Technisches Gebiet
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schaltung und ein Verfahren zum Betreiben
einer Lampe, insbesondere einer Entladungslampe, mit Wechselstrom. Sie befasst sich
insbesondere mit der Messung des Lampenstromes.
Stand der Technik
[0002] Schaltungen zum Betreiben von Lampen mit Wechselstrom sind an sich bekannt. Sie sind
in den unterschiedlichsten Ausprägungen im Markt und im Stand der Technik dokumentiert,
beispielsweise als elektronische Transformatoren zum Betreiben von Niedervolt-Halogenglühlampen
oder als Betriebsschaltungen für Niederdruckentladungslampen, also beispielsweise
Leuchtstoffröhren oder Energiesparlampen. Letztere enthalten regelmäßig einen Wandler
zum Erzeugen einer Hochfrequenz-Versorgungsleistung für die Lampe.
[0003] Ferner ist es an sich bekannt, den Lampenstrom im Betrieb zu messen, etwa um auf
diesen Lampenstrom zu regeln.
Darstellung der Erfindung
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine Schaltung
und ein Verfahren zum Betreiben von Lampen mit Wechselstrom anzugeben, die im Hinblick
auf die Messung des Lampenstromes verbessert sind.
[0005] Die Erfindung bezieht sich auf eine Wechselstrombetriebsschaltung zum Betreiben einer
Lampe mit einem Blindwiderstand zur Erfassung der Lampenspannung, einer vorzeichensensitiven
Nullstellenerfassungseinrichtung zum Bestimmen des Nulldurchgangs des Stromes durch
den Blindwiderstand, einer Strommesseinrichtung zum Messen des Stromes durch die Lampe
und einer getriggerten Halteeinrichtung, die von der Nullstellenerfassungseinrichtung
so getriggert wird, dass sie den von der Strommesseinrichtung gemessenen Lampenstrom
zu einem Zeitpunkt erfasst und dann hält, zu dem dieser Strom im Wesentlichen der
Amplitude des Wirkstromes durch die Lampe entspricht,
[0006] sowie auf ein entsprechendes Betriebsverfahren und auf ein Beleuchtungssystem aus
einer solchen Betriebsschaltung mit einer dadurch versorgten Lampe.
[0007] Die folgende Beschreibung bezieht sich implizit sowohl auf die Vorrichtungskategorie
als auch die Verfahrenskategorie der Erfindung, ohne dass dies im Einzelnen unterschieden
wird.
[0008] Der Erfinder hat beobachtet, dass bei Wechselstrombetriebsschaltungen für Lampen
infolge parasitärer Kapazitäten, hervorgerufen vor allem von Lampenleitungen, relativ
große kapazitive Blindströme auftreten können. Diese können vor allem bei dimmbaren
Lampen höher und in den unteren Dimmstellungen sogar um ein Vielfaches höher sein
als der eigentliche Wirkstrom in der Lampe. In jedem Fall verfälschen sie den Strommesswert.
Bei dimmbaren Lampen kann es in unteren Dimmstellungen sogar zum Erlöschen der Lampe
kommen, wenn auf den gemessenen Summenstrom aus Lampenstrom und kapazitivem Strom
geregelt wird.
[0009] Davon ausgehend soll der tatsächliche Wirkstrom in der Lampe zumindest annähernd
bestimmt werden, um solche Verfälschungen bzw. Funktionsstörungen auszuschließen.
[0010] Daher wird bei der Erfindung mit einem Blindwiderstand die Lampenspannung gemessen.
Der Strom durch den Blindwiderstand ist dabei um 90° phasenversetzt gegenüber der
Lampenspannung. Eine vorzeichensensitive Bestimmung des Nulldurchgangs des Stromes
erlaubt dann die Bestimmung von Zeitpunkten, die in definierter Weise um 90° gegenüber
dem Nulldurchgang der Lampenspannung phasenversetzt sind. Da der Wirkstrom in der
Lampe phasengleich mit der Lampenspannung läuft und der bei der Messung auszuschließende
kapazitive Blindstrom um 90° phasenversetzt ist, kann in dieser Weise eine Messung
des Lampenstromes zu einem Zeitpunkt erfolgen, zu dem der gegenüber dem Wirkstrom
um 90° voreilende kapazitive Blindstrom im Wesentlichen bei Null liegt, die Messung
also zumindest näherungsweise den Lampenwirkstrom erfasst. Konkret kann dies so erfolgen,
dass derjenige Nulldurchgang verwendet wird, bei dem der Wirkstrom durch die Lampe
seinen positiven Amplitudenwert erreicht.
