[0001] Die Erfindung gehört zum Bereich gasstrahlschleifender Behandlung und kann bei der
Reinigung (Beseitigung von Korrosion und Schmutz) von Brücken, Behältern, Schiffen,
Eisenbahnwagen, Kraftfahrzeugen, Baukonstruktionen und technologischen Ausrüstungen
sowie zur Rauheitsveränderung, zur Verbesserung von Dekorativeigenschaften unterschiedlicher
Oberflächen und zur Pneumatikförderung von Schüttgut eingesetzt werden.
[0002] Es sind Verfahren zur Werkstücksbearbeitung mit einem hochschnellen Zweikomponentenstrahl
bekannt, dessen Dispersionsmedium Gas und dessen disperse Phase Schleifmittelteilchen
sind. Die Verfahren umfassen das Einführen der dispersen Phase aus dem Druckbehälter
in die Schüttgutleitung, das Mischen mit dem Dispersionsmedium, die Zufuhr zur Düse
und die Beschleunigung des Schleifmittels durch Umwandlung des Gasdrucks in kinetische
Energie sowie die Erzeugung eines hochschnellen Zweikomponentenstrahls, der als Werkzeug
für die Behandlung der Werkstückoberschicht dient. Die Menge des Schleifmittels im
hochschnellen Zweikomponentenstrahl wird durch den Durchgangsquerschnitt eines Dosierers
geregelt, der zwischen dem Druckbehälter und der Schüttgutleitung angebracht ist,
wobei der Druck im Druckbehälter und in der Schüttgutleitung gemessen wird (Patent
US 5061799). Diese technische Lösung lässt die Zufuhr des Schleifmittels in einem
großen Bereich von 0,22 bis 4,5 kg (Patent US 5063402) zu. Der wesentliche Nachteil
ist allerdings die Zufuhr des Schleifmittels direkt zur Schüttgutleitung. Eine geringe
Geschwindigkeit der dispersen Phase und ein statischer Überdruck führen zu einem unstabilen
Verhältnis der dispersen Phase und des Dispersionsmediums, zu einer niedrigen, kinetischen
Viskosität und als Folge zu einer Verminderung der Wirksamkeit und Leistung der Behandlung.
[0003] Das bekannte Kugelstrahlverfahren wird in einem Apparat zur Strahlreinigung, Modell
ASO-150 (Technische Spezifikation TS 5251-020-03082926-2002, Apparat zur Strahlreinigung,
Modell ASO-150) verwendet. Dieses Kugelstrahlverfahren umfasst das Einführen von Gas
zusammen mit einem Schleifmittel in einen Behälter, das Absperren des mit einer Verschlussklappe
versehenen Beschickungshalses, die Erzeugung eines Drucks im Behälter, die Gaszufuhr
zu einem Aufnahmestutzen, die Zufuhr der Schleifmittelteilchen im Selbstfluss aus
dem Behälter über einen Dosierer zum Aufnahmestutzen und weiter über einen Schlauch
zur Düse sowie die Erzeugung eines Zweikomponentenstrahls, der als Werkzeug zur Oberflächenbehandlung
verwendet wird. Das Schleifmittel kommt aber infolge der Druckdifferenz am Einlauf
und Auslauf des Dosierers pulsierend in den Aufnahmestutzen hinein. Ferner werden
Düsen in geringen Längen von 80-115 mm eingesetzt, wodurch nur zu einer geringen Umwandlung
(3-5 %) des Gasdrucks in kinetische Energie der Schleifmittelteilchen führt. Infolgedessen
sind diese Apparate durch eine niedrige Leistung (5-7 m
2/h) und einen großen Schleifmittelverbrauch (60-90 kg/m
2) gekennzeichnet.
[0004] Eine ähnliche technische Lösung stellt ein Verfahren dar, das in der Anlage zur Schleifbehandlung
im Urheberzeugnis SU 1145575 beschrieben ist. Dieses Verfahren besteht in der Verwendung
des Gasdrucks zur Verdrängung des Schleifmittels aus dem Behälter in eine Mischkammer
und arbeitet ferner mit einer Zentral- und Radialöffnung der Beschickungsvorrichtung
für die Schüttgutleitung. Diese Lösung sichert zwar eine stabilere Zufuhr des Schleifmittels,
aber eine Verstopfung des Durchgangsquerschnittes des Dosierers wird nicht ausgeschlossen.
