[0001] Die Erfindung betrifft eine Walzvorrichtung mit zwei Arbeitswalzen, die jeweils mittels
Arbeitswalzeneinbaustücken in einem Walzgerüst gelagert sind, wobei die Arbeitswalzeneinbaustücke
im Walzgerüst über mindestens eine Arbeitswalzenverriegelung ver- und entriegelbar
sind, mindestens zwei weiteren Walzen, insbesondere zwei Stützwalzen, die jeweils
mittels Walzeneinbaustücken im Walzgerüst gelagert sind, wobei sowohl mindestens eine
der Arbeitswalzen als auch mindestens eine der weiteren Walzen im Walzgerüst zur Einstellung
eines gewünschten Walzenspalts relativ zu der anderen Arbeitswalze bzw. der anderen
weiteren Walze, insbesondere in vertikale Richtung, einstellbar sind, wobei die Arbeitswalzen
mit Axialverschiebemitteln zum axialen Verschieben versehen sind, mit denen die Arbeitswalzen
relativ zum Walzgerüst in eine gewünschte axiale Position gebracht und dort gehalten
werden können, und wobei die Arbeitswalzen mit Biegemitteln in Wirkverbindung stehen,
mit denen sie mit einem Biegemoment beaufschlagt werden können.
[0002] Eine Walzvorrichtung dieser Art ist im Stand der Technik hinlänglich bekannt. Es
wird exemplarisch auf die
EP 0 256 408 A2, die
EP 0 256 410 A2, die
DE 38 07 628 C2 und die
EP 0 340 504 B1 hingewiesen. Aus diesen Dokumenten sind Walzvorrichtungen bekannt, bei denen zwei
sich in definiertem Abstand zueinander befindliche Arbeitswalzen den zum Walzen benötigten
Walzenspalt bilden und sich an Stützwalzen bzw. Zwischenwalzen abstützen. Die so ausgebildete
Walzvorrichtung ist also als Vorrichtung mit vier bzw. sechs Walzen ausgestattet,
wobei die einzelnen Walzen relativ zueinander in Vertikalrichtung zur Erzeugung des
gewünschten Walzenspalts positionierbar sind.
[0003] Die Arbeitswalzen sind dabei axial verschieblich angeordnet, wodurch es möglich wird,
eine Beeinflussung des Bandprofils in Bandstrassen durch ein veränderbares Walzspaltprofil
zu bewerkstelligen. Auch für Vorstrassen gewinnt die verfahrenstechnische Möglichkeit
zur Axialverschiebung der Arbeitswalzen an Bedeutung, zum einen zwecks gezielter Bandprofilbeeinflussung,
zum anderen zur Verlängerung der Walzenreise durch gezielte Verschleißverteilung.
[0004] Eine andere wichtige Ausgestaltung der Walzvorrichtung besteht darin, dass Mittel
zur Biegung bzw. Balancierung der Arbeitswalzen vorhanden sind. Durch diese kann ein
Biegemoment in die Arbeitwalzen eingeleitet werden, was verfahrenstechnische Vorteile
hat, wie es aus dem vorgenannten Schrifttum hervorgeht.
[0005] Die Arbeitswalzenbiege- und -verschiebesysteme haben zumeist ortsfeste Blöcke, in
denen die zur Biegung und Balancierung bzw. Axialverschiebung erforderlichen Stellmittel
angeordnet sind. Diese bieten den Vorteil von festen Druckmittelzuführleitungen, die
beim Arbeitswalzenwechsel nicht aufgetrennt werden müssen. Zur Realisierung der Biegung
und Balancierung sind die erforderlichen Stößel entweder ortsfest in ortsfesten Blöcken
angeordnet, was in nachteiliger Weise zu nicht zu vernachlässigenden Kippmomenten
bei der Axialverschiebung führt, oder sie sind als mit der Axialverschiebung sich
mitverschiebenden Kassetten ausgeführt, um die Kippmomente bzw. Reibkräfte besser
beherrschen zu können.
[0006] Die vorbekannten Walzvorrichtungen erreichen ihre verfahrenstechnischen Grenzen,
wenn hohe Walzenaufgänge gefahren werden müssen, wie sie zum Beispiel in Blech- oder
Vorstrassen benötigt werden. Die Stößel der Biege- bzw. Balancierzylinder müssen über
wesentlich größere Längen geführt werden und erfordern damit einen hohen Platzbedarf,
um die bei großen Wegen auftretenden Hebelverhältnisse auch bei voll ausgefahrenen
Stößel sicherzustellen.
[0007] Größere Walzenaufgänge mit Kombination aus Arbeitswalzenbiegung und Axialverschiebung
realisieren die genannten Lösungen nur unter Inkaufnahme der erwähnten Nachteile.
[0008] Kurze Führungslängen der Stößel der Biege- bzw. Balancierzylinder werden erst dann
wieder erreicht, wenn die Biege- bzw. Balancierzylinder mit dem System Arbeitswalzen-/Stützwalzeneinbaustück
mitfahren, also sozusagen "fliegend" zwischen in nach unten auskragenden Armen des
Stütz- oder Zwischenwalzeneinbaustücks und seitlich auskragenden Laschen des Arbeitswalzeneinbaustücks
angeordnet sind. Hierbei kann der Stößel entweder im Stütz- bzw. Zwischenwalzeneinbaustück
oder im Arbeitswalzeneinbaustück angeordnet sein; seine Anordnung im Stütz- bzw. Zwischenwalzeneinbaustück
bietet den Vorteil, dass die Druckmittelzuführleitungen beim Arbeitswalzenwechsel
nicht getrennt werden müssen.
[0009] Eine solche Lösung mit "fliegend" angeordnetem Biege- bzw. Balanciersystem in Kombination
mit einer Axialverschiebung ist aus der
DE 101 50 690 A1 bekannt. Hier ist vorgesehen, dass die Axialverschiebung der Arbeitswalze durch einen
koaxial am Arbeitswalzeneinbaustück angeordneten Verschiebezylinder realisiert wird.
Der Verschiebezylinder und der Arbeitswalzensatz bilden dabei eine Baueinheit und
werden gemeinsam ins Walzgerüst eingebaut.
[0010] In nachteiliger Wiese ergibt sich hieraus jedoch, dass es für jeden Arbeitswalzenwechselsatz
erforderlich ist, auch einen Axialverschiebezylinder vorzusehen, was die Investitionskosten
der Walzvorrichtung erhöht.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Walzvorrichtung mit Biege- und
Axialverschiebesystem für die Arbeitswalzen zu schaffen, welche einerseits hohe Walzenaufgänge
zulässt, andererseits sich jedoch durch einen geringen Raumbedarf in Bezug auf die
Ständerfensterhöhe auszeichnet. Weiterhin soll eine gute Führung der Stößel der Biege-
bzw. Balanciermittel sichergestellt sein, wobei gleichzeitig darauf geachtet werden
soll, dass die Anzahl der Betriebswechselteile im Falle eines Arbeitswalzenwechsels
möglichst gering ist. Zudem sollen auch die damit zusammenhängenden Anforderungen
der axialen Arbeitswalzenverriegelung und der Positionsmessung des Axialverschiebeweges
erfüllt werden.
