[0001] Die Erfindung betrifft eine elektrochemische Zelle, wenigstens bestehend aus einer
Anodenhalbzelle mit einer Anode, einer Kathodenhalbzelle mit einer Kathode und einer
zwischen Anodenhalbzelle und Kathodenhalbzelle angeordneten Ionenaustauschermembran,
wobei die Anode und/oder die Kathode eine Gasdiffusionselektrode ist. Die Erfindung
betrifft ferner ein Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Lösung von Alkalichlorid.
[0002] Aus
WO-A 01/57290 ist eine Elektrolysezelle mit Gasdiffusionselektrode bekannt, bei der in dem Spalt
zwischen der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran eine poröse Schicht
vorgesehen ist. Der Elektrolyt strömt von oben nach unten über die poröse Schicht
unter Einwirkung der Schwerkraft durch den Spalt. Die poröse Schicht gemäß
WO-A 01/57290 kann aus Schäumen, Drahtnetzen o.dgl. bestehen.
[0003] In
US 6 117 286 ist ebenfalls eine Elektrolysezelle mit Gasdiffusionselektrode zur Elektrolyse einer
Natriumchlorid-Lösung beschrieben, in der sich eine Schicht aus einem hydrophilen
Material im Spalt zwischen der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran
befindet. Die Schicht aus hydrophilem Material hat vorzugsweise eine poröse Struktur,
welche ein korrosionsbeständiges Metall oder Harz enthält. Als poröse Struktur können
z.B. Netze, Gewebe oder Schäume verwendet werden. Natriumhydroxid, der Elektrolyt,
strömt unter der Schwerkraft über die Schicht aus hydrophilem Material nach unten
auf den Boden der Elektrolysezelle.
[0004] Weiterhin ist aus
EP-A 1 033 419 eine Elektrolysezelle mit Gasdiffusionselektrode als Kathode zur Elektrolyse einer
Natriumchlorid-Lösung bekannt. In der Kathodenhalbzelle, in der der Elektrolyt, von
dem Gasraum durch eine Gasdiffusionselektrode getrennt, nach unten strömt, ist ein
hydrophiles, poröses Material vorgesehen, durch das der Elektrolyt strömt. Als poröses
Material kommen Metalle, Metalloxide oder organische Materialien in Betracht, sofern
sie korrosionsbeständig sind.
[0005] Nachteilig an den aus dem Stand der Technik bekannten Elektrolysezellen mit Gasdiffusionselektrode
ist, dass der Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran aufgrund
des porösen Materials nicht vollständig mit Elektrolyt gefüllt werden kann. Hierdurch
entstehen Bereiche in dem Spalt, in denen sich Gas befindet und ansammelt. In diesen
Bereichen kann kein elektrischer Strom fließen. Strom fließt ausschließlich durch
elektrolytgefüllte Bereiche in dem Spalt, sodass lokal eine höhere Stromdichte entsteht,
die eine höherer Elektrolysespannung zur Folge hat. Sammelt sich das Gas an der Ionenaustauschermembran,
so kann diese aufgrund des fehlenden Elektrolyten beschädigt werden. Poröse Schichten
haben weiterhin den Nachteil, dass Gas, welches einmal in die poröse Struktur eingetreten
ist, aus dieser nur schwierig wieder heraus gelangen kann. Innerhalb der porösen Schicht
kann sich das Gas ansammeln, wodurch die oben genannten Nachteile entstehen. Gas aus
dem Gasraum kann unter Betriebsbedingungen auch durch die Gasdiffusionselektrode aus
dem Gasraum in den Spalt hindurchtreten.
[0006] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht demnach darin, eine Elektrolysezelle
bereitzustellen, welche die Nachteile des Standes der Technik vermeidet.
[0007] Gegenstand der Erfindung ist eine elektrochemische Zelle, wenigstens bestehend aus
einer Anodenhalbzelle mit einer Anode, einer Kathodenhalbzelle mit einer Kathode und
einer zwischen Anodenhalbzelle und Kathodenhalbzelle angeordneten Ionenaustauschermembran,
wobei die Anode und/oder die Kathode eine Gasdiffusionselektrode ist und zwischen
der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran ein Spalt angeordnet ist
und die Halbzelle mit Gasdiffusionselektrode einen Elektrolytzulauf und einen Elektrolytablauf
sowie einen Gaseintritt und einen Gasaustritt aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass
der Elektrolytzulauf mit dem Spalt dicht verbunden ist nach Anspruch 1.
