[0001] Die Erfindung betrifft eine flexible Vorrichtung zur Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen,
die durch Einwirkung eines stabförmigen Objektes durchstoßbar ist und die nach Entfernung
des stabförmigen Objektes wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrt.
[0002] Im Bereich der modernen Diagnostik kommt eine Vielzahl von Geräten zum Einsatz, die
die notwendigen Verfahrensschritte, wie z. B. Pipettieren, Mischen, Inkubieren, Zentrifugieren,
Messen etc. vollautomatisch durchführen. Bei den Proben, die mit Hilfe derartiger
Geräte analysiert werden, handelt es sich zumeist um menschliche oder tierische Körperflüssigkeiten
oder andere Analyt-enthaltende Flüssigkeiten, die häufig mit mindestens einem Testreagenz
versetzt werden müssen. Die Aufbewahrung, die Entnahme, der Transfer und die Zugabe
von Flüssigkeiten, die sich in verschiedensten Behältnissen befinden können, sind
also wesentliche Vorgänge im Inneren von Diagnostik-Geräten.
[0003] Ein zu berücksichtigendes Kriterium bei der Etablierung von Testen auf vollautomatischen
Diagnostik-Geräten ist die Haltbarkeit der Reagenzien bei Aufbewahrung im Gerät, die
sogenannte on-board Stabilität, welche maßgeblich von den Bedingungen im Gerät beeinflusst
wird. Besonders problematisch ist der verdunstungsbedingte Massenverlust von Flüssigreagenzien.
Zur standardisierten und zuverlässigen Bestimmung von Analyten ist die Verwendung
von Reagenzien einer definierten Zusammensetzung unabdingbar, so dass durch Flüssigkeitsverluste
verursachte Konzentrationsänderungen die Qualität bzw. die sogenannte Performance
des gesamten Tests beeinträchtigen können. Der Grund für die Verdunstung von Flüssigreagenzien
ist, dass sie für die automatischen Pipettoren direkt zugänglich sein müssen und daher
in der Regel nicht hermetisch verschlossen sind.
[0004] Je nach Bauart der Geräte bzw. Pipettoren werden bekanntermaßen unterschiedliche
Vorkehrungen zur Verminderung der Verdunstung von Flüssigkeiten aus den Reagenzbehältnissen
getroffen. Beispielsweise verfügen viele Diagnostik-Geräte über gekühlte Halterungen
bzw. Positionen, in welche die Reagenzbehälter eingesetzt werden. Durch Kühlung der
Reagenzien kann der Flüssigkeitsverlust durch Verdunstung wesentlich gesenkt werden.
Eine andere Maßnahme zur Verminderung von Verdunstungseffekten ist die Verringerung
des Öffnungsquerschnittes des Reagenzbehältnisses, der jedoch nur in begrenztem Umfang
angepasst werden kann, limitiert durch die Abmessungen des Pipettors. Ebenfalls üblich
ist der Einsatz von mehr oder weniger hermetisch verschließenden Verschlusskappen
oder Stopfen.
[0005] Einen besonders undurchlässigen Verdunstungsschutz stellen Verschlusskappen dar,
die die Öffnung des Reagenzbehältnisses hermetisch abdichten, wie zum Beispiel Dreh-
oder Schnappverschlüsse. Diese Art von Verdunstungsschutz ist jedoch nur für solche
Geräte geeignet, die auch über eine entsprechende Einrichtung verfügen, die das Öffnen
und Wiederverschließen automatisch durchführt.
[0006] Weiterhin ist die Verwendung von Verschlussstopfen, die vorzugsweise aus hochelastischen
Materialien, wie z. B. Kautschuk gefertigt sind, weitverbreitet. Beispiele für derartige
Vorrichtungen finden sich in EP 0 509 281 B1, EP 0 097 591 B1 und FR 27 72 727 A1.
