[0001] Die Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Durchtrennen von Folien, insbesondere mehrschichtigen
Folien, insbesondere zum Stanzen von Einfach- und Mehrfachbehältern aus solchen Folien
oder mehrschichtigen Folien, gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein solches Werkzeug ist aus der DE 196 461 61 C 2 bekannt. Dieses bekannte Werkzeug
umfasst ein erstes Werkzeugteil, das eine Schnittplatte aufweist, die mit wenigstens
einer Nut versehen ist, und ein zweites Werkzeugteil, in dem wenigstens ein auf die
Schnittplatte zufahrbares, in eine zugeordnete Nut mindestens teilweise hineinbewegbares
Trennmesser zum Ein- oder Durchschneiden einer mehrschichtigen Folie angeordnet ist.
Die Nutbreite ist so gewählt, dass die Biegespannung der Folie gleich oder größer
ist als die Zustellkraft des Messers. Bei diesem Werkzeug fährt das Trennmesser nicht
bis auf einen minimalen Abstand an die Schnittplatte heran, sondern taucht beim Trennvorgang
der Folie in eine Nut mit speziell gewählter Nutbreite ein. Das Trennmesser ist mit
einer sehr scharfen Schneide mit einem Schnittwinkel von ca. 20 Grad versehen. Eine
Berührung des Trennmessers mit der Matrize ist nicht vorgesehen, da allein das Trennmesser
die Folie mit seiner scharfen Schneide durchtrennt. Es werden zunehmend Mehrschichten-Folien
verwendet, die zur gasdichten Ausrüstung wenigstens eine sehr dünne, zähelastische,
gasdichte Kunststoffschicht oder - folie aufweisen. Diese Kunststoffschicht -folie
besteht beispielsweise aus EVOH (Ethylen-Venylalkohol-Copolymerisat) o.ä. Kunststoffen.
Sie lässt sich wegen der zähelastischen Eigenschaft mit dem bekannten Werkzeug meist
nicht einwandfrei durchtrennen. Dies führt zu Störungen bei der weiteren Verarbeitung.
Bei näheren Untersuchungen zeigte sich, dass die gasdichte zähelastische, dünne Kunststoffbeschichtung
oder Kunststofffolie meist nicht korrekt durchtrennt wird, weil sich diese Schicht
oder Folie zwischen Trennmesser und Öffnungskante der Nut der Matrize schiebt.
[0003] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, ein Werkzeug der eingangs
genannten Art so auszubilden, dass Folien, insbesondere dünne, zähelastische, gegebenenfalls
zusätzlich gasdichte Folien, und Mehrschichten-folien, insbesondere solche mit einer
gasdichten, dünnen, zähelastischen, gegebenenfalls zusätzlich gasdichten Schicht oder
Folie der oben beschriebenen Art einwandfrei durchtrennt werden.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die Erfindung gemäß Anspruch 1 gelöst.
[0005] Vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Aufgabenlösung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0006] Die Erfindung schlägt vor, die Nut in der Schnittplatte schmaler und tiefer als die
bisherigen Nuten und die Kanten der Nutöffnung rechtwinklig und scharfkantig auszubilden
und ferner die Messerschneide des Trennmessers beidseitig mit einer gleichmäßigen
Anschrägung zu versehen, wobei die Dicke des Trennmessers im Bereich des Beginns der
Anschrägung größer gewählt ist als die Breite der Nut zwischen den beiden Kanten.
Hierdurch wird bewirkt, dass beim Eintauchen des Trennmessers in die Nut Einfachfolien
und Mehrschichtenfolien, insbesondere auch zähelastische, dünne oder zähelastische,
dünne, gasdichte Folien oder Mehrschichtenfolien mit einer dünnen, zähelastischen
oder dünnen, zähelastischen, gasdichten Schicht oder Folie, zwischen den scharfen
Kanten der Nut und den beidseitigen Messerflanken des angeschrägten Teils des Trennmessers
abgequetscht bzw. abgeschert und damit einwandfrei durchtrennt werden. Die Nut in
der Schnittplatte ermöglicht also durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Werkzeugs
nicht nur das Eintauchen des Trennmessers beim Schneidvorgang, sondern zusätzlich
das Abquetschen bzw. Abscheren der Folie oder Mehrschichtenfolie im Zusammenwirken
mit dem angeschrägten Teil des Trennmessers.