[0011] Die Erfindung geht dabei von der Annahme aus, dass die parasitären Kapazitäten in
der Lampenbetriebsschaltung den Einfluss parasitärer Induktivitäten bei weitem übersteigt,
eine Verfälschung des Wirkstromes durch eine teilweise Aufhebung der kapazitiven und
der induktiven Phasenverschiebung also zu vernachlässigen ist. Dies ist natürlich
eine Näherung, reicht jedoch wegen der in der Praxis tatsächlich zu vernachlässigenden
parasitären Induktivitäten völlig aus. In jedem Fall bietet die Erfindung eine deutliche
Verbesserung gegenüber dem Stand der Technik.
Als Blindwiderstand kommen im Prinzip sowohl Induktivitäten als auch Kapazitäten in
Betracht, wobei Kapazitäten im Rahmen der Erfindung bevorzugt sind. Sie sind im Regelfall
mit niedrigeren Bauteilekosten und einer günstigeren Baugröße verbunden. Dies ist
auch im Ausführungsbeispiel der Fall, wo dementsprechend der Nulldurchgang von Plus
nach Minus für die Messung des Lampenstromes ausschlaggebend ist.
[0012] Vorzugsweise richtet sich die Erfindung auf Anwendungsfälle mit einer Lampenstromregelung,
insbesondere bei dimmbaren Lampen. Hier können durch die präziserer Bestimmung des
Lampenstromes eine genauere Regelung und im Falle des Dimmens auch ein einwandfreier
Betrieb selbst bei sehr niedrigen Dimmstellungen erreicht werden.
[0013] Ein bevorzugter Anwendungsfall sind ferner Entladungslampen, bei denen die Betriebsschaltung
regelmäßig einen Wandler, beispielsweise einen Halbbrücken-Wechselrichter, zur Erzeugung
einer im Wesentlichen rechteckförmigen Hochfrequenz-Versorgungsspannung für die Lampe
aufweist. Ferner sind seriell zu der Lampe eine Lampendrossel und ein Koppelkondensator
vorgesehen. Der Koppelkondensator definiert an einem Anschluss der Lampe ein Bezugspotential.
Der andere Lampenanschluss liegt an dem Hochfrequenzausgang des Wandlers. Der Koppelkondensator
kann dabei zu dem internen Referenzpotential (Masse) oder auch zu dem Versorgungspotential
des Wandlers geschaltet sein und legt dabei als Bezugspotential für die Lampe i. d.
R. den Mittelwert zwischen dem internen Bezugspotential und dem Versorgungspotential
des Wandlers fest.
[0014] Ferner ist vorzugsweise eine digitale Steuerung vorgesehen, die den Betrieb des Wandlers
steuert und dabei, sofern vorhanden, die Lampenstromregelung enthält. Dabei kann die
Taktfrequenz des Wandlers zur Regelung auf den Lampenstrom verwendet werden. Die Betriebsschaltung
weist hierbei einen AD-Wandler auf, um den vorzugsweise analog gewonnenen Lampenstromwert
der digitalen Steuerung zuzuführen.
[0015] Die Strommesseinrichtung kann über zumindest eine Diode angeschlossen sein und damit
nur Stromwerte einer Polarität erfassen. Dies kann vor allem bei der Verwendung eines
AD-Wandlers von Vorteil sein, weil dieser u. U. nur zur Verarbeitung von Eingangswerten
einer Polarität ausgelegt ist.
[0016] Die zum Erfassen und Halten des Lampenstromes verwendete getriggerte Halteeinrichtung
ist vorzugsweise eine track-and-hold-Schaltung und kann einen gesteuerten Schalter
und einen Kondensator aufweisen. Dabei bestimmt die Schalterstellung, ob der Kondensator
mit einem dem Lampenstromwert entsprechenden Spannungssignal, insbesondere dem Spannungsabfall
über einem Messwiderstand, geladen wird oder abgekoppelt wird, um den zum Zeitpunkt
des Abkoppelns "gespeicherten" Wert zu halten.