Der Vorteil dieser flexiblen Verschlussstopfen ist, dass sie über Eintrittsöffnungen
für Kanülen und andere stabförmige Objekte verfügen, die durch die Elastizität des
verwendeten Materials über eine gewisse Flexibilität verfügen. Dadurch können sich
die Eintrittsöffnungen einerseits dem Durchmesser des eingeführten Objektes anpassen
und sich andererseits nach Entfernung des Objektes wiederverschließen. Schwierigkeiten
ergeben sich allerdings, wenn z. B. Pipettoren verwendet werden müssen, die einen
Durchmesser aufweisen, der nur wenig geringer ist als der Öffnungsdurchmesser des
Reagenzbehältnisses. In diesen Fällen muss entweder die Eintrittsöffnung so stark
vergrößert werden, dass kein effektiver Verdunstungsschutz mehr gewährleistet ist,
oder aber der Pipettor muss mit hohem Kraftaufwand durch eine schmale Eintrittsöffnung
getrieben werden, was eine technische Anpassung des gesamten Gerätes erforderlich
machen kann und außerdem durch die entstehende Reibung einen erhöhten Verschleiß verursacht.
Hinzu kommt, dass derartige Verschlussstopfen, da sie zum Teil in den Hals des Reagenzgefäßes
hineinragen, für jede besondere Form einer Reagenzbehältnis-Öffnung passend hergestellt
werden müssen und dass eine vorgefertigte Eintrittsöffnung nur für eine begrenzte
Auswahl von Pipettiervorrichtungen, und zwar solche ähnlichen Durchmessers, geeignet
ist.
[0007] Der vorliegenden Erfindung lag also die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Verschluss
von Flüssigkeitsbehältnissen bereitzustellen, die sich dadurch auszeichnet, dass sie
erstens zur Verminderung von Verdunstungseffekten und somit zu einer höheren on-board
Stabilität von Flüssigreagenzien beiträgt, zweitens nahezu üniversell für verschiedenartigste
Flüssigkeitsbehältnisse und Pipettiereinrichtungen in Diagnostik-Geräten eingesetzt
werden kann, ohne dass Modifikationen an der Ausgestaltung der Flüssigkeitsbehältnisse
selbst oder gar der Geräte erforderlich wären und drittens eine kostengünstige Alternative
zu den bisher bekannten Verschlussvorrichtungen darstellt.
[0008] Die erfindungsgemäße Lösung besteht in der Bereitstellung der in den Ansprüchen beschriebenen
Gegenstände und Verfahren.
[0009] Die vorliegende Vorrichtung zur Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen wird bevorzugterweise
für die Abdeckung von Reagenzbehältnissen verwendet, die in Gerätenzum Einsatz kommen,
welche Verfahrensschritte, wie z. B. das Pipettieren oder Mischen von Flüssigkeiten
automatisch durchführen. Die Vorrichtung besteht aus einer Membran, also einer Trennschicht
oder Trennlage, die sich zur Separierung zweier Teilbereiche bzw. Kompartimente eignet.
Die Membran ist mit mindestens zwei strahlenförmig angeordneten Einschnitten versehen
und ist bevorzugterweise auf einer Öffnung eines Flüssigkeitsbehältnisses angebracht
ist, so dass dessen Öffnung vollständig abdeckt wird. In Bezug auf die vorliegende
Erfindung ist der Begriff "Einschnitt" als ein Schnitt zu verstehen, der die Membran
vollständig, d. h. in ihrer gesamten Dicke durchtrennt.
[0010] Die Anbringung der Membran kann mit Hilfe von chemischen oder mechanischen Haftvermittlern
erfolgen, die eine dichtende, fixierende Verbindung zwischen der Membran und dem Rand
des Flüssigkeitsbehältnisses, der die Öffnung begrenzt, herstellen. Im Sinne der vorliegenden
Erfindung ist unter chemischer Adhäsion die Haftung zu verstehen, die mit Hilfe von
Klebstoffen, bevorzugterweise mit Hilfe von flüssigen Klebstoffen, zwischen zwei Fügeteilen
hergestellt wird, während unter mechanischer Adhäsion die Haftung zu verstehen ist,
die durch die Beschaffenheit von Oberflächen beeinflusst wird, wie z. B. die Mikroverklammerung
poröser oder fasriger Oberflächen, wie z. B. Klettverschlüsse.