Ferner bleibt die Geschwindigkeit der Gasströmung in der Mischkammer gering und sinkt
im Bereich der Schleifmittelzufuhr ab, wodurch Pulsationen entstehen können.
[0005] Der wesentliche Nachteil ist der Arbeitsschritt, in dem die Zufuhrstärke des Schleifmittels
durch Änderung des Durchgangsquerschnitts des Dosierers geregelt wird. Zudem sind
Probleme, wie die Auswahl einer optimalen Beschleunigungsstrecke, die Erzeugung eines
hochschnellen Zweikomponentenstrahls, ein Angriffswinkel und Abstand zur bearbeitenden
Oberfläche, nicht gelöst.
[0006] Die technische Aufgabe der Erfindung besteht in der Erhöhung der Leistung und Wirksamkeit
der Kugelstrahlbehandlung aufgrund des Anstiegs der kinetischen Energie des Schleifmittels
durch Umwandlung des statischen Gasdrucks und der Verlustreduzierung bei der Zerstörung
der Oberschicht.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass der Zweikomponentenstrahl mittels einer akustischen
Wirkung, einer Materialstutzenvibration und einer Erhöhung der Druckdifferenz des
Gases im Einlauf und Auslauf erzeugt wird. Dabei wird das Schleifmittel über die Förderleitung
in einem Beschleuniger auf einer Strecke mit einer Länge von 30-120 seines Kalibers
beschleunigt und auf die zu bearbeitende Oberfläche unter einem Winkel von 15-45°
im Abstand von 35-95 seines Kalibers gelenkt. Der Zweikomponentenstrahl wird mittels
des Einführens eines Schleifmittels in den Gasstrom bis zu einem Verhältnis des Dispersionsmediums
zur dispersen Phase von 0,7 bis 0,9 erzeugt. Die Zufuhr einer optimalen Menge des
Schleifmittels wird durch eine akustische Wirkung und einer Vibration mit der Schwingungsfrequenz
von 500-1000 Hz und einer Schwingungsamplitude von 0,3-0,7 mm gewährleistet. Das benötigte
Verhältnis des Dispersionsmediums zur dispersen Phase wird durch ein selbstregulierendes,
pneumatisches System gewährleistet, das die Vibration unter Verminderung des Gasverbrauchs
im zum Materialstutzen zugeführten Strahl erhöht. Das System ist selbstregulierend,
da sich die Vibration und akustische Wirkung mit der Verminderung der Gasmenge erhöhen,
wodurch die Reibungskräfte zwischen den Schleifmittelteilchen geschwächt werden.
[0008] Zur Durchführung des Kugelstrahlverfahrens gemäß der Erfindung ist ein Tari-Apparat
(im weiteren Apparat genannt) entwickelt worden, der eine Düse und einen Behälter
mit einem Dosierer enthält, die über Förder- und Gasleitungen als Druckgasquelle miteinander
verbunden sind. Die Düse weist eine Länge von 30-120 Kaliber auf, und der Dosierer
ist mit einem akustischen Breitbandgenerator, einem Vibrationserreger mit Mehrkreisejektor,
einem Aktivator und einer Zentrifugalwasserabscheider versehen. Der Vibrationserreger
weist unter einem spitzen Winkel angeordnete Teller, Läufer unterschiedlichen Gewichts,
Tangenzialund Radialstutzen zur Gaszufuhr sowie einen Ejektor auf, der von oben nach
unten unter dem Materialstutzen zum Schleifmittelausbringen aus dem Hohlraum des Aktivators
angeordnet ist. Der Aktivator hat die Form einer Hülse mit Wandaussparungen zum Durchlassen
der Schleifmittelteilchen und mit einem Kanal zum Gasausbringen aus einem durch das
Gehäuse laufenden T-Stück. Die Läufer des Vibrationserregers werden in der Form von
Kugeln ausgeführt. Die größere Kugel hat einen Durchmesser von 2,3-2,4 des Kalibers,
die kleinere Kugel einen Durchmesser von 0,9-1,0. Die Durchmesser der Zwischenkugeln
verändern sich in abnehmender Abhängigkeit. Der Tangentialstutzen hat die Form einer
Überschalldüse mit einem Querschnitt von 0,95-0,98 des Kalibers. Der Aktivator hat
zur Gaszufuhr einen Tangentialkanal und eine Wirbelkammer in seinem Boden, wobei der
Querschnitt des Tangentialkanals max. 0,5 Kaliber und der des Schüttgutstutzens 0,8-0,9
Kaliber beträgt.