[0017] Die zur Bestimmung des Nulldurchgangs verwendete Nullstellenerfassungseinrichtung
kann einen zu dem Blindwiderstand, insbesondere dem Kondensator, seriellen Messwiderstand
und einen die Spannung über diesem Messwiderstand erfassenden Komparator oder Schmitttrigger
oder allgemein ein Schwellenwertbauelement aufweisen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert,
wobei die einzelnen Merkmale jeweils sowohl für die Vorrichtungskategorie als auch
für die Verfahrenskategorie Bedeutung haben und im Übrigen auch in anderen Kombinationen
erfindungswesentlich sein können.
- Figur 1
- zeigt ein schematisches Blockschaltbild eines konventionellen Beleuchtungssystems.
- Figur 2
- zeigt einen Teil eines erfindungsgemäßen Beleuchtungssystems unter Bezugnahme auf
Figur 1.
- Figur 3
- zeigt Messkurven zu dem Beleuchtungssystem aus Figur 2.
Bevorzugte Ausführung der Erfindung
[0019] Zur Veranschaulichung des im Folgenden näher erläuterten Ausführungsbeispiels zeigt
Figur 1 zunächst schematisch den Aufbau eines konventionellen Beleuchtungssystems.
Im rechten oberen Bereich ist eine Entladungslampe eingezeichnet. Die eingangs erwähnten
parasitären Leitungskapazitäten sind symbolisch durch eine parallel zu der Lampe liegende
Kapazität C_kap dargestellt. Die Lampe wird versorgt von einer Brückenschaltung mit
zwei Halbbrückentransistoren T1 und T2, die an ihrem Mittenabgriff eine Hochfrequenz-Rechtecksspannng
erzeugen. Diese wird über eine Lampendrossel L_lamp an eine Elektrode gegeben, wobei
die andere Lampenelektrode über einen Koppelkondensator C8 an den unteren Versorgungsast
der Halbbrücke aus den beiden Transistoren T1 und T2, hier die interne Masse, gelegt
ist. Zwischen dem lampenseitigen Anschluss der Lampendrossel L_lamp und dieser internen
Masse liegt ein Resonanzkondensator C7, der gemeinsam mit der Lampendrossel L_lamp
zur Erzeugung einer Spannungsüberhöhung durch Resonanzanregung in dem Lampenkreis
vorgesehen ist. Diese Zusammenhänge sind dem Fachmann gut bekannt und seit langem
Stand der Technik und müssen hier nicht im Einzelnen erläutert werden.
[0020] Figur 1 zeigt ferner zwischen dem Mittenabgriff der Halbbrücke aus den beiden Transistoren
T1 und T2 und der internen Masse eine nicht bezeichnete Wicklung, die mit zwei ebenfalls
nicht bezeichneten Wicklungen gekoppelt ist, die parallel zu den Elektroden liegen.
Hierbei handelt es sich um einen Heiztransformator, der zum Heizen der Lampenelektroden
vor dem Starten und im Dauerbetrieb bei niedrigen Dimmstellungen dient und ebenfalls
bekannt und daher hier nicht weiter zu erläutern ist.
[0021] Die Lampenschaltung wird mit einem Versorgungspotential aus einem Schaltnetzteil
versorgt, das oben an die Halbbrücke aus den beiden Transistoren T1 und T2 angeschlossen
ist. Hierbei handelt es sich um einen an sich ebenfalls längst bekannten Hochsetzsteller,
der an seinem nicht bezeichneten ausgangsseitigen Speicherkondensator eine näherungsweise
konstante Gleichspannung erzeugt. Dazu wird er über ein ganz links eingezeichnetes
Hochfrequenzfilter, das ebenfalls Stand der Technik ist und nicht weiter erläutert
werden muss, und einen Gleichrichter aus einem gewöhnlichen Wechselstromnetz versorgt.
Der Hochsetzsteller dient hier als Leistungsfaktor-Korrekturschaltung.
[0022] Im unteren Bereich der Figur 1 ist rechts ein Mikrocontroller µC eingezeichnet, der
einerseits, wie die beiden Pfeile symbolisieren, das Schaltnetzteil, also den Hochsetzsteller,
steuert und dabei konkret den Takt des dortigen Schalttransistors vorgibt, und andererseits
von diesem Schaltnetzteil mit der an dem ausgangsseitigen Kondensator anliegenden
Zwischenkreisspannung versorgt wird. Andererseits steuert der Mikrocontroller µC die
beiden Schalttransistoren T1 und T2 der Halbbrücke und misst in der Lampenschaltung
neben der Lampenspannung und dem Entladungswiderstand insbesondere auch den Lampenstrom.