[0007] Die Erfindung soll nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel
zeigt, näher erläutert werden:
[0008] Die Zeichnung zeigt den Einsatz eines erfindungsgemäß ausgebildeten Trennmessers
2 mit einer Schneide 3, deren Flanken 2', 2' ' bspw. einen Winkel α von 20° einschließen
und einer erfindungsgemäß ausgebildeten Schnittplatte 4 zum Trennen einer Mehrschichtenfolie
6, die aus einer mittleren, insbesondere gasdichten, dünnen, zähelastischen Kunststoffschicht
oder Kunststofffolie 8 bspw. aus EVOH (Ethylen-Vinylalkohol-Copolymerisat) o. ä. und
einer oberseitigen und unterseitigen Schicht oder Folie 10, 12 bspw. aus Polystyrol
besteht.
[0009] Die Schnittplatte 4 weist unterhalb des Trennmessers 2 eine eingeschliffene schmale
Nut 14 auf. Das Trennmesser weist am Schneidenende beidseitig gleichmäßige Anschrägungen
16, 18 auf, die bspw. einen Winkel β von 50° einschließen und bspw. in einem Abstand
Δ von ca. 0,25 mm vom Ende der Messerschneide beginnen.
[0010] Die Nut 14 ist mit rechtwinkligen scharfen Kanten 20, 22 an der Nutöffnung versehen.
Die Breite der Nut bzw. der Abstand zwischen den scharfen Kanten 20, 22 der Nut 14
ist kleiner als die Dicke D des Trennmessers im Bereich des Beginns der Anschrägungen
16 und 18. Durch diese Ausbildung wird erreicht, dass bei einem Trennvorgang das Trennmesser
mit der Spitze der Schneide 3 die obere Schicht 10 beim Eintauchen in die Nut 14 normal
durchtrennt, die mittlere und untere Schicht oder Folie 8 und 12 jedoch durch Zusammenwirken
der Anschrägungen 18, 20 des Trennmessers mit den scharfen Kanten 20, 22 der Nut durch
Abscheren bzw. Abquetschen durchtrennt werden.
[0011] Die Gesamtstärke der beispielhaft betrachteten Mehrschichtenfolie 6 mit drei Schichten
kann 0,35-1,4 mm betragen. Bei einer Gesamtstärke von bspw. 1 mm kann die obere Schicht
10 0,3 mm, die mittlere zähelastische Schicht 8 0,2 mm und die untere Schicht 12 0,
5 mm betragen.
[0012] Die Mehrschichtenfolie kann auch nur zwei Schichten oder mehr als drei Schichten
aufweisen. Das erfindungsgemäße Werkzeug ist gleichermaßen zum Durchtrennen von Einfachfolien
geeignet.
1. Werkzeug zum Durchtrennen von Folien, insbesondere von mehrschichtigen Folien, insbesondere
von Kunststofffolien oder von mehrschichtigen Kunststofffolien, insbesondere von dünnen,
zähelastischen oder von dünnen, zähelastischen und gasdichten Folien oder von mehrschichtigen
Folien, welche wenigstens eine dünne, zähelastische oder dünne, gasdichte und zähelastische
Schicht oder Folie aufweisen, insbesondere zum Stanzen von Einfach- und Mehrfachbehältern
aus diesen Folien oder mehrschichtigen Folien, mit einem ersten Werkzeugteil, das
eine Schnittplatte aufweist, die mit wenigstens einer Nut versehen ist, und mit einem
zweiten Werkzeugteil, in dem wenigstens ein auf die Schnittplatte zufahrbares in eine
zugeordnete Nut wenigstens teilweise hineinbewegbares Messer zum Ein- oder Durchschneiden
der Folie angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneide (3) des Trennmessers (2) am Schneidenende beidseitig Anschrägungen (18,
16) aufweist,
die Nutkanten (20, 22) der Nut (14) an der Nutöffnung rechtwinklig und scharfkantig
ausgebildet sind und
die Breite der Nut bzw. der Abstand zwischen den Nutkanten (20, 22) geringer ist als
die Dicke (D) der Schneide (3) des Trennmessers (2) im Bereich des Beginns der Anschrägungen
(16, 18).
2. Werkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidenflanken (2', 2") des Trennmessers (2) einen Winkel (α) von ca. 20 Grad
einschließen und die Anschrägungen (20, 22) in einem Abstand (Δ) von ca. 0,25 mm vom
Schneidenende aus beginnen und einen Winkel (β)von ca. 50 Grad einschließen.