[0012] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Axialverschiebemittel
zwischen Walzgerüst und Arbeitswalzenverriegelung angeordnet sind bzw. wirken und
die Biegemittel zwischen dem Arbeitswalzeneinbaustück und dem weiteren Walzeneinbaustück
angeordnet sind bzw. wirken.
[0013] Mit der Kombination dieser Maßnahmen wird erreicht, dass große Walzenaufgänge mit
der Walzvorrichtung gefahren werden können. Dennoch ergibt sich eine sehr kompakte
Maschinenkonzeption, die wenig Raum benötigt. Die Führung der Stößel der Biegemittel
kann in optimaler Weise erfolgen. Durch die definierte Ausgestaltung der Walzvorrichtung
ist zudem ein Arbeitswalzenwechsel möglich, bei dem nicht die Axialverschiebemittel
mit ausgewechselt werden müssen; somit ist die Zahl der zu wechselnden Teile im Falle
eines Arbeitswalzenwechsels minimiert.
[0014] Eine erste Weiterbildung sieht vor, dass das weitere Walzeneinbaustück, also vorzugsweise
das der Stützwalze, eine Führung aufweist, in der das Arbeitswalzeneinbaustück relativ
verschieblich zum weiteren Walzeneinbaustück und festlegbar angeordnet ist.
[0015] Die Axialverschiebemittel sind vorzugsweise fest am Walzgerüst angeordnet und weisen
mindestens eine Linearführung auf, auf der das Arbeitswalzeneinbaustück relativ verschieblich
zum Axialverschiebemittel in eine Richtung quer zur Axialverschieberichtung, insbesondere
verschieblich in Vertikalrichtung, und festlegbar angeordnet ist.
[0016] Als bevorzugte Ausgestaltung des Arbeitswalzeneinbaustücks ist vorgesehen, dass dieses
zwei sich beiderseits der Achse der Arbeitswalze erstreckende Stege aufweist, die
mit je einem Axialverschiebemittel verriegelbar sind.
[0017] Mit Vorteil ist hinsichtlich der Verriegelung des Arbeitswalzeneinbaustücks am Walzgerüst
vorgesehen, dass die Linearführung fest am Axialverschiebemittel angeordnet ist und
einen in eine Richtung quer zur Axialverschieberichtung, insbesondere in Horizontalrichtung,
verschiebbaren, vorzugsweise plattenförmig ausgebildeten, Riegel aufweist, der zusammen
mit der Linearführung für das Ende des Steges einen Aufnahmeschlitz bildet. Der Riegel
kann dabei mit Betätigungsmitteln in Verbindung stehen, mittels derer er in zwei Lagen,
nämlich in einer Verriegelungslage und in einer Entriegelungslage, positionierbar
ist. Ferner besteht das Betätigungsmittel pro Axialverschiebemittel vorzugsweise aus
zwei hydraulischen Kolben-Zylinder-Systemen, die parallel zueinander angeordnet sind
und den Riegel bewegen können, wobei die Kolben-Zylinder-Systeme an der vom Arbeitswalzeneinbaustück
abgewandten Seite des Riegels an diesem angreifen.
[0018] Die Axialverschiebemittel sind gemäß einer Weiterbildung mit Mitteln zum Verhindern
eines Verdrehens ausgestattet, die eine Verdrehung der axialen Enden der Axialverschiebemittel
verhindern.
[0019] Zur Arbeitswalzenbiegung bzw. -balancierung ist bevorzugt vorgesehen, dass mindestens
ein als hydraulischer Linearaktuator ausgebildetes Biegemittel in einem auskragenden
Arm des weiteren Walzeneinbaustücks angeordnet ist und auf eine seitlich auskragende
Lasche des Arbeitswalzeneinbaustücks drückt. Dabei kann zwischen dem Biegemittel und
der seitlich auskragenden Lasche des Arbeitswalzeneinbaustücks eine Gleitfläche angeordnet
sein.
[0020] In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
[0021] Es zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht den Ausschnitt einer Walzvorrichtung gemäß einer ersten
Ausführungsform mit Arbeitswalzeneinbaustück, weiterem Walzeneinbaustück und Axialverschiebemitteln;
- Fig. 2
- die Vorderansicht der Walzvorrichtung nach Fig. 1 in Walzenachsrichtung betrachtet;
- Fig. 3
- den Schnitt A-A gemäß Fig. 2;
- Fig. 4
- die Seitenansicht der Axialverschiebemittel von der rechten Seite gemäß Fig. 2 aus
betrachtet;
- Fig. 5
- die Biegemittel gemäß der Einzelheit "Y" der Fig. 2 im Schnitt;
- Fig. 6a
- in perspektivischer Ansicht den Ausschnitt einer Walzvorrichtung gemäß einer zweiten
Ausführungsform mit Arbeitswalzeneinbaustück, weiterem Walzeneinbaustück und zwei
Axialverschiebemitteln, wobei das linke Axialverschiebemittel mit geöffnetem Riegel
gezeigt ist (Entriegelungsstellung);
- Fig. 6b
- eine weitere perspektivischer Ansicht der Walzvorrichtung nach Fig. 6a, wobei das
rechte Axialverschiebemittel gemäß Fig. 6a dargestellt ist und wobei dieses Axialverschiebemittel
mit geschlossenem Riegel gezeigt ist (Verriegelungsstellung);
- Fig. 7
- die Vorderansicht der Walzvorrichtung gemäß Fig. 6a/6b in Walzenachsrichtung betrachtet;
- Fig. 8
- den Schnitt A-A gemäß Fig. 7;
- Fig. 9
- das Axialverschiebemittel gemäß der Einzelheit "Y" der Fig. 8 im Schnitt;
- Fig. 10
- den Schnitt B-B gemäß Fig. 9;
- Fig. 11
- den Schnitt C-C gemäß Fig. 7;
- Fig. 12
- den Schnitt D-D gemäß Fig. 10;
- Fig. 13
- den Schnitt E-E gemäß Fig. 7; und
- Fig. 14
- das Biegemittel gemäß der Einzelheit "Z" der Fig. 7 im Schnitt.
[0022] In Fig. 1 ist perspektivisch der Ausschnitt einer Walzvorrichtung 1 gemäß einer ersten
Ausführungsform dargestellt. Die Figuren 2 bis 5 zeigen Ansichten und Schnitte dieser
Ausführungsform.
[0023] Die Walzvorrichtung 1 weist nicht näher dargestellte Arbeitswalzen 2 auf, die in
Arbeitswalzeneinbaustücken 3 gelagert sind, die in einem wiederum nur schematisch
skizzierten Walzgerüst 4 angeordnet sind. Das Arbeitswalzeneinbaustück 3 ist mittels
einer Arbeitswalzenverriegelung 5 relativ zum Walzgerüst 4 verriegelbar bzw. entriegelbar.