Der Mikrocontroller µC ist u. a. für die Vorheizsteuerung, die Zündsteuerung und die
Lampenüberwachung zuständig. Im Rahmen dieser Erfindung interessiert aber vor allem
die Halbbrückensteuerung im Rahmen der Lampenstromregelung. Der Mikrocontroller µC
empfängt aus einem links eingezeichneten Steuereingang ein Dimmsignal, das die Leistungsstufe,
d. h. konkret den Lampenstrom, auf den geregelt wird, bestimmt. Der Steuereingang
ist an sich ebenfalls Stand der Technik und wird hier nicht im Einzelnen erläutert.
Im Prinzip handelt es sich um eine unipolare Wechselstromeinkopplung.
[0023] Figur 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel für die Erfindung, und zwar einen Ausschnitt
des in Figur 1 mit "Lampenschaltung" bezeichneten Teils einschl. der Lampe selbst.
Im Unterschied zu Figur 1 handelt es sich in Figur 2 jedoch um eine erfindungsgemäße
Schaltung.
[0024] Links ist die Halbbrücke mit den Schalttransistoren T1 und T2 der Einfachheit halber
als trapezförmiges Versorgungspotential V1 zwischen 0 und 470 V eingezeichnet. Dieses
liegt zwischen dem linken Anschluss der Lampendrossel L_lamp und der internen Masse
im unteren Bereich der Figur 2. Die Lampe ist in Figur 2 etwa in der Mitte oben eingezeichnet
und als ohmsche
[0025] Wirklast R_lamp von beispielsweise 25 kΩ mit einer parallel geschalteten parasitären
Kapazität C_kap von beispielsweise 250 pF symbolisiert.
[0026] Der bereits anhand Figur 1 erläuterte Resonanzkondensator C7 ist eingezeichnet und
hat hier beispielsweise eine Kapazität von 3,3 nF. Auch der Koppelkondensator C8 mit
beispielsweise 20 nF ist vorhanden. Neben den Halbbrückentransistoren T1 und T2 ist
auch der Vorheiztransformator aus Figur 1 weggelassen.
[0027] In Figur 2 ist gewissermaßen ein Teil des Resonanzkondensators C7 als separater Kondensator
C2 mit hier 470 pF ausgekoppelt. Dieser Kondensator C2 liegt seriell mit einem Messwiderstand
R10 von hier 100 Ω parallel zu dem Resonanzkondensator und parallel zu der Serienschaltung
aus Lampe R_lamp und Koppelkondensator C8.
[0028] Die Impedanz des Widerstandes R10 ist sehr viel kleiner als die Impedanz des Kondensators
C2 (bei typischen Frequenzen von einigen 10 kHz), so dass an dem Kondensator C2 im
Wesentlichen die Summe der Lampenspannung und der Spannung an C8 liegt. Da die Spannung
an C8 praktisch zeitlich konstant der halben Versorgungsspannung der Halbbrücke entspricht,
sind Änderungen der Spannung an dem Kondensator C2 Änderungen der Lampenspannung zuzuordnen.
Diese Spannungsänderungen an dem hier als Blindwiderstand im Sinn der Erfindung verwendeten
Kondensator C2 äußern sich in um 90° voreilenden Strömen durch den Messwiderstand
R10. Die infolge dieser Ströme an R10 abfallende Spannung wird über einen OP-Komparator
(Operationsverstärkerschaltung) erfasst. Nulldurchgänge und damit Vorzeichenänderungen
am Ausgang des Komparators entsprechen damit mit einer voreilenden Phasenverschiebung
von 90° Nulldurchgängen der Lampenspannung. Der Kondensator C2 (oder eine entsprechende
Induktivität) muss also so geschaltet sein, dass sich darin die Lampenspannung abbildet.
[0029] Der Ausgang des Komparators steuert einen Transistorschalter U3, der in seinem geschlossenen
Zustand einen Kondensator C10 von beispielsweise 47 nF parallel zu einem Messwiderstand
R22 von beispielsweise 2,5 Ω schaltet und ihn in seinem offenen Zustand davon abkoppelt.