[0009] Die Erfindung wird nun anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig.1
- eine schematische Schnittdarstellung des Apparats gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit des spezifischen Schleifmittelverbrauchs
vom Verhältnis der Länge zum Kaliber,
- Fig. 3
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung vom Mengenverhältnis des
Dispersionsmediums zur dispersen Phase,
- Fig. 4
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung von der Schwingungsfrequenz,
- Fig. 5
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung von der Schwingungsamplitude,
- Fig. 6
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung vom Angriffswinkel,
- Fig. 7
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung vom Abstand zwischen der
Düse und der zu bearbeitenden Oberfläche,
- Fig. 8
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung vom Verhältnis des Tangentialkanal-Querschnitts
zum Laufkaliber und
- Fig. 9
- ein Schaubild zur Darstellung der Abhängigkeit der Leistung vom Verhältnis des Materialstutzen-Querschnitts
zum Laufkaliber.
[0010] Die Tabellen 1 und 2 zeigen die Schwingungsfrequenz und die Schallstärke bei einer
Änderung der Läuferdurchmesser, ihrer Lage und des Verhältnisses des kritischen Düsenwerts
(der engste Querschnitt der Düse) zum Laufkaliber.
[0011] Der Apparat enthält eine Düse 1, die an einen Dosierer 2 eines Behälters 3 mit einer
Schüttgutleitung 4 angeschlossen ist. Der Dosierer 2 ist mit einer Druckgasquelle,
z.B. Luft, über einen Tangentialstutzen 5 in Form einer Überschalldüse mit einem Ventil
6 und einem Radialstutzen 7 mit einem Ventil 8 verbunden. Der Behälter 3 ist mit einem
T-Stück 9 über ein Ventil 10 verbunden. Die Düse 1 weist eine Länge von 30-120 des
Laufkalibers auf. Der Dosierer 2 ist mit einem akustischen Breitbandgenerator 11,
einem Vibrationserreger 12 mit einem Zentrifugalwasserabscheider 13, einem Aktivator
14, einem Materialstutzen 15 und einem Ejektor 16 versehen. Der Vibrationserreger
12 ist als Mehrkreiserreger mit unter spitzen Winkeln 18 angebrachten Tellern 17,
Läufern 19, 20 und 21 in Form von Kugeln unterschiedlichen Gewichts, jeweils groß,
mittel und klein, ausgebildet. Der Zentrifugalwasserabscheider 13 weist einen Koaxialspalt
22, der in der Nähe des unteren Teils des Vibrationserregers 12 liegt, eine Ringtasche
23 zum Kondensatsammeln und einen Auslaufstutzen 24 mit hydraulischem Verschluss 25
auf. Der als Hülse mit Wandaussparungen 37 zum Durchlassen des Schleifmittels aus
dem Behälter 3 gestaltete Aktivator 14 ist über dem Vibrationserreger 12 angeordnet
und weist einen Kanal 26 im Boden zum Gasausbringen aus dem T-Stück 9 durch das Gehäuse
27 in Hohlräume 28 auf. Der Materialstutzen 15 verbindet die Hohlräume 28 des Aktivators
14 und des Ejektors 16 und ist an der Achse des Dosierers 2 angeordnet. Der im Boden
des Dosierers 2 mit einem Ringspalt 29 angeordnete Ejektor 16 ist von oben nach unten
vom Materialstutzen 15 zur Schüttgutleitung 4 gerichtet. Der Behälter 3 hat ein Rüttelsieb
30 und einen Trichter 31 zum Beschicken, der mit einer Verschlussklappe 32 versehen