[0008] Im Betrieb der erfindungsgemäßen elektrochemischen Zelle strömt der Elektrolyt in
dem Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran von oben nach
unten durch die Halbzelle. Der Spalt ist dabei vollständig mit Elektrolyt gefüllt.
Der übrige Raum der Halbzelle, der Gasraum, ist mit Gas gefüllt, welches durch den
Gaseintritt zugeführt und durch den Gasaustritt abgeführt wird. Erfindungsgemäß ist
der Elektrolytzulauf mit dem Spalt dicht verbunden. Dadurch wird verhindert, dass
Gas aus dem Gasraum über den Elektrolytzulauf in den Spalt eindringt. Aufgrund der
dichten Verbindung zwischen Elektrolytzulauf und Spalt kann der Elektrolyt durch den
Spalt mit Hilfe einer Pumpe gefördert werden, sodass der Elektrolytstrom nicht im
freien Fall in dem Spalt an der Gasdiffusionselektrode entlang strömt. Mit Hilfe der
Pumpe kann der Volumenstrom des Elektrolyten, welcher durch den Spalt strömt, eingestellt
werden. Der Volumenstrom wird bevorzugt so eingestellt, dass die Strömungsgeschwindigkeit
des Elektrolyten niedriger ist als im freien Fall.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform sind Strömungsleitstrukturen in dem Spalt vorgesehen.
Die Strömungsleitstrukturen verhindern ebenfalls einen freien Fall des Elektrolyten
in dem Spalt, sodass die Strömungsgeschwindigkeit gegenüber dem freien Fall verringert
ist. Gleichzeitig darf sich jedoch der Elektrolyt in dem Spalt aufgrund der Strömungsleitstrukturen
nicht aufstauen. Die Strömungsleitstrukturen sind so gewählt, dass der Druckverlust
der hydrostatischen Flüssigkeitssäule in dem Spalt kompensiert wird. Sind Strömungsleitstrukturen
vorgesehen, können diese die Funktion der Pumpe, nämlich die Verringerung der Strömungsgeschwindigkeit
in dem Spalt, vollständig übernehmen, so dass keine Pumpe notwendig ist. Es kann aber
auch eine Pumpe in Kombination mit Strömungsleitstrukturen eingesetzt werden.
[0010] Die Strömungsleitstrukturen bestehen aus dünnen Platten, Folien o.dgl., welche Öffnungen
zum Durchströmen des Elektrolyten aufweisen. Sie sind quer, d.h. senkrecht oder schräg,
zur Strömungsrichtung des Elektrolyten in dem Spalt angeordnet. Die plattenförmigen
Strömungsleitstrukturen sind vorzugsweise gegenüber der Horizontalen geneigt, wobei
sie entweder nur in einer Achse oder in beiden Achsen geneigt sind. Sind die Strömungsleitstrukturen
schräg zur Strömungsrichtung angeordnet, können sie sowohl in Richtung der Ionenaustauschermembran
als auch in Richtung der Gasdiffusionselektrode geneigt sein. Die Neigung in Richtung
der Gasdiffusionselektrode bzw. der Ionenaustauschermembran entspricht einer Neigung
um eine Achse, welche parallel zur Gasdiffusionselektrode bzw. Ionenaustauschermembran
und horizontal verläuft. Darüber hinaus können die Strömungsleitstrukturen über die
Breite der elektrochemischen Zelle geneigt sein. Dies entspricht einer Neigung um
eine Achse, die senkrecht zur Gasdiffusionselektrode bzw. Ionenaustauschermembran
verläuft. Diese Neigung kann 0 bis 45° betragen, bevorzugt 3 bis 15°.