Die Arbeitswalze 2 wird durch eine weitere Walze 6 in Form einer Stützwalze abgestützt.
Diese weitere Walze 6 ist in weiteren Walzeneinbaustücken 7 gelagert, die ebenfalls
am Walzgerüst 4 festgelegt sind bzw. dort verriegelt werden können.
[0024] Dargestellt ist hier nur die oberhalb der Walzgutmitte vorgesehene Arbeitswalze 2
und Stützwalze 6; dieselbe Anordnung befindet sich symmetrisch unterhalb der Mitte
des Walzguts. Ferner sei angemerkt, dass die Walzvorrichtung 1 auch weitere Walzen
aufweisen kann, nämlich Zwischenwalzen, die zwischen den Arbeitswalzen 2 und den Stützwalzen
6 angeordnet sind.
[0025] Die Arbeitswalzen 2, von denen in Fig. 1 - wie erwähnt - nur die obere angedeutet
ist, soll axial verschiebbar relativ zum Walzgerüst 4 angeordnet sein. Hierzu sind
Axialverschiebemittel 8 vorgesehen, deren Aufbau später detailliert erläutert wird.
Je ein Axialverschiebemittel 8 ist beiderseits der Mitte der Arbeitswalze 2 vorgesehen,
wobei diese Mittel mit ihrem einen axialen Ende 23 fest am Walzgerüst 4 festgelegt
sind. Am anderen axialen Ende 22 des Axialverschiebemittels 8 befindet sich die Arbeitswalzenverriegelung
5, mit der das Arbeitswalzeneinbaustück 3 lösbar fixiert werden kann. Das Arbeitswalzeneinbaustück
3 weist dabei zwei Stege 12 und 13 auf, die sich symmetrisch von der Achse der Arbeitswalze
2 aus erstrecken. Die Stege 12, 13 sind an ihrem Ende 15 bzw. 16 im verriegelten Zustand
in einem Aufnahmeschlitz 17 aufgenommen, der sich in vertikale Richtung erstreckt
und die Möglichkeit bietet, dass das Arbeitswalzeneinbaustück 3 und damit die Arbeitswalze
2 vertikal in derjenigen Höhe im Walzgerüst 4 positioniert und festgelegt werden kann,
die dem benötigen Walzspalt entspricht. Der Aufnahmeschlitz 17 wird dabei einerseits
von einer Linearführung 11 begrenzt, die die Arbeitswalzenverriegelung 5 aufweist,
andererseits begrenzt ihn ein später noch detailliert beschriebener Riegel 14.
[0026] In Fig. 2 ist die Vorderansicht der Walzvorrichtung 1 - in Walzenachsrichtung betrachtet
- zu sehen. Der teilweise geschnitten dargestellten Ansicht ist zu entnehmen, dass
das weitere Walzeneinbaustück 7 für die Stützwalze 6 in ihrem unteren Bereich eine
quaderförmige Ausnehmung aufweist und damit eine Führung 10 für das in die Ausnehmung
einsetzbare Arbeitswalzeneinbaustück 3 bildet. D. h. die Arbeitswalze 2 samt ihrem
Arbeitswalzeneinbaustück 3 kann in vertikale Richtung relativ zum weiteren Walzeneinbaustück
7 bzw. zur Stützwalze 6 positioniert werden.
[0027] Zur Einleitung eines Biegemoments in die Arbeitswalze 2 sind in an sich bekannter
Weise Biegemittel 9 in Form hydraulischer Linearaktuatoren vorgesehen, die zwischen
dem Arbeitswalzeneinbaustück 3 und dem weiteren Walzeneinbaustück 7 wirken.
[0028] Der Aufbau des Axialverschiebemittels 8 geht aus Fig. 3 hervor, wo der Schnitt A-A
gemäß Fig. 2 zu sehen ist. Das Axialverschiebemittel 8 ist mit seinem einen axialen
Ende 23 fest am Walzgerüst 4 angeordnet. Am anderen axialen Ende 22 ist die Arbeitswalzenverriegelung
5 angeordnet. Das Axialverschiebemittel 8 besteht aus einem fest mit dem Walzgerüst
4 verbundenen Festblock 27, der zylinderförmig auskragt und den Boden eines Verschiebezylinders
bildet. Auf dem Außendurchmesser dieser zylinderförmigen Auskragung ist eine Verschiebehülse
28 gleitend angeordnet. Die Verschiebehülse 28 besteht aus einem Verschieberohr mit
Führungsbuchsen und einem kubisch ausgeformten Deckel 29. Mit diesem Deckel 29 ist
der Verschiebekolben 30 koaxial fest verbunden. Das Verschieberohr der Verschiebehülse
28 hat seitlich auskragende Führungslaschen 31, die auf einem mit dem Festblock 27
verbundenen T-Stück 32 gleiten (s. Fig. 1). Damit sind Mittel 21 zum Verhindern eines
Verdrehens des Axialverschiebemittels 8 geschaffen, d. h. eine Torsion des einen axialen
Endes 22 relativ zum anderen axialen Ende 23 des Axialverschiebemittels 8 ist ausgeschlossen.
[0029] Zwischen dem Grundteil des T-Stücks 32 und einer der Führungslaschen 31 ist ein Wegmesssystem
33 angeordnet. Mit diesem ist es möglich, die aktuelle axiale Position der Arbeitswalzen
2 zu messen.
[0030] Auf der Außenseite des Deckels 29 der Verschiebehülse 28 ist die Arbeitswalzenverriegelung
5 angebracht. Diese besteht im wesentlichen aus einer Grundplatte 34 (s. Fig. 1 und
4), dem Riegel 14 und Betätigungsmitteln 18 für den Riegel 14. Im verriegelten Zustand
ist die Arbeitswalzenverriegelung 5 formschlüssig mit den Stegen 12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks
3 verbunden. Die Axialverschiebemittel 8, bestehend aus Festblock 27, Verschiebehülse
28, Wegmesssystem 33 und Arbeitswalzenverriegelung 5 ist einlauf- wie auslaufseitig
im wesentlichen spiegelbildlich am Walzgerüst 4 angeordnet.
[0031] Alternativ hierzu kann die Arbeitswalzenverriegelung 5 am Arbeitswalzensatz 2 angebracht
werden, indem die Grundplatte 34, die Betätigungsmittel 18 für den Riegel 14 und der
Riegel 14 selber auf den Lagerdeckel des Arbeitswalzensatzes 2 aufgesetzt werden und
sich entsprechende Elemente zur Herstellung des Formschlusses an der Verschiebehülse
28 der Axialverschiebemittel 8 befinden.
[0032] Durch Betätigung des Axialverschiebemittels 8 und aufgrund des Formschlusses zwischen
Arbeitswalzenverriegelung 5 und Arbeitswalzeneinbaustück 3 wird eine Axialverschiebung
der Arbeitswalze 2 bewirkt. Das Arbeitswalzeneinbaustück 3 ist dabei gleitend in nach
unten auskragenden Armen des entsprechenden weiteren Walzeneinbaustücks 7 geführt.