ist, die an einem Oberstutzen 33 des T-Stückes 9 angeordnet ist. Neben dem Trichter
31 ist ein Auslassstutzen 34 mit einem Ventil 35 angeordnet. Die Läufer haben dabei
die Form von Kugeln mit einem größten Durchmesser 19 von 2,3-2,4 des Laufkalibers
, einem kleineren Durchmesser 21 von) 0,9-1,0 und einem mittleren Durchmesser 20 von
1,6-1,7 des Laufkalibers 1; d. h., dass sich die Durchmesser von oben nach unten in
absteigender Abhängigkeit verändern. Der Tangentialstutzen 5 hat die Form einer Überschalldüse
mit einem kritischen Querschnittswert von 0,95-0,98 des Laufkalibers 1. Der Aktivator
14 ist mit einer Wirbelkammer 36 und einem Tangentialkanal 26 zur Gaszufuhr aus dem
T-Stück 9 über das Gehäuse 27 versehen. Der Querschnitt des Tangentialkanals 26 beträgt
max. 0,5 des Laufkalibers1. Der Stutzenquerschnitt 15 liegt zwischen 0,8 und 0,9 des
Laufkalibers 1.
[0012] Der Apparat arbeitet in folgender Weise. Der Behälter 3 wird mit dem Schleifmittel
über das Rüttelsieb 30 und den Trichter 31 befüllt, beispielsweise mit grünem Siliziumkarbid
mit einer Korngröße von 500 (0,476-0,510 mm) nach der GOST-Norm 26327-83. Dazu wird
das Ventil 10 zugedreht, das Ventil 35 aufgedreht, das Druckgas aus dem Behälter 3
über den Auslassstutzen 34 ausgelassen und die Verschlussklappe 32 heruntergedrückt.
Der hydraulische Verschluss 25 wird geöffnet, das Ventil 8 zugedreht, das Ventil 6
ein wenig aufgedreht und das Druckgas dem Tangentialstutzen 5 und dem Vibrationserreger
12 zugeführt. Das Druckgas wirbelt unter der Zentrifugalkraft auf und drückt sich
an die Wand des Vibrationserregers 12. Indem die Gasströmung die Läufer 19, 20 und
21 unter der aerodynamischen Kraft beschleunigt, wird sie erst expandiert und dann
auf dem Wege über den Zentrifugalwasserabscheider 13 und den Ejektor 16 komprimiert.
Beim Durchlauf durch den Ejektor 16 steigt die Aufwirbelgeschwindigkeit der Gasströmung
von der Peripherie zur Achse des Vibrationserregers 12 mit der Radiusminderung an,
d. h., dass der statische Überdruck in einen Staudruck übergeht. Der Druck fällt unter
den atmosphärischen Druck. Unter der Druckdifferenz wird das Schleifmittel durch die
Aussparungen 37 und die Staubluft aus dem Trichter 31 über den Oberstutzen 33 des
T-Stückes 9, über den Kanal 26 im Boden des Aktivators 14 und über den Holraum 28
in den Stutzen 15 und weiter zum Ejektor 16 und zum Ringspalt 29 gefördert, wo der
zentrale Zwangswirbel unter Reibungskraft erzeugt wird; dann fließt das Schleifmittel
mit der Staubluft über die Schüttgutleitung 4 und den Lauf 1 aus. Die Rotation der
Läufer 19, 20 und 21 erzeugt eine Vibration, die das Rüttelsieb 30 über den Behälter
3 und den Trichter 31 betätigt, so dass die Beschickungsqualität und die -geschwindigkeit
des Schleifmittels erhöht werden. Die Frequenz von einigen Hz bis 2 kHz und die Schwingungsamplitude
von 0,3-0,7 mm werden durch Änderung der Druckgasmenge mittels des Ventils 6 stufenlos
eingestellt. Dabei wird der Lauf 1 auf die Oberfläche gelenkt, die gleichzeitig mit
der Beschickung vorbehandelt wird.