Der Messwiderstand R22 liegt seriell zu dem Koppelkondensator C8 und damit im Pfad
des Lampenstromes. Durch die parallel zu ihm liegende Diode D10 und die seriell zu
ihm liegende Diode D11 mit zueinander inverser Polarität fließen durch den Messwiderstand
R22 allerdings nur Lampenströme einer bestimmten Polarität.
[0030] Die die Lampenströme darstellenden Spannungen über R22 werden im geschlossenen Zustand
des Schalters U3 an den Kondensator C10 gelegt und laden diesen damit auf einen entsprechenden
Wert auf. Wird der Schalter U3 geöffnet, so bleibt dieser Spannungswert an C10 erhalten.
Er wird über einen AD-Wandler digitalisiert und an eine digitale Steuerung, entsprechend
dem Mikrocontroller µC aus Figur 1, gegeben. Der Schalter U3 und der Kondensator C10
bilden damit eine track-and-hold-Schaltung, die im geschlossenen Zustand des Schalters
U3 der Spannung über R22, d. h. dem Lampenstrom, folgt und diesen beim Öffnen hält.
[0031] Bei diesem Beispiel erzeugt die Messung der Ströme durch den Kondensator C2 eine
voreilende Phasenverschiebung von 90°. Wenn nun der Komparator und der Schalter U3,
wie in Figur 2, so geschaltet sind, dass der Schalter U3 bei Nulldurchgängen von Minus
nach Plus durch eine "1" am Ausgang des Komparators geschlossen und bei Nulldurchgängen
von Plus nach Minus durch eine "0" am Ausgang des Komparators wieder geöffnet wird,
so bleiben bei dem letztgenannten Nulldurchgang damit Kondensatorspannungen an C10
gespeichert, die den Lampenströmen bei einer Phasenverschiebung von 180° gegenüber
dem ansteigenden Nulldurchgang des Stromes durch C2 und damit 90° nach dem Maximum
des Stromes durch C2 entsprechen. Durch die voreilende Phasenverschiebung des Stromes
durch C2 gegenüber dem Lampenwirkstrom durch R_lamp (im Gegensatz zu dem kapazitiven
Blindstrom durch C_kap) sind dies gerade die positiven Strommaxima ohne Blindstromanteil.
Der Blindstrom durch C_kap hat nämlich zu diesen Zeiten, weil er dem Wirkstrom um
90° vorauseilt, ebenfalls eine Nullstelle.
[0032] Diese Aussage gilt unabhängig von Frequenz und parasitärer Kapazität solange, wie
die parasitären Kapazitäten gegenüber den parasitären Induktivitäten deutlich überwiegen.
[0033] Figur 3 zeigt alle Messkurven zu dem Ausführungsbeispiel aus Figur 2. Darin zeigt
Kanal 1 (CH1) im Wesentlichen ein Rechtecksignal, nämlich das Ansteuersignal des unteren
Halbbrückentransistors T2 und damit den Arbeitstakt der Halbbrücke. Kanal 2 (CH2)
zeigt die Spannung an C10 und damit den Eingang des AD-Wandlers. Kanal 3 (CH3) zeigt
den Ausgang des Komparators, also das Ansteuersignal des Schalters U3. Kanal 4 (CH4)
zeigt schließlich den Lampenstrom, der näherungsweise sinusförmig verläuft.
[0034] Man erkennt an dem abrupten Abbrechen des Komparatorausgangs, also der fallenden
Flanke des Signals CH3, den Nullstellendurchgang von positiv nach negativ. Zu diesem
Zeitpunkt wird der Schalter U3 geöffnet, so dass die Kurve CH2 danach ein konstantes
Plateau einnimmt, bis das Signal CH3 wieder eine steigende Flanke hat und der Schalter
U3 wieder geschlossen wird. Unmittelbar vor und hinter dem Plateau zeigt die Kurve
CH2 einige kleinere Störungen, die durch die Halbbrücke verursacht und für die Erfindung
nicht von wesentlicher Bedeutung sind. Wenn man von diesen Störungen absieht, zeigt
sich in dem Bereich, in dem Schalter U3 geschlossen ist, also der hochliegenden Plateaus
des Signals CH3, jeweils ein Abbild des Lampenstromes, also des Signals CH4. Dieses
Signal CH4 verläuft im Wesentlichen sinusförmig, ist jedoch mit seinen Maxima gegenüber
den fallenden Flanken des Signals CH3, und damit den Maxima der Lampenspannung, etwas
phasenvorauseilend. Diese vorauseilende Phasenverschiebung zeigt den Einfluss des
kapazitiven Blindstromes. Dieser Einfluss ist in dem Diagramm in Figur 3 relativ klein,
weil hier der Klarheit der Darstellung halber eine relativ große Dimmstufe gewählt
wurde. Bei kleineren Dimmstufen vergrößert sich diese Phasenverschiebung. Da aber
das Plateau des Signals CH2 jeweils zu einem Zeitpunkt "eingefroren" wird, zu dem
der Blindstromanteil gerade Null ist, gehen diese Einflüsse nicht in die Lampenstromregelung
ein.