[0011] Eine bevorzugte Variante ist die Verwendung einer selbsthaftenden Membran, die auf
einer Seite, zumindest in dem Bereich, der mit dem Flüssigkeitsbehältnis in direkten
Kontakt gebracht werden soll, mit einem Klebstoff behandelt ist, wie es z. B. von
handelsüblichen Selbstklebefolien oder Haftetiketten bekannt ist. Diese Ausführungsform
hat den Vorteil, dass die selbsthaftenden Membranen auf eine Träger schicht, wie z.
B. eine Schutzfolie aufgebracht werden können, von der sie leicht abgelöst werden
können, ohne ihre Haftkraft zu verlieren. Um eine einfachere Handhabung der Membranen
zu ermöglichen und z. B. das Ablösen selbsthaftender Membranen von einer Trägerschicht
oder das Aufbringen auf ein Flüssigkeitsbehältnis zu erleichtern, kann die erfindungsgemäße
Vorrichtung auch mit einer oder mehreren Abziehlaschen versehen sein.
[0012] Eine andere Art der Anbringung der Membran ist die Verwendung einer Überwurfkappe,
die die Membran mechanisch auf dem die Öffnung eines Flüssigkeitsbehältnisses begrenzenden
Rand fixiert. Überwurfkappen im Sinne der vorliegenden Erfindung weisen eine bevorzugterweise
kreisförmige Öffnung auf, deren Öffnungsquerschnitt die Passage des zu verwendenden
stabförmigen Objektes ermöglicht. Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von derartig
gebohrten Schraubkappen, sofern das zu verschließende Flüssigkeitsbehältnis über ein
Schraubgewinde verfügt. Des weiteren ist es möglich, die Membran festzukleben und
zusätzlich mit Hilfe einer Überwurfkappe zu fixieren, um eine besonders stabile Befestigung
zu erzielen, wodurch ein durch Reibung bedingtes Ablösen der Membran verhindert werden
kann.
[0013] Weiterhin kann es vorteilhaft sein, die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht auf dem
Rand des Flüssigkeitsbehältnisses selbst, sondern auf dem Rand der Überwurfkappe zu
befestigen. Es ist möglich die Vorrichtung sowohl auf den äußeren Rand als auch auf
dem der Innenseite der Überwurfkappe zugewendeten Rand anzubringen.
[0014] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen besteht
aus einer flexiblen Membran, die mit mindestens zwei Einschnitten versehen ist, welche
sich in einem gemeinsamen Anfangs- bzw. Scheitelpunkt treffen, also strahlenförmig
angeordnet sind.
[0015] Bei einer Membran, die mit zwei Einschnitten versehen ist, sind die beiden Einschnitte
so angeordnet, dass ein Winkel von 10 ° bis 180 °, bevorzugterweise von 20 ° bis 120°,
besonders bevorzugt von 45 ° bis 90 ° gebildet wird.
[0016] Je nach Durchmesser des stabförmigen Objektes und Festigkeit bzw. Elastizität des
verwendeten Membranmaterials kann die Anzahl der Einschnitte und die Winkelabstände
zwischen den Einschnitten so variiert werden, dass ein optimales Verhältnis zwischen
Durchlassweite, minimalem Reibungswiderstand und größtmöglichem Verdunstungsschutz
resultiert.
[0017] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung besteht
aus einer Membran, die mit 3 bis 12, bevorzugterweise mit 4 bis 10, besonders bevorzugt
mit 6 vorteilhafterweise gleich langen Einschnitten versehen ist. Es ist jedoch auch
möglich, dass nicht alle Einschnitte gleich lang sind, sondern dass z. B. eine Verlängerung
einiger Einschnitte- in einem bestimmten Bereich den Durchlass z. B. eines asymmetrisch
verbreiterten Objektes ermöglicht.