[0013] Die Beschickung endet nach der Befüllung des Behälters 3 bis zur Verschlussklappe
32. Das Kugelstrahlen wird in folgender Weise fortgesetzt. Der Lauf 1 wird im Abstand
von 35-39 Laufkalibern auf die Oberfläche gelenkt, die mit dem Zweikomponentenstrahl
unter dem Winkel von 15-45° behandelt wird, wobei das Mengenverhältnis der dispersen
Phase zum Dispersionsmedium zwischen 0,7 und 0,9 eingestellt wird. Dazu wird der Ventil
35 zugedreht, so dass das Auslassen des Druckgases über den Auslassstutzen 34 verhindert
wird. Das Ventil 10 wird aufgedreht, und das Druckgas wird in den Behälter 3 über
das T-Stück 9 eingeführt. Die Verschlussklappe 32 wird hinaufgedrückt und sperrt den
Trichter 31 ab. Dann strömt das Druckgas aus dem durch das Gehäuse 27 laufenden T-Stück
9 über den Tangentialstutzen 26 in die Wirbelkammer 36. Das Gas füllt den Behälter
3 durch die Aussparungen 37 und lockert die zusammengeballten Schleifmittelteilchen
auf. Nach der Gasbefüllung des Behälters 3 gelangt das Schleifmittel durch die Aussparungen
37 des Aktivators 14, das Schleifmittel wird mit der Gasströmung aus der Wirbelkammer
3 aufgefangen und in den Materialstutzen 15 des Dosierers 2 sowie in den Ejektor 16
mitgezogen, in dem es mit der Gasströmung gemischt und in die Rohrleitung 4 sowie
weiter in den Lauf 1 eingeführt wird. Die Gaszufuhr durch den als Überschalldüse gestalteten
Tangentialstutzen 5 an die Wand des akustischen Breitbandgenerators 11 erzeugt eine
turbulente Grenzschicht, die zusammen mit den um die unter spitzen Winkeln 18 angebrachten
Teller 17 rotierenden Läufern 19, 20 und 21 eine Schallquelle bildet, die auf das
Schleifmittel im Behälter 3 wirkt.
[0014] Das Schleifmittel wird im Lauf 1 mit der Länge von 30-120 Laufkalibern beschleunigt,
und der Zweikomponentenstrahl wird unter dem Winkel von 15-45° und im Abstand zum
Lauf von 35-95 Laufkalibern auf die zu bearbeitende Oberfläche gelenkt. Dabei wird
der Zweikomponentenstrahl durch das Einführen des Schleifmittels in die Gasströmung
in einem Mengenverhältnis, des Dispersionsmediums zur dispersen Phase von 0,7-0,9
erzeugt. Eine optimale Schleifmittelmenge wird durch die akustische Wirkung und Vibration
mit einer Schwingungsfrequenz des Dosierers von 500-1000 Hz und einer Schwingungsamplitude
von 0,3-0,7 mm gewährleistet. Das benötigte Mengenverhältnis des Dispersionsmediums
zur dispersen Phase wird mit dem selbstregulierenden, pneumatischen System aufrechterhalten,
wobei die Vibration unter Verminderung des Gasverbrauchs im zum Materialstutzen 15
zugeführten Strahl erhöht wird.
[0015] Das Kugelstrahlen wird folgenderweise beendet. Der Ventil 10 wird zugedreht, und
das Gaseinführen in das T-Stück 9 und das Gehäuse 27 wird gestoppt. Das Ventil 6 wird
zugedreht, womit die akustische Wirkung und die Vibration des Materialstutzens 15
gestoppt werden. Das Ventil 8 des Radialstutzens 7 und der hydraulische Verschluss
25 für den Auslauf des Kondensats aus der Ringtasche 23 des Dosierers 2 über den Koaxialspalt
22 und den Auslaufstutzen 24 werden aufgedreht; dabei wird der Druck im Lauf 1 über
die Schüttgutleitung 4 vermindert. Das Ventil 35 wird aufgedreht, das Druckgas wird
über den Auslassstutzen 4 aus dem Behälter 3 herausgelassen, und die Verschlussklappe
32 wird niedergedrückt.