1. Wechselstrombetriebsschaltung zum. Betreiben einer Lampe (R_lamp) mit einem Blindwiderstand
(C2) zur Erfassung der Lampenspannung,
einer vorzeichensensitiven Nullstellenerfassungseinrichtung (R10, OP-Komp.) zum Bestimmen
des Nulldurchgangs des Stromes durch den Blindwiderstand (C2),
einer Strommesseinrichtung (R22, D10, D11) zum Messen des Stromes durch die Lampe
(R_lamp)
und einer getriggerten Halteeinrichtung (U3, C10), die von der Nullstellenerfassungseinrichtung
(R10, OP-Komp.) so getriggert wird, dass sie den von der Strommesseinrichtung (R22,
D10, D11) gemessenen Lampenstrom zu einem Zeitpunkt erfasst und dann hält, zu dem
dieser Strom im Wesentlichen der Amplitude des Wirkstromes durch die Lampe (R_lamp)
entspricht.
2. Betriebsschaltung nach Anspruch 1 mit einer Lampenstrom-Regelschaltung, die mit dem
von der getriggerten Halteeinrichtung (U3, C10) gemessenen und gehaltenen Lampenstrom
versorgt ist.
3. Betriebsschaltung nach Anspruch 1 oder 2 für eine Entladungslampe (R_lamp), welche
Betriebsschaltung einen Wandler zum Erzeugen einer Hochfrequenz-Versorgungsleistung
für die Lampe (R_lamp), eine seriell zu der Lampe (R_lamp) geschaltete Drossel (L
lamp), einen parallel zu der Lampe (R_lamp) geschalteten Resonanzkondensator (C2,
C7) und einen seriell zu der Lampe (R_lamp) geschalteten Koppelkondensator (C8) aufweist.
4. Betriebsschaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche mit einer digitalen Steuerung
und mit einem an die getriggerte Halteeinrichtung (U3, C10) angeschlossenen AD-Wandler
(A/D) zur Versorgung der Steuerung mit einem den Lampenstrom darstellenden digitalen
Signal.
5. Betriebsschaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Strommesseinrichtung
(R22, D10, D11) über eine Diode (D10, D11) angeschlossen ist und damit nur Stromwerte
einer Polarität erfasst.
6. Betriebsschaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die getriggerte Halteeinrichtung
eine track-and-hold-Schaltung (U3, C10) ist und einen gesteuerten Schalter (U3) und
einen Kondensator (C10) aufweist.
7. Betriebsschaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der der Blindwiderstand
ein Kondensator (C2) ist.
8. Betriebsschaltung nach einem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Nullstellenerfassungseinrichtung
(R10, OP-Komp.) einen zu dem Blindwiderstand (C2) seriellen Messwiderstand (R10) und
ein Schwellenwertbauelement (OP-Komp.) aufweist.
9. Verfahren zum Betreiben einer Lampe (R_lamp), bei welchem
die Lampenspannung mit einem Blindwiderstand (C2) erfasst wird,
der Nulldurchgang des Stromes durch den Blindwiderstand (C2) vorzeichensensitiv bestimmt
wird,
der Strom durch die Lampe (R_lamp) gemessen wird
und der gemessene Lampenstrom zu einem Zeitpunkt erfasst und dann gehalten wird, welcher
durch den bestimmten Nulldurchgang bestimmt ist und zu dem der Lampenstrom im Wesentlichen
der Amplitude des Wirkstromes durch die Lampe (R_lamp) entspricht.
10. Beleuchtungssystem mit einer Betriebsschaltung nach einem der Ansprüche 1-8 und einer
davon versorgten Lampe (R_lamp), insbesondere Entladungslampe.