Die Arbeitswalzenverrieglung 5 weist einen axialen Versatz zur - nicht dargestellten
- Verriegelung der weiteren Walze 6 auf, so dass Kollisionen dieser Einrichtungen
vermieden und so große Walzenaufgänge gewährleistet werden.
[0033] In Fig. 5 kann gesehen werden, wie die Biegemittel 9 in Form hydraulisch betätigter
Linearaktuatoren in die Walzvorrichtung 1 eingebaut sind. Die Biegemittel 9 befinden
sich ein- und auslaufseitig wirkungsmäßig zwischen Arbeitswalzeneinbaustück 3 und
weiterem Walzeneinbaustück 7 für die Stützwalze 6. Hierzu weist das weitere Walzeneinbaustück
7 einen auskragenden Arm 24 auf, der die Biegemittel 9 trägt. Sie liegen am Arbeitswalzeneinbaustück
3 an einer auskragenden Lasche 25 an, die am Arbeitswalzeneinbaustück 3 einstückig
angeformt ist. In Fig. 5 ist lediglich ein Biegemittel 9 dargestellt; aus Fig. 3 kann
gesehen werden, dass im Ausführungsbeispiel zwei hintereinander angeordnete Biegemittel
9 vorgesehen sind. Der Stößel 35 (bewegliches Teil) stellt einen Kolben dar, der in
einer entsprechenden Bohrung eines Zylinders 36 koaxial angeordnet ist. Das feststehende
Teil des Biegemittels 9 besteht im wesentlichen aus einer Führungsbuchse mit einer
entsprechenden Bohrung, die in den nach unten auskragenden Arm 24 eingearbeitet ist,
sowie aus einem Abschlussdeckel und verschiedenen Dicht- und Abstreifelementen.
[0034] Im Ausführungsbeispiel (s. hierzu Fig. 3) sind vier Biegemittel 9, je Seite zwei,
vorgesehen, deren Stößel 35 sich an der seitlich auskragenden Lasche 25 des Arbeitswalzeneinbaustücks
3 abstützt. Bei einer axialen Verschiebebewegung der Arbeitswalze 2 gleitet die Lasche
25 über die Kontaktfläche des Stößels 35. Um dies funktionell zu begünstigen, ist
im Kontaktbereich des Stößels 35 zur Lasche 25 eine Gleitfläche 26 angeordnet.
[0035] Alternativ hierzu kann ein Zylinder 36 in die seitlich auskragende Lasche 25 des
Arbeitswalzeneinbaustücks 3 integriert sein. Dann stützt sich der Stößel 35 an dem
auskragenden Arm 24 des weiteren Walzeneinbaustücks 7 ab.
[0036] In den Figuren 6a, 6b bis 14 ist eine alternative Ausgestaltung der erfindungsgemäßen
Walzvorrichtung 1 dargestellt. Die Bezugszeichen entsprechen denjenigen der ersten
Ausführungsform gemäß den Figuren 1 bis 5.
[0037] Während die generelle Funktionsweise des zweiten Ausführungsbeispiels mit derjenigen
des ersten identisch ist, sind hier einige Details näher erläutert.
[0038] Die Axialverschiebemittel 8 befinden sich auch hier über und unter der Walzlinie
und auf der Ein- sowie auf der Auslaufseite des bedienseitigen Walzgerüsts 4. Lösungen
für Arbeitswalzenverschiebeeinrichtungen über der Walzenlinie sind bei großem Aufgang
problematisch. Lösungen für Arbeitswalzenverschiebeeinrichtungen unter der Walzlinie
können konventionell oder wie solche für großen Aufgang gebaut werden. Die Einrichtungen
auf der Ein- und auf der Auslaufseite sind im wesentlichen identisch und zueinander
symmetrisch, so dass - wie bereits im Falle des ersten Ausführungsbeispiels - hier
stellvertretend nur über der Walzlinie liegende Axialverschiebemittel 8 mit hohem
Aufgang beschrieben werden.
[0039] Die Ausgestaltung des Axialverschiebemittels 8 entspricht ebenfalls derjenigen des
oben beschriebenen Ausführungsbeispiels. Bezugnehmend auf die Figuren 8 bis 12 ist
zu sehen, dass der Deckel 29 mit dem Verschiebekolben 30 fest verbunden ist. Er steht
zumindest in Richtung des Arbeitswalzeneinbaustücks 3 gegenüber der lokalen Außenkontur
der Verschiebehülse 28 vor. Zwischen dem Deckel 29 und einer an der Verschiebehülse
28 angeordneten Platte 37 ist der Riegel 14 eingebaut, der die Verschiebehülse 28
umgreift und zum Schließen der Verriegelung in annähernd horizontale Richtung quer
zur Achse der Verschiebehülse 28 verschoben werden kann. Zwischen der Platte 37 und
dem Riegel 14 bildet sich durch das Schließen des Riegels 14 der vertikal verlaufende
Aufnahmeschlitz 17, in dem der seitlich auskragende Steg 12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks
3 geführt wird. Hierzu ist in die Platte 37 eine Ausnehmung eingearbeitet oder zwischen
Platte 37 und Riegel 14 ist ein Distanzstück mit vergleichbarer Ausnehmung eingefügt.
[0040] Der vertikal verlaufende Aufnahmeschlitz 17 nimmt die axialen Verschiebekräfte auf,
die über die seitlich auskragenden Stege 12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks 3 weitergegeben
werden müssen, und ermöglicht gleichzeitig große Relativbewegungen in vertikaler Richtung.
Dies ermöglicht in der Folge einen großen Walzenaufgang. Die Anlageflächen der Stege
12, 13 an der Platte 37 und am Riegel 14 bilden dabei zwei Widerlager für die Stege
12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks 3. Der vertikal verlaufende Aufnahmeschlitz 17
wird zum Arbeitswalzenausbau geöffnet, indem der Riegel 14 zurückgezogen wird. Dann
kann der Arbeitswalzensatz zur Bedienseite hin herausgezogen werden.
[0041] Die Platte 37 auf der Verschiebehülse 28 hat zwei Hauptfunktionen. Zum einen dient
sie als eines der beiden Widerlager für die Stege 12, 13. Zum anderen ist sie Teil
von Mitteln 21 zum Verhindern eines Verdrehens der Axialverschiebemittel 8.
[0042] Für die Mittel 21 zum Verhindern des Verdrehens sind zwei Ausführungsformen bevorzugt:
[0043] Nach einer Möglichkeit ist ein Bauteil vorgesehen, das außerhalb der Zentralachse
die Verschiebehülse 28 ständerfest angebracht ist. Dieses ragt in eine Öffnung der
Platte 37 auf der Verschiebehülse 28 hinein, oder ein an der Platte 37 der Verschiebehülse
28 befestigtes Bauteil ragt in eine ständerfeste Öffnung hinein. Die Verdrehsicherung
muss eine Führung in ausreichender Länge haben, so dass für den gesamten maximalen
Verschiebeweg eine Verdrehung zwischen den beiden axialen Enden 22 und 23 des Axialverschiebemittels
8 verhindert wird.