[0018] Ein Einschnitt kann mittels einer geraden, wellen- oder zackenförmigen Schnittführung
ausgeführt sein. Bevorzugterweise sind die Einschnitte gleichwinklig zueinander angeordnet,
so dass mehrere gleichschenklige Dreiecke entstehen, deren Grundseiten mit dem umlaufenden
Rand der Membran verbunden sind. Die Länge der vom Scheitelpunkt ausgehenden Einschnitte
kann variiert werden und wird bevorzugterweise so gewählt, dass dem Bereich des stabförmigen
Objektes, welcher über den größten Durchmesser verfügt und welcher noch die Abdeckungsvorrichtung
durchstoßen soll, Durchlass geboten wird.
[0019] Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist durch Einwirkung eines stabförmigen Objektes
durchstoßbar und kehrt nach Entfernung des stabförmigen Objektes wieder in ihre ursprüngliche
Form zurück. Durch Einwirkung beispielsweise eines Pipettors werden die freien Enden
der Dreiecke, die in die Membran eingeschnitten sind, in das Innere des Flüssigkeitsbehältnisses
verdrängt, wodurch eine Öffnung ensteht, die sich flexibel, d. h. reibungsarm dem
Durchmesser des Pipettors anpasst. Nach Entfernung des Pipettors nehmen die Membrandreiecke
aufgrund der Elastizität des verwendeten Materials wieder ihre ursprüngliche Position
ein und verschließen somit die Öffnung des Flüssigkeitsbehältnisses. Dieser Vorgang
ist vielmalig wiederholbar.
[0020] Stabförmige Objekte im Sinne der vorliegenden Erfindung sind zum Beispiel Vorrichtungen
zum Transfer von Flüssigkeiten, wie Pipettoren oder Kanülen oder auch Vorrichtungen
zum Mischen von Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Rührstäbe, und sind in der Regel zylindrisch
oder konisch-geformt. Das Ende derartiger stabförmiger Objekte kann spitz, abgerundet
oder stumpf ausgestaltet sein.
[0021] Die flexible Membran besteht bevorzugterweise aus einem elastischen, dampfundurchlässigen
Material. Bei der Auswahl des Membranmaterials sollte der Fachmann selbstverständlich
berücksichtigen, dass für die Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen, die so verschiedene
Flüssigkeiten wie z. B. wässrige Lösungen oder organische Lösungsmittel enthalten
können, ein adäquates Membranmaterial verwendet wird, welches durch die abzudeckende
Flüssigkeit oder deren Dämpfe nicht beeinträchtigt wird. Besonders bevorzugt besteht
die Membran aus einem Material der Gruppe Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polyethylenterephthalat
(PET), Polystyrol (PS), Polyamid (PA), Polybutylentherephthalat (PBT), Polycarbonat,
(PC), Polyimiden (PI), Naturkautschuk, Silikon-, Brombutyl- und Chlorbutylkautschuk.
Ebenso eignen sich Membranen, die aus Mischungen dieser Materialien oder aus mindestens
zwei verschiedenartigen Schichten dieser Materialien bestehen. Weiterhin ist es möglich,
z. B. eine Celluloseschicht mit einer Schicht von elastischem Material zu kombinieren.
[0022] Die Dicke der flexiblen Membran ist bevorzugterweise nicht größer als 150 µm und
liegt vorteilhafterweise zwischen 40 µm und 100 µm, besonders bevorzugt zwischen 50
µm und 80 µm.
[0023] Eine weitere besondere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist dadurch
gekennzeichnet, dass sich im Scheitelpunkt der strahlenförmig angeordne ten Einschnitte
eine kreisförmige, ovale oder polygonale Öffnung befindet, die z. B. durch Ausstanzen
geschaffen werden kann. Vorteilhafterweise entspricht der Durchmesser dieser Öffnung
dem Durchmesser desjenigen Teils des stabförmigen Objekts, welcher beim Eintritt in
das Flüssigkeitsbehältnis zuerst und beim Austritt zuletzt die Verschlussvorrichtung
passiert, so dass z. B. Flüssigkeitsreste, die der Außenseite eines Pipettors anhaften,
an der Membran abgestreift werden. Auf diese Weise kann eine übermäßige Verunreinigung
der Verschlussvorrichtung vermieden werden, wodurch die Gefahr einer Vermischung von
z. B. verschiedenen Reagenzien vermindert ist.