[0011] Da im Betrieb der elektrochemischen Zelle immer auch geringe Mengen Gas aus dem Raum
hinter der Gasdiffusionselektrode, d.h. dem der Ionenaustauschermembran ab gewandten
Raum der Halbzelle, durch die Gasdiffusionselektrode in den mit Elektrolyt durchströmten
Spalt tritt, muss gewährleistet sein, dass das Gas aus dem Spalt abgeführt wird. Erhöht
sich der Gehalt an Gas in dem Elektrolyten, steigt der Widerstand des Elektrolyten
an. Sind Strömungsleitstrukturen in dem Spalt vorhanden, so kann das Gas entweder
durch Öffnungen in den Strömungsleitstrukturen nach oben entweichen oder es wird von
der Elektrolytströmung nach unten mitgerissen. Die Neigung der Strömungsleitstrukturen
fördert insbesondere die Abführung der Gasblasen nach oben.
[0012] Die Strömungsleitstrukturen sind ferner so angeordnet, dass sie die Gasdiffusionselektrode
einerseits und die Ionenaustauschermembran andererseits kontaktieren. Somit tritt
der Elektrolyt nur durch die Öffnungen der Leitstrukturen hindurch. Die Strömungsleitstrukturen
können fest oder lösbar mit der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran
verbunden sein. Bevorzugt sind die Strömungsleitstrukturen zwischen die Gasdiffusionselektrode
und die Ionenaustauschermembran eingeklemmt. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform
sind die Strömungsleitstrukturen an einer in dem Spalt im Wesentlichen vertikal, d.h.
im Wesentlichen parallel zu der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran,
angeordneten Haltestruktur befestigt. Die Haltestruktur verläuft beispielsweise in
der Mitte des Spaltes, sodass die Strömungsleitstrukturen einerseits in Richtung der
Ionenaustauschermembran, andererseits in Richtung der Gasdiffusionselektrode ragen.
Die Haltestruktur besteht beispielsweise aus einem dünnen Kunststoffstab, dessen Durchmesser
kleiner ist als die Spaltbreite zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran.
Die Anzahl der Haltestrukturen, z.B. in Form von Kunststoffstäben, über die Länge
der Gasdiffusionselektrode, und damit der Strömungsleitstrukturen, ist abhängig von
der Materialdicke der Strömungsleitstrukturen, da die Kunststoffstäbe die Stabilität,
z.B. beim Zusammenbau des Elektrolyseurs, bewirken.
[0013] Die Strömungsleitstrukturen können eben sein. Um das Einklemmen der Strömungsleitstrukturen
zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran zu erleichtern, können
die Strömungsleitstrukturen beispielsweise ein Z-, L-, T-, Doppel-T- oder trapezförmiges
Profil aufweisen. Die Strömungsleitstrukturen können auch beliebig gewinkelt oder
gekrümmt sein. Vorzugsweise bestehen sie aus einer elastischen Platte, welche breiter
ist als die Breite des Spaltes. Beim Einklemmen zwischen Gasdiffusionselektrode und
Ionenaustauschermembran und unter Einwirkung des Elektrolytstroms in dem Spalt biegen
sich die elastischen Platten nach unten durch. Die Strömungsleitstrukturen sind dann
nach unten gekrümmt. Es ist jedoch auch möglich, nach oben gekrümmte Strömungsleitstrukturen
einzusetzen. Gekrümmte Strömungsleitstrukturen sind vorteilhaft, da sie Fertigungstoleranzen
der elektrochemischen Zelle, die sich beispielsweise in der Breite des Spaltes äußern,
kompensieren.
[0014] Die Öffnung in den Strömungsleitstrukturen können eine beliebige Form haben, z.B.
rund oder eckig. Die Öffnungen in übereinander bzw. untereinander angeordneten Strömungsleitstrukturen
können entweder übereinander bzw. untereinander liegen, d.h. die Öffnungen decken
sich. Die Elektrolytströmung verläuft dabei im Wesentlichen senkrecht durch den Spalt.
Sie können jedoch auch gegeneinander versetzt sein, sodass die Elektrolytströmung
nicht geradlinig, sondern beispielsweise zickzackförmig oder mäanderförmig durch den
Spalt strömt. Dies reduziert die Bildung von Totzonen.