[0044] Alternativ dazu können die Verschiebehülse 28 und der Verschiebekolben 30 so ausgeformt
sein, dass sie nicht mit zylindrischen Flächen aufeinander gleiten, sondern mit solchen
Flächen, die eine Verdrehung zueinander verhindern.
[0045] Die Erfüllung der beiden Hauptfunktionen der Platte 37 auf der Verschiebehülse 28,
nämlich sowohl Widerlager als auch Teil der Verdrehsicherung zu sein, kann durch zwei
getrennte, an der Verschiebehülse 28 angearbeitete oder aufgeschweißte Platten erreicht
werden. Die Kombination der beiden Funktionen mittels der Platte ist fertigungstechnisch
einfach und damit vorteilhaft.
[0046] Die detaillierte Ausgestaltung der Arbeitswalzenverriegelung 5 mittels des Riegels
14 ist in den Figuren 10 und 12 dargestellt. Der Riegel 14 kann eine O- oder U-förmige
Ausnehmung aufweisen (in Fig. 10 ist die Ausnehmung O-förmig ausgebildet). Der Riegel
14 ist nicht vor Kopf des Deckels 29 angeordnet, sondern er umgreift die Verschiebehülse
28. Die Ausnehmung im Riegel 14 ist so groß, dass der Riegel zur Montage bei Ausbildung
in O-Form axial oder bei Ausführung in U-Form axial oder radial auf die Verschiebehülse
28 aufgeschoben werden kann. Die O-Form ist dabei als geschlossene Form die steifere
Ausführung des Riegels 14. Die U-Form hat den Vorteil, dass der Deckel 29 mit der
Verschiebehülse 28 unlösbar verbunden werden kann oder dass der Deckel 29 und die
Verschiebehülse 28 aus einem Stück bestehen können.
[0047] Bei Ausführung in U-Form ist der Riegel 14 auf derjenigen Seite der Verschiebehülse
28 offen, die dem Arbeitswalzeneinbaustück 3 entgegengesetzt ist. Weil der Riegel
14 die Verschiebehülse 28 umgreift, kann der Steg 12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks
3 - von Mitte Arbeitswalzenlager aus gemessen - kürzer ausfallen, als wenn der Riegel
14 vor Kopf des Deckels 29 angeordnet wäre. So verringert sich der Hebelarm zwischen
dem Arbeitswalzenlager und der Führung, die durch die beiden Widerlager Riegel 14
und Platte 37 gebildet wird. Ein geringerer Hebelarm hat zur Folge, dass die Reibkräfte
in der Führung nur vergleichsweise geringe Zusatzmomente auf die Arbeitswalzenlager
ausüben. Das Arbeitswalzenlager hat dadurch eine größere Lebensdauer.
[0048] Das Schließen und Öffnen des Aufnahmeschlitzes 17 für die seitlich auskragenden Stege
12, 13 des Arbeitswalzeneinbaustücks 3 wird durch eine horizontale oder annähernd
horizontale Bewegung des Riegels 14, den Verriegelungshub, bewerkstelligt. Deshalb
ist die Ausnehmung im Riegel 14 in Bewegungsrichtung (horizontal) mindestens um den
Verriegelungshub größer, als es für die Montage erforderlich ist.
[0049] Die Bewegung des Riegels 14 erfolgt durch Betätigungsmittel 18. Hierbei handelt es
sich z. B. um einen oder mehrere Betätigungselemente in Form von Kolben-Zylinder-Systemen
19, 20 (Hydraulikzylinder mit durchgehenden Kolbenstangen). Die Kolben-Zylinder-Systeme
19, 20 setzen zweckmäßiger Weise an der dem Arbeitswalzeneinbaustück 3 abgewandten
Seite des Riegels 14. Besonders platzsparend ist es, wenn zwei Kolben-Zylinder-Systeme
19, 20 oben und unten in Ausnehmungen des Riegels 14 Platz finden und auf der Platte
37 oder auf dem Deckel 29 befestigt sind. Diese Ausgestaltung ist in Fig. 10 illustriert;
Fig. 12 zeigt ein Kolben-Zylinder-System 19, 20 im Detail.
[0050] Aus Platzgründen ist es sinnvoll, im Riegel 14 noch eine weitere Ausnehmung vorzusehen,
und zwar, um Elemente des Mittels 21 zum Verhindern des Verdrehens passieren zu lassen
und eine Kollision mit diesen zu vermeiden.
[0051] Der Riegel 14 hat im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 drei Ausnehmungen, eine große
für die Verschiebehülse 28, zwei kleinere für die Kolben-Zylinder-Systeme 19, 20 und
eine weitere, um Kollision mit den Mitteln 21 zum Verhindern des Verdrehens des Axialverschiebemittels
8 zu vermeiden.
[0052] Der Riegel 14 wird durch die Kolben-Zylinder-Systeme 19, 20 in geöffneter oder geschlossener
Position gehalten. Er muss aber zusätzlich noch gegen Verdrehung gegen eine Achse
parallel oder identisch mit der Zentralachse der Verschiebehülse 28 gesichert werden.
Wie im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 10 gesehen werden kann, können hierfür über
und unter dem Deckel der Verschiebehülse 28 oder über und unter der Platte der Verschiebehülse
28 Leisten 38, 39 angebracht werden, die eine solche Verdrehung verhindern. Die Leisten
38,39 können auch ein gemeinsames Bauteil mit der Platte 37 bzw. mit der Platte 37
und der Verschiebehülse 28 bilden. Eine alternative Ausgestaltung der Verdrehsicherung
ergibt sich, wenn in der Platte 37 oder im Deckel 29 horizontale Nuten eingeformt
werden, in denen erhabene Leisten des Riegels 14 geführt sind. Weiterhin ist es möglich,
die Nuten in den Riegel 14 einzuformen und die erhabenen Leisten auf der Platte 37
oder auf dem Deckel 29 anzubringen. Varianten, bei denen die Verdrehsicherung an der
Platte 37 angebracht sind, haben den Vorteil, dass der Deckel 29 dann nicht zusätzlich
auf Verdrehung beansprucht wird.