Figuren
[0024] In Figur 1 sind verschiedene Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen in einer Aufsicht dargestellt. Die Vorrichtung
besteht aus einer elastischen Membran (1), die mit mindestens zwei Einschnitten (2)
versehen ist, welche strahlenförmig angeordnet sind. Fig. 1 a und Fig. 1 b zeigen
erfindungsgemäße Vorrichtungen, die mit jeweils sechs Einschnitten (2) versehen sind.
Durch die gleichwinkelige Anordnung der Einschnitte entstehen jeweils sechs gleichschenklige
Dreiecke (3), deren Grundseiten mit dem umlaufenden Rand der Membran verbunden sind.
Die Vorrichtung in Fig. 1 b verfügt im Scheitelpunkt der strahlenförmig angeordneten
Einschnitte über eine kreisförmige Öffnung (4). Die Vorrichtungen in Fig. 1 a und
b sind mit jeweils drei Abziehlaschen (5) versehen, die durch entsprechenden Zuschnitt
der Membran ausgestaltet sind und die die Handhabung der Vorrichtungen erleichtern.
Fig. 1 c zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung, die mit zwei Einschnitten versehen
ist, die so angeordnet-sind, dass sie einen Winkel (6) von etwa 70 ° bilden. Fig.
1d zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung, die mit sechs Einschnitten versehen ist,
wobei die Einschnitte nicht alle gleich lang sind. Die Form bzw. der Umriss der Vorrichtungen
richtet sich nach der Form der abzudeckenden Öffnung des Flüssigkeitsbehältnisses.
Während sich die Vorrichtungen der Figuren 1 a bis c besonders zur Abdeckung von kreisrunden
Öffnungen eignen, kann eine Vorrichtung mit einer Form wie in Fig. 1 d gezeigt zur
Abdeckung von ovalen Öffnungen verwendet werden. Fig. 1d verdeutlicht weiterhin, dass
der durch die Einschnitte durchstoßbar gemachte Bereich der Membran nicht im Zentrum
der Vorrichtung liegen muss, sondern auch an einer anderen als der zentralen Position
platziert werden kann.
[0025] Figur 2 veranschaulicht die Anbringung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Abdeckung
von Flüssigkeitsbehältnissen (7), welche in diesem Beispiel mit einem Schraubgewinde
(8) ausgestattet sind und für die eine gebohrte Schraubkappe (9) mit einer zentralen,
kreisrunden Öffnung zur Verfügung steht. Fig. 2a zeigt, dass die erfindungsgemäße
Vorrichtung direkt auf den die Öffnung des Flüssigkeitsbehältnisses begrenzenden Rand
(10) aufgebracht werden kann. Die Fixierung der Membran kann durch Haftvermittler,
wie z. B. einen Klebstoff auf der Auflagefläche, bewirkt werden, durch die mechanische
Befestigung durch Aufschrauben der Schraubkappe oder durch eine Kombination von beidem.
Fig. 2b zeigt, dass die erfiridungsgemäße Vorrichtung zur Abdeckung auch auf die Aussenseite
des die Öffnung der Schraubkappe begrenzenden Randes aufgebracht werden kann, wobei
die Membran in diesem Fall vorzugsweise mit Hilfe eines Haftvermittlers befestigt
wird.
[0026] Figur 3 veranschaulicht die Zweckdienlichkeit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
(1), die in diesem Fall aus einer elastischen Membran besteht, die mit sechs Einschnitten
versehen ist und auf der Öffnung einer Überwurfkappe (11) aufgebracht ist, welche
wiederum der Öffnung eines Flüssigkeitsbehältnisses (12) aufsitzt. Die Füllstandhöhe
der Flüssigkeit im Inneren des Behältnisses ist durch eine gestrichelte Linie angedeutet.
