der Nadelbalken (10) miteinander synchronisiert
sind.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Materialbahn (8) zwischen wenigsten einigen der Vemadelungsschritte durch glatte
Auflageflächen oder von mit der Materialbahn (8) mitbewegten, mit der Materialbahn
(8) in Berührung gebrachte Stützflächen unterstützt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Vielzahl aufeinander folgender Schritte durch eine Vielzahl (6) hintereinander
in einer Transportrichtung der Materialbahn (8) angeordneten Doppelhadelmaschinen
(9) durchgeführt wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontalen Geschwindigkeitskomponenten der Nadeln in den einzelnen Schritten
unterschiedlich groß sind.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der genadelten Materialbahn (8) mit Hilfe von Nadeln bleibende Löcher erzeugt
werden und die Materialbahn (8) anschließend einem Fixierungsvorgang unterworfen wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Nadeln aus Kunststoff verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Nadeln mit einer Kerbtiefe von 0,02 mm verwendet werden.
12. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die an einem Nadelbrett angebrachten Nadeln in Gruppen angeordnet sind, die in Transportrichtung
der Materialbahn (8) gesehen quer gegeneinander um weniger als eine Nadelteilung versetzt
sind.
1. A method for reinforcing a textile web composed of a fibre web or a fibre fleece by
means of needling in a plurality of steps, wherein said web (8) is alternately needled
from both sides and in a state of the needles stitched into the web (8) is moved in
the longitudinal extension of the web exclusively by a movement of the needles which
extends in the longitudinal extension of the web, characterized in that said web (8) is needled in a plurality of directly successive steps each with a high
needle density, wherein each needle in a stitching-in movement grasps merely a single
fiber having a gage of 1 to 2 dtex from the web (8).
2. The method as claimed in claim 1, characterized in that the stitching depth of the needles decreases from step to step.
3. The method as claimed in claim 1, characterized in that in at least late steps of the method the stitching depth of the needles on a first
side of the web (8) is smaller than a stitching depth of the needles on the other
side of the web (8).
4. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the web (8) consists of a single-layered or multi-layered card non-woven web.
5. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the vertical stitching movements of needle bars (10) are synchronized with one another.
6. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the web (8) is supported between at least some of the needling steps by smooth rest
surfaces or by support surfaces moved in unison with the web (8) and contacted by
the web (8).
7. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the plurality of successive steps are performed by a plurality of double needle looms
(9) arranged in a transport direction of the web (9).
8. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the horizontal movement components of the needles in the individual steps are differently
large.
9. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that permanent holes are generated in the needled web (8) by the aid of needles, and the
web (8) is subsequently subjected to a fixing process.
10. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that needles made from plastics are used.
11. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that needles having a notch depth of 0.02 mm are used.
12. The method as claimed in one of the preceding claims, characterized in that the needles are arranged at a needle board in groups which, seen in the transport
direction of the web, are transversely offset with respect to one another by less
than one needle pitch.
1. Procédé pour consolider une bande de matière textile composée d'un voile de fibres
ou d'un non-tissé de fibres par aiguilletage en plusieurs étapes, la bande de matière
(8) étant aiguilletée alternativement de deux côtés et étant avancée à l'état piqué
des aiguilles dans celle-ci exclusivement par un mouvement des aiguilles s'étendant
dans la direction longitudinale de la bande de matière (8), caractérisé en ce que la bande de matière (8) est aiguilletée dans une pluralité d'étapes se succédant
les unes aux autres immédiatement avec à chaque fois une densité d'aiguilles élevée,
chaque aiguille lors de son mouvement de piquage saisissant à chaque fois dans la
bande de matière (8) seulement une unique fibre d'une épaisseur de 1 à 2 dtex.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la profondeur de piquage des aiguilles décroît d'étape en étape.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'au moins dans les étapes ultérieures du procédé, la profondeur de piquage des aiguilles
est plus petite sur un côté de la bande de matière (8) que la profondeur de piquage
des aiguilles sur l'autre côté de la bande de matière (8).
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande de matière (8) est composée d'un voile de carde à une ou plusieurs couches.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les mouvements de piquage verticaux des poutres à aiguilles (10) sont synchronisés
les uns aux autres.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la bande de matière (8) entre au moins quelques unes des étapes d'aiguilletage, est
supportée par des surfaces d'appui lisses ou par des surfaces de support entraînées
avec la bande de matière (8), amenées en contact avec la bande de matière (8).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la pluralité d'étapes se succédant les unes aux autres est effectuée par une pluralité
(6) d'aiguilleteuses doubles (9) disposées les unes derrière les autres dans une direction
de transport de la bande de matière (8).
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les composantes de vitesse horizontales des aiguilles sont de grandeurs différentes
dans les différentes étapes.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que des trous permanents sont réalisés dans la bande de matière aiguilletée (8) à l'aide
d'aiguilles et la bande de matière (8) est ensuite soumise à une opération de fixation.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les aiguilles utilisées sont en matière synthétique.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les aiguilles utilisées ont une profondeur d'encoche de 0,02 mm.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que les aiguilles montées sur une planche à aiguilles sont disposées en groupes qui,
vus dans la direction de transport de la bande de matière (8), sont décalés transversalement
les uns par rapport aux autres de moins d'une distance entre aiguilles.