[0053] Der Deckel 29 der Verschiebehülse 28 ist so geformt, dass zwei Funktionen erfüllt
werden können: Zum einen ist der Verschiebekolben 30 mit dem Deckel 29 koaxial fest
verbunden (vgl. Fig. 8), so dass der Kolben über dem Deckel die Verschiebehülse 28
samt Anbauteilen und damit auch den vertikal verlaufenden Aufnahmeschlitz 17 für das
Arbeitswalzeneinbaustück 3 axial verschieben kann. Zum anderen bildet der Deckel 29
vor allem mit seinem zum Arbeitswalzeneinbaustück 3 hin auskragenden Teil ein Widerlager
für den Riegel 14. Der Riegel 14 kann sich dort und auch über und unter der Verschiebehülse
28 am Deckel 29 abstützen bzw. die Verschiebehülse 28 umgreifen. Zusätzlich kann der
Deckel 29 eine Ausnehmung haben, um Elemente der Verdrehsicherung passieren zu lassen
und somit eine Kollision mit diesen zu verhindern. Um den Deckel 29 kürzer zu gestalten,
ist es auch möglich, zwischen Deckel und Riegel ein Zwischenstück einzubauen.
[0054] Entweder im Deckel 29 oder in diesem Zwischenstück kann auch eine Sicherung gegen
Verdrehen desselben auf der Verschiebehülse 28 vorgesehen werden. Eine Möglichkeit
dazu ist es, an der Verschiebehülse 28 ein oder mehrere ebene Flächen vorzusehen,
die nicht in Richtung der Achse des Verschiebkolbens 30 zeigen, sowie am Deckel 29
oder in obigem Zwischenstück entsprechende Gegenflächen vorzusehen. Der Deckel 29
muß auf jeden Fall dann gegen Verdrehen relativ zur Verschiebehülse 28 gesichert werden,
wenn der Riegel 14 gegen den Deckel 29 auf Verdrehen gesichert ist.
[0055] Die Messung des Axialverschiebewegs wird durch eine außer- oder innerhalb der Axialverschiebemittel
8 angeordnete Einheit ermöglicht. Die Anordnung des Messwertgebers innerhalb des Drucksystems
wird wegen Gefahrneigung bei Wartungsarbeiten möglichst vermieden. Das Wegmesssystem
33 kann als außen- oder als innenliegende Einheit ausgebildet werden. Im Falle einer
außenliegenden Einheit ist ein Schutz vor schädlichen Umgebungseinflüssen erforderlich,
was durch ein einem Hydraulikzylinder ähnlichen, gekapselten System erreicht werden
kann. Eine Art Kolben, der ständerseitig fest angebracht ist, gleitet durch ein Zylinderrohr,
das an den beweglichen Teilen der Axialverschiebung befestigt ist. Koaxial mit dem
Zylinderrohr bewegt sich der Messwertgeber und erzeugt das entsprechende Wegsignal.
Mit entsprechenden Dicht- und Abstreifelementen wird ein ausreichender Schutz des
Systems erreicht. Im Falle einer innenliegenden Einheit wird der Positionsgeber -
von der Stirnfläche der beweglichen Teile aus gesehen - in die Verschiebehülse eingeführt.
Die erforderliche Kapselung wird durch das Verschiebesystem selbst hergestellt. Ein
entsprechend abgedichtetes Gehäuse schützt den Elektronikteil des Positionsgebers.
[0056] Bei der Ausgestaltung gemäß Fig. 9 ist ein Positionsgeber 40 zur Kontrolle des Verschiebehubs
der Verschiebehülse 28 im Axialverschiebemittel 8 angeordnet.
[0057] Eine Anordnung eines Positionsgeberstabes 41 im Inneren - aber trotzdem außerhalb
des Druckraumes - ist vorteilhaft, weil dieses Element dann ohne zusätzliche Kapselungen
gegen Umgebungseinflüsse geschützt ist. Der Positionsgeber 40 ist auf dem Deckel 29
angebracht, der Positionsgeberstab 41 ist durch eine Bohrung im Deckel 29 hindurchgeführt
und taucht in eine Bohrung in einem Innendeckel 42 ein. Der Innendeckel 42 ist Teil
des am Walzgerüst 4 fest angeordneten Teils des Axialverschiebemittels 8, so dass
die Messung der Relativverschiebung des Deckels 29 zum Walzgerüst 4 möglich ist.
[0058] Generell ist es möglich, das beschriebene Axialverschiebemittel 8 mit verschiedenen
Varianten von Biegemitteln 9 zu kombinieren:
[0059] Wie es aus Fig. 13 und 14 hervorgeht, befinden sich die Biegemittel 9 in nach unten
auskragenden Armen 24 des weiteren Walzeneinbaustücks 7 des oberen Stützwalzensatzes.
Der bewegliche Stößel 35 ist im wesentlichen ein Kolben, der sich an der seitlich
auskragenden Lasche 25 des Arbeitswalzeneinbaustücks 3 abstützt. Die Konzeption des
Biegemittels 9 entspricht also im wesentlichen derjenigen, die in Fig. 5 gezeigt ist.
[0060] Bei mehreren Stößeln 35 besteht die Möglichkeit, die Drücke in den einzelnen Zylinderräumen
so zu regeln, dass das Arbeitswalzenlager möglichst wenig außermittig belastet wird
("Druckwaage").
[0061] Alternativ hierzu können die Stößel 35 in den seitlich auskragenden Laschen 25 des
Arbeitswalzeneinbaustücks 3 untergebracht sein. Hierbei würden sich die Stößel 35
an den nach unten auskragenden Armen 24 des weiteren Walzeneinbaustücks 7 abstützen.
In diesen Fall würde das Arbeitswalzenlager nur mittig belastet.
[0062] Die unteren Biegemittel 9 können sich in Festblöcken am Ständer befinden. Alternativ
dazu können sie auch in nach oben auskragenden Armen des weiteren Walzeneinbaustücks
des unteren Stütz- oder Zwischenwalzensatzes oder in seitlich auskragenden Laschen
des Arbeitswalzeneinbaustücks untergebracht werden.
[0063] Mit der erfindungsgemäßen Ausführung lässt sich somit eine "fliegende" Anordnung
der Biegemittel 9 erreichen, wobei mit der vorgeschlagenen konstruktiven Ausgestaltung
die auftretenden Kippmomente im Falle der Axialverschiebung der Arbeitswalzen optimal
aufgenommen werden können. Die Konzeption der Walzvorrichtung schließt Kollisionen
der verschiedenen Bauteile untereinander aus, auch wenn große Walzenaufgänge gefahren
werden. Dennoch wird kein großer Bauraum im Walzgerüst benötigt.