[0015] Die Strömungsleitstrukturen können aus einem laugebeständigen Material, insbesondere
aus einem laugebeständigen Metall oder Kunststoff, gefertigt sein. Beispielsweise
kann als Material Nickel oder PTFE eingesetzt werden.
[0016] Die Anzahl der Strömungsleitstrukturen sowie die Anzahl und die Querschnittsfläche
der Öffnungen sind so gewählt, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Elektrolyten
niedriger ist als im freien Fall. Bei einer Bauhöhe des Elektrolyseurs von z.B. 1,3
m und einer Elektrolytmenge von z.B. 180 1/h können z.B. 26 Strömungsleitstrukturen
mit 64 Öffnungen eingesetzt werden. Die Öffnungen haben z.B. einen Durchmesser von
1 mm. Alternativ dazu könnten auch 6 Strömungsleitstrukturen mit 127 Öffnungen mit
0,5 mm Durchmesser eingesetzt werden. Über den Druchmesser und die Anzahl der Öffnungen
sowie die Anzahl der Strömungsleitstrukturen kann je nach Durchfluss eine entsprechende
Druckkompensation erzielt werden.
[0017] Der in dem Spalt nach unten strömende Elektrolyt darf sich an den Strömungsleitstrukturen
nicht aufstauen. Daher muss gewährleistet sein, dass die Summe der Querschnittsflächen
aller Öffnungen einer Strömungsleitstruktur für alle Strömungsleitstrukturen gleich
groß ist. Dies kann durch Variation der Anzahl der Öffnungen oder der Querschnittsfläche
geschehen.
[0018] Unabhängig davon, ob der Elektrolyt mit Hilfe einer Pumpe durch den Spalt strömt
oder ob Strömungsleitstrukturen vorgesehen sind oder beides, beträgt der bevorzugte
Volumenstrom des Elektrolyten in dem Spalt (bei einer Breite des Spaltes von z.B.
3 mm) 100 bis 300 1/h. Der Volumenstrom beträgt bevorzugtmaximal 500 l/h. Die Strömungsgeschwindigkeit
beträgt vorzugsweise maximal 1 cm/s.
[0019] Der Vorteil von Strömungsleitstrukturen gegenüber den aus dem Stand der Technik bekannten
porösen Schichten liegt in der verbesserten Abführung von Gasblasen, die durch die
Gasdiffusionselektrode in den Spalt eintreten. Weiterhin wird der Elektrolyt mittels
Pumpen durch den Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran
gefördert, wodurch dieser Spalt vollständig mit Elektrolyt gefüllt wird. Poröse Strukturen,
welche der Elektrolyt gemäß Stand der Technik im freien Fall durchläuft, sind meist
nicht vollständig mit Elektrolyt gefüllt, was sich durch eine höhere Elektrolysespannung
bemerkbar macht.
[0020] Die erfindungsgemäße elektrochemische Zelle kann für unterschiedliche Elektrolyseverfahren
eingesetzt werden, in denen mindestens eine Elektrode eine Gasdiffusionselektrode
ist. Vorzugsweise fungiert die Gasdiffusionselektrode als Kathode, besonders bevorzugt
als Sauerstoffverzehrkathode, wobei das der elektrochemischen Zelle zugeführte Gas
ein sauerstoffhaltiges Gas ist, z.B. Luft, mit Sauerstoff angereicherte Luft oder
Sauerstoff selbst. Bevorzugt wird die erfindungsgemäße Zelle für die Elektrolyse einer
wässrigen Lösung eines Alkalihalogenids, insbesondere von Natriumchlorid, verwendet.
[0021] Im Falle der Elektrolyse einer wässrigen Natriumchlorid-Lösung ist die Gasdiffusionselektrode
beispielsweise wie folgt aufgebaut: Die Gasdiffusionselektrode besteht wenigstens
aus einem elektrisch leitfähigen Träger und einer elektrochemisch aktiven Beschichtung.
Der elektrisch leitfähige Träger ist bevorzugt ein Netz, Gewebe, Geflecht, Gewirke,
Vlies oder Schaum aus Metall, insbesondere aus Nickel, Silber oder versilbertem Nickel.
