[0001] Die Erfindung betrifft Anbautische, vornehmlich für Betten, ist jedoch analog auch
für anderweitige Liege- oder Sitzmöbel anwendbar.
[0002] Es sind verschiedene solcher Anbautische bekannt. Zum einen fest an Betten angebrachte
"Nachttischplatten", zum zweiten lose neben Betten gestellte Beistelltische, zum dritten
drehbar an Betten angebrachte Tischplatten.
[0003] Erste und zweite besitzen naturgemäß nur ihre Beistellfunktion. Dritte erlauben einen
gewissen Zusatznutzen, beschränken sich beim Stand der Technik jedoch auf variable
Anordnung in einem begrenzten Bereich neben dem Bett.
[0004] Die Erfindung hat die Aufgabe, eben diese Nachteile zu vermeiden und weitere Vorteile
zu erzielen. Erreicht wird dies mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1.
[0005] Erfindungsgemäß wird der wesentliche Vorteil erzielt, daß der Anbautisch sowohl eine
übliche Nachttischfunktion einnehmen, als auch komfortables Lesen, Arbeiten oder Speisen
ermöglichen kann. Es zeigen
Fig.1: die Ansicht eines Bettes mit Anbautischen in Anfangsposition;
Fig.2: die Ansicht eines Bettes mit einem Tisch in Anfangs- und einem in Arbeitsposition;
Fig.3: die Teilansicht eines erfindungsgemäßen Tischgestells, teilweise transparent
dargestellt;
Fig.4: die Teilansicht einer weiteren Ausflihrungsforin des Tischgestells;
Fig.5: die Teilansicht einer weiteren Ausführung des Tischgestells in Anfangsposition;
Fig.6: die gleiche Ansicht Arbeitsposition.
Die Erfindung sei anhand der Zeichnungen im Folgenden näher beschrieben:
Ein Bett(1) weist einen an ihm schwenkbar befestigten Tisch auf. Dieser besteht im
Wesentlichen aus Tischplatte(2) und Tischgestell(3). Erfindungsgemäß ist die Tischplatte(2)
mittels des schwenkbaren Tischgestells(3) gesamtverlagerbar und wird von einer Anfangsposition(4)
als seitlichem Nachttisch bis zu einer Arbeitsposition(5) direkt vor einer im Bett
sitzenden Person geschwenkt (siehe Fig.1 und Fig.2). Die Tischhöhe wächst von einer
üblichen Nachttischhöhe während des Schwenkens auf eine Arbeitshöhe an, wobei vorteilhaft
für eine auf dem Bett sitzende Person die wesentliche Höhenveränderung schon auf dem
Wegabschnitt seitlich am Bett(1) vorbei stattfindet.
[0006] Das Tischgestell kann dabei mit seinem Drehgelenk(6) wie in Fig.2 direkt unter dem
Bett(1) befestigt sein. Vorteilhafterweise ist es aber wie in Fig.1 völlig selbständig,
oder nur in Position gehalten am Bett befestigt. Beispielsweise mittels eines am Boden
unter dem Bett befindlichen Standbügels(7), welcher zwei Tische rechts und links neben
dem Bett trägt.
[0007] Eine nicht näher dargestellte Basisversion der Erfindung verzichtet beim Schwenken
auf eine Höhenveränderung, was einfachste Bauweise, aber eine unübliche Tischhöhe
in der Nachttischposition bedingt.
[0008] In Fig. 3 weist das Tischgestell ein um 90 Grad gebogenes Grundrohr(8) mit unter
dem Bett anzuordnender Drehlagerung(9) auf. Ein solches Tischgestell ist einfach und
ermöglicht in allen Positionen geringsten Platzbedarf. Im Grundrohr(8) bewegt sich
ein mittels Rollen(9) oder Laufbüchsen vorteilhafterweise verdrehfest verschiebbar
gelagerter Träger(10), an welchem ein Ausleger(11) befestigt ist. Dieser Ausleger(11)
ermöglicht es der Tischplatte(2), in der Arbeitsposition weit in das Bett(1) hineinzuragen(Fig.2).
Er besitzt an einem Ende ein Drehgelenk(12), welche die Tischplatte(2) trägt. Der
Drehwinkel der Tischplatte(2) wird von einem Gelenkhebel(13) gesteuert, der am anderen
Ende über ein Ruderhorn(14) von einem Drehrohr(15) angelenkt wird. Das Drehrohr(15)
wiederum wird beim Ansteigen des Tisches über einen Mitnehmer(16) von einer am Grundrohr(8)
befindlichen Spiralnut(17) verdreht, was zu einer genau definierten Drehbewegung der
Tischplatte(2) führt.
[0009] Letzteres ist besonders wichtig für längliche Tischplatten, die dann in den verschiedenen
Nutzungspositionen eine sinnvolle Richtung aufweisen können. Zudem kann eine solche
Drehsteuerung einen etwa seitlich benötigten zusätzlichen Platzbedarf verhindern.
Insbesondere bei runden Tischplatten kann jedoch auch eine freie Drehbarkeit der Tischplatte
sinnvoll sein.