Fig. 3a zeigt, wie ein Pipettor (13), der entlang seiner Längsachse über Bereiche
verschiedenen Durchmessers verfügt, mit der Spitze, d. h. mit dem Bereich des geringsten
Durchmessers (14) die erfindungsgemäße Vorrichtung durchstößt. Fig. 3b und Fig. 3c
zeigen, wie durch den zunehmenden Aussendurchmesser (15, 16) des Pipettors, die freien
Enden der Membrandreiecke (3) in das Innere des Behältnisses verdrängt werden, wodurch
sich die Öffnung dem jeweiligen Aussendurchmesser des Pipettors flexibel anpasst.
[0027] Die im folgenden beschriebenen Beispiele dienen der exemplarischen Beleuchtung einzelner
Aspekte dieser Erfindung und sind nicht als Einschränkung zu verstehen.
Beispiele
Beispiel 1: Verminderung verdunstungsbedingter Gewichtsverluste
[0028] Es wurden vergleichende Untersuchungen anhand von drei Reagenzien durchgeführt, die
für ein turbidimetrisches Testverfahren zur quantitativen Bestimmung von quervernetzten
Fibrinderivaten, die die D-Dimer Domäne enthalten (im folgenden abgekürzt als D-Dimer),
verwendet werden können. Bei allen drei Reagenzien handelt es sich um wässrige Lösungen,
die zur Durchführung des Tests mit einer Plasmaprobe vermischt werden. Während es
sich bei Reagenz B um eine Suspension von Latexpartikeln handelt, die mit einem D-Dimer-spezifischen,
monoklonalen Antikörper beschichtet sind (siehe z. B. EP 0 122 478-B2), handelt es
sich bei den Reagenzien A und C im wesentlichen um gepufferte Salzlösungen. Bei Anwesenheit
von D-Dimer in einer Plasmaprobe findet eine Agglutination der Latexpartikel statt,
die anhand der Trübung quantifiziert werden kann. Dieses Testverfahren wurde auf dem
automatischen Gerinnungsanalyzer Sysmex® CA-560 (Dade Behring Marburg GmbH, Marburg,
Deutschland) zur automatischen Abarbeitung etabliert.
[0029] Der Sysmex® CA-560 Analyzer (kurz: CA-560) verfügt über eine temperierbare Position
(15 ± 1°C) für ein Testreagenzbehältnis und weitere Positionen für Reagenzbehältnisse,
deren Temperatur nicht reguliert werden kann und demzufolge der Raumtemperatur (ca.
15 bis 25°C) entsprechen. Testreagenz A wurde in der temperierten Position platziert,
während die Testreagenzien B und C in nicht-temperierten Positionen platziert wurden.
Bei den Reagenzbehältnissen handelte es sich um 5 ml Gewindeflaschen aus Glas mit
einem Öffnungsdurchmesser von etwa 11 mm.
[0030] Zum Zeitpunkt t(0) wurden die Reagenzbehältnisse A, B und C geöffnet und in den vorgesehen
Positionen des CA-560 platziert, entweder mit oder ohne Verwendung einer erfindungsgemäßen
Abdeckungsvorrichtung. In der vorliegenden Untersuchung wurde eine selbsthaftende
Polypropylenmembran verwendet, die auf der einen Seite mit Cellulose beschichtet und
auf der anderen Seite mit einem Klebstoff behandelt war, so dass sich eine Gesamtfoliendicke
von 62 µm und ein Gewicht von 93 g/qm ergab. Die Membranen waren kreisrund zugeschnitten,
verfügten über einen Durchmesser von etwa 12 mm und waren mit 8 radialen, gleichwinklig
zueinander angeordneten und gleich langen Einschnitten versehen. Die Membranen wurden
auf die oberen Ränder der Reagenzbehältnisse geklebt und zusätzlich mit einer gebohrten
Schraubkappe stabilisiert, wie auch in Fig. 2a dargestellt.
[0031] Jedes der Reagenzbehältnisse enthielt zum Zeitpunkt t(0) 2 ml Reagenzflüssigkeit.
Eine Massenbestimmung der befüllten Reagenzbehältnisse wurde zum Zeitpunkt t(0) und
nach 18 Stunden, zum Zeitpunkt t(18) durchgeführt. Aus der Differenz (Δ) der Masse
zum-Zeitpunkt t(0) und der Masse zum Zeitpunkt t(18) wurde der relative Massenverlust
der Reagenzflüssigkeiten ermittelt.