Bezugszeichenliste:
[0064]
- 1
- Walzvorrichtung
- 2
- Arbeitswalze
- 3
- Arbeitswalzeneinbaustück
- 4
- Walzgerüst
- 5
- Arbeitswalzenverriegelung
- 6
- weitere Walze (Stützwalze)
- 7
- weiteres Walzeneinbaustück (für Stützwalze)
- 8
- Axialverschiebemittel
- 9
- Biegemittel
- 10
- Führung
- 11
- Linearführung
- 12
- Steg
- 13
- Steg
- 14
- Riegel
- 15
- Ende des Steges
- 16
- Ende des Steges
- 17
- Aufnahmeschlitz
- 18
- Betätigungsmittel für den Riegel
- 19
- Kolben-Zylinder-System
- 20
- Kolben-Zylinder-System
- 21
- Mittel zum Verhindern eines Verdrehens
- 22
- axiales Ende des Axialverschiebemittels
- 23
- axiales Ende des Axialverschiebemittels
- 24
- auskragender Arm des weiteren Walzeneinbaustücks
- 25
- auskragende Lasche des Arbeitswalzeneinbaustücks
- 26
- Gleitfläche
- 27
- Festblock
- 28
- Verschiebehülse
- 29
- Deckel
- 30
- Verschiebekolben
- 31
- Führungslasche
- 32
- T-Stück
- 33
- Wegmesssystem
- 34
- Grundplatte
- 35
- Stößel
- 36
- Zylinder
- 37
- Platte
- 38
- Leiste
- 39
- Leiste
- 40
- Positionsgeber
- 41
- Positionsgeberstab
- 42
- Innendeckel
1. Walzvorrichtung (1) mit
zwei Arbeitswalzen (2), die jeweils mittels Arbeitswalzeneinbaustücken (3) in einem
Walzgerüst (4) gelagert sind, wobei die Arbeitswalzeneinbaustücke (3) im Walzgerüst
(4) über mindestens eine Arbeitswalzenverriegelung (5) ver- und entriegelbar sind,
mindestens zwei weiteren Walzen (6), insbesondere zwei Stützwalzen, die jeweils mittels
weiteren Walzeneinbaustücken (7) im Walzgerüst (4) gelagert sind,
wobei sowohl mindestens eine der Arbeitswalzen (2) als auch mindestens eine der weiteren
Walzen (6) im Walzgerüst (4) zur Einstellung eines gewünschten Walzenspalts relativ
zu der anderen Arbeitswalze (2) bzw. der anderen weiteren Walze (6), insbesondere
in vertikale Richtung, einstellbar sind,
wobei die Arbeitswalzen (2) mit Axialverschiebemitteln (8) zum axialen Verschieben
versehen sind, mit denen die Arbeitswalzen (2) relativ zum Walzgerüst (4) in eine
gewünschte axiale Position gebracht und dort gehalten werden können, und
wobei die Arbeitswalzen (2) mit Biegemitteln (9) in Wirkverbindung stehen, mit denen
sie mit einem Biegemoment beaufschlagt werden können,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Axialverschiebemittel (8) zwischen Walzgerüst (4) und Arbeitswalzenverriegelung
(5) angeordnet sind bzw. wirken und die Biegemittel (9) zwischen dem Arbeitswalzeneinbaustück
(3) und dem weiteren Walzeneinbaustück (7) angeordnet sind bzw. wirken.
2. Walzvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das weitere Walzeneinbaustück (7) eine Führung (10) aufweist, in der das Arbeitswalzeneinbaustück
(3) relativ verschieblich zum weiteren Walzeneinbaustück (7) und festlegbar angeordnet
ist.
3. Walzvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Axialverschiebemittel (8) fest am Walzgerüst (4) angeordnet sind und mindestens
eine Linearführung (11) aufweisen, auf der das Arbeitswalzeneinbaustück (3) relativ
verschieblich zum Axialverschiebemittel (8) in eine Richtung quer zur Axialverschieberichtung,
insbesondere verschieblich in Vertikalrichtung, und festlegbar angeordnet ist.
4. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Arbeitswalzeneinbaustück (3) zwei sich beiderseits der Achse der Arbeitswalze
(2) erstreckende Stege (12, 13) aufweist, die mit je einem Axialverschiebemittel (8)
verriegelbar sind.
5. Walzvorrichtung nach Anspruch 3 und 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Linearführung (11) fest am Axialverschiebemittel (8) angeordnet ist und einen
in eine Richtung quer zur Axialverschieberichtung, insbesondere in Horizontalrichtung,
verschiebbaren, vorzugsweise plattenförmig ausgebildeten, Riegel (14) aufweist, der
zusammen mit der Linearführung (11) für das Ende (15, 16) des Steges (12, 13) einen
Aufnahmeschlitz (17) bildet.
6. Walzvorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riegel (14) eine Verschiebehülse (28) umgreift.
7. Walzvorrichtung nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Riegel (14) mit Betätigungsmitteln (18) in Verbindung steht, mittels derer er
in zwei Lagen, nämlich in einer Verriegelungslage und in einer Entriegelungslage,
positionierbar ist.
8. Walzvorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Betätigungsmittel (18) pro Axialverschiebemittel (8) aus zwei hydraulischen Kolben-Zylinder-Systemen
(19, 20) besteht, die parallel zueinander angeordnet sind und den Riegel (14) bewegen
können, wobei die Kolben-Zylinder-Systeme (19, 20) an der vom Arbeitswalzeneinbaustück
(3) abgewandten Seite des Riegels (14) an diesem angreifen.
9. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Axialverschiebemittel (8) mit Mitteln (21) zum Verhindern eines Verdrehens ausgestattet
sind, die eine Verdrehung der axialen Enden (22, 23) der Axialverschiebemittel (8)
verhindern.
10. Walzvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein als hydraulischer Linearaktuator ausgebildetes Biegemittel (9) in
einen auskragenden Arm (24) des weiteren Walzeneinbaustücks (7) angeordnet ist und
auf eine seitlich auskragende Lasche (25) des Arbeitswalzeneinbaustücks (3) drückt.
11. Walzvorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Biegemittel (9) und der seitlich auskragenden Lasche (25) des Arbeitswalzeneinbaustücks
(3) eine Gleitfläche (26) angeordnet ist.
1. Roll device (1) with two working rolls (2) which are each mounted by means of working
roll chocks (3) in a roll stand (4), wherein the working roll chocks (3) are lockable
and unlockable in the roll stand (4) by way of at least one working roll locking means
(5), at least two further rolls (6), particularly two backing rolls, which are each
mounted by means of further roll chocks (7) in the roll stand (4), wherein not only
at least one of the working rolls (2), but also at least one of the further rolls
(6) are adjustable, particularly in vertical direction, for setting a desired rolling
gap relative to the other working roll (2) or other further roll (6) in the roll stand
(4), wherein the working rolls (2) are provided with axial displacing means (8) for
the relative displacement, by which the working rolls (2) are mounted in a desired
axial position relative to the roll stand (4) and can be held there and wherein the
working rolls (2) are operatively connected with bending means (9) by which they can
be acted on by a bending moment, characterised in that the axial displacing means (8) are arranged or act between roll stand (4) and working
roll locking means (5) and the bending means (9) are arranged or act between the working
roll chock (3) and the further roll chock (7).
2. Roll device according to claim 1, characterised in that the further roll chock (7) has a guide (10) in which the working roll chock (3) is
arranged to be displaceable relative to the further roll chock (7) and to be fixable.
3. Roll device according to claim 1 or 2, characterised in that the axial displacing means (8) are fixedly arranged at the roll stand (4) and have
at least one linear guide (11), on which the working roll chock (3) is arranged to
be displaceable, particularly displaceable in vertical direction, relative to the
axial displacing means (8) in a direction transverse to the axial displacement direction
and to be fixable.