Die elektrochemisch aktive Beschichtung besteht vorzugsweise wenigstens aus einem
Katalysator, z.B. Silber(I)-Oxid, und einem Binder, z.B. Polytetrafluorethylen (PTFE).
Die elektrochemisch aktive Beschichtung kann aus einer oder mehreren Schichten aufgebaut
sein. Zusätzlich kann eine Gasdiffusionsschicht, beispielsweise aus einer Mischung
aus Kohlenstoff und Polytetrafluorethylen, vorgesehen sein, welche auf dem Träger
aufgebracht wird.
[0022] Als Anode können beispielsweise Elektroden aus Titan eingesetzt werden, welche z.B.
mit Ruthenium-Iridium-Oxiden oder Rutheniumoxid beschichtet sind.
[0023] Als Ionenaustauschermembran kann eine handelsübliche Membran, z.B. der Fa. DuPont,
Nafion NX2010, eingesetzt werden.
[0024] Die erfindungsgemäße Elektrolysezelle, welche sich für die Elektrolyse einer wässrigen
Natriumchlorid-Lösung eignet, hat einen Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode und
Ionenaustauschermembran mit einer Breite in der Größenordnung von 3 mm. Die Strömungsleitstrukturen
werden vorzugsweise aus dünnen Platten aus PTFE oder PVDF gefertigt und haben eine
Dicke von 0,1 bis 0,5 mm
[0025] Der Elektrolytzulauf ist ein Kanal, z.B. ein Rohr, welches sich über die gesamte
Länge der Gasdiffusionselektrode erstreckt. In diesem Fall kann mit Hilfe des kanalförmigen
Elektrolytzulaufs der Elektrolyt gleichmäßig über die gesamte Länge von oben in den
Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode und Ionenaustauschermembran zugeführt werden.
Anstelle eines Elektrolytzulaufs, der sich über die gesamte Länge der Gasdiffusionselektrode
ersteckt, kann der Zulauf auch nur in einem Bereich, z.B. im oberen Bereich einer
der beiden Enden der Gasdiffusionselektrode erfolgen. In diesem Fall kann mit Hilfe
der Strömungsleitstrukturen, welche in einer Achse senkrecht zur Gasdiffusionselektrode
bzw. zur Ionenaustauschermembran geneigt sind, eine gleichmäßige Verteilung des Elektrolyten
über die gesamte Länge des Spaltes bewirkt werden.
[0026] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen
Alkalihalogenid-Lösung in einer elektrochemischen Zelle, wenigstens bestehend aus
einer Anodenhalbzelle mit einer Anode, einer Kathodenhalbzelle mit einer Kathode und
einer zwischen Anodenhalbzelle und Kathodenhalbzelle angeordneten Ionenaustauschermembran,
wobei,die Anode und/oder die Kathode eine Gasdiffusionselektrode ist und zwischen
der Gasdiffusionselektrode und der Ionenaustauschermembran ein Spalt angeordnet ist
und die Halbzelle mit einer Gasdiffusionselektrode einen Elektrolytzulauf und einen
Elektrolytablauf sowie einen Gaseintritt und einen Gasaustritt aufweist, dadurch gekennzeichnet,
dass der Elektrolyt mittels einer Pumpe in dem Spalt von oben nach unten strömt, wobei
der Spalt vollständig mit Elektrolyt angefüllt ist.