[0032] Anhand der Ergebnisse, die in Tabelle 1 zusammengefasst sind, wird deutlich, dass
durch die Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Abdeckung der Reagenzbehältnisse
eine Senkung von verdunstungsbedingten Masseverlusten um 30 bis 50 % erzielt werden
kann.

Beispiel 2: Erhöhung der on-board Stabilität
[0033] Zur Untersuchung der on-board Stabilität wurden wieder die Testreagenzien A, B und
C, die sich zur quantitativen Bestimmung von D-Dimer eignen, in die vorgesehenen Positionen
des CA-560 eingesetzt (siehe Beispiel 1), und es wurden unterschiedliche Versuchsreihen
unter folgenden Testbedingungen durchgeführt:
- 1) Die drei Reagenzbehältnisse wurden nur für den Zeitraum der Testdurchführung manuell
geöffnet und bis zum nächsten Durchlauf mit einem integralen Stopfen und einer Schraubkappe
versehen verschlossen aufbewahrt.
- 2) Die drei Reagenzbehältnisse wurden über den gesamten Versuchszeitraüm offen aufbewahrt.
- 3) Die drei Reagenzbehältnisse, welche die Testreagenzien enthielten, wurden mit einer
wie in Beispiel 1 beschriebenen erfindungsgemäßen Verschlussvorrichtung versehen.
[0034] Zum Zeitpunkt t(0) wurden die Reagenzbehältnisse, die jeweils 2 ml Reagenzflüssigkeit
enthielten, erstmalig geöffnet, in den CA-560 eingebracht, und es wurde zum Zeitpunkt
t(0) ein Test zur quantitativen Bestimmung von D-Dimer in einer Plasmaprobe niedriger
D-Dimer-Konzentration (Kontrolle LOW) und in einer Plasmaprobe hoher D-Dimer-Konzentration
(Kontrolle HIGH) durchgeführt. Für jede Probe wurde ein Rohwert (mOD/min) gemessen,
anhand dessen aus einer zuvor erstellten Kalibrationskurve, die D-Dimer-Konzentration
der gemessenen Probe bestimmt werden konnte. Der Rohwert, der zum Zeitpunkt t(0) bestimmt
wurde, diente im weiteren als Referenzwert für die Performance des Testes. Die Reagenzien
wurden unter den in 1), 2) oder 3) beschriebenen Bedingungen in den Geräten aufbewahrt
und nach 18 Stunden wurde ein weiterer Testdurchlauf mit den gleichen Proben durchgeführt.
Es wurden die relativen Abweichungen der Rohwerte zum Zeitpunkt t(18) von den korrespondierenden
Referenzwerten zum Zeitpunkt t(0) ermittelt, wie auch die relativen Abweichungen der
D-Dimer-Konzentration ermittelt wurden, die anhand der Rohwerte bestimmt worden waren.
[0035] Tabelle 2 zeigt die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen zur on-board Stabilität.
Tabelle 2
| |
Referenz bei t(0) |
Aufbewahrung geschlossen |
Aufbewahrung offen |
Aufbewahrung mit Abdeckungsvorrichtung |
| Zeitpunkt t [h] |
0 |
18 |
18 |
18 |
| Kontrolle LOW |
| Rohwerte Signal [mOD/min] |
17,2 |
16,2 |
18,9 |
17,5 |
| Relative Abweichung [%] |
|
-5,8% |
9,9 % |
1,7% |
| D-Dimer-Konzentration [µg/L] |
416 |
397 |
447 |
422 |
| Relative Abweichung [%] |
|
-4,6 % |
7,5% |
1,4% |
| Kontrolle HIGH |
| Rohwerte Signal [mOD/min] |
152,9 |
153,7 |
165,2 |
149,2 |
| Relative Abweichung [%] |
|
0,5 % |
8,0 % |
-2,4 % |
| D-Dimer-Konzentration [µg/L] |
3638 |
3673 |
4200 |
3476 |
| Relative Abweichung [%] |
|
1,0 % |
15,4% |
-4,5 % |
[0036] Wie aus Tabelle 2 hervorgeht, wird durch die Verwendung der erfindungsgemäßen Abdeckungsvorrichtung
auch eine verbesserte on-board Stabilität des gesamten Testes erzielt. Verglichen
mit den gemessenen Rohwerten bzw. den ermittelten D-Dimer-Konzentrationen, die mit
Hilfe der offen aufbewahrten Reagenzien nach 18 Stunden gewonnen wurden, ist die Abweichung
der Testergebnisse, die mit den Reagenzien gewonnen wurden, die über die 18stündige
Aufbewahrung mit einer erfindungsgemäßen Vorrichtung abgedeckt waren, wesentlich geringer.