[0016] Der Apparat gemäß der Erfindung hat dank der Konstruktions- und technischen Lösungen
eine hohe Wirkung und erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Der entwickelte Dosierer
ist langlebig, sicher und kompakt. Der Beschleuniger in Form eines Laufs mit einer
Länge von 30-120 Laufkalibern ermöglicht, eine maximale kinetische Energie des Dispersionsmediums
zu erhalten. Die Wirkung des Zweikomponentenstrahls auf die zu bearbeitende Oberfläche
im vorgegebenen Abstand und unter einem vorgegebenen Winkel ermöglicht, die höchste
Leistung bei hoher Homogenität und benötigter Rauheit zu erzielen. Die Bewertung des
Kugelstrahlens nach der GOST-Norm 9.402-80 und der ISO 8501-1/1988 bestätigt die Übereinstimmung
der Eigenschaften der bearbeiteten Oberfläche mit der höchsten Qualität, dem Reinigungsgrad
1 und der Klasse Sa3.
[0017] Der Lauf mit der Länge von 30-120 Laufkalibern, die größeren, mittleren und kleineren
Läufer, die Überschalldüse, der Tangentialkanal mit dem vorgegebenen Querschnitt,
dem Laufkaliber von 2,3-2,4, 1,6-1,7, 0,9-1,0, 0,95-0,96, ≤0,5, 0,8-0,9 entsprechend,
sind optimal. Mit der Abweichung von den vorgegebenen Werten sinkt die Leistung des
Apparats. Das optimale Mengenverhältnis des Dispersionsmediums zur dispersen Phase
liegt zwischen 0,7 und 0,9. Die benötigte Schleifmittelmenge wird unter der akustischen
Wirkung und der Vibration mit einer Schwingungsfrequenz von 500-1000 Hz und einer
Schwingungsamplitude von 0,2-0,7 mm zugeführt. Der Zweikomponentenstrahl wird auf
die zu bearbeitende Oberfläche unter dem Winkel von 15-45° und im Abstand zum Lauf
zwischen 35 und 95 Laufkalibern gelenkt.
[0018] Die empirischen Abhängigkeiten werden mit Annäherungsverfahren der Optimalwerte und
durch Ermittlung des Abweichungseinflusses einer der Kennziffern auf die Grundkennwerte
bestimmt.
[0019] Das Kugelstrahlen wurde mittels Läufen mit Kalibern von 4-16 mm und einem Druck von
0,6 MPa durchgeführt. Die Wirksamkeit wurde durch einen spezifischen Schleifmittelverbrauch
pro 1 m
2 der bearbeiteten Oberfläche ermittelt. Die Leistung wurde bei der Oberflächenbehandlung
nach Sa2 gemessen. Erfahrungsgemäß wurde festgestellt, dass die besten technologischen
Ergebnisse bei einer Beschleunigung des Schleifmittels im Beschleuniger bei einer
Länge von 30-120 Laufkalibern erhalten werden (Fig.2). Auf der Strecke von 10-20 Laufkalibern
lang sinkt der spezifische Schleifmittelverbrauch und hat sein Minimum an der Grenze
der Strecke von 30-120 Laufkalibern lang, dies kann durch die intensive Umwandlung
der Druckgasenergie in kinetische Energie des Zweikomponenteristrahls erklärt werden.
Eine weitere Verlängerung der Beschleunigungsstrecke über eine Länger von 120 Laufkalibern
hinaus führt zu einer Verminderung der Schleifmittelgeschwindigkeit wegen der Reibung
an den Laufwänden. Somit ist die Strecke mit einer Länge von 30-120 Laufkalibern eine
optimale Strecke hinsichtlich der kinetischen Gesamtenergie der dispersen Phase, die
den spezifischen Schleifmittelverbrauch und die Wirksamkeit der Bearbeitung bestimmt.