[0027] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 einen schematischen Querschnitt einer ersten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
elektrochemischen Zelle ohne Strömungsleitstrukturen im Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode
und Ionenaustauschermembran
Figur 2 einen schematischen Querschnitt einer zweiten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
elektrochemischen Zelle mit Strömungsleitstrukturen im Spalt zwischen Gasdiffusionselektrode
und Ionenaustauschermembran
[0028] In Figur 1 ist eine erfindungsgemäße elektrochemische Zelle 1 dargestellt, welche
aus einer Anodenhalbzelle 2 mit einer Anode 21 und einer Kathodenhalbzelle 3 mit einer
Gasdiffusionselektrode 31 als Kathode aufgebaut ist. Die beiden Halbzellen 2, 3 sind
durch eine Ionenaustauschermembran 4 voneinander getrennt. Die Gasdiffusionselektrode
31 ist von der Ionenaustauschermembran 4 durch einen Spalt 32 getrennt. Dichtungen
39 dichten die Halbzelle 3 nach außen ab. Die Kathodenhalbzelle 3 besitzt einen Elektrolytzulauf
33 und einen Elektrolytablauf 34 sowie einen Gaseintritt 35 und einen Gasaustritt
36. Der Elektrolytzulauf 33 ist mit dem Spalt 32 dicht verbunden. Der Elektrolyt wird
über den Elektrolytzulauf 33 der Halbzelle 3 zugeführt und strömt im Spalt 32 nach
unten, bevor er über den Elektrolytablauf 34 aus der Halbzelle 3 abgeführt wird. Der
Spalt 32 ist im Betrieb der Elektrolysezelle 1 vollständig mit Elektrolyt gefüllt.
Gas wird über den Gaseintritt 35 dem Gasraum 37 der Halbzelle 3 zugeführt, strömt
in dem Gasraum 37 nach oben und wird über den Gasaustritt 36 aus der Halbzelle 3 abgeführt.
Die dichte Verbindung des Elektrolytzulaufs 33 mit dem Spalt 32 erlaubt es, den Elektrolyten
mit Hilfe eine Pumpe durch den Spalt 32 zu fördern und so einen gewünschten Volumenstrom
bzw. eine gewünschte Strömungsgeschwindigkeit des Elektrolyten im Spalt 32 einzustellen.
Die dichte Verbindung muss verhindern, dass Gas aus dem Gasraum 37 in den Spalt 32
strömt. Dazu ist der Elektrolytzulauf 33 vollständig gefüllt. Die Ausgleichsöffnung
38 ist dabei so zu bemessen, dass ein sehr geringer Volumenstrom des Elektrolyten
über die Öffnung 38 in den Gasraum 37 abfließt. Vorzugsweise beträgt der Volumenstrom
über die Öffnung 38 in den Rückraum weniger als 5 % des Gesamtvolumenstromes. Gleichzeitig
erlaubt die Ausgleichsöffnung 38 ein Austritt von Gas, welches im Betrieb der Elektrolysezelle
1 in geringen Mengen vom Gasraum 37 durch die Gasdiffusionselektrode 31 in den Spalt
32 eintritt und in Form von Gasblasen nach oben steigt. Auf diese Weise kann das Gas
aus dem Spalt 32 über die Ausgleichsöffnung 38 in dem Elektrolytzulauf 33 in den Gasraum
37 gelangen.
[0029] Im Vergleich zu der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform weist die Elektrolysezelle
1 in Figur 2 zusätzlich zu der dichten Verbindung des Elektrolytzulaufs 33 mit dem
Spalt 32 Strömungsleitstrukturen 51, 52, 53, 54 in dem Spalt 32 auf. Die Strömungsleitstrukturen
51, 52, 53, 54 verringern die Strömungsgeschwindigkeit des Elektrolyten in dem Spalt
32 gegenüber der Strömungsgeschwindigkeit, die der Elektrolyt im freien Fall annehmen
würde. Die Strömungsleitstrukturen 51, 52, 53, 54 bestehen aus dünnen Platten mit
Öffnungen 56, die einen Durchtritt des Elektrolyten erlauben. Sie sind in den dargestellten
Ausführungsformen zwischen die Ionenaustauschermembran 4 und die Gasdiffusionselektrode
31 eingeklemmt. Die Strömungsleitstrukturen 51 sind in dem Spalt 32 im Wesentlichen
horizontal, d.h. quer zur Strömungsrichtung des Elektrolyten, angeordnet. Ebenso können
die Strömungsleitstrukturen 53 schräg, d.h. in einem Winkel zur Strömungsrichtung,
z.B. in. Richtung der Ionenaustauschermembran 4 geneigt, angeordnet sein. In einer
weiteren Ausführungsform sind die Strömungsleitstrukturen 53 V-förmig ausgebildet.
Die Strömungsleitstrukturen 54 sind nach unten gekrümmt.