Aufgrund der besseren Erhaltung der Testgenauigkeit (Performance) nach 18stündiger
Aufbewahrung der Testreagenzien in den Geräten (on-board) ist die Verwendung der erfindungsgemäßen
Abdeckungsvorrichtung gegenüber der offenen Aufbewahrung der Testreagenzien zu bevorzugen.
1. Flexible Vorrichtung zur Abdeckung von Flüssigkeitsbehältnissen, die durch Einwirkung
eines stabförmigen Objektes durchstoßbar ist und die nach Entfernung des stabförmigen
Objektes wieder in ihre ursprüngliche Form zurückkehrt, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer elastischen Membran besteht, die mit mindestens zwei Einschnitten versehen
ist, wobei die Einschnitte strahlenförmig angeordnet sind.
2. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran mit 3 bis 12 Einschnitten versehen ist, bevorzugterweise mit 4 bis 10,
besonders bevorzugt mit 6.
3. Vorrichtung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschnitte gleichwinklig zueinander angeordnet sind.
4. Vorrichtung gemäß Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Scheitelpunkt der strahlenförmig angeordneten Einschnitte eine kreisförmige
oder polygonale Öffnung befindet.
5. Vorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran mit zwei Einschnitten versehen ist, die so angeordnet sind; dass ein
Winkel von 10 ° bis 180 °, bevorzugterweise von 20 ° bis 120 °, besonders bevorzugt
von 45 ° bis 90 ° gebildet wird.
6. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Einschnitte gleich lang sind.
7. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass nicht alle Einschnitte gleich lang sind.
8. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie auf einer Öffnung eines Flüssigkeitsbehältnisses angebracht ist.
9. Vorrichtung gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sie mittels mechanischer oder chemischer Adhäsion auf dem die Öffnung eines Flüssigkeitsbehältnisses
begrenzenden Rand fixiert ist.
10. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass sie mit einer Überwurfkappe stabilisiert wird, die eine bevorzugterweise kreisförmige
Öffnung für die Passage eines stabförmigen Objektes aufweist.
11. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sie mittels mechanischer oder chemischer Adhäsion auf einem die Öffnung der Überwurfkappe
begrenzenden Rand fixiert ist.
12. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran zwischen 40 µm und 150 µm, bevorzugterweise zwischen 40 µm und 100 µm,
besonders bevorzugt zwichen 50 µm und 80 µm dick ist.
13. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Membran aus einem dampfundurchlässigen Material besteht.
14. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Membran aus einem Material der Gruppe Polyethylen , Polypropylen,
Polyethylenterephthalat, Polystyrol, Polyamid, Polybutylentherephthalat, Polycarbonat,
Polyimiden, Naturkautschuk, Silikon-, Brombutyl- und Chlorbutylkautschuk oder Mischungen
davon besteht.
15. Vorrichtung gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Membran aus mindestens zwei Schichten verschiedener Materialien besteht.
16. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die elastische Membran auf einer Seite über eine selbsthaftende Oberfläche verfügt.
17. Verwendung einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1-16 zur Abdeckung von Reagenzbehältnissen.
18. Reagenzbehältnis dadurch gekennzeichnet, dass eine Öffnung durch eine Vorrichtung gemäß einem oder mehrerer der Ansprüche 1-16
abgedeckt ist.