Die Ausrüstung des Dosierers mit dem Vibrationserreger lässt Vibrationen entstehen,
wodurch die Reibungskräfte zwischen den Schleifmittelteilchen geschwächt werden und
die Schleifmittelzufuhr zum Ejektor erhöht wird. Die Bewegung der Läufer horizontal
und vertikal wird durch die Anordnung der Teller unter spitzen Winkeln gewährleistet,
so dass eine dreidimensionale Vibration erzeugt wird. Die Anbringung des Aktivators
im oberen Teil des Schüttgutstutzens ermöglicht, Klumpen zu erweichen und die Schleifmittelzufuhr
bei abgeschalteter Vibration zu verhindern.
[0020] Das Mengenverhältnis des Dispersionsmediums zur dispersen Phase von 0,7- 0,9 ist
optimal (Fig. 3). Beim Verhältnis über 0,9 sinkt die Schleifmittelgeschwindigkeit,
die eine quadratische Abhängigkeit der kinetischen Energie und letzten Endes die Leistung
bestimmt. Die anderen Grafiken (Fig. 4-9) geben optimale Werte für folgende Parameter
an: eine optimale Schleifmittelmenge wird durch die akustische Wirkung und Vibration
mit der Schwingungsfrequenz des Dosierers von 500-1000 Hz und der Amplitude von 0,3-0,7
mm erhalten; der Zweikomponentenstrahl (Werkzeug) wird auf die zu bearbeitende Oberfläche
unter dem Winkel von 15-45° und im Abstand von 35-95 Laufkalibern gelenkt; der Querschnitt
des Tangentialkanals ist max. 0,5 Laufkaliber und der des Stutzens 0,8-0,9 Laufkaliber.
[0021] In der Tabelle 1 und 2 sind Daten gegeben, die bestätigen, dass die Läufer in Form
von Kugeln ausgeführt werden sollen; dabei ist der größte Durchmesser 2,3-2,4 Laufkaliber,
der kleinste 0,9-1,0 Laufkaliber, und die mittleren Durchmesser ändern sich in absteigender
Abhängigkeit. Der Tangentialstutzen soll die Form einer Überschalldüse mit einem Querschnitt
von 0,95-0,98 Laufkalibern aufweisen.
[0022] Diese technologischen Abläufe und ihre optimalen Werte werden im Apparat realisiert,
in dem die o.g. Baueinheiten und konstruktive Eigenschaften eingesetzt werden, was
den Schleifmittelverbrauch pro Einheit der bearbeiteten Oberfläche wesentlich vermindern
und die Leistung wesentlich erhöhen lässt.
[0023] Einfluss der Abmessungen und Lage von Läufern auf die Leistung
Tabelle 1
| Lfd. Nr. |
|
dLäufer: Laufkaliber |
|
Lage |
Schwingungsfrequenz Hz |
Leistung m2/h |
| 1 |
2 |
3 |
oben |
mittel |
unten |
| 1 |
0,5 |
1,0 |
1,5 |
1 |
2 |
3 |
1580 |
37 |
| 2 |
0,6 |
1,2 |
1,8 |
2 |
3 |
1 |
1200 |
41 |
| 3 |
0,7 |
1,4 |
2,1 |
3 |
2 |
1 |
1150 |
49 |
| 4 |
0,7 |
1,4 |
2,1 |
3 |
1 |
2 |
1220 |
48 |
| 5 |
0,7 |
1,4 |
2,1 |
2 |
3 |
1 |
1330 |
44 |
| 6 |
0,8 |
1,6 |
2,4 |
3 |
2 |
1 |
960 |
60 |
| 7 |
0,9 |
1,6 |
2,3 |
3 |
2 |
1 |
730 |
63 |
| 8 |
1,0 |
1,7 |
2,4 |
3 |
2 |
1 |
980 |
64 |
| 9 |
1,0 |
1,7 |
2,4 |
3 |
1 |
2 |
1200 |
58 |
| 10 |
1,0 |
1,7 |
2,4 |
2 |
3 |
1 |
1100 |
49 |
| 11 |
1,2 |
2,0 |
2,6 |
3 |
2 |
1 |
460 |
59 |
| 12 |
1,5 |
2,5 |
3,0 |
3 |
2 |
1 |
440 |
56 |
[0024] Einfluss des kritischen Wertes der Überschalldüse auf die Leistung
Tabelle 2
| Lfd. Nr. |
dkritischer Wert:Laufkaliber |
Schwingungsfrequenz Hz |
Schallsignal |
Leistung m2/h |
| 1 |
0,80 |
760 |
30 |
48 |
| 2 |
0,90 |
800 |
34 |
57 |
| 3 |
0,95 |
990 |
36 |
64 |
| 4 |
0,98 |
950 |
37 |
65 |
| 5 |
1,02 |
570 |
28 |
61 |
| 6 |
1,15 |
420 |
25 |
59 |
| 7 |
1,25 |
400 |
19 |
58 |
1. Verfahren zum Kugelstrahlen einschließlich der Zerstörung und Beseitigung der Oberschicht