1. Elektrochemische Zelle (1), wenigstens bestehend aus einer Anodenhalbzelle (2) mit
einer Anode (21), einer Kathodenhalbzelle (3) mit einer Kathode (31) und einer zwischen
Anodenhalbzelle (2) und Kathodenhalbzelle (3) angeordneten Ionenaustauschermembran
(4), wobei die Anode (21) und/oder die Kathode (31) eine Gasdiffusionselektrode ist
und zwischen der Gasdiffusionselektrode (31) und der Ionenaustauschermembran (4) ein
Spalt (32) angeordnet ist und die Halbzelle (2, 3) mit Gasdiffusionselektrode (31)
einen Elektrolytzulauf (33) und einen Elektrolytablauf (34) sowie einen Gaseintritt
(35) und einen Gasaustritt (36) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolytzulauf (33) mit dem Spalt (32) dicht verbunden ist, dass ein Gasraum
(37) hinter der Gasdiffusionselektrode (31) angeordnet ist und dass der Gasraum (37)
einen Gaseintritt (35) und einen Gasaustritt (36) aufweist.
2. Elektrochemische Zelle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Spalt (32) Strömungsleitstrukturen (51; 52; 53; 54) angeordnet sind.
3. Elektrochemische Zelle nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitstrukturen (51; 52; 53; 54) zwischen die Gasdiffusionselektrode
(31) und die Ionenaustauschermembran (4) eingeklemmt sind.
4. Elektrochemische Zelle nach einem der Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass die Strömungsleitstrukturen (51; 52; 53; 54) gegenüber der Horizontalen geneigt sind.
5. Verfahren zur Elektrolyse einer wässrigen Alkalihalogenid-Lösung in einer elektrochemischen
Zelle (1), wenigstens bestehend aus einer Anodenhalbzelle (2) mit einer Anode (21),
einer Kathodenhalbzelle (3) mit einer Kathode (31) und einer zwischen Anodenhalbzelle
(2) und Kathodenhalbzelle (3) angeordneten Ionenaustauschermembran (4), wobei die
Anode (21) und/oder die Kathode (31) eine Gasdiffusionselektrode ist und zwischen
der Gasdiffusionselektrode (31) und der Ionenaustauschermembran (4) ein Spalt (32)
angeordnet ist und die Halbzelle (2, 3) mit einer Gasdiffusionselektrode (31) einen
Elektrolytzulauf (33) und einen Elektrolytablauf (34) sowie einen Gaseintritt (35)
und einen Gasaustritt (36) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolyt mittels einer Pumpe in dem Spalt (32) von oben nach unten strömt,
wobei der Spalt (32) vollständig mit Elektrolyt angefüllt ist, dass ein Gasraum (37)
hinter der Gasdiffusionselektrode (31) angeordnet ist und dass der Gasraum (37) einen
Gaseintritt (35) und einen Gasaustritt (36) für das Reaktionsgas aufweist.
1. Electrochemical cell (1), at least consisting of an anode half-cell (2) with an anode
(21), a cathode half-cell (3) with a cathode (31), and an ion exchange membrane (4)
that is arranged between the anode half-cell (2) and the cathode half-cell (3), the
anode (21) and/or the cathode (31) being a gas diffusion electrode and a gap (32)
being arranged between the gas diffusion electrode (31) and the ion exchange membrane
(4), and the half-cell (2, 3) with the gas diffusion electrode (31) having an electrolyte
inflow (33) and an electrolyte outflow (34) as well as a gas inlet (35) and a gas
outlet (36), characterized in that the electrolyte inflow (33) is connected to the gap (32) in a sealed manner, in that a gas space (37) is arranged downstream of the gas diffusion electrode (31) and in that the gas space (37) has a gas inlet (35) and a gas outlet (36).
2. Electrochemical cell according to Claim 1, characterized in that flow directing structures (51; 52; 53; 54) are arranged in the gap (32).
3. Electrochemical cell according to either of Claims 1 and 2, characterized in that the flow directing structures (51; 52; 53; 54) are clamped between the gas diffusion
electrode (31) and the ion exchange membrane (4).