4. Roll device according to one of claims 1 to 3, characterised in that the working roll chock (3) comprises two webs (12, 13) which extend on either side
of the axis of the working roll (2) and are each lockable by a respective axial displacing
means (8).
5. Roll device according to claim 3 and 4, characterised in that the linear guide (11) is fixedly arranged at the axial displacing means (8) and comprises
a lock (14), which is displaceable in a direction, particularly in horizontal direction,
transversely to the axial displacement direction and is preferably of plate-shaped
construction and which together with the linear guide (11) forms a receiving slot
(17) for the end (15, 16) of the web (12, . 13).
6. Roll device according to claim 5, characterised in that the lock (14) engages around a displacing sleeve (28).
7. Roll device according to claim 5 or 6, characterised in that the lock (14) is connected with actuating means (18) by means of which it is positionable
in two positions, namely in a locking position and in an unlocking position.
8. Roll device according to claim 7, characterised in that the actuating means (18) per axial displacing means (8) consists of two hydraulic
piston-cylinder systems (19, 20) which are arranged parallel to one another and can
move the lock (14), wherein the piston-cylinder systems (19, 20) at the side of the
lock (14) remote from the working roll chock (3) engage this.
9. Roll device according to one of claims 1 to 8, characterised in that the axial displacing means (8) are equipped with means (21) for preventing twisting,
which means prevent twisting of the axial ends (22, 23) of the axial displacing means
(8).
10. Roll device according to one of claims 1 to 9, characterised in that at least one bending means (9), which is constructed as a hydraulic linear actuator,
is arranged in a projecting arm (24) of the further roll chock (7) and presses on
a laterally projecting strap (25) of the working roll chock (3).
11. Roll device according to claim 10, characterised in that a slide surface (26) is arranged between the bending means (9) and the laterally
projecting strap (25) of the working roll chock (3).
1. Dispositif de laminage (1) comprenant
deux cylindres de travail (2), qui sont à chaque fois logés au moyen d'empoises (3)
pour cylindres de travail dans une cage de laminage (4), les empoises (3) pour cylindres
de travail pouvant être verrouillées et déverrouillées dans une cage de laminage (4)
via au moins un dispositif de verrouillage (5) des cylindres de travail,
au moins deux autres cylindres (6), en particulier deux cylindres d'appui, qui sont
à chaque fois logés au moyen d'empoises (7) pour les autres cylindres dans la cage
de laminage (4),
au moins un des cylindres de travail (2) ainsi qu'au moins un des autres cylindres
(6) étant réglables dans la cage de laminage (4) par rapport à l'autre cylindre de
travail (2) ou, selon le cas, à l'autre cylindre (6), en particulier dans le sens
vertical, pour le réglage d'une fente de laminage souhaitée,
les cylindres de travail (2) étant pourvus de moyens de déplacement axiaux (8) pour
le déplacement axial, grâce auxquels les cylindres de travail (2) peuvent être amenés
et maintenus dans une position axiale souhaitée par rapport à la cage de laminage
(4), et
les cylindres de travail (2) interagissant activement avec des moyens de flexion (9)
grâce auxquels ils peuvent être soumis à un moment de flexion, caractérisé,
en ce que les moyens de déplacement axial (8) sont disposés ou agissent entre la cage de laminage
(4) et le dispositif de verrouillage (5) des cylindres de travail et les moyens de
flexion (9) sont disposés ou, selon le cas, agissent entre l'empoise (3) pour cylindre
de travail et l'empoise (7) pour les autres cylindres.
2. Dispositif de laminage selon la revendication 1, caractérisé,
en ce que l'empoise (7) pour les autres cylindres présente un dispositif de guidage (10), dans
lequel l'empoise (3) pour cylindres de travail est disposée de manière à pouvoir être
déplacée par rapport à l'autre l'empoise (7) pour les autres cylindres et fixée.
3. Dispositif de laminage selon la revendication 1 ou 2, caractérisé,
en ce que les moyens de déplacement axiaux (8) sont disposés de manière fixe sur la cage de
laminage (4) et présentent au moins un dispositif de guidage linéaire (11), sur lequel
l'empoise (3) pour cylindres de travail est disposée de manière à pouvoir être déplacée
par rapport aux moyens de déplacement axiaux (8) dans un sens transversal par rapport
au sens de déplacement axial, en particulier dans le sens vertical, et être fixée.
4. Dispositif de laminage selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé
en ce que l'empoise (3) pour cylindres de travail présente deux âmes (12, 13) s'étendant des
deux côtés des axes des cylindres de travail (2), qui peuvent être verrouillées à
chaque fois à l'aide d'un moyen de déplacement axial (8).
5. Dispositif de laminage selon la revendication 3 et 4, caractérisé,
en ce que le dispositif de guidage (11) est disposé de manière fixe sur les moyens de déplacement
axial (8) et présente un verrou (14) pouvant être déplacé dans un sens transversal
par rapport au sens de déplacement axial, en particulier dans le sens horizontal,
de préférence réalisé sous forme de plaque, qui forme, avec le dispositif de guidage
linéaire (11) pour l'extrémité (15, 16) de l'âme (12, 13) une fente de réception (17).
6. Dispositif de laminage selon la revendication 5, caractérisé,
en ce que le verrou (14) s'agrippe autour d'un manchon de déplacement (28).
7. Dispositif de laminage selon la revendication 5 ou 6, caractérisé,
caractérisé en ce que le verrou (14) est relié à des moyens d'action (18) au moyen desquels il peut être
positionné dans deux positions, notamment une position de verrouillage et une position
de déverrouillage.
8. Dispositif de laminage selon la revendication 7, caractérisé,
en ce que le moyen d'action (18), par moyen de déplacement axial (8), est formé par deux systèmes
à piston-cylindre hydrauliques (19, 20), qui sont disposés parallèlement l'un à l'autre
et qui peuvent déplacer le verrou (14), les systèmes à piston-cylindre (19, 20) s'agrippant
sur le côté du verrou (14) opposé à l'empoise (3) pour cylindres de travail.
9. Dispositif de laminage selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé
en ce que les moyens de déplacement axial (8) sont équipés de moyens (21) pour empêcher une
rotation, qui empêchent une rotation des extrémités axiales (22, 23) des moyens de
déplacement axial (8).
10. Dispositif de laminage selon l'une quelconque des revendications 1 à 9, caractérisé
en ce qu'au moins un moyen de flexion (9) réalisé sous forme d'un actionneur linéaire hydraulique
est disposé dans un bras (24) en saillie de l'empoise (7) pour les autres cylindres
et pousse sur un élément de raccord (25) latéralement en saillie de l'empoise (3)
pour cylindres de travail.
11. Dispositif de laminage selon la revendication 10, caractérisé,
en ce qu'on a disposé, entre le moyen de flexion (9) et l'élément de raccord (25) latéralement
en saillie de l'empoise (3) pour cylindres de travail une surface de glissement (26).