mit einem Zweikomponentenstrahl, wobei das Dispersionsmedium ein Gas und die disperse
Phase ein Schleifmittel ist, das im Selbstfluss unter der Schwerkraft aus dem Behälter
über einen Stutzen und einen Dosierer zu einer Förderleitung und weiter zu einem Beschleuniger
strömt,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zweikomponentenstrahl durch eine akustische Wirkung, eine Vibration eines Materialstutzens
und eine Erhöhung der Druckdifferenz des Gases im Einlauf und Auslauf erzeugt wird,
wobei die Schleifmittelteilchen über die Förderleitung im Beschleuniger auf einer
Strecke von 30-120 des Laufkalibers beschleunigt und unter einem Winkel von 15-45°
auf die zu bearbeitende Oberfläche im Abstand von 35-95 Laufkalibern gelenkt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zweikomponentenstrahl mittels Einführens des Schleifmittels in die Gasströmung
bis zu einem Verhältnis des Dispersionsmediums zur dispersen Phase von 0,7-0,9 erzeugt
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die optimale Menge unter der akustischer Wirkung und Vibration mit einer Schwingungsfrequenz
im Dosierer von 500-1000 Hz und einer Amplitude von 0,3-0,7 mm zugeführt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass ein selbstregulierendes System das benötigte Mengenverhältnis des Dispersionsmediums
zur dispersen Phase gewährleistet, wobei die Vibration mit gleichzeitiger Gasverbrauchsverminderung
im dem Stutzen zugeführten Strahl erhöht wird.
5. Apparat zum Kugelstrahlen, der eine Düse und einen Behälter mit Dosierer umfasst,
die über eine Förderleitung mit einer Druckgasquelle, einer Gasleitung, miteinander
verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Düse die Form eines Laufs mit einer Länge von 30-120 Laufkalibern aufweist und
dass der Dosierer einen akustischen Breitbandgenerator, einen Vibrationserreger mit
einem Mehrkreisejektor, einen Aktivator und einen Zentrifugalwasserabscheider umfasst,
wobei der Vibrationserreger mit unter spitzen Winkeln angeordneten Tellern, mit Läufern
unterschiedlichen Gewichts, einem Tangentialstutzen und einem Radialstutzen zur Gaszufuhr
und mit einem von oben nach unten und einem unter einem Materialstutzen für die Zufuhr
des Schleifmittels angeordneten Ejektor versehen ist, der die Form einer Hülse mit
Wandaussparungen zum Durchlassen der Schleifmittelteilchen und einen Kanal für die
Gaseinführung aus einem durch ein Gehäuse des Apparats geführten T-Stück aufweist.
6. Apparat nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Läufer in Form von Kugeln ausgebildet sind, wobei der größte Durchmesser 2,3-2,4
Laufkaliber und der kleinere 0,9-1,0 Laufkaliber beträgt und die Durchmesser der Zwischenkugeln
sich in absteigender Abhängigkeit verändern.
7. Apparat nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Tangentialstutzen die Form einer Überschalldüse mit einem Querschnitt von 0,95-0,98
Laufkalibern aufweist.
8. Apparat nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Aktivator einen Tangentialkanal und eine Wirbelkammer im Boden zur Gaszufuhr
besitzt.
9. Apparat nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Querschnitt des Tangentialkanals max. 0,5 Laufkaliber und der des Schüttgutstutzens
0,8-0,9 Laufkaliber beträgt.