4. Electrochemical cell according to one of Claims 1-3, characterized in that the flow directing structures (51; 52; 53; 54) are inclined with respect to the horizontal.
5. Method for the electrolysis of an aqueous alkali halide solution in an electrochemical
cell (1), at least consisting of an anode half-cell (2) with an anode (21), a cathode
half-cell (3) with a cathode (31), and an ion exchange membrane (4) that is arranged
between the anode half-cell (2) and the cathode half-cell (3), the anode (21) and/or
the cathode (31) being a gas diffusion electrode and a gap (32) being arranged between
the gas diffusion electrode (31) and the ion exchange membrane (4), and the half-cell
(2, 3) with a gas diffusion electrode (31) having an electrolyte inflow (33) and an
electrolyte outflow (34) as well as a gas inlet (35) and a gas outlet (36), characterized in that the electrolyte flows from top to bottom in the gap (32) by means of a pump, the
gap (32) being completely filled with electrolyte, in that a gas space (37) is arranged downstream of the gas diffusion electrode (31) and in that the gas space (37) has a gas inlet (35) and a gas outlet (36) for the reaction gas.
1. Cellule électrochimique (1) constituée au moins d'une demi-cellule anodique (2) dotée
d'une anode (21), d'une demi-cellule cathodique (3) dotée d'une cathode (31) et d'une
membrane (4) échangeuse d'ions disposée entre la demi-cellule anodique (2) et la demi-cellule
cathodique (3),
l'anode (21) et/ou la cathode (31) étant des électrodes à diffusion de gaz et un interstice
(32) étant disposé entre l'électrode (31) à diffusion de gaz et la membrane (4) échangeuse
d'ions,
les demi-cellules (2, 3) dotées d'une électrode (31) à diffusion de gaz présentant
une amenée d'électrolyte (33) et une sortie d'électrolyte (34) ainsi qu'une entrée
de gaz (35) et qu'une sortie de gaz (36),
caractérisée en ce que
l'amenée d'électrolyte (33) est raccordée de manière étanche à l'interstice (32) de
manière obtenir un espace de gaz (37) en aval de l'électrode (31) à diffusion de gaz
et
en ce que l'espace de gaz (37) présente une entrée de gaz (35) et une sortie de gaz (36).
2. Cellule électrochimique selon la revendication 1, caractérisée en ce que des structures (51; 52; 53; 54) de guidage d'écoulement sont disposées dans l'interstice
(32).
3. Cellule électrochimique selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisée en ce que les structures (51; 52; 53; 54) de guidage d'écoulement sont serrées entre l'électrode
(31) à diffusion de gaz et la membrane (4) échangeuse d'ions.
4. Cellule électrochimique selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que les structures (51; 52; 53; 54) de guidage d'écoulement sont inclinées par rapport
à l'horizontale.
5. Procédé d'électrolyse d'une solution aqueuse d'halogénure de métal alcalin dans une
cellule électrochimique (1) constituée au moins d'une demi-cellule anodique (2) dotée
d'une anode (21), d'une demi-cellule cathodique (3) dotée d'une cathode (31) et d'une
membrane (4) échangeuse d'ions disposée entre la demi-cellule anodique (2) et la demi-cellule
cathodique (3),
l'anode (21) et/ou la cathode (31) étant des électrodes à diffusion de gaz et un interstice
(32) étant disposé entre l'électrode (31) à diffusion de gaz et la membrane (4) échangeuse
d'ions,
les demi-cellules (2, 3) dotées d'une électrode (31) à diffusion de gaz présentant
une amenée d'électrolyte (33) et une sortie d'électrolyte (34) ainsi qu'une entrée
de gaz (35) et qu'une sortie de gaz (36),
caractérisé en ce que
l'électrolyte s'écoule du haut vers le bas dans l'interstice (32) au moyen d'une pompe,
l'interstice (32) étant entièrement rempli d'électrolyte,
en ce qu'un espace de gaz (37) est disposé en aval de l'électrode (31) à diffusion de gaz et
en ce que l'espace de gaz (37) présente une entrée de gaz (35) et une sortie de gaz (36) pour
le gaz de réaction.