[0010] Es besteht hier eine Höhenveränderungseinrichtung, die über die Schwenkbewegung des
gesamten Tischgestells eingeleitet wird: mittels eines Steuerhebels(18), der auf einen
im Grundrohr(8) befindlichen StöBel(19) trifft, findet durch die unterschiedliche
Drehpunktanordnung von Steuerhebel(18) und Grundrohr(8) beim Schwenken des Grundrohres(8)
eine Verkürzung statt, die über den Stößel(19) auf im Grundrohr(8) befindliche Kugeln(20)
und von diesen um die Kurve auf den Träger(10) mit Ausleger(11) und Tischplatte(2)
weitergegeben wird. Alternativ kann auch ein Bowdenzug Anwendung finden, sowie statt
des Steuerhebels(18) eine auf den Stößel(19) wirkende Steuerkurve.
[0011] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Tischgestells in Fig.4 dargestellt.
Hier wird die Tischplatte(2) über zwei Parallelhebel(21,22) um horizontale Drehachsen
angehoben. Die Auslösung erfolgt mittels Steuerhebel(23,24) und Umlenkhebel(25) beim
Schwenken des Tischgestells, wie unter Fig.3 beschrieben. An der Tischplatte(2) befindet
sich desweiteren ein Gelenk(26) mit vertikaler Drehachse. An dem Gelenk(26) leitet
ein am oberen Parallelhebel(21) befestigter kugelförmiger Kniehebel(27) bei Ansteigen
des Parallelhebels(21) eine Drehung der Tischplatte(21) ein.
[0012] Fig.5 und Fig.6 stellen eine besonders einfache und vorteilhafte Ausführung des Tischgestells
dar, bei der die Höhenveränderung und die Drehsteuerung der Tischplatte mittels eines
einzigen Dreieckshebels(28) gekoppelt sind.
[0013] Im Grundrohr(8) bewegt sich auch hier ein verdrehfest verschiebbar gelagerter Träger(10)
mit Ausleger(11) und drehbarer Tischplatte(2). Der Dreieckshebel(22) ist derart räumlich
schräg angeordnet, dass eine Drehung der Tischplatte um deren Drehgelenk(26) über
Dreiecksverkürzung die Höhenveränderung bewirkt. Die Funktion kann dann insbesondere
mittels einer entsprechenden, hier nicht näher dargestellten Arretierung folgendermaßen
vonstatten gehen: die Tischplatte wird von der Anfangsposition zuerst auf dem Tischgestell
verdreht, steigt damit an und rastet ein. Danach erst findet die Schwenkbewegung der
gesamten Einheit statt.
[0014] In allen Ausführungsformen können jeweils auch Zwischenstellungen, Arretierungen
oder Feder- bzw. Gasfederunterstützungen sinnvoll sein.
1. Anbautisch, vornehmlich für Betten, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Tischplatte(2) mittels eines schwenkbaren Tischgestells(3) am Bett(1) räumlich
gesamtverlagerbar ausgelegt ist, wobei die Tischplatte(2) eine Anfangsposition(4)
seitlich am Kopfende des Bettes gleich einem Nachttisch einnimmt, von der die Tischplatte(2)
in eine über das Bett ragende Arbeitsposition(5) direkt vor einer im Bett sitzenden
Person überführbar ist.
2. Bett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Tischhöhe beim Überführen von der Anfangsposition(4) in die Arbeitsposition(5)
deutlich ansteigt, wobei zumindest der wesentliche Teil des Ansteigens auf dem neben
dem Bett befindlichen Wegabschnitt stattfindet.
3. Bett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß das Tischgestell(3) über eine vertikale Drehachse schwenkbar am Bett(1) oder einem
Boden- oder Wandhalter befestigt ist, wobei der Schwenkbereich insbesondere einen
Winkel zwischen 45 und 120 Grad aufweist, und daß die Schwenklagerung(6) vorzugsweise
im unteren Bereich des Bettes(1) befindet.
4. Bett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet ,
daß das Tischgestell über zwei Parallelhebel(21,22) mit horizontalen Drehachsen verfügt,
deren Schwenkbereich insbesondere einen Winkel zwischen 30 und 75 Grad aufweist.
5. Bett nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß das Tischgestell(3) zumindest ein zusätzliches vertikales Drehgelenk(26) aufweist,
über die die Tischplatte(2) relativ zum Tischgestell(3) verdrehbar ist.
6. Bett nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß der Tisch einen die Tischplatte(2) tragenden und in der Arbeitsposition über das
Bett(1) ragenden Ausleger( 11) insbesondere mit daran befindlichem Drehgelenk(26)
für die Tischplatte(2) aufweist.
7. Bett nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß das Tischgestell(3) eine insbesondere mit Laufrollen(9) oder Laufbüchsen ausgestattete
Teleskopführung aufweist.
8. Bett nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß die Tischplatte(2) eine Drehsteuerungseinrichtung besitzt, welche den Drehwinkel
der Tischplatte(2) relativ zum Tischgestell(3) bestimmt, insbesondere einen Gelenkhebel(13,28)
oder Kniehebel(27) aufweisend.
9. Bett nach einem oder mehreren der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß das Tischgestell(3) eine Höhenveränderungseinrichtung besitzt, die durch Drehbewegung
der Tischplatte(2) oder die Schwenkbewegung des Tischgestells(3) betätigt wird, insbesondere
einen Steuerhebel(18,23,28) aufweisend, sowie wahlweise auch Kugeldruckelemente(20),
Federelemente, Seilzugelemente oder Steuerkurven.
10. Bett nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Höhenveränderungseinrichtung und die Drehsteuerungseinrichtung gekoppelt sind
und einen räumlich wirkenden Dreieckshebel(28) aufweisen.