[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Müllbeutel zur Entsorgung von feuchtem Müll,
wie z. B. Essensresten, Kaffeefiltern oder dergleichen.
[0002] Müllbeutel zur Entsorgung von Müll, insbesondere auch von feuchtem Müll, wie z. B.
Essensresten, Kaffeefiltern oder dergleichen (allgemein auch als Bio-Müll bezeichnet)
sind an sich bekannt.
[0003] Bei der Entsorgung von feuchtem Müll bildet sich innerhalb des Müllbeutels ein Mikroklima
mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Dieser Effekt bei höheren Umgebungstemperaturen,
beispielsweise im Sommer, wird noch verstärkt.
[0004] In dem feuchten Mikroklima des Müllbeutels stellen sich gute Bedingungen für das
Wachstum von Mikroorganismen ein, wodurch der biologische Abbau des Mülls rasch in
Gang gesetzt wird. Die dabei entstehenden Geruchsstoffe werden allgemein als sehr
unangenehm empfunden.
[0005] Im Bodenbereich eines Müllbeutels sammelt sich das vom feuchten Müll abgegebene Wasser
an, welches beispielsweise bei Beschädigung des Müllbeutels freigesetzt wird. Dies
wiederum zieht eine Reinigung eines Mülleimers, in dem ein derartiger Müllbeutel bevorratet
wird, oder eine Reinigung der Standfläche des Müllbeutels nach sich.
[0006] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Müllbeutel der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, bei dem die Bildung eines feuchten Klimas weitestgehend verhindert
bzw. zeitlich stark verzögert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der Müllbeutel innenseitig
zumindest bereichsweise mit einer Absorptionsbeschichtung versehen ist.
[0008] Durch eine derartige Absorptionsschicht kann bei Benutzung eines derartigen Müllbeutels
die Bildung eines feuchten Klimas im Beutelinneren weitestgehend verhindert bzw. zeitlich
sehr verzögert werden, ohne dass der Verbraucher hierfür besondere Maßnahmen ergreifen
muss. Die Absorptionsbeschichtung kann Feuchtigkeit aufnehmen und binden, wodurch
die Wachstumsbedingung von Mikroorganismen negativ beeinflusst werden. Der Abbau des
Feucht-Mülls wird hierdurch stark verzögert und eine unangenehme Geruchsbildung verhindert.
[0009] Durch die Absorptionsbeschichtung kann auch unmittelbar in einen Müllbeutel gelangendes
Wasser gebunden und die Luft im Müllbeutel entfeuchtet werden. Auf die Reduzierung
des Keimwachstums wurde schon hingewiesen.
[0010] Sofern das Absorptionsmittel im Bodenbereich des Müllbeutels aufgebracht ist, ergibt
sich auch hier eine Verstärkung der Festigkeit des Müllbeutels in diesem Bereich.
[0011] Das Auslaufen von Wasser aus einem beschädigten, erfindungsgemäßen Müllbeutel ist
wirksam verhindert, ebenso eine damit einhergehende Verschmutzung des Umgebungsbereiches
des Müllbeutels.
[0012] Als wasserabsorbierende Materialien zur Ganz- oder teilweisen Beschichtung des Müllbeutels
in seinem Innenseitenbereich kommen synthetische Superabsorber auf Polyacrylatbasis,
vernetzt oder unvernetzt, in Betracht, ebenso Stärke CMC, Zeolithe, Xanthane, Guar,
Silicargele, Johannisbrotkernmehl. Auch eine Kombination aus mindestens zwei der vorstehend
genannten Materialien kann verwendet werden.
[0013] Die Absorptionsbeschichtung kann unmittelbar auf der Innenseite des Müllbeutels aufgebracht
sein, ebenso besteht die Möglichkeit, die Absorptionsbeschichtung auf ein Trägermaterial
aufzubringen, welches seinerseits an der Innenseite des Müllbeutels befestigt ist.
[0014] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den beigefügten Zeichnungen dargestellt
und werden im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines Mülleimers mit einem darin eingebrachten, erfindungsgemäßen
Müllbeutel;
- Fig. 2
- einen Teilschnitt durch die Wandung des Müllbeutels gemäß Fig. 1;
- Fig. 3
- einen der Fig. 2 entsprechenden Schnitt durch den Wandungsbereich eines Müllbeutels
nach einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0015] Der in Fig. 1 mit dem Bezugszeichen 1 versehene Müllbeutel zur Aufnahme von feuchtem
Müll, wie z. B. Essensresten, Kaffeefiltern oder dergleichen ist innenseitig zumindest
bereichsweise mit einer Absorptionsbeschichtung 2 versehen. Bevorzugt ist eine bereichsweise
Beschichtung im Bodenbereich des Müllbeutels 1 vorzusehen.
[0016] Die besagte Absorptionsbeschichtung 2 ist beim Ausführungsbeispiel der Erfindung
nach den Figuren 1 und 2 unmittelbar auf der Innenseite des Müllbeutels 1 aufgebracht.
[0017] Wie das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 zeigt, kann die Absorptionsbeschichtung
2 aber auch auf ein Trägermaterial 3 aufgebracht sein, welches seinerseits auf der
Innenseite des Müllbeutels 1 befestigt ist.
[0018] Die Absorptionsbeschichtung 2 kann aus einem synthetischen Superabsorber auf Polyacrylatbasis,
vernetzt oder unvernetzt, bestehen.
[0019] Die Absorptionsbeschichtung 2 kann auch aus Stärke CMC bestehen.
[0020] Eine weitere Alternative besteht darin, dass die Absorptionsbeschichtung 2 aus Zeolithe,
gegebenenfalls auch aus modifiziertem Zeolithe besteht.
[0021] Weiterhin kann eine Absorptionsbeschichtung auch aus Xanthane bestehen.
[0022] Für die Absorptionsbeschichtung kann auch Guar verwendet werden, ebenso Silicagele
oder Johannisbrotkernmehl.
[0023] Schließlich kann auch ein Gemisch aus mindestens zwei der aufgeführten Materialien
Verwendung finden.
[0024] Der Müllbeutel 1 selbst kann aus Papier oder biologisch abbaubarem Kunststoff hergestellt
sein.
1. Müllbeutel (1) zur Entsorgung von feuchtem Müll, wie z. B. Essensresten, Kaffeefiltern
oder dergleichen, dadurch gekennzeichnet, dass der Müllbeutel (1) innenseitig zumindest bereichsweise mit einer Absorptionsbeschichtung
(2) versehen ist.
2. Müllbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei nur bereichsweise vorgesehener Absorptionsbeschichtung (2) diese im Bodenbereich
des Müllbeutels (1) angeordnet ist.
3. Müllbeutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) unmittelbar auf der Innenseite des Müllbeutels aufgebracht
ist.
4. Müllbeutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) auf ein Trägermaterial (3) aufgebracht ist, welches
seinerseits an der Innenseite des Müllbeutels (1) befestigt ist.
5. Müllbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus einem synthetischen Superabsorber auf Polyacrylatbasis,
vernetzt oder unvernetzt, besteht.
6. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Stärke CMC besteht.
7. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Zeolithe oder aus modifiziertem Zeolithe besteht.
8. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Xanthane besteht.
9. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Guar besteht.
10. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Silicagelen besteht.
11. Müllbeutel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus Johannisbrotkernmehl besteht.
12. Müllbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Absorptionsbeschichtung (2) aus einer Mischung aus zwei oder mehreren der in
den Ansprüchen 5 bis 11 genannten Materialien besteht.
13. Müllbeutel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Müllbeutel (1) aus Papier oder einem biologisch abbaubaren Kunststoff besteht.